416. Die im Kern unfriedliche Religion. Über den im ursprünglichen Islam angelegten Faschismus

„Das hat nichts mit dem Islam zu tun!“

Der Totalitarismus auch der heutigen, in ihren besonders fundamentalistischen oder gewalttätigen Ausformungen durch unsere Politiker und Journalisten hastig „Islamismus“ genannten Religion von Koran und Sunna reicht sehr weit zurück, sie: „ist bereits im Ur-Islam angelegt. Die Grundzüge des Faschismus scheinen überall durch; in der Organisationsstruktur ebenso wie in der Religion, die stets über dem Menschen steht“ (Verlag Droemer Knaur zum Der islamische Faschismus des deutsch-ägyptischen Soziologen und Autoren Hamed Abdel-Samad (2014)). Rede der Vorsitzenden des Zentralrats der Ex-Muslime (ZdE) Mina Ahadi am 20.02.2015 in Frankfurt.

Am 27. Oktober 2012 war ich drei Tage lang in Den Haag. Dort in den Niederlanden fand ein Tribunal gegen die Brutalität der islamischen Regierung des Iran statt.

Das Iran Tribunal war eine internationale symbolische Gerichtsverhandlung, die von einigen Überlebenden der iranischen Gefängnisse und auch von Angehörigen der Hingerichteten aufgestellt wurde. Im Den Haager Friedenspalast (dem Gebäude des Internationalen Gerichtshofs und der Haager Akademie für Völkerrecht) arbeiteten wir für drei Tage als richtiges Gericht mit namhaften Richtern und Anwälten und haben dort gegen das Islamische Regime Anklage erhoben.

Insbesondere ging es um die Massenhinrichtungen in den Achtziger Jahren, bei denen viele Tausend Menschen umgebracht wurden. Ich war dort gemeinsam mit Frau Maleke Mostafa Soltani, deren Bruder 1979 in meiner Wohnung mit meinem Mann und noch fünf weiteren Personen festgenommen worden war. Alle fünf wurden Anfang 1980 hingerichtet. Maleke hat in Den Haag nicht nur über einen Bruder, sondern über sechs Brüder gesprochen, die das Islamische Regime ebenfalls alle hingerichtet hat. Sie war eine der Anklägerinnen und hat auch über meinen Mann gesprochen.

https://www.youtube.com/watch?v=fQUDDbWnlnE

http://www.irantribunal.com/index.php

http://en.wikipedia.org/wiki/Iran_Tribunal

Seit 36 Jahren kritisiere ich das islamische Regime und kämpfe gegen Steinigungen und sonstige Hinrichtungen. Sie ahnen sicherlich, dass ich mich Tag für Tag mit diesen Tragödien beschäftige, aber was ich dort an diesen drei Tagen gehört habe, war auch für mich zu viel.

Ich habe dort noch mehr über die islamische Diktatur gelernt. Wir alle im Gebäude, mehr als 150 Personen, haben geweint und mussten gelegentlich aus dem Saal laufen, um irgendwo in einem Winkel laut herauszuschreien, was im Iran mit den Gefangenen geschehen war. Die dargestellten Tatsachen waren pure Brutalität.

Dr. Shokoufeh Sakhi, die acht Jahre Gefängnis überlebte, davon achteinhalb Monate in Einzelhaft, berichtete über den dreimonatigen Aufenthalt in Einzelzellen, die wie Särge waren, so eng und so dunkel. Damit sollte erreicht werden, dass die inhaftierten Frauen und Mädchen sich besinnen und nicht länger ungläubig sind, sondern den Islam annehmen. Sie hat von Frauen gesprochen, die mental zerbrochen sind und jetzt in der Psychiatrie leben müssen.

http://www.gresham.ac.uk/professors-and-speakers/shokoufeh-sakhi

Den Faschismus können wir als antidemokratische, menschenrechtswidrige und patriarchalische Bewegung verstehen, die, sofern nicht abgestoppt, einen totalitären Staat errichtet, der auf dem Führerprinzip basiert. Die Phase der Eroberung der Macht ist dabei ein Prozess der Vereinheitlichung des gesamten gesellschaftlichen und politischen Lebens: jeder Pluralismus in Verwaltung und Gesellschaft und jeder Individualismus wird ausgelöscht, er wird „gleichgeschaltet“, so nannten es die Nazis. Alle Lebensbereiche werden zentral kontrolliert, es gibt kein Privatleben und auch keine Meinungs- und Informationsfreiheit, denn die Presse wird zensiert. Es gibt erlaubte und verbotene Kunst, Bücherverbrennungen, Arbeitsverbote für dissidente Schriftsteller. Die Untertanen müssen sich einordnen und gehorchen, wer sich beispielsweise Anordnungen widersetzt oder gar die Führung kritisiert, wird terrorisiert, verhaftet und verhört, eingesperrt oder gleich umgebracht. Manche werden gefoltert, denn der Staat will weitere politische Gegner und deren Pläne in Erfahrung bringen. Oft sind die durch die Aussage des Folteropfers Belasteten unschuldig.

Auch Hitlers Nationalsozialismus mit seiner hierarchischen Machtstruktur, seiner offen rechtsextremistischen, rassistischen, speziell antisemitischen Ideologie war ein Teil der damals in mehreren Staaten Europas herrschenden faschistischen Weltanschauung.

Im deutschen Faschismus prägte einerseits die Begeisterung der Masse für den Führer und seine Ideologie den Alltag, andererseits musste jeder Systemgegner oder auch nur Nonkonformist in permanenter Unsicherheit leben und Bespitzelung, Verrat und Verhaftung fürchten.

Wenn Sie mich als Frau aus einem sogenanten islamischen Land fragen, ob Islam und Faschismus Ähnlichkeit haben? Ich sage: der Islamismus des 20. und 21. Jahrhunderts ist eine de facto faschistische Bewegung, die mit Brutalität und Hass gegen Menschen versucht, sich durchzusetzen. Ich kann hundert Beispiele nennen, die ich selbst erlebt oder mitbekommen habe, auch meine Erlebnisse in Den Haag sind dafür ein Beweis.

Wir reden beim Islam über eine politisch-religiöse Bewegung, die ein sehr ähnliches Ziel hat wie der Faschismus, die sich derselben brutalen Mittel bedient und deren Machtanspruch und Unterdrückungsinstrumente sich in vielen Staaten der Erde zeigen: im Iran und in Afghanistan, im Sudan und in Nigeria, neuerdings im Irak und in Syrien sowie an vielen anderen Orten auf der Welt. Selbst Nordamerika und Europa sind nicht verschont worden, die blutige Spur der letzten 14 Jahre reicht von Nine Eleven bis Charlie Hebdo und ganz aktuell Kopenhagen.

Wir reden über den auf der Scharia basierenden radikalen Islam und wir alle haben die dunkle Seite, die mörderische Seite dieser Bewegung gesehen, die faschistische Seite: Geschlechterapartheid, Mord, Terror, Hinrichtung, Erniedrigung und so weiter. Ebenso wie der Faschismus ist nach seiner Machtergreifung auch der Islam totalitär.

Eine Trennung von Staat und Weltanschauung bzw. Staat und Recht gibt es weder im Faschismus noch im Islam.

Kommen wir zu Hamed Abdel-Samads Buch und seinen Thesen. Meine Auffassung ist diese:

Der Islam als eine Religion ist, nicht anders als andere Staat und Gesellschaft beherrschende Religionen, reaktionär sowie frauen- und menschenfeindlich und tatsächlich faschistisch.

Das Christentum hat im Mittelalter und in der frühen Neuzeit, genau wie es die Islamradikalen heute tun, sehr viel Elend und Brutalität verbreitet. Zur Inquisition, zur Christianisierung der Ureinwohner Südamerikas und zu Westeuropas Hexenverfolgung lassen sich Entsprechungen sowohl im Faschismus als auch im Islam finden.

Wie wir einerseits am heutigen iranischen Regime, einer theokratischen Diktatur, und andererseits an den afghanischen Taliban, der somalischen al-Shabaab und Nigerias Boko Haram sehen können sowie an der islamischen Diktatur von Saudi-Arabien und der Terrormiliz Islamischer Staat, sind der schiitische und der sunnitische Islam letztlich gleich brutal.

Mit viel Mühe ist es den Denkern der Aufklärung und ihren Anhängern gelungen, die einem Raubtier gleichende Kirchenherrschaft zu bändigen und das Christentum sozusagen in einen Käfig zu sperren, doch mit dem Islam hat die Menschheit das noch nicht geschafft. Die islamische Religion und politische Bewegung vergießt Blut, quält die Menschen und verletzt die allgemeinen Menschenrechte.

Ich denke, dass es als politisches Statement nur konsequent ist, den Islam mit dem Faschmus zu vergleichen. Das kann dazu beitragen, dass die Menschen die inhumane Seite von Religionen und eben auch vom Islam nicht länger ausblenden. Ich muss betonen: Heutzutage wird Faschismus richtigerweise von Milionen von Menschen als sehr negativ bewertet, aber in Bezug auf die Religion ist das noch nicht so. Allzu bereitwillig rollt man den Vertretern des Islam den roten Teppich aus.

Es gibt die Deutsche Islamkonferenz, islamischen Religionsunterricht, Staatsverträge sogar mit den Vertretern des iranischen Mullahsystems, zu jeder erdenklichen politischen Frage reicht man Herrn Mazyek oder Herrn Kızılkaya das Mikrophon. Überall haben die Vertreter der Religionsgemeinschaften Mitspracherecht: im Deutschen Ethikrat, in den Rundfunkräten, in manchen Ausschüssen der Parlamente und im Schulwesen.

Die Diktatur des islamischen Wohlverhaltens ist in unsere Städte eingesickert. Inzwischen gibt es in Europa offizielle und inoffizielle Schariagerichte, immer mehr Mädchen und Frauen tragen den Hidschab. In den muslimisch dominierten Schulklassen ist unter den Schülerinnen nicht das Problem, ob man sich verschleiert, sondern wie tief man sich verschleiert. Die Erlaubnis zur Jungenbeschneidung wurde 2012 durch das Parlament gepeitscht und inzwischen gibt es mit Tatjana Hörnle und Karl-Peter Ringel sogar eine Bewegung zur deutschen Legalisierung der Mädchenbeschneidung. Imame, Religionslehrer und große Brüder sorgen dafür, dass sich die Mädchen von den Ungläubigen und ihren Verhaltensweisen fernhalten. Auch der islamische Antisemitismus ist uns in den Attentaten von Paris und Kopenhagen vorgeführt worden.

Deutsche Islamfunktionäre versuchen, uns Islamkritiker mit dem § 166 des Strafgesetzbuches zum Schweigen zu bringen, dieser sogenannte Gotteslästerungsparagraph muss endlich weg!

Wenn das Parlament 2012 auf Druck religiöser Verbände ein Gesetz schafft, das ein blutiges Ritual erlaubt, das gegen das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit eines Kindes verstößt, dann ist das grundrechtswidrig.

Claudia Roth schüttelt im Iran die Hände der Vertreter des Islamischen Regimes, auch wenn sie genau weiß, dass Mullahs, Muslimbrüder und IS viel Gewalt verursacht haben – das ist für sie offensichtlich alles nicht so schlimm, denn der Iran ist für sie ein islamisches Land und Brutalität ist für sie wohl auch ein Stück Kultur! Frau Roth ist ehrenamtliches Mitglied des Verwaltungsrates der Europäischen Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sowie Schirmherrin des Behandlungszentrums für Folteropfer.

Andererseits hinkt der Vergleich von Islam und Faschismus insofern, als dass die Religion auch dazu dient, den Menschen nach dem Tod vor dem ewigen Höllenfeuer zu retten, während der Faschismus Macht und Diktatur nur im Diesseits will und dem glühenden Faschisten gesellschaftliche Vorteile bietet. Der Islam verspricht Lohn und Strafe im Diesseits und im Jenseits, an dieser Stelle unterscheidet er sich vom Faschismus, der Auferstehung und Himmelreich einfach nicht im Programm hat.

Während der Faschismus seine Ziele und Methoden offen und unmissverständlich bekanntgibt, kommt der Islam, jedenfalls überall, wo er die Regierungspolitik noch nicht alleine bestimmen kann, zuerst harmlos seelsorgerlich daher. Aus taktischen Gründen gibt er sein totalitäres Lebenskonzept und Gesellschaftsmodell den Ungläubigen nicht bekannt.

Religionen erklären ihre gehorsamen Glaubensanhänger als gut und alle Andersdenkenden oder Andersgläubigen sind schlecht und dürfen als Kafir, das heißt als Ungläubiger, einfach getötet werden. Dafür erhält man mit dem Platz im Paradies seine Belohnung – was für eine gegenaufklärerische Weltanschauung.

Religion ist also etwas anderes als Faschismus. Angeblich sei die Religion nur eine organisierte Spiritualität oder eine Sache zwischen dem einzelnen Menschen und dem vermeintlichen Schöpfer. In Wirklichkeit aber will der vom Himmel redende Klerus die ausgesprochen weltliche Machtergreifung. Der Kampf gegen die Religion ist daher komplizierter und schwerer zu führen als der Kampf gegen den Faschismus. Wie alle streng religiösen Menschen haben viele Muslime Angst vor der Höllenstrafe, was ein wissenschaftlich denkender, aufgeklärter Mensch vielleicht nur schwer nachvollziehen kann. Weder materieller Wohlstand oder gesellschaftlicher Status noch die allgemeinen Menschenrechte können einem wirklich streng Religiösen das Paradies ersetzen.

Gerade der Islam mit seinen halbierten Frauenrechten oder vielmehr institutionalisierten Frauenrechtsverletzungen hat das Leben und die Rechte von Millionen und Millionen von Frauen auch im 20. und 21. Jahrhundert brutal unterdrückt.

Und das ist nur ein Teil jener aktuellen Probleme, welche Multikulturalisten und Gutmenschen in Europa als Kultur und fremde, angeblich unbedingt schützenswerte Mentalität oder Identität darzustellen versuchen. Nein. Meine sehr geehrten Damen und Herren, wenn sie mich fragen: der radikale Islam ist noch schlimmer als der Faschismus.

Der radikale Islam ist seit 1400 Jahren inhuman und erniedrigt jeden Andersdenkenden und insbesondere alle Frauen.

Alle Religionen haben sehr viel dazu beigetragen, die Menschen in Unwissenheit, Unmündigkeit und Barbarei zu halten.

Mina Ahadi

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2 Antworten to “416. Die im Kern unfriedliche Religion. Über den im ursprünglichen Islam angelegten Faschismus”

  1. Jacques Auvergne Says:

    Mukto-Mona
    freethinkers, Free Minds
    Der freie Geist

    Zwei mit Hieb- und Stichwaffen ausgerüstete Männer haben in Bangladesch den Ingenieur, Buchautoren und bekannten Atheisten Avijit Roy ermordet. Die beiden Täter waren mit Komplizen unterwegs, alle entkamen unerkannt.

    ::

    Am Donnerstagabend wurde der 42-Jährige Autor sowie Gründer und Betreiber des Forums Mukto-Mona (freethinkers, Free Minds) nah am Uni-Campus der Hauptstadt Dhaka durch Radikale mit Macheten, Beilen und Messern angegriffen und umgebracht. Beide hauptsächlichen Angreifer und die Mittäter konnten unerkannt entkommen.

    Zum Zeitpunkt des Angriffs waren das Ehepaar auf dem Rückweg von der jährlichen Buchmesse, die 2015 auch zwei Bücher Roys beworben hatte, und gerade per Fahrrad-Rikscha unterwegs.

    Zwar versuchten Helfer, den Verblutenden schnell in eine Klinik zu bringen, doch die schwersten Kopfverletzungen waren rasch tödlich und Roy starb noch auf dem Weg zum Krankenhaus. Abhijit Roys Ehefrau, Rafida Ahmed (Rafida Ahmed Bonna) wurde durch Messerstiche schwer verletzt. Sie überlebte und verlor einen Finger.

    Hunderte von Trauernden sind auf die Straße gegangen fordern die Aufklärung der Tat. Am Ort des Mordes legen Leute Blumen nieder.

    Zwar beruflich erfolgreich in der Welt der Technik tätig, erlangte Avijit (Abhijit) Roy vor allem durch seine humanistisch und religionsfrei geprägten Werke Obisshahser Dorshon (Die Philosophie des Unglaubens) und Biswasher Virus (Das Glaubensvirus) weite Anerkennung.

    Der Ermordete, Sohn eines Professors der Physik an eben dieser Universität zu Dhaka, hatte einige Zeit in den USA gelebt und sein Leben dem wichtigen und leider noch fernen Ziel gewidmet, aus Bangladesch eine säkulare Demokratie zu machen. Roy’s life was dedicated into turning Bangladesh toward secular democracy.

    Ein Foto des Freidenkers.

    2007 hatte Roy gesagt:

    „Unser Ziel bleibt eine Gesellschaft, die nicht mehr dem Diktat treuloser Führungen, dem gemütlichen Aberglauben, den lähmenden Traditionen oder dem erstickenden Fundamentalismus ausgeliefert ist, sondern die auf Vernunft, Mitgefühl, Menschlichkeit, Gleichheit und Wissenschaftlichkeit aufgebaut ist. Our aim is to build a society which will not be bound by the dictates of arbitrary authority, comfortable superstition, stifling tradition, or suffocating orthodoxy but would rather be based on reason, compassion, humanity, equality and science.“

    siehe bei: Justin Moyer (American atheist blogger hacked to death in the street in Bangladesh), The Washington Post 27.02.2015

    http://www.washingtonpost.com/news/morning-mix/wp/2015/02/27/american-atheist-blogger-hacked-to-death-in-the-street-in-bangladesh/

    The Virus of Faith

    http://www.goodreads.com/author_blog_posts/7731870-the-virus-of-faith

    Bangladesch hat eine wichtige Persönlichkeit verloren.

    Abhijit Roy war einerseits so mutig gewesen, auf Mukto-Mona den Islam zu kritisieren, und andererseits altruistisch genug, in dem unter der allgemeinen Zensur schwer leidenden Land auf seinem Blog mehr und mehr anderen Autoren und zunehmend vielen Gästen eine Plattform zur Diskussion zu bieten. Der von ihm gegründete Blog Mukto-Mona hatte zuletzt acht Moderatoren.

    Schon oft hatte man den Religionsfreien bedroht.

    Als Vorsitzender Bloggervereinigung von Bangladesch (Bangladesh bloggers’ association) ist Imran Sarker um die Sicherheit von Bloggern und Atheisten im Land besorgt. Sarker spricht von einer: „Kultur der Straflosigkeit“, nennt den Angriff auf den Autoren und seine Ehefrau: „empörend“, kündigt Proteste an und fordert die Aufklärung des Mordes innerhalb der nächsten 24 Stunden: Avijit’s [Abhijit’s] killing once again proved that there is a culture of impunity in the country.

    Auf Facebook stellt Pinaki Bhattacharya, ein Blogger und Freund des Ermordeten, fest, dass im radikal islamisch geprägten Land ein Atheist das denkbar einfachste Ziel sei, den man einfach so angreifen und ermorden könne, „In Bangladesh the easiest target is an atheist. An atheist can be attacked and murdered.“

    2013 zerfleischten Radikale den Blogger Ahmed Rajib Haider genannt Thaba Baba, mutmaßlich islambewegte Täter zerhackten also auch schon ihn. Zehntausende von Menschen gingen damals auf die Straße, um gegen die Gewalt zu protestieren, während radikale Muslime zur gleichen Zeit forderten, alle atheistischen Blogger wegen Gotteslästerung hinzurichten.

    Angeblich zu ihrem eigenen Schutz nahm die Regierung daraufhin vier Blogger fest und sperrte sie ein, mehrere religions- und soziokritische sprich v. a. islamkritische Internetseiten und Blogs wurden durch den Staat stillgelegt.

    Atheist blogger Ahmed Rajib Haider was hacked to death in 2013 by members of a little-known Islamist militant group, triggering nationwide protests by tens of thousands of secular activists. …

    Hardline Islamist groups have long demanded the public killing of atheist bloggers and sought new laws to deal with writing critical of Islam.

    vgl. bei: Agence France-Presse (American atheist blogger hacked to death in Bangladesh), in: The Guardian, 27.02.2015

    http://www.theguardian.com/world/2015/feb/27/american-atheist-blogger-hacked-to-death-in-bangladesh

    IHEU
    Die Internationale Humanistische und Ethische Union würdigt Avijit Roy und verurteilt seine Ermordung.

    http://iheu.org/humanists-appalled-at-the-murder-of-secular-activist-and-writer-avijit-roy/

    Avijit Roy

    Vor einem Jahr, im März 2014 wurde der Online-Buchversand Rokomari durch den militant islambewegten Farabi Shafiur Rahman bedroht, welcher der an Maududi orientierten sprich streng schariatreuen Partei Jamaat-e-Islami angehörig sein soll. Der Versand Rokomari nahm Roys Bücher aus dem Programm, der nun Ermordete weilte damals gerade in den USA.

    Ahmed Rajib Haider genannt Thaba Baba war am 15.02.2013 in der Nähe seiner Wohnung tot aufgefunden worden, mit aufgeschnittener Kehler und Machetenhiebe am Kopf. Sieben Mitstudenten und ein Geistlicher wurden der Tat angeklagt. Der Kleriker kam rasch frei.

    Rajib was found dead near his Dhaka home on February 15, 2013, with his throat slit and machete wounds to his head. Seven college students and a Muslim cleric [Farabi, Farabi Shafiur Rahman] were charged with his murder. …

    Nach Rajibs Ermordung forderten die diversen Schariabewegten die Hinrichtung anderer atheistischer Blogger sowie neue, vom Staat zu schaffende härteste Blasphemiegesetze.

    Following Rajib’s death, fundamentalist Islamic groups launched massive nationwide protests demanding the execution of other atheist bloggers and the enactment of a blasphemy law, which led to violent clashes with government forces.

    Erst im Januar 2013 war der Atheist Asif Mohiuddin durch Mitglieder einer kleinen, al-Qaida nahen Gruppe niedergestochen worden, er überlebte.

    Asif Mohiuddin, a well known self-styled “militant atheist” blogger narrowly escaped death after being stabbed near his office in Dhaka in January 2013 by members of a militant group with al-Qaeda ties.

    Quelle: Barry Duke , the freethinker 20.03.2014

    http://freethinker.co.uk/2014/03/20/islamic-death-threats-force-online-bangladeshi-book-store-to-stop-sales-of-books-by-avijit-roy/

    Vor einem Jahr bedauerte der islamkonsequente (gewaltislamische) Islamprediger, dass sich Roy gerade in den USA aufhielt, gab sich aber auf Facebook zuversichtlich, dass Roy ermordet werden würde, sobald er wieder nach Bangladesch käme.

    Rahman [Farabi Shafiur Rahman] noted on Facebook that “Avijit Roy lives in America and so, it is not possible to kill him right now. But he will be murdered when he comes back.”

    (Quelle The Counter Jihad Report am 26.02.2015)

    http://counterjihadreport.com/tag/farabi-shafiur-rahman/

    ::

    Avijit Roy (অভিজিৎ রায়)

    https://bn-in.facebook.com/Avijit.Roy.MuktoMona

  2. Jacques Auvergne Says:

    Wieder ein Blogger ermordet, Bangladesch im Mai 2015. Ananta Bijoy (Ananta Bijoy Das) war gerade auf dem Weg zu seinem Arbeitsplatz in einer Bank. Vier maskierte und mit Macheten bewaffnete Männer brachten ihn um, zerhackten ihn.

    auf dem Blog: somewhere in

    http://www.somewhereinblog.net/blog/Vejamegh/30038746

    ::

    The Final Posts of a Murdered Blogger

    … as he left for work, Ananta Bijoy Das was ambushed by four masked men outside his home in Sylhet, Bangladesh. Armed with machetes, the men—suspected Islamist militants—hacked Das to death in broad daylight on a busy street in the country’s fifth-largest city.

    Das’s crime was that he blogged. A writer critical of religious fundamentalism and enthusiastic about science, his fate matched that of two other men, Avijit Roy and Washiqur Rahman, who were killed in similar fashion in Bangladesh in February and March, respectively, for writing on and promoting secular themes in a country where 90 percent of the population is Muslim.

    Das’s work has been described as the least controversial of the three. “He had written about superstitions, but he wasn’t among the writers that would hurt the sentiments of religion,” one of Das’s friends told The Guardian. The friend added, however, that the frequency of death threats against Das had surged following the killings of Roy and Rahman. …

    (The Atlantic, 15.05.2015)

    http://www.theatlantic.com/international/archive/2015/05/das-murdered-blogger-bangladesh/393395/

    ::
    Police say Ananta Bijoy Das was attacked in Sylhet city, months after fellow bloggers Avijit Roy and Washiqur Rahman were murdered:

    Third atheist blogger killed in Bangladesh knife attack

    http://www.theguardian.com/world/2015/may/12/third-atheist-blogger-killed-in-bangladesh-after-knife-attack

    ::

    Bangladesh blogger Ananta Bijoy Das hacked to death

    BBC 12.05.2015

    http://www.bbc.com/news/world-asia-32701001

    ::

    Asif Mohiuddin ist ein Blogger aus Bangladesch. Er ist als Stipendiat nach Deutschland gekommen, nachdem er einen Gefängnisaufenthalt in Dhaka und 2013 einen brutalen Überfall durch Islamisten überlebt hat. Der liberale Autor hat den DW Best of Blogs Award 2012 gewonnen für seinen Blog [God, Almighty only in name but impotent in reality (transl.) ] Gott, Allmächtiger nur im Namen, aber machtlos in der Realität.
    ::

    Asif Mohiuddin:

    „Ich habe in den vergangenen zwei Monaten versucht, Ananta Bijoy [Ananta Bijoy Das] außer Landes zu bringen. Ich habe alle notwendigen Papiere dafür zusammengestellt und einigen Organisationen übermittelt, weil er schon seit langer Zeit bedroht wurde. Mehrmals hat er mir gesagt, dass er auf der Todesliste (von Terroristen, Anm. d. Red.) stehe und dass er wegen der Drohungen zu Hause bleibe. Irgendwer hat vor einigen Monaten sein Haus überfallen und er hatte Angst und Panik. Ich habe ihm geraten, das Haus nicht zu verlassen, aber er musste zur Arbeit gehen. Er ist ein guter Freund von mir gewesen und ich bin wirklich erschüttert.

    Die Blogger, die ich kenne, sind im Moment in einem Panikzustand. Einige von ihnen haben aufgehört zu schreiben, andere haben sich versteckt. Wieder andere wollen das Land verlassen. Das ist jetzt der neunte Mord seit 2013. Im Jahr 2013 wurde ich angegriffen und schwer verletzt, der Blogger Rajiv Haider wurde kurze Zeit später umgebracht. Und viele andere Blogger wurden in den vergangenen zwei Jahren angegriffen. …

    In vielen islamischen Staaten unterstützen die Menschen die Islamisten nicht. Aber sie denken, dass jemand, der den Islam oder den Propheten Mohammed kritisiert, die Todesstrafe oder eine andere Strafe bekommen sollte. Viele Menschen rechtfertigen also die Anschläge und sagen: In Ordnung, diese Person war ein Atheist und er ist deshalb zu Tode gekommen.“

    aus: Blogger: „Atheisten müssen sterben“ , auf: DW (Deutsche Welle) 12.05.2015

    http://www.dw.de/blogger-atheisten-m%C3%BCssen-sterben/a-18446613

    ::

    Ananta Bijoy Das wurde in Sylhet nördlich der Hauptstadt Dhaka von Maskierten mit Macheten angegriffen und getötet. Das bestätigte der Polizeichef Faisal Mahmud. Nach Angaben des bangladeschischen Bloggerverbands hatte der 33 Jahre alte Autor für das Blog Mukto-Mona geschrieben, das sich in dem mehrheitlich muslimischen Land kritisch mit dem Islam auseinandersetzt. Ananta Bijoy Das war Redakteur der Wissenschaftszeitschrift Jukti [logic, reason] und schrieb mehrere Bücher. Eines seiner Hauptthemen war die Evolutionslehre. In seinen Blog-Beiträgen kritisierte er zuletzt die Rolle der Polizei bei den Morden an Washiqur und Abhijit. Zudem gehörte der zu den Organisatoren der Protestbewegung Gonojagoron Moncho, die sich gegen Islamismus wendet.

    Der Gründer des Blogs, Avijit Roy, war Ende Februar ebenfalls ermordet worden. Roy, der auch die US-Staatsbürgerschaft besaß, wurde bei der Rückkehr von einer Buchmesse in Dhaka mit Macheten angegriffen. Er erlitt tödliche Kopfverletzungen, seine Ehefrau Rafida Ahmed wurde bei dem Angriff schwer verletzt und verlor einen Finger. Danach gab es zahlreiche Proteste im Land.

    Einen Monat später wurde der Blogger Washiqur Rahman wenige hundert Meter von seinem Haus in Dhaka entfernt ebenfalls mit großen Messern angegriffen und getötet.

    Im Jahr 2013 war in Bangladesch bereits der atheistische Blogger Ahmed Rajib Haider von einer kleinen Islamistengruppe ermordet worden. Sein Tod trieb damals zehntausende Menschen zu Protesten auf die Straßen. Zugleich forderten radikale Islamisten, atheistische Blogger wegen Gotteslästerung hinzurichten. Die Regierung von Ministerpräsidentin Sheikh Hasina [von der linksgerichteten Awami-Liga] ließ daraufhin vier Blogger festnehmen und ein Dutzend Websites und Blogs blockieren, um dem Zorn der Islamisten zu begegnen. Zugleich verstärkte sie die Sicherheitsvorkehrungen für die Blogger.

    as/bri (afp, rtre) Erneut islamkritischer Blogger in Bangladesch ermordet, auf der DW am 12.05.2015

    http://www.dw.de/erneut-islamkritischer-blogger-in-bangladesch-ermordet/a-18445120

    ::

    Aber nein, Grahame Lucas, die Krieger für Koran und Sunna, die ungebremsten Kalifatsbewegten kennen ihre Religion genau und haben den Islam eben gerade nicht missbraucht, sondern gebraucht, konsequent angewendet:

    „Diese religiösen Fanatiker haben ihre Religion, die eigentlich Frieden und Toleranz bei Millionen Anhängern predigt, dazu missbraucht, ihre Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu legitimieren.“

    Ohne sich zu den universellen Menschenrechten zu bekennen, die mit der Scharia nicht in Einklang zu bringen sind, spaltet der DW-Experte für Südasien die eine unteilbare Menschheit in westlich und östlich und erzählt das Märchen vom schlimm pervertierten Islam, vom „Islamismus“:

    „Es sieht so aus, als befinde sich Bangladesch in einer Krise, die noch zu mehr Blutvergießen führen könnte. Auch westliche Länder müssen die Dringlichkeit dieser Situation erkennen. Schließlich ist der Kampf gegen den Islamismus in Bangladesch auch ihr Kampf.“

    Wer sich nicht gegen die Schariatisierung der Paragraphen und Straßenzüge, gegen die Islamisierung des Rechts und des Alltags stellt, fällt den Bloggern aus Bangladesch allerdings in den Rücken.

    (Kommentar: Gefährliche Todesspirale, DW 12.05.2015)

    http://www.dw.de/kommentar-gef%C3%A4hrliche-todesspirale/a-18446095

    Schon 2008 (!) sinnierte Grahame Lucas, um das Problem herum, um die selektiv menschenfeindliche und systematisch frauenfeindliche Scharia:

    „Bangladesch braucht nun eine politische Kultur, die den politischen Gegner respektiert und den Interessen des Landes höchste Priorität einräumt.“

    (aus; Der Anfang ist getan, DW am 12.01.2009)

    http://de.qantara.de/inhalt/wahlen-in-bangladesch-der-anfang-ist-getan

    ::

    Worldwide Protests for Free Expression in Bangladesh

    http://en.wikipedia.org/wiki/Worldwide_Protests_for_Free_Expression_in_Bangladesh

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    2013 Bengali blog blackout

    http://en.wikipedia.org/wiki/2013_Bengali_blog_blackout

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    Asif Mohiuddin

    http://en.wikipedia.org/wiki/Asif_Mohiuddin

    ::

    Ahmed Rajib Haider

    On the night of 15 February 2013, Haider was attacked as he was leaving his house in the Mirpur area of Dhaka. His body was found lying in a pool of blood, mutilated to the point that his friends could not recognise him. The following day, his coffin was carried through Shahbagh Square in a public protest by more than 100,000 people. Prime Minister Sheikh Hasina visited his family in Palashnagar, Dhaka, and promised action.

    On 2 March, the Bangladesh Detective bureau arrested five members of the newly formed extremist organisation Ansarullah Bengali Team for the murder. The organisation was an offshoot of the Islami Chhatra Shibir, a student wing of the Jamaat-e-Islami political party. The group takes its ideology from Anwar al-Awlaki [ auch al-Aulaqi; Anwar al-ʿAwlaqī ]

    http://en.wikipedia.org/wiki/Ahmed_Rajib_Haider

    ::

    Das Schweigen brechen
    Zentralrat der Ex-Muslime
    05.01.2014

    https://schariagegner.wordpress.com/2014/01/06/weltweit-sind-islamkritische-blogger-von-hinrichtung-bedroht-oder-wurden-durch-radikale-getoetet/

    ::

    Avijit Roy

    Avijit Roy was a Bangladeshi American online activist, writer, blogger known for pioneering Bengali freethinkers’ weblog-forum, Mukto-Mona. Roy was a prominent advocate of free expression in Bangladesh, coordinating international protests against government censorship and imprisonment of bloggers. He was well known for his writings on his self-founded site Mukto-Mona, an Internet community for freethinkers, rationalists, skeptics, atheists, and humanists of mainly Bengali and other South Asian descent. He was hacked to death by unknown assailants in Dhaka, Bangladesh, on 26 February 2015.

    http://en.wikipedia.org/wiki/Avijit_Roy

    ::

    Ananta Bijoy (অনন্ত বিজয় দাশ)

    bei Mukto-Mona

    http://www.mukto-mona.com/Articles/ananta/index.htm

    auf dem Blog: somewhere in

    http://www.somewhereinblog.net/blog/anantabijoy

    facebook

    https://www.facebook.com/Ananta.Bijoy

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