313. Buschkowsky: Neukölln ist überall

Neukölln ist überall lautet der Titel des neuen Buches von Heinz Buschkowsky. Schonungslos entlarvt der unbequeme Bezirksbürgermeister die Mittäterschaft der Kulturrelativisten am drohenden dauerhaften Misslingen der Integration (nämlich in allgemeine Menschenrechte und ernst gemeinten freiheitlichen Rechtsstaat) ebenso wie er die erschreckende Bildungsferne und Straßengewalt sowie die in etlichen Einwanderermilieus leider typischen Tendenzen von selbstgewählter Abschottung, Verweigerung grundgesetzlicher Normen oder radikaler Islamisierung kritisiert. Mit erstaunlicher Aggressivität versuchten nun Deutschlands professionelle Islambeschöniger und andere Parteigänger der Multikultur, den nüchternen Beobachter und Autoren unglaubwürdig zu machen. Zum freiheitlich demokratischen Glück wird diesem am 8. November 2012 der folgende Aufruf zur Solidarität zuteil; die Signaturen, siehe Quellenteil, findet man etwa bei Wissen bloggt.

Für Aufrichtigkeit und Offenheit in der Integrationsdebatte!

Humanisten und Menschenrechtler verurteilen die Verunglimpfung von Heinz Buschkowsky. Ein Aufruf.

Mit stetig wachsender Sorge betrachten wir den Verfall der demokratischen Debattenkultur, wenn brisante Themen wie Integration, Parallelgesellschaften und Frauenrechte in bestimmten Migrantencommunitys zur Sprache gebracht werden. Heinz Buschkowskys Buch „Neukölln ist überall“ hat erwartungsgemäß die üblichen Verharmlosungs- und Diffamierungsreflexe hervorgerufen. Große Teile der Kritik, die nun dem Autor entgegenschlägt, zeichnet sich durch Unwilligkeit und Unfähigkeit aus, einem nachdenklichen und problemorientierten Text angemessen zu begegnen, der Befunde in konkrete Lösungsvorschläge überführt.

Durchaus gibt es kritische Stimmen, die sich sachlich mit dem Buch von Heinz Buschkowsky auseinandersetzen. Das ist legitim und sollte im Sinne einer gesellschaftspolitischen Debatte auch selbstverständlich sein. Auch wir als VerfasserInnen und UnterzeichernInnen dieses Aufrufs stimmen nicht mit jeder einzelnen Aussage von Heinz Buschkowsky überein. Wir wenden uns daher folgerichtig auch nicht gegen die wenigen ernstzunehmenden Buschkowsky-Kritiker, sondern gegen die Mehrheit der Polemisierer und Diffamierer, die mit Rassismus- und Rechtspopulismusvorwürfen, Breivik-Vergleichen und sprachlichen Entgleisungen zeigen, dass sie an keiner sachlichen Auseinandersetzung interessiert sind. Aus diesem Umfeld, das sich in den letzten Wochen lautstarkmarktschreierisch in der Öffentlichkeit artikuliert hat, werden wir ständig mit Falschaussagen und Halbwahrheiten versorgt, wie sie haarsträubender kaum sein könnten. Wenn nun etwa die Rede davon ist, dass Buschkowsky weder Lösungen noch Positivbeispiele aufzeige, dann muss man davon ausgehen, dass bestimmte Kritiker sich an einer Buchkritik ohne vorhergehende Lektüre versuchen. Buschkowskys Lösungsversuche, denen man selbstverständlich zustimmend oder ablehnend gegenüberstehen darf, sind mannigfaltig und umfassen: altersgerechte Sachleistungen statt Kindergeld; Kindergartenpflicht; Ausbau von Ganztagsschulen; gezielte Sprachförderung; stärkere Konzentration auf Unterschichtenkinder im Bildungssystem; eine andere Debattenkultur; konsequente Sanktionierung von Fehlverhalten usw. Beispiele für gelungene Integration werden, entgegen der Behauptungen seitens der Kritiker, in dem Buch mehrfach genannt, so auf den Seiten 59-60, 79-81, 112-113, 286-290, 301-302, 311-312 und 322-324. Der Schwerpunkt des Buches liegt freilich auf der Betrachtung der Beispiele für misslungene Integration, was aber bei einem Text, der sich als problemorientierte Fehleranalyse versteht, auch gar nicht anders sein könnte. Der Vorwurf, dass Buschkowsky die Namen seiner Gewährsleute nicht nennt und immer nur von „einer Lehrerin“ oder „einem Polizisten“ schreibt, verwundert: Denn gerade der Umgang der Kritiker mit Buschkowsky macht es doch mehr als verständlich, dass der Autor des Buches seine Helfer durch Anonymisierung davor bewahren will, zur Zielscheibe von Diffamierungen und Schikanen zu werden.

Die in einem Leitartikel der Frankfurter Rundschau zu Ausdruck gebrachte Mahnung, „Es wäre viel gewonnen, wenn jetzt keine Debatte über den Lokalpolitiker Buschkowsky entsteht“, blieb leider ungehört. Ein Diffamierungskartell, das fürchtet, die Meinungshoheit über ein ihm ohnehin entgleitendes Problem zu verlieren, zwingt der Öffentlichkeit und somit auch uns diese Debatte auf, da Schmähkritik nicht unwidersprochen bleiben darf. Wir fordern eine Rückkehr zu den Sachthemen der Integration. „Neukölln ist überall“ bietet dafür gute Ansatzpunkte.

Nicht wenige der Kritiker zeigen selbst eine fragwürdige paternalistiche Haltung gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund und sind bislang bei der Bekämpfung gravierender Probleme und Gefahren in der Einwanderungsgesellschaft („Ehrenmord“, Zwangsheirat usw.) kaum bemerkbar in Erscheinung getreten. Da sie eine aufrichtige Debatte um Integrationsdefizite behindern, sind sie Teil des Problems und nicht Teil der Lösung. Verräterdebatten wie die gerade stattfindende, in der der gute Ruf Neuköllns höher gewichtet wird als die Überwindung der Probleme Neuköllns, sind nicht zielführend. Einen Bürgermeister, der „seinen Bezirk schlechtredet“, in die Rolle des Nestbeschmutzers zu drängen, zeugt von einem Mangel an Kritikfähigkeit und demokratischer Debattenkultur.

Sieben der Neuköllner Initiativen, die sich gemeinsam öffentlich gegen Heinz Buschkowsky positioniert haben, wurden von uns mit der Bitte angeschrieben, die Anstoß erregenden Passagen des Buches exakt zu benennen. Vier davon haben nicht geantwortet. Eine hat uns in einem kurzen Schreiben auf später vertröstet, eine andere hat lediglich eine einzelne Textstelle angegeben, die bereits mehrfach in der Presse zitiert worden war. Die siebente hat drei Textstellen präsentiert, in denen auch bei näherer Betrachtung nichts Anstößiges zu finden ist. Mit anderen Worten: Bis jetzt ist nicht der Eindruck entstanden, dass bei den als Kritikern auftretenden Initiativen eine tiefer gehende Auseinandersetzung mit dem Text stattgefunden hat. Die Behauptung, Buschkowskys Buch würde die Arbeit dieser Initiativen erschweren oder bei Betroffenen gar „psychologische Belastungen“ hervorrufen, halten wir für wenig überzeugend. Durchaus denkbar ist aber, dass bei manchen Initiativen auch der Gedanke eine Rolle spielt, dass Buschkowskys Buch die Forderung nach mehr Erfolgskontrollen bei der Integrationsarbeit zur Folge haben könnte – und dass solche Kontrollen letztendlich dazu führen könnten, den Fluss weiterer staatlicher Gelder für die nachprüfbar erfolglosen Initiativen infrage zu stellen.

Wir treten Rassismus und Fremdenfeindlichkeit genauso entschieden entgegen wie allen gegen die Menschenrechte, Rechtsstaat, Demokratie und Pluralismus gerichteten Ideologien und Bewegungen, gleichviel ob sie religiös oder weltanschaulich begründet werden. Unbegründete Rassismusvorwürfe sind aber dem Kampf gegen wirklichen Rassismus abträglich. Eine an humanistischen Leitideen orientierte Integrationsdebatte zeichnet sich dadurch aus, dass sie den Menschen unabhängig von seiner Herkunft als mündiges Wesen ernst nimmt und auf eine pauschalisierende Viktimisierung verzichtet. Ein von Paternalismus geprägter Opferdiskurs, wie er in den Kreisen der Problemverharmloser gepflegt wird, ist nicht das Gegenteil des rechtsextremen Täterdiskurses, sondern seine spiegelbildliche Entsprechung. In einem Land die Einhaltung der hiesigen Gesetze einzufordern, ist mitnichten, wie Buschkowsky von der Gegenseite unterstellt wird, ein rechtspopulistisches Argumentationsmuster, sondern ein legitimer Aufruf zur Anerkennung einer auf Menschenrechten und demokratischer Entscheidungsfindung beruhenden säkularen Rechtsordnung.

Wir fordern daher eine aufrichtige, offene, sachliche und problemorientierte Integrationsdebatte, die Verunglimpfungen kritischer Stimmen vermeidet und keine Tabus aufbaut.

Signaturen siehe

WISSEN BLOGGT am 8. November 2012

http://www.wissenbloggt.de/?p=13825

Anmerkung vom Blogbetreiber im Hinblick auf die im Aufbau befindlichen universitären Islamischen Theologischen Studien und die IGD, die laut NRW-Landesregierung (14.04.2010) „zu den Strukturen der Muslimbruderschaft in Deutschland“ gehört:

Drucksache 14/10881 vom 18.03.2010, Kleine Anfrage 3835 des Abgeordneten Rüdiger Sagel an die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen: Bedrohung und Verfolgung von anders denkenden Muslimen durch radikal-islamische Netzwerke an der Universität Münster?

http://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMD14-10881.pdf?von=1&bis=0

Bedrohung und Verfolgung von anders denkenden Muslimen durch radikal-islamische Netzwerke an der Universität Münster?

LANDTAG NORDRHEIN-WESTFALEN

14. Wahlperiode

Drucksache 14/11030

14.04.2010

Antwort

der Landesregierung auf die Kleine Anfrage 3835 vom 18. März 2010 des Abgeordneten Rüdiger Sagel fraktionslos Drucksache 14/10881

Im Kontext des „Fall Kalisch“ an der Universität Münster engagierte sich eine Person, die sich als Hamza Ali Idenoglu bezeichnete. Diese Person trat in sämtlichen Internet-Forenbeiträgen, Leserkommentaren und E-Mail-Rundschreiben für den studentischen Boykott gegen das Centrum für Religiöse Studien an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und für die Entlassung von Prof. Dr. Muhammad Sven Kalisch ein. … Des weiteren wird auf muslimische Studierende der Islamischen Religionspädagogik systematisch Druck ausgeübt, die Lehrveranstaltungen von Prof. Kalisch zu boykottieren und die Solidaritätserklärung nicht zu unterzeichnen. Ansonsten würden den Studierenden religiöse, berufliche und persönliche Konsequenzen drohen. … Er erwähnt persönliche Beziehung zu einem Senatsmitglied der Hochschule Münster und kennt sich sehr gut in den hochschulpolitischen Strukturen aus. …

Wie in anderen Städten auch sind in Münster verschiedene, vom Verfassungsschutz dem islamistischen Spektrum zugeordnete Vereine und Gruppierungen vorhanden. So wird beispielsweise ein islamisches Zentrum der Islamischen Gemeinschaft in Deutschland e. V. (IGD) zugerechnet, die zu den Strukturen der Muslimbruderschaft in Deutschland gehört. Das Imam-Mahdi-Zentrum z. B. gilt als Begegnungsstätte für Anhänger der schiitisch libanesischen Hizb Allah.

http://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMD14-11030.pdf?von=1&bis=0

Advertisements

2 Antworten to “313. Buschkowsky: Neukölln ist überall”

  1. Bündische Jugend gegen Scharia Says:

    ::

    Es geht mir an dieser Stelle mehr um die alltägliche Ohnmacht in einer Welt, in der man durch den Supermarkt zieht, Waren nimmt, an der Kasse vorbeimarschiert, ohne zu bezahlen, und der Kassiererin klarmacht, was ihr droht, wenn sie die Polizei holt. …

    Solange wir eine Politik des Alles-Verstehens und des Alles-Verzeihens betreiben und den Menschen signalisieren, dass wir gar nicht daran denken, die Verhältnisse zu ändern, weil diese Verwahrlosung der Sitten zur kulturellen Identität und zur Weltoffenheit gehören, so lange werden wir für eine wirklich erfolgreiche Integrationspolitik nur verhalten Mitstreiter finden. …

    Deswegen kommen viele irgendwann zu dem Schluss: Ich mag diese Menschen nicht. Sie wollen mit mir nicht leben, dann will ich es mit ihnen auch nicht. …

    Ein Problem, das Sie eventuell haben, könnte gleich „geklärt“ werden, oder wenn Sie als Deutscher glauben, hier den Chef markieren zu können, würde man Ihnen zeigen, dass Sie gleich die Stiefel Ihres Gegenübers lecken. Anders ergeht es der Polizeistreife auch nicht.

    HEINZ BUSCHKOWSKY: Die bittere Wahrheit über Multi-Kulti

    http://www.bild.de/politik/inland/integration/buergermeister-neukoelln-heinz-buschkowsky-26224140.bild.html

    ::
    ::

    In unseren Grundschulen unterrichten wir rund 14 100 Schüler, von denen 9300 einen Migrationshintergrund haben; das sind 66 %. …

    Die einzigen Repräsentanten der deutschen Gesellschaft sind häufig nur noch die Lehrerinnen und Lehrer oder in den Kindergärten die Erzieherinnen und Erzieher.

    Ein interkultureller Transfer zwischen Kindern deutscher und nicht deutscher Herkunft ist eher die Ausnahme.

    HEINZ BUSCHKOWSKY: Die bittere Wahrheit über unsere Schulen

    http://www.bild.de/politik/inland/heinz-buschkowsky/bild-serie-multi-kulti-wahrheit-ueber-schulen-26261652.bild.html

    ::

  2. Pfadfinderische Islamkritik Says:

    Quelle: Verfassungsschutzbericht 2011, Freie und Hansestadt Hamburg, Behörde für Inneres und Sport

    ::

    Islamistische Bestrebungen gehen auch von gewaltfreien Organisationen wie der „Islamischen Gemeinschaft Milli Görus“ (IGMG) oder schiitischen Islamisten um das „Islamische Zentrum Hamburg“ (IZH) ( 6.3.2) aus, wo sich auch Anhänger der schiitischen Hizb Allah treffen ( 6.2).

    http://www.hamburg.de/contentblob/3619106/data/verfassungsschutzbericht-2011-illustriert.pdf

    ::
    ::

    (…)

    6.4.1 Islamische Gemeinschaft Milli Görüs e.V. (IGMG
    Die IGMG in Deutschland

    Die „Islamische Gemeinschaft Milli Görüs e.V.“ (IGMG) ist mit schätzungsweise 30.000 Mitgliedern die größte islamistische Organisation in der Bundesrepublik Deutschland. Die ideologischen Wurzeln der IGMG gehen auf den ehemaligen türkischen Ministerpräsidenten Prof. Dr. Necmettin ERBAKAN († 27.02.2011) zurück, der Ende der 1960er Jahre die Milli Görüs-Bewegung initiierte. Sie strebt die Abschaffung des laizistischen Systems in der Türkei an, d.h. die Überwindung der strengen Trennung von Religion und Staat. ERBAKANs ideologische Schlüsselbegriffe lauten „Milli Görüs“ („Nationale Sicht“) und „Adil Düzen“ („Gerechte Ordnung“). Nach seinem Verständnis ist die westliche Welt eine „nichtige Ordnung“ („Batil Düzen“), die durch eine islamische gerechte Ordnung („Adil Düzen“), d.h. die Scharia als Grundlage für Staat und Gesellschaft, zu ersetzen sei. (Internetseiten des LfV Hamburg, Arbeitsfeld Islamismus, Grundbegriffe des Islamismus) Dieser Anspruch gilt grundsätzlich weltweit. Die IGMG dient als europäischer Ableger, während die „Saadet Partisi“ (SP), „Partei der Glückseligkeit“, politischer Arm der Milli Görüs in der Türkei ist.

    (…)

    Der Absolutheitsanspruch der IGMG findet sich auch in einem weiteren Artikel der Milli Gazete: „Der Islam ist die einzige göttliche Religion und kann mit keiner anderen Religion vereinbart werden. Die internationalen ausbeuterischen Kreise der USA sowie die globalen Imperialisten versuchen, in der Türkei einen humanistischen Islam einzuführen.“ (Milli Gazete vom 18.06.2011)

    Die Milli Görüs ist im Ansatz gegen säkulare Reformbestrebungen im Islam und warnt ihre Anhänger davor. Für sie sind die Einhaltung der religiösen Handlungen und der Gebote der Scharia sehr wichtig. In einem Artikel unter der Überschrift „Der Glaube ist in Gefahr“ werden Gründe dargelegt, warum der Glaube der Muslime in Gefahr sei: „Einer dieser Gründe ist, dass man einen Islam ohne islamische Rechtswissenschaften und ohne Scharia erschaffen will. Jene, die die Scharia nicht akzeptieren, können keine Muslime sein. Das rituelle Gebet, das Fasten, die Almosensteuern und andere islamische Pflichten eines Muslims, der die Scharia nicht akzeptiert, sind ungültig. Muslime dürfen nicht vergessen, dass der Koran samt seinen Regeln, Vorschriften, Richtlinien und Ratschlägen fehlerfrei und wahr ist. Er ist auch gemeinsam mit der Sunna und der Scharia die Quelle des Guten.“ (Milli Gazete vom 06./07.08.2011)

    (…)

    Die IGMG ist bestrebt, der Assimilation entgegenzuwirken. Für sie soll das Leben in Deutschland vorrangig von islamischen Wert- und Gesellschaftsvorstellungen geprägt sein. Nach Überzeugung der IGMG dürfe man sich nicht von seinen Glaubenswurzeln entfernen. Mit diesem Islamverständnis trägt die IGMG jedoch maßgeblich zur Aufrechterhaltung und Verfestigung parallelgesellschaftlicher Strukturen bei. So steht in der Milli Gazete unter der Überschrift „Wie sich unsere Mädchen bedecken müssen?“: „Es ist eine islamische Pflicht und die Aufgabe der Mädchen und Frauen, ihren Körper zu bedecken.“ [Anmerkung: Der Autor definiert Bedeckung (im Original: Tesettür) nicht als ein Kleidungsstück oder als einen Kleidungsstil.] „Die Bedeckung ist vielmehr der Schutz für das, das nicht gesehen werden darf. Die Frauen müssen sich so bedecken, dass ihre Schönheit versteckt ist. Deshalb muss eine islamkonforme Kleidung unter anderem den ganzen Körper bedecken und die Konturen verhüllen.“ (Milli Gazete vom 11.08.2011) Die IGMG publiziert auch religiöse Lernmaterialien für die Kinder- und Jugendarbeit wie zum Beispiel Bücher, Zeitschriften und sogenannte „Wissenskarten“, weil es die Organisation als Hauptanliegen ansieht, Kinder und Jugendliche in ihrem Sinne religiös zu schulen. Bei den „Wissenskarten“ handelt es sich um Übungskarten, deren Inhalte die Kinder und Jugendlichen im Eigenstudium lernen sollen. Am Ende jeder Lernkarte befinden sich die richtigen Antworten zu den Fragen. Ein Teil der „Wissenskarten“ weist extremistische Bezüge auf bzw. widerspricht dem Gedanken der Völkerverständigung und diskreditiert andere Glaubensrichtungen. In einer der Karten wird zum Beispiel gefragt, welche der genannten Religionen – a) Schamanismus, b) Schintoismus, c) Christentum, d) Buddhismus – auf einem verdorbenen Ursprung beruht. Als richtige Antwort wird das „Christentum“ angegeben. In einer anderen Wissenskarte werden Menschen in vier Kategorien unterteilt: Gläubiger, Ungläubiger, Götzendiener und Heuchler. Die „Wissenskarten“ geben das doktrinäre Islamverständnis der IGMG wieder.

    http://www.hamburg.de/contentblob/3619106/data/verfassungsschutzbericht-2011-illustriert.pdf

    ::
    ::

    Muslimbruderschaft (MB; Jama´a Ikhwan al-Muslimin)

    (…)

    Die islamistisch ausgerichtete Organisation ist nicht nur in den arabischen Staaten verbreitet, sondern nach eigenen Angaben auch in zahlreichen Ländern weltweit vertreten. Nach ihrer Ideologie sind die meisten Regime in der muslimischen Welt unislamisch. Ziel der MB ist deren Umgestaltung in Staaten islamistischer Prägung auf der Grundlage der Scharia, der islamischen Rechts- und Lebensordnung. Neuerungen in den Bereichen Politik, Kultur und Bildung werden als Bedrohung angesehen.

    (…)

    Zu den MB-Strukturen in Deutschland gehört die „Islamische Gemeinschaft Deutschland e.V.“ (IGD), die aus der 1960 in München gegründeten „Moscheebau-Kommission e.V.“ hervorgegangen ist. Die IGD wird seit Januar 2010 von Samir FALAH geleitet. Sie hat ihren Sitz im „Islamischen Zentrum München“. In Hamburg ist die IGD organisatorisch nicht vertreten. Ihre Anhänger und Sympathisanten treffen sich überwiegend in der Mouhajerin-Moschee an der Kirchenallee.

    http://www.hamburg.de/contentblob/3619106/data/verfassungsschutzbericht-2011-illustriert.pdf

    ::

    Hizb ut-Tahrir (HuT)

    HuT bezeichnet den Islam als Ideologie, an der sich alle Völker und Gemeinschaften auszurichten hätten, selbst wenn sie davon nicht überzeugt seien. Nicht der Islam sei der Realität anzupassen, sondern die Realität sei so zu verändern, dass sie den Regeln der Scharia (islamische Gesetzgebung, Gesamtheit der islamischen Gebote) entspreche. Die HuT behauptet zwar, weder Gewalt noch Terrorismus zu fördern, in ihrem Buch „Lebensordnung des Islam“, dem bis heute wichtigsten ideologischen Fundament der Bewegung, rechtfertigt sie jedoch die gewalttätige Form des Jihad im Sinne eines gewaltsamen Angriffs auf die „Ungläubigen“ als legitimes Mittel.

    (…)

    Der Einfluss in der Billstedter Ibrahim-Khalilullah-Moschee konnte durch den Vorstand weitgehend unterbunden werden, jedoch existieren Gesprächskreise sowohl in der Steilshooper Moschee als auch in verschiedenen anderen Moscheen, in denen HuT-Angehörige versuchen Fuß zu fassen.

    (…)

    Als besonders problematisch sind die Anwerbungsversuche der HuT an unterschiedlichen Hamburger Schulen zu sehen. Zunächst unter dem Deckmantel allgemeiner Islamvorträge werden Schüler so zu den Anfängerveranstaltungen der HuT „gelockt“ und geraten so nicht selten in deren Einflussbereich.

    http://www.hamburg.de/contentblob/3619106/data/verfassungsschutzbericht-2011-illustriert.pdf

    ::
    ::

    6.3 Iranische Islamisten
    6.3.1 Allgemeines

    Die Islamische Republik Iran ist keine Demokratie nach westlichen Maßstäben. Das politische System des Iran enthält zwar demokratische Elemente, wie zum Beispiel Wahlen. Durch die Vorauswahl der Kandidaten zeigt sich aber, dass die Auswahl faktisch beim Klerus liegt. Die Islamische Republik Iran basiert auf dem Prinzip der absoluten Herrschaft des Klerus (Velayat-e Faqih), das von dem verstorbenen Großayatollah KHOMEINI geprägt wurde.

    Ein Leitmotiv der radikal-antiwestlichen iranischen Außenpolitik ist die in der iranischen Verfassung deklarierte Islamisierung der westlichen Nationen („Export der islamischen Revolution“).

    (…)

    Alle entscheidenden Institutionen Irans liegen in konservativ-islamischer Hand. AHMADINEDSCHAD präsentierte sich der Öffentlichkeit insbesondere mit antiisraelischen Äußerungen und unnachgiebigen Positionen im Streit um das iranische Atomprogramm. Diese Haltung ist Ausdruck einer radikal-antiwestlichen Regierungspolitik Irans. Sowohl auf der innen- wie außenpolitischen Bühne wird ein antiwestlicher und rigoros islamistischer Kurs gepflegt. Pro-Iranische Einrichtungen in Deutschland sind grundsätzlich als Instrumente der iranischen Staatsführung zu bewerten.

    (…)

    In Hamburg befindet sich die an der Außenalster gelegene schiitische „Imam-Ali-Moschee“, deren Trägerverein das „Islamische Zentrum Hamburg e.V.“ (IZH) ist. Die Position des IZH-Leiters wird traditionell mit einem linientreuen Anhänger der iranischen Staatsdoktrin und der islamischen Revolutionsziele besetzt.

    6.3.2 Anhänger der iranischen „Islamischen Revolution“ in Hamburg

    Das IZH beeinflusst und kontrolliert iranische schiitische Gemeinden nicht nur in Hamburg, sondern in ganz Deutschland und bedient sich einer Vielzahl religiöser und gesellschaftlicher Organisationen. Es verfügt über Zweigstellen in wichtigen Ballungsgebieten, unter anderem in Berlin und München. Es unterhält ferner Kontakte zu anderen schiitischen Einrichtungen und versucht diese unter seinen Einfluss zu bringen. Über diese Organisationen sorgt das IZH vor allem mit finanziellen Mitteln für die Verbreitung der iranischen „Revolutionsidee“ in unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen wie Religion, Bildung und Sport.

    Das IZH ist in einigen islamischen Dachverbänden vertreten. In Hamburg wirkt es in führender Position in der zentralen islamischen Organisation „Rat der islamischen Gemeinschaften in Hamburg e.V.“ (SCHURA), einem Zusammenschluss zahlreicher Moschee-Trägervereine. Auf Bundesebene gibt es Vertreter im „Zentralrat der Muslime in Deutschland“ (ZMD) und in der „Islamischen Gemeinschaft der schiitischen Gemeinden in Deutschland e.V.“ (IGS) und auf europäischer Ebene in der „Islamisch-Europäischen Union der Schia-Gelehrten und Theologen“ (IEUS). Es gibt Tendenzen zur Ausweitung der Einflussnahme bei weiteren Dachverbänden.

    http://www.hamburg.de/contentblob/3619106/data/verfassungsschutzbericht-2011-illustriert.pdf

    ::

    Quelle: Verfassungsschutzbericht 2011, Freie und Hansestadt Hamburg, Behörde für Inneres und Sport

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s