301. Hunderte demonstrieren gegen Beschneidung

Menschenkette gegen Beschneidung

Köln, 21. September 2012

Für Kinderrechte – gegen Kinderbeschneidung!

Am 7. Mai 2012 hatte das Kölner Landgericht festgestellt, dass die nicht medizinisch begründete Beschneidung eines Jungen eine strafbare Körperverletzung ist, in die Eltern nicht einwilligen können. Seit drei Monaten nun erlebt Deutschland eine heftige Debatte zur rituellen Beschneidung an nicht einwilligungsfähigen männlichen Minderjährigen.

Zwei Kontrahenten stehen sich gegenüber: einerseits die islamischen und jüdischen Organisationen, die das Ritual beibehalten wollen. Diese konservativen bis reaktionären Kreise werden von Spitzenpolitikern wie Angela Merkel („Komikernation“) unterstützt. Auf der anderen Seite und weltweit vernetzt stehen wir und mit uns die Kinderrechtsorganisationen und Menschenrechtsorganisationen gegen Beschneidung.

Am 21. September werden wir eine Menschenkette bilden: Eltern oder Jugendliche, aus dem Iran oder Irak, aus Afghanistan und aus vielen anderen Ländern weltweit. Wir werden unserer Stimme Gehör verschaffen und zeigen: wir sind Eltern aus den so genannten islamischen Ländern, wo man die Beschneidung aus Tradition, seit vielen Jahrhunderten praktiziert, und wir sind kulturell modern und gegen Kinderbeschneidung.

Im Juli hat der Bundestag hastig einen Antrag angenommen, nach der die Regierung noch in diesem Herbst für die Legalisierung der religiösen Beschneidungen sorgen soll. Damit wurde gegen die körperliche Unversehrtheit und das Kindeswohl entschieden. Das ist verfassungswidrig und verstößt gegen die UN-Kinderrechtskonvention.

Bisher konnte die deutsche Öffentlichkeit bei dieser großen Debatte unsere Stimme leider nicht vernehmen.

Wir laden alle Medien und alle interessierten Menschen ein, am Freitag den 21. September um 17:00 Uhr nach Köln auf die Domplatte zu kommen und die Erfahrungen von Betroffenen zu hören.

Wir solidarisieren uns mit der Kampagne der Giordano Bruno Stiftung und ihren Partnern und mit allen anderen Kinderrechtsorganisationen, die bis heute und weltweit eine großartige Arbeit für die Kinderrechte und gegen diesen religiös begründeten Angriff auf den Kinderkörper geleistet haben.

Eltern gegen Kinderbeschneidung

Köln Domplatte

17 bis 19 Uhr

Freitag 21. September

Informationen zum Thema rituelle Beschneidung finden Sie bei:

Arbeitskreis Kinderrechte

http://pro-kinderrechte.de/

http://pro-kinderrechte.de/statement-von-eran-sadeh/

Die «Kinderrechtskampagne gegen Zwangsbeschneidung» ist eine Aktion von:

Giordano Bruno Stiftung

http://www.giordano-bruno-stiftung.de/meldung/bundestag-will-kinderrechte-beschneiden

http://www.giordano-bruno-stiftung.de/meldung/vorhautbeschneidung-ist-keine-bagatelle

U n t e r s t ü t z e r :

Evolutionäre Humanisten Berlin-Brandenburg

http://gbs-berlin.org/auf-messers-schneide-fotos-von-der-kundgebung-auf-dem-bebelplatz/

http://gbs-berlin.org/was-nun-herr-senator-heilmann/

http://gbs-berlin.org/nein-zum-geplanten-beschneidungsgesetz/

humanistischer pressedienst

http://hpd.de/node/13684

http://hpd.de/node/13768

netzwerkB

http://netzwerkb.org/category/meldungen/%E2%80%93-rituelle-gewalt/

Zentralrat der Ex-Muslime

http://www.ex-muslime.de/indexAktuell.html

Freidenker-Vereinigung der Schweiz

http://www.frei-denken.ch/de/2012/09/gute-argumente/

MOGIS

http://mogis-verein.de/2012/09/14/petition-26078-zur-beschneidung-endlich-online/

International Coalition for Genital Integrity

http://www.icgi.org/2010/04/infant-circumcision-causes-100-deaths-each-year-in-us/

Circumcision Information Australia

http://www.circinfo.org/parents.html

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12 Antworten to “301. Hunderte demonstrieren gegen Beschneidung”

  1. Narkas Kervantais Says:

    Eltern gegen Kinderbeschneidung

    Köln Domplatte
    17 bis 19 Uhr
    Freitag 21. September

    – – – – – – – – – –

    … Zwar liegt der lokale Schwerpunkt der Kinderrechtskampagne in der Bundeshauptstadt, allerdings finden auch an anderen Orten Aktionen statt. So wird die Initiative „Eltern gegen Kinderbeschneidung“, die vornehmlich aus Menschen muslimischer Herkunft besteht, am Freitag eine Menschenkette auf der Kölner Domplatte bilden (Beginn: 17 Uhr). Auch dort sollen die neuen Materialien der gbs-Kinderrechtskampagne, die mittlerweile von verschiedenen internationalen Organisationen unterstützt wird, zum Einsatz kommen.

    Der Vorstandssprecher der GBS, Michael Schmidt-Salomon, hat in seiner Stellungnahme zum Weltkindertag darauf hingewiesen, dass das Motto „Kinder brauchen Zeit“ recht gut auch das zentrale Ziel der Kampagne umschreibt. Denn man sollte Kindern unbedingt Zeit lassen, ihr eigenes Weltbild zu entwickeln um ihre eigenen Entscheidungen treffen zu können. …

    humanistischer pressedienst: Plakataktion für Kinderrechte gestartet
    hpd 20.09.2012 · Nr. 14020

    http://hpd.de/node/14020

    Giordano Bruno Stiftung: Kinderrechtskampagne gegen Zwangsbeschneidung gestartet

    „Mein Körper gehört mir!“

    http://www.giordano-bruno-stiftung.de/meldung/mein-koerper-gehoert-mir

    Keine Legalisierung von Knabenbeschneidungen ohne medizinische Indikation!

    „Mein Körper gehört mir!“
    Zwangsbeschneidung ist Unrecht – auch bei Jungen

    http://pro-kinderrechte.de/

  2. Narkas Kervantais Says:

    Before the Bris: How to Protect Your Baby Against Infection

    A practice called metzitzah b’peh (direct oral suctioning) is performed during some religious circumcisions (bris). Direct oral suctioning has been associated with infections and deaths of babies caused by herpes simplex type 1 virus (HSV-1), the virus that causes cold sores of the mouth.

    Direct oral suctioning is performed by some mohelim, or religious circumcisers, in the Jewish community. With this practice, the mohel’s mouth and lips come into direct contact with the baby’s circumcision wound during the bris. The New York State Department of Health and New York City Department of Health and Mental Hygiene have documented a number of cases of HSV-1 infection on or around the genitals in male babies after circumcisions that included direct oral suctioning. Some of these babies became seriously ill. Some developed brain damage, and others have died. There is no proven way to eliminate the risk of HSV-1 infection from direct oral suctioning. …

    The official New York City Web site

    http://www.nyc.gov/html/doh/html/std/std-bris.shtml

  3. Querverweis Says:

    Um die Fülle der Petitionen gegen Beschneidung etwas zu vergrößern: Hier soll es – wenn es kein Fake ist, bitte Vorsicht – noch eine Petition gegen die Kinderbeschneidung geben; nicht besonders überzeugend gemacht anscheinend; dafür am 22.08.2012 (angeblich, Beleg fehlt) und von einem Arzt (wieder angeblich, muss alles nicht stimmen). Möglich wäre es ja. Das Ding ziele aufs StGB Ich habe eine Petition gegen die Beschneidung eingereicht

    … Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass in Deutschland jegliche aus religiösen oder aus anderen Gründen motivierte Beschneidung nicht einwilligungsfähiger weiblicher oder männlicher Personen ohne Ausnahme als gefährliche Körperverletzung unter Strafe gestellt wird, es sei denn, es liegt eine eindeutige medizinische Indikation vor.

    Begründung*

    Am 8. Tag nach der Geburt werden nicht einwilligungsfähige Säuglinge ohne Narkose aus religiösen Gründen beschnitten. Hier steht alles Mögliche im Raum, nur nicht das Interesse des Säuglings.
    Vor 20 Jahren bereits wurde nachgewiesen, dass Säuglinge Schmerz erleiden, dies ist durch Stresshormone nachweisbar.
    Es gab vor vielen Jahren Protestaktionen von Tierschützern gegen Tierärzte, die Kastrationen bei Katzen ohne Narkose durchgeführt hatten. In der Tiermedizin werden schmerzhafte Eingriffe ohne Narkose als Tierquälerei strafrechtlich verfolgt.
    Dann fügt man einem 8 Tage alten Winzling ohne Narkose massivste Schmerzen zu, das ist Menschenquälerei!

    Wenn es einen …

    Dies ist nur ein Auszug, den vollständigen Text erhalten Sie mit dem nachfolgenden Link! Hier können Sie auch selbst antworten oder bereits eingegangene Antworten lesen.

    Den ganzen Text lesen? Klicken Sie bitte hier!

    http://www.facharzt.de/content/red.otx/574,123422,0.html

    gefunden über dieses Fragment hier

    Arzt hat heute Petition gegen Beschneidung eingereicht

    verfasst von Gaby, 22.08.2012, 18:21

    Moin,

    nur kurze Info: Ein Arzt hat heute beim Deutschen Bundestag eine Petition gegen die Beschneidung eingereicht. Diese wird derzeit geprüft, sobald ihr statt gegeben wird und sie mit gezeichnet werden kann, werde ich dies hier posten.

    Viele Grüße

    Gaby

    Der Petitionstext

    Wortlaut der Petition

    Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass in Deutschland jegliche aus religiösen oder aus anderen Gründen motivierte Beschneidung nicht einwilligungsfähiger weiblicher oder männlicher Personen ohne Ausnahme als gefährliche Körperverletzung unter Strafe gestellt wird, es sei denn, es liegt eine eindeutige medizinische Indikation vor.

    .

    Begründung

    Am 8. Tag nach der Geburt werden nicht einwilligungsfähige Säuglinge ohne Narkose aus religiösen Gründen beschnitten. Hier steht alles Mögliche im Raum, nur nicht das Interesse des Säuglings.
    Vor 20 Jahren bereits wurde nachgewiesen, dass Säuglinge Schmerz erleiden, dies ist durch Stresshormone nachweisbar.
    Es gab vor vielen Jahren Protestaktionen von Tierschützern gegen Tierärzte, die Kastrationen bei Katzen ohne Narkose durchgeführt hatten. In der Tiermedizin werden schmerzhafte Eingriffe ohne Narkose als Tierquälerei strafrechtlich verfolgt.
    Dann fügt man einem 8 Tage alten Winzling ohne Narkose massivste Schmerzen zu, das ist Menschenquälerei!

    Wenn es einen allmächtigen Gott gibt, was könnte den die Vorhaut eines Säuglings interessieren?

    Warum soll für männliche Säuglinge ein anderes Recht gelten als für weibliche. Ist das mit dem Grundgesetz vereinbar? Im Grundgesetz Artikel 2, Absatz 2 heißt es: Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit.

    Noch besser trifft hier Grundgesetz Artikel 3 zu:
    (1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
    (2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.
    (3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

    Der Bundestag möge ein deutliches Zeichen setzen dagegen, dass die Wirklichkeit zurechtgebogen wird, bis sie in das patriarchal-archaische Weltbild von ewig Gestrigen passt. Schluss mit Körperverletzung aus ideologischen oder religiösen Gründen.

    http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=262868

    wie gesagt nur ein Fundstück; solange ohne Klarname des Petenten und Petitionsnummer nicht irgendwo veröffentlich sind, ist diese angebliche Petition leider nicht unterstützenswert. Vielleicht gut gemeint; verbuchen wir`s für heute wohlmeinend auf der Seite der beschneidungsablehnenden deutschen Bevölkerungsmehrheit.

  4. Querverweis Says:

    Die Pflicht seinen Sohn zu beschneiden ist zunächst Pflicht des Vaters. Kann der Vater seiner Pflicht nicht nachkommen, so entfällt die Pflicht auf das Bet Din, das Gericht. Das Gericht ist dafür zuständig, dass die Gemeinschaft die Tora erfüllt. Darum fallen Pflichten, die durch ein Mitglied der Gemeinschaft nicht erfüllt wurden, auf das Gericht. Wurde ein erwachsener Jude noch nicht beschnitten, so ist es seine Pflicht sich beschneiden zu lassen.

    Heutzutage wissen nur die Wenigsten, wie man beschneidet. Die meisten Beschneidungen werden durch einen Mohel, einen „Beschneider“, vorgenommen. Der Mohel ist ein Fachmann, der diesen Beruf lange lernen muss. Der Mohel kennt die halachischen Aspekte einer Brit Mila, so wie auch die medizinischen. Das Kind durch einen Mohel beschneiden zu lassen ist wohl sicherer als durch einen Chirurgen. Seine persönliche langjährige Erfahrung sowie die von Generation zu Generation weitergegebenen Weisheiten fehlen der modernen Medizin und machen ihn unentbehrlich.

    Der Mohel ist die Hauptfigur bei der Brit Mila. Der Mohel prüft das Kind vor der Mila um sicher zu gehen, dass es gesund ist. Einer der häufigsten Gründe die Mila zu verschieben ist die physiologische Gelbsucht. Die Gelbsucht zeugt von einem hohen Wert an Bilirubin (R.B.C). Sie ist ein Zeichen, dass die Leber noch nicht vollständig funktioniert oder ein Überschuss an roten Blutkörperchen besteht. Eine vollständig funktionierende Leber ist für die Heilung der Wunde wichtig, und darum wird bei Gelbsucht die Brit verschoben. Der Mohel kann anhand der Hautfarbe erkennen, ob die Bilirubin-Werte problematisch sind.

    Die Brit Mila ist die Erfüllung eines Gebots, einer Mizwa, darum darf der Mohel kein Geld für die Arbeit nehmen. Der Mohel darf aber Ersatz für seine Reisekosten verlangen. Er darf auch Geld verlangen für das ihm entgangene Geld, das er während dieser Zeit hätte verdienen können. Viele Mohalim besitzen auch einen anderen Beruf. …

    Wie schon oben erwähnt, besteht die Mila aus zwei Teilen. Das Abschneiden der Vorhaut nennt man Mila (מילה). Danach wird der auf dem Glied verbliebene Vorhautrest in zwei Teile gerissen und nach oben gefaltet. Dies nennt man Pri’a (פריעה). Auch Nichtjuden, die sich aus religiösen (Muslime) oder hygienischen Gründen beschneiden lassen, schneiden die Vorhaut ab, haben also Mila. Die Pri’a aber ist ein rein jüdisches Prozedere. Es ist also gut zu verstehen, warum ohne Pri’a die jüdische Pflicht unerfüllt bleibt. …

    Der Mohel verbindet die Wunde. Eigentlich ist die Beschneidung hier vorbei, aber der spannendste Teil steht noch bevor, denn das Kind bekommt nach der Beschneidung seinen Namen. … Wir sehen, dass der Bund der Beschneidung mit der Namensgebung zu tun hat.

    HAMAKOR
    Brit Mila – der ewige Bund

    http://hamakor.de/lebenszyklus/brit-mila

  5. Querverweis Says:

    Genitalhöcker

    … Der Genitalhöcker verlängert sich zum Phallus, der zunächst bei beiden Geschlechtern gleich lang ist. An der Unterseite des Phallus entsteht die Urogenitalrinne (Sulcus urogenitalis), die von den beiden Urogenitalfalten (Plicae urogenitales) begrenzt wird. Seitlich des Genitalhöckers entstehen die Geschlechtswülste – die gemeinsame Anlage des Hodensacks bzw. der äußeren Schamlippen.

    Unter Androgeneinfluss verlängert sich der Phallus bei männlichen Individuen und die Urogenitalrinne schließt sich zur Pars spongiosa der Harnröhre und bildet den Harnröhrenschwellkörper. Aus dem zentralen Teil des Phallus entsteht der Penisschwellkörper und gegebenenfalls der Penisknochen.

    Bei weiblichen Individuen bleibt der Phallus kurz und entwickelt sich zur Klitoris. Die Urogenitalfalten bleiben getrennt und bilden die inneren Schamlippen.

    Beim Menschen setzt die beschriebene Trennung ungefähr ab der neunten Woche der Embryonalentwicklung ein.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Genitalh%C3%B6cker

    Während der ersten acht Wochen der Embryonalentwicklung weisen männliche und weibliche Embryonen die gleichen rudimentären Geschlechtsorgane auf. Dieser Zeitraum wird daher auch als indifferentes Stadium bezeichnet. In der sechsten Woche entwickeln sich der Genitalhöcker sowie die Anlagen des Harntrakts. Nach der achten Woche setzt die Hormonproduktion des Embryos ein und die Geschlechtsorgane beginnen, sich in verschiedene Richtungen zu entwickeln. Dennoch sind die sichtbaren Unterschiede bis zur zwölften Woche nahezu nicht feststellbar. Wenn Testosteron gebildet wird und die Rezeptoren im Gewebe intakt sind, entwickelt sich unter dessen Einfluss ein männliches äußeres Genitale. Fehlt das Testosteron, kommt es zur Ausbildung eines weiblichen Genitales. Im Laufe des dritten Monats entwickelt sich aus dem Genitalhöcker die Klitoris. Die Urogenitalfalten bilden sich zu den inneren Schamlippen, der Labioskrotalwulst zu den äußeren Schamlippen aus.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Vulva#Pr.C3.A4natal

    Geschlechtsentwicklung
    in der Embryonalphase

    Embryologie

    Die äusseren Genitalien

    Undifferenziertes Stadium
    Differenziertes Stadium des männlichen Geschlechts
    Differenziertes Stadium des weibliches Geschlechts

    http://www.embryology.ch/allemand/ugenital/genitexterne02.html

    Labia minora
    Hautfalten mit Schwellkörper (homolog zum Corpus cavernosus des Penis) …

    Entwicklung: Ab der 10. Woche
    Urogenitalfalten => Labia minora
    Genitalwülste => Labia majora
    Keine Verschmelzung => Urogenitalspalte => Vestibulum vaginae
    Genitalhöcker => Klitoris …

    Penis …

    Corpus (Pars pendula)
    Penisschaft
    Glans penis mit Collum und Corona glandis
    Praeputium mit Frenulum praeputii …

    Corpus spongiosum penis
    Umgibt die Harn-Samenröhre

    http://wwwuser.gwdg.de/~breuss/IntSem%20ReproInf.pdf

    Entwicklungsgeschichtlich entspricht der Penis des Mannes der Klitoris der Frau.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Penis_des_Menschen

  6. Eifelginster Says:

    Trotz momentaner Nichbeschneidung aus sechs Gründen gar kein gutes Urteil vom Oberlandesgericht Hamm:

    1. nur die prekäre Zugehörigkeit zum „Neo-Stamm“ der Evangelischen schützt ein bisschen vor der Jungenbeschneidung, 2. wenn die Mutter beim Vorhautamputieren zuguckt ist alles eher in bester Ordnung, 3. ein bisschen Plappern mit dem Kind legalisiert die MGM und 4. die Spezies der Muslime oder Juden dürfte sowieso beschneiden.

    5. Auch ein häufiger Besuch in Kenia wäre vielleicht eine nordrhein-westfälische Beschneidungserlaubnis.

    6. „Medizinische Risiken“ und „Schmerzen“ sind im Namen des Volkes gefälligst zu akzeptieren: „weil diese Umstände mit jeder nicht medizinisch indizierten Beschneidung verbunden seien“.

    7. Ganz schlimm: das örtliche Jugendamt wird durch das gestrige Gerichtsurteil zur beschneidungsbilligenden Instanz geadelt!

    Ein erneuter schwarzer Tag für das Kindeswohl!
    Cees van der Duin

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    OLG untersagt Mutter, Sohn beschneiden zu lassen

    … Das Oberlandesgericht (OLG) Hamm hat die 2012 neu geschaffene Beschneidungsvorschrift aus religiösen oder kulturellen Motiven im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) erstmals konkretisiert. In einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil vom 30. August hat das OLG einer Mutter untersagt, ihren sechsjährigen Sohn beschneiden zu lassen (Az.: 3 UF 133/13). Die Richter bestätigten damit eine Entscheidung des Amtsgerichts Dortmund, das die Beschneidung ohne medizinische Indikatoren nicht zugelassen hatte.

    Der 3. Familiensenat bemängelte, dass die Mutter das Kindswohl ihres Sohnes nicht berücksichtigt habe. Die Entscheidung zu einer Beschneidung sei ohne Einbeziehung des Jungen gefallen. …

    Die geschiedenen Eltern aus Dortmund hatten sich gestritten, ob die aus Kenia stammende Mutter den Sohn beschneiden lassen darf. Zur Begründung führte sie die kulturellen Riten ihres Heimatlandes an. Ihr Sohn sollte bei Besuchen in Kenia als vollwertiger Mann angesehen und geachtet werden.

    Das Gericht aber sah darin keine Rechtfertigung. Der Lebensmittelpunkt der Familie sei in Deutschland, Besuche in Kenia seien selten möglich und das Kind evangelisch getauft. Die Intimhygiene des Kindes sah das Gericht ohne Beschneidung nicht gefährdet. Dafür aber das psychische Wohl des Jungen.

    Die Richter merkten kritisch an, dass die Mutter es abgelehnt hatte, ihr Kind zu dem Eingriff zu begleiten. …

    dpa/bar
    DIE WELT 25.09.2013

    http://www.welt.de/regionales/duesseldorf/article120379818/OLG-untersagt-Mutter-Sohn-beschneiden-zu-lassen.html

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    Oberlandesgericht Hamm, Beschluss vom 30.08.2013
    – 3 UF 133/13 –
    Gefährdung des Kindswohls – Kindsmutter darf Sohn nicht beschneiden lassen
    Oberlandesgericht Hamm konkretisiert die neue Beschneidungs­vorschrift (§ 1631 d BGB)

    Das Oberlandesgericht Hamm hat entschieden, dass die Kindesmutter ihren Sohn zurzeit nicht beschneiden lassen darf und die Entscheidungsbefugnis über diese Frage dem zuständigen Jugendamt als Ergänzungspfleger übertragen bleibt.

    Die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Einwilligung der sorgeberechtigten Mutter in eine Beschneidung lägen allerdings nicht vor. Auch wenn ein Sechsjähriger noch nicht in der Lage sei, über seine Beschneidung selbst zu entscheiden, verpflichte die gesetzliche Vorschrift die sorgeberechtigten Eltern und – im Falle eines mehr als sechs Monate alten Kindes – auch den Arzt, die Beschneidung mit dem Kind in einer seinem Alter und Entwicklungsstand entsprechenden Art und Weise zu besprechen und die Wünsche des Kindes bei der elterlichen Entscheidung zu berücksichtigen. Eine diesen Anforderungen entsprechende Beteiligung des Kindes habe im vorliegenden Fall noch nicht stattgefunden.

    Die von den sorgeberechtigten Eltern bzw. dem allein sorgeberechtigten Elternteil erteilte Einwilligung zur Beschneidung sei zudem nur dann wirksam, wenn diese über den Eingriff zuvor ordnungsgemäß und umfassend aufgeklärt worden seien. Eine dementsprechende Aufklärung der Kindesmutter sei bislang ebenfalls nicht dargelegt worden.

    Im vorliegenden Fall sei es außerdem gerechtfertigt, der Kindesmutter die Befugnis zur Einwilligung in eine Beschneidung ihres Kindes vorläufig zu entziehen. Zurzeit spreche eine überwiegende Wahrscheinlichkeit für eine Gefährdung des Kindeswohls, wenn eine Beschneidung vollzogen werde. …

    Die Motive der Kindesmutter für eine Beschneidung könnten zwar grundsätzlich eine nicht medizinisch indizierte Beschneidung rechtfertigen. Im vorliegenden Fall hätten sie allerdings ein geringeres Gewicht, weil die Familie der Kindesmutter ihren ständigen Lebensmittelpunkt in Deutschland habe, Besuche in Kenia selten möglich seien und der Junge auch evangelisch getauft sei. Zudem sei nicht ersichtlich, dass die Intimhygiene des Kindes ohne die Beschneidung gefährdet sei. Gegen eine Beschneidung spreche nicht, dass diese medizinische Risiken habe und Schmerzen verursachen könne, weil diese Umstände mit jeder nicht medizinisch indizierten Beschneidung verbunden seien. Im vorliegenden Fall gebe es aber gewichtige Gründe dafür, dass eine zum jetzigen Zeitpunkt durch die Kindesmutter veranlasste Beschneidung das psychische Wohl des Sechsjährigen beeinträchtige, insbesondere weil sich die Kindesmutter nach eigenen Angaben außerstande sehe, ihren Sohn bei dem Eingriff – auch wenn er ihn ablehnen sollte – zu begleiten.

    http://www.kostenlose-urteile.de/OLG-Hamm_3-UF-13313_Gefaehrdung-des-Kindswohls-Kindsmutter-darf-Sohn-nicht-beschneiden-lassen.news16867.htm

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  7. Bragalou Says:

    noch zu den Themen Jungenbeschneidung, verzichtbare kindliche genitale Unversehrtheit und elterliche äh himmlische Allmacht.

    Quellen zum Urteil aus Hamm (September 2013) und zum Fall des einstweilen nicht zu beschneidenden sechsjährigen und evangelisch getauften Sohn einer beschneidungsgläubigen Mutter, die aus Kenia stammt
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    Az.: 3 UF 133/13

    HAMM dpa | Das Oberlandesgericht Hamm hat die 2012 neu geschaffene Beschneidungsvorschrift aus religiösen oder kulturellen Motiven im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) erstmals konkretisiert. In einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil vom 30. August hat das OLG einer Mutter untersagt, ihren sechsjährigen Sohn beschneiden zu lassen (Az.: 3 UF 133/13). Die Richter bestätigten damit eine Entscheidung des Amtsgerichts Dortmund, das die Beschneidung ohne medizinische Indikatoren nicht zugelassen hatte.

    Der 3. Familiensenat bemängelte, dass die Mutter das Kindswohl ihres Sohnes nicht berücksichtigt habe. Die Entscheidung zu einer Beschneidung sei ohne Einbeziehung des Jungen gefallen. Zwar sei der Junge in dem Alter noch nicht in der Lage, diese Frage selbst zu entscheiden. Arzt und Mutter müssen aber nach Auffassung der Richter je nach Alter und Entwicklungsstand mit dem Kind reden und seine Wünsche berücksichtigen. In dem vorliegenden Fall sei das nicht geschehen.

    Die geschiedenen Eltern aus Dortmund hatten sich gestritten, ob die aus Kenia stammende Mutter den Sohn beschneiden lassen darf. Zur Begründung führte sie die kulturellen Riten ihres Heimatlandes an. Ihr Sohn sollte bei Besuchen in Kenia als vollwertiger Mann angesehen und geachtet werden. Das Gericht aber sah darin keine Rechtfertigung. Der Lebensmittelpunkt der Familie sei in Deutschland, Besuche in Kenia seien selten möglich und das Kind evangelisch getauft.

    Die Intimhygiene des Kindes sah das Gericht ohne Beschneidung nicht gefährdet. Dafür aber das psychische Wohl des Jungen. Die Richter merkten kritisch an, dass die Mutter es abgelehnt hatte, ihr Kind zu dem Eingriff zu begleiten. Der Beschluss des OLG ist rechtskräftig.

    taz 25.09.2013

    http://www.taz.de/!124432/

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    Obwohl der Bundestag Beschneidungen Ende 2012 gesetzlich erleichtert hatte , darf eine kenianisch stämmige Mutter aus Dortmund ihren Jungen nicht beschneiden lassen. Das Hammer Oberlandesgericht (OLG) bestätigte am 30. August ein Urteil des Dortmunder Familiengerichts in diesem Fall und veröffentlichte es am Mittwoch (AZ: 3 UF 133/13).

    Der konkrete Fall ist kompliziert: Das Kind lebt im Haushalt der 31-jährigen Mutter, die das alleinige Sorgerecht für den Jungen hat. Sie will den Jungen nach Angaben des Gerichts entsprechend den kulturellen Riten Kenias beschneiden lassen, damit er bei Besuchen in Kenia – insbesondere auch von ihrer Verwandtschaft – als vollwertiger Mann angesehen und geachtet werde.

    Das OLG entschied, dass im Dortmunder Fall nicht die Mutter über die Beschneidung entscheiden darf, sondern das Dortmunder Jugendamt. Grund dafür unter anderem: Weder Kind noch Mutter sind über den Eingriff und die damit verbundenen Risiken aufgeklärt worden.

    Die Mutter darf laut Gericht auch vorläufig weiterhin keine Beschneidung veranlassen, weil Kind und Mutter ihren Lebensmittelpunkt in Deutschland hätten und nur selten nach Kenia fahren. Auch sei der Junge evangelisch getauft.

    Das Gericht schreibt weiterhin: „Im vorliegenden Fall gebe es gewichtige Gründe dafür, dass eine zum jetzigen Zeitpunkt durch die Kindesmutter veranlasste Beschneidung das psychische Wohl des Sechsjährigen beeinträchtige.“ Hinzu kommt im konkreten Fall: Die Mutter will das Kind nicht zu der Operation begleiten.

    WAZ 25.09.2013

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    OLG Hamm: Kindeswohl gefährdet

    … Der Mutter, die aus Kenia stammt, steht das alleinige Sorgerecht zu. Sie wollte ihren sechsjährigen Sohn entsprechend den kulturellen Riten ihres Heimatslandes beschneiden lassen. In Kenia werde der Junge nur so als vollwertiger Mann anerkannt. Daneben hielt sie den Eingriff auch aus hygienischen Gründen für notwendig.

    Nach der neuen Vorschrift habe die Mutter grundsätzlich das Recht, in die Beschneidung ihres Kindes einzuwilligen, solange der Junge dies nicht selbst entscheiden könne, betonten die Richter. Allerdings fehle es hierzu an den nötigen Voraussetzungen. Denn das Thema sei mit dem Sohn noch nicht hinreichend besprochen worden, diese Pflicht treffe auch den behandelnden Arzt. Der Junge könne zwar noch nicht selbst über den Eingriff entscheiden, seine Wünsche müssten aber berücksichtigt werden. Aber auch die Mutter selbst sei über die Reichweite des geplanten Eingriffs noch nicht umfassend aufgeklärt worden.

    Daher sei es gerechtfertigt, der Mutter die Befugnis zur Einwilligung vorläufig zu entziehen. Andernfalls spreche viel für eine Gefährdung des Kindeswohls. Das OLG gab zu verstehen, dass dies immer von den Umständen des Einzelfalls abhänge. Hier habe die Mutter ihren ständigen Lebensmittelpunkt in Deutschland. Ihre Motive für eine Beschneidung, die auf den Verhältnissen in Kenia beruhen, hätten daher wenig Gewicht.

    Zu berücksichtigen sei hingegen, dass der Sohn evangelisch getauft sei und die Mutter angegeben habe, ihren Sohn bei dem Eingriff nicht begleiten zu können. Letzteres könne das psychische Wohl des Jungen beeinträchtigen. Der Beschluss ist rechtskräftig.

    Legal Tribune Online 25.09.2013

    http://www.lto.de/recht/nachrichten/n/olg-hamm-beschluss-3-uf-133-13-beschneidung-norm-konkretisierung/

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    … Die Entscheidung beruht insofern auf einem sehr speziellen Fall. Sie lässt aber deutlich erkennen, dass durch die neue Vorschrift nicht zwangsläufig jede Beschneidung, die per se mit religiösen oder kulturellen Riten begründet wird, vom Gericht auch als durch den § 1631d BGB legitimiert angesehen wird, die neugeschaffene Regelung somit also keinen Blankoscheck darstellt. Gerade auch der Begriff „Kindeswohl“, der ausdrücklich im Gesetz angeführt wurde, wird insofern noch oft von Gerichten mit Inhalt gefüllt werden müssen. Auch die Ansicht des OLG Hamm, dass die Intimhygiene nicht als Begründung für eine Beschneidung angesehen werden kann, ist insofern als wichtig anzusehen, da gerade diese Intimhygiene, neben dem Schutz vor ansteckenden Krankheiten, gerne in Debatten als Pro-Beschneidungs-Argument genutzt wird. …

    Bettina Hammer 26.09.2013

    http://www.heise.de/tp/blogs/5/155034

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    … Im vorliegenden Fall sei es außerdem gerechtfertigt, der Kindesmutter die Befugnis zur Einwilligung in eine Beschneidung ihres Kindes vorläufig zu entziehen. Zurzeit spreche eine überwiegende Wahrscheinlichkeit für eine Gefährdung des Kindeswohls, wenn eine Beschneidung vollzogen werde. Das folge aus den von den Richtern zu beurteilenden Umständen des Einzelfalls. Die Motive der Kindesmutter für eine Beschneidung könnten zwar grundsätzlich eine nicht medizinisch indizierte Beschneidung rechtfertigen. Im vorliegenden Fall hätten sie allerdings ein geringeres Gewicht, weil die Familie der Kindesmutter ihren ständigen Lebensmittelpunkt in Deutschland habe, Besuche in Kenia selten möglich seien und der Junge auch evangelisch getauft sei. Zudem sei nicht ersichtlich, dass die Intimhygiene des Kindes ohne die Beschneidung gefährdet sei. Gegen eine Beschneidung spreche nicht, dass diese medizinische Risiken habe und Schmerzen verursachen könne, weil diese Umstände mit jeder nicht medizinisch indizierten Beschneidung verbunden seien. Im vorliegenden Fall gebe es aber gewichtige Gründe dafür, dass eine zum jetzigen Zeitpunkt durch die Kindesmutter veranlasste Beschneidung das psychische Wohl des Sechsjährigen beeinträchtige, insbesondere weil sich die Kindesmutter nach eigenen Angaben außerstande sehe, ihren Sohn bei dem Eingriff – auch wenn er ihn ablehnen sollte – zu begleiten. .

    Familienrecht-Informationen 06.10.2013

    http://www.familienrecht-informationen.de/?id=17&artikel_id=12323

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  8. Bragalou Says:

    und hier ist der Beschluss
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    Oberlandesgericht Hamm, 3 UF 133/13

    30.08.2013
    Oberlandesgericht Hamm
    3. Senat für Familiensachen
    Beschluss

    Aktenzeichen:
    3 UF 133/13

    Vorinstanz:
    Amtsgericht Dortmund, 113 F 1527/13
    Schlagworte:
    Anforderungen des FamFG an den Prüfungsmaßstab in einstweiligen Anordnungsverfahren zum Sorgerecht; Voraussetzungen für die gerichtliche Regelung der Entscheidungsbefugnis bzgl. der vom sorgeberechtigten Elternteil beabsichtigten und vom anderen Elternteil abgelehnten, nicht medizinisch indizierten Beschneidung eines Sohnes aus kulturell-rituellen (hier dem kenianischen Ritus folgenden) Gründen nach § 1631 d BGB n. F.

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    Je nach der hohen oder weniger hohen Schutzwürdigkeit des im Vordergrund stehenden Motivs des sorgeberechtigten Elternteils zugunsten der beabsichtigten Beschneidung kann die Schwelle der entgegenstehenden Kindeswohlgefährdung niedriger als nach dem allgemeinen Maßstab des § 1666 BGB anzusetzen sein.

    Die Kindesmutter, die in ihrer positiven Haltung zu der Beschneidung aus kenianischen rituellen und kulturellen sowie hygienischen Gründen als festgelegt erscheint, hat zwar mitgeteilt, ursprünglich für den 25.03.2013 in der Arztpraxis des Dr. B einen Termin zur Beschneidung des Kindes G vereinbart zu haben. Dass sie vor ihrer endgültigen Entscheidung über den damals bereits fest geplanten Eingriff allerdings in dem gebotenen Umfang durch diesen Arzt oder in den seitdem vergangenen Monaten durch diesen oder einen anderen Arzt umfassend ärztlich über den Eingriff und seine Risiken aufgeklärt worden sein könnte, hat die Kindesmutter indes bisher selbst nicht hinreichend dargelegt und glaubhaft gemacht.
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    ff) Im Übrigen ist das Familiengericht im Ergebnis zu Recht im Rahmen einer summarischen Prüfung davon ausgegangen, dass eine für den Erlass der einstweiligen Anordnung erforderliche überwiegende Wahrscheinlichkeit für die Behauptung des Kindesvaters besteht, dass durch die Beschneidung im Sinne des § 1631 d Abs. 1 S. 2 BGB – auch unter Berücksichtigung und Würdigung ihres Zweckes – eine Kindeswohlgefährdung für G bestünde. Hiervon ist im Ausgangspunkt entsprechend der höchstrichterlichen Rechtsprechung zu § 1666 BGB auszugehen, wenn eine gegenwärtige, in einem solchen Maße vorhandene Gefahr vorliegt oder unmittelbar bevorsteht, dass sich bei der weiteren Entwicklung der Dinge eine erhebliche Schädigung des geistigen oder leiblichen Wohls des Kindes mit ziemlicher Sicherheit voraussehen lässt (vgl. BGH, Entscheidung vom 25.11.2011, XII ZB 247/11, recherchiert bei juris, Rn. 25, NJW 2012, S. 151 ff. mit weiteren Rechtsprechungsnachweisen). Indem der Gesetzgeber in § 1631 d Abs. 1 S. 2 BGB auch den Zweck der Beschneidung mit in die Berücksichtigung einzieht, hat er jedoch deutlich gemacht, dass das Kindeswohl insoweit kein feststehender Begriff ist. Je nach der Schutzwürdigkeit des im Vordergrund stehenden Motivs für die Beschneidung kann die Schwelle einer Kindeswohlgefährdung niedriger als nach dem dargelegten allgemeinen Maßstab des § 1666 BGB anzusetzen sein (vgl. Hamdan, in: juris-PK-BGB, a. a. O., Rn. 18 und 19).

    (1) Vorliegend hat die Kindesmutter im Wesentlichen die folgenden Motive geltend gemacht:
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     G solle entsprechend dem in Kenia kulturell üblichen Ritus beschnitten werden, da er bei seinen Besuchen dort ansonsten – auch von seinen Verwandten – nicht als vollwertiger Mann angesehen werde. In Afrika sei das so, alle Jungen müssten das machen. In jedem Telefonat mit ihren Verwandten in Kenia, mit denen sie eng verwurzelt sei, werde sie gefragt, ob ihr Sohn G nun endlich beschnitten sei.
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     Die Frage der Beschneidung sei zudem eine Frage von Hygiene und Sauberkeit.

    (…)

    (2) Auf der anderen Seite haben der Kindesvater, der Vertreter des Jugendamtes, der Ergänzungspfleger sowie die schriftlich und mündlich jeweils kurz angehörte Sachverständige Dipl.-Psych. L tatsächliche Umstände glaubhaft gemacht, die eine Gefährdung des Wohls Gs im Falle der Beschneidung bei vorläufiger Betrachtung als wahrscheinlich und gegenüber den Motiven der Kindesmutter nach derzeitigem Erkenntnisstand überwiegend erscheinen lassen.
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    (aa) Die von dem Kindesvater angeführten verbleibenden medizinischen Restrisiken auch einer ärztlich ordnungsgemäßen Beschneidung sowie die von mehreren Beteiligten und der Sachverständigen aufgeführten mit dem Eingriff verbundenen Schmerzen sind insoweit für sich genommen allerdings nicht entscheidungserheblich, denn diese liegen auch bei jeder medizinisch indizierten Beschneidung vor. Würde man auf diese Risiken und Schmerzen abstellen, würde das Recht der Eltern aus § 1631 d Abs. 1 BGB ausnahmslos ins Leere laufen, da jeder medizinisch nicht indizierte Eingriff dann bereits wegen der gesundheitlichen Restrisiken und der durch den Eingriff zugefügten Schmerzen zu unterbleiben hätte. Bzgl. dieser Folgen muss es nach dem oben Gesagten aber genügen, wenn sich die sorgeberechtigten Eltern vor der Zustimmung zu dem Eingriff umfassend ärztlich aufklären lassen.

    (…)

    http://www.justiz.nrw.de/nrwe/olgs/hamm/j2013/3_UF_133_13_Beschluss_20130830.html

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  9. Bragalou Says:

    Ausschnitte aus:

    Beschneidung ist ein genitales Trauma
    Vortrag von Prof. Matthias Franz beim Bundesforum Männer

    Berlin am 24.06.2013

    (…)

    Wenn man von Befürwortern der rituellen Jungenbeschneidung hört, die Amputation der Vorhaut sei ein harmloser kleiner Eingriff, der auch hygienischen Zwecken dienlich sei oder sogar – wie auf dieser Tagung von Edna Brocke geäußert- bei der Beschneidung werde überhaupt kein Gewebe entfernt, hat dies mit den Fakten nichts zu tun und man fragt sich, welchem Zweck derartig offensichtlich falsche Äußerungen dienen sollen.

    Die Evolution bringt keine überflüssigen Körperteile hervor. Alles hat seinen tiefen Sinn. Das gilt auch für das biologisch hochfunktionale Gewebe der Vorhaut des Jungen. Die Vorhaut ist von Geburt an mit der Eichel verklebt, um die Eichel und das kindliche Genitale zu schützen. Diese Verklebung macht eine Entfernung der Vorhaut bei der Beschneidung besonders schmerzhaft. Nach ihrer natürlichen Ablösung von der Eichel spätestens in der Pubertät verstärken ihre dicht gepackten Tastzellen das Lusterleben während des Geschlechtsverkehrs und tragen so zu einer Vertiefung der Liebesbeziehung zwischen Mann und Frau bei. Darüber hinaus schützt die Vorhaut die Eichel vor Sensibilitätsverlust, weil die nach der Beschneidung frei liegende Eichel durch Verhornung ihre Lustempfindlichkeit nach und nach verliert. In Bevölkerungsstudien wird deutlich, dass beschnittene Männer und ihre Partnerinnen häufiger unter sexuellen Einschränkungen leiden als unbeschnittene Männer. Schließlich kann die Beschneidung schwere Komplikationen nach sich ziehen, auch wenn sie unter chirurgischen Bedingungen ausgeführt wird.

    Möglich sind abgesehen von seelischen Langzeitfolgen: Schmerzen, Nachblutungen, narbige Verwachsungsstränge an der Eichel mit Erektionsbehinderung, Entzündungsgefahr und der Notwendigkeit weiterer Operationen. Weiter: lokale Wundheilungsstörungen bis zum Verlust des Penis, Wundinfektionen, Sepsis, unbeabsichtigte Teilamputationen der Eichel oder des Penisschaftes, Verengungen der Harnröhrenmündung an der Eichel oder Harnröhren-Fisteln. Die Rate der Komplikationen wird – auch unter Beachtung medizinischer Standards – mit etwa 2% bis 4% angegeben. Häufig liegt sie höher. Bei jährlich Millionen beschnittenen Kindern resultiert eine hohe Anzahl körperlich aber auch seelisch beschädigter Jungen. Zahlreiche Todesfälle wurden in Folge der Beschneidung beschrieben. Gerade verstarb in Holon, Israel, wieder ein Baby im Anschluss an seine Beschneidung. Dies alles sollten Eltern genau wissen und bedenken, bevor sie ihren Sohn beschneiden oder beschneiden lassen.

    Man kann aus ärztlicher Sicht heute feststellen, dass es keine medizinischen oder „hygienischen“ Gründe für die Entfernung einer gesunden Vorhaut eines gesunden kleinen Jungen gibt. Sämtliche angeführten Gründe lassen sich – wenn vom Betroffenen gewünscht – durch eine Beschneidung im einsichts- und einwilligungsfähigen Alter realisieren.

    Am Thema der Jungenbeschneidung verdichtet sich zudem ein Wertekonflikt zwischen anscheinend nicht verhandelbarer ritueller Praxis und dem laut Grundgesetz sowie der UN-Kinderschutzkonvention unteilbar gültigen Recht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit. Die Auseinandersetzung folgt einem epochalen Trend zugunsten einer in Europa zunehmenden Gewaltfreiheit und Sensibilität für Kinderrechte. Unterbrochen von Katastrophen und nach dreihundertjähriger zivilisatorischer Entwicklung der hart erkämpften Rechte für Kinder, Frauen, Minderheiten, ja sogar von Tieren, ist heute in Europa und ja – endlich auch in Deutschland – Gewalt gegen Kinder zunehmend verpönt. Die schutzbereite Haltung des Erwachsenen dem Kind gegenüber stellt historisch gesehen zwar eine junge zivilisatorische Errungenschaft dar. Ihre Sinnhaftigkeit für eine insgesamt gewaltärmere gesamtgesellschaftliche Entwicklung wird jedoch in immer überzeugenderer Weise durch wissenschaftliche Forschungsergebnisse gestützt.

    (…)

    Es geht um eine zivilisatorische Haltungsfrage. Es geht darum jedes Kind – auch Kinder aus jüdischen oder islamischen Gemeinden – im Rahmen der geltenden Rechtsordnung und der UN-Kinderschutzkonvention vor Verletzungen zu schützen, die sie als schwächere Opfer über sich ergehen lassen müssen, weil sie sich nicht wehren können. Wie wir in Deutschland mit Kindern umgehen, was wir ihnen zumuten und wie konsequent wir sie vor Gewalt, Missbrauch und Vernachlässigung schützen, hat viel mit dem Gewaltpotenzial in unserer Gesellschaft und der Zivilisierung unseres Umganges miteinander zu tun. Hier ist sicher nicht nur die Beschneidung zu kritisieren – sondern auch Wohlstandsverwahrlosung, Desinteresse oder sogar eine Geringschätzung der Entwicklungsbedürfnisse unserer Kinder.

    Aber der Schutz kindlicher Genitalien vor dem verletzenden Zugriff durch unreflektierte Verletzungsrituale gehört auch zu den Entwicklungsaufgaben einer sich zivilisierenden Gesellschaft. Hier haben wir Ärzte mit einer klaren Haltung einen wichtigen Beitrag zu liefern.

    (…)

    Das macht Angst, setzt fragwürdige Normen und bewirkt eine transgenerationale Einfühlungsstörung. Wir sind deshalb verpflichtet, gerade auch im endlich demokratisch gewandelten Deutschland die Kinderrechte unnachgiebig einzufordern.

    Eine Lösung dieses Konfliktes kann nicht auf der Grundlage von Angst und Zwang oder mittels widersprüchlicher Gesetze erfolgen. Die Frage: „Was tue ich da meinem Sohn eigentlich an?“ wird auch in religiösen Gemeinden lauter werden. Der symbolische Ersatz der Beschneidung wie z.B. im Brit Shalom oder die zeitliche Verschiebung kann in einer säkularen Demokratie mit staatlichem Gewaltmonopol eine kindgerechte Lösung werden. Das vom Deutschen Bundestag in seinen Konsequenzen unzureichend überdachte und überstürzt verabschiedete Gesetz zur Erlaubnis der Jungenbeschneidung wird die Diskussion nicht beenden. Es wird vielleicht sogar Wünschen nach Erlaubnis der religiös begründeten Genitalbeschneidung auch von Mädchen wieder Vorschub leisten.

    Immerhin doch 100 der Abgeordneten des Deutschen Bundestages – man zögert, den Begriff Parlamentarier zu verwenden – konnten sich dem enormen Außendruck entziehen, unter dem die Verabschiedung der nun herbeigeführten gesetzlichen Regelung stand. Die konzertierte Drohkulisse, die historischen Verstrickungen und das mit großen Ängsten besetzte Thema hatte bei vielen Beteiligten fast aller politischen Parteien deutlich wahrnehmbar zu einer Beeinträchtigung der Faktenwahrnehmung, Argumentationsfähigkeit und Autonomie geführt. Dies bewirkte, dass die Mehrzahl der Abgeordneten am 12. Dezember 2012 bei der überstürzt erzwungenen Verabschiedung des Beschneidungsgesetzes mit Tunnelblick an einer unübersehbaren Tatsache vorbei gesehen haben: »Hier und jetzt verletzen wir Kinderrechte«.

    Das Gesetz erlaubt nun die Beschneidung von Jungen unter bestimmten – oder besser – unter sehr unbestimmten Bedingungen. So wurde die medizinische Fachkunde des Durchführenden relativiert, die Frage der Schmerzbetäubung blieb unklar und Jungen können auf Wunsch der Eltern auch aus anderen Gründen als religiösen sowie gegen ihren offensichtlichen Willen beschnitten werden. Der Verfassungsrechtler Merkel hat darauf aufmerksam gemacht, dass es Eltern, die beispielsweise die Selbstbefriedigung ihres Jungen unterbinden möchten, zwar verboten wäre ihren Jungen deswegen zu schlagen. Die unpräzisen Formulierungen des Gesetzes hinsichtlich der Beschneidungsmotive würden es ihnen aber erlauben den Jungen beschneiden zu lassen. Straf- und Verfassungsrechtler sehen deshalb durch die jetzige Regelung wesentliche Grundrechte wie das auf körperliche Unversehrtheit, Selbstbestimmung, Religionsfreiheit und den Gleichheitsgrundsatz verletzt.

    Viele Juristen, Ärzte, Wissenschaftler, Politiker und Betroffene sind mit dieser Situation unzufrieden und äußern schwerwiegende Bedenken. Dies kann orthodoxen Religionsvertretern, die in der Verletzung kindlicher Genitalien den Kern ihrer religiösen Identität sehen, nicht gefallen. Trotzdem werbe auch ich zusammen mit vielen anderen dafür, sich in dieser Angelegenheit eindeutig und ohne jeden Vorbehalt auf die Seite des Kindes zu stellen. Die Zeit wird in Europa langsam reif dafür. Die Debatte wird auch innerhalb der Religionsgemeinschaften zunehmend auf wissenschaftlicher Grundlage geführt werden und Erkenntnisse der Entwicklungspsychologie, der Hirn- und Präventionsforschung stärker berücksichtigen als bisher. Die religiös oder pseudomedizinisch begründete Verletzung und die genitale Diskriminierung von Jungen muss daher benannt und samt der momentanen Rechtspraxis in Frage gestellt werden.

    http://www.beschneidungsforum.de/index.php?page=Thread&threadID=2903&s=ca2ae0135f205b5a39799ff75288479fe021873e

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    11:55 Impulsvortrag: Sinn und Essenz der Beschneidung im Judentum
    Dr. Edna Brocke, Judaistin, ehemalige Leiterin der Alten Synagoge Essen.

    12:15 Impulsvortrag: Beschneidung ist ein genitales Trauma
    Prof. Matthias Franz, Psychotherapeut, Universität Düsseldorf.

    http://vaeter-und-karriere.de/blog/index.php/2013/05/15/dialogtagung-des-bundesforum-manner-beschneidung-von-jungen-am-24-juni-2013-in-berlin/

  10. Bragalou Says:

    EUROPARAT
    28.01.2014
    HEARING ZUM THEMA BESCHNEIDUNG VON JUNGEN
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    On 28 January, PACE’s Social Affairs Committee will hold a hearing on the circumcision of young boys, following the adoption in October 2013 of the Assembly’s resolution on children’s right to physical integrity (programme to come).

    http://www.assembly.coe.int/nw/xml/News/News-View-EN.asp?newsid=4830&lang=2&cat=8

    http://website-pace.net/en_GB/web/apce/diary

    http://assembly.coe.int/nw/xml/XRef/Xref-DocDetails-EN.asp?fileid=20057&lang=EN&search=Y2lyY3VtY2lzaW9u

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    Tuesday 28 January

    • Election of a Judge to the European Court of Human Rights in respect of Denmark
    • Refusing impunity for the killers of Sergei Magnitsky
    • Communication from the Secretary General of the Council of Europe, presented by Thorbjørn Jagland
    • Joint debate
    oA strategy to prevent racism and intolerance in Europe, and statement by Laura Boldrini, President of the Chamber of Deputies of Italy
    o Tackling racism in the police
    • Evaluation of the partnership for democracy in respect of the Palestinian National Council

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    Israel will im Europarat für Beschneidung werben

    Jerusalem, 21.1.14 (Kipa) Das israelische Parlament will im Europarat mit einem Film für die rituelle Beschneidung von Jungen werben. Geplant sei ein etwa achtminütiger Beitrag mit Experteninterviews, der unter anderem die Vorzüge der Vorhautentfernung im Kampf gegen Aids in Afrika dokumentieren solle, berichtete die Tageszeitung «Jerusalem Post» (Onlineausgabe Montagabend).

    Der Film solle von einem Vertreter Israels bei einer Sitzung des Sozial- und Gesundheitskomitees des Europarates gezeigt werden. Die Parlamentarische Versammlung des Europarates hatte im Oktober die rituelle Beschneidung von Knaben in einer Resolution als «Verstoss gegen die körperliche Unversehrtheit von Kindern» verurteilt.

    Entsprechende Gesetze sollten sicherstellen, dass «bestimmte Operationen und Praktiken nicht ausgeführt werden, bevor ein Kind alt genug ist, um zu Rate gezogen zu werden». Jüdische Organisationen und Israel kritisierten die Resolution, unter anderem wegen der Gleichsetzung von Knabenbeschneidungen und der Genitalverstümmelung von Mädchen. (kipa/kna/ami)

    http://www.kipa-apic.ch/index.php?pw=&na=0,0,0,0,d&ki=250924

  11. Machandelboom Says:

    MOGiS. MOGiS schon wieder.

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    Der zur Grundrechtswidrigkeit und Menschenrechtswidrigkeit des Islamischen Rechts (Scharia; Fiqh) schweigende Facharbeitskreis Beschneidungsbetroffener im MOGiS äußerte sich gestern zu Jungenbeschneidungsfreundin und überhaupt Schariafreundin Aydan Özoguz:

    Integration auf dem Rücken der Kinderrechte?

    Am Mittwoch, dem 29. Oktober 2014, legte die Bundesbeauftragte für Migration, Flüchtlinge und Integration, Aydan Özoguz (SPD), dem Bundestag den 10. Bericht über die Lage der Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland vor.

    Unter anderem nahm sie darin auch Stellung zum Ende 2012 in Kraft getretenen Beschneidungserlaubnisparagraphen 1631d BGB, der Vorhautamputationen ohne medizinische Indikation an minderjährigen Jungen aus jeglichem Grunde dem Erziehungsrecht der Eltern unterstellt hat.

    „Die Beauftragte begrüßt den Gesetzestext ausdrücklich. Sie sieht einen wesentlichen Mehrwert der gesetzlichen Regelung in der Beendigung der Verunsicherung durch die Herbeiführung der notwendigen Rechtssicherheit.

    Die Beauftragte bewertet das Gesetz darüber hinaus als deutliches Bekenntnis der Bundesregierung zur Zugehörigkeit von Menschen jüdischen und muslimischen Glaubens zu Deutschland sowie zu dem Recht auf freie Religionsausübung. Die positiven Reaktionen der Juden und Muslime auf die nun geschaffene Rechtssicherheit versteht sie insoweit als ein wichtiges Signal.“

    (…) Interessant ist hierbei, dass das Gesetz bei den dafür relevanten Kriterien keine Verbesserung, sondern gar Verschlechterungen mit sich bringt: so war die Einhaltung der Regeln der ärztlichen Kunst bei Operationen schon immer bindend, Ausnahmen davon gab es nicht.

    Diese wurden erst mit dem § 1631d BGB eingeführt, der nun auch explizit die Ausführung einer chirurgischen Amputation eines Körperteils durch Nichtmediziner erlaubt. Wie die im Gesetz geforderte vergleichbare Befähigung in diesem Falle auszusehen hat, bleibt im Dunkeln.

    (…) Es bleibt unverständlich, wie die Bundesbeauftragte das Gesetz begrüßen kann, wenn keine Maßnahmen erkennbar sind, die die von Fachärzten [warum fehlen Namen?] genannten Bedenken [bitte? nur Bedenken, kein klares Nein?] und das dokumentierte Leid von Jungen [falsch, das wächst sich nicht aus, das lebenlange Leid] ausräumen könnten. Es dürfte Frau Özoguz bekannt sein, dass der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte bereits mehrfach in Pressemitteilungen auf die unverändert hohen Komplikationsraten hinwies.

    [Leider verfehlt der auf Komplikationen hinweisende Facharbeitskreis Beschneidungsbetroffener im MOGiS das Thema männliche Genitalverstümmelung und sagt an dieser Stelle nicht, dass die Zirkumzision mit der Klitorisamputation FGM Typ Ib zu vergleichen ist und dem männlichen Menschen 10.000 bis 20.000 Nervenendigungen bzw. Tastkörperchen der Typen Meissner, Pacini, Vater-Pacini und Merkel amputiert, die Klitoris hat davon 8.000]

    (…) [MOGiS dünn zur lebenslangen Zerstörung sensitiver Empfindungsfähigkeit, die man lateinkundig fremdwortfein nicht Kaputtmachen oder Zerstörung, sondern „Limitierung“ zu nennen beliebt]

    Ein eklatantes [Wie bitte? Hundertprozentiges Kaputtmachen von Gefurchtem Band und meistens auch Frenularem Delta sowie Frenulum ist für MOGiS nur irgendwie sehr hoch, „eklatant“?] Risiko [Thema verfehlt] hingegen besteht für den betroffenen Jungen: auf Schmerzen, schwere Loyalitätskonflikte, Störungen in der psychosozialen Entwicklung, auf noch über die Amputation der Vorhaut hinaus gehende Schädigungen und Verletzungen, Traumata und lebenslange Limitierung sexuellen Erlebens.

    [Ndiyindoda, jetzt wird es genitalautonom, Deutschlands Jungen sollen ganz offensichtlich in ihr Verstümmeltwerden einwilligen dürfen und dem Aushandeln von Altersgrenzen steht aus Sicht von MOGiS offensichtlich immer noch nichts nichts im Weg, was mit Karl-Peter Ringel und Tatjana Hörnle freilich bedeuten muss, dass auch Deutschlands Mädchen allesamt sagen dürfen: ‚Ngaitana. Ich will beschnitten werden‘. Warum fordert MOGiS denn nicht für Mädchen und Jungen die Null-Toleranz-Grenze mit einem unzweideutigen ‚Keine Beschneidung unter achtzehn!‘?]

    (…) nicht hingegen die betroffenen Kinder. Laut Gesetzestext muss deren Wille nicht beachtet, sondern sich nur mit ihm auseinandergesetzt werden – und das auch nur, wenn das Kind bereits in der Lage ist, diesen überhaupt hinreichend zu äußern [Schwachsinn, ein Minderjähriger kann die lebenslangen negativen sexuellen Beschneidungsfolgen nicht überblicken und ist daher in seine FGM oder MGM nicht einwilligungsfähig]. In der Praxis bedeutet dies, dass auch ein klares Veto des Kindes der Operation nicht zwingend im Wege steht, solange die Eltern dieses zur Kenntnis nehmen und das Kind daraufhin „überstimmen“. All dies lässt den betroffenen Jungen völlig schutz- und rechtlos zurück.

    (…) Da es sich um einen irreversiblen Eingriff in die Intimspäre des Menschen mit lebenslangen erheblichen Auswirkungen auf seine Sexualität handelt, verletzt er den Kern der Menschenwürde und die UN-Kinderrechtskonvention.

    [Aha, die „Auswirkungen“ bleiben „lebenslang“ bestehen. Aber wie sind sie denn bitte? Mit positiven oder negativen „erheblichen Auswirkungen“? MOGiS weicht ausgechnet hier, kinderrechtlich unakzeptabel, einfach aus.]

    http://beschneidung.die-betroffenen.de/blog/Lagebericht-Integration/

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    Önder Özgeday meint es sicherlich jedenfalls hoffentlich gut und klagt:

    „Grundrechte, Menschenrechte beschließen, aber sie einfach für einige Kinder nicht gewähren!“

    [Schon recht Herr Özgeday, aber dann lassen wir mit Karl-Peter Ringel und Tatjana Hörnle doch einfach auch die Mädchen beschneiden, dann sind alle Kinder gleichbehandelt und ist keine Kindergruppe benachteiligt???]

    [Önder Özgeday stellt die richtige, wichtige Frage, lässt sie aber leider unbeantwortet: ]

    (…) Es heißt oft, Moslems und Juden sollten die Frage von männlicher Genitalverstümmelung unter sich klären. Ist meine körperliche Unversehrtheit in diesem Land also weniger wert, weil ich türkischer Herkunft bin?

    Dann sind meine Grundrechte also Privatsache des Kulturkreises, aus dem ich stamme, bestenfalls ein Zufallsprodukt – und ihre mögliche Verletzung ein Kollateralschaden „gelungener Integration?“

    [Auch Önder Özgeday fordert am gestrigen 30.10.2014 leider nicht: ‚Keine Beschneidung unter 18‘. Eine weitere Chance wurde verpasst.]

    http://beschneidung.die-betroffenen.de/blog/Lagebericht-Integration/

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    Vor zwei Jahren war Önder Özgeday durchaus eindeutiger, auch wenn man, um nicht erst über genitale Mündigkeit zu diskutieren, die explizite Nennung von achtzehn Jahren bestehen muss, zumal wenn man auf einer Homepage (Erol Özkara. Für Neukölln im Abgeordnetenhaus) kommentiert, deren Besitzer gerade das Jungenbeschneidungsalter von 14 Jahren gefordert hat:

    Jeder, der sich im Erwachsenenalter beschneiden lassen möchte, darf dies gerne tun.

    http://www.erol-oezkaraca.de/2012/10/beschneidung-teil-3/

    Ganz schlimm dort, enttäuschenderweise, ausgerechnet der gut informierte Stefan Schritt (Zirkumpendium), der ohne Not nach etwas Einzelfallbetrachtung und Beratungsgequatsche auch vierzehnjährige oder sechzehnjährige (männliche) Minderjährige in ihre Genitalverstümmelung einwilligen lassen wollte:

    „Ob das mit 14 schon der Fall sein kann, hängt stark vom Druck der Familie auf den Jugendlichen ab, ist aber in Anbetracht der Religions- und Strafmündigkeit mit ebenfalls 14 Jahren als Mindestalter vertretbar, auch wenn 16/18 analog zu Schönheitsoperationen etc. sicherlich besser wäre.“

    Stefan Schritt hätte, ein vergleichbares sensitives Zerstören am weiblichen Körper verteidigend, damals eigentlich auch für das vierzehnjährige oder sechzehnjährige Mädchen das Recht auf eine FGM Typ Ib (Klitorisamputation) fordern müssen. Gut dass er das nicht getan hat, aber jetzt muss die Null-Toleranz-Grenze klar werden: Keine Genitalbeschneidung (FGM oder MGM) unter achtzehn Jahren.

    Schlimm war Erol Özkara 2012, „Zustimmung des Betroffenen (eventuell ab 14 Jahren orientiert an der Religionsmündigkeit).“, bei dem Özgeday und Schritt kommentierten, allerdings blieb Özkara ja ganz im Rahmen des grundgesetzwidrigen Alternativentwurfs des Bundestags.

    http://www.erol-oezkaraca.de/2012/10/beschneidung-teil-3/

    ::

  12. Pelikan Says:

    Islam ist Schariagesetz, Beschneidung ist Scharia

    Weguer als einer von den Islambeschönigern von Beschneidungsforum schon wieder! Sie lechzen danach, auf den angeblich islamreformerisch bzw. islamliberal denkenden AHmad ManSour (18.07.2012, man beachte das Datum) hereinzufallen und leugnen die absolute religiöse Pflicht (wadschib, farD) zur Jungenbeschneidung des hanbalitischen und des schafiitischen MaDHhab.

    Auch bei Zwölferschiiten kann die CHatna (CHitân) nicht diskutiert werden. Als religionsrechtlich definierte sogenannte Sunna muakkada kommt den anderen beiden sunnitischen Rechtsschulen die männliche Beschneidung (MGM) einer (wie alles menschliche Handeln prekär heilssichernden) Religionspflicht gleich.

    „Die Pflicht zur Beschneidung wird im Koran nicht erwähnt. Und selbst die muslimischen Gelehrten sind sich über die Notwendigkeit des Eingriffs nicht einig.“

    Bemerkenswerterweise wirft, ausnahmsweise und warum auch immer, noch nicht einmal Userin MaGHrebprincessa Nebel, sondern kennt die betonharte Mauer der von Allah geschaffenen Scharia und der menschlichen Schariapraxis Fiqh, deren Infragestellen lebensgefährlich ist. Die schariatreue MaGHrebprincessa über die tausendjährige Macht der Ulamâ (Sg. Âlim) bzw. Ayatollahs, der sunnitischen bzw. schiitischen Schariagelehrten:

    „Ich möchte dir [Weguer] ungern die Freude / Hoffnung nehmen, aber ein paar Aussagen [wie die von AHmad ManSour am 18.07.2012] werden da nicht ausreichen. Da müssten deutlich mehr Stimmen erhoben werden, um wirklich etwas zu erreichen. So manchem Muslim droht die Todesstrafe wegen Glaubensabfall. Solange die Gelehrten nicht hinter solchen Aussagen stehen, ist jegliche Aussage dieser Art äußerst lebensgefährlich. Es müssen mehrere Gelehrte diese Aussage als gültig erklären, damit überhaupt ein Umdenken der Anhänger anfängt und damit einen Dialog möglich macht. In Europa kannst du als Muslim sagen was du willst, solange deine Familie auch hier lebt, ansonsten gefährdet man mit solchen Äußerungen das Leben der Familie.“

    Vom Totalitarismus des dîn (Lebensführung und Gesellschaftsgestaltung) nach Koran und Sunna distanziert sich auch MaGHrebprincessa nicht.

    https://www.beschneidungsforum.de/index.php/Thread/6414-Ahmad-Mansour-zur-Beschneidung-im-Islam/?postID=46209#post46209

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