425. Genital Autonomy 2015 Myths and Multiple Standards. Rede von Mina Ahadi

ختان

ḫitān

kadın ve erkek sünneti

FGM oder MGM nach Koran und Sunna

Die im englischen Stone (Staffordshire, West Midlands) ansässige Bewegung Genital Autonomy (GA) fördert die internationale Vernetzung von Gruppen, die sich für das Ende von nichttherapeutischen Genitaloperationen an Kindern stark machen, seien diese nun intersexuell, weiblich oder männlich. In Frankfurt am Main findet in diesen Tagen (06.-09.05.2015) der diesjährige GA-Kongress statt: Genital Autonomy 2015. Myths and Multiple Standards.

42 High Street als der Sitz von GA ist identisch mit demjenigen von NORM-UK, einer Organisation, die zu Beschneidungsfolgen aufklärt und 1994 durch Dr. John Warren gegründet wurde. Hatte NORM-UK anfangs vor allem Informationen zur Wiederherstellung der männlichen Vorhaut (engl. foreskin restoration) bereitgestellt, ist heute auch die weibliche Beschneidung sprich weibliche Genitalverstümmelung (Female circumcision, or female genital mutilation; FGM) ein Thema geworden.

Genitale Autonomy 2015. Mythen und unterschiedliche Maßstäbe, der Frankfurter Kongress wird von GA in Zusammenarbeit mit der seit 2013 bestehenden deutschen Gruppe intaktiv organisiert. Unter den zahlreichen Gästen ist Marilyn Fayre Milos, Geschäftsführerin und Mitgründerin von NOCIRC (National Organization of Circumcision Information Resource Centers), die aus den USA anreist.

Zu den geladenen Rednern gehört Mina Ahadi, die Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime (ZdE). Am 08.05.2015 spricht Ahadi zur Frage Circumcision of boys in „Islamic countries“: What can be done against it?, was muss jetzt gegen die Beschneidung von Jungen in den sogenannten islamischen Ländern getan werden? Die Rede gilt als der unumstrittene Höhepunkt der Konferenz und wird, gemeinsam mit Ahadis Lebensleistung, von den Teilnehmern mit lang anhaltendem Applaus gewürdigt.

Schluss mit der Kinderbeschneidung – auch in islamisch geprägten Ländern

Von Mina Ahadi

In meiner Erinnerung ist ein Bild, es ist mehr als 50 Jahre her. Ein kleiner Mann kommt zu uns, schmutzig und selbstbewusst. In der Hand eine Tüte mit einer Rasierklinge. Einige Erwachsene laufen hin und her, die Stimmung ist sehr feierlich. Von dem Zimmer, in dem mein Bruder jetzt ist, werden wir anderen Kinder ferngehalten, plötzlich schreit er auf und dann ist wieder Stille. Er wurde beschnitten. Eine Woche muss er mit einem Tuch herumlaufen statt mit einer Hose, er bekommt viele Geschenke.

So war unser Leben in dem kleinen Dorf irgendwo in Norden des Iran und bis heute spielt sich diese Zeremonie in jeder Familie mit Jungen so ähnlich ab. Für die meisten Menschen dort war und ist die Kinderbeschneidung hundertprozentig selbstverständlich, so wie die Existenz von Allah, eine Gewissheit und Normalität, die nicht hinterfragt werden darf. Die Zirkumzision ist Sunna und dient dem Seelenheil, ein unbeschnittener Penis ist unrein, ist nicht halal.

Nicht nur im Iran, sondern in jedem Land, in dem der Islam an der Macht ist oder den Alltag der Familien bestimmt, werden 95 Prozent der Jungen beschnitten. Das war auch im Iran vor fünfzig Jahren so und daran wird sich weltweit nichts ändern, wenn wir weiter schweigen und nichts tun.

Fast überall auf der Welt gilt die Jungenbeschneidung nicht als Kinderrechtsverletzung, vielmehr ist sie eine religiös motivierte Tradition, das übliche Ritual der Initiation ins Erwachsensein. Die Amputation der Vorhaut gilt als Beitrag zum Kindeswohl, den man sozial oder medizinisch begründet.

Bis vor wenigen Jahrzehnten hat Europa zu dem Teil der Welt gehört, der keine Beschneidungsriten gekannt hatte, von der jüdischen Minderheit unseres Kontinents oder von den islamisch beeinflussten Gebieten wie Bosnien abgesehen; außerdem gab es vor hundert Jahren eine nur kurzlebige Mode der Jungenbeschneidung in England.

Jetzt allerdings droht dieser gesundheitsschädliche alte Brauch auch hier in Europa auf Dauer installiert zu werden, was unsere intensive Aufklärungsarbeit erfordert. Jede medizinisch nicht zwingend notwendige Operation (auch Schönheitsoperation) an Kindern unter achtzehn Jahren, an Jungen wie an Mädchen, muss abgeschafft werden.

Erst seit zwei oder drei Generationen, seit der Einwanderungswelle aus den vom islamischen Recht, von der Scharia geprägten Ländern, gibt es beschneidende Familien in buchstäblich jeder deutschen Stadt oder Straße. Ich rede von der mit Koran und Sunna begründeten Beschneidung mindestens aller Jungen, einige islamische Rechtsschulen empfehlen allerdings die Beschneidung muslimischer Mädchen, in der schafiitischen Rechtsschule ist die FGM sogar eine religiöse Pflicht.[1]

2004 entdeckte man die Praxis der islamisch begründeten weiblichen Genitalverstümmelung in einigen Teilen des nördlichen Irak.[2] Kürzlich wurde eine Studie zur Mädchenbeschneidung im Iran erstellt, auch dort entdeckte man in mehreren Teilen des Landes Formen der FGM.[3]

Zurück zu den Jungen. Welche hohe lebenslange Schädigung durch jede Jungenbeschneidung grundsätzlich entsteht wird von unseren Politikern ignoriert, obwohl Forscher wie Morris L. Sorrells zur sensitiven Zerstörung[4] und Morten Frisch zu den negativen Folgen für Ehe und Partnerschaft sehr gründlich aufgeklärt haben.[5]

Auch auf der Seite PflegeWiki kann sich jeder zu den körperlichen [6] und den psychischen [7] Nachteilen der Jungenbeschneidung informieren. Ich bin mir sicher, dass fast alle Eltern, welche die Berichte der Forscher Sorrells und Frisch oder bei PflegeWiki gelesen haben, zur Beschneidung ihres Sohnes Nein sagen werden. Dass die Beschneidung – genauer gesagt: dass die Genitalverstümmelung – allen Mädchen genau so sehr schadet, wissen wir ebenfalls.[8]

Die übliche Jungenbeschneidung zerstört 10.000 bis 20.000 Nervenendigungen bzw. Tastkörperchen der Typen Ruffini, Vater-Pacini, Merkel und Meissner.[9] Das entspricht nicht dem Wegschneiden der Klitorisvorhaut, das wäre eine FGM vom Typ eins a, sondern durchaus der wesentlich schwereren Verstümmelung Typ eins b, also der Amputation der Klitoris (!) oder einer Labienamputation, das heißt einer FGM Typ zwei.[10]

Neben dieser sofortigen und irreversiblen körperlichen Schädigung drohen den Kindern, Jungen oder Mädchen, auch bei medikalisierter Durchführung (Krankenhausbeschneidung) die sogenannten Komplikationen wie Infektion, Tetanus, Blutvergiftung, Gewebsnekrose oder Tod.

Das Wort Beschneidung ist also eine unzulässige Verharmlosung, es geht um eine Verstümmelung und Kinderrechtsverletzung, einerlei ob sie an Jungen oder Mädchen vorgenommen wird.

Ähnlich verantwortungslos wie die Politiker verhalten sich leider auch viele Kinderärzte und Urologen, sowohl in den sogenannten islamischen Ländern als auch hier in Europa.

Vor einer Woche las ich in einer iranischen Zeitschrift Folgendes:

Ich bin eine junge Mutter und mein Sohn ist ein Jahr alt. Ich habe entschieden, dass dieses Kind nicht beschnitten wird, da ich das Ritual für unmenschlich halte. Meiner Meinung nach ist die Jungenbeschneidung genau so schlimm wie die Mädchenbeschneidung. Meine Frage lautet: Wie ist die medizinische und rationale Begründung für diesen Eingriff?

Ihr antwortete Dr. Soheila Khazali, eine Oberärztin mit der Fachausbildung Urologie für Kinder:

Jungenbeschneidung ist ein notwendiger Eingriff am Kind. Sie ist gut für Ihr Kind, denn sie gewährleistet Sauberkeit, wirkt prophylaktisch gegen AIDS und bringt Schönheit mit sich. Der Geschlechtstrieb und die spätere Sexualität Ihres Kindes werden ein harmonisches Gleichgewicht finden. Zudem kann Ihr Kind besser Wasser lassen.

Ein Arzt an der Beheschti-Universität argumentierte so:

In den USA wurden 80 Prozent Männer beschnitten, im Iran aber sind es 95 Prozent und das ist gesund und gut, denn die Zirkumzision verhindert Entzündungen und Krebs im Genitalbereich. Sie wirkt sogar gegen AIDS. Allen Eltern raten wir dringend, diesen Eingriff Anfang des 6. Monats machen zu lassen und nicht vorher oder nachher.

Und so weiter, und so weiter. Genau das ist das Problem in den so genannten islamischen Ländern, die pseudomedizinischen Mythen werden weitergetragen, also durchaus ähnlich wie in den USA.

In den von der Scharia geprägten Ländern argumentiert man also nach dem Schema:

„Die Beschneidung ist gut und hilft jetzt den Kindern gegen Infektionen und den späteren Erwachsenen gegen Krebs sowie gegen AIDS und andere Geschlechtskrankheiten. Sie hat keine medizinischen oder gesundheitlichen Nachteile und für Gott oder Allah ist sie auch gut.“

Über die ungezählten Opfer dieses Angriffs auf den Kinderkörper wird eisern geschwiegen. Nur selten bringt die Presse eine kleine Nachricht, dass ein Baby nach der Operation starb, doch in den Parlamenten oder Universitäten wird so etwas nie wirklich wissenschaftlich, das heißt faktenbasiert diskutiert – und schon gar nicht nachvollziehbar dokumentiert.

Für die Mehrheit der Bevölkerung muss die Routine der Beschneidung einfach weitergehen. Auch wenn einige Kinder am Eingriff sterben, erklären die Verantwortlichen: „Ja, diese Komplikationen sind zu vermeiden, die Mediziner müssen künftig noch hygienischer arbeiten, außerdem brauchen wir mehr Geld für die Erforschung dieser schlimmen Nebenwirkungen.“

Niemand wagt zu fordern: Sofort Schluss mit jeder Beschneidung.

Zwischen Marokko und Malaysia gibt es einen sehr hohen Konformitätsdruck zur Zirkumzision. Selbst Eltern, die jung, ausgebildet und kritisch sind, vertrauen den Ärzten und geben dem allgemeinen Gruppenzwang nach. Es gibt durchaus eine kleine Bewegung weg vom Aberglauben und hin zur Vernunft, doch die Anzahl derjenigen Eltern, die ihr Kind intakt lässt, muss wachsen.

Wie lässt sich das Recht aller Kinder unter achtzehn Jahren auf genitale Intaktheit durchsetzen, weltweit, also auch in den sogenannten islamischen Ländern?

● Es muss eingesehen und anerkannt werden, dass Kinder unter achtzehn Jahren völlig altersgemäß nicht einwilligungsfähig sind. Die lebenslangen Folgen einer Genitalverstümmelung für sich und die künftigen Partnerschaften können sie nicht abschätzen.

Die Kinderrechtskonvention der UN stellt fest: „Die Vertragsstaaten treffen alle wirksamen und geeigneten Maßnahmen, um überlieferte Bräuche, die für die Gesundheit der Kinder schädlich sind, abzuschaffen.“ Die Beschneidung – ob FGM oder MGM – ist so ein schädlicher Brauch. Auch das deutsche Grundgesetz schützt die körperliche Unversehrtheit – und Kinder sind ohne Einschränkungen von Geburt an Grundrechtsträger.

● Wir müssen das Schweigen brechen. In Deutschland haben einige Männer Kontakt zum ZdE aufgenommen und ihre Erfahrungen geschildert. Manche haben vor Wut geweint. Andere haben Depressionen oder schlimme Alpträume, können den Tätern d. h. auch ihren Eltern nicht verzeihen und finden diesen Tabubruch sehr wichtig.

● Weltweit gibt es nur EINE Wissenschaft, eine Aufspaltung in westliche Wissenschaft und islamische Wissenschaft ist zu verhindern. Forschung und Lehre müssen weltweit auf dem neuesten Stand der Erkenntnis vereinheitlicht werden. Das muss ohne Rücksicht auf ökonomische Interessen geschehen und auch die Scharia ist hier ein Hindernis.

● Ärzte müssen zur Verantwortung gezogen und juristisch belangt werden sowie Schadensersatz leisten, wenn sie den Eltern nicht die Wahrheit sagen, den erheblichen Nachteil jeder Form von Beschneidung (englisch circumcision) das heißt von Verstümmelung (mutilation) an den Geschlechtsorganen von Jungen oder Mädchen bagatellisieren und das Kind ohne medizinischen Grund operieren.

● Jeder medizinisch nicht zwingend erforderliche Eingriff an den Geschlechtsorganen von Mädchen oder Jungen unter 18 Jahren ist als Verstümmelung (mutilation) zu bewerten und mit einem Gesetz zu verbieten, zuwiderhandelnde Eltern sind zu bestrafen.

● Die von der WHO aufgestellte Klassifikation zur weiblichen Genitalverstümmelung muss erhalten bleiben,[11] alle Formen der FGM sind weltweit auch in ihrer medikalisierten Form (Krankenhausbeschneidung) zu verbieten.

Seit dem 70. Deutschen Juristentag Hannover 2014 droht auch in Europa eine Straffreistellung der sogenannten milden Sunna (FGM Typ Ia, Ib, Typ IV). In ihrem Rechtsgutachten empfahl Professorin Dr. Tatjana Hörnle (Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht, Rechtsphilosophie und Rechtsvergleichung) den deutschen Juristen und dem Gesetzgeber, die weibliche Genitalverstümmelung Typ eins und Typ vier straffrei zu stellen und den § 226a StGB geschlechtsneutral zu formulieren.[12]

Karl-Peter Ringel und Kathrin Meyer wollen ebenfalls die islamische FGM legalisieren, gehen aber einen anderen Weg. Sie fordern, den § 1631d BGB so umzuformulieren, dass er künftig für Jungen wie für Mädchen Gültigkeit hat.[13]

Die milde Sunna ist jedoch ein medizinisch nicht erforderlicher und deshalb zu verbietender Eingriff.

Mina Ahadi

Q u e l l e n

[1] Circumcision is obligatory (for every male and female) by cutting off the piece of skin on the glans of the penis of the male, but circumcision of the female is by cutting out the clitoris (this is called [ khifadh, arab. ḫifāḍ, ḫafḍ ] ). [ Quelle: Reliance of the Traveller and Tools of the Worshipper, bekannter unter dem kürzeren Titel Reliance of the Traveller) ]

The Arabic word baẓr does not mean „prepuce of the clitoris“, it means the clitoris itself (cf. the entry in the Arabic-English Dictionary). The deceptive translation by Nuh Hah Mim Keller, made for Western consumption, obscures the Shafi’i law, given by ‘Umdat al-Salik, that circumcision of girls by excision of the clitoris is mandatory. This particular form of female circumcision is widely practiced in Egypt, where the Shafi’i school of Sunni law is followed.

Quelle: Answering Islam

http://answering-islam.org/Sharia/fem_circumcision.html

Whereas the Hanafis do not regard female circumcision as a “Sunnah” – a religious virtue – the practice [FGM] is recommended on religious grounds by the Maliki and Hanbali law schools and is considered obligatory in the Shafi’i school.

Quelle: STOP FGM – ALSO IN THE MIDDLE EAST, by: Oliver M. Piecha, Wadi e. V. with the support of Hivos

https://hivos.org/sites/default/files/stop_fgm_-_also_in_the_middle_east_0.pdf

[2] FGM is widespread in Iraqi Kurdistan

In 2004, members of female-led mobile teams run by the relief organization WADI reported the existence of FGM in several villages of the Garmyan area, south of Suleymaniah. A subsequent study revealed that about 60% were affected. … The findings for Garmyan governorate are particularly problematic in several respects: here we find the highest FGM rates, the lowest levels of awareness and education, the highest illiteracy rates, and the most severe form of mutilation: not only the clitoris but also the labia are being cut.

Quelle: Stop FGM in Kurdistan

http://www.stopfgmkurdistan.org/html/english/fgm_e.htm#mape

[3] Iran

Local studies show that FGM is practiced in the provinces of Kurdistan, Western Azarbaijan, Kermanshah, Illam, Lorestan and Hormozghan. … In most cases type I is performed but there is also a relevant number of type II mutilations. … A medical survey was presented which found an FGM prevalence of 55% in a group of 348 interviewed women in Kermanshah province.

From the existing studies it can be assumed that FGM is only or at least mostly practiced by Sunni minorities in Iran. Most regions are bordering Iraq, but prevalence is also high in some places in the very South, among them the city of Hormozgan and the ports of Bandar Kang and Jask. …

During the last years, a vivid debate developed in the Kurdish region after several TV specials on FGM had been aired by Iraqi-Kurdish television stations which are popular among Iranian Kurds.

Quelle: Stop FGM Middle East

http://www.stopfgmmideast.org/countries/iran/

[4] Fine-touch pressure thresholds in the adult penis

Sorrells et al.

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1464-410X.2006.06685.x/abstract

[5] Male circumcision and sexual function in men and women: a survey-based, cross-sectional study in Denmark

Morten Frisch, Morten Lindholm, Morten Grønbæk

http://ije.oxfordjournals.org/content/early/2011/06/13/ije.dyr104.abstract

[6] Körperliche Nachteile

Sorgfältige klinische Forschungen haben belegt, dass durch die Zirkumzision mehr als 1 Meter an Venen, Arterien und Kapillaren, mehr als 70 m an Nerven, und mehr als 20000 Nervenenden irreversibel entfernt werden. …

Desensibilisierung, Verlust an sexueller Empfindsamkeit

Die Zirkumzision desensibilisiert den Penis. Die Amputation der Vorhaut bedeutet, dass das reichhaltige Netzwerk an Nerven und alle Nervenemdigungen in der Vorhaut abgeschnitten und für immer verloren gehen.

http://www.pflegewiki.de/wiki/Zirkumzision#K.C3.B6rperliche_Nachteile

[7] Psychische und Neurologische Schäden durch die Beschneidung

Die Beschneidung birgt ebenfalls ein Risiko für bewusste oder unbewusste Operationstraumata. So erklärt Menage, dass Behandlungen im Genitalbereich bei Kindern beiderlei Geschlechts zu einer posttraumatischen Belastungsstörung (kurz: PTBS bzw. PTSD, im ICD-10 als F43.1 codiert) führen können. Entscheidende Faktoren für die Ausprägung einer PTBS sind nach Menage: (i) Gefühle der Machtlosigkeit und des Kontrollverlusts, (ii) fehlende Zustimmung, (iii) fehlende Information darüber, was während der Untersuchung geschehen soll, (iv) fehlendes Einfühlungsvermögen des untersuchenden Arztes und (v) die Erfahrung von physischem Schmerz. Die Vermutung, dass ein Zusammenhang zwischen Beschneidung und dem Auftreten einer PTBS besteht, wird von Boyle et al. (2002) in ihrer Studie bestätigt.

http://www.pflegewiki.de/wiki/Zirkumzision#Psychische_und_Neurologische_Sch.C3.A4den_durch_die_Beschneidung

[8] WHO | Health complications of female genital mutilation

http://www.who.int/reproductivehealth/topics/fgm/health_consequences_fgm/en/

[9] Innervation. Die dorsale Seite und die lateralen Seiten der Vorhaut werden durch den Nervus dorsalis penis (Penisrückennerv) innerviert. Die ventrale Seite der Vorhaut und des Frenulum werden durch den Nervus perineales (Dammnerv) innerviert. Nervus dorsalis penis und die Nervi perinales sind Äste des Nervus pudendus (Schamnervs), der aus dem zweiten, dritten und vierten Kreuzgeflecht entspringt.

Nervenendigungen. Zahlreiche Arten von spezialisierten Nervenendigungen wurden in der Vorhaut gefunden. Unter ihnen sind: Vater-Pacicni-Körperchen (zuständig für die Wahrnehmung von Druckreizen), Ruffini-Körperchen (Mechanorezeptoren), Krause-Körperchen (zuständig für die Wahrnehmung von Vibrationen), freie Nervenendigungen (Schmerzrezeptoren), und – was für das erogene Empfindungsvermögen vielleicht am wichtigsten ist – Meissner-Körperchen, die empfindlich auf leichte Berührungen reagieren.

Zitierweise des englischen Originalartikels:

Scott S. The anatomy and physiology of the human prepuce. In: Denniston GC, Hodges FM, Milos MF, editors.; Male and Female Circumcision. New York: Kluwer/Plenum, 1999; pp. 9-18.

http://www.beschneidung-von-jungen.de/home/medizinisches-grundwissen/anatomie-und-funktion-der-vorhaut/allgemein/scott.html

Innervation

Die Vorhaut ist reich an spezialisierten Nervenendigungen und spezialisiertem erogenem Gewebe. Diese spezialisierten Nervenendigungen umfassen (Meissner-Körperchen, Vater-Pacini-Körperchen, Ruffini-Körperchen und Merkel-Zellen), die bereits leichteste Berührungs- und Temperaturreize detektieren können.

Im Gegensatz zur Vorhaut besitzt die Glans penis fast ausschließlich nicht-spezialisierte, freie Nervenendigungen (sogenannte Nozizeptoren), die nur grobe Reize wie etwa starken Druck oder hohe Temperatureize detektieren können, die vom Gehirn als Schmerzen wahrgenommenen werden.

Cold und Taylor, welche die Innervation des Präputiums des Penis ausführlich untersuchten, erklärten:

„Die Glans penis ist vorwiegend durch freie Nervenendigungen innerviert und besitzt hauptsächlich nur protopathische Sensibilität. Protopathische Sensibiltät bezieht sich auf gröbere, schlecht lokalisierte Empfindungen (einschließlich Schmerz, einige Temperaturempfindungen und bestimmte Wahrnehmungen von mechanischem Kontakt). In der Glans penis sind nur wenig [spezialisierte Nervenendigungen] vorhanden, und diese finden sich hauptsächlich entlang der Eichelkranzes und des Frenulums. Im Gegensatz dazu hat das gefurchte Band der männlichen Vorhaut an der mukokutanen Grenze eine hohe Konzentration an [spezialisierten Nervenendigungen].“

http://flexikon.doccheck.com/de/Pr%C3%A4putium

Neurologically, the most specialized pressure-sensitive cells in the human body are Meissner’s corpuscles for localized light touch and fast touch, Merkel’s disc cells for light pressure and tactile form and texture, Ruffini’s corpuscles for slow sustained pressure, deep skin tension, stretch, flutter and slip, and Pacinian corpuscles for deep touch and detection of rapid external vibrations. They are found only in the tongue, lips, palms, fingertips, nipples, and the clitoris and the crests of the ridged band at the tip of the male foreskin. These remarkable cells process tens of thousands of information impulses per second and can sense texture, stretch, and vibration/movement at the micrometre level. These are the cells that allow blind people to „see“ Braille with their fingertips. Cut them off and, male or female, it’s like trying to read Braille with your elbow.

Physiologically, the clitoris is richly endowed with thousands of these specialized pressure-sensitive nerves and the clitoral foreskin is virtually bereft of them. The ridged band at the tip of the the penile foreskin is richly endowed with thousands of these same specialized pressure-sensitive nerves and the glans is virtually bereft of them. Lightening speed feedback by somatosensory transduction from such tactile sensitivity gives humans intense pleasure, environmental awareness, and control. Cut off these super-sensitive cells and with lack of awareness comes lack of control. To say that amputation of the clitoris or amputation of the mobile roller-bearing-like portion of the natural penis, and consequently thousands of these specialized nerve cell interfaces, does not permanently sub-normalize a woman’s or a man’s natural capabilities and partially devitalize their innate capacity for gliding action tactile pleasure is grossly illogical denial of the bio-mechanical and the somatosensory facts of human genital anatomy.

aus: Gary Harryman: Basic Human Genital Anatomy

https://ms-my.facebook.com/shareyoursexknowledge/posts/652188514794501

[10] Es ist jedoch eine medizinische Fehlinformation, die in fast allen Fraktionen vorhanden ist, dass die Vorhaut des Penis anders gebaut sei als beispielsweise die Labien (kleinen Schamlippen) einer Frau. … Sowohl Vorhaut als auch Labien haben eine sehr hohe Dichte verschiedener Tast-Körperchen. Das sind spezialisierte Sinneszellen. … Ein Gewebe, das voll mit diesen Tast-Körperchen ist, ist hochempfindlich und erogen. Egal ob es Labie oder Vorhaut heißt. Die Empfindlichkeit beider übertrifft die von Lippen oder Fingerkuppen um ein Vielfaches und [beide] bilden damit mit die wichtigsten erogenen Zonen von Mann und Frau.

aus: Tanja Hindemith: Ein Offener Brief einer SPD-Genossin an Christine Lambrecht zur gestrigen Rede im BT

https://ratgebernewsblog2.wordpress.com/2012/07/20/beschneidungsdebatte-fehlinformationen-ohne-ende/

[11] Classification of female genital mutilation

http://www.who.int/reproductivehealth/topics/fgm/overview/en/

99. Deutscher Ärztetag 1996 in Köln, Entschließung zur rituellen Verstümmelung weiblicher Genitalien:

„Der 99. Deutsche Ärztetag verurteilt die Beteiligung von Ärzten an der Durchführung jeglicher Form von Beschneidung weiblicher Genitalien und weist darauf hin, dass entsprechend der Generalpflichtenklausel der Berufsordnung für die deutschen Ärzte derartige Praktiken berufsrechtlich zu ahnden sind. …“

http://www.bundesaerztekammer.de/richtlinien/empfehlungenstellungnahmen/genitalverstuemmelung/

[12] Genitalverstümmelung:

a) Bei der Auslegung von § 226a StGB ist zu beachten, dass nicht alle Veränderungen an weiblichen Genitalien unter „verstümmeln“ zu fassen sind. Dies ist nicht der Fall, wenn der Eingriff mit der Beschneidung von Jungen vergleichbar ist (etwa wenn nur Vorhaut der Klitoris betroffen ist, ohne Amputationen und weitere Verletzungen). b) Zu empfehlen sind folgende Änderungen: Erstens sollte der Strafrahmen des § 226a StGB dem in § 226 StGB angeglichen werden. Zweitens ist der Tatbestand geschlechtsneutral zu fassen, indem die Worte „einer weiblichen Person“ durch „eines Menschen“ ersetzt werden. Drittens sollte § 5 StGB erweitert werden, wenn sich eine Genitalverstümmelung gegen eine Person richtet, die zur Zeit der Tat ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Inland hat.

aus: Tatjana Hörnle: Strafrecht Kultur, Religion, Strafrecht – Neue Herausforderungen in einer pluralistischen Gesellschaft (70. Deutscher Juristentag Hannover 2014)

http://www.djt.de/fileadmin/downloads/70/djt_70_Thesen_Strafrecht_140804.pdf

[13] „Hier ist eine Änderung des § 1631d Abs. 1 BGB erforderlich, der auch die Beschneidung der weiblichen Vorhaut aufnimmt, indem geschlechtsneutral von einer medizinisch nicht erforderlichen Vorhautbeschneidung des einwilligungsunfähigen Kindes gesprochen wird.“

aus: Karl-Peter Ringel, Kathrin Meyer: § 226a StGB – Sonderstraftatbestand der Frauenbeschneidung & verfassungswidrige Ungleichbehandlung

http://wcms.uzi.uni-halle.de/download.php?down=33910&elem=2767812

Advertisements

17 Antworten to “425. Genital Autonomy 2015 Myths and Multiple Standards. Rede von Mina Ahadi”

  1. Edward von Roy Says:

    Nichtinformation zu den im Mai 2015 hörbar gewordenen intaktivistischen (internationalen) Organisationen und Persönlichkeiten und Desinformation zu den FGM-Typen, zur authentisch islamischen, mindestens de facto die Genitalbeschneidung erzwingenden Verpflichtung zur FGM (schafiitisch, oft auch hanbalitisch) und MGM (alle vier sunnitischen Rechtsschulen; Zwölferschia) sowie zur menschlichen Anatomie, hier vor allem zur männlichen Anatomie (die Penisvorhaut als das sensitive Pendant nicht der Klitorisvorhaut, sondern der Klitoris selbst) bringt die taz.

    Rubrik (Kolumne) GERMAN ANGST. Artikelbeschreibung:

    35 Organisationen haben für das Verbot religiöser Beschneidungen demonstriert. In der Debatte ging es von Anfang an um mehr als ein Stück Haut.

    (Zitat)

    Es ist faszinierend, wie ein kleiner Reiz ausreicht, um jahrhundertealte Vorurteile aus dem kulturellen Unterbewusstsein an die Oberfläche zu schwemmen. … Mittlerweile hat der Bundestag die Beschneidung geregelt – und so die Kriminalisierung jüdischen und muslimischen Lebens verhindert. …

    Die Emotionalität zeigt, dass es um mehr ging als ein Stück Haut. Um mehr als Kinderrechte, Religionsfreiheit. Denn ausgerechnet jene klagten über den Verlust der Vorhaut, die sie selbst im Regelfall besitzen. Hinter dem universell daherkommenden Plädoyer für das Recht auf „körperliche Unversehrtheit“ lauerte der Paternalismus der Mehrheit.

    Das notorische Scheiden zwischen den Aufgeklärten und den Barbaren mit ihrer Bringschuld gegenüber einer fortschrittlichen Gesellschaft – es ist diese Blindheit gegenüber einer Realität, die regelt, wer über was sprechen darf, die den Sprecher als deren Nutznießer entlarvt. Denn wenn die Beschnittenen „barbarisch“ sind, haben „wir“ das Recht auf unserer Seite. In Köln demonstrierten am 7. Mai 35 Organisationen für das Kölner Urteil. Sie sprachen von „Amputation“, suggerieren, der Penis würde beschnitten, es wurde gar der Vergleich zur weiblichen Genitalverstümmelung, also dem Herausschneiden der Klitoris, gezogen. …

    Die Geschichte des europäischen Antisemitismus zeigt die Attacke auf sichtbare Symbole – Gotteshäuser, Rituale, Kopfbedeckungen – als Muster. Als Tradition.

    Wie tief die geht, zeigt sich, wenn man den Blick von Europa löst und auf die USA schaut. Dort ist die Mehrheit der christlichen Männer beschnitten – der Eingriff eine Sache des Geschmacks. Eine persönliche Entscheidung. Nichts, was ein Kollektiv brandmarkt.

    aus: Sonja Vogel: In der Hose der Anderen, in: taz 15.05.2015

    http://www.taz.de/Kolumne-German-Angst/!159729/

    ::
    ::
    Im Kommentarbereich die wichtige Klarstellung von Lutz Herzer:

    „Dort ist die Mehrheit der christlichen Männer beschnitten – der Eingriff eine Sache des Geschmacks.“

    Die millionenfache Säuglingsfolter in den USA, mit EMLA-Creme ohne annähernd ausreichende Betäubung, als eine Sache des Geschmacks zu bezeichnen, das ist für mich wiederum eine Sache der Geschmacklosigkeit.

    In dem gesamten Artikel findet sich nur Empathie zu beschneidungswütigen Erwachsenen. Wo bleibt die Empathie zu den Schwächsten der Gesellschaft, den Kindern, hier den Jungen?

    http://www.taz.de/Kolumne-German-Angst/!159729/

  2. Genital Autonomy and circumcision? Anyone under the age of 18 is not able to give her or his informed consent Says:

    International conference in Frankfurt
    Genital Autonomy 2015 Myths and Multiple Standards

    Internationale Konferenz in Frankfurt
    Genitale Autonomie – Mythen und unterschiedliche Maßstäbe

    Im Original veröffentlicht auf der Seite des ZdE, Zentralrat der Ex-Muslime

    Schluss mit der Kinderbeschneidung – auch in islamisch geprägten Ländern

    Mina Ahadi am 08.05.2015

    http://exmuslime.com/schluss-mit-der-kinderbeschneidung/

  3. Genital Autonomy and circumcision? Anyone under the age of 18 is not able to give her or his informed consent Says:

    Das zumindest fahrlässige Gerede von der Genital Autonomy in Bezug auf Menschen unter achtzehn Jahren ebnet Kinderheirat, Kinderpornografie, Päderastie und Kinderprostitution den Weg, denn wer ein Mädchen oder einen Jungen als genital autonom bewertet, muss sie oder ihn (was weiterhin zu verhindern ist) eigentlich auch mit Volljährigen geschlechtlich verkehren, diese heiraten oder, ganz auf genitalautonomen Kindeswunsch, im Bordell arbeiten lassen.

    Kinderkanal-Filmjunge „Tahsin“ etwa war 11 (elf!) Jahre alt, und in Deutschland blieb (öffentlich wahrgenommener) nennenswerter Widerstand leider aus. Sobald wir aber Minderjährige wie „Tahsin“ in ihr genitales Beschnittenwerden sprich genitales Verstümmeltwerden einwilligen lassen, dürfte es rechtlich nicht mehr möglich sein, sexuelle Handlungen dieser Kinder mit Erwachsenen weiterhin (wie eigentlich geboten) strafbar zu stellen.

    Es gibt keine einvernehmlichen geschlechtlichen Handlungen eines Kindes mit einem Volljährigen, das Kind ist manipuliert und nicht in der Lage, sich abzugrenzen. Bei der Genitalbeschneidung (FGM oder MGM) ist die Lage ganz entsprechend.

    Norwegens Kinderrechtsbeauftragte etwa gehört zu denen, die im Namen der Genital Autonomy den europäischen Intaktivismus ziemlich erfolgreich kapern und untergraben konnten (s. u.: die „OSLO DECLARATION“ vom schwarzen Tag der Kinderrechte 30.09.2013). Wie leider zu erwarten war, erweist sich auch das damalige, sehr weiche Gerede der Anne Lindboe gegen die Säuglingsbeschneidung als allenfalls halbernst gemeint.

    In 2013 Anna Lindboe and the children’s ombudsmen from Sweden, Finland, Denmark, and Iceland, along with the Chair of the Danish Children’s Council and the children’s spokesperson for Greenland, passed a resolution to, „Let boys decide for themselves whether they want to be circumcised.“ They further declared that „Circumcision without a medical indication on a person unable to provide informed consent conflicts with basic principles of medical ethics.“

    http://en.wikipedia.org/wiki/Anne_Lindboe


    „OSLO DECLARATION“ (2013)

    Let the boys decide on circumcision. Joint statement from the Nordic Ombudsmen for Children and pediatric experts

    We would like to see a respectful dialogue between all involved parties on how to best ensure that boys will be able to exert their influence on the issue of circumcision. … We request our governments to take necessary measures to ensure that boys are given the opportunity to decide for themselves whether or not they want to be circumcised.

    https://www.crin.org/docs/English-statement-.pdf

    Sexuelle Befreiung sollte jetzt für alle gelten: für Heteros, Schwule und Lesben – und Päderasten gleichermaßen. Dazu passt die Forderung nach Straffreiheit für Pädokriminelle. In letzter Konsequenz hätte das bedeutet, dass Sex zwischen Erwachsenen und Minderjährigen gesetzlich erlaubt gewesen wäre. Derlei Forderungen fanden in der grünen Partei immer wieder Mehrheiten.

    In ihrem ersten nationalen Parteiprogramm verlangten die Grünen etwa, sexuelle Kontakte zu Minderjährigen und Schutzbefohlenen nur noch dann zu ahnden, wenn die Täter mit Gewalt drohen oder ein Abhängigkeitsverhältnis ausnutzen. Für Füller ist klar: Die Grünen haben „in ihrem ersten zentralen Parteiprogramm den Terminus des einvernehmlichen Sex mit Kindern“ eingeführt.

    aus: Thorsten Denkler (Wie Päderasten Einfluss nehmen), Süddeutsche Zeitung 14.03.2015

    http://www.sueddeutsche.de/politik/ideologie-und-kindesmissbrauch-wie-paederasten-einfluss-nehmen-1.2393535

    Die Revolution missbraucht ihre Kinder: Sexuelle Gewalt in deutschen Protestbewegungen

    von: Christian Füller

    http://www.amazon.de/Revolution-missbraucht-ihre-Kinder-Protestbewegungen/dp/3446247262

  4. Stellina Odorosa Says:

    Was für ein ausgezeichneter Text gegen die Beschneidung an Mädchen oder Jungen unter 18, das beste, was ich in diesem Jahr, in welchem Deutschland die Legalisierung der FGM Typ Ia und IV droht, zum wichtigen Thema gelesen habe; Mina Ahadi:

    Schluss mit der Kinderbeschneidung – auch in islamisch geprägten Ländern

    http://exmuslime.com/schluss-mit-der-kinderbeschneidung/

    ___

    Ohne das Bekenntnis zur genitalen Intaktheit (und nicht genitale „Integrität“ oder dergleichen) unter 18, Mädchen wie Jungen, geht es nicht; womit wir beim Thema Genitale Selbstbestimmung sind, ein Begriff (Genital Autonomy), der im Kampf gegen FGM bzw. MGM alles andere als selbstverständlich ist.

    Verhandeln über Altersgrenzen. Es ist auffällig, dass sich in ganz Europa kein Protest erhebt, wenn jemand zur Jungenbeschneidung beispielsweise die (nach der Halacha inakzeptable, aber nach der Scharia problemlose) Altersgrenze zwölf Jahre nennt, wie sie vor 1 bis 2 Jahren für Schweden in Umlauf gebracht wurde.

    omskärelse på pojkar … pojken är så pass gammal att han kan samtycka till ingreppet

    http://www.mynewsdesk.com/se/svenska-laekaresaellskapet/pressreleases/slutreplik-paa-dn-debatt-argumenten-utgaar-fraan-vuxnas-raettigheter-914186

    Insbesondere auch der Personenkreis um die Bewegung bzw. Idee von der Genital Autonomy (GA) scheint Jugendliche bzw. sogar ältere Kinder in ihre Genitalbeschneidung einwilligen lassen zu wollen.

    Noch so erfolgreich gegen die (in der Tat überwindenswerte) Säuglingsbeschneidung anzukämpfen, um sich anschließend der Beschneidung der älteren Kinder und Jugendlichen nicht in den Weg zu stellen, kann uns ernsthaften Intaktivisten nicht reichen.

    Leider ist auch Paul Mason (Family & Children’s Lawyer, Former Commissioner for Children of Tasmania) ein derartiger prinzipiell beschneidungsfreundlicher Intaktivist.

    Schon vor sechs Jahren (2009) wollte der Australier allen Ernstes Kinder (!) grundsätzlich in ihr Verstümmeltwerden einwilligen lassen, die entsprechende Altersgrenze sei offensichtlich zeitnah politisch auszuhandeln.

    „My concern is … that firstly children are entitled to their own bodily integrity but most importantly children are entitled to have a say in matters that affect them. That decision should wait until the child is able to give informed consent whatever age that is.“

    (berichtet von Dina Rosendorff am 19.08.2009)

    http://www.abc.net.au/pm/content/2008/s2661013.htm

    „I say let the children decide for themselves – all in good time.“

    (veröffentlich in der Selbstdarstellung („About GA“) von Genital Autonomy (GA)

    http://www.genitalautonomy.org/about-ga/

    Antrag abgelehnt, für die FGM oder MGM an Menschen unter 18 Jahren gibt es keine „rechte Zeit“ (good time).

    Minderjährige werden überhaupt nicht genital verstümmelt, auch nicht auf deren Wunsch.

    http://www.genitalautonomy.org/about-ga/

    Norwegens berüchtigte „Oslo Declaration“ (2013 um Anne Lindboe) und Australiens Anti-Beschneidungs-Politik oder leider vielmehr Beschneidungspolitik

    In seiner Funktion als ein Vorsitzender (Chairperson) im Australasian Institute for Genital Auronomy (AIGA) lobte Paul Mason im Oktober 2013 den unakzeptabel beschneidungsfreundlichen und dabei wie zufällig völlig schariakompatiblen Ansatz der skandinavischen Kinderechtsbeauftragten (Nordic Children’s Ombudspersons) und fordert die australische Regierung auf, eben diese Haltung übernehmen:

    … In an unrelated move on Monday, a meeting of the Nordic and Baltic Ombudspersons for Children in Oslo from 6 countries resolved unanimously that boys should decide for themselves when old enough whether they want to be circumcised. …

    AIGA spokesperson Paul Mason … unnecessary circumcision should be deferred until the boy is old enough to understand and choose. This position should be adopted by Australia’s National Children’s Commissioner and ACCG [Australian Children’s Commissioners and Guardians]. AIGA urges them and the new Health Minister Peter Dutton …

    (aus der AIGA-Presseerklärung vom 06.10.2013)

    http://aiga.org.au/wp-content/uploads/2013/10/AIGA-Med-Rel-061013.pdf

    AIGA bekennt sich zur Helsinki-Deklaration (2012)

    We adopt the 2012 Helsinki Declaration of the Right to Genital Autonomy made 3 October 2012.

    http://www.aiga.org.au/objects-and-principles/

    Laut beschwor man in Helsinki das Recht auf Genitale Autonomie (the Right of Genital Autonomy), ohne dabei den absoluten Schutz von Minderjährigen – unter achtzehn Jahren! – zu fordern:

    THE 2012 HELSINKI DECLARATION OF THE RIGHT TO GENITAL AUTONOMY

    12th International Symposium on Law, Genital Autonomy & Children’s Rights Helsinki, Finland, 29 September to 3 October 2012

    … consistent with the Right of Genital Autonomy the only person who may consent …

    http://www.genitalautonomy.org/2012/10/09/helsinki-declaration-2012/

  5. Genital Autonomy Says:

    Genital Autonomy
    2015
    Myths and Multiple Standards

    The Frankfurt conference went very well despite a local train strike forcing last minute programme changes! For a summary of the conference see this press release from our partner organisation intaktiv. Thank you to all who made the event such a sucess, intaktiv, the speakers, the GA crew and the centre’s staff. Last but not least thank you Frankfurt.

    http://www.genitalautonomy.org/2015/05/11/myths-and-multiple-standards-2/

    genital autonomy … not below the age of 18

  6. Dzięcioł Zielony Says:

    Internationale Konferenz in Frankfurt
    GENITAL AUTONOMY 2015 MYTHS AND MULTIPLE STANDARDS

    Pressemitteilungen von Mitausrichter intaktiv gibt es diverse, man unterscheide

    vor der Konferenz

    Pressemitteilung zur internationalen “Genital Autonomy”-Konferenz in Frankfurt/Main

    Am 08. und 09. Mai trifft sich in Frankfurt am Main ein internationaler Kreis von Referent/innen und Teilnehmer/innen zur “Genital Autonomy”-Konferenz, um unter dem Titel “Myths and Multiple Standards – Mythen und unterschiedliche Maßstäbe” aktuelle Fragen zu Eingriffen an den Genitalien sowie der genitalen Unversehrtheit und Selbstbestimmung von Jungen, Mädchen und Intersexuellen zu diskutieren. Die Vorträge werden sich mit juristischen, ethischen, medizinischen, psychologischen, religiösen und sozialen Aspekten befassen. …

    https://intaktiv.de/wp-content/uploads/2015/04/PM-intaktiv_GA-Konferenz_19-04-2015.pdf

    http://intaktiv.de/pm-genital-autonomy/

    nach der Konferenz

    Pressemitteilung über “Genital Autonomy 2015″

    Zwei Tage lang, am 08. und 09. Mai, haben in Frankfurt am Main Fachleute, Betroffene und Aktive unterschiedlichen Geschlechts aus 11 Ländern während der erstmalig in Deutschland ausgerichteten “Genital Autonomy”-Konferenz engagiert verschiedene Aspekte von Eingriffen an den Genitalien sowie der genitalen Unversehrtheit und Selbstbestimmung von Jungen, Mädchen und Intersexuellen diskutiert und neue Netzwerke geknüpft.

    Referent/innen und Teilnehmer/innen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Finnland, der Türkei, USA, Kanada und dem Iran tauschten sich am 08. und 09. Mai im Haus der Jugend in Frankfurt am Main intensiv zum Thema “Genital Autonomy: Myths and Multiple Standards” aus. Dabei wurde das grundsätzliche Verständnis deutlich, dass Ethik universell ist und daher in Bezug auf das Recht auf genitale Selbstbestimmung nicht nach Alter, Geschlecht, Religion oder Kultur der betroffenen Person differenziert werden kann. …

    Unumstrittener Höhepunkt der Konferenz war jedoch der Vortrag von Mina Ahadi (Zentralrat der Ex-Muslime), die für ihr engagiertes Auftreten für die genitale Unversehrtheit von Mädchen und Jungen im muslimisch geprägten Kulturkreis und ihre mutige Arbeit im Allgemeinen mit stehenden Ovationen gefeiert wurde.

    https://intaktiv.de/wp-content/uploads/2015/05/PM-intaktiv_GA-Konferenz_10-05-2015.pdf

    http://intaktiv.de/pm-genital-autonomy-2015/

  7. Dzięcioł Zielony Says:

    Die bewundernswert engagierte Kinderbeschneidungsgegnerin, bedeutende Säkularistin und überzeugend argumentierende Menschenrechtsuniversalistin Mina Ahadi:

    „Als Ex-Muslimin und auch als langjährige Kritikerin von Islam und Islamismus, bin ich der Meinung, dass der Islam nicht zu Deutschland gehören sollte und meine auch, dass nicht nur der Islam, sondern alle Religionen nichts im staatlichen System und Unterricht zu suchen haben. Wir müssen versuchen, noch mehr Säkularismus, noch mehr Trennung zwischen Religion und Staat zu verwirklichen. …

    Mit dieser Politik hat die deutsche Regierung den Islamisten geholfen und einen großen Konflikt in die Gesellschaft gebracht. Schauen Sie, es gibt immer mehr „Kopftuch“ auf der Straße, mehr Einfluss von Islamisten auf Unterrichtsinhalte, mehr Einschüchterung von Schülern und Lehrerinnen durch Islamisten, und wer hier erst recht unter Druck gesetzt wird, das sind Frauen, Mädchen, moderne und säkulare Menschen aus den sog. islamischen Ländern. Frau Merkel & Co. haben uns verraten. Ein Verrat an Menschen, die hier leben wollen, und zwar orientiert an Menschenrechten und Frauenrechten. Es gibt diesbezüglich ein Problem, und die Islamisten versuchen, von diesem wunden Punkt zu profitieren und sich als Religionsgemeinschaft anerkennen zu lassen und an Einfluss zu gewinnen. Ein sehr wichtiger Punkt heutzutage ist auch, dass der Islam eben nicht nur eine Religion ist, sondern auch eine politische, aggressive und brutale Bewegung. Es gibt keine milde Brutalität oder milde Islamisten. Es gibt auch keinen besseren Islam. Alle diese islamischen Organisationen spielen ihr Spiel, und die deutsche Regierung blendet das Terror- und Barbarei-Potenzial aus und versucht zu verharmlosen, und das ist ein großes Problem für uns alle. …

    … wenn Tausende von Frauen, welche gegen die Zumutungen der islamischen Communities kämpfen, allein gelassen werden, wenn Moscheen und Islamisten immer noch mehr Macht gewinnen in der Mitte von Europa und wenn das auch noch als erfolgreiche Integration verkauft wird, wenn also statt Menschen der Islam integriert wird, was können die Frauen dann tun?

    Der Zentralrat der Ex-Muslime ist ein Versuch von unserer Seite, um dafür einzustehen, dass es im 21. Jahrhundert möglich sein sollte, seine Religion zu kritisieren und ungefährdet verlassen zu können, und niemand sollte deswegen unter Morddrohungen leben müssen. Im 21. Jahrhundert sollte es möglich sein, als individuelle Person in einer Zivilgesellschaft gesehen zu werden und nicht als Teil des Zwangskollektivs der Umma, oder als „4 Millionen Muslime“!

    Im 21. Jahrhundert sollten religiöse Organisationen, die Teil des weltweiten islamistischen Aufmarsches sind, unter Kontrolle gehalten werden und nicht als Vertreter von angeblichen Millionen von Menschen etabliert werden … Menschen, die mit diesen Islamisten rein gar nichts zu tun haben wollen, die in ihren Herkunftsländern Opfer dieser Islamisten waren.

    Es ist also Zeit für eine andere Politik, und zwar nicht mit Patrioten und Rassisten, sondern mit Humanisten und freiheitsliebenden Menschen, die Ausgrenzung und Hass verurteilen, die aber auch Frauenrechtsverletzung, Ehrenmord, Kopftuchzwang und Burka verurteilen, und welche für eine zivile Gesellschaft, für universelle Menschenrechte für alle sowie für eine klare Trennung von Religion und Staat eintreten.“

    aus: Mina Ahadi (Der Islam und Deutschland – eine Ex-Muslimin antwortet einem Leser), in: tagesspiegel 12.02.2015

    http://www.tagesspiegel.de/politik/zurueckgeschrieben-der-islam-und-deutschland-eine-ex-muslimin-antwortet-einem-leser/11364256.html


    Schon im September 2012 kämpfte Mina Ahadi gegen die Kinderbeschneidung:

    Köln am 21.09.2012, Menschenkette gegen Beschneidung:

    Für Kinderrechte – gegen Kinderbeschneidung!

    «Kinderrechtskampagne gegen Zwangsbeschneidung»

    unterstützt von:

    ICGI – International Coalition for Genital Integrity

    https://de-de.facebook.com/mina.ahadi.50/posts/4251606299831


    Zum 14.02.2014 lud Mina Ahadi nach Köln ein zum Diskussionsabend über die Kinderbeschneidung:

    Gegen Verstümmelung nicht einwilligungsfähiger und nicht urteilsfähiger Kinder unter achtzehn Jahren

    Die drei Referenten und ihre exzellenten Referate:

    Mina Ahadi
    Eltern gegen Kinderbeschneidung

    Gabi Schmidt
    Verfassungsbeschwerde gegen das Beschneidungsgesetz § 1631d BGB

    Edward von Roy
    Europa 25 Jahre nach dem First International Symposium on Circumcision. Genital Intactness statt Beschneidung auf Kinderwunsch

  8. Edward von Roy Says:

    Zum gestrigen The Atlantic, man beachte die Bildbeschreibung, es geht um den Maghreb, um Algerien:

    Circumcision is compulsory for Muslim boys under the Sharia law (Islamic Law).

    Die Beschneidung der Minderjährigen (unter 18) ist das Problem, auch islamisch. Dort ist Beschneidung für Jungen wie Mädchen Teil der himmelsgegebenen, ewigen und unteilbaren Normativität und Gesetzlichkeit (šarīʿa).

    Die jenseitszentriert auf Seelenrettung zielende und dazu irdisch Ungleichbehandlung (Diskriminierung) durchsetzende Scharia, auch Ungleichbehandlung von beschnitten und unbeschnitten, ist also auch in Bezug auf Chitan (FGM oder MGM) das Problem.

    Von den weltweit noch zu wenigen ersten mutigen Menschen abgesehen, wagen es zur Zeit die meisten nordamerikanischen oder europäischen Intaktivisten immer noch nicht, die Worte Religion, Islam oder Scharia kritisch anzusprechen.

    „Schariagesetz (Islamisches Gesetz)“ heißt es lediglich in der Bildbeschreibung:

    Surgeons circumcise a boy at Beni Messous Hospital in Algiers, Algeria. Circumcision is compulsory for Muslim boys under the Sharia law (Islamic Law).

    Bei der berüchtigten Zustimmung (consent) ist immer sofort klarzustellen: nicht unter achtzehn Jahren, was Andrew Sullivan gezielt unterlässt. Islamkritik ist ein Karrierekiller, der Pseudo-Kinderschützer und einstige Blogger von The Atlantic gibt den Forderungen der Religiösen denn auch grünes Licht:

    My position on this is based on a very simple principle that people’s bodies should not be permanently altered without their consent. But I would still include a religious exception to this law, that would protect the rights of Muslims and Jews to retain this barbaric act because they sincerely believe it is integral to their faith

    Sullivan schämt sich nicht, zu seiner Rechtfertigung der operationstechnisch irgendwie hygienischeren MGM der Marken Halacha und Scharia im selben Atemzug die afrikanische Busch-Initiation der Xhosa heranzuziehen. Nein, wenn es falsch ist, einem Jungen (unter 18 Jahren) mit der Vorhaut ihren 10.000 bis 20.000 Tastkörperchen bzw. Nervenendigungen der Typen Meissner, Ruffini, Merkel, Vater-Pacini Meissner zu amputieren, dann ist auch die technologisch fortschrittlichere, die medikalisierte OP-Technik ethisch falsch – und eigentlich gerade diese.

    Wie es leider zu erwarten war, erweckt der im letzten Zitat zu Wort kommende Brian D. Earp nicht den Eindruck, sich der weiblichen Sunnabeschneidung (Islamic FGM) auch nur der sogenannten milden Typen FGM Typ Ia (Amputation der Klitorisvorhaut) oder FGM Typ IV (ritual nick, pinprick) in den Weg zu stellen.

    Europa und insbesondere Deutschland droht 2015 die Legalisierung der mindestens für Schafiiten religiös verpflichtenden Mädchenbeschneidung, der sogenannten milden Sunna.

    Das ist zu verhindern.

    Quelle bei Chris Bodenner: How Similar Is FGM to Male Circumcision? Your Thoughts, The Atlantic am 13.05.2015

    http://www.theatlantic.com/health/archive/2015/05/male-circumcision-vs-female-circumcision/392732/

  9. Wütender Intaktivist Says:

    Zum Florida-Beschneidungsstreit um den vierjährigen Chase (born in 2010 and parents Heather Hironimus and Dennis Nebus) informiert Joseph4GI

    FLORIDA UPDATE: Court Battle Slated for Monday – Father Objects to British TV Coverage
    16.05.2015

    http://joseph4gi.blogspot.jp/2015/05/florida-update-court-battle-slated-for.html

    FLORIDA CIRCUMCISION SAGA: Mother Arrested, Child Nabbed
    14.05.2015

    http://joseph4gi.blogspot.jp/2015/05/florida-circumcision-saga-mother.html


    Der Blog Joseph4GI hat im Kampf gegen die Säuglingsbeschneidung gute Arbeit geleistet und bleibt lesenswert, ich kritisiere ihn heute dennoch.

    QUICK POST: „Just a Little Piece of Skin“
    09.08.2014

    It always pisses me off to hear people write off circumcision as „just a little snip“ and the foreskin as „just a little piece of skin.“

    Leider versäumt es Joseph4GI, an dieser Stelle, wie anatomisch und hier v. a. sensitivitätsbezogen geboten, die MGM mit der Klitorisamputation einer FGM Typ Ib zu vergleichen. „10000 bis 20000, Merkel, Vater-Pacini, Ruffini, Meissner“, das muss hier sofort kommen und auch das Braille-Gleichnis des hervorragenden Gary Harryman.

    The Angry Intactivist bringt, angemessenerweise, eine wichtige Fundsache zur khitan al-inath (sunat perempuan, Islamic FGM), doch die australische, neuseeländische und nördliche transatlantische Mehrheitsbevölkerung hält er leider für immun, die weibliche Sunnabeschneidung jemals zu legalisieren.

    Mit Ringel / Meyer jedoch und v. a. mit Tatjana Hörnle und dem letzten Juristentag steht Deutschland nun unmittelbar vor der Legalisierung der sogenannten milden Sunna und bis auf mutige Wenige wie Mina Ahadi muckt nahezu niemand auch nur auf.

    Auf ihrem Blog The small light of my life* verherrlichte jedenfalls verharmloste die malaysische Aan Andres (The small girl in a big city) aus Kuala Lumpur:

    „It happens so fast, with a bismillah and a snip,
    a little bit blood and that’s it, Zahra dah sunat!
    She didn’t cry even a drop, in fact giggling 2 lagi [lagi, again, wieder].
    I guess it wasn’t painful for her, alhamdulillah.“

    Come to think about it, you know what else pisses me off?

    When people say „Don’t you dare compare male and female circumcision. They’re not the same!“

    Ch‘ Yah! You’re right! They’re not.

    The Angry Intactivist weiß nicht oder verschweigt, dass in Malaysia und Südostasien, islamisch korrekt, unzählig viele kleine Mädchen Tag für Tag weiter beschnitten sprich genital verstümmelt werden und zwar ohne Protest der Mehrheit der Bewegung für Genital Autonomy (GA).

    http://joseph4gi.blogspot.de/2014/08/quick-post-just-little-piece-of-skin.html


    03.02.2014
    CIRCUMCISION: „Just a Little Piece of Skin?“

    If this „little bit of skin“ belonged to a baby girl, there would be outrage.

    It wouldn’t matter that the baby girl would be „too small to remember.“

    It wouldn’t matter that she was given proper pain management.

    It wouldn’t matter that it was done to fulfill a religious conviction.

    The words on people’s lips would be „genital mutilation,“ and rightly so.

    Let’s take a look at a picture of a baby girl’s severed clitoris.

    Aber nein, The Angry Intactivist, alle Deutschen wissen, dass der Juristentag (djt) 2014 der Bundesregierung die geschlechtsneutrale Neuformulierung des bzw. der relevanten Beschneidungsparagraphen empfohlen hat. Ein paar Worte an (lobenswertem) Widerstand seitens einiger Anti-FGM-Initiativen, sonst nur wenig und selbst dieses Wenige wird 2015, ausgerechnet durch Deutschlands und Europas treulose Intaktivisten, angestrengt und leider erfolgreich verschwiegen.

    The foreskin is a complex, double-layered fold of flesh, laden in thousands of nerves and blood vessels.

    Genau, tausende von Nerven, warum fällt das jetzt so schwer und fehlt hier die sensitiv korrekte Gleichung Penisvorhaut = Klitoris.

    The foreskin is normal, natural, healthy, functioning tissue, with which all boys are born; it is as intrinsic to male genitalia as labia are to female genitalia.

    Der Vergleich Penisvorhaut – weibliche Labien ist stimmig (Tanja Hindemith) und ihn hier zu bringen ist intaktivistisch zu begrüßen.

    the circumcision of a healthy, non-consenting individual

    STOP, nur das zu schreiben ist nicht akzeptabel, denn auch der 14- oder 17-jährige Jugendliche, Mädchen oder Junge, ist einer Zustimmung (informed consent) in die eigene Genitaloperation völlig altersentsprechend noch gar nicht fähig.

    Antrag auf pauschales consenting abgelehnt, denn ob Mädchen oder Junge, keine Beschneidung unter achtzehn.

    http://joseph4gi.blogspot.jp/2014/02/circumcision-just-little-piece-of-skin.html

  10. Genital Autonomy 2015 Myths and Multiple Standards Says:

    [ Einen Tag eher, am 7. Mai 2015 und zum dritten Jahrestag des sogenannten Kölner Urteils, ging man für das Menschenrecht intakte Genitalien in Köln auf die Straße: The World Wide Day of Genital Autonomy (WWDOGA) ]

    Mina Ahadi, die Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime, nahm in ihrer Rede Stellung zur Jungenbeschneidung in den sog. „Islamischen Ländern“, in denen neben der Mädchenbeschneidung über 90 Prozent der Jungenbeschneidungen weltweit durchgeführt werden. Die Verharmlosung dieser enormen Kinderrechtsverletzung ginge soweit, dass sogar Eltern, die aus Sorge um die Gesundheit der Kinder den Brauch kritisch zu hinterfragen begännen, die Beschneidung durch Ärzte als sinnvoll und gut empfohlen bekämen. Über das „Kölner Urteil“ wurde auch in den Islamischen Ländern viel berichtet. Gerade auch in Richtung dieser Länder sei es wichtig, dass die Menschen in den westlichen Ländern gegen diese Kinderrechtsverletzung auf die Straße gingen. Der Zentralrat der Ex-Muslime habe inzwischen mit Veranstaltungen zum Thema eine Anlaufstelle geschaffen, die vor allem auch betroffenen Männern die Möglichkeit eröffnet habe, das Tabu-behaftete Thema zur Sprache zu bringen. Dem Deutschen Bundestag warf sie vor, mit reaktionären Kräften zusammengearbeitet zu haben, um das Beschneidungsgesetz zu schaffen.

    aus: Eva Matthes (Die Forderung nach der Unteilbarkeit von Kinderrechten verbindet), bei: hpd – humanistischer pressedienst 18.05.2015

    http://hpd.de/artikel/11723


    The World Wide Day of Genital Autonomy (WWDOGA)

    https://www.facebook.com/WorldDayofGenitalAutonomy

  11. Genital Autonomy 2015 Myths and Multiple Standards Says:

    Einige Minderheiten im Islam rechtfertigen die Genitalbeschneidung unter Berufung auf einige wenige Hadithe. Hierbei handelt es sich allerdings oft um eine bestimmte Eingriffsform, die sogenannte „leichte Beschneidung“ (arabisch ‏الخفاض القليل‎). Bei dieser Beschneidungsart findet nur ein leichtes Entfernen des äußerlich sichtbaren Teils der Klitorisvorhaut statt. Wenige andere Gelehrte rechtfertigten als khifadh oder khafdh (arabisch ‏الخفاض‎) (DMG ḫifāḍ bzw. ḫafḍ) allerdings auch die Teilamputation der Klitoris oder sogar die Klitoridektomie.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Weibliche_Genitalverst%C3%BCmmelung#Vorkommen_im_Islam

  12. Carcinòl Says:

    Islam ist Beschneidung der Jungen und Mädchen. Islamic FGM
    ::

    Islam Question and Answer
    General Supervisor: Shaykh Muhammad Saalih al-Munajjid

    Fatwa 60314:
    Circumcision of girls and some doctors’ criticism thereof

    Question

    Nowadays we hear that many doctors denounce the circumcision of girls, and say that it harms them physically and psychologically, and that circumcision is an inherited custom that has no basis is Islam.

    Answer

    – Principles of Fiqh » Jurisprudence and Islamic Rulings » Acts of Worship » Purity » Natural character and instinct of the human creation.

    … Abu Dawood (5271) narrated from Umm ‘Atiyya al-Ansaariyya that a woman used to do circumcisions in Madeena and the Prophet (…) said to her: “Do not go to the extreme in cutting; that is better for the woman and more liked by the husband.” … But the scholars differed concerning the ruling, and there are three opinions:

    1 – That it is obligatory for both males and females. This is the view of the Shaafa’is and Hanbalis, and is the view favoured by al-Qaadi Abu Bakr ibn al-‘Arabi among the Maalikis (…).

    Al-Nawawi (…) said in al-Majmoo’ (1/367): Circumcision is obligatory for both men and women in our view. This is the view of many of the salaf, as was narrated by al-Khattaabi. Among those who regarded it as obligatory is Ahmad… it is the correct view that is well known and was stated by al-Shaafi’i (…), and the majority stated definitively that it is obligatory for both men and women. end quote.

    See Fath al-Baari, 10/340; Kishshaaf al-Qinaa’, 1/80

    2 – That circumcision is Sunna for both males and females. This is the view of the Hanafis and Maalikis, and was narrated in one report from Ahmad. Ibn ‘Aabideen al-Hanafi (…) said in his Haashiyah (6/751): In Kitaab al-Tahaarah of al-Siraaj al-Wahhaaj it says: Know that circumcision is Sunna in our view – i.e., according to the Hanafis – for men and for women. end quote.

    See: Mawaahib al-Jaleel, 3/259

    3 – That circumcision is obligatory for men and is good and mustahabb for women. This is the third view of Imam Ahmad, and it is the view of some Maalikis such as Sahnoon. This view was also favoured by al-Muwaffaq ibn Qudaama in al-Mughni.

    See: al-Tamheed, 21/60; al-Mughni, 1/63

    It says in Fataawa al-Lajnah al-Daa’imah (5/223):

    Circumcision is one of the Sunnahs of the fitra, and it is for both males and females, except that is it obligatory for males and Sunnah and good in the case of women. End quote

    Thus it is clear that the fuqaha’ of Islam are agreed that circumcision is prescribed for both males and females, and in fact the majority of them are of the view that it is obligatory for both. No one said that it is not prescribed or that it is makrooh or haraam. …

    Shaykh Jaad al-Haqq ‘Ali Jaad al-Haqq, the former Shaykh of al-Azhar, said:

    Hence the fuqaha’ of all madhhabs are agreed that circumcision for both men and woman is part of the fitra of Islam and one of the symbols of the faith, and it is something praiseworthy. … Then he said:

    From the above it is clear that the circumcision of girls – which is the topic under discussion here – is part of the fitra of Islam, and the way it is to be done is the method that the Messenger of Allaah (…) explained. It is not right to abandon his teachings for the view of anyone else, even if that is a doctor, because medicine is knowledge and knowledge is always developing and changing. End quote.

    In the fatwa of Shaykh ‘Atiyah Saqar – the former heard of the Fatwa Committee in al-Azhar – it says:

    The calls which urge the banning of female circumcision are call that go against Islam, because there is no clear text in the Qur’aan or Sunna and there is no opinion of the fuqaha’ that says that female circumcision is haraam. Female circumcision is either obligatory or recommended. …

    However, medical theories about disease and the way to treat it are not fixed, rather they change with time and with ongoing research. So it is not correct to rely on them when criticizing circumcision which the Wise and All-Knowing Lawgiver has decreed in His wisdom for mankind. Experience has taught us that the wisdom behind some rulings and Sunnahs may be hidden from us.

    http://islamqa.info/en/60314

    ::
    ::

    Islam Question and Answer
    General Supervisor: Shaykh Muhammad Saalih al-Munajjid

    Fatwa 45528
    Medical benefits of female circumcision

    Question

    Could you explain me what is the medical benefit of girl’s circumcision?

    Answer

    Islam may enjoin or forbid something and the people – or most of them – may not be able to see the wisdom behind this command or prohibition. In that case we are obliged to obey the command or heed the prohibition and to have certain faith that the laws of Allaah are all good, even if we cannot see the wisdom behind them.

    Circumcision is one of the Sunnas of the fitra … Circumcision is prescribed for both males and females. The correct view is that circumcision is obligatory for males and that it is one of the symbols of Islam, and that circumcision of women is mustahabb but not obligatory. …

    Female circumcision has not been prescribed for no reason, rather there is wisdom behind it and it brings many benefits.

    Mentioning some of these benefits, Dr. Haamid al-Ghawaabi says:

    The secretions of the labia minora accumulate in uncircumcised women and turn rancid, so they develop an unpleasant odour which may lead to infections of the vagina or urethra. I have seen many cases of sickness caused by the lack of circumcision.

    Circumcision reduces excessive sensitivity of the clitoris which may cause it to increase in size to 3 centimeters when aroused, which is very annoying to the husband, especially at the time of intercourse.

    Another benefit of circumcision is that it prevents stimulation of the clitoris which makes it grow large in such a manner that it causes pain.

    Circumcision prevents spasms of the clitoris which are a kind of inflammation.

    Circumcision reduces excessive sexual desire. …

    The female gynaecologist Sitt al-Banaat Khaalid says in an article entitled Khitaan al-Banaat Ru’yah Sihhiyyah (Female circumcision from a health point of view): …

    We all know the dimensions of Islam, and that everything in it must be good in all aspects, including health aspects. If the benefits are not apparent now, they will become known in the future, as has happened with regard to male circumcision – the world now knows its benefits and it has become widespread among all nations despite the opposition of some groups.

    Then she mentioned some of the health benefits of female circumcision and said:

    It takes away excessive libido from women

    It prevents unpleasant odours which result from foul secretions beneath the prepuce.

    It reduces the incidence of urinary tract infections

    It reduces the incidence of infections of the reproductive system.

    In the book on Traditions that affect the health of women and children, which was published by the World Health Organization in 1979 it says:

    With regard to the type of female circumcision which involves removal of the prepuce of the clitoris, which is similar to male circumcision, no harmful health effects have been noted.

    http://islamqa.info/en/45528

  13. Edward von Roy Says:

    1978 gründete sich in Rom die World Association for Sexual Health (WAS). WAS besteht bis heute, ihr Hauptziel sei „sexuelle Gesundheit“ (the WAS main goal is to promote sexual health for all through sexological science).

    https://en.wikipedia.org/wiki/World_Association_for_Sexual_Health

    Betrachten wir ihr Grundlagenpapier Erklärung der sexuellen Menschenrechte. Declaration of Sexual Rights. Alles Fred Karst oder was? Und bzw. oder soll so die neun Jahre alte islamische Ehefrau irgendwie genitalautonom gleich mit legalisiert werden?

    Erklärung der sexuellen Menschenrechte
    Declaration of Sexual Rights

    Verabschiedet von der Generalversammlung der World Association for Sexual Health (WAS) am 26. 08.1999 in Hongkong (Volksrepublik China) /
    Adopted by the General Assembly of the World Association for Sexual Health (WAS) August 26, 1999, in Hong Kong (People’s Republic of China)

    Übersetzung: Rolf Gindorf:

    „1. Das Recht auf sexuelle Freiheit.

    Sexuelle Freiheit als sexuelle Selbstbestimmung umfasst die Freiheit eines jeden Individuums, alle seine sexuellen Möglichkeiten zum Ausdruck zu bringen. Dies schließt jedoch zu jeder Zeit und in jedweden Lebenssituationen alle Formen sexuellen Zwangs, sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch aus.“

    Die Kinderfeinde von der Päderastenlobby (Kind ist Mensch unter 18 Jahren) definieren sich erklärlicherweise weder als ausbeuterisch noch als missbrauchend. Hier fehlt zu Genitalautonomie („sexuelle Selbstbestimmung“) das Bekenntnis: Einvernehmliche sexuelle Handlungen zwischen Kindern (unter 18) und Volljährigen gibt es nicht.

    Soll der Minderjährige (weiblich oder männlich) in sein rituelles genitales Verstümmeltwerden einwilligen dürfen? Ab 16, ab 14, ab 12 Jahren? Nein, wer 17 ist und jünger, kann die lebenslangen nachteiligen Folgen etwa einer schafiitischen Chitan (anglis. khitan, darunter auch sunat perempuan) oder Brit Mila auf Sexualität und Partnerschaft noch gar nicht abschätzen und einschätzen.

    „2. Das Recht auf sexuelle Autonomie, sexuelle Integrität und körperliche Unversehrtheit.

    Dieses Recht beinhaltet die Fähigkeit zu selbständigen Entscheidungen über das eigene Sexualleben im Rahmen der eigenen persönlichen und sozialen Ethik. Es umfasst auch das Recht auf Verfügung über und Lust am eigenen Körper, frei von jeder Art von Folter, <strongVerstümmelung [vgl. u. mutilation] und Gewalt.“

    Man war zu feige, die Überwindung der rituellen Beschneidungen (HGM d. i. FGM oder MGM) zu fordern – oder hat einfach nicht daran gedacht.

    1. The right to sexual freedom.

    Sexual freedom encompasses the possibility for individuals to express their full sexual potential. However, this excludes all forms of sexual coercion, exploitation, and abuse at any time and situations in life.

    2. The right to sexual autonomy, sexual integrity, and safety of the sexual body.

    This right involves the ability to make autonomous decisions about one’s sexual life within the context of one’s own personal and social ethics. It also encompasses control and enjoyment of our own bodies free from torture, mutilation [Verstümmelung, siehe oben], and violence of any sort.

    Da ist das Wort: mutilation, Verstümmelung. Scharia und Halacha verstümmeln nicht, sondern machen heil, sagen die lesekundigen Freunde der Wortwörtlichkeit unter den Religiösen. In schriftlosen Traditionen etwa diverser Ethnien Afrikas wird die Beschneidung der Mädchen oder Jungen vergleichbar als Einweihen, Reinigen, Heiratsfähigmachen u. dgl. gesehen, nicht als Zerstören.

    Wer da so alles mitwirkt:

    PRÄSIDIUM • GOVERNING BOARD:
    Prof. Dr. Ernest Borneman† • Rolf Gindorf (Ehrenpräsidenten • Honorary Presidents)
    Prof. (US) Dr. Jakob Pastötter (Präsident • President) • Prof. Dr. Karla Etschenberg (Vizepräsidentin • Vice President)
    Wolfgang Gindorf (Sekretär • Secretary)
    KURATORIUM • INTERNATIONAL ADVISORY BOARD:
    Prof. John De Cecco, PhD (San Francisco) • Prof. John Gagnon, PhD (New York) • Prof. William Granzig, PhD (Winter Park)
    Prof. Dr. Igor S. Kon (Moskau) † • Prof. Dalin Liu (Schanghai) • Prof. John Money, PhD (Baltimore) †
    Prof. Man Lun Ng, MD (Hongkong) • Prof. Martin S. Weinberg, PhD (Bloomington)
    INTERNATIONALE MITGLIEDSCHAFTEN • INTERNATIONAL AFFILIATIONS:
    European Federation of Sexology (EFS) • World Association for Sexual Health (WAS)
    DGSS-INSTITUT FÜR LEBENS- UND SEXUALBERATUNG • DGSS SEXUAL COUNSELING INSTITUTE:
    Leitung • Head: Rolf Gindorf (Düsseldorf)

    http://www.sexologie.org/sexualrechte.htm


    Was zu befürchten war! Die in Düsseldorf ansässige Deutsche Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Sexualforschung (DGSS, German Society for Social Scientific Sexuality Research) bagatellisiert, schlimmer, sie bewirbt die männliche Beschneidung d. i. männliche Genitalverstümmelung:

    „Was tun bei Vorhautverengung (Phimose)?

    Beim Geschlechtsverkehr und bei der Selbstbefriedigung muss die Vorhaut ganz über die Eichel am steifen Glied zurückgeschoben werden können (das passiert „automatisch“ beim Eindringen in Scheide oder After). Beim Onanieren müsste man das ohne Probleme hinkriegen – sonst eine Zeitlang üben!

    Leider kommt es aber relativ häufig vor, dass dies wegen einer angeborenen oder erworbenen Vorhaut-Verengung (Phimose) gar nicht, nur teilweise bzw. nicht ohne Schmerzen geht. Dann muss vom Facharzt (Urologen, Andrologen, Dermatologen oder Chirurg) eine Beschneidung (ganz oder nur teilweise, je nach konkreter Situation) durchgeführt werden – meist ambulant. Das sollte auch deswegen geschehen, weil eine Phimose die Entstehung eines Peniskarzinoms (Krebs) fördert.

    Also: zu einem Urologen, Andrologen, Hautarzt oder Chirurgen gehen und sich beraten lassen! Eine etwa nötige Beschneidung (Zirkumzision) wird mit Sicherheit überlebt (auch wenn es danach ca. 1 – 2 Wochen wehtut, etwa beim Wasserlassen, und man in derZeit auch nicht onanieren oder Geschlechtsverkehr haben sollte). Nach einer Eingewöhnungszeit macht der Sex danach wieder Spaß!

    Die Kosten übernimmt die Krankenkasse.

    Übrigens werden weltweit etwa 1 Milliarde Menschen gleich nach der Geburt aus religiös-hygienischen Gründen „automatisch“ beschnitten, z. B. alle Moslems, Juden und fast alle Nord-Amerikaner.“

    Kinderfeinde. Boykottieren.

    http://www.sexologie.org/dgssinst/i_fragen.htm#Phimose


    „Im Jahre 1971 wurde in Düsseldorf von Rolf Gindorf die Deutsche Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Sexualforschung (DGSS) gegründet, zunächst (bis 1982) als Gesellschaft zur Förderung Sozialwissenschaftlicher Sexualforschung (GFSS). Die DGSS ist somit die älteste nicht-medizinische sexualwissenschaftliche Fachgesellschaft im deutschsprachigen Raum.

    In der DGSS haben sich seit Beginn zahlreiche renommierte Wissenschaftler engagiert. An ihrer Spitze als Präsidenten bzw. Vorsitzende standen bisher

    Rolf Gindorf (1971-1979, dann -2004 Vize-, seither Ehrenpräsident),

    Helmut Kentler (1979-1982),

    Ernest Borneman † (1982-1986, seither Ehrenpräsident),

    Erwin J. Haeberle (1986-2002)

    Gunter Runkel (2002-2006) und

    Jakob Pastötter (seit 2006).“

    http://www.sexologie.org/dgss/d_dgss.htm

    Dacht ich`s mir doch. Pädophilenbewegung.

    „Vertreter einer Forderung nach Legalisierung oder Teillegalisierung berufen sich dabei unter anderem auf sexualwissenschaftliche Theorien, die vor allem in der 70er und 80er Jahren entwickelt wurden. Helmut Kentler und Ernest Bornemann vertraten die Meinung, pädosexuelle, physisch wie psychisch gewaltfreie Sexualhandlungen müssten nicht unbedingt negative Folgen für das Kind haben.[23][24][25] Solche würden nicht durch das zumeist als harmlos oder sogar lustvoll erlebte Geschehen selbst ausgelöst, sondern durch die nachträgliche Dramatisierung durch das soziale Umfeld.“

    https://de.wikipedia.org/wiki/P%C3%A4dophilenbewegung



    Sozialpädagogen, Jugendarbeiter und Eltern sollten auf taz im Ganzen lesen:

    DER VERSUCH
    VON NINA APIN UND ASTRID GEISLER

    Ulrich war 13 Jahre alt, abgehauen aus dem Kinderheim, Stricher am Bahnhof Zoo. Er hatte kein Zuhause, lesen und schreiben konnte er nicht. Aber sein „Vorteil war, dass er gut aussah und dass ihm Sex Spaß machte; so konnte er pädophil eingestellten Männern, die sich um ihn kümmerten, etwas zurückgeben.“

    Das schreibt der renommierte Sexualwissenschaftler Helmut Kentler über den Jungen, den er Ulrich nennt, in einem Bericht über ein pädagogisches Modellprojekt, das er 1969 in Westberlin ins Leben rief. Ulrich bekam auf Kentlers Betreiben hin ein neues Zuhause: bei einem vorbestraften Pädosexuellen, mit Genehmigung der von der SPD geführten Senatsverwaltung für Jugend.

    Drei vorbestrafte Hausmeister wurden auf diese Weise zu offiziellen Pflegevätern gemacht und für ihre Betreuung der Minderjährigen mit staatlichem Pflegegeld entlohnt. Kentler übernahm die Supervision und machte zweimal die Woche Hausbesuche.

    Man kann sich das, von heute aus betrachtet, kaum vorstellen: Sex zwischen Betreuern und ihren Schutzbefohlenen – gefördert von einer Behörde.

    Der Berliner Fall übertrifft, was die Recherchen über pädophile Verstrickungen von Grünen und FDP bisher ans Licht brachten. Die Verantwortlichen waren linke Sozialdemokraten und nicht etwa Mitglieder der Indianerkommune – diesem hippiehaften Nürnberger Wohnprojekt, das freien Sex von Kindern mit Erwachsenen forderte. Sie setzten eine Forderung der Pädophilenlobby in die Praxis um, die damals in linksliberalen Kreisen nicht unpopulär war: die Idee, nicht nur homosexuelle, sondern auch pädosexuelle Beziehungen zu legalisieren. […]

    Kentler machte seinen Pilotversuch in den achtziger Jahren mehrfach publik: in der linken Zeitschrift konkret, dann vor FDP-Bundestagsabgeordneten, 1988 in einem von der Jugendbehörde bei ihm in Auftrag gegebenen wissenschaftlichen Gutachten. Ein Jahr später brachte Rowohlt Kentlers pädophilenfreundliche Thesen unter dem Titel „Leihväter“ sogar als Buch heraus.

    In all diesen Publikationen beschreibt Kentler sein Projekt als Erfolgsgeschichte: „Sekundärschwachsinnige“ Analphabeten hätten sich durch die zärtliche Fürsorge der Pädosexuellen zu selbstständigen Persönlichkeiten entwickelt, die ein „ordentliches, unauffälliges Leben“ führten. Ja, nicht mal schwul seien sie geworden.

    Dass die pädophilen Betreuer mit ihren Zöglingen Sex haben wollten, gehörte für Kentler ausdrücklich zum Konzept. „Mir war klar, dass die drei Männer vor allem darum so viel für ,ihren‘ Jungen taten, weil sie mit ihm ein sexuelles Verhältnis hatten“, schrieb der Wissenschaftler in dem offiziellen Senatsgutachten. „Sie übten aber keinerlei Zwang auf die Jungen aus, und ich achtete bei meiner Supervision besonders darauf, dass sich die Jungen nicht unter Druck gesetzt fühlten.“

    Wo, fragt man sich, blieb der große Aufschrei?

    1988 – knapp zwanzig Jahre nach Beginn des Modellprojekts – erhielt Kentler von der Berliner FDP-Jugendsenatorin Cornelia Schmalz-Jacobsen den Auftrag, die Eignung Homosexueller als Pflegeeltern zu beurteilen. In seinem Gutachten, das der taz vorliegt, lieferte der Wissenschaftler unverlangt auch eine Empfehlung für Sex mit Schutzbefohlenen ab. […]

    Helmut Kentler, Jahrgang 1928, war keine gesellschaftliche Randfigur, im Gegenteil. Der homosexuelle Diplompsychologe, politisch im linken SPD-Lager zu Hause, zählte zu den Stars der Sexualwissenschaft, war als progressiver Erziehungswissenschaftler gefragt – und galt, anders als die ausgeflippten Typen aus der Indianerkommune, nicht als Spinner. Vielleicht verschaffte genau das die Akzeptanz für seine pädophilen Ideen auch unter Bildungsbürgern.

    Ein Charismatiker aus dem Reformlabor

    Seine Sexratgeber begeisterten schon früh auch Bürgerliche und Intellektuelle, die den Verklemmungen der Nachkriegszeit entfliehen wollten. Als Gastautor empfahl er 1969 den Lesern der Zeit, sich doch bei der Sexualerziehung daheim lockerer zu machen. Warum, fragte er, solle ein Kind „seinen Vater immer nur ohne Sexualität wie ein griechisches Standbild kennenlernen, beispielsweise erst dann, wenn seine morgendliche Erektion abgeklungen ist?“

    Zur Zeit des Modellversuchs arbeitete Kentler als Abteilungsleiter beim Pädagogischen Zentrum in Berlin, einem bundesweit beachteten Reformlabor. Ein Charismatiker, der beeindruckend reden konnte, und ein Kümmerer. Der Pädagoge nahm selbst gestrandete Jungs bei sich auf, drei von ihnen adoptierte er. Auch die evangelische Kirche schätzte ihn als progressiven Mitstreiter.

    Kentler lehrte am Studienzentrum für Evangelische Jugendarbeit im bayerischen Josefstal, arbeitete dort mit Behinderten und deren Familien, referierte an Evangelischen Akademien, stritt gemeinsam mit der „Ökumenischen Gemeinschaft Homosexuelle und Kirche“ für die Akzeptanz schwuler Pfarrer.

    Kentler war ein Pädagogik-Idol. […]

    http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=hi&dig=2013%2F09%2F14%2Fa0045


    Lesetipp:

    Die Revolution missbraucht ihre Kinder: Sexuelle Gewalt in deutschen Protestbewegungen

    VON CHRISTIAN FÜLLER

    .

    http://www.amazon.de/Revolution-missbraucht-ihre-Kinder-Protestbewegungen/dp/3446247262

  14. Cees van der Duin Says:

    Angelika Kallwass
    Angelika Bergmann-Kallwass
    .
    .

    [ Weltweiter „Tag der Genitalen Selbstbestimmung“ ]

    […] Kundgebung in Köln am Samstag, den 07.05.2016
    Beginn: 10:00 Uhr, Landgericht, Luxemburger Str. 101
    Zentrale Kundgebung: 11:30 Uhr, Wallrafplatz am WDR-Funkhaus

    Die Forderungen zum Worldwide Day of Genital Autonomy sind:

    Schutz aller Kinder weltweit vor jeglicher Verletzung ihrer körperlichen und sexuellen Integrität! [das steht da wirklich so: Integrität – und eben nicht Intaktheit. Das ist das Problem mit der Bewegung für genital autonomy und eben nicht genital intactness. Allerlei nun könnte in so ein Wünschen oder Wollen („Integrität“) integriert sein, etwa auch die FGM oder MGM auf Kinderwunsch. Man sagt nichts gegen die islamische Beschneidungspflicht – mindestens schafiitisch auch der Mädchen! -, man verzichtet auf die kinderrechtlich (und gesundheitlich und pädagogisch) allein akzeptable Forderung: Keine Beschneidung an Menschen unter achtzehn Jahren.]

    […] in Köln und Düsseldorf wird Angelika Kallwass moderieren […]

    Auch in den USA sind anlässlich des vierten Worldwide Day of Genital Autonomy verschiedene Aktionen geplant. Am Union Square in New York findet eine Demonstration statt und in Cathedral City in Kalifornien werden am 7. bzw. 8. Mai die Filme „Whose Body, Whose Rights?“ (Lawrence B. Dillon & Tim Hammond), „Intersexion“ (Grant Lahood, John Keir & Mani Bruce Mitchell), „Cut: Slicing through the Myths of Circumcision“ (Eliyahu Ungar-Sargon) und „Fire Eyes“ von Soraya Mire gezeigt.

    (intaktiv)

    http://intaktiv.de/wwdoga-4/

    ::
    ::

    7. Mai: Worldwide Day of Genital Autonomy

    […] Die Veranstaltung beginnt um 10 Uhr vor dem Kölner Landgericht, um 11.30 Uhr findet eine Kundgebung auf dem Wallraffplatz statt. Als RednerInnen werden neben VertreterInnen von Organisationen und Verbänden u.a. die Psychotherapeutin und TV-Moderatorin Angelika Bergmann-Kallwass und der Filmemacher Ari Libsker (Israel) erwartet.

    Begleitend zum Weltweiten Tag der Genitalen Selbstbestimmung präsentieren MOGiS e.V. – Eine Stimme für Betroffene und pro familia NRW eine Reihe von Filmabenden mit Podiumdiskussion in Anwesenheit der FilmerInnen sowie Medizinern in München – Kulturzentrum Giesinger Bahnhof (5.5.), Düsseldorf – Bambi Filmstudio (6.5.), Köln – Filmforum im Museum Ludwig (7.5.) und Berlin – Moviemento (8.5.)
    Auf dem Programm stehen : „Circumcision“ (Dokumentation von Ari Libsker, Israel 2004, 21 Min), „Hibos Lied – Weibliche Genitalverstümmelung und die Macht der Tradition“ (von Renate Bernhard und Sigrid Dethlof, Deutschland 2007, 55 Min.), „Hermes und Aphrodite“ (Zeichentrickkurzfilm von Gregor Zootsky, Deutschland 2013, 10 Min.)

    (hpd, 27.04.2016)

    http://hpd.de/artikel/7-mai-worldwide-day-of-genital-autonomy-13031

    ::
    ::

    […]

    • Schutz aller Kinder weltweit vor jeglicher Verletzung ihrer körperlichen und sexuellen Integrität!

    […]

    Auf der Kundgebung am 7. Mai ab 11:30 Uhr auf dem Walraffplatz in Köln werden nach jetzigem Stand folgende RednerInnen erwartet:

    Dr. Christoph Kupferschmid – Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ)
    Angelika Bergmann-Kallwass, Psychotherapeutin und TV-Moderatorin
    Shemuel Garber – intaktiv e.V. – Eine Stimme für genitale Selbstbestimmung
    Renate Bernhard – pro familia NRW
    Ari Libsker – Journalist und Filmemacher (Israel)
    Simon Zobel – Biologe
    Önder Özgeday – Facharbeitskreis Beschneidungsbetroffener im MOGiS e.V.
    Ali Utlu – Facharbeitskreis Beschneidungsbetroffener im MOGiS e.V.
    Viola Schäfer- intaktiv e.V. – Eine Stimme für genitale Selbstbestimmung
    Felix Bölter – Partei der Humanisten
    Christian Bahls – MOGiS e.V. – Eine Stimme für Betroffene
    Ulla Barreto – TABU e.V.

    http://saekulare-gruene.de/7-mai-worldwide-day-of-genital-autonomy/

    ::
    ::

    Angelika Kallwass

    Angelika Bergmann-Kallwass (* 31. Oktober 1948 in Köln) ist eine deutsche Fernsehmoderatorin und Psychotherapeutin.

    Der Großvater von Angelika Kallwass, der selbst polnischer Abstammung ist, war jüdischer Abstammung und wurde im Holocaust von den Nationalsozialisten ermordet. In der Sendung Anne Will sprach sie sich gegen rituelle Beschneidungen aus, die sie als traumatisierende Körperverletzung bezeichnet.

    2013 moderierte sie den 2. Deutschen Humanistentag in den Fliegenden Bauten Hamburg.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Angelika_Kallwass

  15. Edward von Roy Says:

    [Professor Maximilian Stehr ist Vorsitzender der AG Kinderurologie der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH) und müsste jetzt eigentlich auch jugendliche Mädchen auf ihren Wunsch hin beschneiden sprich genital verstümmeln lassen.]

    „Wenn Eltern mit ihren 14 oder 16-jährigen Söhnen zu mir kommen und auch der Jugendliche die Zirkumzision will, dann habe ich überhaupt nichts dagegen“ […]

    Er betont, dass es dabei nicht um die „Diskriminierung von Religionsgemeinschaften, Bräuchen oder Ritualen“ gehe. „Es geht nur darum, wie man den Wert der Unversehrtheit und des Selbstbestimmungsrecht von Kindern einordnet. Und das ordnen wir heute möglicherweise anders ein als noch vor hundert oder gar tausend Jahren“, so Stehr.

    In persönlichen Gesprächen mit muslimischen und jüdischen Mitbürgern habe er erfahren, dass dem Kind durch einen Aufschub der Beschneidung auch „keine sozialen Nachteile wie ein Religionsausschluss“ entstünden. […]

    [Maximilian Stehr redet laut von genitaler Autonomie, aber will dem islamischen Gesetz, den Schariavorgaben, letztlich entsprechen. Der Professor ist bereit, einen Jugendlichen („14 oder 16-Jährigen“) auf dessen Wunsch hin per Operation lebenslang am Genital zu beschädigen.]

    Vorteile einer Beschneidung sieht er in Ländern mit hohen Hygienestandards nicht. „Demgegenüber stehen einige Nachteile: Das direkt operative Risiko, es kann zu Nachblutungen – wie in dem Fall, auf dem das Urteil basiert – kommen, Langzeitfolgen wie eine Verengung der Harnröhrenöffnung, Oberflächenveränderung der Eichel und ähnliches können entstehen“, so Stehr. […]

    [Dass die sensitive Bedeutung der Penisvorhaut derjenigen der Klitoris gleichkommt, interessiert Maximilian Stehr nicht, jedenfalls verschweigt er es.]

    Auch er hat Eltern kennengelernt, die auf eine Ablehnung der Beschneidung durch den Arzt mit Unverständnis reagiert haben. Doch meistens sei das anders: „Viele können das allerdings nachvollziehen und sagen: ‚Wir können noch warten‘.“

    [Geduld, Geduld … irgendwann muss das Geschlechtsteil laut Scharia verstümmelt werden, bis dahin warten alle … und die wartenden Eltern und der wartende Herr Stehr freuen sich.]

    (Deutsch Türkische Nachrichten, 28.06.2012.)

    http://www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de/2012/06/455911/%E2%80%9Ewir-wollen-keine-religionsgemeinschaften-diskriminieren%E2%80%9C/

    ::

    Maximilian Stehr:

    Ich war schon immer der Auffassung, dass dieser Eingriff nicht mit geltendem Recht und auch nicht mit geltender medizinethischer Überlegung in Einklang zu bringen ist. Und so empfehle ich weiterhin, diesen Eingriff nicht durchzuführen, sondern die religiös motivierte Beschneidung, wenn sie denn durchgeführt werden soll, in einem Alter durchzuführen, in dem das Kind oder der Jugendliche einwilligungs- oder zumindest konsensfähig ist. […]

    Wenn solche medizinisch nicht indizierten Eingriffe durchgeführt werden sollen, bedürfen sie zwingend der Zustimmungsfähigkeit seitens des Patienten. […]

    [Und die Mädchen hat der Mediziner nicht ungleich zu behandeln.]

    Man kann es nur so regeln, dass die Religionsgemeinschaften sich darauf verständigen können, dass man diesen Akt tatsächlich verschiebt in eine Zeit, wenn das Kind einwilligungs- oder konsensfähig ist. Es muss ein Kompromiss sein […]

    [Wenn ein schafiitischer Ulama die im Hinblick auf die Schädigung mit der MGM vergleichbare Klitoris(teil)amputation für wadschib hält (beschnitten werden muss in dieser Madhhab auch das Mädchen in jedem Fall), dann müsste Stehr, nähme er sich und das grundgesetzliche Gebot nach Gleichbehandlung der Geschlechter ernst, begeistert wiederholen: „dass man diesen Akt tatsächlich verschiebt in eine Zeit, wenn das Kind einwilligungs- oder konsensfähig ist.“]

    (Stehr: „Niemals Schaden zufügen“. DW, 25.07.2012.)

    http://www.dw.com/de/stehr-niemals-schaden-zuf%C3%BCgen/a-16104062

  16. Edward von Roy Says:

    [ Stichworte
    Tuğsal Moğul
    Der goldene Schnitt
    Begleitmaterial für Pädagogen

    Tuğsal Moğul (Der goldene Schnitt) weicht dem Thema lebenslange Schädigung durch jede Zirkumzision aus oder ist nicht informiert. ]

    Pädagogisches Begleitmaterial zu
    DER GOLDENE SCHNITT
    von Tuğsal Moğul

    [ Die Schariapflicht zur Beschneidung aller Jungen – und schafiitisch aller Mädchen – wird in diesem Freibrief auf selektiv erlaubtes Denken der deutschen Schüler zum Thema Jungenbeschneidung („Begleitmaterial für Pädagogen“, „Pädagogisches Begleitmaterial zu DER GOLDENE SCHNITT von Tuğsal Moğul“) nicht kritisiert.

    Eher schon wird implizit nahegelegt, dass der religiöse Muslim das Kind zu beschneiden hat oder jedenfalls beschneiden kann:

    „Ich bin nicht religiös und empfinde religiöse Traditionen nicht als bindend. Entsprechend kann ich sie auch infrage stellen“ (Sevgi Demirkaya, Grafikerin aus Köln)

    – denn was bedeutet das im Umkehrschluss?

    Etwa dass, wer eben doch an die Pflicht zur Einhaltung von Allahs Gesetz (Scharia) glaubt, sein Kind beschneiden lassen muss oder soll oder jedenfalls straffrei können muss? ]

    https://www.theaterdo.de/uploads/events/downloads/Begleitmaterial_Der_goldene_Schnitt.pdf

    19.04.2016
    Deutschlandfunk
    Das Universum und ein Stückchen Haut
    Von Dorothea Marcus

    [ Der mit der Klitoris (und nicht der Klitorisvorhaut) vergleichbare sensibelste Teil des Penis ist kein „Stückchen Haut“. ]

    […] Einen Abend später ist in Dortmund das Universum auf einmal auf ein Stückchen Haut zusammengeschrumpft. Doch auch daran können sich große Konflikte entzünden. Zunächst sind die Zuschauer in „Der goldene Schnitt“ des türkischen Autors Tuğsal Moğul selber illustre Gäste einer schicken Feier: die Live-Beschneidung des Zehnjährigen, größte Hoffnung des hocherfolgreichen Ärzte-Ehepaars mit jüdisch-muslimischen Wurzeln. Ein Mini-Eingriff natürlich nur, aber notwendiger Bestandteil der Kindes-Optimierung. […]

    [ Dorothea Marcus betreibt die Abwertung des maskulinen Lustorgans Nummer Eins auf ein bedeutungsloses Anhängsel „Stückchen Haut“ und bagatellisiert die einer FGM Typ Ib oder II vergleichbare Genitalverstümmelung zum „Mini-Eingriff“. ]

    http://www.deutschlandfunk.de/theater-dortmund-das-universum-und-ein-stueckchen-haut.691.de.html?dram:article_id=351880

  17. Cees van der Duin Says:

    Giovanni Benedetto SINIBALDI (1594 – 1658)
    Ioannes Benedictus SINIBALDUS
    Joannes Benedictus SINIBALDUS
    Johannes Benedictus SINIBALDUS
    .
    .

    15th century
    Jacopo Berengario da Carpi (1460-1530), Italian anatomist, identifies the most sensitive part of the penis as the foreskin.

    16th century
    Gabriele Falloppio (1523-62) describes function of the foreskin to provide lubrication and increase pleasure during sex.

    17th century
    William Harvey (1578-1657), the discoverer of the circulation of the blood, states that circumcised men have less pleasure in sex. Giovanni Sinibaldi identifies the clitoris as the functional equivalent of the foreskin and as each the main source of sexual pleasure for women and men respectively.

    http://www.historyofcircumcision.net/index.php?option=content&task=view&id=31

    ::

    A 17th Century sex manual

    Giovanni Sinibaldi (or Johannes Sinibaldus) compiled an eccentric collection of folklore and observations on sexual matters, called Geneanthropeiae, published in Rome in 1642. Despite its many absurdities (some of which were jokes), he had a more accurate knowledge of human sexual anatomy and physiology than many doctors over the next 300 years. He understood that the main source of sexual pleasure in women was the clitoris and that its functional equivalent in men was not the glans of the penis, but the foreskin, which he held to be the seat of male sexual pleasure. He also considered that the foreskin contributed to women’s pleasure during sexual intercourse, claiming that „the Jewish women, Turkesses and Mauritaniae, their husbands being shorn, make much of it, and most gladly accept the embraces of Christians“.

    Quoted in Alex Comfort, The anxiety makers, p. 26

    http://www.circumstitions.com/Pleasure.html

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s