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419. Duisburg und die Scharia

2. März 2015

Dschihad am Swimming Pool

Von Cees van der Duin

Oberbürgermeister Sören Link trifft die richtige Entscheidung, auch in Zukunft werden in Duisburgs Badeanstalten keine eigenen Schwimmzeiten für Muslime eingerichtet.

Die Stadt lehnt den entsprechenden Antrag des islamischen Wählerbündnisses UMMAH ab. Deren Name spielt auf die Umma, die muslimische Weltgemeinde an und ist ein Duisburger Akronym, ausgeschrieben: Unabhängige multikulturelle Menschen aller Herkunft. UMMAH ist die lokale Variante der global aktiven Schariabewegung.

Bravo Herr Oberbürgermeister, auch eine – man kennt oder ahnt doch den hohen innermuslimischen Gruppenzwang – nur auf wenige Stunden und angeblich völlig frei gewählte Abschottung der Muslime im Schwimmbad bezeugt schlichte Integrationsverweigerung.

OB Link:

Extra Schwimmzeiten für Muslime bedeuten Separation, nicht Integration. Wir gehen hier in Duisburg den Weg eines friedlichen Miteinanders aller Kulturen und Religionen nicht zurück, sondern nach vorne.

Die Bevölkerung, hier exemplarisch die Wasserfreunde oder die aus gesundheitlichen Gründen das Schwimmbad aufsuchenden Bürger, in zweierlei Spezies, nämlich rein versus unrein aufzuteilen oder, was ebenfalls zum Kalifatsprogramm gehört, in angeblich wesensgemäß spirituell berufenere Männer und dämonisch-verführerische Frauen, ist eine Menschenverachtung mehrstufiger Brutalität und erinnert sehr an die südafrikanische Apartheid.

Räumliche Mischungsverbote von Männern und Frauen sowie von Gottesfürchtigen und Gottlosen gehören leider ebenso zum Komplettangebot (Totalitarismus) der Scharia wie Heiratsverbote für muslimische Töchter.

UMMAH kann sich auf Koransuren und Hadithverse berufen, mit dem moralisch einwandfreien Verhalten auch des Duisburger Befehlsempfängers will Allahgott zufrieden sein. Den Literalisten geht es um nackte Tatsachen, im Schwimmbad dräut die Sünde. Beim Ziel der vermiedenen Höllenstrafe baut der Islam mit den Konzepten von Fitra (angeborenes Muslimsein) und Aura (Schambereich) einen veritablen irdischen Überwachungsstaat.

Auch UMMAH, so berichtete die WAZ:

hatte im Duisburger Integrationsrat gefordert, die Einrichtung von Schwimmzeiten und Schwimmkursen für Muslime zu prüfen. Sie begründeten ihren Antrag mit der Scheu vieler gläubiger Muslime, sich in knapper oder enger Bekleidung insbesondere vor Nicht-Muslimen zu zeigen. Dies hätte etwa beim Schwimmunterricht in Schulen immer wieder zu Diskussionen geführt.

Sehr nachvollziehbar meint Gerd Schwemm, bündnisgrüner Ratsherr und ebenfalls Mitglied im Integrationsrat:

Getrennte Schwimmzeiten nach Konfessionen entsprechen nicht unseren Vorstellungen von Integration.

Plausibel argumentiert auch CDU-Ratsfrau Sylvia Linn gegen eine islamische Apartheid in den Duisburger Bädern:

Dieses Gremium wurde gebildet, um Menschen unterschiedlicher Kulturen und Religionen zusammenzuführen. Der Antrag will das Gegenteil: Er will trennen. Das kann nicht das Ziel von Duisburger Politik sein. Eine funktionierende Gemeinschaft unterscheidet nicht nach Rasse, Geschlecht oder Religion. Wenn künftig an Duisburger Schwimmbädern genau diese Trennung vollzogen wird, hat die hiesige Politik versagt.

Die im Islam sittlich geringerwertigen Schariaverweigerer sind mit Ekel zu befrachten und haben mit den für das Paradies bestimmten Damen und Herren das Badewasser nicht zu teilen. Islamkonform lebende Männer dürfen keine Frauenhaut sehen bis auf Hände und Gesicht. Derart gegenaufklärerisch sind also bereits Duisburgs Kinder zu indoktrinieren.

Schon wer schamlos knappe oder obszön enge Badebekleidung trägt, so ermahnt uns die schriftgläubige Wählergemeinschaft, gefährdet als Frau oder Mann die öffentliche Moral und das Heil der Seele. Weitere Forderungen von UMMAH werden nicht auf sich warten lassen, kein männlicher Bademeister, gar aus der Nation der Ungläubigen, schließlich sollte schwimmende Muslimas angucken dürfen. Und könnten sich nicht auch unter einer Burkini genannten Unterwasserburka eindeutig feminine Rundungen unkeusch abzeichnen?

Immer noch weitere Vorschriften des Wohlverhaltens werden gegen Aufklärung und Gleichberechtigung durchgesetzt werden, wenn wir das nicht verhindern, was auch kein sogenannter Islamismus, sondern ewiger, vom Himmel gegebener Schariabefehl ist, authentische Religion nach Koran und Sunna.

Vergleichbare Forderungen waren an die Stadt Duisburg bereits vor Jahren herangetragen worden, damals ging es um türkisches Frauenschwimmen. Die Verwaltung hatte den Antrag geprüft, wie Stadtsprecherin Anja Kopka berichtet:

mit dem Ergebnis, dass die Anforderungen extrem hoch wären. Fenster müssten blickdicht abgehängt werden, das Badpersonal dürfte nur aus Frauen bestehen.

Schluss mit dem religiösen Sexismus und sonstigen Gruppenchauvinismus, im Namen unserer allgemeinen Menschenrechte ein klares Nein zur Spaltung unserer Städte oder Sportanlagen.

Muslime sind gerade keine Sorte Mensch, die sehr bald, und darum geht es der weltweit hart agitierenden Schariabewegung, eigene Gesetze beanspruchen sowie schlussendlich, da nur Allah Souverän ist, die gesamte Gesetzgebung islamisieren darf.

Citoyens & citoyennes, wehret den Anfängen, keine himmlische Scharia auf Duisburgs Erde! Gleiche und gleich behandelnde Gesetze, ausschließlich diesseitig argumentierende abgeleitete Verordnungen und rationale Hausordnungen für alle Menschen in Duisburg.

Cees van der Duin

Q u e l l e n

Frau Tekiner, Fadime [Fadime Aşır Tekiner], Beruf: Dipl.-Sozialwissenschaftlerin

https://www.duisburg.de/ratsinformationssystem/bi/kp0051.php?__kpenr=5600

Integrationsrat, Mitglied

Jugendhilfeausschuss, Beratendes Mitglied, 30.06.2014, Vertreterin Integrationsrat

Ausschuss für Arbeit, Soziales und Gesundheit, Sachkundige/r Einwohner/in, 29.09.2014, Delegierende Stelle: SPD-Fraktion

Seniorenbeirat, Beratendes Mitglied, 01.10.2014, Vertreterin Integrationsrat

https://www.duisburg.de/ratsinformationssystem/bi/kp0050.php?__chist=0&__kpenr=5600&grnr=399&__cgrname=1Ausschuss%20f

SGU Duisburg Sozial! Gerecht! Unabhängig!, Fadime Tekiner, Ausschuss für Soziales, Arbeit und Gesundheit

http://www.sgu-duisburg.de/aussch%C3%BCsse/

Stadt Duisburg, Seniorenbeirat, Beratende Mitglieder: Mitglied des Integrationsrats Fadime Tekiner

(Stand 04.12.2014)

http://www.duisburg.de/vv/50/medien/Mitgliederliste_des_Seniorenbeirates.pdf

Bağımsız Çokkültürlü İnsanlar Topluluğu (UMMAH) listesinde Duisburg Uyum Meclisine seçilen sosyal bilimci Fadime Tekiner,

von: FATİH ÇİMEN / DUİSBURG (Müslüman kadınlar da yüzsün dedi, işitmediği kalmadı), in: ZAMAN 01.03.2015

http://zaman-online.de/m%C3%BCsl%C3%BCman-kad%C4%B1nlar-da-y%C3%BCzs%C3%BCn-dedi-i%C5%9Fitmedi%C4%9Fi-kalmad%C4%B1-216068

Prüfantrag der UMMAH: Schwimmen für muslimische Duisburgerinnen und Duisburger

15-0122

Der Oberbürgermeister

OB/OB-6 Leonhards 6915

Drucksache-Nr. 15-0122

Datum 29.01.2015

Prüfantrag der UMMAH

öffentlich

Zur Sitzung Integrationsrat, Sitzungstermin 09.02.2015, Behandlung Vorberatung

Betreff

Prüfantrag der UMMAH: Schwimmen für muslimische Duisburgerinnen und Duisburger

Inhalt

Die Verwaltung wird gebeten zu prüfen, ob Schwimmzeiten und Schwimmkurse für muslimische Einwohner eingerichtet werden können.

Bereits in den Grundschulen gibt es oft Probleme bzw. Diskussionen zwischen Eltern und Lehrern, warum Migrantenkinder nicht schwimmen können.

Seitens der muslimischen Bevölkerung besteht großes Interesse an der Einrichtung regelmäßiger Schwimmzeiten und Kurse. Diese sollten möglichst wöchentlich und flächendeckend in allen Duisburger Bädern angeboten werden.

https://www.duisburg.de/ratsinformationssystem/bi/to0040.php?__ksinr=20055988

Hitzige Debatte um gesonderte Bäderzeiten für Muslime (WAZ am 13.02.2015)

http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/hitzige-debatte-um-gesonderte-baederzeiten-fuer-muslime-id10339583.html

Duisburg richtet keine extra Schwimmzeiten für Muslime ein (WAZ am 26.02.2015)

http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/duisburg-richtet-keine-extra-schwimmzeiten-fuer-muslime-ein-id10399209.html

Im 27-köpfigen Integrationsrat mit 18 direkt gewählten und neun vom Rat der Stadt entsandten Mitgliedern hat die UMMAH einen Sitz. Die Bewegung wird dort vertreten durch Fadime Tekiner.

Wörtlich heißt es in dem Antrag der UMMAH: „Die Verwaltung wird gebeten zu prüfen, ob Schwimmzeiten und Schwimmkurse für muslimische Einwohner eingerichtet werden können.Diese sollten möglichst wöchentlich und flächendeckend in allen Duisburger Bädern angeboten werden.CDU-Ratsfrau Sylvia Linn kann diese Entscheidung nicht nachvollziehen:

„Dieses Gremium wurde gebildet, um Menschen unterschiedlicher Kulturen und Religionen zusammenzuführen. Der Antrag will das Gegenteil: Er will trennen. Das kann nicht das Ziel von Duisburger Politik sein. Eine funktionierende Gemeinschaft unterscheidet nicht nach Rasse, Geschlecht oder Religion. Wenn künftig an Duisburger Schwimmbädern genau diese Trennung vollzogen wird, hat die hiesige Politik versagt.“

Vor einigen Jahren hatte es schon einmal eine ähnliche Bestrebung gegeben. Da wurde darüber diskutiert, dass türkische Frauen die öffentlichen Hallenbäder nicht nutzen könnten, weil sich dort auch Männer aufhalten. Die Verwaltung hatte geprüft und kam zu dem Ergebnis, dass die Anforderungen extrem hoch wären. In den Bädern müssten zum Beispiel die Fenster blickdicht abgehängt werden, und das Badpersonal dürfte nur aus Frauen bestehen. Bei dem neuen Antrag werden allerdings keine gesonderten Schwimmzeiten nur für muslimische Frauen, sondern für Muslime allgemein gefordert.

aus: Hildegard Chudobba (Kein Verständnis für den Bäderantrag), in: RP am 13.02.2015

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/duisburg/kein-verstaendnis-fuer-den-baederantrag-aid-1.4869800

[Fadime Tekiner will sich herauswinden und wirft Nebel, alles sei irgendwie ganz anders als jetzt von Presse und Politik dargestellt]

Aber: WARUM will „Ummah“ das? Eine Begründung fehlt in dem Antrag. Es geht auch nicht ausdrücklich um den Schutz muslimischer Frauen. Heißt das, dass Muslime nicht mit Nicht-Muslimen ins Schwimmbad sollen?

Fadime Tekiner, die den Antrag für „Ummah“ eingebracht hatte, zu BILD: „Die Möglichkeit für muslimische Bürgerinnen und Bürger Schwimmzeiten in Bädern nutzen zu können, bedeutet gendergetrenntes Schwimmen, aber eben auch möglichst abgeschirmt von Außensicht und mit entsprechenden Bademeistern bzw. Bademeisterinnen. Diese geschlechtergetrennten Schwimmzeiten sollen keineswegs nichtmuslimische Bürgerinnen ausschließen, im Gegenteil.“

Ratsherr Rainer Grün (selbst Muslim) vom Duisburger Integrationsrat: „Auf Facebook gibt es dazu viele Kommentare. Und ja: Viele türkische Bürger verstehen es so, dass Muslime nicht mit Christen oder Buddhisten schwimmen wollen. Meine Auffassung von Islam ist das jedenfalls nicht!“

Widerspruch gibt es auch von dem Bündnis SGU, dem die Antragstellerin Fadime Tekiner selbst angehört. SGU-Ratsherr Karlheinz Hagenbuck: „Es gibt bereits Damen-Schwimmzeiten. Ich sehe keinen Grund für eine weitere Trennung.“

Ratsherr Frank Heidenreich (CDU): „Wir haben schon genug Probleme, überhaupt Schwimmzeiten für Schulen zu bekommen – und zwar für Kinder aller Religionen!“

aus: Extra Schwimm-Unterricht für Duisburger Muslime?, in: BILD vom 15.02.2015

http://www.bild.de/regional/ruhrgebiet/duisburg/schwimm-unterricht-fuer-muslime-in-duisburg-39765508.bild.html

„Fadime Aşır Tekiner gefällt das.“

https://www.facebook.com/permalink.php?id=689073871149532&story_fbid=852125028177748

Fadime Tekiner pflegt ihre Nähe zum Verband der türkischen Kulturvereine in Europa (Avrupa Türk Kültür Dernekleri Birliği), Kurzform Avrupa Türk Birliği (ATB) aus dem Dunstkreis der radikal islamischen und nationalistisch-rechtsradikalen Partei der Großen Einheit, BBP (Büyük Birlik Partisi).

Freundschaftlich interessiert ist Fadime Aşır Tekiner beispielsweise an DITIB, IGMG, TUISA.de, UMMAH – Unabhängige multikulturelle Menschen aller Herkunftsländer, Rat Muslimischer Studierender & Akademiker [RAMSA], UETD Rotterdam, UETD Netherlands, ATB Muhsin Yazıcıoğlu Dergâhı Duisburg usw. Muhsin Yazıcıoğlu starb 2009 bei einem Hubschrauberabsturz, war türkischer Abgeordneter und der Führer der rechtsextrem-islamischen Partei der Großen Einheit (BBP).

https://de-de.facebook.com/fadime.tekiner.3

Muhsin Yazıcıoğlu , Grauer Wolf und Islamrevolutionär

Bereits als Jugendlicher schloss er sich den Grauen Wölfen, die sich selbst als „Idealisten“ bezeichnen, an. … Er trat der Partei der Nationalistischen Bewegung (MHP) bei und wurde Berater des Vorsitzenden Alparslan Türkeş. … Nach der Haft schloss er sich der Nachfolgepartei der MHP, der „Partei der Nationalistischen Arbeit“ (MÇP) an und wurde 1991 als Abgeordneter in das türkische Parlament gewählt. Im Jahre 1992 verließ er die Partei und gründete Anfang 1993 die Partei der Großen Einheit, deren Vorsitz er übernahm. … Nach einer Wahlkampfveranstaltung für die Kommunalwahlen im März 2009 stürzte er zusammen mit fünf weiteren Insassen am 25. März 2009 mit einem Hubschrauber über einem unwegsamen Berggebiet ab. Am 27. März, nach etwa 47 Stunden Suchzeit, erreichten Rettungskräfte die stark verschneite Absturzstelle in der Provinz Kahramanmaraş und bargen in den Folgestunden die Leichen Yazıcıoğlus, des Piloten und der anderen Insassen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Muhsin_Yaz%C4%B1c%C4%B1o%C4%9Flu

15.01.2015, die Muhsin-Yazıcıoğlu-Freunde aus Finnentrop berichten über Duisburg

Almanya DUİSBURG (Reinberg) KİTAP Fuarında: (27.12.2014 – 04.01.2015) tarihleri arası, Avrupa Türk Birliği (ATB) Federasyonu adına; ”Duisburg Muhsin Yazıcıoğlu Kültür Merkezi” Dergah Teşkilatımımız, ATB Alperenlerinin çalışmalarını anlatı. 50 civarında yayın evi temsilcisinin bulunduğu Fuarda, çok sayıda ziyaretçi çalışmalarımız hakkında bilgi aldı ve bizi yakından tanıma fırsatı buldu. ATB Genel Başkanımız Sayın Erol Yazıcıoğlu, Büyük Birlik Partisi (BBP) Avrupa temsilcisi Binat Doğan, ATB Cenaze Fonu sorumlusu Sayın Hasan Karakuş ve ATB Sosyal faaliyetler Sorumlusu İbrahim Doğancı Fuarda bulunan diğer STK ve yayın evi temsilcilerini de ziyaret ettiler.

http://www.nizami-alem.com/2015/01/19/atb-genel-baskani-erol-yazicioglu-kitap-fuarini-ziyaret-etti/

[ATB] Avrupa Türk Birliği’ne bağlı olarak faliyet gösteren Duisburg Muhsin Yazıcıoğlu Eğitim ve Kültür Merkezi’nin düzenlediği ‚Göçün 50.yılı Sempozyumu‘ geçtiğimiz günlerde Duisburg Mercator Gymnasium’da yapıldı. Sempozyuma panelist olarak Fadime Tekiner, İbrahim Doğancı, Mehmet Küçük, Ali Osman Doğan ve Erol Yazıcıoğlu katıldı. Sempozyumun misafirleri arasında ise Düsseldorf Başkonsolosu Fırat Sunel, Dr.Zeki Doğancı, Duisburg Belediye Meclis Üyesi [Mitglied im Stadtrat] Rainer Grün, Duisburg Uyum Meclis Başkanı Şevket Avcı ile çok sayıda vatandaşımız vardı. …

Avrupa Türk Birliği Genel Başkanı Erol Yazıcıoğlu … : ‚Artık dil, din, kültür (…).‘

aus: İbrahim Yüksel (50 yılın muhasebesi, Almanya Bülteni

http://www.almanyabulteni.de/lokal-haberler/50-yilin-muhasebesi

Avrupa Türk Birliği (ATB) Duisburg … Duisburg’ta 35 yıldır öğretmenlik yapan Rahmi Koca

http://www.muhabirce.de/2014-09-02/avrupa-tuerk-birliginden-tuerkce-dersleri

Schaut man sich die Unterstützer des Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland unter anderem bei Facebook genauer an, so kommt man zu dem Schluss, dass es sich hier um das “who is who” der Anhänger türkischer Idealistenvereine, Grauer Wölfe und Kampfgefährten des Milli Görüş Gründer Erbakan handelt. …

So ist – der auf Landesebene regelmäßig als Migrantenvertreter gescheiterte – Yüncel Güngör (MTB – Bund türkischer Muslime) einer der Lautsprecher Sauerlands. Güngör selbst ist Anhänger der Idealistenvereine, deren politische Wurzeln in der rechtsextremen türkischen Partei der Nationalistischen Bewegung (Milliyetçi Hareket Partisi, MHP) liegen. In Deutschland organisieren sich die Idealistenvereine unter dem Label Föderation der Türkisch-Demokratischen Idealistenvereine in Deutschland (kurz ADÜTDF). Die ADÜTDF ist dem türkischen rechtsextremistischen Spektrum zuzurechnen und wird deshalb vom nordrhein-westfälischen Verfassungsschutz beobachtet. In NRW gibt es etwa 70 Vereine mit ungefähr 2000 Mitgliedern. Geistiger Vater der MHP und der Bewegung der Grauen Wölfe ist der Hitler-Verehrer Alparslan Türkeş, für den 2010 in der Marxloher Merkez-Moschee eine Totenfeier veranstaltet wurde – organisiert von Yüncel Güngör und Rainer Grün.

Zum Dunstkreis von Güngör gehören auch Erol Kaya (MTB und zusammen mit Güngör ein Vordenker der Idealistenvereine), Gürsel Dogan [Gürsel Doğan] (CDU und Gründungsmitglied der DAL [Duisburger Alternative Liste]) und der Vorsitzende des Duisburger Integrationsrats Sevket Avci [Şevket Avcı] (MTB). … Ein weiterer Unterstützer ist der stellvertretende Vorsitzende des Duisburger Integrationsrats und Milli Görüs (IGMG) Funktionär Birol Senol Yildirim [Birol Şenol Yıldırım]. Yildirim generiert sich selbst gerne als alter Kampfgefährte des Milli Görüş Gründer und ausgewiesenen Antisemiten Necmettin Erbakan.

aus: Thomas Rodenbücher (Türkische Rechtsextremisten als Sauerlands Wahlhelfer?), xtranews 06.02.2012

http://www.xtranews.de/2012/02/06/tuerkische-rechtsextreme-nationalisten-als-sauerlands-wahlhelfer/

„Mit Befremden und Abscheu mussten wir nunmehr feststellen, dass in den Räumen der Merkez-Moschee am 11.4.2010 eine Trauerfeier für den verstorbenen historischen Führer der aus der Türkei stammenden rechtsextremen MHP (Partei der Nationalen Bewegung), Alparslan Türkeş, abgehalten wurde. Für diese Veranstaltung hatte die in Deutschland ansässige MHP Vorfeldorganisation ATF (Türkische Föderation in Deutschland) kurzfristig auf Plakaten in mehreren Stadtteilen geworben.“

Zülfiye Kaykin, die Geschäftsführerin der Ditib-Begegnungsstätte, hat zwar ihre Stelle bereits gekündigt … Wie auch immer: auf jeden Fall wurde die Veranstaltung der Grauen Wölfe während ihrer Zuständigkeit vereinbart. …Die liebe Zülfiye hat … nicht geantwortet.

aus: Duisburg-Blog 27.04.2010

http://duisburg-blog.de/10.05.2010/duisburg-die-mit-dem-wolf-tanzen/

„Des Türkeş wurde mit Gebeten gedacht“, auch 2013 trauert man wieder um den Faschisten und Rechtsextremisten Alparslan Türkeş

Türkeş dualarla anıldı … Rainer Grün

http://www.turkhaber.eu/Guncel/Turkes-dualarla-anildi-3077.htm

Zusammen mit dem Wählerbündnis DaL (Ratsherr Rainer Grün) bildet JUDU die gemeinsame Ratsfraktion Junges Duisburg/DaL.

http://de.wikipedia.org/wiki/Junges_Duisburg

Sehr unangemessen witzelt der Türkeş-Bewunderer am 28.10.2010 über die zufällige Namensgleichheit der türkischen völkischen Bewegung mit dem Pfadfinderstamm Graue Wölfe Friedrichsdorf (Hochtaunuskreis). Nein Herr Grün, nationalistische und rassistische Erhöhung des Türkentums, kurdenfeindliche, armenierfeindliche und antisemitische Hetze sowie Großreichträume von Turan gehen mit dem weltbürgerlichen und friedfertigen Geist des Scoutismus nicht zusammen.

Rainer Grün: „Aus gegebenem Anlass stelle ich hier mal Graue Wölfe vor: ein Pfadfinderverein und Fußballer! Es gibt ja Leute, die glauben, dass überall gefährliche Graue Wölfe lauern. Jetzt habe ich sogar gleich zwei Organisationen gefunden, die sich selbst so nennen! Wenn das die WAZ sehen würde!!!“

https://hombergerstoerenfried.wordpress.com/2010/10/28/die-grauen-wolfe/

Der Verband der türkischen Kulturvereine in Europa (Avrupa Türk Kültür Dernekleri Birliği), Kurzform Avrupa Türk Birliği (ATB), ist die Europaorganisation der Partei der Großen Einheit (türkisch: BBP (Büyük Birlik Partisi)), einer islamistischen und rechtsextremen politischen Partei in der Türkei. … Der gegenwärtige Vorsitzende heißt Erol Yazıcıoğlu. …

Hakkı Öznur, stellvertretender Vorsitzender der Mutterpartei BBP, stellt dazu auf der Homepage des ATB fest:

„Unser Weg ist der Weg Gottes, unser Weg ist der Weg des Korans, unser Weg ist der Weg des [nationalen] Ideals.“

Der Koran wird nicht als bloßes Offenbarungsbuch verstanden, sondern wird in den Rang einer Verfassung erhoben. Die Geschichte der Menschheit wird als Kampf zwischen Gut und Böse aufgefasst, als Kampf zwischen dem Wahren (Hak) und dem Nichtigen (Batıl), zwischen Gott (Allah) und Teufel (Şeytan) oder als Kampf zwischen der „Nation des Islam“ (Millet-i İslamiye) und der „Nation des Unglaubens“ (Millet-i Küfriye).

Die Website des ATB enthielt ferner eine „Enzyklopädie der islamischen Jurisprudenz“ (İslam Fıkıh Ansiklopedisi). Einige Beispiele:

„Die Strafe für Ehebruch lautet für verheiratete Männer und Frauen auf Steinigung, für unverheiratete auf 100 Stockschläge.“

„Wenn er auf Abkehr [vom Islam] besteht und nicht Buße tut, wird er zum Tode verurteilt.“

Entsprechend dem muslimischen Selbstverständnis wird Rassismus jeder Art abgelehnt. Der ATB begreift die Türken als große Nation, die ihrerseits Teil der islamischen Umma ist.

http://de.wikipedia.org/wiki/Verband_der_t%C3%BCrkischen_Kulturvereine_in_Europa

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374. Beschneidungsverharmloser Mario Lichtenheldt

2. März 2014

Vorhautbuch ohne Vorhaut

Eine Kritik am Buch un-heil: Vorhaut, Phimose & Beschneidung. Zeitgemäße Antworten für Jungen, Eltern und Multiplikatoren (erschienen im März 2012) von Cees van der Duin (März 2014).

Typ Ia der FGM-Klassifikation der WHO ist die Amputation der Klitorisvorhaut, eine Form der Genitalverstümmelung, die wir selbstverständlich nicht legalisieren dürfen. Aber die Jungenbeschneidung zerstört im Vergleich zu FGM Typ Ia sehr viel mehr.

Vorhaut, foreskin, manche Menschen hören ein Wort und wiederholen es und denken dann nicht weiter … vielleicht liegt es am identischen Sound, am gleichen sprachlichen Klang Vorhaut, dass immer wieder weibliche und männliche Vorhaut kenntnislos und gedankenlos miteinander verglichen und als anatomisch letztlich gleiche Struktur bezeichnet werden, etwa bei Mario Lichtenheldt in un-heil (2012), der die männliche Vorhaut eher nur als eine Art Schutzkappe betrachtet, ohne sie als das Zentrum der männlichen Lust zu erkennen:

„wird Mädchen und Frauen im günstigsten Fall lediglich die Klitoris-Vorhaut entfernt, anatomisch vergleichbar mit der Vorhautbeschneidung beim Mann“ (Seite 154),

Das ist grundfalsch, denn gerade nicht die Eichel, sondern die männliche Vorhaut ist so sehr Quelle der Lust wie die Klitoris.

Eher schon die weibliche Vorhaut ist lediglich schützend, hier liegt Lichtenheldt für einen Augenblick richtig, um dann sofort die Bedeutung des Präputium für die männliche Sexualität zu verkennen:

„Deutlich gravierender [als FGM Typ Ia sowie als die MGM] ist eine Beschneidungsvariante, bei welcher der gesamte sichtbare Teil der Klitoris einschließlich ihrer schützenden Vorhaut sowie große Teile der inneren Schamlippen herausgeschnitten werden“,

ziemlich genau eine so hohe Schädigung aber tritt mit der Jahrhunderte alten jüdischen oder islamischen oder hundert Jahre alten US-amerikanischen Zirkumzision doch gerade sein, die Jungenbeschneidung schädigt so vergleichsweise genau sehr wie die Klitoridektomie oder die Amputation der kleinen Labien.

Zum neurotischen Elternwunsch auf verhinderte kindliche Selbstbefriedigung schreibt Lichtenheldt auf Seite 160, eigene Hervorhebung:

„Zwar hinderte eine gezielt schutzlos gemachte Eichel damals wie heute keinen Jungen dauerhaft daran, zu masturbieren“,

und wieder sei das hier schlicht übergangene, sozusagen sprachlich amputierte männliche Präputium eigentlich nichts anderes als eine Art Schutzkappe und der Besitz einer Eichel zum altersgemäßen Selbstbefriedigen und späteren partnerschaftlichen sexuellen Erleben völlig ausreichend – nein, in Wirklichkeit ist und bleibt die Vorhaut das, dem Sohn oder Enkel hoffentlich nicht beim Beschneiden amputierte, maskuline Lustorgan Nummer Eins. Ja sicher, beschnittene Jungen masturbieren natürlich auch, weil der Bedarf nach sexueller Erfüllung, einerlei ob man weiblich oder männlich ist, nicht zwischen den Beinen sondern zwischen den Ohren entsteht, allerdings tun sie das manchmal vergleichsweise verzweifelt und in jedem Fall sind zirkumzidierte Jungen am spontanen Selbstbefriedigen in vielerlei Hinsicht gehindert (evtl. ist Gleitmittel notwendig) und ist ihnen mit der Vorhaut lebenslang sehr viel an erotischer Lustempfindung geraubt worden und genau das haben wir Intaktivisten nach Möglichkeit zu verhindern.

Auch im Kontext mit dem deutschen Familien- und Strafrecht sowie nach dem angemessenen Zitieren (S. 175) der UN-Kinderrechtskonvention lesen wir auf Seite 180 nichts anderes als das dürre, staubtrockene:

„Der Verlust eines Körperteils, hier der Vorhaut“,

statt die Jungenbeschneidung sofort im Sinne von AEMR Artikel 5 als grausam (cruel) oder, sofern die Beschneidung unbetäubt geschah, zusätzlich als Folter (torture) zu bezeichnen, was 1989 in Anaheim richtig bewertet wurde.

Beispiele an Lichtenheldtscher anatomischer Unkenntnis bzw. des Verkennens der Bedeutung der Vorhaut als Zentrum der männlichen sexuellen Sensitivität:

„Wozu brauchen Jungen die Vorhaut? Die wichtigste Aufgabe der Vorhaut ist der Schutz der Eichel vor Austrocknung, Schmutz, Verletzungen, Infektionen, schädlichen Umwelteinflüssen und Sensibilitätsverlust“ (Seite 36), „Die Innenseite der Vorhaut ist extrem dicht mit Nervenendungen besetzt, genau wie die zarte Oberfläche der Eichel“ (Seite)

Physiologically, the clitoris is richly endowed with thousands of these specialized pressure-sensitive nerves and the clitoral foreskin is virtually bereft of them. The ridged band at the tip of the penile foreskin is richly endowed with thousands of these same specialized pressure-sensitive nerves and the glans is virtually bereft of them. Gary Harryman.

„Bei nicht beschnittenen Jungen aller Altersgruppen ist die Eichel oftmals so empfindlich, dass ihre direkte Berührung unangenehm bis schmerzhaft sein kann“ (Seite 47)

Eben, bis auf die schmale Zone am Sulcus enthält die relative nervenarme Eichel – im Gegensatz zur männlichen Vorhaut! – keine Rezeptoren, die dem Gehirn sexuelle Lust auch nur signalisieren könnten. Soweit in der Eichel überhaupt Signale entstehen, sind das also die mit „unangenehm bis schmerzhaft“ genannten.

„Die Eichel ist sehr empfindlich, ungefähr wie deine Zunge. Deshalb hat die Eichel eine kleine ‚Mütze‘ aus Haut. … Die Vorhaut schützt die Eichel vor Verletzungen.“ (Seite 52)

Wie deine Zunge steht da und der Leser darf sich die eine Lebensqualität in der Tat erhöhenden Geschmacksrichtungen süß, salzig, sauer oder bitter vorstellen, denn solcherlei umfangreiche Wahrnehmungsfähigkeit, suggeriert Lichtenheldt, habe diese wunderbar sensitive Eichel (und die Vorhaut eben angeblich nicht, die diene lediglich dem Eichelschutz vor Beschädigung). Ein Lobgesang auf die Glans des engagierten Eichelschützers, der die Vorhaut wie versehentlich einmal mehr in den Raum des Entbehrlichen rückt.

„Doch Kellogg ging es keineswegs nur um Schmerz und Strafe! Die Beschneidung zielte vielmehr – wie auch bei der weiblichen Genitalverstümmelung – auf die Zerstörung der Fähigkeit ab, sexuelle Lust zu empfinden. Als Arzt wusste er ganz genau, dass die fehlende Vorhaut eine bleibende Desensibilisierung der nunmehr schutzlosen Eichel nach sich zieht.“ (Seite 160)

Wer weibliche und männliche Genitalverstümmelung vergleicht, was kinderrechtlich wie anatomisch geboten ist, muss von Klitoris und männlicher Vorhaut sprechen und nicht von einer desensibilisierten Eichel, welcher durch die Zirkumzision so etwas wie die schützende Haube abhanden gekommen sei.

Wie ein roter Faden zieht sich das für jeden ernsthaften politischen Kampf gegen die männliche Genitalverstümmelung untragbare Verkennen oder Verschweigen der Bedeutung des Präputium durch das Buch un-heil. Das Übergehen anatomischer Fakten ist für das politische Anliegen der weltweiten Bewegung der Intaktivisten und aller anderen Kinderrechtler ausgesprochen schädlich, weil der beschnittene Junge so dargestellt wird, als habe er eigentlich gar keinen Nachteil erlitten.

Beschneidungsverharmloser Lichtenheldt über den vorhautamputierten Jungen:

„Er kann lernen, die schier unendliche Vielfalt von Sinneswahrnehmungen bewusster und dadurch intensiver zu erleben“

– na dann ist ja alles ok und wir können die Kinder beschneiden lassen, könnten unsere Politiker hieraus schließen, der Junge und später Mann „kann lernen“ und ihm ist die „schier unendliche Vielfalt“ sexueller Lust durch die Sünnet oder Brit mila ja gar nicht verschlossen worden.

Bei einer solchen Verzerrung von Tatsachen der Anatomie kann jeder Mohel, Sünnetci oder durch die AAP fehlgeleitete amerikanische Arzt ja seelenruhig weiter verstümmeln. Eine derartig fehlerhaft verstandene Anatomie untergräbt den gebotenen Standard von ärztlicher Kunst, ärztlichem Aufklärungsgespräch und eventuellem kindlichem oder jugendlichem Mitentscheiden.

Springen wir zu Seite 135 zurück. Wenn nicht beschnittene Jungen masturbieren, so meint es der Autor:

„Dabei stimulieren sie sowohl die zarte, nervenreiche Oberflächenschleimhaut der Eichel, als auch die empfindliche Innenseite der Vorhaut“

– Einspruch. Das seit Jahrtausenden zielsicher amputierte Organ wird durch Lichtenheldt lediglich als „empfindlich“ etikettiert womit doch vielleicht Untertöne von nicht belastbar (geht sowieso schnell kaputt, war halt empfindlich) bis überempfindlich (das war nervend empfindlich, empfindlich störend) mitschwingen, während der Eichel die zwei Attribute „zart“ und „nervenreich“ angedichtet werden, als ob der Glans penis denn nicht durch die auf die Beschneidung allmählich erfolgende Keratinisierung (Verhornung) gerade ihre Zartheit unweigerlich verloren gehen würde und die mit dem Präputium amputierten bis zu 20.000 überwiegend spezialisierten Nervenenden (einschließlich Meissner-Körperchen, Vater-Pacini-Körperchen, Ruffini-Körperchen und Merkel-Zellen) auch nur ein annäherndes Pendant in der pauschal „nervenreich“ beschworenen Eichel hätten.

Weiter auf der Folgeseite:

„Stimuliert werden auch das Vorhautbändchen an der Unterseite der Eichel“,

leider schweigt un-heil dazu, dass es auf das ziemlich eichelferne und höchst vorhautnahe Frenular Delta (McGrath 2001) ankommt und auf die Frage, ob dieses beim Beschneidungsvorgang überhaupt erhalten bleibt.

Mindestens implizit wiederholt wird dieser Denkfehler auf Seite 163 als:

„die hochsensible Eichel“

nämlich unter – gezielter? – Auslassung der – sehr viel mehr – „hochsensiblen“ Strukturen der Vorhaut, hier wären stets vor allem Gefurchtes Band und Frenulares Delta zu nennen. Auch im Kontext der beiden Seiten 162 und 163 verschweigt der Autor von un-heil, dass nicht die Eichel, sondern genau und nur die Vorhaut jene ungefähr 20.000 Nervenenden und Tastkörperchen enthält, die für den größten Teil der anatomisch möglichen lustvollen sexuellen Empfindung des Mannes verantwortlich sind; die nicht keratinisierte Eichel empfindet zwar, aber sie empfindet das Getastete eher sehr grob und verschwommen sowie von ihrer nervlichen Natur aus als durchaus unlustvoll bis schmerzhaft.

Ist die Vorhaut weg ist das Hauptorgan der männlichen Lustwahrnehmung weg und insofern ist gerade die Eichel eben nicht das „Sensibelchen“ (Lichtenheldt Seite 19 Die Eichel – Sensibelchen in Violett). Nein, die Vorhaut ist das „Sensibelchen“ – gewesen, nämlich vor der Beschneidung, die Eichel hingegen verliert im Laufe der Jahre und der Verhornung viel von ihrer naturgemäß ohnehin geringen, nämlich mit entsprechenden Rezeptoren nur in einer schmalen Zone dicht an der Kranzfurche (Sulcus coronarius) vorhandenen erogenen Sensitivität.

Eine Eichelbemerkung haben wir noch vorzunehmen, die nach der Farbe, welche Mario Lichtenheldt vielleicht poetisch als violett pauschalisiert. Auch die Farbe der von Natur aus nahezu als ein inneres Organ vorgesehenen Eichel ändert sich beim Beschneiden – und zwar im Sinne eines Grau- oder Stumpfwerdens (discoloration). Dieser Farbverlust wird einerseits durch das Wegreißen der im Baby- und Kindesalter naturgemäß angewachsenen Vorhaut begünstigt (Hautschädigung) und verstärkt sich andererseits im Laufe der Lebenszeit (Keratinisierung). Mindestens bei allen Männern, bei denen die etliche Jahre nach der Beschneidung violett wirkende Eichel bei intakt gebliebener Vorhaut rot oder rosa hätte sein müssen, wäre das im Buch un-heil ausweichend verkitschte Violett eine Folge der akuten Hautzerstörung oder ein Symptom für den sukzessive steigenden Sensitivitätsverlust. Auf der hauttypbedingt (Pigmentierung) wahrscheinlichen, farblich annähernd sicheren Seite bleibt der Autor von un-heil, indem er nicht von Sensibelchen in Rot oder Sensibelchen in Rosa redet.

Fazit zum Vorhautbuch ohne Vorhaut.

un-heil: Vorhaut, Phimose & Beschneidung. Zeitgemäße Antworten für Jungen, Eltern und Multiplikatoren verkennt vollständig die hohe sensitive, sexuelle und partnerschaftliche Bedeutung des männlichen Präputiums und damit die Menschheitskatastrophe ihrer mit der Schamlippenamputation ebenso wie mit der Klitoridektomie sehr wohl vergleichbaren rituellen Zerstörung. Das Buch motiviert deshalb nicht ausreichend zu dem, worum es Kinderrechtlern und Gesundheitserziehern gehen muss, nämlich zum Kampf um ihren Erhalt und ist daher für Jungen und ihre Eltern sowie für Lehrer, Jugendarbeiter und besonders Jungenarbeiter keinesfalls zu empfehlen.

Cees van der Duin

Q u e l l e n

What he ENTIRELY MISSED, is that the foreskin, NOT the glans is the most sexually sensitive portion of the male genitalia.

http://community.babycenter.com/post/a735045/circumcision?cpg=73&csi=2020834937&pd=7

Die Vorhaut, nicht die Eichel, ist der für leichte Berührung sensibelste Teil des Penis.

http://flexikon.doccheck.com/de/Sexuelle_Auswirkungen_der_Zirkumzision

We now know that the foreskin, not the glans, is the most sensitive part of the entire penis, and that removing it takes away three quarters of the pleasure a man has during sexual intercourse. He can no longer „glide“ but has to „thrust“ — which causes friction and makes it less pleasurable for his partner as well. (Female partners of intact men are more likely to experience vaginal orgasm).

http://old.richarddawkins.net/users/173413/comments

Neurologically, the most specialized pressure-sensitive cells in the human body are Meissner’s corpuscles for localized light touch and fast touch, Merkel’s disc cells for light pressure and tactile form and texture, Ruffini’s corpuscles for slow sustained pressure, deep skin tension, stretch, flutter and slip, and Pacinian corpuscles for deep touch and detection of rapid external vibrations. They are found only in the tongue, lips, palms, fingertips, nipples, and the clitoris and the crests of the ridged band at the tip of the male foreskin. These remarkable cells process tens of thousands of information impulses per second and can sense texture, stretch, and vibration/movement at the micrometre level. These are the cells that allow blind people to „see“ Braille with their fingertips. Cut them off and, male or female, it’s like trying to read Braille with your elbow.

Physiologically, the clitoris is richly endowed with thousands of these specialized pressure-sensitive nerves and the clitoral foreskin is virtually bereft of them. The ridged band at the tip of the penile foreskin is richly endowed with thousands of these same specialized pressure-sensitive nerves and the glans is virtually bereft of them. (…)

Gary Harryman

https://ms-my.facebook.com/shareyoursexknowledge/posts/652188514794501

Ich habe Deine Ausführungen zur weiblichen Genitalverstümmelungen im Bundestag gehört und finde sie sehr richtig. Es ist jedoch eine medizinische Fehlinformation, die in fast allen Fraktionen vorhanden ist, dass die Vorhaut des Penis anders gebaut sei als beispielsweise die Labien (kleinen Schamlippen) einer Frau. Dieser Irrtum entsteht wahrscheinlich dadurch, dass Beschneidungen an Jungen häufiger und wegen überalterter medizinischer und traditoneller Vorstellungen auch akzeptierter sind. Das bedeutet aber nicht, dass sie folgenärmer wären. Sowohl Vorhaut als auch Labien haben eine sehr hohe Dichte verschiedener Tast-Körperchen. Das sind spezialisierte Sinneszellen. Dass beide Gewebe gleich aufgebaut sind liegt daran, dass bei der Entwicklung eines Embryos im Mutterleib lediglich das Vorhandensein des Y-Chromosoms bestimmt wie die Form des äußeren Geschlechtsorganes aussieht. Aber eben nur die Form, nicht zwingend die Funktion. Zur Ausbildung der Form wird das gleiche Gewebe benutzt weswegen auch dessen Aufbau gleich ist. Ein Gewebe, das voll mit diesen Tast-Körperchen ist, ist hochempfindlich und erogen. Egal ob es Labie oder Vorhaut heißt. Die Empfindlichkeit beider übertrifft die von Lippen oder Fingerkuppen um ein Vielfaches und [diese] bilden damit mit die wichtigsten erogenen Zonen von Mann und Frau. Es ist also keinesfalls zynisch oder unsachlich, wenn die Gegner der Beschneidung darauf hinweisen, sondern Stand der modernen Medizin, den jeder Medizinstudent in der Vorklinik lernt. (…)

Tanja Hindemith

http://ratgebernewsblog2.wordpress.com/2012/07/20/beschneidungsdebatte-fehlinformationen-ohne-ende/

Auf der Seite Beschneidung von Jungen:

Verluste durch die Beschneidung

Das Gefurchte Band

Die wichtigste erogene (sexuell empfindliche) Zone des männlichen Körpers. Der Verlust dieses feinen Bändchens aus dicht mit Nerven besetztem, sexuell empfindlichen Gewebe verringert die Intensität und Fülle des sexuellen Empfindens

[Taylor, J. R. et al., „The Prepuce: Specialized Mucosa of the Penis and Its Loss to Circumcision,“ British Journal of Urology 77 (1996): 291-295.]

P. M. Fleiss, MD, MPH, „The Case Against Circumcision,“ Mothering: The Magazine of Natural Family Living (Winter 1997): 36-45.]

Das Frenulum [Anm.: Frenulum und Frenulares Delta, hier nämlich das Delta]

Die hochgradig erogene V-förmige, netzartige Verbindungsstruktur an der Unterseite der Eichel, die oft zusammen mit der Vorhaut amputiert oder durchtrennt wird. In beiden Fällen wird die Funktion des Frenulums und damit sein Potential für sexuelles Vergnügen zerstört.

[1. Cold, C, Taylor, J, „The Prepuce,“ BJU International 83, Suppl. 1, (1999): 34-44. 2. Kaplan, G.W., „Complications of Circumcision,“ Urologic Clinics of North America 10, 1983.]

http://www.beschneidung-von-jungen.de/home/argumente-gegen-beschneidung/verluste-durch-die-beschneidung.html

http://en.wikipedia.org/wiki/Frenular_delta

McGrath K. The frenular delta: a new preputial structure. In: Denniston GC, Hodges FM, Milos MF, editors. Understanding Circumcision: A Multi-Disciplinary Approach to a Multi-Dimensional Problem. New York: Kluwer/Plenum; 2001. p. 199-206.

http://www.cirp.org/library/anatomy/mcgrath1/

Cutting the frenulum or the frenular artery has the potential to reduce the blood flow to the meatus (ischemia) and may result in meatal stenosis (development of scar tissue reducing the size of the meatus) which can have an impact in the ability to urinate, may cause infections and may require surgery in order to repair.

Sorrells et al, 2007, referred to the damage to the frenulum in these words: „In conclusion, circumcision removes the most sensitive parts of the penis and decreases the fine-touch pressure sensitivity of glans penis. The most sensitive regions in the uncircumcised penis are those parts ablated by circumcision. When compared to the most sensitive area of the circumcised penis, several locations on the uncircumcised penis (the rim of the preputial orifice, dorsal and ventral, the frenulum near the ridged band, and the frenulum at the muco-cutaneous junction) that are missing from the circumcised penis were significantly more sensitive.“

http://damagefromcircumcision.blogspot.de/p/blog-page.html

Fine-touch pressure thresholds in the adult penis

Morris L. Sorrells,

James L. Snyder,

Mark D. Reiss,

Christopher Eden,

Marilyn F. Milos,

Norma Wilcox,

Robert S. Van Howe

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1464-410X.2006.06685.x/full

Universal Declaration on Circumcision, Excision, and Incision

WHEREAS, the General Assembly of the United Nations on December 10, 1948 adopted and

proclaimed the UNIVERSAL DECLARATION OF HUMAN RIGHTS; and

WHEREAS, said Declaration affirms to „strive by teaching and education to promote respect for these rights and freedoms and by progressive measures, national and international, to secure their universal and effective recognition and observance…;“

WHEREAS, Article 2 of said Declaration affirms that „Everyone is entitled to all the rights and freedoms set forth in this Declaration without distinction of any kind, such as race, colour, sex, language, religion, political or other opinion, national or social origin, property, birth or other status;“ and

WHEREAS, Article 5 of said Declaration affirmst that: „NO ONE SHALL BE SUBJECTED TO TORTURE OR TO CRUEL, INHUMAN OR DEGRADING TREATMENT OR PUNISHMENT;“ and

WHEREAS, the practice of medically unnecessary surgical circumcisions, excisions and incisions on male and female genitalia that are conducted:

a. without anesthesia, inflicts incalculable pain and human suffering, constitutes and act of TORTURE within the terms of Article 5 of the Universal Declaration of Human Rights; and

b. with anesthesia, constitutes and „act of cruel, inhuman and degrading treatment“ within the terms of Article 5 of the Universal Declaration of Human Rights; and

WHEREAS, other forms of male and female genital mutilation that are conducted as a matter of social and religious custom, e.g. as in „ritual rites of passage,“ constitute acts of „TORTURE (AND) CRUEL, INHUMAN OR DEGRADING TREATMENT OR PUNISHMENT“ within the language of Article 5 of the United Nations Universal Declaration of Human Rights; and

WHEREAS, the above violations of Articles 2 and 5 of the Universal Declaration of Human Rights frequently involves helpless newborns and adolescents—religious and social customs notwithstanding;

http://montagunocircpetition.org/univ_declaration.pg

Allgemeine Erklärung zu Beschneidung (Zirkumzision), Ausschneidung (Exzision) und Einschneidung (Inzision)

IN ANBETRACHT DESSEN, dass die Generalversammlung der Vereinten Nationen am 10. Dezember 1948 die ALLGEMEINE ERKLÄRUNG DER MENSCHENRECHTE angenommen und verabschiedet hat; und

IN ANBETRACHT DESSEN, dass die genannte Erklärung bekräftigt, dass „durch Unterricht und Erziehung die Achtung vor diesen Rechten und Freiheiten zu fördern und durch fortschreitende nationale und internationale Maßnahmen ihre allgemeine und tatsächliche Anerkennung und Einhaltung zu gewährleisten“ sind;

IN ANBETRACHT DESSEN, dass Artikel 2 der genannten Erklärung bekräftigt, dass „jeder […] Anspruch [hat] auf die in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten ohne irgendeinen Unterschied, etwa nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Überzeugung, nationaler oder sozialer Herkunft, Vermögen, Geburt oder sonstigem Stand“; und

IN ANBETRACHT DESSEN, dass Artikel 5 der genannten Erklärung bekräftigt dass: „NIEMAND […] DER FOLTER ODER GRAUSAMER, UNMENSCHLICHER ODER ERNIEDRIGENDER BEHANDLUNG ODER STRAFE UNTERWORFEN WERDEN [DARF]“; und

IN ANBETRACHT DESSEN, dass die Durchführung von medizinisch unnötigen Beschneidungen (Zirkumzisionen), Ausschneidungen (Exzisionen) und Einschneidungen (Inzisionen) an männlichen und weiblichen Genitalien, die vorgenommen werden:

a. ohne Betäubung, unermeßliche Schmerzen und menschliches Leiden verursacht und somit einen Akt der FOLTER im Sinne von Artikel 5 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte darstellt; und

b. mit Betäubung, einen Akt der „grausamen, unmenschlichen oder erniedrigenden Behandlung“ im Sinne von Artikel 5 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte darstellt; und

IN ANBETRACHT DESSEN, dass andere Formen der männlichen und weiblichen Genitalverstümmelung, die als Bestandteil von soziokulturellen und religiösen Bräuchen vorgenommen werden, z.B. in Form von „Initiationsriten“, Akte von „FOLTER [UND] GRAUSAMER, UNMENSCHLICHER ODER ERNIEDRIGENDER BEHANDLUNG ODER STRAFE“ im Sinne von Artikel 5 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen darstellen; und

IN ANBETRACHT DESSEN, dass die oben genannten Verletzungen von Artikel 2 und 5 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte häufig hilflose Neugeborene und Heranwachsende betreffen—ungeachtet religiöser und sozialer Bräuche;

http://montagunocircpetition.org/univ_declaration.pg?lang=de

In intact European males, the glans ranges in color from pink to dark purple, while in dark skinned men it ranges from pink to dark brown. Infant circumcision, carried out when the glans is adherent to the foreskin, results in scarring, pitting, and discoloration of the surface of the glans and, over the years, increasing keratinization is likely to lead to further loss of natural color (Fleiss, 1997).

http://www.circinfo.org/Warren.html

The glans ranges from pink to red to dark purple among intact men of Northern European ancestry, and from pinkish to mahagony to dark brown among intact men of Color. If circumcision is performed on an infant or young boy, the connective tissue which protectively fuses the foreskin and glans together is ripped apart. This leaves the glans raw and subject to infection, scarring, pitting, shrinkage, and eventual discoloration. Over a period of years the glans becomes keratinized, adding additional layers of tissue in order to adequately protect itself, which further contributes to discoloration. (Fleiss, 1997)

http://www.norm.org/lost.html

Pflege erhebliche Lautstärke in der Jungenbeschneidungsdebatte, schweig fein still zu gefurchtem Band oder frenularem Delta:

„das physiologische Äquivalent zur Jungenbeschneidung, nämlich die Entfernung der Klitorisvorhaut“

Dr. Meike Beier & Mario Lichtenheldt am 05.07.2012

http://manndat.de/geschlechterpolitik/stellungnahme-zum-kolner-beschneidungsurteil.html

Der Arbeitskreis Kinderrechte der Giordano-Bruno-Stiftung besteht aus Personen wie:

Mario Lichtenheldt, RA Walter Otte, Prof. Dr. Holm Putzke, Dr. Michael Schmidt-Salomon, Dr. Meike Beier

http://pro-kinderrechte.de/impressum/

359. German Youth Movement

19. November 2013

حركة الشبيبة الألمانية

Ḥarakat aš-Šabība al-Almāniyya

German Youth Movement

Deutsche Jugendbewegung

Besucher in Kluft

Im äußersten Nordosten Hessens, hoch über dem die Grenze zu Thüringen bildenden Fluss Werra liegt die sicherlich bekannteste deutsche Jugendburg. Der am 10.11.2013 von Burg Ludwigstein publizierte Brief an die Bünde. Trennung für ein Jahr – Aufarbeitung! ist ein eindrucksvolles Dokument der jugendbewegt-bündischen Reflexionsabwehr einer vorgeworfenen Nähe zum rechtsextremen Lager, ein Nebelwurf und um die Sache Herumreden.

Der im Oktober 2013 erhobenen, ziemlich berechtigten Kritik an dem offene Burg genannten Konzept einer Kooperation mit vier wohl tatsächlich eher dem völkischen oder neurechten Lager zuzurechnenden Bünden weicht der Text mit einer Kette kunstvoller Auslassungen und Irreführungen aus. Das verdient durch Übertreibung klärende Zwischenrufe.

Mit dem hauptsächlichen Thema des Blogs Eifelginster, dem Islam, hat der kritisierte Text auf den ersten Blick wenig zu tun (mit der Akzentsetzung des Blogs auf das Pfadfindertum sehr wohl). Doch verhindern einflussreiche, die Begriffe Jugendbewegung wie Jugendarbeit beinahe definierende und zwischen Hochschulsälen, Kirchengremien, Stadtjugendringen und Sozialministerien ihre Pfründe sichernde Eliten das faktennahe Reden auch über die Scharia.

Spöttisch im Ton und ernst in der Hoffnung auf ein burgseitiges Aufarbeiten der völkischen und neurechten Ludwigsteiner Verstrickungen.

Von Cees van der Duin.

Liebe Bünde der Jugendbewegung,

liebe Burgfreunde,

die Ereignisse der letzten beiden Wochen haben uns hart getroffen.

Was vierzehn Tage so alles kaputtmachen können. Die völkisch bis neurechts bereicherten Jahrzehnte vorher sind vergleichsweise nicht der Rede wert und verliefen ja auch ganz harmonisch.

Dann die schlimme Kunde: „Hessisches Sozialministerium friert Burg Ludwigstein sämtliche Fördermittel ein.“ Vierzehn Tage lang haben wir sehr gelitten, das müsste euch eigentlich ebenfalls weh tun. Oder seid ihr so herzlos?

Das Krisenmanagement nach allen Seiten hat uns an unsere Grenzen geführt.

Wir sind die geborenen Krisenmanager. Und wir sind am Ende unserer Kräfte. Wer uns jetzt noch quält, ist ein ganz Schlimmer.

Manches ist dabei sicher nicht optimal gelaufen, …

Was soll das, wer arbeitet macht Fehler, …

aber es gab dabei oft keine Handlungsalternative.

… Kritik an uns ist nicht hilfreich.

Wir machen das so. Anders geht meistens gar nicht.

Nach den von Jesko W. veröffentlichen Anschuldigungen im Blogartikel …

Dieser ungehemmt redende Artikelschreiber ist an allem schuld, nicht unsere Kontakte zu den alten Völkischen und Neuen Rechten. Wir sagen ja gar nicht, dass der Blogbetreiber von Rechte Jugendbünde auf der Ebene der Sachargumente Unrecht hat.

Doch ein allzu viel veröffentlichender Textmacher bringt das Elend. Die Blogger sind unser Unglück!

Sagt selbst, Sangesfreunde: Sachargumente sind seelenlos.

… erhielten wir auf der Burg, ebenso wie das Hessische Sozialministerium, zahlreiche Unterstützerschreiben.

Zarte Liebesbriefe bekamen wir und zackige Treuebekundungen. Wie sich das gehört.

Viele mögen uns. Gehöre auch du dazu. Reih dich ein in die Ludwigsteineinheitsfront. Mit Gildenschaftern, Freibündern, Gesellen und Mädchenwanderbund.

Aber jetzt müssen wir ernst werden, denn es gibt auch ausgesprochen unerwünschte Post:

Es fanden aber auch sehr kritische Stimmen ihren Weg zu uns.

Das war abscheulich! Das geht schon mal gar nicht!

Die Dynamik zwischen Befürwortern und Kritikern der offenen Burg war immens …

So viel Wirbel und Her und Hin, einfach nur turbulent.

Dynamisch halt, aber auch irgendwie sehr lebendig.

Im Auge des Orkans die ewige Burg. Eure Burg.

… und hat dem Burgbetrieb und dem ehrenamtlichen Stiftungsvorstand sehr viel Kraft und Zeit gekostet.

Wir leiden für euch, verschwenden Schweiß und Lebenszeit. Dafür solltet ihr uns dankbar sein.

Wesentliche Teile der täglichen Arbeit blieben liegen.

Seht ihr? Ja. So viel liegengeblieben. Dieser ganze Haufen da.

Die Kritiker des Konzepts offene Burg machen uns die alltägliche Arbeit kaputt.

Die starke Polarisierung um die Definition, wer jugendbewegt ist und wer nicht, …

Freibund, Fahrende Gesellen, Mädelwanderbund und Gildenschaft sind jugendbewegt oder jedenfalls ludwigsteinbewegt.

Was soll dieses unmenschliche Polarisieren?

… hat mit dem Ludwigstein einen Kristallisationspunkt erhalten, …

Wie ungerecht, wie 1938 irgendwie. Es hätte doch jemand anderen treffen können. Zum Drumherum-Auskristallisieren. Die Naturfreunde zum Beispiel oder die Georgspfadfinder oder die Antifa.

Stattdessen kristallisiert von hier etwas aus, nur weil wir die Völkischen und Neurechten so gerne freundschaftlich beherbergen. Dieser zerstörerische Kristallmittelpunkt.

Dieser kaputtmachende Kristallisationspunkt …

… welcher der Burg massiven Schaden zugefügt hat.

Wenn wenigstens die Pressefritzen geschwiegen hätten.

Jetzt alles voll von Kristall hier in Hessen, schlimm kristallin.

Wir sind die Opfer. Heute vor 75 Jahren war Kristallnacht.

Die Burg will Ort der Begegnung sein, kein Schauplatz von Grabenkämpfen.

Habt ihr das noch nicht kapiert? Völkische und Neurechte rein, Grabenkämpfer raus!

Ihr müsst die Kämpfer verhindern und die Gräben integrieren.

Die Klüfte integrieren. In Kluft versteht sich. Besucher in Kluft.

Wenn beispielsweise von einem bunten Singewettstreit mit Konzert, Workshops, moldawischen Pfadfindern und 500 Bündischen am Ende nur die Diskussion um eine diffamierende Äußerung auf dem Parkplatz bleibt, ist ein Schlusspunkt erreicht.

So grotesk aufgebauscht wurde diese Parkplatzlappalie. Welche eigentlich?

Egal. Hauptsache nie wieder. Jetzt ist Ende der Fahnenstange.

Schluss jetzt! Wir sind am Schlusspunkt. Gemeinsam versteht sich.

Alle zusammen am Punkt.

Uns allen wurde klar, dass der andauernde Konflikt um das Zugangsrecht der Bünde zur Burg einer einvernehmlichen Lösung bedarf. … Aus diesem Grund möchten wir diese Fragestellung an die Bünde zurückgeben.

Macht einfach. Redet ein bisschen. Und verpflichtet euch anschließend auf immer zum Schweigen.

Unser Beschluss vom ersten Novemberwochenende, Burg und Bünde für ein Jahr zu trennen, sichert allen Beteiligten die dafür notwendige Zeit.

Besucher in Kluft sind in den nächsten 12 Monaten auf der Burg nicht willkommen.

Pfadfinder bzw. Waldjugend sind solche Besucher in Kluft und Völkische oder Neurechte sind ebenfalls Besucher in Kluft.

Unsere Gruppenkleidung, unsere bunte Kluft überbrückt jede Kluft.

Letztlich bilden sie ein untrennbares Ganzes, die Gemeinde der Besucher in Kluft.

Diese Entscheidung war eine sehr schwere, …

Moment, welche Entscheidung doch gleich? Ach ja, Burg und Bünde zu trennen.

Wie gesagt, wir haben sehr gelitten – für euch.

Ihr wagt es da noch undankbar sein?

… besonders weil es diejenigen am allerhärtesten trifft, die sich mit ihrem Engagement für den Enno-Narten-Bau, das Beräunertreffen, die Bauhütten und vielen weiteren Veranstaltungen sehr stark mit der Burg identifizieren.

Du identifizierst dich mit dem Ludwigstein, so gib es nur zu. Und der Freund der alten Artamanen oder der Leser von Junge Freiheit oder Blaue Narzisse identifiziert sich auch mit dem Ludwigstein. Beide mauern oder beräunern. Warum wollt ihr kein gemeinsames Singefest?

In den letzten Jahren ist eine Verbundenheit zwischen Bünden und der Burg entstanden, wie sie es in der Burggeschichte schon lange nicht mehr gegeben hat.

Hundert Jahre Aufbauleistung und dann das.

Diese traute Wärme und dann diese Kritiker.

Das muss sich wieder normalisieren. Bald nur noch gemeinsames Singen. Und vorher eine überbündische Schlusstrichdebatte am gemeinsamen Schlusspunkt.

Ohne Euch ist die Burg nur eine Herberge – wir wollen, dass Ihr wiederkommt!

Ohne singendes Miteinander von Wanderverein und Germanophilie, Pfadfinderzeltlager und konservativer Revolution droht der lebendigen Jugendburg der grausige Hotelbetrieb, die Herbergswerdung.

Scouts, Waldorfer und Gegenmodernisten, Spaßkulturelle und Deutschlandverherrlicher – wir wollen, dass Ihr wiederkommt!

Auch wir als Burgverantwortliche in den einzelnen Gremien wollen die vergangenen Jahre mit Hilfe professioneller Unterstützung aufarbeiten.

Das Ergebnis ist euch oder uns dann transparent oder auch nicht.

Vertraut uns einfach. Wir können professionell.

Wir möchten für uns und unsere Mitarbeiter ein Ort sein, der über Stabilität verfügt, ein Begegnungsort, der nicht jederzeit durch persönliche Meinungsverschiedenheiten gefährdet ist.

Scharfgeistiges Gespräch macht dieses organisch wachsende Stabile bekanntlich kaputt.

Stabilität wächst von Mensch zu Mensch. Und Jugendburg ist Begegnungsort. Das kann man nicht erklären, das muss man erlebt haben.

Bis Ende nächsten Jahres wünschen wir uns, über ein tragfähiges Konzept zum Erhalt der Burg als jugendbewegte Begegnungsstätte zu verfügen, welche den Blick über den Tellerrand ermöglicht …

Wer nicht mit den Freunden von Junge Freiheit und Blaue Narzisse bündisch feiern will, ist ein geistiger Gartenzwerg.

Wir wollen die tellerrandlose Burg, die den Blick freigebende Burg, die stabil ist und …

… und frei vom Verdacht bleibt, politischen Extremismus zu tolerieren.

Seht ihr, dieses Ergebnis der Verdachtsfreiheit steht dabei ja eigentlich jetzt schon fest. Wir reden trotzdem mit euch. So sind wir.

Aber dann endlich Schluss mit jedem Verdacht.

Was bedeutet nun aber die Trennung von Bünden und Burg für ein Jahr genau? Wenn jemand auf Durchreise in Kluft zu Besuch kommen will, muss er sich nicht am Burgberg umziehen.

Psst, alles einfach weiter wie bisher. Mit Mädchenwanderbünderinnen, Freibündern, mit Gilde und Gesellen Tag für Tag kämpfen für die engagierte Trennung von Bünden und Burg.

Und innerlich müssen wir alle diese Trennung spüren, alle miteinander ein ganzes Jahr lang.

Ein Jahr genau. Das ist hart. Ein Jahr lang fallen sich Bünde und Burg schluchzend in die Arme. Zur intensiv gespürten Trennung von Bünden und Burg.

Es geht schlicht darum, dass es für ein Jahr keine Veranstaltungen von Pfadfinder-, Wandervogel-, Jungenschafts- und anderen jugendbewegten Gruppen gibt.

Ihr werdet schon vorher zu uns zu Kreuze kriechen und um Gnade betteln und geloben, nie wieder dieses verstörend unromantische Buch „Wer trägt die schwarze Fahne dort…Völkische und neurechte Gruppen im Fahrwasser der Bündischen Jugend heute zu lesen.

Wir bitten Euch um die Respektierung dieses Beschlusses.

Und zwar auf der Stelle. Wir könnten es natürlich auch befehlen. Aber das klingt nicht so nett.

Also sagen wir bitte bitte. Genau.

Danke.

Augenzwinkern, Zaunpfahlwinken, kleiner Umgehungstrick:

Das Archiv der deutschen Jugendbewegung bleibt von der Regelung ausgenommen. Gruppen oder Einzelpersonen, die im Archiv forschen oder tagen wollen, können sich auch auf der Burg als Übernachtungsgäste einmieten.

… einfach ein bisschen auf Archivarisch machen und die Ludwigsteinparty kann wie gewohnt steigen.

Ebenso wird die Arbeit des überbündischen Arbeitskreises „Schatten der Jugendbewegung“ weiterlaufen. Dessen Veranstaltungen werden während dieses einen Jahres allerdings nicht auf der Burg stattfinden. Veröffentlichungen, Informationen und Kontakte dazu werden aber weiterhin auf der Homepage der Jugendburg einsehbar sein.

Und der AK klärt nur auf zu sexuellem Missbrauch in der Bündischen Jugend.

Denn einen überbündischen Arbeitskreis „Braune Schatten der Jugendbewegung“ wird es nicht geben, damit das mal ganz klar ist.

Nun zu den Personalfragen.

Darüber hinaus hat es in den vergangenen Tagen noch zwei Neuerungen im Stiftungsvorstand gegeben: Eva E. wird nicht wie geplant ausscheiden, …

… hat sich jemand zu früh gefreut?

Keiner. Geht doch.

… sondern bleibt als Vorsitzende weiterhin dabei. Kani (Juliane P.) aus dem Wandervogel Uelzen ist in dieser Situation als neues Vorstandsmitglied hinzugekommen. Mit ihr hat die Jugendbewegung eine weitere Stimme im Vorstand – das ist gerade jetzt besonders wichtig.

Jetzt in diesen schweren Zeiten der Trennung für ein Jahr.

Wir haben versprochen, die Burg für die Bünde offen zu halten …

… aber nicht vergessen diese Trennung, diese Trennung für ein Jahr …

und wir werden als Burgverantwortliche daran arbeiten, einen Weg zu finden, um unser Versprechen einzuhalten.

Wenn ihr nicht kuscht und das Konzept von der offenen Burg absegnet sperren wir euch halt ein weiteres Jahr lang aus. Das wollt ihr doch nicht?

Ok. Versuchen wir es im Guten. Der Sozialminister wird die Fördergelder nicht ein zweites Mal einfrieren.

Und wir bitten Euch, dieses Jahr zu nutzen, um Euren Weg zu finden.

Und ihr wisst es doch, der Weg ist das Ziel. Der Weg der Fördergelder hinauf zu uns. Und der Weg von euch Kinderlein hinauf zu uns.

Der Ludwigsteinweg. Mit Deutschem Mädchenwanderbund, Deutscher Gildenschaft, Fahrenden Gesellen – Bund für Deutsches Leben und Wandern und mit dem Freibund – Bund Heimattreuer Jugend.

10. November 2013

Duzen wir uns nun in der großen Familie der Besucher in Kluft.

Wir bieten euch das jugendbewegte bis völkisch bewegte Du an:

Eva, Roland, Jörg, Alex, Kani für die Stiftung

Holger für das Kuratorium

Selmar für den Burgbetrieb

Stephan für die Jugendbildungsstätte

Ein ehemaliger Burgbesucher beendet seinen Sarkasmus.

Cees van der Duin

357. Braune Schatten über Burg Ludwigstein

10. November 2013

ואנדרפוגל

Вандерфо́гель

Wandervogel

Quo vadis, Ludwigstein?

Zu den neurechten bzw. alten völkischen Umtrieben an Deutschlands berühmtester Jugendburg Ludwigstein, der das Land Hessen bis auf Weiteres sämtliche Subventionen gestrichen hat. Von Cees van der Duin.

Es ist kein Geheimnis, dass sich zwei Strömungen oder Bewegungen, romantische deutsche Jugendbewegung und rassistische deutsche völkische Bewegung, seit hundert Jahren in leider eher umfangreichen Teilen überlappen.

Eine 2013 vier oder fünf Generationen lang bestehende Solidarität zwischen einflussreichen Personen und Kreisen innerhalb der Jugendbewegten und der Völkischen färben das über dem Ludwigstein wehende Grün-Rot-Gold gewissermaßen ziemlich braun.

Was ohne Hilfe von außen offensichtlich einfach nicht funktionieren wollte, die Trennung von jugendbewegt und völkisch, könnte sich heute endlich ändern, denn hundert Jahre nach dem Ersten Freideutschen Jugendtag hat das hessische Ministerium dem völkisch bis neurechts angekränkelten Ludwigstein die Zuschüsse eingefroren. Vor nicht ganz drei Wochen, Ende Oktober 2013 hatte Sozialminister Stefan Grüttner festgestellt:

Solange die aufgeworfenen Fragen und Vorwürfe nicht eindeutig geklärt sind, werden keine Landesmittel mehr fließen. Das betrifft alle Zuwendungen, auch Entscheidungen über Investitionsförderungen, die derzeit anstehen. Das Hessische Sozialministerium wird sehr zeitnah das Gespräch mit den Vertretern der Jugendburg Ludwigstein suchen und die Vorwürfe prüfen.

Man könnte also nachdenken und die „Kluft“ tragenden sprich irgendwie romantisch uniformierten Deutschlandverherrlicher mit ihren nachweisbaren Verbindungen in Neue Rechte und Rechtsextremismus bewusst vom Burggelände verweisen, während man die ihre schmucke Bundestracht, etwa die pfadfinderische Gruppenkleidung oder diejenige von der Waldjugend, tragenden freiheitlich demokratischen Bünde auf dem Ludwigstein belässt.

Was aber macht die schlaue und veränderungsresistente Jugendburg? Geschickt ein zur Trennschärfe fähiges Denken vernebelnd fusioniert der Stiftungsvorstand am 2. November beiderlei Gemeinschaftstracht, kulturell moderne ebenso wie kulturell gegenmoderne bzw. schleichend rechtsrevolutionäre „Kluft“, zu einer einzigen, gefälligst einheitlichen Menge namens „Besucher in Kluft“ und verbannt gleich jeden Bundesbarett- oder Halstuchträger vom Burggelände:

Besucher in Kluft sind in den nächsten 12 Monaten auf der Burg nicht willkommen.

Das genau aber ist sowohl das jugendbewegt-bündische als auch das Ludwigsteiner Problem. Denn aus irgendwelchen, noch genauer zu erforschenden Gründen darf sich das verhängnisvolle deutsche Amalgam aus naiven Blaublumesuchern und völkischen Rassisten einfach nicht in die beiden Zutaten oder Bestandteile trennen, von denen der eine Teil die allgemeinen Menschenrechte im Namen eines schicksalshaften „Deutschen“ standhaft verweigert.

Dieses Verweigern erkennen wir spätestens seit den Tagen der antisemitischen Bekundungen des Redekteurs der Wandervogelführerzeitung Friedrich Wilhelm Fulda („übelangebrachte Gutherzigkeit, die noch immer in manchen sich deutsch nennenden Vereinigungen Hebräer duldet“) oder seit der Äre von Jugendbünden wie den völkischen Adlern und Falken oder den nationalsozialistischen Artamanen.

Die zuletzt genannten Personen oder Bünde mögen ja Geschichte sein, die Theoretiker der Neuen Rechten Götz Kubitschek oder Karlheinz Weißmann jedoch sind bündische Gegenwart und finden offensichtlich Verehrer in den Kreisen von Fahrenden Gesellen (FG), Freibund – Bund Heimattreuer Jugend, Deutschem Mädelwanderbund (DMWB) und Deutscher Gildenschaft (DG). Diese vier Bünde durften sich in den letzten Jahren auf Burg Ludwigstein zu Hause fühlen.

Hessens Sozialminister Grüttner ist darin zu unterstützen, Projekten keine Gelder der öffentlichen Hand an zu bewilligen, welche die universellen Menschenrechte ironisieren, elegant boykottieren oder offen angreifen.

Zu diesem Streit findet sich Lesenswertes im Kommentarbereich des vor allem von Pfadfindern betriebenen Blogs Schwarzzeltvolk.

Am 3. November 2013 sagte Soeren:

“Besucher in Kluft sind in den nächsten 12 Monaten auf der Burg nicht willkommen.”

Die drehen die Eskalationsschraube ein klitzekleines bisschen weiter. Gehört sozusagen zum Ritual. Die neurechts angekränkelten oder ewig vaterländischen Ludwigsteiner machen Pokerface: Burg Ludwigstein droht den “Besuchern in Kluft” ein bisschen, aus Angst vor einem echten, ernst gemeinten Boykott.

Der ‘Lu’ will sehen, ob die bündischen Kinderchen jetzt einknicken und sagen: O ja, lasst die vier bis fünf (mit DMWB) völkisch-nationalen Bünde weiterhin zu, wir bleiben auch nicht weg und finden das Konzept von der “Offenen Burg” gar nicht mehr so schlimm.

Nicht nachgeben. Auch das nüchtern denkende Ministerium wird sich weder durch süßlich lockende noch durch schamlos drohende Tricks erpressen lassen.

Wir brauchen kein Gesäusel oder Gejammer, sondern eine Jugendburg ohne Deutschlandverherrlicher, ohne Völkische und nicht zuletzt ohne Kontaktpersonen in den organisierten Rechtsextremismus.

Da wo die Deutsche Gildenschaft, der Freibund, der Sturmvogel, die Fahrenden Gesellen oder der Deutsche Mädelwanderbund (DMWB) anwesend sind kann man als Gruppenleiter mit den anvertrauten Kindern oder Jugendlichen schlicht nicht hin.

Also jetzt oder nie! Den Druck aushalten, Nein sagen zur “Offenen Burg” und hoffen, dass auch das Ministerium eisern bleibt und die Finanzströme abstoppt.

Die weitere Umgebung ist herrliches altbewährtes Wanderland, vom Meissner bis zum Reinhardswald, von überall aus kann man als nichtvölkischer Pfadfinder oder Jugendbewegter ein paar Jahre lang die Burg gelassen aus der Ferne angucken, so lange, bis sich die braunen SCHATTEN verzogen haben.

¡Venceremos!

Soeren

Von Iris (Deutsche Waldjugend und dort Landeshorte ehemals Goch) stammte der zweite Kommentar:

1. November 2013 um 08:56

Hallo,

irgendwie hatte ich da einige Aktionen (oder Schritte im Rahmen dieser Diskussion) unsererseits als anders motiviert in Erinnerung, aber naja. Auf jeden Fall finde ich es blöd, wenn hier ganz schnell geschossen wird ohne mal vorher darüber zu sprechen. Ich höre immer Demokratie und eigentlich ist die DWJ ja auch Basisdemokratisch aber diese Stellungnahme kommt zu schnell und ohne Absprache. Ich hätte mir gewünscht, dass wir eine Stellungnahme gemeinsam formulieren. Oder habe ich da einen Thing oder ähnliches verpasst?

Ich empfinde diese Stellungnahme als gemein der Lu gegenüber, als wenn die DWJ schon lange einfache Lösungen angeboten hätte und die Verantwortlichen auf der Burg diese nur nicht umgesetzt hätten. So ein Quatsch! Das hört sich in meinen Ohren alles so an, als wollten wir uns da nur in einem guten Licht präsentieren und nur mal eben sicher gehen, dass der schwarze Peter aber bitte bei jemandem anderen steckt. Also ich schäm mich grad.

Abgesehen davon, dass ich auch der Meinung bin, dass unsere Anwesenheit ganz wichtig ist, damit die Burg nicht gänzlich von Brezelliesen und Kappenträgern besetzt wird (was noch lange nicht der Fall ist!), bin ich mit dieser Stellungnahme nicht einverstanden und bitte darum in Zukunft nicht nur nach Demokratie zu rufen, sondern diese auch anzuwenden! …

Horrido

Iris

Das allerdings hätte eine nachweisbare Aussage gegen völkisch orientierte Bünde sein können, weshalb sich charakterlich amorphe und im Sinne des nachhaltigen eigenen Obenschwimmens an den Mächtigen orientierte nichtvölkische Bündische schon zwei Tage später gleich wieder korrigieren bzw. eine Art von Lern- und Verstehensprozess bekunden:

3. November 2013 um 20:27

Damit dieser Kommentar besser verstanden werden kann, ist es sicherlich hilfreich, die folgenden Links zu beachten:

Mitteilungen für unsere Burggäste/Einschnitt auf Burg Ludwigstein

http://www.burgludwigstein.de/Burg-aktuell.205.0.html

Antrag an die OMV der Vereinigung Jugendburg Ludwigstein am 02.11.2013

http://www.burgludwigstein.de/fileadmin/LudMedia/0168_VJL/OMV_Antrag.doc

An die Bundesleitung:

Zunächst einmal vielen Dank für die schnelle Reaktion. Und für die Info, dass ihr auf Bundesebene zusammengearbeitet habt, das war mir sehr wichtig. Mir ging das alles einfach viel zu schnell. Direkt nach dem Artikel von Jesko Wrede sich selbst in ein gutes Licht zu rücken fand ich nicht fair. Aber wie Du oder ihr (mir ist ja leider nicht bekannt mit welcher Teilmenge der Bundesleitung ich hier kommuniziere) schon gesagt hast/habt, in den grundlegenden Dingen waren wir uns schon einig.

Auch wenn ich sehr skeptisch war, muss ich doch sagen, dass ich mich heute nicht mehr schäme.

Ich bin natürlich auch sehr traurig, dass die Burg die bündischen Aktivitäten eine Weile einfriert, aber ich bin über das Resultat und die Einigungen die getroffen worden sind sehr erleichtert. Aus einem „wir müssen mal miteinander sprechen“ ist nun ein „wir werden miteinander sprechen“ geworden. Das auf neutralem Boden mit professionellem Beistand und allen Beteiligten finde ich gut. Das habt ihr, der BdP und der Stiftungsvorstand der Jugendburg Ludwigstein meiner Meinung nach gut hinbekommen. Auch wenn jetzt alle erstmal schrecklich empört sein werden ist das ein guter Weg.

An den Rest und die Bundesleitung:

Dies kann ein guter Anfang sein. Vielleicht wird sogar überlegt, wer wir Bündischen überhaupt sind oder sein wollen und vor allem was wollen wir nicht! Das könnte man doch ganz prima in einer Formel zusammenfassen wie einer Meißnerformel die dann alle unterschreiben 😉 Spaß beiseite, wir müssen auf Dauer konkreter werden ich weiß es ist schwierig zu einem Konsens zu kommen, deshalb ist die professionelle Hilfe eines neutralen Moderatoren ja auch so wichtig. “Wertschätzende Kommunikation auf Augenhöhe nach fairen und demokratischen Grundsätzen” (siehe Antrag an die OMV) halte ich hierbei für einen ganz wichtigen Aspekt.

Ich persönlich denke es könnte fruchtbar sein vorher mal zu hören, was die Basis dazu sagt, im Falle der Waldjugend meine ich damit die einzelnen Horste und ihre Mitglieder, aber da habt ihr euch ja ganz bestimmt schon was ausgedacht. 😉

Und wenn wir dann irgendwann hoffentlich das Thema Rechts abhaken können, können wir uns vielleicht ja sogar wieder Themen widmen wie: „Wie kann ich die Natur erhalten in der ich mich so gerne aufhalte?“ oder wenn ihr es bündischer haben wollt: „Welche Ziele sollten die Bünde in der heutigen Zeit haben?“.

Die Tatsache, dass im (Meißner) Jahr 2013 (einer Zeit von schwindender biologischer Diversität und wachsenden klimatischen und ökologischen Veränderungen, von medialem Einfluss von angespülten Flüchtlingsleichen mal gar nicht zu sprechen) fast ausschließlich (und versteht mich nicht falsch, dass sind natürlich sehr wichtige Themen) über Rechts und Pädophilie diskutiert wird, nervt gewaltig.

Ich persönlich bin sehr gespannt wie es weitergeht!

4. November 2013, vorbildlich sorgfältig nahm Soeren die amorphen Sätze der Waldjugend-Multifunktionsträgerin auseinander:

Liebe Iris,

dein Kommentar oder vielmehr Nebelwurf vom 3. November um 20:27 verdient ein paar Zwischenrufe:

“Mir ging das alles einfach viel zu schnell”

Aha, überfordert spielen und mea culpa seufzen.

“Direkt nach dem Artikel von Jesko Wrede sich selbst in ein gutes Licht zu rücken fand ich nicht fair.”

In welches gute Licht? Erklärung und Appell sind Ablenkungsmanöver, legen eine falsche Fährte, mimen geschickt das betroffen Sensibelchen – aber arbeiten in Wirklichkeit den völkischen Bünden zu, wickeln die Leserschaft ein und lobpreisen letztlich die “Offene Burg”.

“in den grundlegenden Dingen waren wir uns schon einig”

Worin genau bitte? Völkische Bünde raus oder völkische Bünde nicht raus? Bitte lege dich fest.

“Auch wenn ich sehr skeptisch war, muss ich doch sagen, dass ich mich heute nicht mehr schäme.”

Endgültig peinlich. Hirn anschmeißen, nicht theatralisch im schamhaften Sühne-Sumpf versinken. Bitte Sachinformation bringen, keine virtuelle Emotion anknipsen.

“Ich bin natürlich auch sehr traurig, dass die Burg die bündischen Aktivitäten eine Weile einfriert”

Auf den Propagandatrick reingefallen. Oder so tun als ob. Das “ich bin … sehr traurig” will womöglich keiner wissen, oder möchtest du kalkuliert Schuldgefühle erwecken? The queen is not amused.

Iris “sehr traurig”, wir alle im bündischen Schlumpfhausen tragen Trauerflor … wann Iris endlich wieder sehr fröhlich …

Wo bitte geht’s hier von von Buhu nach Tralala, o Iris, zeig uns den Weg!

“Aus einem „wir müssen mal miteinander sprechen“ ist nun ein „wir werden miteinander sprechen“ geworden”

Genau, die Kinderchen lassen sich mit sozialpädagogischan Hohlparolen abspeisen.

“Das auf neutralem Boden mit professionellem Beistand und allen Beteiligten finde ich gut.”

Yes. Ein bisschen über Nazis quasseln.

“Das habt ihr, der BdP und der Stiftungsvorstand der Jugendburg Ludwigstein meiner Meinung nach gut hinbekommen”

Tja, Geld und Karriere sind schon ein verbindendes Motiv.

“Auch wenn jetzt alle erstmal schrecklich empört sein werden ist das ein guter Weg”

Die Sprache der Macht hast du, Iris, schon ziemlich gut drauf. Die unter unseren Politikern leider üblich gewordene Hohlformel mit dem “guten Weg” etwa macht jedes Sachargument überflüssig, denn das könnte ja in die Irre führen, ins Abseits.

Gegner der Lächerlichkeit preisgeben, sinngemäß: die bringen euch nichts, die sind nur “schrecklich empört”. Das ist rhetorisch – und menschlich – unredlich.

“wir müssen auf Dauer konkreter werden”

Allerdings, und warum fängst du denn nicht an und distanzierst dich unmissverständlich von: Deutsche Gildenschaft, Deutscher Mädelwanderbund / Die Fahrenden Gesellen, Freibund – Bund Heimattreuer Jugend. Um nichts anderes geht es schließlich.

“deshalb ist die professionelle Hilfe eines neutralen Moderatoren ja auch so wichtig”

Genau, das gewünschte schmierige Ergebnis (Burg MIT Völkischen) soll pseudodemokratisch legitimiert und vergoldet werden, damit sich alle irgendwie gut fühlen dürfen.

Oh Moderator, erteile uns Absolution! Lass uns aufschluchzen: ich bin ok – du bist ok! Und ein abschließendes Küsschen dem schrecklich missverstandenen Deutschtums-Verherrlicher.

“Wertschätzende Kommunikation auf Augenhöhe nach fairen und demokratischen Grundsätzen”

Aha, unsere Iris mit den Wegbereitern von Germanienkult und Rechter Revolution ganz auf Augenhöhe.

“was die Basis dazu sagt, im Falle der Waldjugend meine ich damit die einzelnen Horste und ihre Mitglieder”

Geschickt aus der Verantwortung gestohlen: einfach die etwas desinformierten Siebzehnjährigen bzw. die altersgemäß unwissenden noch jüngeren Halbwüchsigen verantwortlich machen.

“Und wenn wir dann irgendwann hoffentlich das Thema Rechts abhaken können”

Schlussstrichdebatte wie nach 1945 … liebe Iris, du sollst nicht “abhaken”, sondern Stellung beziehen.

“medialem Einfluss von angespülten Flüchtlingsleichen”

Auf der Welt geschehen schlimme Sachen. Da sind unsere Ludwigsteiner Völkischen gar nicht so schlimm. Gucken wir einfach woandershin. Ich bin klein mein Herz ist rein, Tandaradei!

So erfahren Ertrunkene in Deutschland dann doch noch Nutzbarmachung. Ethisch widerlich.

“fast ausschließlich (und versteht mich nicht falsch, dass sind natürlich sehr wichtige Themen) über Rechts und Pädophilie diskutiert wird, nervt gewaltig”

Iris leidet nervlich (“nervt gewaltig”) aufgrund der endlich erfolgten journalistischen Aufdeckungen von Leuten wie Christian Füller bzw. Jesko Wrede zu bündischem Kindesmissbrauch und bündischem Rechtsextremismus. Dauer-einlullender Singsang wäre ja auch viel romantischer.

“Ich persönlich bin sehr gespannt wie es weitergeht”

Iris sinngemäß und implizit: ich bin “persönlich” lieb, aber mir widersprechen solltest du besser nicht.

Und alles ganz aufregend irgendwie.

Unfasslich. The Ludwigsteinshow must go on.

Beste Grüße,

Soeren

7. November, Kommentator Quetzalcoatl bedankt sich bei Soeren für die gepfefferten Zwischenrufe zu Iris und schreibt:

Zunächst mehr Sorgfalt im Denken und Sprechen bitte, ein irgendwie gefühlvoller ‘Weichzeichner’ macht völkisch motivierten Gegendemokraten und postmodern-überbündischen Karrieristen das Leben zu einfach.

“Als Waldjugend sehen wir unsere Wurzeln im Naturschutz und in der Tradition der bündischen Jugendbewegung.”

Eigentlich kann man nur entweder von Deutscher Jugendbewegung ODER von Bündischer Jugend reden, der zweite Begriff kennzeichnet, eng(er) ausgelegt, die Weimarer Epoche – gerade hierbei hätte sich die DWJ allerdings von Adlern und Falken, Geusen sowie Artamanen distanzieren müssen, denn die drei waren schließlich auch Bündische Jügend.

Wie ich gerade sehe, hat auch bzw. nur Julia Fehlisch (Sozialpädagogin …) das reichlich geschichtsblinde Wortungetüm geprägt: “Die bündische Jugendbewegung als Teil der außerschulischen Jugendbildung. Eine Einordnung anhand der kritisch-konstruktiven Pädagogik nach Wolfgang Klafki und am Beispiel der Jugendburg Ludwigstein”

Wer 2013 die schräge Mischung aus Neologismus und Tautologie verwendet, ‘bündische Jugendbewegung’ zusammenschraubt und sich dann aber nicht sofort von Adlern und Falken, Geusen sowie Artamanen distanziert, hat entweder von Bündische Jugend keine Ahnung oder es ist ihm alles nicht so wichtig oder er will die völkisch Bewegten ‘integrieren’.

Und weiter wird weichgezeichnet bei DWJ:

“Als demokratischer Bund”

… was soll das, die DDR war auch demokratisch! Es muss FREIHEITLICH DEMOKRATISCH heißen. Falls nun einer murrt: ‘jaja ist doch klar’ kann ich nur erwidern: nein ist es eben nicht!

Dino ganz schicksalsergeben:

“Die Burg wird sich vermutlich weiterhin sehr für die Rechten Bünde einsetzen.”

Einspruch: es geht nicht um rechts, sondern um RECHTSEXTREMISTISCH bzw. VÖLKISCH. Leider ist dieses maulige, empört tuende ‘rechts’ immer wieder zu hören, eine ganz ärgerliche sprachliche Schlampigkeit: bitte nie ‘rechts’ sagen, wenn rechtsradikal bzw. konservativ-revolutionär bzw. ethnopluralistisch-rassistisch gemeint ist, wir sind hier nicht unter 14-Jährigen von der Antifa.

Nichts gegen Schlagworte, aber zutreffen sollten sie.

Junge Freiheit / IfS / Sezession / Blaue Narzisse sind nicht ‘wertkonservativ’ (das ist die Junge Union ja hoffentlich), sondern gehören ins konservativ-revolutionäre bis rechtsradikale Spektrum, unterschiedliche Methoden anwendend und unterschiedliche Zielgruppen bedienend sowie durch Sympathie und allerlei Doppelmitgliedschaften verbunden.

Und genau dieses Spektrum ziehen die Fahrenden Gesellen ebenso wie der Freibund auf den Ludwigstein, ideell (Alain de Benoist, Julius Evola) wie personell (Götz Kubitschek).

http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%B6tz_Kubitschek

“Arktos … Arktos hat sich als der englischsprachige Hauptverleger der europäischen Neuen Rechten etabliert (einschließlich der Übersetzungen von Alain de Benoist und Guillaume Faye). Erstmals wurde der russische Vordenker und ehemalige Berater Putins Alexander Dugin ins Englische übertragen. Weitere bekannte Autoren sind der italienische Traditionalist Julius Evola …”

“Identitäre Bewegung Deutschland … Die Identitäre Bewegung ist genau das, worauf viele junge Menschen in Deutschland gewartet haben: vorwärts in eine neue Zeit drängend, dabei aber die eigenen Wurzeln nie vergessend.”

“Deltastichting (Belgien) … eine konservative Zeitschrift, die vor 40 Jahren nach dem Vorbild der französischen, von Alain de Benoist verantworteten Elements gegründet wurde.”

http://zwischentag.de/zwischentag/die-aussteller/

DAS ist Theoriebildung und Freundeskreis des Kubitschek-Umfelds … oder kann man schon von international vernetzter straffer weltanschaulicher Führung reden? Und haben diese Kräfte demnächst den (seit 50 Jahren ohnehin arg zur äußersten politischen Rechten neigenden) blaublumeseligen Ludwigstein ganz im Griff?

Beispiel einer gefährlichen, auf Minderjährige zugeschnitten Schrift; man sollte dafür sorgen, das Original nicht an Minderjährige heranlassen: die Blaue Narzisse.

“Dabei nimmt sie nach eigener Aussage eine konservative Haltung ein, während sie von der Politikwissenschaft als zur Neuen Rechten gehörend betrachtet wird. Chefredakteur ist Felix Menzel, der auch für die Zeitschrift Sezession tätig ist und dem Umfeld des Instituts für Staatspolitik (IfS) und der Konservativ-Subversiven Aktion (KSA) um Götz Kubitschek zugeordnet wird.”

http://de.wikipedia.org/wiki/Blaue_Narzisse

Vier Chemnitzer Gymnasien haben den Verkauf der Zeitschrift Blaue Narzisse verboten – die einzig richtige Entscheidung.

Auf Rechte Jugendbünde lesen wir, dass sich der Freibund auf einem der neurechten, sogenannten Zwischentage darstellte:

Dabei wurde erst im Oktober bekannt, dass der Freibund auf einer rechten Messe mit einem eigenen Stand vertreten war, die im rbb als “Gipfeltreffen der rechten Eliten” bezeichnet wurde. Neben dem Freibund selbst war auch das Internetportal “Blaue Narzisse” des Freibünders Felix Menzel maßgeblich an der Ausrichtung des Treffens beteiligt. Anlass des so genannten “Zwischentages” war das Erscheinen der fünfzigsten Ausgabe der Zeitschrift “Sezession”, herausgegeben vom Institut für Staatspolitik.

Derselbe Text konstatiert eingangs nüchtern:

“Die Burg Ludwigstein ist wohl der einzige Ort in Deutschland, an dem völkisch-nationalistische Jugendbünde wie der Freibund in dieser Form offen auftreten können.”

http://rechte-jugendbuende.de/?p=2062

Ohne unseren massiven Druck wird die germanisch-gemütliche Burg Ludwigstein auch weiterhin die ideelle wie personelle Fusion aus Jugendbewegung und schleichender rechter Revolution bzw. Völkischer Bewegung garantieren.

Das Thema darf jetzt nicht in ‘Diskussionsrunden’ ausfransen, auch nicht im ‘professionell moderierten Dialog’.

Alles Blaue Blume oder was … Müsli mampfen und mit der (alten Völkischen Bewegung bzw. der sogenannten) Neuen Rechten klampfen.

Dass alte angesehene Wandervögel wie Gerhard Neudorf (Wo bleiben Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit?) sich für die Teilnahme etwa des Freibunds auf dem Meissnerfest 2013 eingesetzt haben sollte endlich skandalisiert werden.

Wer zur Deutschen Jugendbewegung (und insbesondere, wer zu den geschichtsklitternden, volksverherrlichenden und die vielfachen eigenen Verknüpfungen mit dem Nationalsozialismus verschweigenden Seilschaften rund um Burg Ludwigstein!) fundiert mitreden möchte, lese Christian Niemeyer: Die dunklen Seiten der Jugendbewegung: Vom Wandervogel zur Hitlerjugend

http://www.amazon.de/Die-dunklen-Seiten-Jugendbewegung-Hitlerjugend/dp/3772084885

Auf das NICHT REFORMIERBARE Konzept von der Offenen Burg kann man eigentlich nur mit Christian Wallner antworten:

“Wer für alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein.”

Quetzalcoatl

Nun aber betritt Pfadi-Funktionär Hansdieter Wittke genannt HDW die virtuelle Bühne und orakelt voller Kampfgeist:

Als Mitglied der Vereinigung erwarte ich von der Mitgliederversammlung, die Entschließungen des BdP und der Waldjugend zur Grundlage des weiteren Vorgehens in dieser besonderen Lage zu machen.

Das angebliche “Verbot” Kluft zu tragen und als Bündischer auf der Burg in Erscheinung zu treten, halte ich für abenteuerlich. Als bekennender Lebenspfadfinder ist für mich eher das Gegenteil richtig. Hier heißt es deutlich Farbe zu bekennen und die demokratischen Überzeugungen kämpferisch zu vertreten! Und Entwicklungen zu stoppen.

Nicht Gesinnungskontrolle gehört dazu sondern die offene und fundierte Auseinandersetzung mit den radikal oder unterschwellig agierenden Totengräbern der Demokratie.

Überzeugt unterstütze ich die Initiative von Waldjugend und Pfadfindern!

HDW

Wittkes staatsmännisch daherkommendes Ablassen heißer Luft lässt hermes ziemlich unbeeindruckt:

Lieber HDW,

die “Initiative” der Waldjugend ist eine Mogelpackung und das weißt du. Sie dient dazu, langfristig wie heute NICHTS gegen die Anwesenheit von Fahrenden Gesellen, Freibund und Gildenschaft tun zu müssen.

Auch du gehst zu den drei Bünden (ok, Mädelwanderbund solo gezählt macht es vier Bünde) in deinem Kommentar NICHT explizit auf Distanz und sprichst die drei (oder eben vier) Namen noch nicht einmal aus.

Das von dir – an der Sache vorbeiredend – “abenteuerlich” genannte Kluftverbot (OT Ludwigstein: Besucher in Kluft sind in den nächsten 12 Monaten auf der Burg nicht willkommen) ist ein Ablenkungsmanöver und soll die überbündischen Kinderchen ein bisschen schnattern lassen und unter Druck setzen sowie dem Ministerium gegenüber ‘ein Zeichen setzen’, dass man mit dem Konzept von der Offenen Burg so was von weitblickend und verantwortlich ‘auf Kurs’ sei.

Im Übrigen, HDW: wenn du mutig wärst, würdest du, immerhin Mitglied der Vereinigung, in diesen Tagen in schmucker Kluft hin an die Werra und Gesicht zeigen und dich fallweise vom Burggelände schmeißen lassen. Oder du würdest einfach aus der Vereinigung austreten (wirst du natürlich nie tun).

Die endlich öffentlich gewordene Verknüpfung zum rechten Rand und darüber hinaus nennst du beschwichtigend “in dieser besonderen Lage” – und hast damit schon wieder um die neurechte und alte völkische Sache herumgeredet.

Was wird mit so viel Geschmeidigkeit (Rückgratlosigkeit) geschehen? Ihr werdet die drei Bünde also, nach ein bisschen Durchdiskutieren und Dialog-Kultivieren, verzückt über die eigene Großzügigkeit, ‘durchwinken’ und in zwei, drei Jahren erstaunt tuend sagen können:

Na hoppla, Gildenschaft, Freibund & Fahrende Geselllen sind ja immer noch da – aber alles ganz basisdemokratisch gelaufen hier!

Das ist zu verhindern.

Die mächtigsten Ludwigsteiner Strippenzieher haben ihren Spaß an derartiger Unschlüssigkeit und Glitschigkeit und werden handeln nach dem Motto eines zeitgenössischen Songs:

und weil Entscheidung nicht deine Stärke ist muss ich mich statt deiner entscheiden

Noch ist es nicht zu spät! Im selben Song heißt es schließlich:

Es ist gut, wenn du weißt was du willst, wenn du nicht weißt was du willst ist das nicht so gut

Lieber HDW,

ich wäre dir dankbar, wenn du, gerne auch in Kluft, unzweideutig den Rausschmiss von Gildenschaft, Freibund und Fahrenden Gesellen fordern würdest.

Herzlich Gut Pfad

hermes

Pfadifunktionär HDW hält es bis heute, immerhin drei Tage lang, für verzichtbar, auf diese plausiblen und wichtigen Argumente einzugehen oder auch nur die sinngemäße Gretchenfrage Sag wie hältst du`s mit dem Freibund zu beantworten.

Das zweite ist durchaus unfair, denn auch die Fahrenden Gesellen werden sicherlich gern wissen wollen, ob der am Ludwigstein einflussreiche „Lebenspfadfinder“ Wittke wirklich auch genau sie zu den „Totengräbern der Demokratie“ rechnet.

Den bisher ausgelassenen ersten Kommentar jedoch, sozusagen punktgenau zum seit tusks (dj.1.11) Tagen in bündischen Kreisen so gern gefeierten ersten Elften, hatte ein echter alter Jungenschafter und richtig roter Altachtundsechziger verfasst, wie HDW ein Mitglied der Ludwigsteiner Vereinigung.

Mit viel Tamtam nämlich tat zuallererst der manch einem aus der als links geltenden Arbeitsgemeinschaft Burg Waldeck (ABW, die mit den legendären Liedermacher-Festivals) sowie dem Mindener Kreis bekannte Eckard Holler genannt zeko so als würde er etwas tun.

Hollers Befinden war irgendwie irritiert und schmerzvoll leidend, dieses hier fand er unverständlich, jenes dort unerträglich (was genau eigentlich?), jedenfalls beginnt er pathetisch grüßend:

Eckard Holler sagte:

1. November 2013 um 08:41

Ich begrüße die Initiative der Deutschen Waldjugend, die sich an die Verantwortlichen der Jugendburg Ludwigstein richtet und sie auffordert, die eingetretene Fehlentwicklung zu korrigieren. Es ist für mich als ein Mitglied der Vereinigung Jugendburg Ludwigstein e.V. unverständlich und unerträglich, dass unter dem Deckmantel des Konzepts einer “Offenen Burg” auf Burg Ludwigstein neurechte und andere rechtslastige Vereinigungen gefördert werden. Es ist höchste Zeit, dass diese Förderung beendet wird.

Eckard Holler

Kommentator hermes behielt Bodenhaftung und antwortete noch am selben Tag:

Lieber zeko, oben hat jemand schon die Notwendigkeit betont, das Objekt der Empörung zu definieren, bitte sprich die Namen der bewussten Bünde aus: Deutsche Gildenschaft, Deutscher Mädelwanderbund, Die Fahrenden Gesellen, Freibund – Bund Heimattreuer Jugend.

Noch besser, wenn du dann in ein paar Sätzen begründest, warum etwa der Freibund mit Jugendbewegung, so wie du sie verstehst, nichts zu tun hat und zudem die freiheitliche Demokratie gefährdet. Und deinen Namen darunter, damit man weiß, wofür du stehst. Zugegeben, das erfordert Mut.

Jahrelang völkische Bünde zu beherbergen ist auch keine “Fehlentwicklung”, sondern ein Skandal.

Verzeih meine Direktheit, aber man nimmt es dir nicht ab, dass das Thema für dich “unerträglich” sei. Wenn es dir wirklich wichtig wäre, würdest du jetzt einfach aus der Vereinigung Jugendburg Ludwigstein e. V. austreten.

Du wirst es nicht tun … sondern so tun, als würdest du etwas tun … Engagiertes Augenrollen halt, revolutionäre Als-ob-Aktion.

Wenigstens ein Akteur hat gehandelt: das Hessische Sozialministerium friert Burg Ludwigstein sämtliche Fördermittel ein. Na Endlich. Geht doch.

hermes

Soweit der Blick auf den Blog Schwarzzeltvolk, die seltsam zwanghaft wandervogelbewundernde und nahezu ausschließlich aus evangelischen Pfadfindern (vier Personen aus dem VCP; zwei aus dem Christlichen Pfadfinderbund Saar, nur eine aus einem bedeutungslosen Mädchenwandervogelbund) zusammengewürfelte Redaktion selbst äußert sich bezeichnenderweise zum Thema mit keiner Silbe.

Der Deutsche will sich so gerne unschuldig fühlen und braucht dazu dringend jemanden, der ihm zu diesem Zwecke Absolution erteilt. Das von der Jugendbewegung beschworene Bauern-, Wanderer- und Naturidyll ist noch stets ein ausgezeichnetes Werkzeug gewesen, sich als niedlicher Germane, Indianer oder Hobbit zu fühlen und sich aus der kulturellen Moderne ein bisschen zu verabschieden („auf Fahrt gehen“).

Der leider auch zur Geistlosigkeit und gespielten Unschuld einladende hundertjährige Duft der Blauen Blume ermöglichte es, über nationalromantische und ethnopluralistische Vorstellungen zum Verherrlichen von Blut und Boden sowie zum Wunsch nach rassistischem „Saubermachen“ zu gelangen.

Die eingangs erwähnte, im Ersten Weltkrieg veröffentlichte Wandervogelführerzeitschrift unter ihrem Redakteur Fulda forderte aus der Wanderromantik die Konsequenz einer Reinheit der sogenannten Rasse. Hitler hat es dann barbarisch konsequent umgesetzt, deutsche Juden sollten keine Deutschen mehr sein.

Im Artikel „Die Juden in deutschen Bewegungen“ (in: Deutsch oder national! Beiträge des Wandervogels zur Rassenfrage, herausgegeben von Friedrich Wilhelm Fulda, Leipzig 1914) lässt er volksverhetzend schreiben:

Vorweg sei bemerkt, daß die Mehrzahl der „Wandervogel“-Ortsgruppen weislich auf Judenreinheit bedacht ist. … Er [lies: der Jude] bildet z. B. bei der Sonnwendfeier eine ebenso groteske Erscheinung wie ein Papua, der am Hausaltar eines Chinesen dessen Ahnen Opfer darbringt, denn die Vorgänge beim Sonnwendfest gewinnen ja Inhalt und Leben erst durch die Vorstellung, dass eben diese Feier unseren Vorfahren vor Jahrtausenden oder Jahrhunderten Kult war. Den Mangel dieser höchstpersönlichen Tradition kann dem Hebräer auch die raffinierteste Mimikry nicht ersetzen …

Den Geist der Ortsgruppen bestimmen tatsächlich die Führer. Zu ihrer Ehre muss gesagt werden, daß es unter ihnen keinen einzigen Judenfreund gibt, auch nicht unter denen, die Juden dulden. Die Zulassung der Hebräer hat ihre Ursache lediglich in einer irrtümlichen Auslegung der Satzungen und in einer gewissen Bequemlichkeit …

Der hinterhältige, nie harmlose, ewig lauernde Jude mit seiner angeborenen Ehr- und Schamlosigkeit wird bei der brüderlichen Gemeinschaft und vertrauensvollen Kameradschaft, auf die das Verhältnis der Wandervögel (…) zueinander gestellt ist, den naiven, offenen jungen Deutschen mit seinem hochgespannten Idealismus und dem arglosen deutschen Mädchen ganz besonders gefährlich, zumal diese noch nicht die Distanz zu dieser gemeingefährlichen Rasse gefunden haben …

An dem Maße der völkischen Einsicht erkennt man leicht, ob ein Wandervogel einer reinen oder verseuchten Ortsgruppe angehört.

http://www.digam.net/index.php?dok=9301&h%5B0%5D=wilhelm&PHPSESSID=586e54023bd3977d2fcc66256a24e49d

Was ist das für ein widerlicher Hass, moralischer jugendbewegter Tiefpunkt oder einfach nur alle Masken fallengelassen und einmal Klartext geredet?

Wie auch immer, heute, hundert Jahre später wünsche man Burg Ludwigstein die glaubhaft vollzogene Abkehr aus jeder Form einer „völkischen Einsicht“ (Leipzig 1914) und ein Bekenntnis zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (AEMR, Paris 1948).

Auch in Zukunft mit dem einstigen Mitglied der Deutschen Gildenschaft (DG) und prominenten Theoretiker der Neuen Rechten Götz Kubitschek und mit dem gildenschaftsnahen, bekennend an den Denkern der Konservativen Revolution der Weimarer Zeit Carl Schmitt und Arthur Moeller van den Bruck orientierten Karlheinz Weißmann sowie mit ihrem rechtsextremen oder auch bündischen Umfeld lassen sich die am 10. Dezember 1948 von Menschen aus allen Kontinenten und Ländern so mühselig errungenen, unbedingt schützenswerten und mit völkischem Denken nicht vereibaren Standards der AEMR nicht gewährleisten.

Ohne die endgültige Trennung von Deutscher Gildenschaft (DG), Fahrenden Gesellen, Deutschem Mädelwanderbund und Freibund – Bund Heimattreuer Jugend kann eine menschenrechtsuniversalistisch ausgerichtete Jugendburg Ludwigstein nicht funktionieren.

Nicht „Besucher in Kluft“ also hätte man vor acht Tagen und für die kommenden zwölf Monate vom Ludwigstein verbannen sollen, sondern, ob „in Kluft“ oder nicht, die Angehörigen der vier genannten Bünde.

Solange aber das nicht geschehen ist, sollte das Ministerium auch keine Steuermittel fließen lassen.

Cees van der Duin

266. Hoher Meißner und Islam

25. Oktober 2011

ואנדרפוגל

Вандерфо́гель

Wandervogel

Freideutscher Jugendtag 1913

Auf dem nordhessischen Berg Meißner gab sich, unmittelbar vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges, in dem sie viele ihrer Angehörigen verlor, eine kreative und selbstverliebte junge Generation idealistisches Stelldichein und eigenen Ausdruck (Meißnerformel 1913). Zum hundertsten Mal jährt sich 2013 die Wiederkehr dieses „Freideutschen“ Jugendtages, jenes symbolischen Epizentrums kaiserreichlicher Jugendbewegung. Die Junge Bünde genannten Nachfolgeorganisationen in der Bundesrepublik, einige sind im internationalen Pfadfindertum verwurzelt, feierten dieses Datum 1963 und 1988 und so soll es auch 2013 wieder sein.

Nach einem Jahrhundert muss man sich endlich dazu aufraffen, die Unantastbarkeit der Menschenwürde und die Universalität der Menschenrechte als Grundlage der Jugendarbeit zu bekennen, fordert Cees van der Duin. Mein lieber Niederländer, es wird Schweigen sein im nordhessischen Walde und man wird auch im Folgejahrhundert eine Mohrrübe kauen (Neue Schar: herzhaftes Fröhlichsein, Glut ist Geist!) und nach der Revolution der Seele (Muck-Lamberty) streben. Mit der auf Ungleichbehandlung beruhenden, nicht seelischen, sondern höchst realen Islamischen Revolution vermag sich das nach dem Mauerfall erneuerte deutsche Biedermeier offensichtlich gelassen auszusöhnen. Dass die echten Meißnerfahrer von 1913 wie der linke Alfred Kurella oder Pazifist Hans Paasche, sehr im Gegensatz zu den heutigen deutschen Islamverbandsvertretern und Imamen, eine Furcht vor dem jenseitigen Strafgericht weder lehrten noch hatten, droht durch postmodernen Multikulturalismus oder erneuerten Fundamentalismus vernebelt zu werden. Das in zwei Jahren sozusagen unvermeidliche Meißnerlager braucht die Schariadiskussion und das Bekenntnis zu Rechtseinheitlichkeit und säkularem Staat.

Dem Vorbereitungskreis des Meißnerlagers 2013 und dem Schriftleiter von Idee und Bewegung (Kulturinitiative ‚lebendig leben’, Meißner 1988) müsste bekannt sein, dass der nicht säkularisierte Islam auf der die Seele vor dem Höllenfeuer rettenden Ungleichbehandlung der Frauen und Nichtmuslime gründet. Statt nur auf Reziprozität von „Freiheiten“ für die „Christen“ im Orient zu bestehen, wie es Alexej Stachowitsch für 2013 vornimmt,[1] durfte zwei Jahre eher, Stachowitsch war zugegen, Heidrun Roßdeutscher Scharia und Anthroposophie verschmelzen und auf dem Zweiten Bildungskongress „über Sprachqualitäten und mit Hilfe von Suren aus dem Koran entsprechend einiger Wege der Waldorfpädagogik“ dozieren.[2] Möchten die Erben der Jugendbewegung Allahs Befehl von Prügelvers (Koransure 4:34)[3] und Tötungsgebot (9:5)[4] mit Eurhythmie und Rohkost verzieren? Wo ist das Bekenntnis gegen die demokratieverhindernden Schariagesetze Ägyptens, Indonesiens, Saudi-Arabiens oder des Iran? Wo bleibt die Kritik an der Europa längst prägenden, religiös begründeten Frauendiskriminierung der Kairoer Azhar, pakistanischen Darul Uloom oder globalen Muslimbruderschaft?

2008 brachte Iranist Dr. Thomas Ogger den Bündischen fromme Kunde über Spirituelle Aspekte des Wanderns: „Jakobus war Jünger Jesu … wohingegen Khidr als spiritueller Wegweiser schon im Koran erwähnt wird“. Der Musik- und Islamwissenschaftler, Übersetzer von frühislamischen Dhimma-Verträgen und Referent bei der Auslandsvertretung der iranischen Gottesdiktatur, ist sich, Ludwigsteiner Blätter Heft 241, sicher: „Vom (dogmatischen). Gesetz (scharî’a) führt der Weg (tarîqa) über das Erkennen Gottes (ma’rifa) zu Gott selbst (allâh), mit dem er sich vermählt. (christl. unio mystica) oder in dem er aufgeht bzw. verlischt (islam. al-fanâ‘).“[5] Mit Wandervogelscharia hinauf zu Allahgott auf den Ludwigstein?

Düsseldorf am 24 und 25. Oktober 2011. Ein noch nicht abgedruckter Leserbrief von Cees van der Duin.

24. Oktober 2011

Betreff: Meißner 2013 und die allgemeinen Menschenrechte

Lieber Gerhard,

wir kennen uns nicht persönlich, doch weiß ich vom (auch unter Pfadfindern üblichen, ich bin einer) jugendbewegten „Du“. Gestern bekam ich einen kleinen Stapel durchweg liebevoll gemachter Exemplare von ‚Idee und Bewegung‘ in die Hand, der in meinem Bekanntenkreis geachtet und wie eine Kostbarkeit herumgereicht wird.

Meißner 2013 betreffend, die hundertste Wiederkehr des Freideutschen Jugendtages, ist meines Wissens noch kein „Motto“, kein übergreifendes Thema gefunden worden.

Das von der Kulturinitiative ‚lebendig leben‘ ins Spiel gebrachte (Titel, Heft 95) „Demokratie von unten + Menschenbilder“ beGEISTert mich diesbezüglich, v. a. das Wort MENSCHENBILDER. Wobei der Plural humanistisch-wesensgemäß und nahezu spürbar schrumpft, die Achsen des Wollens und Suchens auf einen Pol hin konvergieren, der Plural um einen Singular kreist, die Mehrzahl („die Bilder“) sich der Einzahl („das Bild“) annähert.

Das Gesagte lässt mich zu Meißner 2013 eben die SUCHE NACH DEM MENSCHENBILD vorschlagen, ein Streben, was Jugendbewegung, Pädagogik und Pfadfinderei gewiss miteinander teilen und was in der (erst nach dem barbarischen Dritten Reich, 1948 von der UNO festgelegten) Universalität der Menschenrechte gipfelt.

Ich sehe die Freideutschen von 1913 (und sicherlich auch das Christentum) als Vorreiter der Norm von der ‚Universalität‘, der Unbedingtheit und Unveräußerlichkeit der Menschenrechte, nach der kein Mensch (ganz und gar unabhängig von Hautfarbe, Weltanschauung oder Geschlecht) ein Wesen zweiter Klasse ist. Um dieses Kristallzentrum rankt sich, sagen wir es nicht ohne Stolz: Zivilisation.

Ob das 2013 Motto sein soll oder nicht, im Bereich des ‚Inhaltlichen‘ darf die Betonung der AEMR (Allgemeine Erklärung der Menschenrechte) auf keinen Fall fehlen, so wichtig uns Jugendbewegt-Bündischen die sinnlich-musische, naturkundlich-ökologische und gemeinschaftsfähig-freundschaftsbezogene Dimension des ‚Bündischen‘ ist.

Die wegweisende Erklärung der Kulturinitiative (vereinbart am 2. Juni 2002 in Immenhausen stellt fest: „Wir treten ein für die Würde und die Achtung eines jeden Menschen“). Hier müsste man, ganz im Geist der freiheitlichen Demokratie, in Abkehr von Vetternwirtschaft oder ‚Kollektivismus‘, betonen, dass die Kategorie der Gruppenrechte („die Gestaltungsfreiheit von Gemeinschaften … verschiedener (…) Bevölkerungsgruppen, andere(r) Weltanschauungen“) im Zweifelsfall „dem“ Menschen, d.h. dem Einzelnen, JEDEM MENSCHEN nachrangig ist: Ein Kollektiv kann also im modernen Rechtsstaat nicht sagen, wir ‚kultivieren‘ ab morgen Folter, Steinigung, Kannibalismus oder Hexenverbrennung. Kurz gesagt: Einzelrecht vor Gruppenrecht, oder: Der Mensch im Mittelpunkt (das verbindet ja bereits Renaissance und Romantik, zwei Wurzelgründe des Jugendbewegten und Scoutistischen).

Ob wirklich gesagt werden kann, dass einer der Ursprünge und Urkräfte der Ausformung von der Idee der am 10. Dezember 1948 hörbar und lesbar gewordenen ‚Findung‘ AEMR jene wandernden und singenden Freideutschen gewesen sind, das müsste man freilich erst auszusprechen wagen.

Wagen wir`s.

Mit freundlichen Grüßen

Cees

(Düsseldorf)

25. Oktober 2011

Betreff: Meißner 2013 und die allgemeinen Menschenrechte

Lieber Gerhard,

vielen Dank für deine wertschätzende Nachricht,

ja gerne kannst du meine Nachricht in ‚Aussprache‘ des Weihnachtsheftes veröffentlichen, das wäre mir eine besonders große Freude und entspricht der Tugend demokratischen Diskutierens. Zu mir selber (gerne von dir so publizierbar und gerne auch mit beliebigen Sätzen aus dieser Mail verziert): „Cees van der Duin, 32 Jahre alt, Sozialarbeiter, lebt und arbeitet in Düsseldorf. Cees erlebte seine Jugendjahre in den Pfadfindergruppen der niederländischen Provinz Limburg.“

Es geht um Globalisierung … für Nostalgiker ein Schreckgespenst, für Unterdrückte ein Hoffnungsschimmer, denn die Frage ist ja, was sich globalisieren soll, Pressefreiheit oder Pressezensur, ökonomische Ausbeutung oder Gewerkschaftsgedanke, Gleichschritt oder Freigeist.

Mein Credo als säkularer Christ, Altpfadfinder und Gewerkschaftler ist klar: 100 % AEMR, und gemeint ist stets das Individuum, nicht das ethnoreligiöse Kollektiv. Die Volks- oder Religionsangehörigkeit der Großeltern oder Eltern darf ‚das Schicksal‘, den Lebensweg eines Kindes oder Jugendlichen nicht bestimmen, schon gar nicht seine Chancen einschränken. Meinungswechsel oder Glaubenswechsel ohne Sorge vor Diskriminierung braucht Bürger-Sein (vgl. bei Bassam Tibi das frz. citoyen, citoyenne), benötigt universelle Menschenrechte (AEMR = Allgemeine Erklärung der Menschenrechte).

Vielleicht ist die AEMR allseits bekannt und bereits jetzt bei den Lesern von Idee und Bewegung bzw. in den Jungen Bünden mehrheitsfähig, das wäre mir besonders recht.

Der Hohe Meißner ist für mich Symbol des hellenischen ‚erkenne dich selbst – werde der du bist – sei!‘, Wiederhall des von da Vinci aufgezeichneten Renaissance-Bildes des „vitruvianischen“, ebenso in menschlicher Würde wie in rationaler Nüchternheit betrachteten Menschen in den (weltheimische All-Einheit und lernfreundliche Weltvernunft darstellenden?) geometrischen Figuren Kreis und Quadrat. Meißner ist Endphase der Strömungen des sensiblen Weltempfindens und sozialen Mitleidens der deutschen (und wohl auch: der europäischen) Romantik.[6]

Der Hohe Meißner ist mir das Sinnzeichen dessen, was Goethe unter Menschentum und Hermann Hesse unter Eigensinn verstand. Und der Freideutsche Weg führt, so empfinde ich das, geradewegs zum 10.12.1948, zum Bekunden der Universalität der Rechte des Menschen, die auch vom herrschenden Brauchtum oder religiösen Dogma nicht angetastet werden darf.

Meine Hoffnung ist, dass die uneingeschränkte Gültigkeit Allgemeiner Menschenrechte (AEMR) auf dem HOHEN MEISSNER des Jahres 2013 in der zu erwartenden Erklärung / Resolution wenigstens genannt werden wird – angesichts des erneuerten Fundamentalismus (US-amerikanische ‚Christliche Rechte‘, politischer Islam) versteht sich das mittlerweile offensichtlich nicht mehr von selbst.

Ich habe das Gefühl, so deutlich werden zu müssen, weil der Menschenrechtsbegriff seit 1979 (Chomeini) oder 1990 (Cairo Declaration on Human Rights in Islam (CDHRI)) löchrig zu werden und auszufransen droht, besonders seit der genannten Kairoer Erklärung der ‚Menschenrechte im Islam‘ und, 2010 / 2011, durch die OIC-Staaten, die (ausgerechnet!) den UN-Menschenrechtsausschuss dominieren. Die Cairo Declaration ordnet alle Menschenrechte dem Islamischen Recht (Scharia) nach. Das Bestreben, Individualrechte durch religiöse bzw. religiös daherkommende Gruppenrechte zu überdecken, findet sich etwa hier:

„Die Resolution wurde mit 24 zu 14 Stimmen bei neun Enthaltungen angenommen. Neben europäischen Staaten stimmten auch Kanada, Japan und Südkorea dagegen. Diese kritisierten insbesondere die einseitige Ausrichtung der Entschließung auf den Islam und dass die Resolution nicht auf die Problematik der Meinungsfreiheit eingehe. … Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch erklärte, die Resolution könne die Grundrechte Einzelner gefährden.“[7]

Vielleicht bin ich nicht der einzige, der den Freideutschen Jugendtag 1913 als eine der Hauptquellen der universellen Menschenrechte erblickt. Die 35 Jahre (und zwei Weltkriege) später, am 10. Dezember 1948 feierlich bekundete AEMR (die Nazi-Barbarei war gerade überwunden, der nicht weniger grausame Stalinsche Totalitarismus noch nicht) wäre dann sozusagen eine ‚Fortsetzung der Meißnerformel mit anderen Mitteln‘.

Wird es Gegendruck geben, ist die Gestimmtheit etwa schon so, dass ‚die Ruhe stört‘, wer zur Selbstverpflichtung auf die AEMR drängt? Dann darf man ganz jugendbewegt ein wenig ‚Ruhestörer‘ sein.

Die Milieus eingefleischter Männerbündler mögen sich mit dem ‚gleichheitsfeministischen‘ Anspruch der (ernst genommenen) AEMR schwer tun, doch in den Reformbewegungen der Zeit um 1900 bis 1913 gab es ein gelebtes Miteinander von Mädchen und Jungen, Frauen und Männern. Wenn auch ‚1913‘ noch nicht erklärt feministisch daherkam (oder doch? man sollte Alice Schwarzer fragen), braucht sich die jugendbewegt-bündische Praxis auch angesichts der antipatriarchalen bzw. traditionskritischen, in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erhobenen Forderungen nach dem ’neuen Mann‘ oder nach ‚reflektierter Jungenarbeit‘ nicht zu verstecken.

100 % AEMR, da gibt es nichts zu verhandeln. Bei den weltweit verbreiteten Scouts müsste diese Überwindung von Nationalismus, Rassenwahn und Religionsdünkel aus der Idee der ‚weltweiten Bruderschaft‘ resultieren, meine ich jedenfalls. Auch das sahen andere anders und verteidigten 2011 CDHRI nebst Scharia im Namen des Multikulturellen und der Kultursensibilität. Nein, hier sollte man, gerade als Pädagoge oder Jugendgruppenleiter, bekennen, ‚unsensibel‘ zu sein.

Wir können der britischen Menschenrechtsaktivisten Maryam Namazie danken, die der weltweit vorhandenen bzw. drohenden Rechtsverschiedenheit eine Absage erteilt und mit One Law For All die unteilbaren Menschen- und Bürgerrechte fordert, die für jeden gleich gelten, auch für den Gottlosen oder für die Frau.[8]

Die Traditionen und Religionen gehören zum Erbe der unteilbaren Menschheit. Doch nur eine diskriminierungslose und säkulare Gesellschaft kann eine freiheitliche Gesellschaft sein. Ob internationale Scouts oder deutsche Jugendbewegte, um das Bekennen zur AEMR kommen wir nicht herum. Gollwitzer, Meißnerfahrer von 1963, mahnt uns sicherlich, die Apartheid der Stämme und Glaubensnationen zu überwinden und, die kulturelle Moderne betretend, dem Menschen an sich Würde zu verleihen:

„Die Meißner-Formel ließen wir Bündische oft als individualistisch verleumden, statt zu erkennen, dass man sie als die Kernformel eines demokratischen Bewusstseins verstehen kann.“[9]

Mit freundlichen Grüßen

Cees

(Cees van der Duin)

[1] Nicht Ex-Muslime oder muslimische Säkulare leben in Deutschland, sondern Schariapflichtige? Stachowitsch: „Die in Deutschland lebenden Muslime sollten mithelfen, dass in ihren Heimatländern den Christen diejenigen Freiheiten zugestanden werden, die Muslime bei uns haben.“

aus: Alexej Stachowitsch: Gedanken zur Lage der Bünde vor dem Hohen Meißner 2013.

http://www.kulturinitiative-lebendig-leben.de/KI_WEB/Artikel_2013/Axis_Gedanken.pdf

[2] Januar 2007, der Ludwigstein tritt ein in die „Begegnung mit dem Islam“. Heidrun Roßdeutscher darf Rudolf Steiner seelsorgerlich mit Feldherrn Mohammed aussöhnen, vermittels „Sprachqualitäten und mit Hilfe von Suren aus dem Koran entsprechend einiger Wege der Waldorfpädagogik.“

aus: Einladung zum 2. Bildungskongress der Kulturinitiative ‚lebendig leben’ vom 26.-28. Januar 2007, Veranstalter: VDH e.V. – Kulturinitiative ‚lebendig leben’ Gerhard Neudorf

http://www.kulturinitiative-lebendig-leben.de/KI_WEB/Faltblatt-Einladung+Programm2007.pdf

Bildungskongress „Durch Bildung das Leben meistern“ auf der Jugendburg Ludwigstein am 26.-28.1.2007

„Auszugsweise erwähnt seien hier einige fachbezogene Angebote:

– für Klassenlehrer und Biologen: Praktische Wildnispädagogik und Wandern und Zelten

– für Klassen-, Deutsch- und Musiklehrer: Kommunikationstraining für Grundschüler mit Gongs und Klangschalen, ferner: Integration von Kindern und Jugendlichen im Deutschunterricht, vor allem der Klassen 7 – 11

– nicht nur für das Fach Musik: mitreißende internationale „Lieder“ und „Die Stimme im Lehrberuf“,

– für Religions- und Ethiklehrer: eine AG zum Verhältnis der beiden Fächer und eine weitere AG zur „Begegnung mit dem Islam“

Den besonderen Charme des Kongresses vermitteln die Morgenrunden und die kreativen Abende, die aus dem Kulturschatz der Wandervögel, Pfadfinder und ähnlicher Gruppen schöpfen, besonders aus den vielen Liedern, Tänzen und dem Theaterspielen – Anregungen für die Auflockerung und Verlebendigung des normalen Schulalltags.

Der Abschluss am Sonntag dient auch Planungen für die Zukunft, vor allem der Schaffung eines neuen reformpädagogisch-orientierten Lehrer(fort-)bildungswerks.

Informationen und schriftliche Anmeldung: Büro des VDH e.V.- Kulturinitiative, Gerhard Neudorf

http://www.kulturinitiative-lebendig-leben.de/KI_WEB/Presseinformation%20zum%20Bildungskongress.pdf

Heidrun Roßdeutscher, ehemalige Lehrerin an der Frauenschule auf dem Sattelberg (…)

Dr. Detlef Görrig: Christlich-Islamischer Dialog

Schöpfung, Gottes- und Menschenbild in Christentum und Islam

Scharia, Menschenrechte und Zehn Gebote – was ist für wen gerecht?

Quelle: NMZ (Nordelbisches Zentrum für Weltmission und Kirchlichen Weltdienst)

http://www.nmz-mission.de/fix/files/doc/nmz_halbjahresprogramm_2010.pdf

[3] Koran 4:34, sogenannter Prügelvers: and beat them!

bei Dawood:

Men have authority over women because God has made the one superior to the other, and because they spend their wealth to maintain them. Good women are obedient. They guard their unseen parts because God has guarded them. As for those from whom you fear disobedience, admonish them and send them to beds apart and beat them. Then if they obey you, take no further action against them. Surely God is high, supreme.

bei Shakir:

Men are the maintainers of women because Allah has made some of them to excel others and because they spend out of their property; the good women are therefore obedient, guarding the unseen as Allah has guarded; and (as to) those on whose part you fear desertion, admonish them, and leave them alone in their sleeping places and beat them; then if they obey you, do not seek a way against them; surely Allah is High, Great.

bei Arberry:

Men are the managers of the affairs of women for that God has preferred in bounty one of them over another, and for that they have expended of their property. Righteous women are therefore obedient, guarding the secret for God’s guarding. And those you fear may be rebellious admonish; banish them to their couches, and beat them. If they then obey you, look not for any way against them; God is All high, All great.

http://www.bible.ca/islam/islam-wife-beating-koran-4-34.htm

[4] Koran 9:5, sogenannter Schwertvers:

bei Paret:

Und wenn nun die heiligen Monate abgelaufen sind, dann tötet die Heiden, wo (immer) ihr sie findet, greift sie, umzingelt sie und lauert ihnen überall auf!

http://de.wikipedia.org/wiki/Schwertvers

bei Abdullah Yusuf Ali:

But when the forbidden months are past, then fight and slay the Pagans wherever ye find them, an seize them, beleaguer them, and lie in wait for them in every stratagem (of war);“

http://en.wikipedia.org/wiki/At-Tawba_5

vgl. die religiös argumentierende Hamas, der satzungsgemäß die Tötung von Juden zur Voraussetzung für die Herankunft Jüngsten Gerichts ist:

Die Stunde des Gerichtes wird nicht kommen, bevor Muslime nicht die Juden bekämpfen und töten, so dass sich die Juden hinter Bäumen und Steinen verstecken und jeder Baum und Stein wird sagen: ‚Oh Muslim, oh Diener Allahs, ein Jude ist hinter mir, komm und töte ihn!

http://de.wikipedia.org/wiki/Hamas

The Day of Judgement will not come about until Muslims fight the Jews (killing the Jews), when the Jew will hide behind stones and trees. The stones and trees will say O Muslims, O Abdulla, there is a Jew behind me, come and kill him.

http://www.mideastweb.org/hamas.htm

[5] Mit Wandervogelscharia hinauf zu Allah auf den Ludwigstein? Dr. Thomas Ogger: Spirituelle Aspekte des Wanderns, in: Ludwigsteiner Blätter Heft 241 (Dezember 2008), p 12-18.

http://www.burgludwigstein.de/fileadmin/LudMedia/0168_VJL/LB/LB241.pdf

Thomas Ogger übersetzt uralte Texte zum Seelen rettenden Kulturrassismus der Dhimma, wissen die revolutionären Gottesfreunde von ESLAM. Das Abkommen zwischen Imam ‚Ali (a.) und den Christen

„Aufgrund dieser Übereinkunft wird allen Christen, die innerhalb des islamischen Reiches leben, Sicherheit gewährleistet. Dieser Vertrag ist ausreichend und für die Ewigkeit gedacht, damit sie der Vereinbarung, die ich mit ihnen getroffen habe, Loyalität erweisen. … Für das Verfassen dieses Schriftstückes habe ich hoch gestellte muslimische Persönlichkeiten und meine besten Gefährten versammelt und für die Christen Bedingungen gesetzt, die auch für die späteren Generationen gelten werden. …

Wer sich von meinen Anhängern gegen mich stellt, bricht den Vertrag Gottes und wendet sich von dem Befehl Gottes des Erhabenen ab, sodass Gott seinen Schaden und Nachteil rechtfertigen wird. …

Man muss die Christen unter die Fittiche der Barmherzigkeit und Zuneigung nehmen und die Übel von ihnen und von überall da, wo sie sind, vertreiben.

http://www.eslam.de/manuskripte/vertraege/abkommen_imam_alis_mit_christen.htm

Museum in aller Munde – Jesus und Mohammed – Poesie und Mystik (Lesung/Vortrag)

17.12.2005, 18.00 Uhr, Museum Neukölln, Berlin

Was geschieht, wenn Mohammed und Jesus sich begegnen? Streit oder Frieden? Ein Stück Poesie aus Bibel und Koran, verwoben mit Worten der christlichen und islamischen Mystik. Der Erzengel Gabriel führt durch das Programm, begleitet von Musik und Gesang. Zwei Schauspielerinnen sprechen Jesus und Mohammed. Ein ungewöhnliches Bühnenprojekt über die Begegnung zweier Weltreligionen. Nach dem Theaterstück „Jesus und Buddha – eine Begegnung“ ist dies die zweite Produktion der Theatergruppe spirit dialox. Das Ensemble von spirit dialox hat es sich zur Aufgabe gemacht, religiöse und spirituelle Texte als Bühnenprojekte zu realisieren.

Eine Produktion des Ensembles spirit dialox.

Darsteller: Nina Herting, Mia Kaspari, Mathias Eysen

Buch/Regie: Harald-Alexander Korp

Musik und Gesang: Hanan El-Shemouty

Islamwissenschaftliche Beratung: Dr. Thomas Ogger.

http://www.zwischen-krieg-und-frieden.de/suche.html?Region=0&Detail=0&Stadt=Berlin&Vhaus=0&Vart=0&Kinder=&DatumAb=&DatumAm=&Begriff=&Aktion=Suchen&Seite=10

Dr. Thomas Ogger (Iranist, Islam- und Musikwissenschaftler)

Thema: Die verborgene Sprache der Musik – Musikauffassung und -ausübung in Orient und Okzident –

Veranstaltungsort: Kulturabteilung der Botschaft der Islamischen Republik Iran, Drakestr. 3, 12205 Berlin – Lichterfelde.

http://fa.berlin.icro.ir/index.aspx?siteid=191&pageid=11681&newsview=555572

bei: ICRO – Organisation für Islamische Kultur und Beziehungen (Kulturabteilung der Botschaft der Islamischen Republik Iran, Berlin); im Blick: Bank Melli sowie IRNA – Iranische Presseagentur

http://fa.berlin.icro.ir/index.aspx?siteid=191&pageid=5706

Erstes Hafis-Symposium in Berlin

03. Dezember 2010

Die Botschaft der Islamischen Republik Iran in Berlin und der Oberste Rat der im Ausland lebenden Iraner veranstalteten am 03. Dezember 2010 das Erste Hafis-Symposium in Berlin. An dieser Veranstaltung nahmen ca. 200 Hafis-Freunde, Akedemiker und Studenten aus verschiedenen Bundesländern teil. …

Professor Dr. Hartmut Bobzin (Universität Erlangen) hielt einen Vortrag über Rückert und Hafis. Danach stellte Herr Professor Dr. Manfred Lorenz (Humboldt-Universität Berlin) in seinem Vortrag wichtige Aspekte der Begegnung zwischen Ost und West- Hafis und Goethe dar. Nach der Pause sprach Professor Dr. Ali Radjaie (Universität Arak) über Hafis und die Macht des Wortes. Danach hielt Frau Dr. Katja Föllmer (Universität Göttingen) ihren Vortrag über Aspekte mystischer Dichtung – Hafis im Vergleich. Anschließend referierte Dr. Thomas Ogger, Orientalist und Musikwissenschaftler, über Hafis und Musik. Der letzte Redner war Herr Esfandiar Rahim Mashaie, Präsidialamtsminister und Präsident des Obersten Rates der im Ausland lebenden Iraner über Die Philosophie des Seins am Beispiel der Hafisischen Dichtung.

Am 02. Dezember 2010 hatte die Hafis-Gesellschaft in Hamburg ein Seminar unter dem Titel Hafis und Goethe – Dichterische Geistesverwandtschaft als Symbol für Völkerverständigung und Toleranz, veranstaltet. Auf dieser Veranstaltung haben u.a. Herr Botschafter Sheikh Attar, Herr Präsidialamtsminister Esfandiar Rahim Mashaie, Professor Dr. Manfred Lorenz und Professor Dr. Mehr Ali Newid vor mehr als 80 geladene deutsche und iranische Akademiker und Hafis-Freunde gesprochen.

http://www.iranembassy.de/ger/text/%D9%8DErstes%20Hafis.htm

Der Grüne Heilige, al-Chidr? Eine Sagengestalt, an vielen Orten gar ein Heiliger im Islam. Ein grüner Prophet, der die Erneuerung der Vegetation verkörpert oder die lebenspendende Kraft der Gewässer. „Der Grüne“ (al-Ḫiḍr bzw. al-Ḫaḍir / Ḫaḍr; anglisiert al-Khidr / Khizr oder al-Khadr / Khazr) ist seit islamischer Zeit mythischer Stadtgründer von Damaskus, Edirne, Herat, Samarkand und Tunis. Dieser Ölbaum in der jordanischen Stadt Kerak etwa genoss als Chidr-Heiligtum hohes Ansehen. Das Bild wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von Alois Musil aufgenommen.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/8a/Khidr-sanctuary_al-Karak.jpg

Nordindische Miniatur zum Ḫiḍr. V&A – “The legendary Muslim saint, Khwaja Khizr, standing on a large fish swimming on the surface of water. The saint holds out his hands in prayer with a rosary looped over his left hand. He is facing left and is dressed in robes in his traditional colour of green.”

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/95/Khizr.JPG

The Legend of El Khidr, the green saint or Prophet.

http://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/03068374608731218?journalCode=raaf19

Bei Samandag (Türkei) fährt im Juni 2011 ein Auto dreimal rituell um das Khidr-Heiligtum.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/a4/Khidr-Heiligum_Samandag.jpg

Dem Chidr ist der Sakralbezirk von Kataragama geweiht, eine Krankenstation der Sufis.

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Chidrheiligtum (Khidr sanctuary) auf einer Indusinsel in der pakistanischen Provinz Sindh. Fotografiert von Henry Cousens im Jahre 1911

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/3f/Khidr_sanctuary_Bhakkar.jpg

An der Chidr-Moschee zu Kataragama (Sri Lanka) ehrt man den Grünen Heiligen: „Unser Herr, al-Chidr Abū l-‚Abbās, Balyā, Sohn des Malkān, Gott spende ihm und unserem Propheten das beste Heil“

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/ae/Khidr_Abu_l-Abbas.jpg

Alois Musil (* 30.06.1868 in Rychtařov / Richtersdorf, Mähren; † 12.04.1944 in Otryby bei Český Šternberk / Böhmisch Sternberg, Mittelböhmen)

Alois Musil, fotografiert 1891

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/b/b9/Alois_Musil_-_Jugendbildnis.jpg

Alois Musil, fotografiert 1898

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/1/17/Alois_Musil_-_in_arabischer_Tracht.jpg

Alois Musil, fotografiert 1914

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Hoher Meißner, von Osterode aus und nach Süden gesehen

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75. Wiederkehr des Freideutschen Jugendtages. Hoher Meißner 1988

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Gedenktafel auf dem Meißner: Freideutscher Jugendtag 1913

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Frau-Holle-Teich mit Holzfigur der Frau Holle

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http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/eb/Frau-Holle-Teich_001.jpg

Das ist doch der Gipfel – des Meißners: Kalbe 720 m (nun, Kasseler Kuppe, 754 m, und Kasseler Stein, 748 m, sind noch etwas höher). Sehr viel Schnee, Frau Holle hat ganze Arbeit geleistet. Dezember 2009.

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Blick von der Kalbe, Juni 2007

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Burg Ludwigstein

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Angereiste Jungengruppe, 1948

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Alte Ansichtskarte von der Jugendburg

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Ludwigstein

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Volkstanz. Europäische Jugendwoche Burg Ludwigstein

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Enno Narten: Wandervogel, Bauingenieursstudent 1908, Hilfslehrer im Landesziehungsheim Haubinda 1914, Mitarbeiter bei der Gründung des Jugendrotkreuz nach 1945, Jugendpflegedezernent, Naturschutzaktivist, Protestierer gegen Wiederbewaffnung (dafür flog er wie bereits 1933 aus der SPD) und Vietnamkrieg. Enno Narten ist der Urheber des jugendbewegten Ludwigsteins.

http://burgludwigstein.de/Wer-war-Enno-Narten.411.0.html?&L=sjoqqalohrr

[6] Der vitruvianische Mensch ist eine berühmte, Zeichnung von Leonardo da Vinci aus dem Jahr 1492.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/22/Da_Vinci_Vitruve_Luc_Viatour.jpg

[7] „Auf Antrag der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) hat der UN-Menschenrechtsrat in Genf eine Resolution für ein weltweites Verbot der öffentlichen Diffamierung von Religionen verabschiedet. … In der Erklärung vom Freitag wird neben dem Islam keine andere Religion erwähnt.“

http://www.net-tribune.de/article/300307-194.php

[8] New Report by One Law for All

“Sharia Law in Britain: A Threat to One Law for All and Equal Rights”

http://www.onelawforall.org.uk/new-report-sharia-law-in-britain-a-threat-to-one-law-for-all-and-equal-rights/

[9] Hoher Meißner 1963: Rede von Professor Dr. Helmut Gollwitzer (Pfarrer; als Wehrmachtssoldat in russischer Kriegsgefangenschaft)

„Nichts einte diese “Bewegung” als der neue Lebensstil, der die äußere wie die innere Haltung prägte. Er aber genügte, damit wir uns wieder erkannten als verwandten Geistes über die Zäune der Anschauungen hinweg, die wir von den Älteren übernommen hatten. Seinetwegen fühlte ein Junge aus den rechts stehenden Gruppen der Bündischen Jugend sich den jugend-bewegten Sozialisten näher als den Angehörigen der Bismarckjugend und der Hitlerjugend.“

http://www.rundschau-hd.de/archives/2450/

247. Gau Nassau-Oranien

2. Juli 2011

الكشافة

al-Kaššāfa

Scouts and Guides

Pfadfinder

Die Pfadfinder und das Reden über den Islam

Scoutistische Korrespondenz zum Thema Rechtsstaat und Scharia aus dem Monat Juni 2011. Nach dem Kommentarbereich zu Eifelginster-Beitrag 223 zusammengefasst von Cees van der Duin.

Auf dem Jugendzeltplatz Kreuzberg feierte der dem Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) angeschlossene, um Koblenz ansässige Gau Nassau-Oranien (GNO) vor vier Wochen, am 4. Juni 2011, sein sechzigjähriges Bestehen. Das frühere VCP-Mitglied Edward von Roy besuchte seinen alten Gau und brachte, dem festlichen Anlass angemessen, AEMR-basierte Gedanken zur Trennung von Staat und Religion mit nach Boppard, die er in einer gebundenen Druckschrift zusammenfasste: Secularity, Scouting and Sharia: 60 Jahre Pfadfinderarbeit im GNO, 62 Jahre deutsches Grundgesetz.

Lisa Juhr sowie Oliver Mahn reagierten im Kommentarbereich des Blogs Eifelginster: Pfadfinderische Islamkritik auf den Text, wahrscheinlich im Gauauftrag, jedenfalls knapp und frostig. Zum Nachdenken und Beantworten hatten sich die Schulungsbeauftragte und der Theologiestudent satte zwanzig Tage Zeit gelassen, doch die Worte Hidschab, Scharia oder Islam, immerhin Kernthemen von Secularity, Scouting and Sharia, wollten Juhr und Mahn einfach nicht über die Lippen gehen.

Während Wahhabiten (IUMS mit Sitz in Dschidda; im WOSM) und Muslimbrüder (etwa IZ München: Islamische Pfadfinder; FIOE: Federation of Muslim Scouts in Europe) den Scoutismus global unterwandern, schwenkt anscheinend auch die rheinland-pfälzische evangelische Jugendarbeit auf Kosten von Pressefreiheit und Bürgerrechten in den proislamischen Herrschaftskult von Kapitalvergabe, Naturerklärung und Seelenrettung ein. Dabei waren die mit Bilal Philips kooperierenden Prediger der kulturellen Gegenmoderne Europas, Abdur-Raheem Green und Pierre Vogel, in der Koblenzer Innenstadt erst eine Woche vor dem Jubiläumstag öffentlich aufgetreten.

Datum: Sun, 05 Jun 2011 18:02

Betreff: Bopparder Kreuzberg – Sechzig Jahre GNO

Von Edward von Roy, Mönchengladbach

An Andreas Nick, Gauführer GNO

Lieber Andreas,

sicherlich im Namen aller Älteren aus dem historischen Norden des GNO (Rheinbach und Meckenheim) danke ich für die gestern erfahrene Gastfreundschaft und den gewährten Einblick in einen blühenden heutigen Gau Nassau-Oranien. Danke auch an die Küchenmannschaft (fast alles Frauen…) für den leckeren Kaffee und Kuchen. Landschaft und Wetter zeigten sich, dem Anlass gerecht, von ihrer besten Seite.

Weil Pfadfinderpädagogik, gerade auch im Bereich der Evangelischen Kirche, so wichtig ist und weil ich dem GNO der Achtziger Jahre so viel verdanke (tolle Pfingstlager und ein unvergesslicher B-Kurs in Bermel), wiederhole ich meinen Glückwunsch zum sechzigjährige Bestehen – und wünsche dem Gau viel Erfolg für die nächsten sechzig Jahre.

Gerne bin ich gestern deinem Vorschlag nachgekommen, meinen hier angehängten Text Secularity, Scouting and Sharia nicht weiter auszuteilen; vier oder fünf Aktivisten der in einem eigenen Zelt sehr schön eingerichteten Geschichtswerkstatt erhielten ihn allerdings bereits eine Stunde eher als du, und dahin, in die ‘Abteilung VCP-Geschichte’, gehört mein Text ja schließlich auch.

Warum sollen Pfadfinder doof sein und über Globalisierung, Integration und Demokratie nicht nachdenken – mein Text ist ein Impuls zum Weiterdenken, die Inhalte stelle ich zur Diskussion. Ob ihr als VCP-Landesverband oder als Gau Nassau-Oranien die islamkritische Diskussion im Herbst 2011 oder später führen wollt oder nicht, müsst ihr selbst entscheiden, mit Secularity, Scouting and Sharia habt ihr jetzt ein erstes Grundlagenpapier, bisher hattet ihr gar nichts. Mein Text schließt eine Lücke, und so verstehe ich meine Rolle als Ehemaliger.

Das Thema Islam setzt Emotionen frei, wie wir beide gestern gemerkt haben, schließlich ist es für dich nicht alltäglich, jemandem nahezulegen, den Rest des Tages einen Text zu Islam und Scharia auf dem Bopparder Jugendzeltplatz nicht auszuteilen.

WOSM und WAGGGS haben ein Problem, denn wo Muammar al-Gaddafi nicht sponsort, finanziert Saudi-Arabien die scoutistische Jugendarbeit zwischen Marokko und Malaysia kräftig mit. Im Genfer UN-Menschenrechtsrat haben OIC-Staaten die demokratische Mehrheit, der Begriff der Menschenrechte folgt damit nicht mehr der AEMR (10.12.1948), sondern der Kairoer Charta von 1990. Die Kirche lechzt nach dem ‘Dialog mit dem Islam’, mit dem man schließlich bestens Karriere machen kann; gestern waren mehrere theologisch ausgebildete Menschen auf dem Bopparder Kreuzberg, die natürlich nichts gegen islamischen Kopftuchzwang und islamisches Familienrecht (Teil der Scharia) sagen.

Nur ein ‘Nichtaktiver’ kann derzeit überhaupt bei einem Pfadfinderverband über den Islam sprechen; als Theologiestudent, Pfarrer oder Pädagoge bestünde diese Möglichkeit wohl nicht, wie das – kalkulierte – Schweigen von DPSG und VCP zur diskriminierenden Scharia klarmacht.

So aber kann es nicht weitergehen, denn: ‚die Konkurrenz schläft nicht‘ und Deutschlands Kinder und Jugendlichen mit oder ohne Migrationshintergrund werden sich die Antwort zum Islam holen, sei es bei den Nazis von NPD oder ‚Pro Köln‘ oder bei den Salafisten wie Pierre Vogel oder Mustafa Cerić. Der VCP, dem das Thema Lehrerinnenkopftuch bis heute entweder zu heiß oder schlicht egal gewesen ist, muss sich entscheiden: Für oder gegen die Scharia.

Vor drei Tagen durfte der urgemeindlich (salafistisch) ausgerichtete islamische Theologe Mustafa Cerić („opening the way for the Muslim law“) auf dem Evangelischen Kirchentag in Dresden sprechen, die selbe Kirche lässt ihre Minderjährigen dort als Helfer herumlaufen (auch VCP) und blockiert jede Kritik an Kopftuch oder Scharia überall in Deutschland bereits mit erstaunlich hoher Gewalt. Wir Kritiker von Hidschab und Fiqh bekommmen in ganz Europa seit Jahren keine Zeile mehr in einem kirchlichen Gemeindebrief oder in einer Jugendverbandszeitschrift unter. Diese Blockade des verweigerten Denkens und Sprechens gilt es, für jeden, der den barbarischen und totalitären Charakter der Scharia sieht und der sein Pfadfinderversprechen ernst nimmt, zu durchbrechen.

Meine Rolle am gestrigen Tag, am 03.06.2011, ist also gewesen, das Thema Islam und Scharia anzusprechen, ein Thema zu dem EKD und VCP nichts sagen möchten, dieselbe EKD bzw. derselbe VCP, der seine minderjährigen Helfer aber im Juni 2011 in Kongresshallen schickt, in denen der dem Netzwerk des Yusuf al-Qaradawi angeschlossene bosnische Großmufti redet, ein radikaler Befürworter des Islamischen Rechts (Scharia).

Die aus Boppard stammende Naika Foroutan verbreitet das radikalislamische Gedankengut über Projekte wie ‚Heymat – hybride Identitäten‘ und ‚Junge Islam Konferenz‘ in unseren Hochschulen und im Berliner Regierungsviertel. Foroutan und Cerić seien jetzt das Stichwort: Boppard ist der richtige Ort, der Termin des schariafreundlichen Kirchentages der richtige Zeitpunkt.

In der besagten Jurte (eure Homepage: „neben einer Ausstellung des Bundesarchivs“) warb eine junge Dame, violettes Oberteil, für eine Zusammenarbeit mit einem Muslimischen Pfadfinderbund (ob Bund Moslemischer Pfadfinder Deutschlands (BMPD; proschariatisch, Nursi-Sufismus) oder Islamische Pfadfinder / Deutsches Komitee (c/o IZ München = Muslimbrüder; zu: Islamic Committee on World Scouting), wusste sie leider nicht zu sagen).

Ich kam gerade vorbei und wollte mir das Stichwort Islam bzw. Muslim Scouts natürlich nicht entgehen lassen. Die Jubiläumsteilnehmerin gab (etwas patzig) zu, schon lange und sehr genau zu wissen, dass im EU-Staat Griechenland zwölf- oder elfjährige Mädchen nach der Scharia verheiratet und alsbald geschwängert werden; ich betonte, dass sich Demokraten von einer solchen Religionspraxis endlich distanzieren müssen. Ich sagte auch, dass ich als Sozialarbeiter solche Mädchen gesehen habe und dass Kindbraut nicht Islamismus ist, sondern Islam.

Zwei Gedanken darf ich zustimmend zitieren, Festschrift Seite 4, H.P.: „das Lernen und Einüben von Handeln im demokratischen Wertesystem“ sowie, Seite 5, Gauältester: „Aber Jugendarbeit lebt in der Gegenwart und für eine gute Zukunft.“

Auf das demokratische Wertesystem und eine gute Zukunft,

Gut Pfad

Edward

(Edward von Roy, Ehemaliger aus dem im VCP Meckenheim Stamm Herigar)

Oliver Mahn sagt:

24. Juni 2011 um 4:28 PM

GEGENDARSTELLUNG

„Die Thesen unter der Überschrift „Secularity, Scouting and Sharia“, verfasst von Edward von Roy, widersprechen der Ansicht und den Grundsätzen des Gau´s Nassau Oranien (GNO) im Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP). Der Verfasser ist KEIN Angehöriger dieses Verbandes und hatte zu keiner Zeit den Auftrag, im Namen des GNO solche Thesen niederzuschreiben, zu veröffentlichen oder auf anderem Weg zu verbreiten. Der Verfasser hat sich widerrechtlich des Namens und der Organisation des Gau´s Nassau Oranien und des VCP bedient. Die Führung des GNO distanziert hiermit ausdrücklich von den getroffenen Aussagen.“

Nassauer sagt:

24. Juni 2011 um 6:03 PM

GEGENDARSTELLUNG

„Die Thesen unter der Überschrift „Secularity, Scouting and Sharia“, verfasst von Edward von Roy, widersprechen der Ansicht und den Grundsätzen des Gau´s Nassau Oranien (GNO) im Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP). Der Verfasser ist KEIN Angehöriger dieses Verbandes und hatte zu keiner Zeit den Auftrag, im Namen des GNO solche Thesen niederzuschreiben, zu veröffentlichen oder auf anderem Weg zu verbreiten. Der Verfasser hat sich widerrechtlich des Namens und der Organisation des Gau´s Nassau Oranien und des VCP bedient. Die Führung des GNO distanziert hiermit ausdrücklich von den getroffenen Aussagen.“

Eifelginster sagt:

24. Juni 2011 um 7:07 PM

Sehr geehrter Herr Mahn,

vielen Dank für Ihren Beitrag vom 24.06. 04:28 pm, dem sich sicherlich inhaltlich zustimmen lässt, von Ihrer These „Der Verfasser hat sich widerrechtlich des Namens und der Organisation des Gau´s Nassau Oranien und des VCP bedient“ abgesehen, denn der Verfasser, Edward von Roy, war zum einen früher einmal Mitglied in VCP und GNO und hat zum anderen im Jahre 2011 an keiner Stelle behauptet, die Meinung der heutigen Gauführung kundzutun.

Der pfadfinderische Blog Eifelginster steht, was die scoutistischen, islamkritischen und säkular-demokratischen Argumente des Thesenpapiers „Secularity, Scouting and Sharia“ betrifft, völlig hinter den Ansichten des Verfassers und kann nur hoffen, dass der Text, Ihrem offensichtlichen Unbehagen zum Trotz, auch im Großraum Koblenz gründlich gelesen wird.

Wie viele andere ehemalige VCP-Aktivisten, war am 04. Juni 2011 auch Edward von Roy beim 60-jährigen Gaujubiläum des GNO gerne anwesend und überreichte dem gewählten Gauführer Andreas Nick drei Exemplare seines „Secularity, Scouting and Sharia“. Herr Nick zeigte prinzipielle Aufgeschlossenheit, bat aber darum, weil er ja nicht wissen könne, was alles in dem Text geschrieben stehe, auf ein weiteres Verbreiten des Textes auf dem Bopparder Jugendzeltplatz zu verzichten. Dem kam der Altpfadfinder und Diplom-Sozialpädagoge natürlich gerne nach.

Im Übrigen müssen Oliver Mahn und Edward von Roy zu irgendwelchen Sachverhalten nicht dieselbe Meinung haben, denn sie sind zwei verschiedene Menschen. Dass unser Grundgesetz im Zweifelsfall Vorrang hat vor religiös begründeten Normen, sollte allerdings auch für VCP-Mitglieder nachvollziehbar sein, und dass sich der VCP nicht von der Scharia distanziert, ist wenig plausibel.

Ich meine, dass der Gau Nassau-Oranien zufrieden sein kann, wenn Freunde oder Ehemalige über die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen scoutistischen Arbeitens nachdenken. Vielleicht sollte der GNO ein paar Stunden Staatsbürgerkunde in ihre B-Kurs genannte Gruppenleiterausbildung integrieren?

Dem um Koblenz ansässigen GNO wünscht man weitere 60 Jahre erfolgreicher Jugendarbeit.

Mit freundlichen Grüßen

Cees van der Duin, Eifelginster

Edward von Roy sagt:

24. Juni 2011 um 8:28 PM

Sehr geehrter Herr Mahn,

ich hoffe, das haben Sie nicht ernst gemeint, wenn sie sagen: „Die Thesen unter der Überschrift „Secularity, Scouting and Sharia“, verfasst von Edward von Roy, widersprechen der Ansicht und den Grundsätzen des Gau´s Nassau Oranien (GNO) im Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP).“

Bislang war ich ziemlich sicher, dass sich VCP im Allgemeinen und GNO im besonderen voll zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte bekennen und nicht zum diskriminierenden Islamischen Recht (Scharia).

Heute stellt sich mir allerdings die Frage, ob Oliver Mahn das deutsche Grundgesetz mit religiöser Begründung (Scharia) überwinden möchte und Zweitfrau, Kindbraut und Burka „integrieren“ will – denn genau vor diesen Barbareien warnt „Secularity, Scouting and Sharia“ schließlich in aller Ausführlichkeit.

Vor drei Wochen erlebte ich einen sonnigen Nachmittag im Wald auf dem Bopparder Kreuzberg und traf dort viele alte Pfadfinderinnen und Pfadfinder, ein wichtiges persönliches Erlebnis. Dem (evangelisch geprägten) Pfadfindertum und da insbesondere dem Gau Nassau-Oranien verdanke ich viel.

Ich appelliere an Oliver Mahn, Errungenschaften der kulturellen Moderne wie die Gleichberechtigung von Mann und Frau dem „Dialog mit dem Islam“ nicht zu opfern.

Das Weltpfadfindertum hat die universellen Menschenrechte zu globalisieren, nicht die religiös begründete Rechtsspaltung.

Die Netzwerke der Wahhabiten (IUMS, International Union of Muslim Scouts) und Muslimbrüder (FEMYSO; über die aej ist der VCP in EYCE und mitverantwortet die EYCE-Kooperation mit FEMYSO) wollen allerdinge eher ein „Scouting“, das auf der Scharia basiert. WOSM hat die in Dschidda ansässige IUMS leider integriert. Pressefreiheit, Islamapostasie oder Gleichberechtigung der Frau sind in Saudi-Arabien Fehlanzeige, dafür gibt es ganz viel Religion (Scharia).

http://scout.org/en/about_scouting/partners/interreligious/iums

Herr Mahn, entscheiden Sie sich, wofür Sie als Pfadfinder arbeiten und werben: Für die am 10.12.1948 aufgestellte AEMR oder für die kulturrassistische und frauendiskriminierende Scharia.

Nicht alle VCP- bzw. GNO-Mitglieder reagieren auf „Secularity, Scouting and Sharia“ so entsetzt wie Sie. Und leider haben Sie der Öffentlichkeit vorenthalten, was genau denn an meinem Text so schrecklich ist. Gehen Sie doch mal auf Inhalte des Thesenpapiers ein, das wäre nett.

Mit freundlichen Grüßen

Edward von Roy

Oliver Mahn sagt:

25. Juni 2011 um 1:21 AM

Ein kleiner Nachtrag:

Wie Sie dem Beitrag nach meinem entnehmen können, ist es nicht meine Meinung, sondern die mehrerer GNOler (wenn nicht gar des ganzen GNO).

Zitat (Eifelginster): „Herr Nick zeigte prinzipielle Aufgeschlossenheit, (…)“

Zitat (GNO GEGENDARSTELLUNG): „Die Führung des GNO distanziert sich hiermit ausdrücklich von den getroffenen Aussagen.“

Hier schließt sich Herr Nick explizit ein.

Zitat (Eifelginster): „Edward von Roy (…) überreichte dem gewählten Gauführer Andreas Nick drei Exemplare (..)“

Ich möchte korrigieren, dass Herr von Roy auch mir und einem weiteren Vertreter des Landesarchivs, sowie der Vertreterin der Bundesleitung je ein Exemplar übergeben hat. Der Bitte von Herrn Nick wurde demnach scheinbar nicht folge geleistet.

Ich denke mit der GEGENDARSTELLUNG ist alles gesagt und ich möchte als Mitarbeiter des VCP GNO, sowie als Mitarbeiter der VCP-Bundesebene darum bitten, dass man davon Abstand nimmt Schriften mit den VCP und/oder dem VCP GNO in Verbindung zu bringen, die Inhaltlich keinen Bezug zu diesen erkennen lasse.

Einer persönlichen Meinungsäußerung steht dadurch nichts im Wege.

Eifelginster sagt:

25. Juni 2011 um 3:34 AM

Sehr geehrter Oliver Mahn,

oft sind Kleinigkeiten ganz wichtig wie die Reihenfolge von zwei kleinen Ereignissen. Ich habe mit mehreren Teilnehmern am GNO-Jubiläumstag inzwischen persönlich gesprochen.

Während Sie in Ihrer ersten Mail (24. Juni 2011 um 4:28 PM) unbelegt öffentlich andeuteten, Edward von Roy habe dem VCP und dem GNO Unrecht zugefügt (Mahn: „hat sich widerrechtlich des Namens und der Organisation des Gau´s Nassau Oranien und des VCP bedient.“), implizieren Sie nun öffentlich, das Ex-VCP-Mitglied sei eines Nachmittags vor etwa drei Wochen der Bitte des Gauführers und verantwortlichen Bopparder Jubiläums-Gastgebers nicht nachgekommen (Mahn: „Der Bitte von Herrn Nick wurde demnach scheinbar nicht folge geleistet“).

Eine beeindruckende Faktenferne, die ich als Blogbetreiber nicht kommentarlos stehen lasse.

Eigentlich müssen Sie wissen, wie Ihre beiden Andeutungen auf unbedarfte Leser wirken müssen, ich wiederhole aber die Impression: a) jemand Unmögliches behauptet zum Schaden eines Vereins eine falsche Identität bzw. Befugnis und b) derselbe Freche kommt einer Aufforderung einfach nicht nach.

Was also denkt der unbedarfte Leser über einen Menschen, der – angeblich, vielleicht – im Namen einer Organisation einen Text schreibt und der zusätzlich noch die Frechheit hat, – angeblich, vielleicht – mündlich getroffene Vereinbarungen in minutenschnelle zu brechen?

Sehr geehrter Oliver Mahn, über die in Secularity, Scouting and Sharia festgehaltenen islamkritischen Argumente mögen Sie ja sauer sein (warum eigentlich, der Text ist ausgezeichnet), doch wie Sie hier über den „Überbringer der schlechten Botschaft“ kommunizieren, ist kein feiner Stil.

Das von Ihnen zu b) gekonnt eingesetzte „wurde demnach scheinbar“ wäre in der Tat der Rede wert, aber die Überreichung des Secularity, Scouting and Sharia in der informativen Jurte des Archivs ereignete sich eine knappe Stunde eher als die Überreichung des von Oliver Mahn (und nicht vom Gau Nassau-Oranien) beanstandeten Textes an Andreas Nick (andi). Der Gauführer kam dann noch einmal eine geschätzte gute halbe Stunde später auf den ehemaligen Sippenführer im Stamm Herigar zu, nachdem dieser mit Jutta Hesse, „HP“ Hans-Peter von Kirchbach (kam gerade aus Dresden vom Kirchentag, ECFR-Scheich Mustafa Cerić war leider auch dort), Antje und Christoph „CH“ Maurer (Rheinbach) usw. gesprochen hatte, das berichten mir mehrere Teilnehmer übereinstimmend, die anschließend alle viertelstundenweise mit „eddi“ plauderten. Zu einem noch späteren Zeitpunkt traf der Meckenheimer den gründlich arbeitenden und unbedingt zuverlässigen Kai Driesch weit außerhalb des Zeltplatzgeländes und hielt sich selbst dort, mitten im Wald, an die Empfehlung von andi und ließ das für seinen alten B-Kurs-Leiter „möhre“ eigens vorgesehene Exemplar im Rucksack (schade eigentlich, zum Glück nachholbar).

Ihrem letzten weisen Wort (25. Juni 2011 um 1:21 AM) ist insofern nichts hinzuzufügen („Einer persönlichen Meinungsäußerung steht dadurch nichts im Wege.“), als dass hierzulande das Grundgesetz gilt und nicht das Olligesetz, weshalb wir ja auch alle unserem Mitpfadfinder Oliver aus Mainz immer wieder so gerne zuhören. Wenn er doch nur endlich etwas über das diskriminierende und frauenfeindliche Islamische Recht (Scharia) sagen würde.

Als islamkritischer Mensch sind Sie uns immer willkommen. Ihre Rolle im Gau (Mahn über Mahn: „Mitarbeiter des VCP GNO“) und Funktion im Bund („als Mitarbeiter der VCP-Bundesebene“) ist uns hinlänglich bekannt. Auf Kosten von „Rangniederen“ sein Charisma ausbreiten geht bei Eifelginster nicht.

Hier steht der Mensch – jeder – im Mittelpunkt, BP sagte dazu „Look at the boy“; das ‚girl‘ hatte er dabei nicht vergessen und das Mädchen oder die Frau stets gleich behandelt. Und wir waren auch gar nicht beim Seelenflämmchen des Jamboreetruppleiters 2011 und Mainzer Friedenslichtbeauftragten, sondern bei der elfjährigen, von Mufti Cemali Meço völlig legal verheirateten muslimischen Griechin, die Wochen später schwanger und mit Ehemann in Düsseldorf auftaucht.

Wir waren bei den Muftis und Scheichen der in Dschidda ansässigen und etwa in die Boy Scouts of America integrierten IUMS (International Union of Muslim Scouts). Die IUMS ist in WICS (World Islamic Committee on Scouting) und WOSM vertreten und auf dem Jamboree 2011 etwa auch offizieller Teil der US-amerikanischen Delegation der Boy Scouts of America, BSA:

http://www.islamicscouting.org/staticpages/index.php/StartingMuslimScoutGroup

Die als religiöse Autoritäten akzeptierten Muftis und Scheiche der IUMS lassen im Namen der Religion (islām) lehren, dass ein Mädchen ohne permanent getragenen Schleier (Ḥidschāb) nicht in den Himmel kommt und dass die Schwester nur halb so viel Geld zu erben braucht wie ihr Bruder, denn so steht es im Buch der Bücher, im Koran.

Das sind Bürgerrechts- und Menschenrechtsverletzungen – im Namen der Religion. Was aber redet da der irgendwie proreligiöse Scoutismus? Über Muslime nur Gutes. Herrschaftszeiten: Alles auf, General, Großmufti und Erzbischof nahen deinem Pfadi-Zeltlager! Bei ansteigendem Kult um die Mächtigen und sinkender Transparenz und Demokratie wird eine angemessene Dosis an Islambeschönigung ganz irdisch nützlich. Funktional sozusagen.

Hoffentlich sieht der Gau Nassau-Oranien das anders und verteidigt das für alle geltende und gleichbehandelnde Recht gegenüber dem erneuerten Mittelalter der Scharia-Norm.

Herzlich Gut Pfad

Cees van der Duin

Lisa Juhr sagt:

25. Juni 2011 um 1:44 PM

Als Mitglied der aktuellen Gauführung des GNO kann ich sagen, dass die hier von Oliver Mahn und dem Nassauer (einem weiteren Mitglied der Gauführung) veröffentlichte Gegendarstellung von der Führung des GNO in enger Absprache mit der Landes- und Bundesleitung verfasst wurde und definitiv der Haltung von Gau und Verband entspricht.

Inhaltlich wollen und werden wir uns nicht zu dem Text von Herrn von Roy äußern, weisen aber nochmals darauf hin, dass Herr von Roy kein VCP-Mitglied und damit auch kein Angehöriger des GNO ist und damit keinerlei Recht hatte und hat, den Gau mit seiner Schrift in Verbindung zu bringen.

Eifelginster sagt:

25. Juni 2011 um 4:22 PM

Liebe Lisa Juhr,

vielen Dank für Ihren Beitrag. Der Text, den Herr von Roy zum sechzigjährigen Jubiläum der Regionalgruppe Koblenz des größten deutschen evangelischen pfadfinderischen Jugendverbandes verfasste, ist ein Stolperstein und Ärgernis, weil er Inhalte aufzeigt, die die unkritisch islamfreundliche Kirchenpolitik beider Großkirchen der letzten Jahrzehnte ebenso kritisiert wie das Schweigen der beiden Weltpfadfinderverbände zur Benachteiligung der Frauen und Nichtmuslime im Geltungsbereich des Islamischen Rechts (Scharia).

Edward von Roy war im Mai 2011 einer der wenigen ehemaligen VCP-Mitglieder gewesen, die die Stadtverwaltung von Koblenz dazu aufforderten, den Auftritt der salafistischen Prediger Pierre Vogel und Abdur-Raheem Green zu verhindern bzw. Minderjährigen den Zugang zu dem missionarischen Ereignis zu verwehren. Die aktiven Verantwortlichen der Koblenzer Jugendverbandsarbeit möchten (können?) 2011 zum hochgradig jugendschutzrelevanten Thema Salafismus leider keine Silbe sagen, was nicht vorausschauend ist, denn in einem salafisierten Straßenzug wird es keine freie Pfadfinderarbeit mehr geben.

Im VCP-seits umstrittenen Bopparder Text benennt Edward von Roy die Rolle, die Mustafa Cerić im Netzwerk ECFR spielt. Spiritueller Führer des ECFR ist Yusuf al-Qaradawi. Cerić war zwischen dem 1. und 5. Juni 2011 Gast auf demselben Kirchentag, auf dem die evangelischen Pfadfinder (VCP; CPD) sich so gerne als Helfer einsetzen lassen.

Zitat: Zu einer gemeinsamen „Spirituellen Revolution“ rief Mustafa Cerić auf. „Das 21. Jahrhundert wird ein spirituelles Jahrhundert sein – oder es wird überhaupt nicht sein.“

http://www.kirchentag.de/jetzt-2011/religion-glaube/02-donnerstag/li-grossmufti.html

Cerić will die Scharia im Personenstandsrecht und Familienrecht installieren (opening the way for the Muslim law), das muss jeden Pädagogen und Pfadfindergruppenleiter alarmieren, und genau das ist in Secularity, Scouting and Sharia ebenso beschrieben wie die skandalöse Zusammenarbeit zwischen katholischen Gruppen Westfalens und der MJD (Muslimische Jugend Deutschlands, den Muslimbrüdern nahestehend).

Der in Pfadfinderkreisen als HP bekannte Hans-Peter von Kirchbach weilte unmittelbar vor dem Jubiläum ‚Wir schreiben Geschichte – 60 Jahre VCP GNO‘ auf dem Kirchentag in Dresden. Von Kirchbach war 12. Generalinspekteur der Bundeswehr und zwischen 1988 bis 1991 Bundesvorsitzender des Verbandes Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP), er müsste also eigentlich sehr genau wissen, wer Mustafa Cerić ist und dass man mit Schariafreunden nicht zusammenarbeitet, weder kirchlich noch pfadfinderisch. Doch geht unverständlicherweise auch ein Hans-Peter von Kirchbach zum Islamischen Recht mit keiner Silbe auf Distanz, sondern lässt sich in das „Event“ des Kirchentags ebenso hochgestimmt „integrieren“ wie Bosniens Großmufti.

Mit der WOSM-seits anerkannten IUMS ist das Weltpfadfindertum durch Wahhabiten und Muslimbrüder gekapert und ziemlich erfolgreich unterwandert worden. Und Oliver Mahn und Lisa Juhr geht immer noch kein schlechtes Wort zu Hidschab oder Scharia über die Lippen.

Auch der evangelisch-pfadfinderischen Bildungsbeauftragten Lisa Juhr sei dieser Text zugedacht: Purify and Educate

https://eifelginster.wordpress.com/2011/05/09/235/

Wir fassen zusammen: In den Jahren nach Mauerfall und Wiedervereinigung, in denen der universelle Menschenrechtsbegriff der AEMR (1948) durch die kulturrassistischen, religiös gelesenen Kairoer Menschenrechte (OIC 1990) aufzuweichen begann bzw. erodiert wurde und in denen der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen zunehmend durch die sich auf Religion (Islam) berufenden OIC-Staaten dominiert wurde, begannen Nordamerikas und Europas Kirchen, Parteien und Pfadfinderverbände in den „Dialog mit dem Islam“ einzutreten, was im Sommer 2011 selbst im Großraum Koblenz dazu führt, dass sich kein Verantwortlicher in DPSG oder VCP traut, etwas gegen Schleierpflicht (Hidschab) oder Sunnagehorsam zu sagen oder auch nur hörbar gegen die in der Koblenzer Innenstadt predigenden Islamisten Abdur-Raheem Green und Pierre Vogel zu demonstrieren.

Wir werden weiter beobachten und berichten,

Gut Pfad

Cees van der Duin

133. Für Amerikas Scharia kämpft Doktor Shahid Athar

21. Juli 2009

الدعوة

ad-da’wa

Allahs honigsüßer Fliegenfänger:

Landnahme und Seelenfang

Der Arzt, die Salatschüssel und das Entenküken. Verabschieden sich die USA von den allgemeinen Bürgerrechten?

Gekürzte Übertragung ins Deutsche und Kommentierung der »25 Fragen zum Islam« (Shahid Athar). Von Cees van der Duin

Dr. Athar will das seit Henry David Thoreau und Martin Luther King entwickelte, bürgerrechtlich orientierte Ideal des die US-amerikanische Gesellschaft versinnbildlichenden Schmelztiegels (melting pot) durch das einer neuen Apartheid völlig angemessene Symbol der Salatschüssel (salad bowl) ersetzen. Ich werde mir erlauben, dem frommen Mann gelegentlich ins Wort zu fallen. Was es mit dem Entenküken auf sich hat, sei an dieser Stelle noch nicht verraten.

Im Namen Allahs, des Allergnädigsten, des größten Gnadengebers.

Im Namen der Allgemeinen Menschenrechte, des weltbürgerlichen Feingefühls und der selbstkritischen Wissenschaft. Unser amerikanischer Staatsbürger und Doktor der Endokrinologie fängt ja gut an, mit einer magischen Formel. Sucht er himmlischen Beistand zum eigenen erflehten schärferen Denken, will er uns einschüchtern oder möchte Herr Athar als routinierter Entertainer eine feierlich-sakrale Atmosphäre stiften? Aber seien wir nicht antireligiös, auch ein Schamane würde sich sein außeralltägliches Gewand überziehen und mit einem kostbaren Zauberspruch den Segen des Großen Geistes heran rufen.

Die pluralistische Amerikanische Gesellschaft beginnt, sich vom sprichwörtlichen melting pot, vom Schmelztiegel, zur salad bowl, zur Salatschüssel zu entwickeln, und alle Zutaten zu ermuntern, ihren eigenen, unterschiedlichen Geschmack und Duft beizubehalten. Doch obgleich der Islam eine Weltreligion mit einer Milliarde Gläubigen weltweit und mehr als sechs Millionen Anhängern in den USA geworden ist, gibt es nach wie vor Amerikaner, die ihn für einen obskuren Kult halten, gibt es einige, die Muslime mit Terroristen gleichsetzen oder einen jeden männlichen Gläubigen für einen Polygamisten mit vier Frauen erachten oder die mich fragen, ob meine Frau Kopftuch trägt und für mich Bauchtanz macht! Solcherlei fehlerhaftes Islamverständnis kann andauern, weil es an richtiger, genauer Information mangelt, welche die grundlegenden Lehren des Islams authentisch wiedergibt.

1. Was ist der Islam?

Wort Islam bedeutet Frieden und Unterwerfung. Frieden bedeutet, mit sich selbst im Reinen zu sein und Unterwerfung bedeutet, sich dem Willen Gottes zu unterwerfen. Eine ganzheitlichere Bedeutung des Wortes Islam ist, Frieden zu erreichen, indem man sich dem Willen Gottes unterwirft.

Was orthodoxe Muslime unter Frieden verstehen, haben Nichtmuslime seit nahezu eineinhalb Jahrtausenden als brutalen Angriff (dschihād; Menschenraub; Vergewaltigung), Erpressung (dschizya; Entführung), geheiligte islamische Unterdrückung (dhimma; Zwangskonversion) und faschistoide Diktatur (Iran, afghanische Taliban, Somalia, pakistanische Extremisten) bezeichnet. Sakastisch ließe sich sagen, das wäre eben alles eine Frage der Perspektive. Objektiver dürfen wir sagen: Islam ist ein repressives System abgestufter Entrechtung. Die Scharia diskriminiert … differenziert.

2. Wer ist Allah?

Allah ist das arabische Wort für „der eine Gott“. Allah ist nicht lediglich der Gott der Muslime. Er ist der Gott aller Geschöpfe, denn er ist ihr Schöpfer und Erhalter.

Eine glatte Erpressung, wie sie uns in der Struktur freilich vom kirchlich organisierten Christentum bekannt ist: Hallo Heide, wir haben dieselbe Religion, das hast du gar nicht gewusst? Der Gott namens Allah habe alle Geschöpfe geschaffen? Dr. Athar ist kein Marabu in einer Oase in der westlichen Sahara und auch kein Kind aus dem afghanischen Gebirge, bei denen können wir Europäer ein vielleicht einfältiges, vorwissenschaftliches, persönliches Welterklären an ihre bildungsfernen Freunde durchgehen lassen. Dr. Athar jedoch ist amerikanischer Endokrinologe und arbeitet als Experte für Diabetes und andere Stoffwechselerkrankungen. Wenn ein indonesischer Fischer einen naiven Schöpfungsglauben hat, ist das erklärlich. Ein Arzt darf durchaus dezidiert religiös sein, nur frage ich mich, ob der für den Islam werbende Dr. Athar skeptischen oder säkularen amerikanischen Muslimen eine Hilfe ist oder ob der Mediziner aus Indianapolis nichtmuslimischen Patienten gerecht werden kann. Behandelt er nur Muslime? Und falls ja, bestärkt er diese in der unter Fundamentalisten (aller Religionen) verbreiteten, ausgesprochen hochnäsigen Meinung, in allen Nichtmuslimen verstockte Menschen vorzufinden, die sich der absoluten (eben auch wissenschaftlichen) Wahrheit verweigern?

3. Wer ist ein Muslim?

Das Wort Muslim bezeichnet jemanden, des sich dem Willen Gottes unterwirft. Das geschieht durch das Bekenntnis: »Es gibt keinen Gott außer Gott und Muhammad ist der Botschafter Gottes«. Im weiteren Sinne ist jeder, der sich bewusst der Herrschaft Gottes unterstellt ein Muslim. Deshalb treffen wir Muslime an, die sich überhaupt nicht dem Willen Gottes unterwerfen und andere Muslime, die ihr Bestes geben, ein wirklich Islamisches Leben auszuüben.

Der angebliche islamische Wille Gottes ist höchst politisch und wird seit tausend Jahren Scharia genannt. Praktischerweise haben sich die erreichbaren Nichtmuslime der Scharia gleich mit zu unterwerfen und in der kulturrassistischen islamischen Gesellschaft fortan eine entrechtete Rolle einzunehmen. Zu Dr. Athars göttlichem Willen gehört das islamische Recht, welches garantiert, dass die Frau nur die Hälfte erben kann und der Christ gar nichts, dass ihre Meinung vor Gericht nur die Hälfte gilt und die des Dhimmis am ehesten gar nichts. „Muslime, die ihr Bestes geben“ sind Menschen, die der Scharia zum politischen Durchbruch verhelfen. „Muslime, … die ein wirklich islamisches Leben [ausüben]“ sind Muslime, die in einer islamischen Gesellschaft leben. Diese Gesellschaft (Islam wird Staat) nennt man, sofern nicht aus demographischem Grund (Muslime in der Minderheit) die radikal schariatische Gegengesellschaft kultiviert wird, Kalifat.

Die sozusagen versehentlich aus dem seelischen und geistigen Mittelalter in die kulturelle Moderne gestolperten muslimischen Orthodoxen beziehungsweise die dezidiert antimodernen Islamisten sind mit einer Islamisierung nach dem Modell des heiligen Staates von Medina (Koran 3:110 ihr seid die beste aller Gemeinschaften) oder mit einer islamischen Revolution nach iranischem Vorbild (Ayatollah Chomeini 1979) mit der vollumfänglich installierten Scharia als einzigem, jedenfalls höchstem Gesetz (Schariavorbehalt, neuerdings leider in Afghanistan und im Irak verfassungsrechtlich festgeschrieben) überwiegend sehr einverstanden.

Die Extremeren unter ihnen wie die Anhänger der weltweit aktiven, doch noch national denkenden Muslimbruderschaft oder der sozusagen globalisierten, international denkenden Bewegung Hizb at-Tahrir (HuT) bekennen sich programmatisch dazu, jede andere Lebensform als das Kalifat und jedes andere Staatsoberhaupt als den Emir für antiislamisch, für Gotteslästerung und Aggression gegen Allah zu halten.

Die HuT (Ḥizb at-taḥrīr, Schreibweise auch Hizb ut-tahrir) wurde von dem Islamgelehrten und Muslimbruder Scheich Taqi ad-Din an-Nabhani gegründet, ist in vielen islamisch geprägten Staaten offiziell verboten doch weltweit einflussreich.

Die Muslimbruderschaft (radikalislamisch-national) und die indirekt aus ihr hervorgegangene HuT (radikalislamisch-transnational) sind in ihrer Wurzel (lat. radix) sehr grundsätzlich islamisch, radikalislamisch. Demokratische Standards sind mit einem radikalen (realpolitischen) Islam unverträglich.

Das Ausmaß davon, wirklich Muslim zu sein, entspricht der Vollständigkeit des Unterwerfens unter den Willen Gottes, in allen menschlichen Glaubenssätzen und Handlungen.

Die frauenentrechtende Sexualpolitik der Scharia soll, wenn schon nicht Staatsverfassung, dann doch parallelgesellschaftliches, segregierendes Familienrecht werden. Jeden Nichtmuslimen und seine Lebensweise gilt es, als dämonisch und ekelhaft zu empfinden und als verachtenswert, als keinesfalls nachahmenswert zu benennen.

8. Was sind die [fünf] ‚Säulen‘ des Islam?

Es gibt fünf Säulen oder Grundpflichten des Gläubigen, welche auch die fünf Hauptbestandteile des [islamischen] Glaubens bilden.

Diese fünf Säulen sind 1) al-imān, der Glaube [aš-šahāda, Glaubensbekenntnis], dass es [nur] den Einen Gott gibt und dass Muhammad sein Botschafter ist, 2) aṣ-ṣalāt, das Gebet, das täglich fünfmalig auszuführen vorgeschrieben ist, 3) aṣ-ṣaum, das Fasten, welches im Monat Ramadan erforderlich ist, 4) az-zakāt, Wohltätigkeitssteuer, die den Armen [Muslimen] zukommt und aus dem Vermögen der Reichen [Muslime] stammt und 5) ḥaǧǧ (haddsch), die Pilgerfahrt, die jeder Muslim, der es sich körperlich und finanziell leisten kann, einmal im Leben begehen muss.

Alle diese fünf Säulen sollten [jedem einzelnen Muslimen] die gleiche Tragfähigkeit haben, damit das sinnbildliche [persönliche] Glaubensgebäude Form und Harmonie erlangt. Es ist beispielsweise unmöglich, dass jemand die Pilgerfahrt unternimmt, der nicht auch die Fastenzeit einhält oder der seiner Gebetspflicht nicht nachgekommen ist.

Um beim Bild des Gebäudes zu bleiben, stellen wir uns doch ein Bauwerk vor, das nur aus Säulen besteht. So etwas würde den Namen Gebäude nicht verdienen. Um es also zu einem wohnlichen Gebäude werden zu lassen, muss es ein Dach bekommen, muss es Wände haben, benötigt es Türen und Fenster. Diese Dinge sind der Islamische Moralkodex, zu dem Ehrlichkeit, Wahrhaftigkeit, Standhaftigkeit und viele andere Qualitäten menschlicher Moral gehören. Um dem Anspruch, Muslim zu sein, gerecht zu werden, reicht es also nicht, lediglich die fünf Säulen des Islam zu leben, sondern muss es ebenfalls darum gehen, das größtmögliche Bemühen an den Tag zu legen, ein guter Mensch zu sein. Nur dann ist das Bild des Gebäudes erfüllt, nur dann sieht das Haus schön aus.

Das Kollektiv ist berechtigt, den Einzelnen zurechtzuweisen und dauernd auf gottgefälliges Verhalten zu überwachen. Schließlich bedroht der Pflichtvergessene, Missetäter oder Frevler auch das eigene Seelenheil. Also, um des Paradieses willen, sorgen wir dafür, dass keiner aus der Reihe tanzt.

9. Was ist Zweck der Islamischen Verehrung Gottes?

Zweck der Gottesverehrung im Islam ist es, Gott [möglichst] bewusst zu sein, Gottesbewusstsein zu erlangen. Auf diese Weise ist gottesdienstliches Handeln, sei es als Gebet, Fasten oder Wohltätigkeit, gleichermaßen Weg und Ziel. Derartig in Gedanken und Taten Gottesbewusstsein zu leben, gewährleistet eine günstigere Position, Gottes Wohlgefallen zu erlangen, sowohl im Diesseits als auch im Jenseits.

Ohne Allahgott hat das Leben keinerlei Sinn. Es gibt keine wahre Naturbetrachtung ohne das Bewusstsein von Allahgott, menschliche Handlungen lassen sich unverzerrt nur im Licht der Scharia betrachten.

10. Glauben Muslime an das Leben nach dem Tod?

Gott will Gerechtigkeit, Gott ist gerecht und übt seine Gerechtigkeit aus. Er stiftete das System der Verantwortlichkeit. Jene, die Gutes tun, werden belohnt werden, und jene, die Böses tun, werden entsprechend bestraft werden. Aus diesem Grunde hat Er Himmel und Hölle geschaffen und es gibt für beides Zugangskriterien. Muslime glauben, dass das irdische Leben ein zeitweiliges, vorläufiges ist.

Dieses erhebende Lebensgefühl des koranischen Fundamentalisten, der genau zu wissen glaubt, dass der nichtmuslimische Nachbar oder die muslimische Kopftuchverweigerin im Jenseits von sadistischen Teufeln genüsslich gefoltert werden wird. Spannend ist die Sache ja allemal auch, nach dem Tod nur ganz knapp dem Abgrund zu entkommen, nur kurz von der höllischen Flamme angesengt zu werden. Das ist aufregender als an der Börse zu spekulieren: Wird meine Waagschale von den diesseitig mühsam verdienten Pluspunkten (hassanat) auch ausreichend schwer sein? Oder droht mir die ewige Qual? Um meinen Kindern und meiner Ehefrau die ewige Verdammnis zu ersparen, darf ich Gewalt anwenden. Um mir keine Vorwürfe machen zu müssen, meine Regierung habe nicht ausreichend islamisch gelebt, darf ich sie brüllend und den Koran wie eine Anklageschrift hochhaltend zur Umkehr oder zum Rücktritt mahnen. Oder angreifen, so aber leben nur die wenigsten ihren Glauben.

11. Werden die guten Taten der Ungläubigen verschwendet sein?

Nein. Der Koran sagt ganz deutlich, dass „Jeder, der das Gewicht eines Staubkorns an Gutem tut, bei Allah anerkannt werden wird, und jeder der das Gewicht eines Staubkorns an Bösem ausführt, von Allah bestraft wird (Quran 99:7-8)“. Damit soll gesagt sein, dass jene, die die Ungläubigen sind, aber gleichwohl gute Werke vollbracht haben, noch in dieser Welt ihre Belohnung erhalten. Andererseits werden jene [muslimischen Menschen], die gute Taten ausführten, nicht lediglich im Diesseits belohnt werden, sondern auch im Jenseits. Und die letzte Entscheidung liegt bei Gott allein (Quran 2:62).

Der Frevler (Nichtmuslim) mag also noch so wohlhabend und machtvoll sein, an ihm zeigt sich, um den Theokraten Calvin umkehrend zu verwenden, nichts als das vorweggenommene Höllenreich.

12. Was bedeutet Muslimische Kleidervorschrift?

Islam strebt nach [auch in Bezug auf die Kleidung] tugendhafter Zurückhaltung. Kein Mensch sollte auf die Rolle eines Sex-Objekts reduziert werden. Also gibt es gewisse Richtlinien sowohl für Männer als auch für Frauen, dass ihre Kleidung weder so durchsichtig noch so eng anliegend sein möge, dass die Körperformen enthüllt würden. Männer betreffend müssen alle Teile zwischen Nabel und Knie bedeckt sein, und Frauen sollten bis auf Gesicht und Hände alle Teile bedecken. Um ein Kopftuch [allein] geht es also nicht.

Dr. Athar fordert den frauenfeindlichen hidschāb und die schariakonforme männliche Kleidung.

14. Was ist der Dschihad?

Das Wort Dschihad bedeutet Anstrengung für die Sache Gottes, vor allem auch ein innerlich mühevolles Streben für dieses [einzig legitime] Ziel. Jede alltägliche Anstrengung mit dem Ziel, Gott zufrieden zu stellen, kann [also] Dschihad genannt werden. Eine der höchsten Stufen des Dschihad ist, einem Tyrannen entgegenzutreten und die Wahrheit zu bekennen. Die mühsam aufgebrachte Selbstdisziplin, falsche Taten zu unterlassen, ist ebenfall ein großer Dschihad. Zum Dschihad gehört aber auch, die Waffen zu ergreifen, um den Islam [weltweit] oder um ein islamisches Land gegen jeden antiislamischen Angriff zu verteidigen. Diese Art von [militärischem] Dschihad muss offiziell von der religiösen Führerschaft oder von einem Quran und Sunnah in Treue folgenden muslimischen Staatsführer erklärt werden.

17. Was ist Scharia?

Scharia ist die Muslimische Pflichtenlehre, die aus zwei Quellen entspringt, a) aus dem Quran und b) aus der Sunnah, den Traditionen des Propheten Muhammad. Scharia berücksichtigt und behandelt jeden Aspekt des Alltags sowohl des Muslimischen Individuums als auch des Muslimischen Kollektivs.

Das Ziel der Islamischen Gesetze sind der Schutz der grundlegenden Menschenrechte einschließlich des Rechtes auf Leben und Eigentum, des Rechtes auf politische und religiöse Freiheit sowie die Gewährleistung der Frauenrechte und Minderheitenrechte. Die [erwiesenermaßen] niedrige Rate an Verbrechen in Muslimischen Ländern rührt aus eben dieser Installation oder Implementierung der Islamischen Gesetze her.

Herr Athar, Sie lügen durch Auslassen, das Islamische Recht kennt die Todesstrafe. Wie können Sie vom Recht auf Leben sprechen, wo Ihr Gott Allāh diesem Lebensrecht deutliche Grenzen (hadd) setzt.

18. Wurde der Islam mit dem Schwert verbreitet?

Laut Koran gilt: „Es gibt keinen Zwang im Glauben“ (2:256), allein schon deshalb kann niemand gezwungen werden, Muslim zu sein. Andererseits ist es historisch richtig, dass Muslimische Armeen des Mittelalters Schwerter mit sich führten, denn das war die Waffe der Zeit, doch beabsichtigten diese einrückenden Armeen lediglich, Land oder Leute zu befreien. Wir sollten daher betonen, dass sich der Islam nicht mit dem Schwert verbreitete, und können als Beweis anführen, dass zu vielen Orten der Erde, an denen heute Muslime leben, wie beispielsweise in Ostasien namentlich Indonesien und China sowie in Teilen Afrikas, noch nie behauptet werden konnte, dass dort jemals eine Muslimische Armee einmarschiert sei. Die [abwegige] Meinung, der Islam sei mit dem Schwert verbreitet worden, würde der Behauptung entsprechen, das Christentum sei mit Gewehren, F-16-Kampfflugzeugen und Atombomben verbreitet worden, was schlicht nicht der Wahrheit entspricht.

Zehn Prozent aller Araber sind Christen. Das leider sprichwörtliche „Schwert des Islam“ hat also nicht vermocht, alle nicht-Muslimischen Minderheiten in Muslimischen Ländern zur Konversion [zum Islam] zu bewegen. Selbst in Indien, wo die Muslime für sieben Jahrhunderte herrschten, sind sie immer noch eine Minderheit. In den U.S.A. [jedoch] ist der Islam die schnellstwachsende Religion und hat sechs Millionen Gläubige, ohne dass [hier] irgendwo ein Schwert herumliegen würde.

19. Befürwortet der Islam Gewalt und Terrorismus?

Nein. Der Islam ist die Religion von Frieden und Unterwerfung und betont die Heiligkeit des menschlichen Lebens. Ein Vers im Koran (5:32) sagt, dass „wer auch immer ein Leben rettet, so wie jemand ist, der die gesamte Menschheit gerettet hätte, und wer auch immer eine Person (ausgenommen bei Mord oder Fehlverhalten auf Erden) tötet, wie jemand ist, der die gesamte Menschheit getötet hätte“. Der Islam verurteilt all die Gewalt, die während der Kreuzzüge, in Spanien oder im Zweiten Weltkrieg herrschte oder wie sie durch Menschen wie den Sekten-Prediger Jim Jones, wie David Koresh, Dr. Baruch Goldstein oder durch die Christlichen Serben in Bosnien durchgeführt worden ist.

Wer auch immer gerade Gewalt anwendet, praktiziert zur gleichen Zeit seine Religion nicht.

Das Opfer hält den Krieg führenden frommen Muslim vom Beten ab. Bei Licht betrachtet eigentlich ein doppelter Grund, den Gegner Allahs zu erschlagen.

20. Was ist „Islamischer Fundamentalismus“?

Im Islam gibt es kein Konzept eines „Islamischen Fundamentalismus“.

Eben, das ist der Trick. Und wer etwas anderes sagt, wird islamisch verprügelt.

Es war der Westen, der diesen Begriff gemünzt hat, um jene Muslime zu brandmarken, die zu ihren grundlegenden Glaubensprinzipien zurückkehren wollten und ihr Leben entsprechend formen wollten. Der Islam ist die Religion des Maßes, der Mäßigung und der Ausgewogenheit.

Islam als Religion des Maßes, das berüchtigte Konzept namens wasatiyya, wörtlich Mittigkeit, das alle Islamverweigerer (Nichtmuslime) zu schrillen Exzentrikern und jeden Islamkritiker zum maßlosen Extremisten erklärt. Wer bereits im moralischen Zentrum ist (der Muslim), braucht sich nicht zu verändern (islamische Lernverweigerung), wer als islamische Strömung noch nicht die Mitte (die öffentlich Meinung) beherrscht, kann sich als zu unrecht abgedrängt, marginalisiert vorkommen und Notwehr (dschihād) üben.

Gottesfurcht zu praktizieren kann niemals fanatisch oder extremistisch sein.

Sie meinen: Andere das Fürchten zu lehren. Der Rest des Satzes ist dann stimmig, wenigstens aus Sicht der abgestuft (differenziert) diskriminierenden geheiligten Pflichtenlehre (Scharia) und der sakralen Jurisprudenz (Fiqh).

21. Empfiehlt der Islam die Polygamie?

Nein, Polygamie ist eine Erlaubnis, keine Beauftragung. Betrachten wir die Geschichte: Bis auf Jesus, der unverheiratet war, hatten alle Propheten hatten mehr als eine Frau.

Vermutlich waren Jesus und Mohammed historische Figuren. Die anderen mögen Legendengestalten sein oder legendär verzerrt worden sein und gleichwohl die Sexualmoral des früh- und vorgeschichtlichen Judentums wiedergeben. Mag ja sein, dass vor dreitausendachthundert Jahren ein gewisser Abraham seine Cousine geheiratet hat – ist das jetzt für Sie oder mich empfehlenswert? Vielleicht hatte der mythische Stammvater eine Zweitfrau oder auch Drittfrau, etliche Indianerstämme oder womöglich gar die Wikinger und Normannen werden polygam, im Patriarchat heißt das übrigens polygyn gelebt haben. Herr Dr. Athar jedoch wirbt heute für die Polygamie. US-Bürger Athar will den politisch akzeptierten Scharia-Islam, also muss er die koranische, die islamische Polygamie verteidigen. Athar will die Scharia als segregiertes US-Familienrecht. Die Rechtsspaltung.

Muslimischen Männern ist, wie es der Quran belegt, gestattet, mehr als nur eine Ehefrau zu haben, doch nicht etwa, um sexuelle Lust zu befriedigen, sondern um in Kriegszeiten für Witwen und Waisen zu sorgen.

Da der Islam seit 1400 Jahren mit dem Rest der Menschheit verfeindet ist und im seriell unterbrochenen (anfallsweise losbrechenden) Krieg befindlich, kann Polygamie von der UNESCO unter Kulturdenkmal verbucht werden? Die schafiitische FGM stellen wir unter Naturschutz, und für die Teilnahme an einem authentischen Scharia-Kulturfestival inklusive Kopf- und Handabhacken werben wir im Reklameteil der Zeitung? So ein Unsinn, jede Polygynie entwürdigt die in permanenter Sorge um ihr Verstoßen-Werden (at-talaq) lebende Frau, zumal die Muslima in erster Ehe durch ihren Vater oder den Großvater männlicherseits nach Allahgottes Willen gegen ihren eigenen Willen (wali mudschbir) verheiratet werden kann. Das heißt, sie ist dann womöglich Dritt- oder Viertfrau, und ihr Einkäufer und Besitzer (islamischer Ehemann) übernachtet im Nebenzimmer auf einem anderen Kopfkissen. Kommt der Mann von der Arbeit, sie zu ihm: Hallo Schatz, hast du mir etwas mitgebracht? Er: Ja, ein Schmuckstück und ein fußlanges Kopftuch, und eine Küchenhilfe, die habe ich gleich geheiratet. Sie: Wie herrlich, genau so habe ich es bei Dr. Athar aus Amerika gelesen.

In vor-Islamischen Zeiten pflegten Männer viele Frauen zu haben. Ein Mann hatte gar elf Frauen, und als er Muslim wurde, fragte er den Propheten Muhammad: „Was soll ich mit den vielen Frauen tun?“ Dieser antwortete: „Lasse dich von allen scheiden, bis auf vier!“ Der Quran sagt: „Du kannst zwei oder drei und sogar vier Frauen heiraten, wenn es dir gelingt, sie alle gleich zu behandeln (4:3).“ Weil es aber nun sehr schwierig ist, allen Frauen gegenüber gleich gerecht zu sein, hat die Mehrheit der Muslime auf aller Welt in der Realität nicht mehr als eine Frau.

Sogar der Prophet Muhammad selbst hatte im Alter von 24 bis 50 Jahren nur eine einzige Frau, Khadidscha. In westlichen Gesellschaften haben manche Männer [zwar] eine Ehefrau und [trotzdem] viele außereheliche [oft heimliche] Affären [, ist das etwa besser als die ehrliche Polygamie?].

Selbst eine in »U.S.A. today« vom 4. April 1988 (Sektion D) veröffentlichte Befragung von 4.700 weiblichen Sexualpartnern ergab, dass sie ein Leben als offizielle Zweitfrau dem [weiteren heimlich-unheimlichen] Leben einer Rolle als „die Andere“ den Vorzug zu geben bereit sind, weil sie [derzeit] sowohl juristisch als auch finanziell nicht mit der regulär geheirateten Frau gleichgestellt sind.

Weib-weibliche Aggression ist das dunkle Betriebsgeheimnis des Patriarchats. Was sollen sich meine Weiber auch auf Entfernung glühend hassen, wütend anblitzen und schrill anfauchen, das geht doch bei der gemeinsamen Hausarbeit gleich viel sinnlicher. Vielweiberei ist erlebnispädagogisch wertvoll.

22. Unterdrückt der Islam die Frauen?

Nein. Ganz im Gegenteil ist es der Islam gewesen, der den Status der Frauen bereits vor 1.400 Jahren angehoben hat, indem er ihnen das Recht auf Scheidung gegeben hat.

Das ist ganz überwiegend gelogen, denn Dr. Athar unterschlägt neben orthodox-islamischer oder islamistischer Zwangsverheiratung und Jungfernhäutchenkontrolle auch den patriarchalen Konformitätsdruck des traditionellen orientalischen Menschenbildes: Wenn der Ehemann die trennungswillige Frau nicht verprügelt oder ermordet, wird es ihre Herkunftsfamilie tun, und ein Leben als moderner weiblicher Single ist zwischen Casablanca, Kairo und Jakarta symbolisch und alltagspraktisch gleichbedeutend mit einem Leben als vogelfreie Sklavin und Nutte.

Die Frau darf arbeiten und über das verdiente Geld frei verfügen.

Die Frau arbeitet, der Mann oder Großvater kassiert das Geld, auch in Deutschland. Der kleine Bruder verwaltet das Geld seiner großen Schwester, wiederum auch in Deutschland. Geld ist Männergeld, selbst Stamm, Großfamilie und Ehe folgen dem Modell der Raubökonomie und des Beute-Verteilens, der Pfründe-Vergabe. Das Individuum, zumal das weibliche, hat kein Geld.

Die Braut wird gegen den geheiligten islamischen Brautpreis eingekauft. Der Brautpreis wird in der von Allahgott gestifteten, Frauen entrechtenden Imam-Ehe in einem Vertrag genau festgeschrieben. Im Ehevertrag sind womöglich auch die (keine Rechtssicherheit bietenden) Scheidungsgründe beinhaltet, beispielsweise der Scheidungsgrund Zweitfrau. Die eingekaufte Braut wohnt im Hause ihrer Schwiegermutter (patrilokal), ist deren mehr oder weniger edle Sklavin und hat nach wie vor in den größeren Teilen Nordafrikas, des Nahen Ostens oder Indonesiens kein Bankkonto. Der Mann kann der Frau verbieten, einen Beruf auszuüben und kann ihr verbieten, das Haus zu verlassen. Das ist dann Dr. Athars islamischer Feminismus, soviel auch zur von Muhammad vor 1.400 Jahren angeordneten finanziellen Unabhängigkeit der Frau.

Schließlich ist es der Islam gewesen, welcher den Frauen das Recht gegeben hat, als würdevolle Frauen (hidschāb) erkannt zu werden. Das Recht auf Scheidung, das Recht auf finanzielle Unabhängigkeit und Recht auf Würde (hidschāb) hat allein der Islam der Menschheit geben können, während der Rest der Welt, Europa eingeschlossen, Frauen diese Rechte noch viele Jahrhunderte lang vorenthalten hat.

Hidschāb gibt dem Weib Würde, ohne hidschāb ist es würdelos und nuttig. Allah sei Dank, dem diabolisch spaltenden, ewig nackten Mangelwesen (Frau) ist die Sicherheitsabdeckung (hidschāb, Kopftuch) erfunden worden.

Die kleinen Muslime als Entenküken?

Shahid Athar hat unter den Muslimen der USA großen Einfluss: Die Internetseite CrescentLife.com zeigt allen amerikanischen Entenküken und allen amerikanischen Musliminnen die sexualpädagogische Weisheit des Herrn Dr. Athar:

„Wenn es nicht nötig ist, dem Entenküken beizubringen, wie es schwimmt, warum soll es dann nötig sein, dass Teenager Sexualkunde, Sexualaufklärung oder Sexualtechniken theoretisch erlernen, bevor derlei Kenntnis von ihnen erwartet wird?“

Dr. Athar im englischen Original:

If it is not necessary to teach baby ducks how to swim, why is it necessary for teenagers to be taught the education of sexual techniques before they are expected to engage in them?

Die genaue Quelle ist unten genannt.

Frauen sind im Islam den Männern gleichgestellt in allen Handlungen der Frömmigkeit (Quran 33:32).

Rituell dreckig (menstruierend) müssen islamisierte Frauen das Fasten im Ramadan unterbrechen, das gibt risikoreichen Punkteabzug sprich drohende ewige Verdammnis in den drohenden schmerzlichen Höllenflammen, zumal der Ehemann ihnen das Nachholen der Gebete verwehren darf, beispielsweise, wenn er seinen quasi sakramentalen und exorzistischen Sex haben will.

Der Islam erlaubt der Frau, ihren Mädchennamen zu bewahren, ihr verdientes Geld zu behalten und nach Belieben auszugeben, und Männer zu fragen, ihr Beschützer zu sein, weil Frauen [nun einmal] auf der Straße belästigt werden können. Der Prophet Muhammad ermahnte die Muslime: „Der Beste von euch ist derjenige, der am besten gegenüber seiner Familie ist.“ Nicht der Islam, sondern einige Muslimische Männer sind es, die heutzutage Frauen unterdrücken. Das aber begründet sich in nichts anderem als in den kulturellen Gewohnheiten oder in ihrer Unkenntnis über ihre Religion. Weibliche Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilations) hat nichts mit dem Islam zu tun.

Der Herr sollte anfangen etwas über den Islam zu lernen oder uns weniger schamlos belügen. FGM ist der schafiitischen Rechtsschule verpflichtend vorgeschrieben und findet in Indonesien seit Jahrhunderten und neuerdings völlig öffentlich in Schulgebäuden statt (westliches Java, Region Bandung, Sponsor und Organisator ist die angesehene Assalaam-Foundation). FGM gilt Hanbaliten und Malikiten als ehrenhaft. Vor dem Islam war FGM vorislamisch, also entweder diabolische Sünde oder frommes Hanifentum (menschliche Natur, eine Art Proto-Islam). Und seit dem frauenfreundlichen Islam ist die FGM durchaus auch eine islamische Frauenfreundlichkeit.

Ägypten praktiziert alltäglich die Klitoridektomie, und die Gelehrten an der unter Sunniten hoch angesehenen, so genannten Universität namens al-Azhar (Kairo) haben diese (unterägyptische) FGM Jahrhundert für Jahrhundert nicht nur geduldet, sondern sogar gewünscht. Dem im Golfstaat Katar lebenden Scheich Yusuf al-Qaradawi wird im sunnitischen Islam weltweit hohe oder sogar höchste islamische Autorität zugestanden. Herr al-Qaradawi war und ist ein Freund der FGM, „selbstverständlich nicht bei jedem Mädchen, und nur so viel wegschneiden, wie nützlich ist“. Sollte unser Dr. Athar denn den weltweit verehrten Scheikh Yūsuf al-Qaraḍāwiy aus Qaṭar nicht kennen oder von dessen operationsfreundlicher Haltung zur Kappung der Klitoris „bei an sexueller Übererregtheit leidenden Mädchen oder bei Mädchen mit einer zu großen Klitoris“ noch nichts vernommen haben?

Female Genital Mutilation ist ein prä-Islamischer Brauch, der ebenso von nicht-Muslimen einschließlich der koptischen Christen praktiziert wird.

Steinigung der Ehebrecherin ist auch ein vorislamischer Brauch, jedoch auch Allahgott und Mohammed wollen fliegende Steine und abgehackte Hände, man nennt solches auch Islam. Das sexualmagische Sakrament der männlichen Beschneidung ist (auch) vorislamisch. Doch Steinigung und weibliche (schafiitische) beziehungsweise männliche Beschneidung gehören beides nicht in die kulturelle Moderne, weder die Steinigung für den Allahgott noch die chirurgische Entfernung der männlichen Vorhaut ohne absoluten medizinischen Grund (schon gar nicht bei männlichen Kindern als bei nicht Einwilligungsfähigen).

Auch die im Englischen Poisonous Pedagogy oder Black Pedagogy (nach dem deutschen Begriff Schwarze Pädagogik, Katharina Rutschky) genannte Einschüchterung von Kindern mit Drohung, Schreien, Prügel und nicht zuletzt mit den koranischen Werkzeugen des imaginierten Anti-Allah namens iblis (Teufel) hat unter modern denkenden Muslimen keinen Platz.

Dr. Athar verweigert ganz offensichtlich das moderne Denken mit geradezu islamischer Standhaftigkeit und zieht es vor, seine Bücher wie „Gesundheitsfragen für Gläubige“ („Health Concerns for Believers“, Kazi, Chicago 1995; „Health Concerns for Believers. Contemporary Issues“, Kazi, Chicago 1996) in Druck zu geben. Dr. Athar scheint Experte, mahnender Botschafter und Werbevertreter für die grausame Hölle und das süße Paradies zu sein. Die aspektweise nichtige oder teuflische Welt, die von bösen Kräften durchwobene Erde und Gesellschaft zu reinigen und zu entmischen (hisba), die teuflischen und höllischen Schlacken (Dhimmis, Harbis, Ex-Muslime, Heuchler) aus dem reinen lichten Gold der islamischen Lebensweise zu entfernen, gilt Fundamentalisten wie dem Mediziner Dr. Athar als islamische Wissenschaft. Dieses Tun ist so bedeutsam, dass man mit der historischen Wahrheit oder schlicht mit der Logik auch einmal etwas großzügiger umgehen darf.

Neben den radikalislamischen Schriften des Pakistaners Maulana Maududi (sein Tafsir, d. h. seine Koran-Exegese) und des ägyptischen Syed Qutb (Sayyid Qutb: Milestones), zwischen Yusuf Estes, dem wissenschaftsfrei argumentierenden türkischen Kreationisten Harun Yahya (das ist Holocaustleugner Adnan Oktar) und dem in Jamaika geborenen und in Kanada aufgewachsenen Hass- und Fernsehprediger Bilal Philips (will die Todesstrafe für Homosexuelle, hat Einreiseverbot in die USA) finden sich etliche Texte von Shahid Athar auf http://www.teachislam.com – darunter auch die hier betrachteten 25 Fragen.

23. Ist der Islam intolerant gegenüber religiösen Minderheiten?

Der Islam erkennt die Rechte der [ethnoreligiösen] Minderheiten an.

Sicherlich, die erfolgreiche Diskriminierung bedarf eines wohldurchdachten Systems. Insofern „Anerkennung der Rechte“ – der halbierten Rechte.

Um das Wohlergehen und die Sicherheit der [ethnoreligiösen] Minderheiten zu gewährleisten, haben ihnen die Muslimischen Herrscher eine Steuer, die dschizya auferlegt. Vom Wehrdienst waren sie befreit.

Geheiligtes Ausplündern heißt dschizya. Islam als kalkuliertes in die Armut Treiben der Nichtmuslime. Die dschizya war öffentlich zu übergeben, wobei der Zahlende einen demütigenden Schlag auf den Kopf erhielt. Wer nicht zahlen konnte, galt als Feind der Ordnung sprich als Angreifer gegen den Islam, wurde ermordet oder versklavt, sein Besitz wurde verteilt (20 % an den militärischen Führer), die Kinder als Haussklaven verkauft und islamisiert. Waffen durften auch die dschizya zahlenden Dhimmis nicht tragen, damit sie sich nicht wehren konnten, insofern und nur deswegen durften sie nicht in die Armee, waren die verstaatlichten Minderwertigen, wie Athar beschönigt: „vom Wehrdienst befreit“.

Der Prophet Muhammad verbot den Muslimischen Armeen, Kirchen und Synagogen zu zerstören.

Der gesamte, ursprünglich und bis zu Mohammeds Lebzeiten polytheistische und daneben mehr oder weniger lose von Hellenismus, Zoroastrismus, Gnosis und Manichäismus erreichte arabische Raum war von christlichen Lehren wie den Armeniern, Syrisch-Orthodoxen (Stichwort Kloster Mor Gabriel), Kopten und Nestorianern geprägt und daneben natürlich auch ganz stark vom Judentum als dem Wurzelgrund der Christen. Ferner spielten die etwa durch das Vorbild des himyaritischen Königs Yūsuf Asar Yathar genannt Dhū Nuwas zum Judentum gewechselten arabischen Stämme eine Rolle.

Hunderte von Kirchen, Klöstern, Synagogen und jüdischen Ritualbädern zwischen Nil, Tigris und dem Mittelmeer indes sind im Laufe der Jahrhunderte und meist nahezu vollständig zerstört worden. In der Tat war ein heiliger Trick der Dhimmitude (zumeist) nicht die Zerstörung der Sakralbauten, sondern bestand im langfristig nicht weniger wirksamen Verbot der Restauration und Reparatur bei selbstverständlichem Verbot des Neubaus von Synagogen und Kirchen. Nach den koranisch inspirierten örtlichen oder regionalen Massenmorden und Vertreibungen der Nichtmuslime konnte das Werk der letzten Vernichtung der Erinnerung, der Beseitigung der vorislamischen Architektur, im zwanzigsten Jahrhundert in Gebieten wie Tur Abdin, Syrien, Ägypten, dem Irak und Afghanistan (Buddhastatuen von Bamyan) nahezu vollendet werden.

In Spanien waren die Juden willkommen und ihre Gemeinschaften konnten zu einer Zeit erblühen, während der sie im übrigen Europa unterdrückt wurden.

Am 30. Dezember 1066 kreuzigte der glaubensbegeisterte almoravidisch beherrschte Pöbel den jüdischen Wesir Joseph ibn Naghrela, den Sohn des Großwesirs und berühmten jüdischen Dichters Schmuel ha-Naghrid. Anschließend ermordete man, gar nicht im Widerspruch zu Koran und Sunna, den jüdischen Teil der Bevölkerung der Stadt Granada, das waren mehr als 1.500 Familien. Von viertausend ermordeten Juden ist beim Massaker von Granada auszugehen. Vorher, noch 1066, schrieb Abu Ishaq den antisemitischen und verhetzenden Vers:

»Betrachte es nicht als Glaubensbruch, sie [die Juden] [allesamt] umzubringen, der Glaubensbruch wäre, sie ungehindert weiter gewähren zu lassen. Denn sie haben den geschlossenen gemeinsamen Vertrag gebrochen, wie also könntest du gegen die Gewalttäter für schuldig befunden werden? Wie sollten sie einen Vertrag [so genannter Friedensvertrag sprich dhimma-Schutzvertrag, Islam heißt Frieden] haben können, während wir im Abseits leben und sie derartig herausgehoben? Derzeit sind wir doch die Erniedrigten, stehen tiefer als sie, so, als ob wir die in die Irre gehenden wären, und sie die Rechtgeleiteten!«

Die Dhimmis haben gegenüber den Muslimen erniedrigt zu sein, das ist orthodoxer Islam, das ist islamische Lebensweise. Bereits 1090 wurde die jüdische Gemeinde von Granada wieder angegriffen, dieses Mal vom Herrscher der Almoraviden selbst, von Yūsuf bin Tāšfīn. Dass in dem übrigen, christlichen Europa die Juden in der Zeit zwischen 711 (Ṭāriq ibn Ziyād) und 1492 (Fall des Kalifats von Granada) immer wieder unter durchaus auch religiös begründeten Diskriminierungen und Verfolgungen zu leiden hatten, ist ebenso richtig wie die städtebauliche und kulturelle Leistung der muslimischen Herrscher Spaniens anzuerkennen ist. Doch war auch der spanische Islam selbstverständlich ein kulturrassistisches Apartheidssystem sorgsam verschieden abgewerteter Religionsvölker, und entsprach die graduelle Entrechtung der Juden und Christen (und der Frauen) der um das Jahr 1.000 entstehenden unveränderlichen Scharia und dem grundsätzlich bis heute Geltung habenden islamischen Recht. Da bleibt von der sich unter Islamophilen hartnäckig haltenden Legende vom toleranten Al-Andalus und vom Goldenen Zeitalter nicht mehr viel übrig.

In Muslimischen Staaten leben Christen im Wohlstand …

Oh, ich habe heute morgen die Zeitung nicht gelesen, das muss ganz neu sein, bis gestern Abend sind in allen islamisch geprägten Staaten die Christen seit Jahren und Jahrzehnten diskriminiert worden, völlig im Einklang mit Koran, Scharia, ägyptischer und iranischer Verfassung …

In Muslimischen Staaten leben Christen im Wohlstand, haben Regierungsposten inne und können ihr Gemeindeleben pflegen.

… wenn die Kirche nicht gerade abgebrannt oder gesprengt worden ist. Auch die entführten, zwangsislamisierten oder ermordeten Christen können nicht zur Kirche gehen.

24. Was ist die islamische Sicht zum Flirten [von einem jungen Mann und einer jungen Frau], um ein von Vertraulichkeit und Zärtlichkeit geprägtes Treffen zu vereinbaren? Was denkt der Islam über [ein solches Treffen wirksamer Zurückgezogenheit einer Frau und eines nicht mir ihr verheirateten Mannes, der auch nicht ihr Heiratsvormund oder ihr sittlicher Beschützer ist, und wie über] vorehelichen Geschlechtsverkehr?

Der Islam ermuntert nun gar nicht dazu, von erotischer Intimität geprägtes, geschlechtergemischtes Zusammensein zu kultivieren, vorehelicher oder außerehelicher Sex ist im Islam ausdrücklich verboten.

Richtig ist, dass der Islam mit Drohungen vor dem Feuer (nār) der Hölle (ǧahannam) und mit Prügel zu einer gefälligst zu empfindenden Panik vor gemischtgeschlechtlicher öffentlicher Koexistenz, beispielsweise vor schulischer Koedukation erzieht, und den Befehl (ḥisba) zum Aufbau immer vollständigerer Geschlechtertrennung (ḥidschāb, pardā) ausgibt.

Teilweise gelogen ist die Sache mit dem vor- und außerehelichen Geschlechtsverkehr, das Verbot gibt es zwar, aber in keiner Weise für den muslimischen Mann. Nur die Frau muss jungfräulich in die Ehe gehen und darf in der Ehe außer mit ihrem Mann keinen Sex haben, der Mann jedoch kann mit den sehr unreinen (nichtmuslimischen; entehrten; versklavten) Frauen jederzeit sexuell verkehren, ob verheiratet oder noch nicht. Als Single darf niemand leben, dafür sorgen Koran und Großfamilie. Die Scharia lässt ein Leben in einer homosexuellen Partnerschaft unter keinen Umständen zu, sondern empfiehlt die Tötung des Schwulen, während Gott Allah zur Existenz von Lesben vermutlich schweigt.

Der Islam ermutigt dazu, die Ehe als einen Schutzschild gegen die Versuchung des vor- und außerehelichen Geschlechtsverkehrs zu begreifen und als eine Quelle wechselseitiger Liebe, Barmherzigkeit und Friedlichkeit.

Die Deutsche Bundesregierung äußert am 19.12.2007 auf http://www.bundesregierung.de zum Migrationsbericht des Jahres 2006 (Maria Böhmer), dass schwere und schwerste körperliche Gewalt (besonders) gegen Mädchen und Frauen ein wichtiger Bereich sind, in dem die Einwanderer leider noch große Defizite zeigen: „Das Potenzial der Zuwanderer entwickeln. … So bleiben 40 Prozent aller ausländischen Jugendlichen ohne berufliche Qualifizierung. … Aspekte, die erfolgreicher Integration entgegenstehen: auf deutscher Seite etwa Fremdenfeindlichkeit, auf Seiten der Migranten Faktoren wie mangelnde Anerkennung der Gleichberechtigung von Frauen und familiäre Gewalt, insbesondere gegen Mädchen und Frauen.“

Real sind Prügel und Misshandlungen, doch Dr. Athar predigt von Liebe? Das ist ein Widerspruch, Islam aber bedeutet Klarheit. Wir brauchen eine fatwā. Und hier ist sie (Institut für Islamfragen), es rechtleitet uns der ägyptische Geistliche Ghalal al-Chatib, sein Name hat auch die Schreibweise al-Ḫaṭīb oder …

Galal al-Khateeb:

»Eins der Rechte des Ehemannes seiner Ehefrau gegenüber ist, sie zu züchtigen, wenn sie widerspenstig ist. Widerspenstigkeit heißt z. B.: Wenn die Ehefrau die gemeinsame Wohnung ohne Erlaubnis des Ehemannes verlässt; Wenn sie ihrem Ehemann im Ehebett [sexuell] nicht gehorcht; Wenn sie mit ihm auf ungute Weise umgeht, z. B., wenn er sie anspricht oder wenn sie Dinge, die er mag, nicht mitmacht. Dies alles sind Beispiele der Widerspenstigkeit. Das islamische Gesetz [arab. schari’a] bietet gegen eine widerspenstige Frau verschiedene Mittel der Züchtigung. … Das erste Mittel ist die Ermahnung. … Die zweite Züchtigungsstufe ist, sie zu verlassen. Einige [muslimische Schriftgelehrte] verstehen das Verlassen der Ehefrau als ein Verlassen des gemeinsamen Ehebettes. Andere verstehen dies als ein sexuelles Verlassen in dem Sinne, keinen sexuellen Umgang mehr mit ihr zu haben. … Was soll der Ehemann tun, falls die erste und zweite Züchtigungsmethode nichts bewirkt hat? Die Antwort ist: „Schlagt sie“ (Sure 4:34). … Der Ehemann darf sie nicht ins Gesicht schlagen; empfindliche Stelle am Körper der Ehefrau müssen beim Schlagen so vermieden werden, dass ihr keine Knochen gebrochen werden. Dazu darf ihr keine Verstümmelung ihrer Schönheit zugeführt werden, sei diese Verstümmelung im Gesicht oder an einer anderen Stelle ihres Körpers. Das Schlagen gilt als verboten, wenn es der Ehefrau Blutungen, Knochenbrüche, Verstümmelung oder einen blauen Flecken verursacht, weil die Menschen dadurch erkennen können, dass sie geschlagen wurde. … Das erlaubte Schlagen beinhaltet z. B. eine leichte Ohrfeige, ein etwas stärkeres Kneifen, ein leichter Schubs etc. Hauptsache ist, dass er sie dadurch spüren lässt, dass er sie erziehen möchte. Er soll ihr dadurch mitteilen: „Ich bin nicht zufrieden mit dir!“«

Die Ehe eine Quelle wechselseitiger Liebe, Barmherzigkeit und Friedlichkeit.

Was uns der Islam zu Homosexualität und AIDS sagt, ist Folgendes: Der Islam steht der Homosexualität grundsätzlich ablehnend gegenüber und bewertet sie als eine Sünde. Andererseits sind Muslimische Ärzte angewiesen, sich genau so mitfühlend um AIDS-Patienten zu kümmern wie um andere Patienten.

Wenn Gott Allāh die Homophobie heiligt, dürfte das perfekte Geschöpf Muhammad auch Homosexuellenhasser gewesen sein.

25. Wie sollen Muslime Juden und Christen behandeln?

Der Quran nennt sie das „Volk des Buches“, das bedeutet diejenigen, welche die göttlichen Schriften vor Muhammad erhalten haben. Muslimen ist aufgetragen, sie mit Respekt und Gerechtigkeit zu behandeln und nicht gegen sie zu kämpfen, es sei denn, sie würden feindselig handeln oder den islamischen Glauben lächerlich machen.

Wir dürfen das wohl so verstehen, dass Dr. Athar seine Damen und Herren Mitmuslime dazu ermuntert, Juden und Christen militärisch anzugreifen, sobald diese den Islam verspotten.

Muslime hoffen, dass Juden und Christen einst den Muslimen zum gemeinsamen Verehren Gottes beitreten werden und sich Seinem Willen unterwerfen. „Sprich, o Muhammad: o Volk der Schrift [Juden, Christen], kommt herbei, ein Abkommen zwischen uns und euch zu schließen, dass wir fortan keinen anderen verehren als Allāh und Ihm niemanden beigesellen, und niemand von uns stelle andere Götzen neben Allah. Und falls sie sich abwenden, so sagt: Seid Zeuge, dass wir diejenigen sind, die sich [Ihm] ausgeliefert haben“ (Quran 3:64).

Weltweite Islamisierung ist das Ziel, das ist auch die Hoffnung unseres medizinisch ausgebildeten Predigers. Wenn es kein lügendes Judentum (Schriftverfälscher) und kein fehlgeleitetes Christentum (Tradierer der gefälschten Schrift) mehr gibt, ist ein schönes Stück Gottesdienst verwirklich worden und die Erde Ort gesteigerter Sauberkeit, Reinheit und Gottgefälligkeit.

Hindus, Bahai, Buddhisten und den Angehörigen anderer Religionen sollten ebenfalls mit Liebe, Respekt und Verständnis behandelt werden, um sie zu den Empfängern der [geheiligten] ‚Einladungen zum Islam‘ zu machen.

Hindus, Bahai, Buddhisten und andere für das diskriminierende islamische Dhimmi-Dasein ungeeignete Frevler sollen also nur deswegen „mit Liebe, Respekt und Verständnis“ behandelt werden, um zum Islam zu konvertieren – eine andere Daseinsberechtigung gesteht ihnen unser predigender nordamerikanischer Doktor nicht zu.

Soweit Dr. Shahid Athar, der zwar seinen religiösen Führerschein noch nicht gemacht hat, sondern das Steuer für sein Seelenleben und Sexualleben den Herren al-Ghazālī und Ibn Taymiyya überlässt. Bleibt uns Weltbürgern nichts anderes übrig, als zu wünschen, dass Dr. Athar, der Englisch, Hindi und Urdu spricht, sich trotz aller Neigung zum Fundamentalismus täglich professionell als ein ganz hervorragender Mediziner und Endokrinologe erweisen kann.

Cees van der Duin

Zum englischsprachigen Text des Dr. Shahid Athar (Indianapolis, Indiana, U.S.)

http://www.islamfortoday.com/athar.htm

http://www.teachislam.com/content/blogsection/221/545/

Weitere erbauliche Texte des Mediziners (Innere Medizin, Endokrinologie) Dr. Shahid Athar. Über schariatreue Gesundheitserziehung, Jugenderziehung, Ehe, Sexualität

islamfortoday.com/athar19.htm

Wo Herr Athar so tätig wird? Monastic Interreligious Dialogue, Nordamerikas Benediktiner und Zisterzienser

http://monasticdialog.com/search/index.php

Monastic Interreligious Dialogue kann interreligiösen Dialog. Dazu schreibt man in arabischer Kalligraphie »Es gibt keinen Gott außer Gott« in die Bildschirmecke und orakelt (wir üben noch) relativ islamfreundlich »Abraham was neither a Jew, nor a Christian, nor a Muslim – Abraham war weder Jude, noch Christ, noch Muslim«. Wenn der alte Abraham euch klerikale Lümmel erwischt, könnt ihr was erleben

http://monasticdialog.com/a.php?id=480

Nordamerikas Benediktiner und Zisterzienser lassen unseren Freund der Imam-Ehe über seine Begegnung mit dem Dalai Lama reden. Bei allen Göttern, wie nett!

http://monasticdialog.com/a.php?id=168

Dr. Shahid Athar ist seit mehr als zwanzig Jahren im interreligiösen Dialog (nas-)führend aktiv, etwa in der »Interfaith Alliance of Indiana (IAI)« seit dem Jahr 1992. Bei der IAI ist von methodistisch über jüdisch, katholisch, Bahai, Sikh, Unitarier, Brethren, Buddhisten und Muslime anscheinend alles vertreten, was im US-Staat Indiana gemeinschaftlich glaubt

http://www.interfaithindy.org/

CrescentLife.com – Muslimas in Nordamerika lesen al-Qaradawi und Harun Yahya

http://www.crescentlife.com/thisthat/feminist%20muslims/feminist_muslims.htm

Die Muslima als Entenküken?

CrescentLife.com zeigt den amerikanischen Entenküken und Musliminnen die sexualpädagogische Weisheit des Dr. Shahid Athar:

Wenn es nicht nötig ist, dem Entenküken beizubringen, wie es schwimmt, warum soll es dann nötig sein, dass Teenager Sexualkunde, Sexualaufklärung oder Sexualtechniken theoretisch erlernen, bevor derlei Kenntnis von ihnen erwartet wird?

If it is not necessary to teach baby ducks how to swim, why is it necessary for teenagers to be taught the education of sexual techniques before they are expected to engage in them?

http://www.crescentlife.com/articles/social%20issues/a_case_against_pornography.htm

Shahid Athar: „Schädliche Wirkungen von Nacktheit und Pornographie“ (Harmful Effects of Nudity and Pornography)

1. „Entwertung der Frauen. …“

Bei mancher Pornographie vielleicht allein im Bild und wahrscheinlich in der Porno-Industrie und ihrem Umfeld, doch bei schlichter Nackheit? Warum wird Pornographie und Nacktheit von dem islamischen Moralbringer Athar denn überhaupt in einem Atemzug genannt? Und was bedeutet das für unsere Städte: Die Burka rein und den Minirock raus, alles im Namen der Scharia-Moral? Das erinnert uns an Indonesiens neues Anti-Porn-Law, das die Jahrzehntausende alte knappe Kleidung der steinzeitlich geprägten männlichen und weiblichen Papuas ebenso bestrafen will wie die nacktschultrigen balinesischen Tänzerinnen der hochkulturellen religiösen Zeremonien oder die bäuerlichen Holzschnitzer mit ihren höchst phallischen Abwehr-Geistern und bizarr zeigefreudigen Fruchtbarkeits-Idolen.

Athar hält pornographisches Bildmaterial pauschal für eine „Entwertung der Frauen – Degradation of women.“ Das mag ja mal der Fall sein, doch ist auch das staatlich verhüllte Genital ein verstaatlichtes Genital, und genau darum geht es dem Scharia-Islam. Der mittelalterliche und im Mittelalter stecken gebliebene Islam, etwa derjenige von Ayatollah Chomeini oder den afghanischen Taliban, fordert Staatwerdung der Scharia (Eherecht, Familienrecht, Personenstandsrecht, islamische Kleidung) und vergrößert die keusch bedeckte Frau zum sicherheitspolitischen Risiko, vervielfacht die dämonische, unsichtbare Vagina zur politischen Vagina. Gegen die Auspeitschungen oder Steinigungen in den Golfstaaten und im Iran hat Dr. Athar nichts einzuwenden? Die aber sind es, auch die angeordneten Burkas und Kopftücher, die wir für eine „Entwertung der Frauen“ halten.

2. „Nacktheit zu erblicken desensibilisiert Männer und Frauen gegenüber normalen sexuellen Reizen. …“

Also am besten die Frau unter Tschador und Burka blickdicht verpacken, Herr Dr. Athar, das ist besser für den islamisch korrekten ehelichen Geschlechtsverkehr?

2. Watching nudity desensitizes men and women to normal sexual stimulus.

3. „Nacktheit und Pornographie … führt zu Verbrechen wie Drogen, Mord, Vergewaltigung, … Kindesmissbrauch …“

Aha, im Iran seit 1979, in Yemen, Saudi-Arabien und im Sudan gibt es keine Vergewaltigungen mehr? Nackte Frauen sind dort in der Öffentlichkeit doch wohl eher selten zu erblicken. Falls Kindesmissbrauch, Drogen und Vergewaltigungen in Riyadh und Teheran existieren, haben die Gesellschaften der Mullahs und Wahhabiten dann etwa einen zu hohen Porno-Konsum? Und wenn ja, wer ist daran schuld? Der Teufel, die Frau, der Jude oder der irgendwie weibliche und aus koranischer Sicht wohl auch ziemlich jüdische Teufel? Ist der Super-Muslim etwa nicht in der Lage, ein irgendwo erhältliches Porno-Heft einfach liegen zu lassen?

3. Nudity and pornography are an addiction that leads to other crimes including drugs, murder, rape, abduction, child molestation, and incest. …

http://www.crescentlife.com/articles/social%20issues/a_case_against_pornography.htm

Stichwort: ehelich Frauen prügeln:

al-Chatīb kennt den Koran Sure 4:34 „Schlagt sie“

http://www.memri.org/bin/latestnews.cgi?ID=SD222909

http://www.blinkx.com/video/wife-beating-in-islam-explained/mZDZHkbb6CG4QHTYsQzBhQ

al-Gum’a: Frau schlagen als Schutz der Familie

http://www.blinkx.com/video/wife-beating-in-islam-explained/mZDZHkbb6CG4QHTYsQzBhQ

Freitagspredigt vom 27. August 2004, ausgestrahlt auf Qatar TV, „Allāh will, dass wir die Frauen züchtigen“

http://www.blinkx.com/video/wife-beating-in-islam-explained/mZDZHkbb6CG4QHTYsQzBhQ

122. Monsieur Ibrahim et les Fleurs du Coran

7. Juni 2009

إبرَاهِيم

Ibrāhīm (arabisch),

hebräisch: Abraham

Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran

Zu Baustein 104. kommentierte Yuki am 3. Juni 2009. Antwort eines Angesprochen. Von Cees van der Duin

Als ob es um die Werbung für den Islam ginge. Mit diesem Buch wird lediglich gezeigt, dass es auch friedliche Muslime gibt. Jeder der einigermaßen nachdenkt sollte bemerken, dass es zwischen den Zeilen nicht um Religion geht.

Vielen Dank, Yuki, für Ihren Kommentar,

gestatten Sie mir als einem dankbar religiösen Menschen diese Spitze: tief religiöse Menschen (jeder Glaubenslehre) mögen vielleicht sagen, dass es immer und überall um Religion geht, also auch “zwischen den Zeilen”, wie Sie es nennen.

Nun aber ausgewogener, und Sie haben insofern völlig recht, als dass der Autor der romantisierenden Roman-Reihe ‘Cycle de l’invisible’ das Buch nicht geschrieben hat, um für den Islam zu missionieren, wie es etwa das pakistanische Missionswerk Tablighi Jama’at bezweckt oder wie es die jüngere Da’wat-e Islami praktiziert oder jeder Muslim gelegentlich tun verpflichtet ist.

Spätestens wenn wir die Etiketten der einzelnen, bei E.-E. Schmitt ‘verwendeten’ Weltreligionen einmal austauschen oder weglassen, wird sichtbar, dass durchaus moralische Orientierung im Buch vorkommt, es ist ja wirklich falsch, seinen Sohn zu vernachlässigen und zu belügen, und es liegt wahrlich etwas Bewegendes und Schönes darin, wenn ein Mann der schwierigen Rolle des Ersatzvaters oder väterlichen Weggefährten gerecht werden möchte und sogar gerecht wird. Arabische Klassische Musik, Unterhaltungsmusik und Volksmusik hat durchaus auch Hörenswertes, und vieles aus der arabischen Küche ist wohlschmeckend.

Autor Éric-Emmanuel Schmitt bedient sich der Romantik und dem Zauber religiöser Mystik, in der für ein auf gute Verkaufszahlen getrimmtes ‘abenteuerliches, politisch korrektes Jugendbuch’ gebotenen Oberflächlichkeit.

Recht geben kann ich Ihnen, dass der Autor nicht für die Theokratie wirbt (Islam als Staatsform) und wahrscheinlich den Anspruch der Scharia auf Totalität noch nicht einmal kennt. Von der Rolle der Frau in Pakistan (juristisch nach Staatsverfassung wie auch bezogen auf das Stammesrecht, letztes neuerdings bisweilen radikalislamisch ‘aufgefrischt’ wie im Swat-Tal) hätte er etwas wissen können, und das beispielsweise werfe ich dem Autor vor.

Schmitt ist menschlichen sprich (im eigentlichen, sage ich, oder auch im weitesten Sinne, sagen viele sehr parteilich Religiöse) spirituellen Dimensionen auf der Spur (oder weiß dieses Image zu verkaufen), das darf beispielsweise ein jeder historischer Roman. Hermann Hesse siedelte etwa Narziss und Goldmund im Mittelalter an und seinen Siddhartha im Indien der Zeit Buddhas, ein kühnes Tun, gleichwohl gelungen.

Je mehr sich ein Romanautor sich aber mit Religion befasst, desto mehr sollte er die feinen Charakterzüge (naja, schafiitische FGM oder iranische Steinigung ist wohl nicht gerade fein) der autorenseits als Vehikel oder Kulisse verwendeten Religion kennen. Schmitt ging ja sozusagen mit Jesus von Nazareth spazieren, indem er die Werke »Das Evangelium nach Pilatus« und »La Nuit des oliviers« anfertigte.

Vielleicht sollte ich das Buch in das Mischfeld von Phantasieroman und Kinderbuch ansiedeln. Dass es ein Plagiat zu Romain Gary (Du hast das Leben noch vor dir) sein soll, ist allerdings doch wohl eher wenig moralisch.

Der Sohn von zwei Sportlehrern Schmitt wuchs atheistisch auf und habe später eine persönliche Hinwendung zum Christentum gefunden, Moϊse ‘Momo’ könnte dann auch ein wenig Éric-Emmanuel sein.

Schmitt, Experte für den französischen Aufklärer Diderot und erfolgreicher Theaterstückschreiber, bemühe sich um die Annäherung der Weltreligionen. Sein Buch Milarepa etwa befasst sich mit dem Buddhismus Tibets. Genau hier dürfen wir uns zwar auch mal verzaubern lassen, doch sollten wir die Herrschaftskulte gewisser Glaubenslehren (ähnliches gab es auch bei Savonarola oder Calvin) wie nun ausgerechnet dem Scharia-Islam mit seiner fiqh-Rechtssprechung niemals verharmlosen.

Und das Islambeschönigen und Islamverkitschen (der Islamkritiker Auvergne spricht köstlich von “Bambi-Islam”), das macht der aus dem französischen Elsass stammende Schmitt mir eindeutig allzu sehr. Der soll sein süßes Christentum mal auf dem Marktplatz von Dschiddah, Karachi oder Daresalaam bekennen. “Hach, wie koranisch blumig, dar as-salaam (Somalias Hauptstadtname Daresalaam) bedeutet “das Haus des Friedens”, da muss die nächste Reise von meinem kleinen Moische-Momo vorbei führen, all different, all equal!” Nein, das hat Schmitt gar nicht gesagt.

Ich habe das Glück, Muslime zu kennen, die mit (trotz) ihrer Religion sehr reife Persönlichkeiten geworden sind – Islam als persönliche Spiritualität oder auch als gemeinschaftlich begangenes Ritual (Begräbnis, Pilgerfahrt nach Mekka) war und ist für viele Menschen Bereicherung, Kraft- und Sinnquelle. Das traditionelle islamische Frauenverbot am Begräbnis selbst einer Frau ist nicht nur mir aber bereits widerwärtig.

Seit Mohammed, al-Ghazali oder ibn-Taimiyya ist Islam jedoch etwas ganz anderes, als lediglich ein Weg der Lebenshilfe für sinnsuchende Weltbürger oder als eine Sammlung von mehr oder weniger frommen Mythen für einfache Bauern: Islam ist Staat! Islam ist totaler Tugend-Staat, Islam ist Sexualpolitik, geheiligtes Herabsehen auf die Nichtmuslime, permanente Kontrolle des weiblichen ‘politischen Genitals’. Staatsflagge der theologisch als moralisch höherwertig definierten Nation der Gläubigen ist das keusche Kopftuch, die ekle Nation der Ungläubigen lässt ihre Frauen unbewacht frei herum laufen und gestattet es ihnen, schamlos nacktes Haar tragen.

Islam ist Ekelbefrachtung des Frauenleibes und rechtliche Geringerstellung der Frau! Wer etwas anderes sagt kennt diese so genannte Religion nicht oder belügt uns. Islam ist geheiligtes Apostasieverbot mit theologisch berücksichtigter Todesfolge. Islam ist Todesstrafe, es gibt, ist Islam erst einmal Staat geworden, kein Recht auf Leben, kein Recht auf körperliche Unversehrtheit.

Éric-Emmanuel Schmitt hat mit abgehackten Händen kein spirituelles Problem. Im „religiös“ gewordenen sprich islamisierten Norden Nigerias, Zamfara State, ist dem dreifachen Fahrraddieb Lawali Isa in Allahs Auftrag die rechte Hand amputiert worden, meldete BBC am 19. Dezember 2002, der Mann hat erst jetzt zu Allahgott zurückgefunden uns fühlt sich resozialisiert und integriert. Auch das englischsprachige Wikipedia bemerkt unter Zia ul-Haq’s Islamization, dass seit 1979 der angeblich so blumige und an Weisheit reiche Islam Strafrecht geworden ist und gemäß der islamischen Pflichtenlehre die, man ist modern, von einem Chirurgen vorzunehmende Amputation rechten Hand vorzunehmen verlangt, im Wiederholungsfall zusätzlich des linken Fußes. Dann und wann eine verstümmelte Gestalt zu erblicken stärkt die Moral der Gesamtgesellschaft: Dieses spezielle sakrale Körperbewusstsein der Muslima und des Muslimen kann letztlich durch nichts anderes gefördert und gefordert werden als durch jene soziale (verstümmelnde) Antwort bei hudūd-Vergehen (hadd, die Verletzung von Allahs Grenzsetzung). Islam ist die geheiligte öffentliche Auspeitschung, die Scharia zeitigt mir oder Ihnen für den Genuss von Wein vierzig Peitschenhiebe oder aber die Scharia fordert für den Genuss von Wein achtzig Peitschenhiebe (Flexibilität der Scharia).

Islam ist Antijudaismus. Islam ist die sexualmagische Entfernung des maskulinen Praeputium (man lese zum Thema männliche kultische Beschneidung Sigmund Freud oder Bruno Bettelheim). Islamisch eTradition ist die mit dem blutigen Bettlaken öffentlich erlebbare Prüfung auf unversehrtes Jungfernhäutchen, moderner Islam zwar ohne Bettlaken, dafür mit unversehrtem Jungfernhäutchen. Islam ist wali mudschbir. Wohl keine bundesdeutsche Lehrerin und vermutlich auch kein bundesdeutscher Lehrer hat den Mut, ihren oder seinen Schülerinnen und Schülern zu erklären, was wali mudschbir ist.

Dazu kommt eine weitere Dimension, denn anders als in »Der Medicus« von Noah Gordon spielt »Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran« nicht im elften Jahrhundert (verwerflich wäre es, dabei auch in einem Jugendbuch die damalige real-islamische Sklaverei und Misogynie auszulassen), sondern spielt in der Gegenwart. Schmitts Buch ist, doch wohl nicht ohne seine Billigung, zur islamfreundlichen gesamteuropäischen Schullektüre geworden. Dem elitenseits gewünschten Türkeibeitritt zufällig ebenso dienlich wie dem erlaubten Lehrerinnenkopftuch in Frankreich und Deutschland. Das ist es: Wenn Islam nett ist, ist Kopftuch auch nett! Und genau das sollen die Schüler lernen.

2009 überlagern sich der Nahostproblematik genannte arabische Israelhass mit der in Europa betriebenen Installierung politischer Macht (Bildungspolitik, Familienrecht, Finanzpolitik) durch extrem reaktionäre, an einer totalitären Umsetzung der Scharia und an einem parallelen Recht (islamische Heirat, Polygamie) interessierten Islamverbände. Da allerdings, Schmitt mag ja einfach uninformiert (gewesen) sein, spätestens da wird sein Buch zur pädagogischen Gefahr für die gelingende Integration und droht es, zur Verfestigung der orthodox-islamischen Apartheid (Geschlechtertrennung, dhimma) beizutragen.

Von Herrn Schmitt wünsche ich mir nun ein Buch über eine mutige Türkin, die einen grönländischen Atheisten heiratet und ihre Kinder und Enkelkinder ebenso islamkritisch wie nichtislamisch erziehen lässt, mögen sich die Urenkel doch der Bahá’í-Lehre oder Konfuzius oder wem-auch-immer zuwenden, inschallah. Wir Schmitt dieses Buch schreiben?

Nein. Damit erwirbt man weder Erfolg noch Geld, vielmehr Drohungen. Tja, so rasch ist Europas zunehmend islamkompatible Schulbuch- und Phantasieromanwelt am Ende? Ist sie.

Im Scherz: Wir sollten die Staatsform wechseln.

Mit freundlichen Grüßen

Cees van der Duin, 4.6.2009

104. Dhimmikinder lesen islamkonforme Schullektüre

23. März 2009

إبرَاهِيم

Ibrāhīm (arabisch),

hebräisch Abraham

Monsieur Ibrahim und die

Blumen des Koran

Ein Zwischenruf von Cees van der Duin

Heute bekomme ich ein merkwürdiges Buch in die Hände, Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran. Ein Elfjähriger jüdischer Junge wird von seinem grausamen Vater gequält, der irgendwann arbeitslos wird und feige Selbstmord begeht. Naja, Selbstmord ist im edlen Islam so was von verboten. Es sei denn, körperlich zumal sexuell misshandelte Frauen in Pakistan oder Anatolien begehen ihn, die ohnehin nicht so leicht ins Paradies kommen wie in die Hölle. Damit der jüdische Junge nicht so orientierungslos aufwächst, springt ein freundlicher und allgemein beliebter Händler des Stadtviertels ein, der gütige Mann ersetzt einen Vater und ist zudem auch gottesfürchtig, wenn er auch, wundert uns das jetzt, kein Jude ist, sondern Muslim.

Das Buch soll als Schullektüre längst massenhafte Verbreitung gefunden haben. Pädagogische Botschaft bis zu dieser Stelle: Jüdische Väter können grausam sein, arabische Männer hingegen sind in der Lage, eine väterliche Rolle auszufüllen. Was eigentlich ein makabrer Scherz sein könnte. Es kommt noch dicker, um es kurz zu machen: Der Junge tritt zu Islam über. Was heißt aus Allahgottes Perspektive „tritt über“ beziehungsweise konvertiert, islamkonform muss es vielmehr lauten: Der Junge rekonvertiert.

Denn eigentlich ist er nach dem fitra-Konzept von Sunna und Scharia ja bereits Muslim gewesen, weil jeder Mensch von Geburt an Muslim ist, sofern er nicht von seinen unwissenden (christlichen) oder gottesleugnendenen (jüdischen) Eltern irregeführt wird. Monsieur Ibrahim erklärt dem Heranwachsenden die Welt, natürlich in islamischer Interpretation, und schwärmt von den Schönheiten des wenig juden- und frauenfreundlichen Büchleins namens Koran. Ein kleiner Jude weniger, ein kleiner Muslim mehr. Korankritik scheint dem Autor nicht vonnöten, wird uns jedenfalls nicht mitgeliefert.

Ibrahim ist eine Anspielung auf den weltbekannten hebräischen Stammvater Abraham, der Junge heißt Moϊse oder Momo. Der drei Jahrtausende alte Moses war bekanntermaßen als Kind in einem Korb im Schilf ausgesetzt, ein legendäres Waisenkind auf den strömenden Wellen des ungewissen Lebens. Doch aus islamischer Doktrin war der ägyptische Moses natürlich bereits rechtgläubig sprich muslimisch.

Warum nimmt das jeder hin in der deutschen Bildungslandschaft und Lehrerausbildung, warum protestiert niemand dagegen, dass hier offen die Konversion zum Islam beworben wird, aus dem es bekanntermaßen kein Entrinnen ohne Lebensgefahr gibt? Indem der Jude als herzlos und grausam dargestellt wird dürfen wir zudem von einer antisemitischen Dimension sprechen. Der erlösungsbringende väterliche Muslim wird zum seelisch gesunden Mann und zu einer vorbildlichen Führerfigur stilisiert. Was über den eine antagonistische Stellvertreterfunktion einnehmenden brutalen und falschen Juden, der seinen leiblichen Sohn auch noch über einen gar nicht vorhandenen Bruder Momos belogen hat, ja womöglich das Judentum insgesamt verhöhnt, spätestens mit dem massenhaften Lesen in Deutschlands Klassenzimmern und in politisch-korrekter und das heißt heute, anders als 1933, in entgrenzt islamfreundlicher Atmosphäre. Oder bin ich da zu empfindlich?

Wir müssen fordern, dass in der Schule schleunigst ein ergänzender Text gelesen wird, in dem der misshandelte Sohn des gemeinen muslimischen Vaters zum Judentum übertritt weil er dort Zuwendung und Verlässlichkeit erfährt. Mein Vorschlag für den Titel: Monsieur Abraham und die Blumen des Talmud. Oder, wie wäre es, Söhnchen konvertiert zum Atheismus und findet sein Glück als Ex‑Muslim?

Was für eine schmierige Unterwürfigkeit gegenüber dem feudalen und erpresserischen Herrschaftskult der Scharia schwingt denn da bitte mit, in diesem Schulbuch, das im Originaltitel und auf Französisch Monsieur Ibrahim et les fleurs du Coran heißt und von einem gewissen Éric-Emmanuel Schmitt elsässischer Abstammung verfasst worden ist?

Gegen Schmitt sind offensichtlich sehr berechtigte Plagiatsvorwürfe erhoben worden, weil das erwähnte Buch allzu viele Ähnlichkeiten mit „La vie devant soi – Du hast das Leben noch vor dir“ von Romain Gary aufweist. Gary wurde 1914 in Vilnius (deutsch Wilna, jiddisch Wilne), sprich in Litauen als Roman Kacew geboren, war französisch-jüdischer Pilot, musste vor den Nationalsozialisten aus Frankreich nach England flüchten, wurde Autor und Diplomat und machte sich beispielsweise als talentierter Schriftsteller einen Namen.

Cees van der Duin

084. Allahkratie für Deutschlands Schulkinder: „Islam für Kids“

23. August 2008


084

أنيس

anis,

seltener arabischer

männlicher Vorname,

Bedeutung etwa

„herzlich“, „höflich“

oder „loyal.“

Islam für Kids.

Das Buch von Anis Hamadeh

sozialpädagogisch rezensiert

Cees van der Duin am 27.08.2008

Der singende und malende Anis Hamadeh ist Autor von „Islam für Kids“ (2007). Hamadeh, Sohn einer Deutschen und eines Palästinensers lebt im rheinland-pfälzischen Mainz. „Islam für Kids“ erschien beim Vertrieb bhv-Buch (Redline GmbH) in einer schulbegleitenden Buchreihe, die bislang pädagogisch wertvolle Bücher wie „Biologie für Kids“ oder „Mathematik für Kids“ erstellte und damit für einen Verlag, der eigentlich auf Computerhandbücher spezialisiert ist.

Sozialpädagoge Cees van der Duin hält „Islam für Kids“ für ein Vehikel, welches im Namen der Toleranz, des Kulturrelativismus und der gesellschaftlichen Vielfalt („diversity“) sehr scheinheilig das fundamentalistische und antidemokratische Gedankengut eines auf ethno-religiöse Segregation zielenden politischen Islam unter Deutschlands Kindern und Jugendlichen verbreiten möchte. Gemessen am Ziel der Qualitätssicherung wissenschaftlich orientierter Jugendliteratur hält van der Duin „Islam für Kids“ für misslungen und als Lehrbuch für nicht schulfähig. Speziell der Maßgabe der Schulbuchkommissionen, einen den universellen Menschenrechten nachgeordneten und nur damit nachhaltigen Abbau von Feindbildern zu erzielen, sieht der Rezensent in „Islam für Kids“ ein Verharmlosen des politischen Islam und unterstellt dem Autor, Parallelgesellschaften aufbauen zu wollen und die ohnehin bedrohte Haltung der Säkularität unter Europas Muslimen planmäßig zu untergraben. Das tendenziell antiaufklärerische und damit jugendgefährdende Werk „Islam für Kids“ wirbt für die Ordnungspolitik der Scharia und ist auf Verfassungsverträglichkeit zu überprüfen.

Übermorgen, am Freitag den 29. August 2008 wird Hamadeh gemeinsam mit der städtischen Integrationsbeauftragten Coletta Manemann anlässlich eines palästinensischen Kulturfestivals auf dem Marktplatz der Stadt Bonn auftreten und von 17:00 bis 17:30 sein „Islam für Kids“ öffentlich diskutieren

Islam

für Kids

14 Woran glaubt ein Muslim? Wie funktioniert das islamische Recht, die Scharia?

Hamadeh wisse darüber Bescheid, was ein Muslim zu glauben hat: Bitte, in welcher Ironie oder in welchem Fanatismus, mit welcher Unfähigkeit oder Fähigkeit zur Außenansicht und Religionskritik namentlich Schariakritik?

Scharia wird als irgendwie funktionierend dargestellt, das impliziert Funktionalität und damit Kompatibilität zur kulturellen Moderne. Ein repressives, auf Denkverboten und Fundamentalismus beruhendes geistiges und seelisches Gefängnis wird also bereits in der Einleitung des „Islam für Kids“ verharmlost und verkitscht. „Für Kids“ suggeriert uns, Islam sei etwas Kinderleichtes: Wer jetzt noch kritisiert, ist womöglich dummer als ein Kind.

19 … neue Religion? Aber nein, Muhammad sprach vom selben Gott der Juden und Christen, nur als neuer Prophet.

Diese Vereinnahmung der jüdischen und der christlichen Religion durch einen gefräßigen Islam ist für bewusst religiöse Juden und Christen wohl kaum hinnehmbar. Hamadeh also gibt einer fundamentalistischen und aggressiv missionierenden Auffassung von Islam Raum, die beim Anschein der freundschaftlichen Nähe und der religiösen Verwandtschaft die Grundlagen der beiden anderern – älteren – abrahamitischen Religionen gleichsam schluckt und sich einverleibt. Diese Frechheit geht noch nicht einmal auf Anis Hamadeh zurück, sondern auf Mohammed, einem unterrichtsbegleitenden Buch jedoch, mit dem Anspruch, objektiv zu informieren, wird derartige Propaganda nicht gerecht.

24 … dass es oft mehrere Versionen einer Geschichte gibt (…) hat jeder seine eigene Sichtweise …

Allerdings. Das gilt auch für säkulare Muslime und für Ex-Muslime, die von Hamadehs orthodoxer Islamauffassung womöglich verschont werden möchten.

29 Die neue Religion hatte es nicht leicht.

Anders als auf Seite 19 ist der Islam jetzt doch eine Religion? Hamadehs Denken ist elastisch wie Kaugummi. Der Islam „hatte es nicht leicht“, er verdiene angeblich das Mitgefühl des womöglich minderjährigen Lesers. Hamadehs Appell ans Mitgefühl ist eine Manipulationstechnik und als solche in moderner Pädagogik nicht statthaft.

29 Vor Gott war der Mensch frei. Diese Idee interessierte besonders Sklaven, Frauen und Arme …

Che Guevara Mohammed! Der Prophet als Sozialreformer. Als Sklavenversteher, Frauenfreund und Sozialarbeiter.

34 Viele Sonderrechte wurden abgeschafft und der Gedanke der umfassenden Gerechtigkeit gewann an Bedeutung.

Ja, die Stammesreligionen und Stammesgesetze der polytheistischen Araber wurden restlos zerstört. Juden und Christen wurden als Menschenklasse minderen Ranges islamrechtlich qualifiziert, was der Autor freilich den deutschen Kindern der Dhimmis verschweigt.

36 Im Mai 629 … Oase Haibar … kämpften gegen die Banu Nadir. Muhammad nahm eine der Witwen zur Frau.

Sich um verarmte Witwen kümmern, wie nett? Die Juden des Stammes Banu Nadir (Banū Naīr; Banu n-nadir / بنو النضير‎) wurden im Jahre 628 in Chaibar nahezu vollzählig umgebracht. Eine Tochter und Augenzeugin der grausamen Folter und Ermordungen musste mit dem Propheten fortan auf einem Kopfkissen übernachten.

„Witwe“ nämlich ist die Jüdin Safiyya (Safiyya bint Huyayy) dadurch geworden, dass ihr Mann Kinana (Kināna ibn al-Rabī), der so etwas wie Kassenwart oder Schatzmeister der Banu Nadir war, von Mohammed zu Tode gefoltert wurde, weil er den Muslimen nicht so ohne Weiteres verraten wollte, wo das gemeinschaftliche Geld versteckt war. Die traumatisierte Jüdin wurde zwangsweise die elfte Frau des Propheten. Soviel zum Konzept „umfassender Gerechtigkeit“ (Hamadeh, 34).

46 In den nächsten fünfzig Jahren wurde ganz Nordafrika islamisch. Bis nach Frankreich kamen die muslimischen Krieger. Auch tief in den Osten gelangte der neue Glaube (…) das mächtige persische Reich wurde islamisch. Der Süden Arabiens war ganz islamisiert …

Einverstanden. Die Islamisierung eines Territoriums geschah mit militärisch organisierten Massenmorden und dem Aufbau einer politischen Besatzung. Islam ist Dschihad.

56 Schon vor der islamischen Zeit gab es ein Weltwissen, ein Wissen der Völker.

Allerdings. Dieses Menschheitserbe wird bis heute kosmopolitisch weiter entwickelt, doch wohl eher in Milieus, die von Fundamentalismus und Theokratie nicht so sehr geprägt sind.

66-67 Die Logik des Aristoteles (…) blieb da eine ganze Weile umstritten, wo der Koran mit seinen Versen als erste Beweisführung galt und die Logik als Konkurrenz erschien.

Nachvollziehbare Beweisführung macht den Hütern heiliger Denkverbote nun einmal schwer zu schaffen. Wir werden doch wohl im heutigen Islam nicht etwa Orte finden, an denen die Schlüssigkeit des Denkens gegenüber den Inhalten irgendwelcher Freitagspredigten oder Fatwas „als Konkurrenz erscheint“? Gar im Buch Islam für Kids? Wir werden.

Die inhumane Prägung der beschriebenen orientalischen islamisierten Stadtkulturen als Jahrhunderte der religiösen Entrechtung der Juden, der Christen und der Frauen unterschlägt uns der Autor großzügig.

81-82 Wir heute in Europa glauben an die Demokratie mit Wahlen und freier Presse, Gewaltenteilung und Menschenrechen. Im Grunde ist das auch eine Art Rechtgläubigkeit (…)

Hamadeh hält die Forderung nach Wahlrecht und Pressefreiheit für intolerant, radikal und fundamentalistisch? Dieses weltanschauliche Problem sollte der Autor doch bitte einmal im Dialog mit Verfassungsschützern vertiefen.

94 Die islamische Welt hatte jetzt alle Einflüsse der Umgebung in sich aufgenommen.

„Alle Einflüsse“, jetzt übertreibt der Autor aber ein wenig, von den Juden und Buddhisten und Griechen hätten die stolzen Muslime noch vieles lernen können.

Andererseits ist islamischerseits das Lernen von nichtmuslimischen Kulturen auch in unseren Jahrzehnten mal wieder mehr als überfällig: Psychoanalyse, Frauenrechte, negative Religionsfreiheit … die angeblich „beste Gemeinschaft“ (Koran Sure 3 Vers 110) hat, sehr beschämenswert, im weltweiten Vergleich mal wieder großen Nachholbedarf.

96 Christen und Juden lebten als Minderheiten in muslimischen Ländern.

Sie lebten nicht nur, sie starben auch. Nicht selten gewaltsam. In den meisten islamisierten Regionen gab es auch bald keine Christen mehr.

100 Die Menschen der muslimischen Welt liebten auch das Reisen sehr.

Meine türkische Nachbarin wird verprügelt, wenn sie einmal im Monat auch nur zum 100 Meter entfernten Kiosk geht, um sich ein paar Zigaretten zu kaufen. Ihr frommer muslimischer Mann gibt ihr auch keinen Euro Geld, sie tauscht daher bei einer feministisch-säkularen Nachbarin heimlich Naturalien, um an Münzen für ihr Genussmittel zu kommen. Autor Hamadeh aber lässt die mittelalterlichen Muslime „das Reisen lieben“? Die islamischen Frauen kann er jedenfalls nicht gemeint haben.

106 Die Rückeroberung Andalusiens durch die Spanier … 1492

Eben. Zurück erobert. Spanien den Spaniern, Fremdherrscher raus.

110 Wenn der Sultan anwesend war, verhielten sich alle mucksmäuschenstill.

War auch ratsam. Bei schlechter Laune des Sultans endete deine Audienz für dich tödlich.

110 Unter ‚Harem‘ versteht man in Europa oft die Frauengemächer des Herrscherhauses. ‚Privater Bereich‘ ist allerdings passender. Auch hier wurde Politik gemacht.

Etymologisch und orthodox zu „haram, verboten“ gehörend, war der Herrscher-Harem ein Ort der Menschenzucht aus den gekauften Söhnchenfabriken (Frauen). Der Autor verschweigt uns an dieser Stelle den Sachverhalt der koranisch legitimierten und islamisch traditionellen Vielehe, Polygamie. Unter Harem sollten wir alle, Nichtmuslime und Muslime, die Strukturen der Vielweiberei verstehen. Eifersüchtige Nebenfrauen pflegten die Söhnchen der Nebenbuhlerin im Harem, den alle Frauen nicht verlassen durften, zu ermorden, insofern wurde in der Tat „auch hier … Politik gemacht.“ Das zutiefst islamische Prinzip der ins Haus gesperrten Frau unterschlägt uns Anis Hamadeh ohne erkennbaren Skrupel, auch dasjenige der unter Deutschlands Türken so verbreiteten Zwangsehe oder das der häuslichen Gewalt.

110 Manche Historiker betonen, dass die islamische Orthodoxie das „Tor der selbständigen Forschung“ geschlossen hat. Diese Theorie des Kulturverfalls ist nicht von der Hand zu weisen.

Um wissenschaftliches Forschen im Sinne von Naturwissenschaft oder Sprachwissenschaft ging es bei der so genannten Schließung der Tore des Idschtihad eher sekundär, was Hamadeh eigentlich wissen sollte. Das Gegenteil zu idschtihād ist taqlīd, blindes Befolgen. Wer im letzten Jahrtausend kein mujtahid war, kein „Elite-Ulema“, der hat zu Koran und Sunna den Mund nicht mehr autonom öffnen dürfen. Taqlīd, stumpfsinniges Nachplappern des Lehrstoffes deiner madhhab, deiner Rechtsschule ist für dich als Muslim seither verpflichtend. Gegen diesen Kerker denken weltweit nur ganz wenige Menschen an, darunter Irshad Manji (mitunterzeichnend im „Manifest der 12“) und das Projekt Secular Islam. Ob dem offensichtlich nichtsäkulare Hamadeh nun der Mut oder der Verstand fehlt oder beides, um den Islam in die kulturelle Moderne führen zu helfen, das geht aus „Islam für Kids“ leider nicht hervor.

112 Große Teile Indiens beispielsweise stabilisierten sich unter den muslimischen Mogul-Kaisern.

Auf derlei „Stabilisierung“ hätten die unterworfenen Menschen Indiens als Buddhisten, Hindus oder auch Stammesreligiöse sicherlich gerne verzichtet. Bereits die islamische Schreckensherrschaft des Ala du-Din Khalji ließ die Nichtmuslime sich an ein wahrhaftig „stabiles“ Dasein als Sklave gewöhnen. Die Buddhisten wurden unter ihm und den Moguln nahezu restlos ausgerottet, fast alle buddhistischen Tempel Indiens systematisch zerstört. Durch gezielte, massenhafte Tötung der buddhistischen Mönche war es leichter, Indiens Buddhisten zwangsweise zu islamisieren, andere flüchteten in die zwar versklavten, aber für die Muslime zur Ausbeutung „volkswirtschaftlich“ unentbehrlichen Gemeinschaften der Hindus. Heute gibt es in Indien als der Heimat des historischen Buddha nur noch 0,8 % Buddhisten, darunter viele Exil-Tibeter. Auch Afghanistans Buddhisten sind längst ausgerottet oder zwangsislamisiert worden, letzte vorislamische Spuren sollten mit der Sprengung der Buddha-Statuen von Bamyan aus der Erinnerung getilgt werden. Die Zahl der in Indien während eines halben Jahrtausend islamischer Herrschaft ermordeten Hindus dürfte gewaltig hoch sein. Alles ein Beitrag zu „Stabilisierung.“

112 Revolution in Arabien … eine revolutionäre Bewegung … Muhammad ibn `Abdu l-Wahhāb (1703-1792) … vertrat einen besonders strengen Islam

Nun, wir Demokraten dürfen „islamische Revolution“ in der Tat getrost als Aufbau einer theokratischen Schreckensherrschaft verstehen, als politische Systemtransformation hin zu einem islamischen, sprich einem inhumanen und quasi-rassistischen Staatswesen, in dem Frauen und Nichtmuslimen die Rechte männlicher Muslime nicht mehr zugänglich sind (Allahkratie, englisch Allahcracy).

Abdu l-Wahhāb ließ sich von dem um 1300 lebenden Sufi-Gegner und geistigen Ahnherrn des neuzeitlichen Islamismus Ibn Taimiya inspirieren und schuf in der Tat diejenige Variante von Staatsislam, der es bis heute gelungen ist, mit der heute auf Brutalität und Erdölverkauf beruhenden Macht des saudischen Königshauses als des Hüters der heiligen Stätten zu verschmelzen.

Wahhabiya ist eine fromme islamische Kultur der Prügelstrafen oder Auspeitschungen für Männer, der vollzogenen Todesstrafen, der Inhaftierung gewaltloser politischer Gegner und der Haft ohne Anklage und Gerichtsverfahren. Homosexualität wird, islamrechtlich einwandfrei, mit Auspeitschungen bestraft. In Städten dürfen Frauen kein Auto fahren. Frauen dürfen das Land nicht ohne Erlaubnis durch ihren „Vormund“ (männlichen Besitzer oder Hüter) verlassen. Hamadeh verschweigt diesen menschenverachtenden Sachverhalt und bevorzugt die Wortwahl „besonders strenger Islam.“

Im Jahre 2007 wurden im Staate der von Anis Hamadeh so genannten „Revolution in Arabien“ 153 Männer und 3 Frauen hingerichtet, die meisten davon mit dem im der Landesfahne so dekorativ dargestellten Schwert enthauptet. Statt Pressefreiheit herrscht im wahhabitischen Saudi-Arabien strikte Zensur, was „Islam für Kids“ allerdings großzügig übergeht. Großzügigkeit ist eine islamische Tugend.

114 Kolonialismus

Der Herrschaftsbereich des Islam ist ein einziger Imperialismus und Kolonialismus. Muslime betrieben jahrhundertelang Sklavenfang und Sklavenhandel. Die Doktrin der Dār al-Harb meint das Imperium Allahs, Nichtmuslime sind islamrechtlich Menschen minderen Wertes.

117 [Die ] Muslimischen Reformer. (…) [al-Afghānī, `Abduh und Raschīd Ridā] formulierten den Islam neu.

‚Den Islam neu formulieren‘, Anis beliebt zu scherzen. Die drei radikalen Theokraten al-Afghānī, `Abduh und Raschīd Ridā sind die Wegbereiter der rückwärtsgewandten as-Salafiyya, einer Gegenbewegung einerseits zu Europas Kolonialismus, andererseits gegen die kulturelle Moderne mit deren Forderungen nach universellen Menschenrechten, negativer Religionsfreiheit, Glaubenswechsel in jede Richtung und Frauenrechten. Der populärste rheinische Seelenfänger der Salafiyya ist Pierre Vogel, die von ihm und seinen Getreuen kultivierten Attribute sind Kittel, Bart und Strickmütze für die Männer beziehungsweise Tschador oder sogar Niqab für die ins Hinterzimmer huschenden Weibchen. Hat der Autor Sympathien für die Salafiyya? Wir wissen es nicht … und Anis äh Allah weiß es am Besten.

117 1928 gründete Hasan al-Bannā die Muslimbruderschaft in Ägypten …

… als den Wurzelgrund nahezu sämtlicher islamischer terroristischer Gruppen. Gegründet vom Kolonialismus- und Kapitalismuskritiker al-Banna wuchs die Muslimbruderschaft, al-ichwān al-muslimūn, zu einer Gegenkraft, die seit 1948 plausibel verdächtigt wird, den ägyptischen Staat stürzen zu wollen.

Dass sich die Ägypter um 1928 vom Bau und Betrieb des Suez-Kanals überrollt und gedemütigt fühlten ist vielleicht nachzuvollziehen. Bezeichnend jedoch, dass sie nicht mit Fleiß und Lernen nach Zugang zur damaligen höchsten Technologie strebten wie etwa Japaner oder Koreaner es getan hätten und haben, sondern mit einer „Rolle rückwärts“, mit einer Verweigerungshaltung bei Verehrung und Verklärung der asr as-saadet, der islamischen Frühzeit als eines Zeitalters der angeblichen Glückseligkeit.

Hassan al-Banna ganz realpolitisch: „Es liegt in der Natur des Islam, zu herrschen und nicht beherrscht zu werden, seine Gesetze allen Nationen aufzuzwingen und seine Macht über den gesamten Planeten auszuweiten.“

1800 radikal-muslimische Anhänger zählt der bundesdeutsche Zweig der Muslimbruderschaft (MB), welcher auch die Islamische Gemeinschaft in Deutschland (IGD) unter Ibrahim el-Zayat zugerechnet wird. Die MB scheint eine Art Outsourcing zu betreiben, für den militärtechnischen Teil und in Israel sowie Palästina etwa ist die HAMAS zuständig, die Raketen baut und benutzt, Selbstmordattentäter ermutigt und bereits Kindergartenkinder antiisraelisch indoktriniert und Wehrsport einüben lässt. HAMAS-TV führt diese Pädagogik der Aufhetzung weiter, berüchtigt ist die dschihadistische und antisemitische Kinderfilm-Reihe „tomorrow`s pioneers“ mit den Comic-Figuren Farfour und Nahool, geklaut bei Walt Disney. Ibrahim el-Zayat ist Vorstandsmitglied bei dem der MB freundschaftlich nahe stehenden FIOE, zu dem muslimische „Jugendwerke“ wie WAMY und FEMISO gehören.

Jene FEMYSO, mit der sich Europas christlichem Jugendverband EYCE im Dezember 2007 im griechischen Vólos zum Gespräch traf (Monologue or Dialogue? Inter-religious dialogue meets fundamentalism”), eingebettet in die Veranstaltungsreihe All Different – All Equal”, European Youth Campaign for Diversity, Human Rights and Participation.

All different, all equal. Alle anders, alle gleich. Irgendwie gleich also … vor dem Europarat oder auch dem radikalislamisch unterwanderten UN-Menschenrechtsrat oder auch vor dem unsichtbaren Allah höchstpersönlich.

Die auf Hasan al-Banna zurück gehenden, der heutigen MB nahe stehenden Strömungen fühlen sich nicht der freiheitlichen Demokratie verpflichtet, sondern der aus orthodoxer islamischer Doktrin einzig legitimen Gesellschaftsform, dem hilāfa, Allahs Kalifat. Dazu aber sagt unser Islamwissenschaftler, Herr Hamadeh aus Mainz? Nichts.

120 Seit fast hundert Jahren steckt der Konflikt in Palästina/Israel wie ein Keil zwischen der islamischen und der westlichen Welt.

Das ist nicht verantwortungsvoll, den in den wenig bürgerrechtlichen islamischen Regimes von Regierungen wie Oppositionsgruppen zu propagandistischen Zwecken „nützlichen“ Nahostkonflikt auch hier derartig zu stilisieren. Die zwar häufige, aber nicht desto weniger groteske Chiffre „Welt“, ob „islamische Welt“ oder „westliche Welt“ sollte man ohnehin vermeiden, wie wäre es mit etwas mehr Eine-Welt-Idee? Zumal ja hier recht unverhohlen der islamische Welt-Teil vom westlichen Teil (der Welt) abgegrenzt wird. Will Hamadeh zwei Welten? Dar al-Harb und Dar al-Islam?

122 Am 11.09.2001 sind zwei Flugzeuge ins World Trade Center in New York geflogen und haben beide Türme des Gebäudes zerstört.

Es gab mehr als dreitausend Tote, ja. Die beiden Muslime Chalid Scheich Mohammed und Mohammed Atef sind wohl die Planer der Anschläge. Der in Syrien geborene deutsche Staatsbürger Muhammad Haider Zammar, in Pakistan als Mudschahidin-Kämpfer ausgebildet, rekrutierte die ausführenden Muslime, mehrere davon im Hamburger Studentenmilieu um die als radikal geltende Hamburger al-Quds-Moschee. Der gebürtige Ägypter Mohammed Atta, 1993-1999 Student der Stadtplanung in Hamburg, kann als Anführer des deutschen Kreises der dschihadistischen eingewanderten Studenten gelten. Jung, männlich, muslimisch, antiwestlich, etwas entwurzelt, radikal-islamisch, fast ein bisschen deutsch, antimodern, antisemitisch. Sympathisanten des zeitweisen Mitglieds der Muslimbruderschaft Osama bin Laden und der dschihadistischen Netzwerke von und um al-Qaida.

122 eine neue Lücke zwischen West und Ost entstanden ist

Lücke, Kluft. Die man nicht um jeden Preis schließen, überwinden muss, schon gar nicht aus Angst vor weiterem radikal-islamischen Terror, unter dem auch freiheitliche orientalische Muslime leiden, Freidenker, Frauenrechtler. Auch müsste der Autor jetzt eigentlich im Nahen Osten sowie unter Europas Muslimen für weltbürgerlichen, kosmopolitischen Geist werben, für die Eine-Welt-Idee, für die Universalität der Menschenrechte, wenn ihm wirklich an einem Frieden in Freiheit gelegen wäre. Aber der politische Islam sagt ja nicht Freiheit, sondern Gerechtigkeit …

122 Wenn du auf die Geschichte des Islam blickst, siehst du, dass einem friedlichen Miteinander eigentlich nichts im Weg steht.

Das ist für uns Leser des „Islam für Kids“ allerdings gar nicht zu sehen. Eine vormoderne Herrschaftsordnung, welche Frauen entrechtet, Ungläubige verachtet, Abtrünnige der heiligen Ermordung anempfiehlt, gehört nicht, ja: „Nicht ungezähmt“ in die freiheitliche Demokratie und muss, durchaus: „Wie ein wildes Tier“ gebändigt, gefesselt, eingegrenzt und eingeschränkt werden, soll sie in Kindererziehung, politischer Meinungsbildung, Arbeitswelt, Nachbarschaft und innerer Sicherheit keinen Schaden stiften.

Ich weiß, nicht-säkulare Muslime gucken traurig und schreien: „Rassismus, Diskriminierung!“ oder „Islamisch zu leben ist mein Freiheitsrecht!“

Islamrechtlich einwandfrei Delinquenten köpfen oder ihnen die Hand und den Fuß amputieren, solange es, ganz nach Allahs Anweisung, nur der Fuß der anderen Körperseite ist? Kindern in jeder Koranschule und jeder auch nur halbwegs orthodoxen Familie einreden, dass die Ungläubigen, darunter die Mehrheit der christlichen und wohl sicherlich alle jüdischen Nachbarn und Mitschüler nach dem Tod in der Hölle schmoren? Dazu aufrufen, das Dogma der weltweiten Islamisierung und mit jedem Mittel durchsetzen zu dürfen, vorzugsweise mit List oder Gewalt? Sehr geehrter Herr Islamwissenschaftler, mit dem „friedlichen Miteinander“ wird das leider nichts.

Töchter und Söhne zwangsweise verheiraten, bei Bedarf Neunjährige verheiraten und ehelich vergewaltigen, die von der al-Azhar gebilligte und in Ägypten täglich praktizierte Frauengenitalverstümmelung beschweigen sofern man nur Anis Hamadeh heißt, Vielweiberei (Polygamie) dulden? Verbot des Glaubenswechsels und der Islamkritik? Herr Hamadeh, Ihre Lieblingsreligion steht bis auf Weiteres einem „friedlichen Miteinander“ durchaus sehr im Weg.

208 Für männliche Kinder ist im Islam wie auch im Judentum die Beschneidung vorgeschrieben, bei der die Vorhaut vom Penis chirurgisch entfernt wird, heutzutage normalerweise in einem Krankenhaus. Es handelt sich um eine Hygiene-Vorschrift. Dieses Ereignis wird als festlich angesehen.

Anis, lies mal Bruno Bettelheim und befrage die Häuptlinge der Papuas oder Aborigines. Ach ja, jeder Mensch sei von Natur aus Muslim und das Vorkommen der sexualmagischen Routine-Jungenbeschneidung bei afrikanischen und pazifischen Stammeskulturen sei so etwas wie ein korankonformer Gottesbeweis?

Routinebeschneidung ist vormodern und die „heiligen“ Beschneidungswerkzeuge gehören ins Museum. Dass sich mittlerweile eine „Medikalisierung“ der sexualmagischen Körpermutilationen eingeschlichen hat, in Ägypten und Ostafrika natürlich gerade auch die ungleich grausamere weibliche Genitalverstümmelung betreffend, verschleiert leider sowohl die archaischen Wurzeln als auch die zu erhoffende Durchschaubarkeit dieses theokratischen Unterwerfungs- und Initiationsrituals.

Ich habe mir einen Scherz erlaubt, Anis. Du musst jetzt nicht das tun, was dir die Häuptlinge der Papuas und Aborigines sagen, die haben nämlich ihre womöglich höchst grausame und unwissenschaftliche Variante von at-tahāra, ritueller Reinheit, meist mit zusätzlichem heiligem Zahnausschlagen und gottgewollter Tätowierung verknüpft. Tu`s dir nicht an.

Der Autor von „Islam für Kids“ vermengt die Begriffe „rein“ und „sauber“ oder behauptet, die Jungenbeschneidung diene dem Aspekt „sauber“ (Hygiene), wo es doch überwiegend um „rein“ (rituelle Reinheit) geht. Entscheidend: Hamadeh stellt die Jungenbeschneidung und den sie umgebenden Konformitätsdruck nicht annähernd in Frage, sofern er ihn überhaupt durchschaut. Modern denkende Pädagogen, Urologen, Kinderärzte, Psychologen oder Politiker können einer sexualmagischen Routine-Operation am Genital des männlichen Kindes nicht zustimmen.

Bettelheim betont den initiatorischen und zugleich sexualmagischen Charakter der geheiligten Zirkumzision ostafrikanischer und melanesischer Stämme, bei denen die Einritzung oder Entfernung der Vorhaut am Genital des kleinen Mannes sowohl die Einweihung in die Kriegerkaste beziehungsweise den Jägerbund markiere als auch Schmerz und Blutung einem grandios scheiternden Versuch der Aneignung der Macht weiblichen Gebärens entspreche. Durch die Mutilation am Genital werde der Mann zum zweiten Mal geboren, die unvermeidliche Geburt aus der Mutter überkrönt, übertroffen und die Frauengeburt und damit die Frau religiös abgewertet. Der Krieger, so ließe sich mit Bettelheim sagen, gebäre sich selber. Vom Fransenschneiden in die Vorhaut bis zum Aufritzen der Harnröhre war und ist im Laufe der Jahrtausende mancherlei getrieben worden am „männlichsten aller Körperteile“ (Jacques Auvergne).

Jungenbeschneidung als „kulturelle“ oder sexualmagisch-religiöse Routine ist ein Angriff auf das männliche Genital und damit ist sexualisierte Gewalt, nennen wir es Kindesmissbrauch. Routine-Zirkumzision, ob Amerikaner, Papuas, Juden, Aborigines, Muslime oder Südkoreaner, verstößt gegen die Maßgabe der körperlichen Unversehrtheit und darf in der kulturellen Moderne etwa mit Religionsfreiheit nicht zu entschuldigen sein. Der Initiant männlicher Genitalverstümmelung weigert sich erklärlicherweise, sich einzugestehen, Opfer seiner (angeblich „rituell reinen“ wie zugleich „zivilisierten, hygienischen“) Kultur zu sein.

Der männliche Autor entstammt als Kind einer deutschen Mutter und eines palästinensischen Vaters dem Grenzgebiet zwischen einer beschneidungsobligatorischen und einer beschneidungsindifferenten Kultur. Was macht Hamadeh als verantwortlicher Verfasser „Islam für Kids“, wovor schreckt der stolze Krieger Gottes nicht zurück? Die patriarchalische Ritualzirkumzision ins Kapitel „Kinder“ zu verfrachten und sie als „Hygiene“ zu rationalisieren und zu bagatellisieren.

Üblicherweise die zweite geheiligte sexualisierte Gewalterfahrung für muslimische Männer, womöglich für jeden zweiten da zwangsverheirateten türkischen Mann, ist die durchzuführende Penetrierung der Jungfrau in der Hochzeitsnacht, indes draußen die Dorfbevölkerung oder Großfamilie auf das blutbefleckte Bettlaken wartet. In Allahs überirdischem Glanz fusionieren Sexualität und Gewalt schier unauflöslich, Reinheitswahn und Sadismus.

212 Kleidung. Zugrunde liegt das islamische Gebot, sich nicht aufreizend und eher zu kleiden.

Islamischer Tugendterror, der seine „satanischen“ Opfer konsequent und maschinengleich konstruiert, schafft, fordert. Auf Frauenseite finden wir hier die Grunddichotomie „Heilige und Hure“ jedes Patriarchats. Frau-frauliches Nase-Drehen, „Ätsch, ich komme in den Himmel, Schwester, und du nicht, dein Kopftuch ist zu wenig keusch!“ Kopftuchmobbing, Tugendterror.

Die Muslima sei lebenslang, so die Logik von Hijab und Niqab, von Unreinheit, das heißt von diabolischem Dreck bedroht. Der Muslima drohe mit sittlichem Fehlverhalten eine Gottesferne, die den Männerbund in seiner Ordnung und Frömmigkeit zerstören könne. Dem Muslim wird der angeborene Wesenszug des Vergewaltigers unterstellt.

Muslimischen Männern wie Frauen wird mit der wortlosen Sprache der Kleidung anerzogen, angedrillt, antrainiert: Als „Sorte Mensch“ erhebe sich die Umma mit der arroganten Selbstkennzeichnung sakraler Kleidung über die fürs Höllenfeuer bestimmten Barbaren. Das ist neben der mehr oder weniger radikal realisierten Geometrie der Geschlechtertrennung die zweite Geometrie oder Dichotomie: Die sittlich höherwertigen Gläubigen gegen die Kuffār. Das gibt schon mal Probleme im Klassenzimmer oder Großraumbüro, zumal kleine Mädchen eingedreckt und verprügelt werden, wenn sie ihre „Bedeckung“ nicht fromm genug tragen.

Weder der ebenso alberne wie brutale Konformitätsdruck noch die Dynamik der aufgezwungenen „Muslimisierung“ durch radikal-islamische Gruppen, die den muslimischen Frauen in Kairo wie in Köln, in Beirut wie in Berlin eine jeweils immer „noch keuschere, noch strengere“ Kleidung vorzuschreiben trachten ist dem Autor eine Zeile wert. Auf Videos gewisser Kindergartenfeste der „pädagogischen Arbeit“ der palästinenischen HAMAS (zur Firmengruppe Muslimbruderschaft) sind Wesen, fraglos Frauen mit Tschador und Niqab zu sehen: Keusche wie reinheitsbedrohte Weibchen mit Sehschlitz-Anblick und zugehörigem Sehspalt-Weltbild. Soweit zu „islamische Kleidung“, steht aber nicht in „Islam für Kids.“

212-213 … sieht man so gut wie nie Männer und schon gar nicht Frauen in kurzen Hosen … man macht es nicht, weil man sich nicht wohl fühlen würde oder weil die Leute sonst über einen reden.

Frau macht es nicht, weil man ihre koranisch angedachten blauen Flecken sehen könnte, weil sie an der nächsten Ecke von Muslimen vergewaltigt werden würde und weil sie weiß, dass die Beine von westlich-dekadenten Minirockträgerinnen im islamisierten Teil der Erde dann und wann mit Säure übergossen worden sind. Soviel zu Scharia und Shorts für Frauen.

Der Autor ist zu feige, im Orient Shorts zu tragen, weil er Angst hat ins Gerede zu kommen? Klar, Moslems, männliche wie weibliche übrigens, gaffen kurzbehosten Männern so lange auf die Beine und signalisieren mit Gesten, Schnalzen, Zischen und Augenrollen, dass der Mann wohl schwul sein müsse oder Heide oder Schlimmeres, bis das der frevlerische Mann wieder keusch seine Beinchen bedeckt. Aus Europas Zuwanderermilieus heraus baut sich Gruppendruck auf Jungen jeder (Ex-)Religion auf, im Schwimmbad wenn nicht Kniebundhosen so doch Bermuda-Shorts zu tragen. Soviel zu Scharia und Shorts für Männer.

Den Konformitätsdruck zur Sittsamkeit kritisieren sieht sich Hamadeh nicht in der Lage. Der Autor schweigt zum textilienbezogenen Gruppenzwang.

213 Sauber soll die Kleidung sein. Das ist schon etwas Islamisches, denn im Koran und in der Sunna …

Ach so, sauber muss Kleidung sein! Steht in „Islam für Kids.“ Ach nein, steht im Koran und in der Sunna …

213 Hygiene-Regeln (..) wie das Waschen vor dem Gebet oder das Haareschneiden beim Hadsch

Vor wenigen Jahren gab es einmal eine etwas problematische Fernsehreklame: „Nicht sauber, sondern rein!“ Putzmittelbezogene Produktwerbung also griff auf magisches Denken zurück.

Haareschneiden bei der Pilgerfahrt ist ein öffentlich Demut wie Stolz darstellendes Ritual der Unterwerfung, Hingabe, der Solidarität und der „Verwandlungsbereitschaft“, weltweit haben viele Kulte oder Glaubenslehren ähnliches. Gegen Riten ist nicht grundsätzlich zu protestieren, doch sollte man sie den Ungläubigen und auch nicht den eigenen Kindern als „hygienisch“ verkaufen. Sich dem Göttlichen nähern ist ein Weg heraus aus dem Alltäglichen, die zwar konstruierte aber seelisch für Menschen wohl nicht gänzlich vermeidbare Aufteilung von handlungen, Zeiten und Räumen in profane und sakrale Bereiche „fordert“ sichtbar werdende Sinnzeichen.

Nebenbei erhebt sich der sich einem Reinheitskult verpflichtet fühlende „Rechtgläubige“ mehr oder weniger unsozial über den „Ungläubigen“, wohl keine Geistlichkeit betont die „frevelhafte Dreckigkeit“ der Andersgläubigen so sehr wie die islamische. Das jedoch brauchen sich nichtmuslimische Demokraten nicht so ohne Weiteres gefallen lassen, von englischen, niederländischen oder deutschen Moscheepredigern als stinkend und unzivilisiert bezeichnet zu werden, nicht wahr, Herr Hamadeh?

213 … gehört auch, dass sich Muslime nach dem Toilettengang den Po mit der linken Hand waschen, weil die rechte fürs Essen gebraucht wird. Wenn man sich überlegt, dass zur Zeit des Propheten weder Klopapier noch Messer und Gabel benutzt wurden, wird deutlich …

… dass wir nicht im siebten Jahrhundert leben. Dass aber die muslimische Mami den Kindern mit Geschrei und Ohrfeigen die linke Körperhälfte als teuflisch, dreckig, schwul und feminin antrainieren muss. Den Weltraum und die deutsche Stadtöffentlichkeit schariatisieren heißt eben auch, den Körper zu zerspalten. Wie soll das Kind jemals Juden, Atheisten, Linkshänder, Frauen und Homosexuelle hassen, wenn dieses nicht „erlebnispädagogisch wertvoll“ antrainiert wird? Hamadeh verschweigt uns diese „Islampädagogik“ der verteufelten linken Körperhälfte, letztere wir nach C. G. Jung der „Anima“ des Menschen zuordnen dürfen. Auch andere patriarchalische Kulturen beziehungsweise Milieus verwenden „links“ als Synonym für „verhext“ (Redensarten wie „mit dem linken Fuß aufstehen“) oder unmännlich-schwul. Scharia beruht auf halbierten Klassenzimmern und Stadträumen (Geschlechtertrennung, Dhimmi-Ghettos, selbstgewählte Segregation der Muslime) ebenso wie auf einer zur entsprechenden Motivation unentbehrlichen Spaltung der Seele und der Persönlichkeit.

Nur sehr säkulare oder sehr moderne türkische Eltern lassen ihr Kind als Linkshänder zu. Der Hass auf die linke Hand entspricht dem Hass auf die Frau und den unmännlichen (schwulen, atheistischen) Mann, nicht nur im rückständigen Teil des Islam, aber gerade dort.

Klassisch-islamrechtlich gilt es, homosexuelle Männer zu töten, indem man sie von hohen Gebäuden in die Tiefe stürzt.

214 Grundsätzlich gilt, dass Islam alle Bereiche des Lebens betrifft

Das bezeichnet der Totalitarist als ganzheitlich und der freiheitliche Demokrat als totalitär.

214 … denn es zählt zu den islamischen Tugenden, anderen Menschen zu helfen und gut zu ihnen zu sein …

Nur Juden dürfen diese Menschen nicht sein, Apostaten auch nicht, auch keine Islamkritiker. Frau ist auch nicht so gut. Es ist schon ein tolles Gefühl, ein guter Mensch zu sein. Eine gute Dosis Islam schmeichelt dem Ego.

216 Kriege zwischen Muslimen … werden als unislamisch abgelehnt.

Warum sprengt ihr Sunniten und Schiiten euch dann zum Freitagsgebet in Bagdad oder Basra wechselseitig aus der Moschee?

Im Prinzip stimmt dieser Satz auch noch. Islam will den Krieg gegen den Nichtislam. Bis zur Unterwerfung (Islam). Unterwirf dich und du wirst verschont (Aslim, taslam). Doktrin ist, die Welt glücklich zu islamisieren, bis dahin ist der Nichtmuslim Mensch zweiter Klasse und darf übervorteilt werden. In der tausend Jahre alten und von Hamadeh nicht kritisierten Doktrin der „islamischen Gesellschaft“ sind Nichtmuslime (soweit Dhimmis) als Menschenklasse minderer Rechte vorgesehen, Polytheisten und Atheisten (zur Klasse der Harbis) dürfen einfach so getötet werden. Gleichberechtigung für Zoroastrier oder Christen oder Bahá`í gibt es in Saudi-Arabien oder im Iran ganz offiziell nicht, in der Türkei oder in Ägypten funktioniert diese Diskriminierung der Nichtmuslime gewissermaßen spontan.

239 Aus den anerkannten Hadith-Werken geht hervor, dass das Abhacken der Hand tatsächlich von Muhammad praktiziert wurde. Auch im christlichen Europa wurde übrigens Dieben die Hand abgehackt.

Richtig. Es gab Religionsstifter, die Dieben die Hand abhacken ließen und es gab Religionsstifter, die Dieben nicht die Hand abhacken ließen.

240 Ebenso wie der islamische Prophet … das Abhacken von Händen in Einzelfällen selbst in Auftrag gab, so hat er auch in mehreren Fällen befohlen, Menschen hinzurichten.

Mohammed halt. Scharia.

245 Deshalb erben Frauen nach islamischem Recht nur die Hälfte von dem, was Männer erben. … Nach islamischem Recht wiegt die Aussage einer Frau – da, wo sie überhaupt als Zeugin auftreten darf – halb so viel wie die eines Mannes.

Koran halt, Scharia.

245 Muslimische Männer dürfen Nichtmusliminnen heiraten, muslimische Frauen aber keine Muslime.

Was, alles andere als zufällig, im Laufe der Jahrzehnte eine ethnoreligiöse Auslöschung der Nichtmuslime (Islamisierung) der Region befördert, da jedes Kind eines männlichen Muslims ungefragt Muslim ist und das Entführen jedenfalls Beutemachen an zu schwängernden Dhimmifrauen islamische Folklore. Islam expandiert auf Kosten der Nichtmuslime (auf wessen denn sonst). Der Autor stellt dieses patriarchalische, expansive und kulturenzerstörende Prinzip mit keinem Wort in Frage.

Hamadeh ist hier ganz persönlich betroffen, was er freilich uns gegenüber – und vielleicht sich selbst gegenüber – nicht zugibt, was er dreist oder panisch verleugnet: Wäre seine Mutter muslimische Palästinenserin und sein Vater (nichtmuslimischer) Deutscher, stünde einer Karriere Hamadehs bei den Ex-Muslimen ebenso wenig im Wege wie der Benutzung eines Schraubenziehers zum Abschrauben des Mainzer Klingelschildes aus berechtigter Sorge vor einem islamisch inspirierten Attentäter. Oder dem arabischen „Ehre waschen“ sprich Ermorden an der „Verräterin“, der muslimischen Frau, die einen Kāfir zu heiraten wagte.

Das sollte in der kulturellen Moderne anders sein. Durch sein Schweigen mach sich Hamadeh zum Komplizen der politischen Scharia, der von radikalen Kreisen gewünschten Schariatisierung Europas.

245 Die Gleichberechtigung von Frau und Mann ist eine Herausforderung für die drei von Männern beherrschten Religionen.

Hindus, Sikhs, Maoisten und atheistische Wohngemeinschaften nicht zu vergessen. Herausforderung oder Zumutung? Was hält der Autor von dieser „Herausforderung“, die gegen die von Mohammed pardon Allah gestiftete heilige Scharia schließlich ganz klar verstößt? Erwartet Hamadeh ein klares Bekenntnis zur Gleichberechtigung der Frau, ausgesprochen durch die orthodoxe Geistlichkeit der Palästinenser oder der al-Azhar oder des europäischen Fatwa-Rates? Er erwartet nichts, er vermisst nichts, so dürfen wir als Säkulare und Demokraten das Schweigen des Autors von „Islam für Kids“ doch wohl deuten.

247 … im siebten Jahrhundert war es üblich, dass Väter ihre Töchter verheiratet haben.

Jede zweite Frau, Türkei, heute. In unseren Städten sind regelmäßig Sechzehnjährige oder sogar Fünfzehnjährige „Frauen“ in den Sommerferien verheiratet worden. Die Braut kann aber auch in Europa durchaus einmal ein halbes Jahrzehnt jünger sein; im Jemen klagte eine Achtjährige vor Gericht dagegen, in der Ehe dauernd vergewaltigt zu werden. Gut, das Prinzip Kindbraut ist in der islamischen Praxis glücklicherweise eher selten, doch warum verschweigt Hamadeh uns die Alltäglichkeit der arrangierten Ehe sprich Zwangsehe?

248 Ebenso werden Mädchen nicht mehr verheiratet und schon gar nicht in dem Alter, in dem etwa Muhammad die `Aischa geheiratet hat

In Nordrhein-Westfalen ist die Hälfte der türkischen Ehen erzwungen. Ist das, lieber Herr Hamadeh, in Rheinland-Pfalz so anders?

Deutscher Islam: Die Zwangsehen der achtziger und neunziger Jahre sind für sechzehn- und fünfzehnjährige „Frauen“ arrangiert worden, das wird in unseren Städten von den betroffenen Frauen heute relativ offen zugegeben („Ich kannte meinem Mann nur vom Sehen“, „Ich sprach mit ihm erst nach der Hochzeit“).

Wir Sozialarbeiter und Sozialpädagogen wissen von muslimischen Kinderehen für dreizehnjährige, zwölfjährige, elfjährige Mädchen. Das ist selten, das kommt aber vor. Die schwangere türkische Unterstufenschülerin als islamische Braut einer Imam-Ehe sowie, für ältere Bräute, leider immer noch die traditionelle Cousinen-Ehe sind ein sehr deutsches Thema, sozialpädagogisch wie polizeiarbeiterisch.

252 Friedliches Nebeneinander … muslimische neben nichtmuslimischen Ländern

Länder, nicht Menschen. So wird praktischerweise die stets mehr oder weniger entrechtete Situation aller Nichtmuslime in „muslimischen Ländern“ ausgeblendet. Wobei „muslimisches Land“ den Islam als ordnungspolitisches System erkennbar macht und dem europäischen Leser offensichtlich nahelegt, der Einrichtung von islamisch befreiten Zonen zuzustimmen, von schariatischen Territorien.

Autor Hamadeh spricht nicht von freiheitlicher Demokratie, verzichtet darauf, eine Säkularisierung des Islam als Qualitätskriterium aufzuzeigen.

Lebt Hamadeh, als Sänger und Maler in Mainz und übermorgen auf Vortragsreise zu Coletta Manemann in Bonn, lebt er in einem „nichtmuslimischen Land“ oder nicht vielmehr in einer freiheitlichen Demokratie der universellen Menschenrechte, geprägt von Gleichberechtigung der Geschlechter und Religionen, von Pressefreiheit, negativer Religionsfreiheit und altehrwürdiger Religionskritik? Fragen über Fragen.

273 Schalten wir den Fernseher ein … nach einem Bombenanschlag … jemand ruft ‚Allāh, Allāh‘ …

Es ist sehr erklärlich und sehr angemessen, wenn ein verängstigter Mensch in Not den Namen seines Gottes ausruft. Nanu, irgendetwas stimmt hier noch nicht so ganz: „Nach einem Bombenanschlag“ schreibt der Autor?

Ach ja: Uns Kritiker des politischen (orthodoxen) Islam beunruhigen nicht die Allāh-Allāh-Rufe nach einem Bombenanschlag islamischer Extremisten mit Opfern irgendeiner Religion oder Nichtreligion, sondern die Allāh-Allāh-Rufe der genannten Extremisten vor ihrem Bombenanschlag.

281 Der soziale Frieden entsteht da, wo sich die Menschen mit ihren unterschiedlichen Bedürfnissen kennen und respektieren.

Muslime haben, alle kollektiv, wie zufällig als Individuum dieses und jenes Bedürfnis, das wir in „Islam für Kids“ nachlesen können. Heh, du bist Muslim, du musst jetzt dieses und jenes Bedürfnis haben, steht bei Hamadeh.

Geschickt übergeht und vernebelt der an der Scharia orientierte Autor die Konstruktion von ethnoreligiösen Kollektiven, von Menschenklassen. Die Säkularen oder Nichtmuslime mögen „die Muslime“ also hinfort in Ruhe lassen und deren „besondere Bedürfnisse“ nicht stören, sondern respektieren. Andernfalls, hier schwingt sehr erpresserisch eine sorgsam dosierte Drohung mit, gebe es keinen sozialen Frieden. Sondern, richtig, sozialen Krieg.

281 … ist es nicht zu übersehen, dass Migranten und Migrantenkinder im Durchschnitt eine schlechtere Ausbildung und schlechtere Jobs erhalten. Sie werden seltener für höhere Schulen vorgeschlagen und schaffen es nicht so häufig in gut bezahlte Berufe.

Hamadeh unterstellt Europas nichtmuslimischer Mehrheit augenzwinkernd ein bisschen Rassismus. Deutschlands Muslime namentlich Türken sind leider immer noch mehrheitlich Bildungsverweigerer, das gilt auch für Roma (Zigeuner). In unserem Haus wohnt ein sehr frommer türkischer Vater, der seinen fünfjährigen Sohn ins Gesicht schlug, wenn dieser auch nur das Wort danke auf Deutsch sagte. Letzterer wurde, wundert uns das jetzt, zwar eingeschult, aber aufgrund eines Wortschatzes von 25 Worten und der Unfähigkeit, auch nur einen vollständigen Satz zu bilden, von entsetzten Lehrern zurückgestellt, in einen Kindergartenkurs mit Deutschunterricht geschickt. Seine Mutter ist übrigens in Deutschland geboren worden, ihr zwangsweise anverheirateter Ehemann, erst nach der Hochzeit nach Deutschland importiert, verbüßte hier im Rheinland mehrfache Haftstrafen und murmelt gelegentlich „Scheißdeutschland.“ Alle Kinder dieser intellektuell mindestens durchschnittlich begabten türkischen Familie werden, mit Hamadehs Worten, „schlechtere Ausbildung“ erhalten. Es ist ebenso tragisch wie angemessen, dass diesen Kindern keine unverdient guten Schulnoten hinterher geworfen werden.

281 Deutschland ist für sie eine Heimat.

Das ist für 90 % der immigrierten Muslime falsch und Hamadeh weiß das. Die Frauen dürfen nicht mit Kolleginnen auf Wochenendtour sofern sie überhaupt das Haus verlassen dürfen, die Mädchen werden vom Schwimmverein abgemeldet, die Jungen weigern sich, etwas über deutsche Geschichte oder Naturkunde oder Politik zu lernen, die Männer haben ein Alibi, den deutschen Staat irgendwie doof zu finden, der sie ja öfter mal inhaftierte.

Und der Mainzer Hamadeh singt „Free Gaza!“

284, 287 Euro-Islam (vgl. 117 Muslimbruderschaft)

Enkel von al-Banna (117) ist übrigens Tariq Ramadan, der dem – säkular gemeinten! – Begriff „Euro-Islam“ eines Bassam Tibi einen theokratisch verstandenen „Euro-Islam“ dreist gegenüber setzt.

Wobei Anis Hamadeh den Euro-Islam (säkular) eines Professor Tibi in geschickter Hütchenspieler-Manier mit dem nahezu konträr angelegten Euro-Islam (theokratisch) eines Tariq Ramadan verwirbelt und vernebelt.

Euro-Islam, sofern Tariq Ramadan statt Bassam Tibi: Ziemlich viel Islam, ziemlich wenig Europa.

326 … ebenso der türkische Nationalismus, der zum Beispiel im Verhältnis zu den Armeniern (…) deutlich wird

An ungefähr tausend türkischen Orten wurden 1915 und 1916 jeweils ungefähr tausend Armenier ermordet, weshalb 1917 auch 1.000.000 Menschen „fehlten“, nebenbei bemerkt: Christliche Menschen fehlten. Es gehört leider zum hochnäsigen türkischen Selbstverständnis, bis heute den Völkermord an den Armeniern zu leugnen. Erst ganz wenige türkische Intellektuelle haben es öffentlich gewagt, über den verschwiegenen Genozid zu reden, noch jeder von diesen wurde anschließend beschimpft und bedroht. Die meisten Türken, ich spreche aus vielfacher eigener Erfahrung, weigern sich, in diese Richtung auch nur zu denken, gucken, daraufhin angesprochen, erst sekundenlang bekümmert und dann rasch hasserfüllt und brechen den Kontakt für immer ab. Ausnahmen gibt es, einen von hundert, der mich dann um Geheimhaltung bittet, aus Angst vor seinen Landleuten und Mitmuslimen. Jetzt gibt es keine Armenier mehr, Kismet.

Der Traum oder Alptraum vom makellos reinen Kollektiv, die Angst vor Verunreinigung, Entehrung und „Gesichtsverlust“ bilden die seelischen Grundlagen für einen gewünschten Straftatbestand „Beleidigung des Türkentums“, Artikel 301. Nation oder Umma ist dabei einerlei, austauschbar, der einzelne hat nicht aus der Reihe zu tanzen.

Was aber sagt uns der Herr Islamwissenschaftler zur Ausrottung der kleinasiatischen christlichen Armenier, zur Rechtlosigkeit der Bahá’í in Ägypten, zur geradezu traditionellen Diskriminierung der orientalischen Juden, Jesiden und Zoroastrier? Nichts.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Inhaltsverzeichnis, Kapitelstruktur und optisch-technische Gestaltung des „Islam für Kids“ dem Thema angemessen sind. Verweise auf Kunst, Architektur, geschichtliche Daten und Personenamen sind in Umfang und Quelle gleichermaßen gut ausgewählt. Die Manipulation des Lesers durch einen fundamentalistischen und politischen Islam indes wurde zwar kraftvoll umgesetzt, aber keineswegs ironisch oder gar ehrlich aufgelöst. So ist „Islam für Kids“ zu attestieren, für den Gebrauch in Schule und Jugendbildung ungeeignet zu sein und in Wirkung wie Intention die Kluft zwischen Nichtmuslimen und Muslimen zu vergrößern. „Islam für Kids“ mag es gelingen, einen erfolgreichen Beitrag zu leisten zur Verfestigung der europäischen wie gerade auch deutschen, schariatisch ausgerichteten Parallelgesellschaften, in denen Bürgerrechte gerade für muslimische Frauen und Kinder nicht mehr zur Gänze zugänglich sind. Die Idee und Struktur von Wissenschaftlichkeit sowie die Idee und Struktur von Schule und Schulunterricht wird vom Autor ironisiert und erodiert.

Cees van der Duin