471. Prof. Dr. Christina Aus der Au und die Schamlippen der muslimischen Tochter

ختان الإناث

ḫitān al-ināṯ

sunat perempuan

FGM nach Koran und Sunna

Gabi Schmidt

Mönchengladbach

An den Polizeipräsidenten in Berlin

14.06.2017

Postalisch in Kopie an:

Staatsanwaltschaft Berlin

Herrn Prof. Dr. Dr. Andreas Barner als Mitglied des Präsidiumsvorstandes 2013 – 2019 des DEKT

Frau Dr. Ellen Ueberschär, Amtierende Generalsekretärin während der Veranstaltung

Frau Senatorin Dilek Kolat, Land Berlin, Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung

Strafanzeige wegen Billigung bzw. Bewerbung der weiblichen Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation, FGM) und wegen Aufruf an Ärzte zur Durchführung der FGM gegen Prof. Dr. Christina Aus der Au, Theologin, Frauenfeld (TG), Schweiz

Ergänzung zu der von mir mitgezeichneten Strafanzeige vom 31.05.2017 gegen die Präsidentin des 36. Deutschen Evangelischen Kirchentags in Berlin und Wittenberg im Jahr des 500. Reformationsjubiläums 2017, Frau Prof. Dr. Christina Aus der Au Heymann

Die Theologin rief am 27. Mai 2017 während der Podiumsdiskussion (Offene Gesellschaft – Wo sind die Grenzen der Toleranz) zumindest Gynäkologen öffentlich auf, weibliche Genitalverstümmelung der WHO Klassifikation FGM Typ II [untergliedert in IIa, IIb u. IIc] bzw. Typ IV zu akzeptieren und auf Elternwunsch durchzuführen.

Aus der Au äußerte sinngemäß: Wenn eine Muslima einen Frauenarzt mit dem Wunsch aufsuche, die Schamlippen ihrer Tochter aus religiöser Tradition beschneiden zu lassen, könne der Arzt diesen medizinisch nicht erforderlichen Eingriff gegen seine eigentliche Überzeugung durchführen. Er schütze damit das Kind, weil er verhindere, dass die Mutter, wenn er die Mutilation ablehne, das Mädchen eventuell zu einem Scharlatan bringt, der dann die Gesundheit „der jungen Frau“ von in der Regel vier bis elf Jahren durch mangelhaftes humanmedizinisches und pharmazeutisches Wissen und chirurgisches Unvermögen schwer schädigt, mögliche Komplikationen nicht erkennt, nicht fachgerecht behandelt oder gar den Tod der minderjährigen Patientin zu verantworten hat.

Da sich „junge Frauen“ wohl kaum von ihren Müttern zum Gynäkologen begleiten lassen, ist davon auszugehen, dass die Kirchentagspräsidentin nicht Siebzehnjährige kurz vor dem achtzehnten Geburtstag oder junge Volljährige gemeint hat. Es ist außerdem nicht auszuschließen, dass andere Fachärzte und Krankenhäuser in Trägerschaft der evangelischen Kirchen oder Nichtmediziner wie Kinder- und Jugendpsychotherapeuten, Juristen oder Sozialpädagogen / Sozialarbeiter und sonstige Dritte sich darin bestärkt und bestätigt fühlen, Verstümmelungen / Verletzungen an den äußeren Genitalien in medikalisierter Form an nicht einwilligungsfähigen, weiblichen Kleinkindern und Schülerinnen der Primar- und Sekundarstufe für ein legitimes, humanistisches Handeln oder einen Akt der Nächstenliebe und Christenpflicht zu halten.

Wenn solche Eingriffe auch ohne jeglichen therapeutischen Nutzen sind, die kleinen Mädchen vor unnötigen seelischen Qualen, Schmerzen, gesundheitlichen Nachteilen oder gar vor dem Tod zu bewahren, wäre dann für manchen Grund genug, rechtliche und berufliche Verpflichtungen sowie ethische Grundsätze außer Acht zu lassen. Mediziner könnten sich motiviert fühlen, die Mutilation / Beschneidung durchzuführen, Rechtsanwälte, „Muslimrechte“ zu verteidigen, Sozialpädagogen oder Kinder- und Jugendpsychotherapeuten, sich für „muslimische Elternrechte“ einzusetzen. Ob Frauenärzte, Hebammen, Therapeuten oder sonstige Entscheidungsträger oder Beratende, man wird entsprechend kultursensibel handeln, beispielsweise in Gutachten für familiengerichtliche Verfahren auf die nichteuropäische Herkunft bzw. muslimische Sozialisation der sorgeberechtigten Patienten / Klienten verweisen und Schamlippenbeschneidungen aufgrund der religiösen oder kulturellen Andersartigkeit als glaubensgeleitet, kulturadäquat und kindeswohlfördernd bewerten und deshalb befürworten. Schließlich gäbe es bei Begegnung und Interaktion mit Muslimen bezüglich der Menschenrechte nicht nur schwarz oder weiß.

Aus der Au plappert nicht einfach unkontrolliert drauflos, sondern weiß genau um Inhalt und Bedeutung ihrer Worte. Als in der Redekunst geschulte, kirchenpolitisch wie gesellschaftlich einflussreiche Theologin wirkt sie mit ihren Äußerungen bewusst final auf Ärzte und Dritte mit dem Ziel ein, in ihnen den Entschluss zu den erwähnten Straftaten hervorzurufen. Die erfolgreiche Karrierefrau mit mehrfacher Leitungsverantwortung studierte Philosophie und Rhetorik in Tübingen, in Basel habilitierte sie über das theologische Menschenbild und seine Herausforderung durch die Neurowissenschaften. Sie ist als Dozentin an der Theologischen Fakultät der Universität Basel und seit 2015 als Titularprofessorin für Systematische Theologie an der gleichen Universität tätig, arbeitet außerdem als Geschäftsführerin des Zentrums für Kirchenentwicklung der Universität Zürich sowie als Dozentin für Medizinethik der Universität Fribourg. Aus der Au wurde 2013 in den Vorstand des Deutschen Evangelischen Kirchentags gewählt und hat 2017, im 500. Reformationsjahr, den 36. Deutschen Evangelischen Kirchentag als Präsidentin geleitet.

Die Aussagen der Schweizerin sind daher weder als politische Unmutsäußerung oder Provokation noch als bloßes Befürworten einer Straftat oder entsprechende Meinungsäußerung zu bewerten. Als Dozentin und erfahrene Referentin hatte sie bei der öffentlichen Veranstaltung anlässlich des mit hochkarätigen Gästen aus Politik und Gesellschaft besetzten Deutschen Evangelischen Kirchentags, bei der ausgerechnet über die Grenzen der Toleranz einer offenen Gesellschaft diskutiert wurde, ihre Worte gewiss gezielt gewählt.

Zu den geladenen gesellschaftspolitisch und theologisch wichtigsten Prominenten des 36. Evangelischen Kirchentags zählt sicherlich der aus Ägypten angereiste Großscheich al-Azhar, Ahmad Mohammad al-Tayyeb, Nachfolger des 2010 verstorbenen Muhammad Sayyid Tantawi. Als solcher ist er gleichzeitig Imam der al-Azhar-Moschee und hat kraft seines Amtes automatisch den protokollarischen Rang eines Ministerpräsidenten. Der Islamgelehrte ist einer der ranghöchsten Würdenträger des gesamten, alle vier Rechtsschulen umfassenden sunnitischen Islam und wird weltweit von vielen Sunniten als höchste geistliche Autorität anerkannt.

Ägypten gehört zu den Ländern mit FGM Prävalenz, die Verstümmelungen werden zu 77 % von medizinischem Personal durchgeführt. Meist handelt es sich um FGM Formen des Typs Ib und II nach der WHO Kategorie, ca. 9 % der Opfer wurden einer Mutilation des Typs III unterzogen [African Journal of Urology, 03.09.2013, S. 145-149]. Für die in dem Land am Nil stark verbreitete schafiitische Rechtsschule ist FGM als verpflichtend [wadschib] anzusehen, alle anderen halten sie für ehrbar [makruma] oder empfohlen [sunna]. Al-Tayyeb schwieg bislang beredt zu dieser Frauenrechtsverletzung. Auch als Mohamed Kandil [Kandeel], namhafter Gynäkologe der staatlichen Universität von Minufiyya, pünktlich zur öffentlichen Debatte über MGM in Deutschland [2012] die Schädlichkeit von Beschneidungen des FGM Typs Ib und IV bestritt und die weltweite Legalisierung wegen der oft schwerwiegenden Folgen von Hinterhofbeschneidungen einforderte, verurteilte der Großimam die Befürwortung solcher die körperliche Unversehrtheit zerstörenden Eingriffe nicht.

Die erwähnten Diskussionsbeiträge der Schweizer Theologin sind auch deshalb brisant, weil bereits jetzt eine gute Zusammenarbeit der Kairoer Al-Azhar mit dem von dem islamischen Religionspädagogen Mouhanad Khorchide geleiteten Zentrum für Islamische Studien [ZIT] an der Wilhelms Universität Münster besteht, wo muslimische Geistliche und Lehrer für den bekennenden islamischen Religionsunterricht ausbildet. Solche Kooperationen sollen künftig auch auf andere deutsche HochschuIen, die islamische Theologie anbieten, ausgedehnt werden.

Aus der Au fiel mit ihren Diskussionsbeiträgen nicht nur Aktivisten, internationalen Organisationen sowie Regierungen, die sich weltweit für die Abschaffung und Ächtung jeder Form der Mädchenverstümmelung nach WHO Kategorie einsetzen, in den Rücken. Statt die offene Gesellschaft zu verteidigen, griff sie deren Fundament, die freiheitlich demokratische Rechts- und Werteordnung an und nahm billigend in Kauf, dass durch ihre Einlassungen Dritte unteilbare, universelle und unveräußerliche Grund- und Menschenrechte verletzen [Art. 1 Abs. 1, Satz 1 GG; Art 2 Abs. 2 GG u. Art. 3 Abs. 1 u. 3 GG], Körperverletzungen begehen, strafrechtlich relevante Entscheidungen treffen, falsch beraten oder dem Familiengericht beschneidungsfreundliche Stellungnahmen vorlegen. Hier liegt kein rechtfertigender Notstand vor, da mildere Mittel genutzt werden können, um Leib- und Leben minderjähriger Mädchen zu schützen [vergl. § 34 StGB]. Vorrang der Verfassung und Einheit des Rechts stehen in der BRD nicht zur Disposition.

Es ist zu prüfen, ob Aus der Au gemäß § 111 StGB zu einer Straftat entweder nach § 224 Abs. 1 u. 2, § 225 Abs. 1 Punkt 3 i. V. m. § 225 Abs. 3, § 226 oder 226a StGB aufgerufen hat. Das einer Aufforderung wesenseigene Element einer offenen und gezielten Einflussnahme auf die Willensentschließung Dritter könnte ebenso vorgelegen haben wie ein strafbewehrter Eventualvorsatz, der nach herrschender [deutscher] Auffassung besteht, wenn der Täter den Taterfolg als Folge seines Handelns ernsthaft für möglich hält und ihn zugleich billigend [im Rechtssinne] in Kauf nimmt. Um ein solches Verhalten handelt es sich dann, wenn er sich mit diesem abfindet [Auffassung des Bundesgerichtshofs in ständiger Rechtsprechung – Billigungstheorie, s. Lederriemenfall]. In der Schweiz ist seit dem 1. Januar 2007 der Eventualvorsatz im Strafgesetzbuch definiert, seine Strafbarkeit ist ausdrücklich festgehalten: „Vorsätzlich handelt bereits, wer die Verwirklichung der Tat für möglich hält und in Kauf nimmt.“

Gabi Schmidt, Sozialpädagogin

Mitzeichnend

Edward von Roy, Diplom-Sozialpädagoge (FH)

E-Mail vom 13.06.2017 20:06 Uhr

WG: Kirchentag: Christina Aus der Au empfiehlt Ärzten FGM durchzuführen

Lieber Edward,

hier meldet sich Angelika von der EMMA. Kurze Frage: Warst du dabei, als Aus der Au das über Genitalverstümmelung gesagt hat? War das eine öffentliche Veranstaltung? Gibt es eine Video-Aufzeichnung, z.B. auf youtube? Kurz und gut: Lässt es sich belegen, dass sie es gesagt hat? Das wäre wichtig für eine Berichterstattung.

Mit lieben Grüßen

Angelika Mallmann

EMMA Redaktion

https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2017/05/28/schmidt-salomon-kritisiert-auftritt-al-tayyebs/

https://schariagegner.wordpress.com/2017/05/31/werbung-fuer-fgm-auf-dem-kirchentag/

Angelika Mallmann

EMMA Redaktion

Köln

Geschäftsführerin: Alice Schwarzer Köln

14.06.2017 18:45 Uhr

AW: WG: Kirchentag: Christina Aus der Au empfielt Ärzten FGM durchzuführen

Guten Morgen liebe EMMA, seid ihr auch schon aufgewacht?

Liebe Angelika, alle Informationen, die Deutschlands bekannteste feministische Zeitschrift für einen Artikel benötigt, stehen längst im Netz.

Dr. Armin Pfahl-Traughber, Politikwissenschaftler und Soziologe, Brühl; Dr. Michael Schmidt-Salomon, Philosoph und Schriftsteller, gbs-Vorstandssprecher, Trier. Moderation: Constanze Abratzky, Moderatorin Phoenix, Berlin

Gastgeber: Humanistischer Verband Berlin-Brandenburg

Rotes Rathaus, Festsaal, Rathausstr. 15, 10178 Berlin-Mitte

Samstag, 27. Mai 14:30 – 16:00

Offene Gesellschaft – Wo sind die Grenzen der Toleranz?

https://www.facebook.com/events/1866478703635343/

Diese Ansprechpartner und Quellen reichen euch sicherlich zum Tätigwerden im Kampf gegen jede Form von weiblicher Genitalverstümmelung (FGM, WHO-Klassifikation FGM Typ I, II, III, IV und Untertypen).

WHO | Classification of female genital mutilation

http://www.who.int/reproductivehealth/topics/fgm/overview/en/

In freudiger Erwartung eures Berichts

mit gleichheitsfeministischen Grüßen

Gabi und Edward

Edward von Roy

Mönchengladbach

Gabi Schmidt

Mönchengladbach

Staatsanwaltschaft Berlin

10548 Berlin

Postalisch in Kopie an den Polizeipräsidenten in Berlin

20.06.2017

252 Js 2892/17

§ 226a StGB Verstümmelung weiblicher Genitalien

Strafanzeige vom 31.05.2017 von Edward von Roy gegen Prof. Dr. Christina Aus der Au Heymann in Bezug auf § 226a StGB Verstümmelung weiblicher Genitalien, mitgezeichnet von Gabi Schmidt, Mönchengladbach

Ergänzung der genannten Strafanzeige (gegen Prof. Dr. Christina Aus der Au in Bezug auf § 226a StGB Verstümmelung weiblicher Genitalien) vom 14.06.2017 durch Gabi Schmidt, Mönchengladbach, von Edward von Roy mitgezeichnet

Sehr geehrte Damen und Herren,

sehr geehrte Frau S.,

in der Strafanzeige vom 31.05.2017 schrieb Edward von Roy:

Es ist zu prüfen, ob Kirchentagspräsidentin Aus der Au vorbereitende Handlungen durchgeführt hat im Sinne von § 226a Verstümmelung weiblicher Genitalien ((1) Wer die äußeren Genitalien einer weiblichen Person verstümmelt, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft.(2) In minder schweren Fällen ist auf Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren zu erkennen.).

Ebenso zu prüfen, ob Dr. Aus der Au Ärzte dazu ermuntert hat, beispielsweise um Schlimmeres („Kurpfuscher“, s. Quelle) zu verhindern, auf Wunsch einer muslimischen Mutter eine FGM durchzuführen.

Am 14.06.2017 ergänzte Gabi Schmidt:

Die Theologin rief am 27. Mai 2017 während der Podiumsdiskussion (Offene Gesellschaft – Wo sind die Grenzen der Toleranz) zumindest Gynäkologen öffentlich auf, weibliche Genitalverstümmelung der WHO Klassifikation FGM Typ II [untergliedert in IIa, IIb u. IIc] bzw. Typ IV zu akzeptieren und auf Elternwunsch durchzuführen.

Aus der Au äußerte sinngemäß: Wenn eine Muslima einen Frauenarzt mit dem Wunsch aufsuche, die Schamlippen ihrer Tochter aus religiöser Tradition beschneiden zu lassen, könne der Arzt diesen medizinisch nicht erforderlichen Eingriff gegen seine eigentliche Überzeugung durchführen. Er schütze damit das Kind, weil er verhindere, dass die Mutter, wenn er die Mutilation ablehne, das Mädchen eventuell zu einem Scharlatan bringt, der dann die Gesundheit „der jungen Frau“ von in der Regel vier bis elf Jahren durch mangelhaftes humanmedizinisches und pharmazeutisches Wissen und chirurgisches Unvermögen schwer schädigt, mögliche Komplikationen nicht erkennt, nicht fachgerecht behandelt oder gar den Tod der minderjährigen Patientin zu verantworten hat. […]

Es ist zu prüfen, ob Aus der Au gemäß § 111 StGB zu einer Straftat entweder nach § 224 Abs. 1 u. 2, § 225 Abs. 1 Punkt 3 i. V. m. § 225 Abs. 3, § 226 oder 226a StGB aufgerufen hat. Das einer Aufforderung wesenseigene Element einer offenen und gezielten Einflussnahme auf die Willensentschließung Dritter könnte ebenso vorgelegen haben wie ein strafbewehrter Eventualvorsatz, der nach herrschender [deutscher] Auffassung besteht, wenn der Täter den Taterfolg als Folge seines Handelns ernsthaft für möglich hält und ihn zugleich billigend [im Rechtssinne] in Kauf nimmt. Um ein solches Verhalten handelt es sich dann, wenn er sich mit diesem abfindet [Auffassung des Bundesgerichtshofs in ständiger Rechtsprechung – Billigungstheorie, s. Lederriemenfall]. In der Schweiz ist seit dem 1. Januar 2007 der Eventualvorsatz im Strafgesetzbuch definiert, seine Strafbarkeit ist ausdrücklich festgehalten: „Vorsätzlich handelt bereits, wer die Verwirklichung der Tat für möglich hält und in Kauf nimmt.“

§ 252 StGB Räuberischer Diebstahl – von Ihnen genannt im Schreiben vom 14. Juni 2017 – ist nicht einschlägig, weil die Schweizer Theologin und diesjährige deutsche evangelische Kirchentagspräsidentin am 27. Mai 2017 in Berlin auf der Podiumsdiskussion zum Thema „Offene Gesellschaft – Wo sind die Grenzen der Toleranz“ anlässlich ihrer Aufforderung an Gynäkologen in Deutschland, die Schamlippen von muslimischen Mädchen zu beschneiden, den Frauenärzten gegenüber weder Gewalt angewendet noch diesen Ärzten mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben gedroht hat. Auch ist Prof. Dr. Christina Aus der Au Heymann am 27. Mai 2017 weder auf frischer Tat bei einem Diebstahl betroffen gewesen noch hat sie sich anschließend darum bemüht, sich im Besitz eines gestohlenen Gutes zu erhalten.

Vielmehr bleibt zu prüfen, ob Aus der Au gemäß § 111 StGB zu einer Straftat entweder nach § 224 Abs. 1 u. 2, § 225 Abs. 1 Punkt 3 i. V. m. § 225 Abs. 3, § 226 oder 226a StGB aufgerufen hat.

Bitte teilen Sie aufgrund des anderen Tatvorwurfs meiner Kollegin und mir ein anderes Aktenzeichen zu.

Edward von Roy, Diplom-Sozialpädagoge (FH)

Gabi Schmidt, Sozialpädagogin

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Verharmlosung der weiblichen Genitalverstümmelung (FGM) und ggf. die Aufforderung an Ärzte, FGM medikalisiert durchzuführen

Die Staatsanwalt Berlin leitet keine strafrechtlichen Ermittlungen ein („da in dem genannten Verhalten keine Aufforderung zu einer Straftat zu sehen ist“), u. a. weil die Äußerungen von der Beschuldigten, medikalisierte FGM zuzulassen, „generelle Erwägungen zu medizinischer Ethik“ seien. Auch sei in den Außerungen der Kirchentagspräsidentin ein „hinreichend bestimmter appellativer Charakter“ nicht festzustellen.

.

„Vielmehr kann im Lichte der konstitutiven Bedeutung der Meinungsfreiheit …“

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Staatsanwaltschaft Berlin
Geschäftszeichen 252 Js 2892/17
31.07.2017

Herrn Edward von Roy
Strafanzeige vom 31.05.2017 gegen Prof. Dr. Christina Aus der Au
Vorwurf: Verstümmelung weiblicher Genitalien

.

Staatsanwaltschaft Berlin
Geschäftszeichen 252 Js 2892/17
31.07.2017

Frau Gabi Schmidt
Strafanzeige vom 14.06.2017 gegen Prof. Dr. Christina Aus der Au
Vorwurf: Verstümmelung weiblicher Genitalien

.

[Ab hier sind beide Schreiben bis auf ein Wort textgleich]

[Anrede],

den von Ihnen zur Anzeige gebrachten Sachverhalt habe ich geprüft, jedoch von der Einleitung strafrechtlicher Ermittlungen abgesehen.

Nach den §§ 152 Abs. 2, 160 Abs. 1 der Strafprozessordnung ist die Staatsanwaltschaft nur dann zu einer Aufnahme von Ermittlungen berechtigt, wenn konkrete Anhaltspunkte für die Begehung einer Straftat vorliegen. Derartige Anhaltspunkte lassen sich Ihrem Vorbringen jedoch nicht entnehmen.

Die Äußerungen der Beschuldigten auf dem Evangelischen Kirchentag in Berlin am 27.05.2017, in denen sie ausgeführt haben soll, ein Arzt könne gegen seine eigentlichen Überzeugungen eine Beschneidung der weiblichen Genitalien vornehmen, um „Kurpfuscher“ zu vermeiden, stellt kein Verhalten dar, dass nach rechtserheblichen Maßstäben geeignet ist, um den Verdacht einer verfolgbaren Straftat zu begründen.

Insbesondere erfüllen die Äußerungen der Beschuldigten nicht den Straftatbestand der §§ 223 ff., 226a i.V.m. 111 Abs. 1 des Strafgesetzbuches (StGB), da in dem genannten Verhalten der Beschuldigten keine Aufforderung zu einer Straftat zu sehen ist.

Unter einer Aufforderung wird vielmehr eine über eine bloße Befürwortung hinausgehende Erklärung verstanden, nach der von einem anderen eine strafrechtlich relevante Handlung durch Tun oder Unterlassen verlangt wird. Die Äußerung des Betroffenen/Täters* muss dabei erkennbar darauf abzielen, ihre Adressaten unmittelbar zur Begehung bestimmter rechtswidriger Straftaten zu motivieren. Die Aufforderung als bestimmter Anreiz, eine konkrete Straftat zu begehen, muss dabei insbesondere von der grundsätzlich straffreien Befürwortung oder Meinungsäußerung abgegrenzt werden. Vor allem mit Blick auf die seit der Abschaffung des § 88a StGB straffreie Befürwortung von Straftaten ist für die Annahme einer Aufforderung im Sinne des § 111 Abs. 1 StGB ein der Anstiftung vergleichbares Maß an konkreter Einwirkung auf andere notwendig.

Wendet man diesen insbesondere an Art. 5 Abs. 1 S. 1 GG zu messenden Maßstab auf die Äußerungen von der Beschuldigten an, sind diese als generelle Erwägungen zu medizinischer Ethik einer breiten Auslegung zugänglich. Zu Gunsten der Beschuldigten kann den Äußerungen kein hinreichend bestimmter appellativer Charakter entnommen werden. Vielmehr kann im Lichte der konstitutiven Bedeutung der Meinungsfreiheit die Äußerung auch dahingehend verstanden werden, dass insbesondere die straf- und standesrechtlichen Verbotsvorschriften gegenüber dem Rechtsgüterschutz der Beschnittenen überdacht werden sollten. Derartige rechtspolitische Äußerungen sind – wenngleich nur schwer mit der freiheitlich-demokratischen Grundausrichtung des auf repressiven Rechtsschutz angelegten Rechtsgüterschutzes des deutschen Strafrechts vereinbar – grundsätzlich straffrei. Den Straftatbestand der §§ 111 Abs. 1, 226a StGB erfüllen sie im Ergebnis nicht.

[Grußformel]

[Unterschrift]
[(…) Staatsanwalt]

__

[*Schreiben 1: des Betroffenen; Schreiben 2: des Täters]

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13 Antworten to “471. Prof. Dr. Christina Aus der Au und die Schamlippen der muslimischen Tochter”

  1. Cees van der Duin Says:

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    لا ختان الإناث
    Say No to Female Genital Mutilation!
    Schluss mit der Mädchenbeschneidung!

    Christina Aus der Au Heymann (* 1966 in Luzern) ist eine schweizerische evangelisch-reformierte Theologin und Philosophin. Aus der Au gehört dem Vorstand des Präsidiums des Deutschen Evangelischen Kirchentags an und ist die Präsidentin des 36. Deutschen Evangelischen Kirchentags in Berlin und Wittenberg im Jahr des 500. Reformationsjubiläums 2017.

    .

    Bei der Podiumsdiskussion zum Thema „Offene Gesellschaft – Wo sind die Grenzen der Toleranz“

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    Kirchentagspräsidentin Christina Aus der Au Heymann und Kirchentagsgeneralsekretärin Ellen Ueberschär

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    Der Philosoph Michael Schmidt-Salomon ist Vorstandssprecher der humanistischen Giordano-Bruno-Stiftung gbs

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    Großimam, Innenminister, DEKT-Präsidentin: Azhar-Chef Ahmad al-Tayyeb und Bundesinnenminister Thomas de Maizière

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    Prof. Dr. Christina Aus der Au ist Dozentin an der Theologischen Fakultät der Universität Basel und Geschäftsführerin des Zentrums für Kirchenentwicklung der Universität Zürich.

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    ( dem Zeichner und Verfasser des Texts sei Dank )

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    ( zu sehen und zu lesen auf Blog Demystifikation
    dort findet sich Soziokritik vom Feinsten sowie manch eine sehenswerte und nachdenkenswerte Karikatur, etwa diese hier: )
    Prügelpapst Franziskus | Der Sympathieträger schlägt wieder zu
    ( „Wird Zeit, dass der Papst zurücktritt!“ – sehr richtig, kein Herz für Kinderprügelversteher. )

    https://demystifikation.wordpress.com/2015/02/06/prugelpapst-franziskus/

    .

    Aus der Aus Amputationsambitionen | Demystifikation

    https://demystifikation.wordpress.com/2017/05/31/aus-der-aus-amputationsambitionen/

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  2. Cees van der Duin Says:

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    لا لا ختان الإناث

    Keine weibliche Genitalverstümmelung!

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    Scandale au congrès des protestants allemands

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    Les mutilations génitales féminines (MGF, ici: mutilation de la totalité ou partie des labia majora ou labia minora (ablation des lèvres, MGF type II))

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    Tandis que les protestants allemands, réunis pour célébrer dans leur „Kirchentag“ le 500ème anniversaire des proclamations de Luther, la théologienne suisse Prof. Dr. Christina Aus der Au (Suisse) veut que la torture continue sous des couverts prétendus médicaux.

    .

    http://www.aljazeera.net/File/GetImageCustom/260601d2-b164-4e5c-b17b-b79c6e1c5a76/747/441

    .

    Bei einer Podiumsdiskussion des Deutschen Evangelischen Kirchentages 2017 in Berlin im Festsaal des Roten Rathauses (Offene Gesellschaft – Wo sind die Grenzen der Toleranz) warb Aus der Au sinngemäß dafür, die Beschneidung des Geschlechtsorgans eines muslimischen Mädchens zu tolerieren und diese FGM besser durch einen ausgebildeten Arzt durchführen zu lassen als durch einen Laien im Hinterhof.

    Pour les personnes qui violent les droits humains, il devrait y avoir aucune tolérance, a déclaré la théologienne suisse Christina Aus der Au, présidente du Kirchentag de 2017. Mais dans la rencontre concrète avec les musulmans tout n’est pas noir ou blanc. Par exemple, si une femme musulmane dans ce pays vient avec sa fille chez le gynécologue pour exciser sa fille, pour exciser la totalité ou partie des labia majora ou labia minora [ablation des lèvres, MGF type II], […] Mais si le médecin refuse de le faire, ils peut-être vont à un « charlatan » qui met en danger la santé de la jeune femme. Par conséquent, le médecin peut effectuer le traitement chirurgical contre sa condamnation réelle, […] cette pratique religieuse […].

    .

    ::

  3. Adriaan Broekhuizen Says:

    .

    Hawa Gréou a passé sept ans en prison à Paris pour avoir excisé des filles Maliennes en France.

    Hawa Gréou se déclare aujourd’hui opposée à l’excision.

    https://www.babelio.com/auteur/Hawa-Greou/151820

    Circumciser Hawa Gréou and 25 parents sentenced to prison in Assize court case in France […]

    Although the Quran does not set out any requirement for FGM/C, there is discussion among some Islamic religious leaders about hadiths,31 which claim that excision is recommended for women. Another main point of discussion is the so-called “sunna” type of FGM/C, which is believed to be a less invasive form and is therefore still recommended by some religious leaders. Sunna refers to practices undertaken or approved by the Prophet and established as legally binding precedents.32 The sunna type of FGM/C is often referred to as the excision of the prepuce of the clitoris (type I) [FGM Typ Ia]. However, it includes a range of practices that involve more extensive cutting. [FGM Typ Ib; Typ II]

    Quelle: Abandoning Female Genital Mutilation/Cutting | Guidelines for Parliamentarians | AWEPA (Niederlande; Belgien) 2016

    http://www.awepa.org/wp-content/uploads/2016/12/Download.pdf

    Acht Jahre Haft für Hawa Gréou, fünf Jahre auf Bewährung für fast alle Eltern

    http://www.deutschlandfunk.de/schmerzvolle-tradition.724.de.html?dram:article_id=99019

    „Schuldig“, befand das Pariser Schwurgericht am Dienstag abend in 27 Fällen. „Schuldig wegen mutwilliger Gewalt, die eine Verstümmelung minderjähriger Mädchen nach sich zog.“ Die Hauptangeklagte 52jährige Malierin, Hawa Gréou, verurteilte das Gericht wegen der Beschneidung von 48 Mädchen zu acht Jahren Gefängnis. Eine der mitangeklagten Mütter muß für drei Jahre ins Gefängnis. Die anderen angeklagten 22 Mütter und drei Väter erhielten Bewährungsstrafen.

    Harte Strafen für Beschneidung | aus Paris von Dorothea Hahn | taz 18.02.1999

    http://www.taz.de/!1301241/

    ::
    ::

    Shaykh Jad al-Haqq Ali Jad al-Haqq, the former Shaykh of al-Azhar, said:

    „Hence the fuqaha of all madhhabs are agreed that circumcision for both men and woman is part of the fitrah of Islam and one of the symbols of the faith, and it is something praiseworthy. There is no report from any of the Muslim fuqaha’, according to what we have studied in their books that are available to us, to say that circumcision is forbidden for men or women, or that it is not permissible, or that it is harmful for females, if it is done in the manner that the Prophet (…) taught to Umm Habiba in the report quoted above.“

    Then he said:

    „From the above it is clear that the circumcision of girls – which is the topic under discussion here – is part of the fitrah of Islam, and the way it is to be done is the method that the Messenger of Allah (peace and blessings of Allaah be upon him) explained. It is not right to abandon his teachings for the view of anyone else, even if that is a doctor, because medicine is knowledge and knowledge is always developing and changing.“

    In the fatwa of Shaykh Atiyah Saqar – the former heard of the Fatwa Committee in al-Azhar – it says:

    „The calls which urge the banning of female circumcision are call that go against Islam, because there is no clear text in the Quran or Sunna and there is no opinion of the fuqaha that says that female circumcision is haraam. Female circumcision is either obligatory or recommended. Even though there is a fiqhi principle which says that the decree of a ruler may put an end to a dispute regarding controversial matters, the decree of the ruler in this case cannot be but either of two things: that it is either obligatory or recommended, and it is not correct to issue a decree banning it, so as not to go against sharee’ah which is the principal source of legislation in our land, whose constitution states that Islam is the official religion of the country. It is permissible to issue some legislation that provides guidelines for performing this procedure (female circumcision) in the proper manner in such a way that does not contradict the rulings of sharia.

    The words of the doctors and others are not definitive. Scientific discoveries are still opening doors every day which change our old perceptions.“

    In the fatwa of Dar al-Ifta al-Misriyya (6/1986) it says:

    „Thus it is clear that female circumcision is prescribed in Islam, and that it is one of the Sunnas of the fitrah and it has a good effect of moderating the individual’s behaviour. As for the opinions of doctors who say that female circumcision is harmful, these are individual opinions which are not derived from any agreed scientific basis, and they do not form an established scientific opinion. They acknowledge that the rates of cancer among circumcised men are lower than among those who are not circumcised, and some of these doctors clearly recommend that circumcision should be done by doctors and not these ignorant women, so that the operation will be safe and there will be no negative consequences. However, medical theories about disease and the way to treat it are not fixed, rather they change with time and with ongoing research. So it is not correct to rely on them when criticizing circumcision which the Wise and All-Knowing Lawgiver has decreed in His wisdom for mankind. Experience has taught us that the wisdom behind some rulings and Sunnas may be hidden from us. May Allah help us all to follow the right path.“

    Circumcision of girls and some doctors’ criticism thereof

    Islam Q&A, Fatwa No. 60314

    https://wikiislam.net/wiki/Qur%27an,_Hadith_and_Scholars:Female_Genital_Mutilation

    ::
    ::

    Islamic Law on Female Circumcision – Answering Islam

    […] what the Arabic actually says is:

    Circumcision is obligatory (for every male and female) by cutting off the piece of skin on the glans of the penis of the male, but circumcision of the female is by cutting out the clitoris (this is called [khifadh (الخفاض) ḫifāḍ, ḫafḍ]).

    The Arabic word baZr [baẓr] does not mean „prepuce of the clitoris“, it means the clitoris itself (…). The deceptive translation by Nuh Ha Mim Keller, made for Western consumption, obscures the Shafi’i law, given by ‘Umdat al-Salik, that circumcision of girls by excision of the clitoris is mandatory. This particular form of female circumcision is widely practiced in Egypt, where the Shafi’i school of Sunni law is followed.

    http://answering-islam.org/Sharia/fem_circumcision.html

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    [ Mythos milde Sunna … ]

    Der Koran erwähnt weder die Beschneidung von Frauen noch diejenige von Männern. Die Sure 95, 4 lautet: „Wahrlich, Wir haben den Menschen in bester Form erschaffen.“ Einige Minderheiten im Islam rechtfertigen die Genitalbeschneidung unter Berufung auf einige wenige Hadithe. Hierbei handelt es sich allerdings oft um eine bestimmte Eingriffsform, die sogenannte „leichte Beschneidung“ (arabisch الخفاض القليل, DMG al-ḫifāḍ al-qalīl). Bei dieser Beschneidungsart findet nur ein leichtes Entfernen des äußerlich sichtbaren Teils der Klitorisvorhaut statt. Wenige andere Gelehrte rechtfertigten als chafd / خفض / ḫafḍ oder chifad / خفاض / ḫifāḍ allerdings auch die Teilamputation der Klitoris oder sogar die Klitoridektomie. […]

    Alle vier sunnitischen Rechtsschulen (Madhhab) befürworten die Beschneidung von Frauen. Die Schafiiten erklären sie explizit zur religiösen Pflicht. In den Ländern des Nahen Ostens und Ostafrikas, in denen die schafiitische Rechtsschule dominiert, ist die Beschneidung deshalb auch allgemein verbreitet. Auch einer überlieferten hanbalitischen Position zufolge ist die Beschneidung bei Frauen religiöse Pflicht. Für die Malikiten ist die Beschneidung Prophetentradition (sunna) und damit empfehlenswert, für die Hanafiten wie auch für manche Hanbaliten ist sie ehrenhaft (makruma).

    Der am häufigsten zitierte Hadith im Zusammenhang mit der Beschneidung von Frauen gibt eine Diskussion zwischen Mohammed und Umm Habiba (oder Umm ʿAtiyya) wieder (das Hadith der Beschneiderin). Diese Frau war als Beschneiderin von Sklavinnen bekannt und gehörte zu den Frauen, die mit Mohammed immigriert waren. Nachdem er sie entdeckt hatte, soll er sie gefragt haben, ob sie immer noch ihren Beruf ausübe. Sie soll dies bejaht und hinzugefügt haben: „Unter der Bedingung, dass es nicht verboten ist und du mir nicht befiehlst, damit aufzuhören“. Mohammed soll ihr darauf erwidert haben: „Aber ja, es ist erlaubt. Komm näher, damit ich dich unterweisen kann: Wenn du schneidest, übertreibe nicht (lā tunhikī), denn es macht das Gesicht strahlender (aschraq) und es ist angenehmer (ahzā) für den Ehemann“. Nach anderen Überlieferungen soll Mohammed gesagt haben: „Schneide leicht und übertreibe nicht (aschimmī wa-lā tunhikī), denn das ist angenehmer (ahzā) für die Frau und besser (ahabb) für den Mann“. (Andere Übersetzung: „Nimm ein wenig weg, aber zerstöre es nicht. Das ist besser für die Frau und wird vom Mann bevorzugt.“ – „Die Beschneidung ist eine Sunna für die Männer und Makruma für die Frauen.“)

    https://de.wikipedia.org/wiki/Weibliche_Genitalverst%C3%BCmmelung

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    [ Die Al-Azhar und das weibliche Genital

    […] Fernsehdebatte zum Thema der weiblichen Beschneidung in Ägypten.

    Ausgestrahlt wurde das Interview über den kuwaitischen Fernsehsender Al-Rai TV am 28. März 2006. Quelle MEMRI-TV, deutsch von Jacques Auvergne, 9. Juni 2008.

    Es unterhalten sich Dr. Muhammad Wahdan, Dozent an der Kairoer Al-Azhar-„Universität“ und die Dozentin für Islamisches Religiöses Recht Dr. Malika Zarrar. Zarrar ist grundsätzliche Gegnerin jeder Form von Frauenbeschneidung. Der Islam-Experte von der so genannten Universität Al-Azhar, die immerhin als die höchste Autorität des sunnitischen Islam gilt, hat eine „differenziertere“ Meinung: Wahdan will die FGM, Wahdan will die Teilamputation der Klitoris für alle Mädchen, die sie benötigen, nicht aber für die, die sie nicht benötigen. Wahdan beruft sich auf die alten arabischen Vorfahren und, was noch etwas mehr gilt, auf die rechtgeleiteten Kalifen. So argumentiert „islamische Medizin“ gegenüber den nichtmuslimischen Verstehern der Multikultur. So verkündet die Al-Azhar den islamisierten Frauen dieser Welt ihre Chance auf genitale Unversehrtheit. ]

    […]

    Dr. Muhammad Wahdan: Ibn Al-Qayyem berichtet uns, dass, als Hagar Abraham heiratete und schwanger wurde, Sara sehr eifersüchtig auf sie war. Von Eifersucht getrieben, schwor sie bei Allah, dass sie drei Teile von Hagars Leib abschneiden würde. Abraham, dem das zu Ohren kam, war nun besorgt, Sara könnte Hagars Nase oder Ohren abschneiden, weshalb er ihr die Anweisung gab, Saras Ohren zu durchstechen und Sarahs Geschlechtsteil zu beschneiden. So kam es zu der ersten Beschneidung in der Geschichte der Menschheit.

    Dr. Malika Zarrar: Ich habe jetzt weder die Intellektuellen noch die Eliten im Blick. Ich spreche von der Alltagswirklichkeit, von den einfachen Leuten die in Elendsvierteln leben, von der Realität, in der ich aufgewachsen bin und gelebt habe. Ich rede auch von dem, was in Südägypten geschieht, bei den Nuba, bei den Landbewohnern und so weiter. Ich spreche über den Alltag wie ich ihn immer wieder erfahre: In der Begegnung mit jeder Frau, die dieser schmerzhaften und öffentlichen Verletzung ihrer Ehre unterworfen wurde.

    Ich möchte dieses als Verbrechen bewertet wissen, sowohl nach religiösen als auch nach weltlichen Maßstäben. Ich verurteile jeden, der diese Praxis zu verteidigen versucht.

    Dr. Muhammad Wahdan: Dr. Zarrar lehnt ganz grundsätzlich jede Form von khifadh, Frauenbeschneidung ab, ich jedoch betone, dass khifadh bereits in alten Zeiten unter den Arabern existierte und dass sogar die rechtgeleiteten Kalifen von ihr sprachen. Dafür gibt es viele Beweise.

    Was also verursacht die Zwietracht? Sie ist nichts als das Resultat einiger falscher Handlungen …

    Moderatorin: Was für falsche Handlungen?

    Dr. Muhammad Wahdan: Zum Beispiel, wenn ich meine Tochter zu einer lokalen Beschneiderin bringen würde die keine professionelle Beschneiderin ist und diese dann dem Mädchen ihre Sache wegschneidet. Das sage ich gerade all jenen, die jetzt darauf warten, dass ich mich gegen die pharaonische Beschneidung ausspreche. Ich bin ganz und gar dagegen. Sie ist verboten.

    Ich bin gegen die vollständige Entfernung der Klitoris. Ich bin völlig dagegen weil sie verboten ist und Allah nicht wohlgefällt.

    Kalif Omar bin Al-Khattab sprach zu einem Beschneider: „Immer wenn du die Beschneidung der khifadh durchführst – so lasse ein Teil zurück.“ Das beweist ihr Vorkommen unter den Arabern der Zeit von Omar.

    Khifadh-Beschneidung ist nicht für alle Mädchen das richtige sondern nur für einige.

    Moderatorin: Welche Mädchen?

    Dr. Muhammad Wahdan: Ich werde Ihnen sagen welche Mädchen das sind. Einst rief mich ein Mädchen an – eine Frau benachrichtigte mich – es ist nichts Beschämenswertes, Fragen zur Religion zu stellen … ein Mädchen also rief mich an und erzählte: Immer wenn ich mit der Straßenbahn fahre und dabei enge Jeans trage … die ägyptische Straßenbahn wackelt ja ganz schön herum … sie also sagte: „Es erregte mich wirklich sehr! Was soll ich tun?“

    Dr. Malika Zarrar: Gott stehe ihr bei …

    Dr. Muhammad Wahdan: Ich fragte den Doktor und werde Ihnen sagen was geschah … ich fragte den Doktor und der sagte mir, das die Klitoris dieses Mädchens sehr hoch sei und dass ein kleiner Teil von ihr abgeschnitten werden müsse.

    Wir müssen alle Mädchen zu einem muslimischen Arzt bringen der auf diese Angelegenheit spezialisiert ist, und dieser wird beschließen, ob sie eine Khifadh-Beschneidung braucht oder nicht. Wenn nämlich ein Mädchen die Khifadh benötigt, sollten wir sie durchführen, und wenn ein Mädchen sie nicht benötigt, sollten wir es unterlassen.

    Steht es mir denn zu, einen Ritus des Islam zu verneinen und die Gesetze von Allah?

    […]

    https://schariagegner.wordpress.com/2008/06/09/islam-und-fgm/

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    MEMRI The Middle East Media Research Institute
    March 28, 2006
    Clip No. 1090

    Egyptian Experts on Islamic Religious Law Debate Female Circumcision

    Following are excerpts from a debate on female circumcision in Egypt. Al-Azhar University lecturer Dr. Muhammad Wahdan and lecturer on Islamic religious law Dr. Malika Zarrar participated in the debate, which aired on the Kuwaiti Al-Rai TV on March 28, 2006.

    Dr. Muhammad Wahdan: Ibn Al-Qayyem recounts that when Hagar married Abraham and got pregnant, Sara was very jealous of her. Because of her jealousy, she swore by Allah that she would cut off three of Hagar’s body parts. Abraham was afraid that she would cut off Hagar’s nose or ears, so he instructed her to pierce Hagar’s ears and to circumcise her. This was the beginning of female circumcision in history.

    […]

    Dr. Malika Zarrar: I am not talking about the intellectuals or the elite. I am talking to you about reality as it is, about the people who live in cemeteries, about the reality in which I great up and lived. I am talking about what happens in South Egypt, about the Nuba, about the peasants, and so on. I speak about a reality I am experiencing, along with every woman who has been subjected to the painful and public violation of her honor.

    […]

    I consider this to be a crime, in terms of both religious and civil law. I condemn whoever tries to defend this.

    […]

    Dr. Muhammad Wahdan: Dr. Zarrar rejects female circumcision altogether, but I claim that it existed among the Arabs in ancient times, and even among the righteous caliphs. There are many references to this.

    So what caused the confusion? It’s the result of some wrong actions…

    Interviewer: What wrong actions?

    Dr. Muhammad Wahdan: For example, taking my daughter to a local practitioner, who is not a professional, yet she cuts off the girl’s thing. I am saying to all the people who are watching that I am against the pharaonic circumcision, which is still practiced in Egypt. I’m totally against it. It’s forbidden.

    I’m against the complete removal of the clitoris. I’m totally against this, because it is forbidden and does not please Allah.

    […]

    The caliph Omar bin Al-Khattab said to the circumciser: „When you perform khifadh circumcision – leave a part of it.“ This proves it was prevalent among the Arabs in the days of Omar.

    […]

    Khifadh circumcision is not meant for all girls, only for some.

    Interviewer: Which girls?

    Dr. Muhammad Wahdan: I will tell you which girls. A girl phoned me once – A woman called me – there is no shame in asking questions about religion… A girl called me and said: When I take the Metro, wearing tight jeans… The Metro in Egypt jolts about like this… She said: I get really aroused. What should I do?

    Dr. Malika Zarrar: God help her…

    Dr. Muhammad Wahdan: I asked a doctor, I’m telling you what happened… I asked a doctor, who told me this girl’s clitoris was very high, and that a small part of it must be cut off.

    […]

    We must take all girls to a Muslim doctor who specializes in this, who will determine whether she needs a khifadh circumcision or not. If a girl needs a khifadh, we should perform it, and if a girl does not need it, we should not.

    Am I supposed to deny one of the rites of Islam and the laws of Allah?

    […]

    https://www.memri.org/tv/egyptian-experts-islamic-religious-law-debate-female-circumcision/transcript

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    Clip #1090

    Egyptian Experts on Islamic Religious Law Debate Female Circumcision

    March 28, 2006

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    https://www.memri.org/tv/egyptian-experts-islamic-religious-law-debate-female-circumcision

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    Islamic religious experts on female circumcision

    Debating the controversial topic of female circumcision/mutilation are Malika Zarrar (lecturer on Islamic religious law) and Muhammad Wahdan (Al Azhar university lecturer), both Egyptian residents.

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  4. Adriaan Broekhuizen Says:

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    „Für Menschen, die die Menschenrechte verletzen, dürfe es keine Toleranz geben, sagte Aus der Au. Doch in der konkreten Begegnung etwa mit Muslimen gebe es in der Hinsicht nicht nur schwarz und weiß. Wenn beispielsweise eine Muslima hierzulande mit ihrer Tochter zum Frauenarzt komme, um aus religiöser Tradition heraus deren Schamlippen zu beschneiden, sei das gegen die Menschenrechte. Doch weigerte sich der Arzt, das zu tun, würden sie möglicherweise zu einem ‚Kurpfuscher‘ gehen, der die Gesundheit der jungen Frau gefährde. Deshalb könnte der Arzt den Eingriff gegen seine eigentliche Überzeugung vornehmen und dann gemeinsam mit Betroffenen etwas gegen diese religiöse Praxis unternehmen.

    ( pro Christliches Medienmagazin 28.05.2017 )
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    Kommentiert von Björn Müller am 30. Mai 2017 – 22:42 Uhr

    Dass der elterliche Wunsch „die Schamlippen der Tochter beschneiden zu lassen“ das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit der Tochter verletzt, scheint der Frau aus der Au nicht einzuleuchten.

    Wer Mädchen oder Jungen beschneidet – egal ob studierte/r Arzt/Ärztin, Fachfrau/-mann oder für Beschneidungen, Kurpfuscher/in oder sonstwer – handelt ebenfalls gegen das Recht auf körperliche Unversehrtheit und verletzt nicht nur Menschen sondern auch deren Menschenrecht.

    https://hpd.de/artikel/wir-muessen-mehr-saekularitaet-wagen-14463

    „Wir müssen mehr Säkularität wagen“

    Podiumsdiskussion zum Thema „Offene Gesellschaft: Wo sind die Grenzen der Toleranz?“. Einer der Gäste auf dem Podium war der Vorstandssprecher der Giordano Bruno Stiftung (gbs), Dr. Michael Schmidt-Salomon. Bei hpd ist sein Impulsreferat dokumentiert.

    https://hpd.de/comment/25068#comment-25068

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    28.05.2017 – Fotos: pro / Jonathan Steinert

    pro Christliches Medienmagazin (Christlicher Medienverbund KEP) 28.05.2017

    Schmidt-Salomon kritisiert Auftritt al-Tayyebs

    Der humanistische Philosoph Michael Schmidt-Salomon hat in einer Diskussionsrunde kritisiert, dass Großscheich Ahmad al-Tayyeb auf dem Kirchentag aufgetreten ist. Kirchentagspräsidentin Christina Aus der Au verteidigte dessen Kommen.

    Bei einer Podiumsdiskussion des Kirchentags im Festsaal des Roten Rathauses zum Thema „Offene Gesellschaft“ sagte der humanistische Philosoph Michael Schmidt-Salomon, dass „viele von gut gemeinten Dialogen“ über das pluralistische Zusammenleben in der Gesellschaft „Scheindebatten“ seien. Als Beispiel nannte er den Auftritt des Großscheichs der Al-Azhar-Universität in Kairo, Ahmad al-Tayyeb, auf dem Kirchentag. Dieser sprach am Freitag mit Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) über das friedliche Miteinander verschiedener Religionen.

    „Das klang so, als sei er ein Verfechter der offenen Gesellschaft. Aber diese Uni hat Fatwas bestätigt, die für Apostaten, die den Islam verlassen, das Todesurteil vorsehen.“ Bei Dialogveranstaltungen werde nicht Tacheles gesprochen, kritisierte Schmidt-Salomon. An runden Tischen verliere man leicht seine Kanten. Es gebe islamischen Faschismus, „der Tag für Tag Menschen tötet. Wir müsen uns dieser Realität stellen. Menschen, die das tun, werden hier in die rechte Ecke gestellt, wo sie nicht hingehören.“

    Feinde der offenen Gesellschaft nicht nur im Islam

    Das sei ein Problem von politischer Korrektheit. Diese sei aber nicht das entscheidende Kriterium für ein Argument. „Entscheidend ist, ob es das Kriterium der Rationalität erfüllt. Wenn jemand die Unwahrheit sagt, muss ich sagen: Das ist unwahr. Das ist keine Frage von Intoleranz sondern von aufrechtem Gang.“ Deutschen Politikern warf er eine „rückgratlose Appeacementpolitik gegen rücksichtlose Despoten“ vor, wie gegenüber Saudi-Arabien. Sie würden diesen gegenüber nicht für freiheitliche Rechte eintreten.

    Schmidt-Salomon wurde daraufhin aus dem Publikum gefragt, ob er islamophob sei. Er wies daraufhin, dass es verschiedene Traditionen im Islam gebe. „Manche schätze ich sehr, manche bekämpfe ich, weil sie die Menschenrechte verletzen.“ Er betonte, es gebe auch außerhalb des Islam Feinde der offenen Gesellschaft, etwa in Russland, Polen oder den USA, wo sich nationalistische Kräfte mit christlich-religiösen verbänden.

    Immer im Gespräch bleiben

    Kirchentagspräsidentin Christina Aus der Au verteidigte die Entscheidung, Großscheich al-Tayyeb auf den Kirchentag eingeladen zu haben. „Ja, er vertritt Positionen, wo wir zusammenzucken“, sagte sie. Aber es sei wichtig, miteinander zu sprechen und sich kennenzulernen. Dann könne es auch eine Annäherung geben. „Ich will nichts schönreden, aber es gibt kleine Schritte.“

    Für Menschen, die die Menschenrechte verletzen, dürfe es keine Toleranz geben, sagte Aus der Au. Doch in der konkreten Begegnung etwa mit Muslimen gebe es in der Hinsicht nicht nur schwarz und weiß. Wenn beispielsweise eine Muslima hierzulande mit ihrer Tochter zum Frauenarzt komme, um aus religiöser Tradition heraus deren Schamlippen zu beschneiden, sei das gegen die Menschenrechte. Doch weigerte sich der Arzt, das zu tun, würden sie möglicherweise zu einem „Kurpfuscher“ gehen, der die Gesundheit der jungen Frau gefährde. Deshalb könnte der Arzt den Eingriff gegen seine eigentliche Überzeugung vornehmen und dann gemeinsam mit Betroffenen etwas gegen diese religiöse Praxis unternehmen.

    Die Kirchentagspräsidentin warb dafür, immer im Gespräch zu bleiben. „Ausschluss ist die Ultima Ratio.“ Es gelte, im Dialog das gegenseitige Zuhören einzuüben, sowie davon auszugehen, vom anderen etwas lernen zu können. (pro)

    jst

    https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2017/05/28/schmidt-salomon-kritisiert-auftritt-al-tayyebs/

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    Jonathan Steinert ist Studienleiter der Christlichen Medienakademie. Er studierte Medienwissenschaft, Soziologie und Germanistische Sprachwissenschaft an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Durch verschiedene Praktika unter anderem bei der Tageszeitung Freie Presse, bei der evangelischen Nachrichtenagentur idea und in der Pressestelle des Thüringer Sozialministeriums sowie als freier Mitarbeiter lernte er Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit praktisch kennen. Nach seinem Volontariat beim Christlichen Medienmagazin pro ist er dort zudem als Redakteur tätig.

    http://www.christliche-medienakademie.de/index.php/ueber-uns/wer-wir-sind/

    (pro) jst

    https://www.pro-medienmagazin.de/suche/?q=Jonathan+Steinert

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    Kommentar von Frank Grossmann • vor 17 Tagen

    Die Kirchentagspräsidentin (!) ist also dafür, daß Menschenrechte in Deutschland missachtet werden! Ihr Argument: ein fachkundiger Arzt sollte den Menschenrechtsbruch durchführen, kein Kurpfuscher, dann ist es in Ordnung. Schön, morgen werde ich also mit dem Dieb, den ich erwischt habe, zum Arzt gehen und die Hand amputieren lassen. Besser als beim Kurpfuscher. Und dann können Arzt und ich gemeinsam mit dem „Betroffenen etwas gegen diese religiöse Praxis unternehmen“, logisch.

    Kommentator bruttler • vor 19 Tagen

    wahnsinnige Argumentationsweise !
    wenn Vater und Brüder das missratene Mädchen steinigen wollen, könnte man dies unter ärztlicher Aufsicht tun, aber ganz wichtig, immer im Gespräch bleiben !

    https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2017/05/28/schmidt-salomon-kritisiert-auftritt-al-tayyebs/

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    „… ist die weibliche Genitalverstümmelung (FGM) nun in Deutschland legal (so wie die männliche Genitalverstümmelung)? Wenn nicht, sollte der Arzt die Muslima tunlichst anzeigen …“

    ( 09.06.2017 | Richard Dawkins Foundation für Vernunft und Wissenschaft – Facebook )

    Richard Dawkins Foundation für Vernunft und Wissenschaft
    9. Juni um 01:02 ·

    Kirchentagspräsidentin Christina Aus der Au:

    – Wenn beispielsweise eine Muslima hierzulande mit ihrer Tochter zum Frauenarzt komme, um aus religiöser Tradition heraus deren Schamlippen zu beschneiden, sei das gegen die Menschenrechte. Doch weigerte sich der Arzt, das zu tun, würden sie möglicherweise zu einem „Kurpfuscher“ gehen, der die Gesundheit der jungen Frau gefährde. Deshalb könnte der Arzt den Eingriff gegen seine eigentliche Überzeugung vornehmen und dann gemeinsam mit Betroffenen etwas gegen diese religiöse Praxis unternehmen. –

    Haben wir etwas verpasst oder ist die weibliche Genitalverstümmelung (FGM) nun in Deutschland legal (so wie die männliche Genitalverstümmelung)? Wenn nicht, sollte der Arzt die Muslima tunlichst anzeigen, damit die Tochter vor Schaden bewahrt wird.

    Soweit die Richard Dawkins Foundation. Zum Thema Frau Dr. Aus der Au und das Genital muslimischer Mädchen kommentierte dort Stefan Räbiger:

    „Entsetzlich […], da wird es mir einfach nur übel vor Zorn. Wenn ein Arzt in Europa das macht muß er Berufsverbot auf Lebenszeit bekommen und die Mutter das Kind entzogen, sofort. […]“

    Auch Tom Kohlrausch lehnt die neue evangelische Toleranz für FGM ab:

    „ich finde es erschreckend, dass neuerdings RELIGIÖSE spinner wieder so viel macht haben, dass sie ihre unglaublichen, mittelalterlichen ideen durchsetzen können. und die „aufgeklärte zivilgesellschaft“ gefällt sich darin, in dümmlicher „toleranz“ beifall zu klatschen. dabei ist das gar keine toleranz, sondern feigheit, die feigheit nämlich, sich mit diesen spinnern anzulegen und die errungenschaften der aufklärung zu verteidigen.“

    _ttps://de-de.facebook.com/RDSVW/

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    Zum Skandalthema Kirchentag 2017 und FGM am 31.05.2017 zu lesen bei Beschneidungsforum:

    Kirchentagspräsidentin Aus der Au: Einfach mal entgegen seiner „eigentlichen“ Überzeugung mitverstümmeln

    Götz: „Bodenlos! Der Abschied von jeglicher Ethik und Moral! Mit diesem Argument kann ich jedes Verbrechen rechtfertigen.“

    „Mit diesem Argument kann ich jedes Verbrechen rechtfertigen.“

    Selbstbestimmung: „Genau! Es passieren doch trotz Strafandrohung tausende Morde pro Jahr.
    Na also – verbieten lässt sich das nicht! Es wäre doch auch für Mordopfer humaner, wenn sie ganz sanft durch einen staatlich bestallten Tötungsspezialisten eingeschläfert würden als brutal mit 20 Messerstichen und anschließendem qualvollem Verbluten. Da tun sich auch völlig neue Einnahmequellen für den Staat auf, dass man da noch nicht drauf gekommen ist!“

    NoCut: „Im Beispiel von ‚Selbstbestimmung‘ könnte ein liberaleres Waffenrecht für ‚humaneres Morden‘ sorgen. Wenn jemand nur eine Schere im Haus hat, wird das Gemetzel eben auch brutaler als wenn hier eine Waffe mit durchschlagender Wirkung in der Nachttischschublade liegt.“

    https://www.beschneidungsforum.de/index.php/Thread/7681-Kirchentagspr%C3%A4sidentin-Aus-der-Au-Einfach-mal-entgegen-seiner-eigentlichen-%C3%9Cberz/

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    ( Bei einer Podiumsdiskussion des Kirchentags im Festsaal des Roten Rathauses zum Thema Offene Gesellschaft schlug Kirchentagspräsidentin Christina Aus der Au vor, die als FGM – Female Genital Mutilation – bekannten und weltweit geächteten Operationen legal durch Ärzte durchführen zu lassen, um somit sogenannte Hinterhofbeschneidungen zu verhindern. )

    Kirchentagspräsidentin schlägt vor, weibliche Genitalverstümmelung durch einen Arzt vorzunehmen

    Wie sehr wurde genau dieses (leider realistische) Szenario bemüht, um Jungen per Gesetz völlig schutzlos vor Genitalverstümmelung zu stellen!

    Bevor sich gesellschaftliche Entscheidungsträger*innen nun bereit zeigen, dies zu ändern oder sich zumindest mit den Folgen dieser Gesetzgebung für die (männlichen) Betroffenen zu beschäftigen, wird eher auch der grundsätzliche Schutz von Mädchen in Frage gestellt – ohne dass dies einen Aufschrei nach sich zöge. Man hat sich wohl an diesen Kulturelativismus gewöhnt.

    Wird jetzt auch den letzten klar, dass die „Argumente“, die gegen den Schutz von Jungen gegen Vorhautamputationen verwendet werden, den Rechten von Mädchen und Frauen auf die Füße fallen?

    Die Betroffenen · Betroffene von Beschneidung und Missbrauch im MOGiS · Eine Stimme für Betroffene | Dr. Christian Bahls (Rostock), 1. Vorsitzender MOGiS | Die Betroffenen 06.06.2017

    https://die-betroffenen.de/blog/kirchentagsprasidentin-schlagt-vor-weibliche-genitalverstummelung-durch-einen-arzt-vorzunehmen/

  5. have a nice day Says:

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    Alina Ivakh. Ukrainian folk song „Letiv ptashok ponad brodom“ (Летiв пташок)

    Алина Ивах

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  6. have a nice day Says:

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    ALINA IVAKH & IVAN LEBEDEV „REYZELE“

    Алина Ивах

    song by Mordekhay Gebirtig

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  7. Sinai Says:

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    Yiddish Song Echad Mi Yodea (Jonathan) PJC

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    Echad Mi Yodea lyrics and translation אחד מי יודע

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    Echad Mi Yodea in Ladino

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    מה אספרה, מה אדברה
    Mu asapru, mu adabru – Theodore Bikel

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    _

  8. Gingernillis Züüg Says:

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    Christina Aus der Au

    Bei einer Podiumsdiskussion des Deutschen Evangelischen Kirchentages 2017 in Berlin im Festsaal des Roten Rathauses (Offene Gesellschaft – Wo sind die Grenzen der Toleranz) warb Aus der Au sinngemäß dafür, die Beschneidung des Geschlechtsorgans eines muslimischen Mädchens zu tolerieren und diese FGM besser durch einen ausgebildeten Arzt durchführen zu lassen als durch einen Laien im Hinterhof.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Christina_Aus_der_Au

  9. Cees van der Duin Says:

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    AMGE | World Association of Girl Guides and Girl Scouts

    Stop à la violence

    PASSER À L’ACTION POUR METTRE FIN À LA VIOLENCE À L’ÉGARD DES FEMMES ET DES FILLES

    Les 16 Jours d’activisme contre la violence basée sur le genre débuteront le 25 novembre, Journée internationale pour l’élimination de la violence à l’égard des femmes et culmineront le 10 décembre, Journée des droits de l’homme. (…)

    En 2011, l’Association mondiale des Guides et des Eclaireuses a lancé sa première campagne mondiale de plaidoyer ‘Stop à la Violence – exprimez-vous pour les droits des femmes’.

    https://www.wagggs.org/fr/what-we-do/stop-the-violence/

    16 Jours d’activisme contre la violence sexiste 2016

    file:///C:/Users/dell/Downloads/16daysCommsPack2016_FRENCH.pdf

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    WAGGGS – Stop the Violence – World Association of Girl Guides and Girl Scouts

    16 Days of Activism against Gender-Based Violence kicks off on 25 November, the International Day for the Elimination of Violence against Women, and culminates on 10 December, Human Rights Day.

    https://www.wagggs.org/en/what-we-do/stop-the-violence/

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    Stop the Violence!

    Author Erzsebet Haris 19.06.2017

    von Fabian Loske

    Ausschreibung zur Arbeitsgruppe der Ringverbände zur Umsetzung der WAGGGS Kampagne „Stop the Violence“ (Arbeitsgruppe Stop the Violence, AG STV)

    Was ist Stop the Violence eigentlich? Worum geht es dabei?

    Stop the Violence ist eine Kampagne von WAGGGS in Kooperation mit UN Women zur Prävention von Gewalt an Frauen. Sie beinhaltet sowohl inhaltliche Elemente als auch einen Advocacy Teil. Der inhaltliche Teil (heißt Voices against Violence Curriculum) ist in verschiedene Arbeitshilfen für drei Altersstufen unterteilt und beinhaltet Gruppenstunden mit Themenschwerpunkten (z.B. Gewalt in der Beziehung), die je nach Länderkontext auswählbar sind.

    Mehr Informationen gibt es hier:

    http://www.unwomen.org/en/digital-library/publications/2013/10/voices-against-violence-curriculum

    https://www.wagggs.org/en/what-we-do/stop-the-violence/

    Was macht die AG STV?

    Nach vielen positiven Abstimmungen zwischen WAGGGS und den Ringverbänden, PSG, BdP, VCP und DPSG und schon erfolgreichen Teilnahmen an internationalen STV Trainings von Mitgliedern der Ringverbände soll nun eine Arbeitsgruppe auf Ringebene eingerichtet werden (AG STV).

    Die AG STV soll sich zunächst einmal weitergehend inhaltlich mit der Kampagne beschäftigen, und erarbeiten, wie eine Integration der Inhalte in die (Schulungs-) Strukturen der Ringverbände aussehen kann.

    Wer kann mitmachen?

    Je Ringverband wird eine Person gesucht um in der AG STV mitzuwirken.

    Prinzipiell ist natürlich jedes motivierte Mitglied willkommen sich bei diesem Thema zu engagieren!

    Spezielle Vorraussetzungen für die AG STV sind jedoch:

    Interesse an Genderthemen/ Geschlechtergerechtigkeit

    Interesse an Gewaltpräventionskonzepten

    Gute Englischkenntnisse

    Gute Kenntnisse über die verbandlichen Strukturen des entsendenden Verbands

    Bewerbungen an international@vcp.de (Pfadfinderischer Lebenslauf und kurze Darlegung deiner Motivation)

    Bewerbungsschluss: 02.07.2017

    http://www.vcp.de/pfadfinden/stop-the-violence/

  10. eekhoorntje Says:

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    Bleibt nur ein allgemeines Schweigen?

    (…) Bis heute hat sich keine Redaktion, kein Ärzteverband, keine Ärztevereinigung, kein Menschen-, Frauen-, Kinderrechtsverein oder -verband, kein Politiker öffentlich zu diesem Vorfall geäußert.

    Sogar Terre des Femmes und die Zeitschrift EMMA, beide im Bereich Menschen- und v. a. Frauenrechte aktiv, hielten es bis heute nicht für nötig, sich des Themas anzunehmen. Mein mehrfaches Nachfragen half nichts.

    Begründet wurde die Untätigkeit mit einer angeblich noch nicht abgeschlossenen Prüfung der Faktenlage (TdF, EMMA), mit übergeordneten Entscheidungsgremien (TdF), mit zu viel Redaktionsarbeit für zuwenig Mitarbeiterinnen u. a.

    { Von: Sabine Reyer · Künstlerin }

    #ChristinaAusderAu

    Öffentlich kein kritisches Wort #TerredesFemmes

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    ___ps://twitter.com/wyndbladt/status/878225120828862466

    ___ps://twitter.com/wyndbladt/status/878224312540553216

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  11. vis-à-vis Says:

    .

    Podium Dialog mit humanistischen Gemeinschaften im Rahmen des Deutscher Evangelischer Kirchentag 2017 in Berlin.

    Offene Gesellschaft – Wo sind die Grenzen der Toleranz?

    Öffentlich · Gastgeber: Humanistischer Verband Berlin-Brandenburg

    Samstag, 27. Mai 14:30 – 16:00

    Rotes Rathaus, Festsaal, Rathausstr. 15, 10178 Berlin-Mitte

    Impulse:

    Prof. Dr. Christina Aus der Au, Kirchentagspräsidentin, Frauenfeld/Schweiz

    Ulrich Lilie, Präsident Diakonie Deutschland, Berlin

    Prof. Dr. Armin Pfahl-Traughber, Politikwissenschaftler und Soziologe, Brühl

    Dr. Michael Schmidt-Salomon, Philosoph und Schriftsteller, Besslich

    Moderation: Constanze Abratzky, Moderatorin Phoenix, Berlin

    _ttps://www.facebook.com/events/1866478703635343/

    (Prof. Dr. Dipl.-Pol., Dipl.-Soz. Armin Pfahl-Traughber, Jg. 1963, ist hauptamtlich Lehrender an der Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung in Brühl, Lehrbeauftragter an der Universität Bonn und Herausgeber des „Jahrbuchs für Extremismus- und Terrorismusforschung“. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Antisemitismus, Extremismus, Ideengeschichte, Religion, Terrorismus und Totalitarismus. Er ist Mitglied im Unabhängigen Arbeitskreis Antisemitismus des Deutschen Bundestages und im Beirat des Bündnisses für Demokratie und Toleranz.)

    Am Rande des evangelischen Kirchentags in Berlin gab es auch eine Podiumsdiskussion zum Thema „Offene Gesellschaft: Wo sind die Grenzen der Toleranz?“. Einer der Gäste auf dem Podium war der hpd-Autor Prof. Dr. Armin Pfahl-Traughber. Der hpd dokumentiert die von ihm vorgetragenen Thesen.

    Der Kulturpluralismus als Alternative der wertgebundenen Toleranz

    Von: Armin Pfahl-Traughber

    hpd 30..05.2017

    https://hpd.de/artikel/kulturpluralismus-alternative-wertgebundenen-toleranz-14467

    Der Kulturpluralismus als Alternative der wertgebundenen Toleranz

    _ttps://www.facebook.com/hpd.de/posts/1336583769722996

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    Bei einer Podiumsdiskussion des diesjährigen Deutschen Evangelischen Kirchentags im Festsaal des Roten Rathauses (Offene Gesellschaft – Wo sind die Grenzen der Toleranz) am 27. Mai 2017 warb Aus der Au sinngemäß dafür, die Beschneidung des Geschlechtsorgans eines muslimischen Mädchens zu tolerieren und diese FGM besser durch einen ausgebildeten Arzt durchführen zu lassen als durch einen Laien im Hinterhof

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    Moderation: Constanze Abratzky, Moderatorin PHOENIX, Berlin

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  12. Adriaan Broekhuizen Says:

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    Richard Dawkins Foundation für Vernunft und Wissenschaft
    9. Juni um 01:02 ·

    Kirchentagspräsidentin Christina Aus der Au:

    „Wenn beispielsweise eine Muslima hierzulande mit ihrer Tochter zum Frauenarzt komme, um aus religiöser Tradition heraus deren Schamlippen zu beschneiden, sei das gegen die Menschenrechte. Doch weigerte sich der Arzt, das zu tun, würden sie möglicherweise zu einem „Kurpfuscher“ gehen, der die Gesundheit der jungen Frau gefährde. Deshalb könnte der Arzt den Eingriff gegen seine eigentliche Überzeugung vornehmen und dann gemeinsam mit Betroffenen etwas gegen diese religiöse Praxis unternehmen.“

    Haben wir etwas verpasst oder ist die weibliche Genitalverstümmelung (FGM) nun in Deutschland legal (so wie die männliche Genitalverstümmelung)? Wenn nicht, sollte der Arzt die Muslima tunlichst anzeigen, damit die Tochter vor Schaden bewahrt wird.

    Richard Dawkins Foundation für Vernunft und Wissenschaft

    @RDSVW

    ps://www.facebook.com/RDSVW/?hcref=PAGES_TIMELINE&fref=nf

    _ps://www.facebook.com/RDSVW/posts/821146751371175

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    Haben wir etwas verpasst oder ist die weibliche Genitalverstümmelung (FGM) nun in Deutschland legal (so wie die männliche Genitalverstümmelung)? Wenn nicht, sollte der Arzt die Muslima tunlichst anzeigen, damit die Tochter vor Schaden bewahrt wird.

    http://de.richarddawkins.net/articles/science-highlights-der-woche-11-juni-2017

  13. Edward von Roy Says:

    __

    Verharmlosung der weiblichen Genitalverstümmelung (FGM) und ggf. die Aufforderung an Ärzte, FGM medikalisiert durchzuführen

    Die Staatsanwalt Berlin leitet keine strafrechtlichen Ermittlungen ein („da in dem genannten Verhalten keine Aufforderung zu einer Straftat zu sehen ist“), u. a. weil die Äußerungen von der Beschuldigten, medikalisierte FGM zuzulassen, „generelle Erwägungen zu medizinischer Ethik“ seien. Auch sei in den Außerungen der Kirchentagspräsidentin ein „hinreichend bestimmter appellativer Charakter“ nicht festzustellen.

    .

    „Vielmehr kann im Lichte der konstitutiven Bedeutung der Meinungsfreiheit …“

    .

    Staatsanwaltschaft Berlin
    Geschäftszeichen 252 Js 2892/17
    31.07.2017

    Herrn Edward von Roy
    Strafanzeige vom 31.05.2017 gegen Prof. Dr. Christina Aus der Au
    Vorwurf: Verstümmelung weiblicher Genitalien

    .

    Staatsanwaltschaft Berlin
    Geschäftszeichen 252 Js 2892/17
    31.07.2017

    Frau Gabi Schmidt
    Strafanzeige vom 14.06.2017 gegen Prof. Dr. Christina Aus der Au
    Vorwurf: Verstümmelung weiblicher Genitalien

    .

    [Ab hier sind beide Schreiben bis auf ein Wort textgleich]

    [Anrede],

    den von Ihnen zur Anzeige gebrachten Sachverhalt habe ich geprüft, jedoch von der Einleitung strafrechtlicher Ermittlungen abgesehen.

    Nach den §§ 152 Abs. 2, 160 Abs. 1 der Strafprozessordnung ist die Staatsanwaltschaft nur dann zu einer Aufnahme von Ermittlungen berechtigt, wenn konkrete Anhaltspunkte für die Begehung einer Straftat vorliegen. Derartige Anhaltspunkte lassen sich Ihrem Vorbringen jedoch nicht entnehmen.

    Die Äußerungen der Beschuldigten auf dem Evangelischen Kirchentag in Berlin am 27.05.2017, in denen sie ausgeführt haben soll, ein Arzt könne gegen seine eigentlichen Überzeugungen eine Beschneidung der weiblichen Genitalien vornehmen, um „Kurpfuscher“ zu vermeiden, stellt kein Verhalten dar, dass nach rechtserheblichen Maßstäben geeignet ist, um den Verdacht einer verfolgbaren Straftat zu begründen.

    Insbesondere erfüllen die Äußerungen der Beschuldigten nicht den Straftatbestand der §§ 223 ff., 226a i.V.m. 111 Abs. 1 des Strafgesetzbuches (StGB), da in dem genannten Verhalten der Beschuldigten keine Aufforderung zu einer Straftat zu sehen ist.

    Unter einer Aufforderung wird vielmehr eine über eine bloße Befürwortung hinausgehende Erklärung verstanden, nach der von einem anderen eine strafrechtlich relevante Handlung durch Tun oder Unterlassen verlangt wird. Die Äußerung des Betroffenen/Täters* muss dabei erkennbar darauf abzielen, ihre Adressaten unmittelbar zur Begehung bestimmter rechtswidriger Straftaten zu motivieren. Die Aufforderung als bestimmter Anreiz, eine konkrete Straftat zu begehen, muss dabei insbesondere von der grundsätzlich straffreien Befürwortung oder Meinungsäußerung abgegrenzt werden. Vor allem mit Blick auf die seit der Abschaffung des § 88a StGB straffreie Befürwortung von Straftaten ist für die Annahme einer Aufforderung im Sinne des § 111 Abs. 1 StGB ein der Anstiftung vergleichbares Maß an konkreter Einwirkung auf andere notwendig.

    Wendet man diesen insbesondere an Art. 5 Abs. 1 S. 1 GG zu messenden Maßstab auf die Äußerungen von der Beschuldigten an, sind diese als generelle Erwägungen zu medizinischer Ethik einer breiten Auslegung zugänglich. Zu Gunsten der Beschuldigten kann den Äußerungen kein hinreichend bestimmter appellativer Charakter entnommen werden. Vielmehr kann im Lichte der konstitutiven Bedeutung der Meinungsfreiheit die Äußerung auch dahingehend verstanden werden, dass insbesondere die straf- und standesrechtlichen Verbotsvorschriften gegenüber dem Rechtsgüterschutz der Beschnittenen überdacht werden sollten. Derartige rechtspolitische Äußerungen sind – wenngleich nur schwer mit der freiheitlich-demokratischen Grundausrichtung des auf repressiven Rechtsschutz angelegten Rechtsgüterschutzes des deutschen Strafrechts vereinbar – grundsätzlich straffrei. Den Straftatbestand der §§ 111 Abs. 1, 226a StGB erfüllen sie im Ergebnis nicht.

    [Grußformel]

    [Unterschrift]
    [(…) Staatsanwalt]

    __

    [*Schreiben 1: des Betroffenen; Schreiben 2: des Täters]

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