229. Mercator und Islam

حسبة

ḥisba

Pflichtendurchsetzung mit Gewaltlizenz

Hisba

Jugendbewegt ins Kalifat

Die besorgniserregend harmonischen Zehn Empfehlungen (1) der Jungen Islam Konferenz verdienen widerborstige Kommentare, meint Jacques Auvergne

Junge Islam Konferenz – Berlin 2010 nennt sich ein von der Berliner Sozialwissenschaftlerin Naika Foroutan mitgestaltetes und über Dr. Bernhard Lorentz von der in Essen ansässigen Stiftung Mercator finanziertes Projekt (2), das vielleicht den Schleier (Hidschab) überall durchsetzen und Deutschland im Sinne von Tariq Ramadan und Mustafa Cerić mit der bereits im Familienrecht systematisch frauenfeindlichen Scharia aussöhnen will. Naika Foroutan leitet das an der Humboldt-Universität zu Berlin ansässige und von der Volkswagenstiftung finanzierte Forschungsprojekt „Hybride europäisch-muslimische Identitätsmodelle (HEYMAT)“ und hat mit dem Kulturrassismus des Islamischen Rechts offensichtlich kein Problem.

1. Einrichtung einer Jungen Islam Konferenz

Wir Teilnehmenden der Jungen Islam Konferenz – Berlin 2011 sind in einem Deutschland aufgewachsen, in dem Pluralität und Heterogenität Selbstverständlichkeiten sind.

Seien Sie unbesorgt, wir sind auch künftig nicht von Islamisten manipulierbar, unser sympathischer Blick auf die Scharia ist einfach authentisch. Der bärtige Salafist von Einladung zum Paradies ist schließlich ein Naturbursche, seine Burkafrau gar huldigt dem Weiblichen an sich, dem Matriarchat.

Sollten die Standards der AEMR in aller Vielfalt („Pluralität“) nicht besser überwunden werden, ist die Zumutung nach Gleichberechtigung der Frau nicht geradezu unerträglich homogen?

Vielfalt und „anders sein“ sind für uns alltägliche Normalität; aus unserer Sicht besteht kein Gegensatz zwischen einem „Wir“ und „den Anderen“.

Allah sieht das womöglich wesentlich differenzierter.

Korrekt ist, dass Harbis, Dhimmis und sittlich Einwandfreie ein gemeinsames großes Ganzes bilden (Stiftung Mercator: „Gemeinsam Gemeinschaft fördern heißt in unserer Gesellschaft gemeinsam Heterogenität fördern“).

Wer dazu aufruft, sich dem „Gemeinschaftsbildungsprozess“ hin zur schariakompatiblen berüchtigten Gesamtgesellschaft zu entziehen, greift das von Kirche und Politik geforderte friedliche Zusammenleben der Religionen allerdings an:

Unsere Lebensrealität besteht aus einem Wir-Gefühl mit unterschiedlichen Facetten und Meinungen, die wir gemeinsam im Dialog erfahren und aushandeln.

Lebensreal wird die Zugänglichkeit der allgemeinen Menschenrechte ausgehandelt. Keinesfalls aber sind Deutschlands Imame aufzufordern, ihren Koranschülern keine Angst vor dem Höllenfeuer einzujagen, die Schwarze Pädagogik des Islam ist schließlich integraler Bestandteil des von der Mercator-Stiftung verlangten Wir-Gefühls.

Dem Wunsch des bosnischen Großmuftis nach Einführung zeitnaher Implementierung der ewigen Scharia im Personenstandsrecht und Familienrecht („opening the way for the Muslim law to be recognized in matters of personal status such as the Family Law“) möchten wir Kopftuchfreunde von der Jungen Islam Konferenz bei allem Facettenreichtum dann doch nicht entgegen treten, und das Mufti Cemali Meço (Τζεμαλή Μέτσο) zwölfjährige oder elfjährige griechische Mädchen religiös verheiratet, die kurz darauf, immer noch zwölf- oder elf Jahre alt, erstens mit ihrem Ehemann und zweitens schwanger in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt erscheinen (Diana Goldermann-Wolf: „Ein Skandal … staatlich geförderter Kindesmissbrauch“) ist für uns eine Frage der schützenswerten unterschiedlichen „Meinungen“.

Das gemeinsame „Wir“ muss nicht aufgeschlüsselt werden, denn es ist für uns nicht konstruiert.

AEMR und GG sind nicht so wichtig, Schluss mit diesem Entschlüsseln. Die eine Großfamilie denkt klassisch islamisch und zwangsverheiratet ihre Töchter nach Maßgabe des nötigenden Heiratsvormunds (wali mudschbir), die andere „arrangiert“ die Ehe mit Erlaubnis der Ursula Boos-Nünning und die dritte lebt gar säkular und hält die Standards von AEMR und GG ein, das alles ist gemeinsames muslimisch-deutsches „Wir“ und mag sich allmählich in die von der Hisba gewünschte Richtung verschieben.

Wir möchten keine Dialogplattform für Deutsche und AusländerInnen oder für Deutsche und MigrantInnen.

Genau, der Dualismus Inländer – Ausländer ist von gestern. Der Bürger als ein Staatsangehöriger ist ein Auslaufmodell, nun wird der Mensch endlich zum Religionsangehörigen.

Wir möchten eine Dialogplattform für uns als Deutsche mit und ohne muslimischen Migrationshintergrund.

Nicht der türkische Arbeiter ist ausgewandert, sondern der schariatreue Glaubensbewegte.

Bereits Auswanderer Mohammed bekundete mit seiner Hidschra (622 n. Chr.), ein veritabler Wandermoslem zu sein, der Medinastaat, die perfekteste Art des menschlichen Zusammenlebens, wandert seitdem durch die Jahrhunderte und ist nun in Berlin gelandet. Ministerialrat Dr. Thomas Herzog, Unterabteilungsleiter des Bundesministeriums des Innern (Integration; Deutsche Islam Konferenz; Aussiedlerpolitik; nationale Minderheiten), sagte am 18.02.2011 zu den Teilnehmern des Planspiels der Jungen Islam Konferenz: „Der Islam ist in Deutschland angekommen, und er ist willkommen (3).“

Das Ressort des Unterabteilungsleiters M II ist ohne Frage zuständig, denn irgendwie war der von Mekka nach Medina flüchtende Mohammed ja auch Aussiedler und irgendwie sollten wir für die Schariabürger den juristischen Status einer deutschen nationalen Minderheit „gesamtgesellschaftlich“ schleunigst herbeireden. Ob sich der bekennende Islamempfänger Dr. Herzog gegen den Aufbau eines deutschen Äquivalents zum Londoner Islamic Sharia Council oder zum bereits in mehreren britischen Städten arbeitenden Muslim Arbitration Tribunal einsetzen würde, darf bezweifelt werden.

Ob MinR Dr. Herzog (Rechts- und Grundsatzangelegenheiten; Aufnahme der Spätaussiedler; Vertriebenenangelegenheiten) der Meinung ist, dass man in Großbritannien bei http://www.islamic-sharia.org/ und http://www.matribunal.com/ den Islam falsch verstanden hat und bei der Deutschen Islam Konferenz (DIK) richtig?

Griechenland lässt Kinder religiös nach der Scharia verheiraten, der Tugendterror des Schleiers (Hidschab, verkürzt genannt und genäht: Kopftuch) kriecht durch jede Schule, Europa droht die Rechtsspaltung – und die Bundesregierung nennt den Islam eine im Kern friedliche Religion (Horst Köhler, vorher bereits Hans-Gert Pöttering).

Die Islambegeisterung muss weiter gehen:

Wir glauben, dass dieser Erfahrungsschatz der Jugend die DIK bereichern kann und sollte – gerade weil sie ihre Lebensrealitäten als plural, vielfältig und bunt begreift und die Chancen und Potenziale unserer heterogenen Gesellschaft kennt und verinnerlicht hat.

Ohne Jugend keine religiöse Revolution. Tariq Ramadans Vorträge lauten schließlich: Europe`s Muslim Youth and the Way Forward, oder: The Role of the Muslim Youth in Europe (4).

Jugendbewegt romantisch ziehen wir ins „vielfältige und bunte“ Kalifat. Am schnellsten mit einer Jungen Islam Konferenz:

Deswegen schlagen wir die Einrichtung einer Jungen Islam Konferenz vor: die Institutionalisierung eines festen Gremiums, das über eine enge Zusammenarbeit mit den TeilnehmerInnen und OrganisatorInnen mit der DIK verknüpft ist. Dadurch können bedeutsame Synergien entstehen. Junge Menschen mit und ohne muslimischen Migrationshintergrund sollten in der Jungen Islam Konferenz – ebenso wie die DIK auf Bundesebene – gemeinsam wichtige Themen des Zusammenlebens aufgreifen und diskutieren. Zentrale Ergebnisse und Lösungsansätze sollten publik gemacht werden, um so den öffentlichen Diskurs und den politischen Meinungsbildungsprozess mitgestalten zu können.

Qualifikationen brauchen wir nicht, jung sein reicht. Kinder an die Macht, wie bereits Herbert Grönemeyer wusste.

Für die Deutsche Welle lässt man einen im sibirischen Tomsk aufgewachsenen Kölner Kopftuchfreund über die zauberhafte Kontaktaufnahme zur deutschmuslimischen Milla (Glaubensnation, türk. millet) sinnieren, immerhin geht es Foroutan und Mercator um nichts Geringeres als um Deutschlands friedliche Zukunft („das gesellschaftliche Miteinander von morgen und dessen Gestaltung“). Ex-Muslime bleiben von den Verhandlungen ausgeschlossen:

„DW-TV Reporter Juri Rescheto diskutiert mit jungen Muslimen und Christen über das Zusammenleben in Deutschland (5).“

Habt ihr etwas gegen Augenhöhe? Die dialogisch errungenen „zentralen Ergebnisse“ haben im besten Fall Verfassungsrang:

2. Entsendung von jugendlichen Delegierten in die Deutsche Islam Konferenz

Zwei Delegierte der institutionalisierten Jungen Islam Konferenz (siehe Empfehlung Nr. 1) sollten an der DIK teilnehmen. Die Delegierten sollten hier zum einen die im Konsens beschlossenen Ergebnisse der Jungen Islam Konferenz präsentieren und zum anderen wichtige Diskussionspunkte der DIK zurück in die Junge Islam Konferenz tragen. Durch diese Beteiligung der Jugend an der DIK könnte auch gewährleistet werden, dass die DIK ein generationsübergreifendes Gremium wird und die Generation angemessen mit einbezieht, die sich heute für das gesellschaftliche Miteinander von morgen und dessen Gestaltung verantwortlich fühlt und sich dieser Herausforderung auch langfristig stellen möchte und muss.

Ob wir eine Alte Islam Konferenz – Berlin 2012 erleben werden, oder herrscht Hass auf die Senioren? Würde die Stiftung Mercator eine Schwule Islam Konferenz oder eine Postschariatische Islam Konferenz ausgrenzen?

3. Partizipation und Interaktion fördern – Eine Deutsche Islam Konferenz zum Anfassen

Gerade weil im Rahmen der DIK wichtige Themen des Zusammenlebens von MuslimInnen und Nicht-MuslimInnen und diesbezügliche die Allgemeinheit betreffende Empfehlungen im Mittelpunkt stehen, sollte die DIK stärker kontinuierlich und transparent in der Öffentlichkeit auftreten.

Im Islam wird das Zusammenleben von Allahfreund und Dhimmi von Sunna und Scharia geregelt, in der deutschen freiheitlichen Demokratie vom Grundgesetz … noch.

Die unterschwellige Botschaft ist klar: Das Grundgesetz reicht für ein Zusammenleben von Muslimbürger und Nichtmuslimbürger nicht aus. Insofern haben die „Jungen“ die Intention der „großen“ Islam-Konferenz verstanden.

Ein interaktiver Charakter der DIK kann hierzu beitragen – etwa indem sich die DIK für Anfragen, Hinweise und Vorschläge der BürgerInnen öffnet. Neben den bereits für die BürgerInnen bestehenden Kontaktmöglichkeiten per Brief, Email oder Telefon befürworten wir die zusätzliche Einrichtung eines Weblogs begleitend zu der bereits bestehenden interaktiven Webseite der DIK. Über diesen Weblog könnten Themenvorschläge für die DIK eingereicht, gesammelt, diskutiert und, nach einer Vorauswahl, in der DIK mit ExpertInnen debattiert werden. Über den Weblog könnte außerdem Kritik an der DIK, den VertreterInnen und den Positionen gesammelt und in die DIK rückgekoppelt werden. Dadurch würde die DIK transparenter und die Themenfindung nachvollziehbarer werden.

Ayatollah Chomeini sprach noch auf der Straße, nun kommt die digitale Islamische Revolution.

Durch die Einbindung von solchen basisdemokratischen Elementen würde die DIK aber vor allem nicht mehr als ein „unverbindliches Dialogforum“, sondern mehr als ein Organ gesehen werden, das gesellschaftliche Bedürfnisse und Diskurse direkt und zeitnah aufgreifen und debattieren kann. Außerdem empfehlen wir die stärkere Einbeziehung von öffentlich-staatlichen Einrichtungen. Beispielsweise können auch Bürgerämter als Anlauf- und Kontaktstellen dienen, an denen Informationsmaterial ausgelegt wird und über die in den Dialog mit Verantwortlichen der DIK getreten werden kann.

Damit auch der Bürgermeister Rechtleitung erfährt und gar nicht erst auf die Idee kommt, die Scharia als Kulturrassismus zu bezeichnen.

Weiterhin könnten die Informationsflyer der DIK breitflächiger in Schulen, Kultur und Sportvereinen, Migrantenselbstorganisationen und Moscheegemeinden etc. ausgelegt werden.

Ganz im Einklang mit den von Naika Foroutan hoch verehrten Verweigerern von Wissenschaftlichkeit und Weltbürgerlichkeit, Dschamal ad-Din al-Afghani und Muhammad Abduh (Foroutan: „Diese beiden islamischen Denker forderten eine religiöse Reform [und] hielten die Abkehr vom richtigen Islam und dem richtigen Verständnis des Koran für die Ursache der Misere zwischen der islamischen Welt und dem Westen“ (6)), hat die Machtergreifung auch im pädagogischen Raum durchgesetzt zu werden.

Vorstellbar ist auch eine Ausstellung zur DIK, die Beginn, Entwicklung und mediale Reaktion veranschaulicht und einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen könnte.

Und nicht vergessen, liebe Berliner Ausstellungsmacher: Über Kopftuch und Schariagesetz nur Gutes. Museumspädagogik wie zuletzt in der DDR.

4. Ein Kuratorium für eine transparente Auswahl der TeilnehmerInnen

Der Auswahlprozess für die Teilnahme an der DIK muss aus unserer Sicht nachvollziehbar und transparenter gestaltet werden. Ein unabhängiges Kuratorium bestehend aus muslimischen und nicht-muslimischen Personen des öffentlichen Lebens könnte ein geeignetes Gremium sein, um anhand eindeutiger und der Öffentlichkeit bekannter Kriterien über die Teilnahme der AkteurInnen zu entscheiden.

Diese „Unabhängigen“ können dann ihrer religionspolizeilichen Pflicht zur Hisba nachkommen. Schariagegner raus.

Auf diese Weise könnte ein höherer Grad an Legitimität für die Repräsentativität der DIK-Teilnehmenden erreicht werden. Für eine begrenzte Anzahl an Plätzen sollte auch eine Eigenbewerbung möglich sein.

5. Eine Wiederaufnahme der AG Medien

Als Teilnehmende der Jungen Islam Konferenz – Berlin 2011 haben wir uns über die Bedeutung der Medien bei der Produktion und Reproduktion von Bildern über „den Islam“ und „die Muslime“ in Deutschland verständigt und sind besorgt über die teils einseitigen, essentialisierenden und polemischen Darstellungen von MuslimInnen in der Berichterstattung deutscher Medien.

Kaum noch jemand traut sich, über die auf Gruppen (Dhimmis, Harbis, Frauen) bezogene Menschenfeindlichkeit des Islam oder über die Entrechtung der Frau im Islam zu sprechen, doch bereits diese wenigen Worte veranlassen die Mercator-Stiftung, „besorgt“ zu sein.

Es ist noch erfolgreicher zu hindern, dass über den frauenfeindlichen, Nichtmuslime diskriminierenden und wissenschaftsfeindlichen Charakter des Islamischen Rechts faktengetreu berichtet wird.

Nicht der Krieg gegen die Vernunft, den Abu Hamid Muhammad al-Ghazali (1058-1111) als Lebenswerk mit einem bis heute wirksamen Erfolg durchführte, nicht die schwerlich übertreffbare Misogynie des islamischen Gelehrten Abu al-Faradsch Ibn al-Dschauzi (1116-1201) oder der kulturelle Rassismus des türkischen Nationalisten und Kalifatsanhängers Necmettin Erbakan (1926-2011) sollen durch die DIK als „Thema“ stärker behandelt werden, vielmehr sind es die Störenfriede aus den Reihen der wissenschaftlich und menschenrechtlich-universell verhafteten Islamkritik, die endlich an den volkspädagogischen Pranger gestellt werden müssen:

Die DIK sollte dieses Thema stärker behandeln und auch über den Bildungsauftrag des Staates sowie über die öffentlich-rechtlichen Sender diskutieren. Unter anderem aus diesen Gründen befürworten wir die Wiedereinführung der Arbeitsgruppe Medien in der DIK II und die Fortführung des bisherigen Austauschs in diesem Themenfeld. Beispielsweise könnten Workshops, Medienfachkonferenzen oder medienbezogene Projekte – wie etwa die Runden Tische für JournalistInnen – verstetigt und breitflächig angeboten werden. Die Ergebnisse dieser Arbeit sollten sowohl in die Öffentlichkeit als auch in die Medienunternehmen getragen werden.

Die unteilbare und ewige Scharia hat in Radio und Fernsehen in aller Sanftheit beworben zu werden, als staatlicher Bildungsauftrag ist soeben der verstaatlichte Proislamismus definiert worden. Und damit keiner sagen kann, hier werde der Ausstieg aus dem weltlichen Recht geprobt, organisiert Naika Foroutan ein Planspiel.

Nun aber ist endlich mehr Druck zu machen, damit Zeitung und Rundfunk in Zukunft islamsensibel berichten und die zu muslimisierenden Kinder in Köln oder Berlin nicht länger von Höllenfurcht und Sunnagehorsam entfremden. Heimat („Heymat“) finden die Muslime schließlich in der irdischen Islamischen Ordnung und in der Rückkehr zu Allah ins Paradies.

6. Einrichtung staatlich-muslimischer Dialogformen auf kommunaler Ebene

Eine erfolgreiche Islamische Revolution darf sich schließlich nicht auf den Bundestag oder das Regierungsviertel beschränken, sondern hat rund um jedes deutsche Rathaus organisiert zu werden.

Als TeilnehmerInnen der Jungen Islam Konferenz – Berlin 2011 haben wir uns sowohl in der Rolle als DIK-AkteurInnen als auch aus unserer eigenen Perspektive intensiv mit dem Thema „Institutionalisierung von staatlich-muslimischen Kooperationen auf kommunaler Ebene“ befassen können. Der Austausch über mögliche Formen staatlich-muslimischer Zusammenarbeit in der Kommune hat gezeigt, wie komplex Verhandlungen und wie schwierig Konsensfindungen sein können. Dennoch kamen wir zu dem Schluss, dass es sinnvoll und erfolgbringend ist, Probleme des Zusammenlebens von Menschen mit und ohne muslimischen Migrationshintergrund von unten nach oben, also an der Basis beginnend, zu bearbeiten und anzugehen. Vor diesem Hintergrund sind kommunale Kooperationsformen zu befürworten und wir empfehlen deshalb eine bundesweite Einrichtung staatlich-muslimischer Dialogforen auf kommunaler Ebene.

Niemand wage es in der tiefsten Provinz, gegen die Maßgaben von Koran und Sunna aufzumucken.

Ziel dieser Foren soll und muss sein, den Islam in der Gesellschaft und den kommunalen Strukturen zu etablieren, was zu einer größeren Akzeptanz und Anerkennung der Religion und der MuslimInnen führen wird.

Die Machtergreifung! Jetzt aber hinein mit den Muftis und Scheichen in jede Stadtverwaltung.

7. Signale senden – Die gesamtgesellschaftliche Akzeptanz von Islam und MuslimInnen in Deutschland fördern

Pst, nicht verraten, Gesamtgesellschaft bedeutet Kalifat. Ob christianisiert oder schariapflichtig, zu Mohammed und Schariagesetz kannst du nur ja oder ja sagen.

Der unbelehrbare Islamgegner ist aus dem Gemeinwesen zu exkludieren, und auch derjenige, der, sachlich richtig, darauf hinweist, dass die islamische Umma eine nach außen antisoziale, chauvinistische Solidargemeinschaft ist, die, nach innen, immerhin alle ihre weiblichen Angehörigen herabwürdigt und diskriminiert.

Dialog basiert immer auf einem aktiven Austausch gleichberechtigter PartnerInnen.

Demokraten und Islamisten auf harmonischer Augenhöhe, Parlamentarier und Muslimbrüder in geschwisterlicher Eintracht. Man applaudiere.

Du bist doch kein antimuslimischer Rassist?

Die DIK birgt in ihrer Einzigartigkeit die Hoffnung auf eine über Gesten und Symbole hinausgehende gemeinsame Bearbeitung gesellschaftsrelevanter islambezogener Themen. Essentiell für einen Dialog auf Augenhöhe ist das Gefühl, wirklich angenommen und anerkannt zu sein.

Wer gegen die Burka oder das Lehrerinnenkopftuch argumentiert, bläst zum Bürgerkrieg.

Berlin 2011. Der Trend geht zur Zweitfrau.

Die geführten Debatten über die Frage, ob und inwiefern der Islam zu Deutschland gehört bzw. gehören kann, haben bei uns MuslimInnen und Nicht-MuslimInnen zu Verunsicherungs- und zu Enttäuschungsmomenten geführt – gerade weil wir den Islam und die MuslimInnen als selbstverständlichen Teil des demokratischen, pluralen und vielfältigen Deutschlands sehen.

Ohne den integrierten Islambegriff von den Autoritäten des ECFR oder der FEMYSO ist Deutschland monokulturell, intolerant. Nicht dein Nein zur Burka auf dem Marktplatz oder zum Lehrerinnenkopftuch, sondern dein Ja zur Scharia zeigt uns dein Bejahen der deutschen gesellschaftlichen Vielfalt:

Aus unserer Sicht ist es wichtig, dass die DIK dieses Thema aufgreift, den Wirrungen mit einer klaren Position begegnet und den BürgerInnen signalisiert, dass Deutschland plural und heterogen ist und der Islam als Religion nicht nur im Alltag, sondern auch aufgrund des in unserem Grundgesetz verankerten Rechts auf freie Religionsausübung ein gleichberechtigter Teil Deutschlands ist und als solcher auch Akzeptanz erfahren muss.

Dass der Schariagegner wirres Zeug redet, schlicht desorientiert ist, hat die Bundesregierung zeitnah kundzutun.

Hidschab und Burka, Zweitfrau und Kindbraut sind laut Naika Foroutan bzw. Stiftung Mercator grundgesetzlich geschützt, was in neu zu erarbeitenden Gesetzen (Thomas de Maizière zum proschariatischen sui generis: „Ich lade hier zu viel juristischer Fantasie ein“ (7)) Niederschlag finden muss, dein guter Wille allein ist schließlich nicht gut genug:

Die rechtliche Anerkennung der muslimischen Organisationen als Religionsgemeinschaften würde der Akzeptanz von Islam und MuslimInnen in Deutschland über eine normative, ideelle Ebene hinaus Vorschub leisten. Die während der ersten Phase der DIK diesbezüglich geführten Gespräche befürworten wir.

Keinesfalls darf die BRD von den Islamverbänden verlangen, die vor dem Höllenfeuer rettenden Befehle von Koran und Hadith abzulegen.

8. Weniger Staat – mehr BürgerInnen: Öffnung der Deutschen Islam Konferenz für praxiserfahrene Einzelpersonen auf nicht-muslimischer Seite

Her mit den charismatischen Islambeschwichtigern! Integrieren wir ein paar proislamistische, nichtmuslimische Zauberer in die DIK.

Da die DIK derzeit ein vom Staat getragenes Dialogforum ist, an dem ausschließlich staatliche und muslimische AkteurInnen teilnehmen, entsteht in der öffentlichen Wahrnehmung der Anschein, dass sich das Zusammenleben mit MuslimInnen in Deutschland als so problematisch erweist, dass eine eigens einberufene Konferenz von Nöten ist. Damit entsteht auch ein Verhandlungseindruck nach dem Motto „Muslime versus Staat“, was in Folge auch den Gegensatz „Muslime versus Deutschland“ suggeriert. Die derzeitig geführten Kontroversen über die Möglichkeit eines gelingenden Miteinanders von MuslimInnen und Nicht-MuslimInnen, die zu einer Entfremdung und gesellschaftlichen Polarisierung geführt haben, basieren weniger auf Konflikten zwischen MuslimInnen und dem Staat denn auf innergesellschaftlichen Ressentiments, Ängsten und Befürchtungen.

Wer vor dem Islamischen Recht warnt, den treibt der Hass.

Wir begrüßen, dass die DIK in ihrer zweiten Phase praxisorientierter ausgerichtet ist. Dennoch empfehlen wir, den Kreis der Dialogführenden nach dem Motto „weniger Staat – mehr Bürger“ zu öffnen.

Der allzu nüchterne Staat ist abgemeldet, jetzt fiebert die Bevölkerung religiös.

Vor allem auf Seiten der staatlichen VertreterInnen sollen analog zu den muslimischen Einzelpersonen praxiserfahrene, nicht-staatliche AkteurInnen mit spezifischer Qualifikation ausgesucht werden – sogenannte „Alltagsmenschen“. Dadurch kann eine gesicherte Rückbindung der auf der DIK verhandelten Themen an die Lebensrealität der betroffenen Personen, aber auch ein besseres gesellschaftliches Abbild in der DIK erreicht werden. Vermutlich können dadurch nicht nur gegenseitige Vorwürfe und Ressentiments, sondern auch gemeinsame Wünsche und Forderungen an die staatlichen Entscheidungsträger artikuliert werden. Die staatliche Seite könnte gleichzeitig Impulse und Vorschläge für Konfliktregulierungen generieren. Diese Wechselwirkung könnte von staatlichen VertreterInnen als basisdemokratischer Orientierungsrahmen gesehen werden.

9. AkteurInnen der Deutschen Islam Konferenz als MultiplikatorInnen begreifen

Die TeilnehmerInnen der DIK bringen ihre individuellen oder verbands- und institutionsbezogenen Erfahrungen, Sichtweisen und Positionen in die Konferenz ein. BürgerInnen erfahren aber zumeist nur dann von den vertretenen Standpunkten der DIK-AkteurInnen, wenn sich besondere Konfliktlinien in bestimmten Themenfeldern abzeichnen. Wenn sich alle TeilnehmerInnen der DIK auf dem offiziellen Internetauftritt der Konferenz mit einem ausführlichen Schreiben vorstellen würden, aus dem auch hervorgeht, warum die jeweilige Person teilnimmt, welche Ziele, Ideen und Wünsche sie hat und welche Kontaktmöglichkeiten es zu ihr gibt, dann würde dies nicht nur mehr Transparenz und Interaktion ermöglichen, sondern auch die Nachvollziehbarkeit der Auswahl der DIK-TeilnehmerInnen erhöhen. In diesem Schreiben könnten die TeilnehmerInnen zugleich auch Themen benennen, die ihnen besonders wichtig sind und aus ihrer Sicht im Rahmen der DIK bearbeitet werden sollen. Dadurch könnte auch für die Öffentlichkeit, die TeilnehmerInnen und die OrganisatorInnen der DIK erkennbar werden, ob die Agenda der Konferenz mit den Wünschen und Vorschlägen der TeilnehmerInnen im Einklang steht. Aus unserer Sicht wäre es auch wünschenswert, dass sich die KonferenzteilnehmerInnen nicht nur als Beteiligte des staatlich-muslimischen Austauschs sehen, sondern zusätzlich als AkteurInnen des gesellschaftlichen Wandels.

Wandel, einen Augenblick … so schlecht war die säkulare Demokratie doch gar nicht?!

Alle Erwählten, die vom unbeschreiblichen Charisma der Konferenz ergriffen worden sind, sind mit religionspolizeilichen Befugnissen auszustatten, in die Provinzen zurückgekehrt gebührt ihnen Ehrerbietung und emsiger Dienst, Herrschaftszeiten:

Wenn sich die TeilnehmerInnen auch in ihrer alltäglichen Praxis als BotschafterInnen der DIK verstehen und als diese auftreten, dann könnte ihnen nicht nur eine Vorbildfunktion zukommen, sondern sie könnten die Ideen der DIK auf diese Weise auch in die Gesellschaft hineintragen. Diese Funktion sollten sie auch dann übernehmen, wenn es darum geht die Empfehlungen der DIK vor Ort in den Ländern und Kommunen umzusetzen.

10. Begriffe neu denken: Die Einführung eines Begriffskodexes

Verschiedene Begrifflichkeiten wie etwa „muslimische Vertreter – staatliche Vertreter“, „Mehrheitsgesellschaft“ oder „MigrantIn“ (u.a. für deutsche StaatsbürgerInnen mit Migrationshintergrund) führen – auch im Rahmen der DIK – dazu, dass sich „wir“- und „ihr“- Gegensätze im alltäglichen Sprachgebrauch etablieren und sich in der gesellschaftlichen und öffentlichen Wahrnehmung verfestigen. Statt bereits bei der Bezeichnung des Gegenübers auf Unterschiede zu verweisen, sollte indes das Gemeinsame betont werden.

Ob unislamisch lebende, säkulare Geschäftsfrau oder islamisch korrektes (unmündiges), von Höllenangst geplagtes Burka-Heimchen, ob nachvollziehbar arbeitender Wissenschaftler oder heilssichernd aktiver Salafist, entscheidend ist doch: Jeder von uns ist Mensch.

Eine neue, durch die DIK erarbeitete, für alle TeilnehmerInnen empfehlenswerte Begriffspraxis kann zu mehr Akzeptanz und Verständnis des pluralen, heterogenen Deutschlands führen und sich der Position von „Etablierten und Außenseitern“ entgegenstellen. Sie sollte von der DIK als Motor auch in den öffentlichen Raum bzw. in die Wahrnehmung der Gesellschaft hinein delegiert bzw. transportiert werden.

Fakten haben sehr gestört, jetzt kommt al-Islam.

Die Untergebenen anders wahrnehmen lassen. Anderes für wahr halten zu lernen, ist das Gebot der Stunde. Verändern Sie sich, blicken Sie anders in die Welt, noch mehr anders!

Der Islamkritiker hat schließlich Probleme mit dem Wahrnehmen und mit der Wahrheit gleich mit, wie der gottesfürchtige, im Jahre 1935 geborene ägyptische Philosoph Hasan Hanafi erkannte:

„Die nördliche und die südliche Mittelmeerküste sind Wiegen uralter Zivilisationen. Spannungen zwischen diesen Regionen beruhen häufig auf Fehlwahrnehmungen. … Der Islam habe eine dem Christentum, der Religion des Friedens und der Liebe, entgegengesetzte Kultur der Gewalt hervorgebracht. Diese falsche Wahrnehmung basiert auf einem reduktionistischen Fehlschluss, der das Ganze auf einen Teil verkürzt. Denn der Islam hat auch Juwelen der Geschichte wie Granada, Sevilla oder Cordoba auf der Nordseite des Mittelmeers entstehen lassen (8).“

Cordoba! Plätschernde Brunnen, arabische Gelehrsamkeit und heilige Schutzgelderpressung der Dschizya. Lautengeklimper, Marmorpaläste und dann und wann eine kleine Dhimmi-Auspeitschung.

Spürst du es denn nicht, das goldene al-Andalus liegt jetzt an der Spree! Nur die Wortwahl der ärgerlich unislamisch arbeitenden Journalisten und Blogger könnte noch etwas harmonischer sein, damit Deutschlands kleine Muslime bessere Laune haben:

Wenn allein auf staatlicher Ebene von Seiten der MinisterInnen, der Länder- und KommunenvertreterInnen ein neuer Begriffskodex eingeführt wird, dann kann der Diskursraum zurückerobert werden, der sich in den letzten Jahren vor allem durch stark entfremdende (mediale) Debatten negativ auf das Zusammenleben ausgewirkt hat. Diese Auswirkungen sind in den Alltagsrealitäten der jungen Generation stark zu spüren.

Mögen Berlins der Glückseligkeit verpflichtete Muslimkinder nie aus dem sicheren Kerker von Sunna und Scharia ausbrechen.

Es beginne die sprachliche Kriegsführung, der mediale Dschihad.

Unerwünschte Worte erzeugen schließlich falsches Wissen und stehen unserer zentralen Aufgabe „Gemeinsam Gemeinschaft schaffen“ (Mercator 2011) entgegen.

Möge die islamische Pracht uns niemals verlassen! Deutschland braucht die religiös begründete Pressezensur.

Jacques Auvergne

(1) 10 Empfehlungen der Jungen Islam Konferenz – Berlin 2011

http://www.stiftung-mercator.de/fileadmin/user_upload/INHALTE_UPLOAD/Bildung/Junge_Islam_Konferenz_Berlin_2011/110328_JIK_Empfehlungskatalog_final_WEB.pdf

Junge Islam Konferenz, offizielle Internetpräsenz

http://petition-stiftung-mercator.de/

Suchbegriff Junge Islam Konferenz beim Projekt HEYMAT

http://www.heymat.hu-berlin.de/search?SearchableText=Junge+Islam+Konferenz

Die „Junge Islam Konferenz – Berlin 2011“ ist ein Projekt der Stiftung Mercator in Kooperation mit der Humboldt-Universität zu Berlin. … Die „Junge Islam Konferenz – Berlin 2011“ reagiert auf die Tatsache, dass die Deutsche Islamkonferenz und ihre Themen- und Zielsetzung laut einer jüngst veröffentlichten Studie des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Migration und Integration insbesondere in der zweiten und dritten Generation der Muslime in Deutschland weitgehend unbekannt ist. … Das zweitägige Vorbereitungsseminar wird an der „Berlin Graduate School of Social Sciences“ (BGSS) der Humboldt-Universität zu Berlin (HU Berlin) stattfinden und ReferentInnen aus Wissenschaft und Praxis begrüßen. Das zweitägige Planspiel-Seminar soll im Bundesministerium des Innern (BMI) stattfinden, um den TeilnehmerInnen eine authentische Erfahrung der Verhandlungen zu ermöglichen.

Dr. Naika Foroutan (Projektleiterin)

Damian Ghamlouche (Projektmanager)

Sina Arnold (Co-Projektmanagerin)

http://www.heymat.hu-berlin.de/junge-islamkonferenz

HEYMAT. Foroutan.

http://www.heymat.hu-berlin.de/team/foroutan

(2) Stiftung Mercator. Junge Islam Konferenz. Zwischenresümee. Die Worte Menschenrechte, Frauenrechte bzw. Gleichberechtigung der Frau, Scharia, Hidschab oder Kopftuch kommen gar nicht erst vor, stattdessen ist von Religion (neun mal, mit Varianten) und Islam (49 mal) die Rede. Auf in die Dhimma-Republik, alle Arbeit „für einen gelingenden Gemeinschaftsbildungsprozess“.

http://www.stiftung-mercator.de/fileadmin/user_upload/INHALTE_UPLOAD/Bildung/Junge_Islam_Konferenz_Berlin_2011/110329_JIK_Dossier_A4_final_WEB.pdf

Schariafreundin Naika Foroutan steuert kräftig mit. Vorbereitungsseminar Junge Islam Konferenz – Berlin 2011, 5. und 6. Februar 2011, Berlin:

„Unter den Referenten befinden sich Experten wie Prof. Dr. Klaus J. Bade (Vorsitzender des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration), Prof. Dr. Haci Halil Uslucan (Leiter Stiftung für Türkeistudien und Integrationsforschung), Dr. Naika Foroutan (Projektleiterin der Jungen Islam Konferenz – Berlin 2011 und Leiterin des Projekts HEyMAT an der Humboldt-Universität zu Berlin) sowie Mitglieder der Deutschen Islam Konferenz.“

http://www.stiftung-mercator.de/presse/pressetermine/pressetermin-details/article/vorbereitungsseminar-junge-islam-konferenz-berlin-2011.html

(3) Den Teilnehmern des Planspiels der Jungen Islam Konferenz rief Dr. Thomas Herzog zu: „Der Islam ist in Deutschland angekommen, und er ist willkommen.“

http://www.stiftung-mercator.de/fileadmin/user_upload/INHALTE_UPLOAD/Bildung/Junge_Islam_Konferenz_Berlin_2011/20110125_Planspiel_Ablauf_extern_FINAL.pdf

Die ebenfalls anwesende Dr. Rita Süssmuth: fiel 2004 durch ein „In Deutschland gibt es keinen Ort für die Scharia.“ angenehm auf, warnt jedoch das Deutsche Volk heute nicht mehr vor dem Islamischen Recht. Quelle: Cigdem Akyol für die taz, 21.02.2011. Akyol: „Der Erlanger Islamwissenschaftler Mathias Rohe erklärt, das Nebeneinander der Rechtssysteme sei Ausdruck der Globalisierung. … In England ist die Integration der Scharia Realität. Schiedsgerichte und Scharia-Räte regeln in vielen Städten zivilrechtliche Streitigkeiten zwischen gläubigen Muslimen. Seit 2007 gibt es dort das „Muslim Arbitration Tribunal“ (MAT) für Familien-, Erbschafts- und Handelsstreitigkeiten mit einer Handvoll Schlichtungsstellen in England und Wales. Die Schiedssprüche des Tribunals sind vor Gericht durchsetzbar.“

http://www.taz.de/1/leben/alltag/artikel/1/goldmuenzen-fuer-die-exfrau/

Islamic Sharia Council

http://www.islamic-sharia.org/

Muslim Arbitration Tribunal

http://www.matribunal.com/

(4) Tariq Ramadan: Europe`s Muslim Youth and the Way Forward.

http://www.youtube.com/watch?v=p-LEljKD1R0

Tariq Ramadan: The Role of the Muslim Youth in Europe.

MJD: “Weiterhin wird behauptet, dass Ibrahim El-Zayat auf dem MJD-Meeting 2009 aufgetreten sei. Richtig ist vielmehr, dass Herr El-Zayat auf dieser Veranstaltung einen Vortrag von Prof. Tariq Ramadan einem der renommiertesten europäischen Islamwissenschaftler und Verfechter des „Euro-Islam“, als Übersetzer begleitet hat. In dem Vortrag „The Role of the Muslim Youth in Europe“ hat Prof. Ramadan unter großem Beifall die Notwendigkeit sich als muslimischer Jugendlicher in die europäische Gesellschaft zu integrieren und zu partizipieren aufgezeigt und es zur religiösen Verpflichtung eines jeden Einzelnen erklärt. Gerade der Inhalt dieses Vortrags ist ein Paradebeispiel, für das stetige Eintreten der MJD, junge Muslime zu mehr gesellschaftlicher Beteiligung anzuregen.”

http://www.mjd-net.de/stellungnahme-zu-den-anschuldigungen-des-bundesamt-f%C3%BCr-verfassungsschutz

(5) Die proschariatisch aktive Deutsche Welle engagiert Juri Rescheto: „Dürfen muslimische Lehrerinnen ein Kopftuch tragen? Soll an deutschen Schulen islamischer Religionsunterricht eingeführt werden? Über solche Fragen wollen Jugendliche im Rahmen der ersten „Jungen Islam Konferenz“ sprechen. Sie findet an diesem Wochenende im Innenministerium in Berlin statt. Die Jugendlichen sollen Ideen entwickeln und Empfehlungen aufschreiben. Denn auf höherer Ebene sind die Gespräche zwischen deutschem Staat und muslimischen Vertretern zuletzt ins Stocken geraten.

http://www.dw-world.de/dw/article/0,,6443785,00.html

(6) Naika Foroutan verehrt die Begründer der islamischen Gegenmoderne Dschamal ad-Din al-Afghani und Muhammad Abduh, aus: Kulturdialoge zwischen dem Westen und der islamischen Welt: eine Strategie zur Regulierung von Zivilisationskonflikten, Seite 93: „Diese beiden islamischen Denker forderten eine religiöse Reform. … Hier sollte also durchaus die kulturelle Moderne akzeptiert werden“ Das ist natürlich Unsinn, Wali mudschbir, Kindbraut, Polygamie und Talaq standen für al-Afghani (Technologie und Panislamismus) und Abduh (Journalist, Großmufti von Ägypten) nie zur Disposition, ein vor der Hölle bewahrendes Wohlverhalten ist kulturell vormodern. Al-Afghanis Geburtsjahr ist nicht 1839 (Foroutan), sondern 1838.

http://books.google.de/books?id=NBZ2N3mGM74C&lpg=PP1&dq=Naika%20Foroutan&pg=PP1#v=onepage&q=Afghani&f=false

Muslime, seid östlich, wo auch immer. Rezension zu Naika Foroutan (Kulturdialoge zwischen dem Westen und der islamischen Welt: eine Strategie zur Regulierung von Zivilisationskonflikten) von Jacques Auvergne.

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2011/04/16/228/

(7) Islamintegrierer und Bundesinnenminister Thomas de Maizière zum proschariatisch umzusetzenden sui generis („Ich lade hier zu viel juristischer Fantasie ein“). Für das Göttinger Tageblatt schreibt Isabel Trzeciok am 08.12.2010:

„Die bisherigen Rahmenbedingungen des Kirchenrechts sind auf die Organisationsform der großen christlichen Kirchen optimiert. Hier einen Weg zu finden, den Islam zu integrieren, sei eine der großen zukünftigen Herausforderungen, erläuterte de Maizière. Da die stark dezentrale Organisation die juristische Zuordnung erschwere, plädierte der Minister für ein pragmatisches Vorgehen und lösungsorientierte Ansätze vor Ort. Viele Tausend kleine Islamkonferenzen in den Städten wünsche er sich, um Ideen zu entwickeln und vor Ort bestehende Probleme gemeinschaftlich zu lösen.“

http://www.goettinger-tageblatt.de/Nachrichten/Wissen/Regionale-Wissenschaft/Bundesinnenminister-de-Maiziere-spricht-ueber-Religion

(8) Gegenmodernist, Kulturkreistheoretiker und Schariafreund Hasan Hanafi ist Vizepräsident der Arabischen Philosophischen Gesellschaft.

http://de.qantara.de/Tausendundein-Vorurteil/947c910i1p95/index.html

Ein linker Islam? Ausschnitte aus dem fast zwei Jahrzehnte alten Vortrag von Ḥasan Ḥanafī »Die Aktualität eines ‘linken Islam’« (aus: »Gesichter des Islam, 2. Orient-Tagung im Haus der Kulturen der Welt«, 10.-12.12.1991, bei: Verlag Haus der Kulturen der Welt (Hg.), Berlin 1992) kommentiert Jacques Auvergne.

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2010/06/30/176/

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4 Antworten to “229. Mercator und Islam”

  1. widderhorn Says:

    :::
    Hg.: Marwan Abou-Taam, Jost Esser, Naika Foroutan

    Zwischen Konfrontation und Dialog
    Der Islam als politische Größe

    http://www.vs-verlag.de/Buch/978-3-531-17279-8/Zwischen-Konfrontation-und-Dialog.html

    Marwan Abou-Taam ist 1975 in Beirut geboren und promovierte als Islam- und Politikwissenschaftler über die Auswirkungen des internationalen Terrorismus auf die deutsche Sicherheitspolitik. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Abteilung für Internationale Beziehungen der Universität Göttingen. Als Vorsitzender des Vereins zur Förderung des interkulturellen Dialogs gibt er die von ihm gegründete Zeitschrift „Interkultureller Dialog“ heraus. Außerdem ist er Mitglied des Düsseldorfer Instituts für Außen- und Sicherheitspolitik und hat für die deutsche Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) gearbeitet. Von 2003 bis 2005 war er Assistent von Professor Bassam Tibi; 2006/07 war er beim Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz im Bereich Analyse/Strategische Auswertung tätig. 2006 analysierte und veröffentlichte er gemeinsam mit Ruth Bigalke die „Reden des Osama bin Laden“.

    http://www.suedkurier.de/region/hochrhein/schopfheim/Vortrag-ueber-Islam-am-THG;art372617,4887686

    Abou-Taam sinniert über die leider von ihm nicht pauschal kritisierte kulturrassistische und frauenfeindliche Scharia, im Gegenteil wird impliziert, eine schlampige oder zweckhafte Schariaverwendung sei ein wenig nachteilig und, im übrigen, habe sich der ‚Westen‘ („westliche Menschenrechtsvorstellungen“) in das irgendwie orientalische Schariarecht nicht einzumischen …

    http://www.kriminalpolizei.de/articles,die_scharia,1,231.htm?PHPSESSID=0a1df9b58b0b62b76814df61b2366eaf

    Landesjugendamt RhP 2009
    Umgang mit kultureller Vielfalt

    Dr. Marwan Abou Taam … zog für uns alle hochinteressante Parallelen zwischen Judentum, Christentum und Islam … nur wenn man um diese Unterschiede weiß … lässt sich eine gemeinsame Form des Handelns entwickeln.

    aus: Landesjugendamt info Ausgabe 6/2009

    http://www.lsjv.rlp.de/service/downloads/#c16529

    Im Rahmen der Interkulturellen Woche 2009 hatte der Regionale Runde Tisch „Gewalt in engen sozialen Beziehungen“ am 30.8.09 zu einer Fachtagung im Sitzungsaal des Kaiserslauterer Rathauses eingeladen. Dr. Marwan Abou-Taam (Landeskriminalamt RLP) sprach vor 120 Fachkräften aus psycho-sozialen Berufen über das Thema „Gewalt im Namen der Ehre“. …

    Seit den 90er Jahren sei eine Zunahme von «Verbrechen im Namen der Ehre» festzustellen. In den 70er- und 80er-Jahren seien solche Straftaten noch kaum vorgekommen. Die dritte Generation der hier lebenden Muslimen habe aber nur noch undeutliche Vorstellungen von den eigentlichen Ehrbegriffen, wie sie in den islamischen Ländern verwendet werden.

    Damit wird dem Publikum indirekt der innertürkische Glaubensmangel, der Mangel an Islam als ursächlich für die vielen Ehrenmorde angeboten, Sunna und Scharia selbst, so umschleicht Abou-Taam seine rhetorische Auslassung, würden männliche Gewalt gegen Frauen nicht begründen.

    http://www.polizei.rlp.de/internet/sub/0c4/0c4422af-a620-5211-3c01-1f42680e4cdd,,,7006045d-9c34-7001-be59-2680a525fe06.htm
    :::

  2. Widderhorn Says:

    Immer wieder berufen sich Islamverteidiger ungeniert auf den 1905 verstorbenen Muhammad Abduh, einen Theologen sprich Zauberkünstler, der Scharia und Vernunft angeblich „versöhnte“, indem er sozusagen das Licht der Vernunft auf die Barbarei des unveränderten Islam leuchten ließ und dem staunenden Publikum erklärte, der Islam sei jetzt „leuchtend vernünftig“. Gegen die diskriminierende Scharia hatte der optimistische ägyptische Großmufti zeitlebens gar nichts einzuwenden.

    Der nach dem urgemeindlichen (salafistischen) Trickmeister Abduh „flexible, vernünftige“ Islam erzeugt dem muslimischen Endverbraucher natürlich keine Freiheit, sondern eine Schein-Autonomie; das gleichsam gefesselte Individuum muss sagen: „Ich verstehe Allahs Gesetz, mein Islam ist vernünftig“. Wer nämlich jetzt noch sagt, die Scharia sei unvernünftig oder gar vernunftfeindlich, hat nicht nur keinen Glauben, sondern ist selbst „ohne Verstand“.

    Echter alter Islam eben.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Muhammad_Abduh

    Auch die Kölner Islamwissenschaftlerin Katajun Amirpur und ihr Ehemann Navid Kermani wandeln auf den Spuren der Schariafreunde Abduh und Zaid (Nasr Hamid Abu Zaid). Nach den Worten des im Sommer 2010 verstorbenen, als sanft und modern gehandelten „Islamreformers“ Zaid leide der arme kleine Islam fürchterlich:

    „Die muslimische Gemeinschaft ist wie eine Frau, die ein Kind gebären will. Aber der Islam steht unter lärmenden Einflüssen. Es ist wie bei einer Mutter, die in der Notaufnahme ein Kind zu gebären versucht. Da sind viele Lichter, da ist eine Menge Lärm und die Geburt ist sehr schwierig.“

    http://www.swr.de/islam/gesichter-des-islam/koranforscher-nasser-hamid-abu-zaid/-/id=7039402/nid=7039402/did=7070688/1ur4rov/index.html

    Dass in einer menschlichen Gesellschaft die AEMR ganz gelten muss und die Scharia gar nicht, sagte der zwangsgeschiedene Zaid zeitlebens natürlich nicht.

    Ins Kulturwissenschaftliche Institut Essen (KWI, um den islamfreundlichen Politikwissenschaftler Claus Leggewie) hatten Katajun Amirpur und ihr Ehemann eingeladen, um einen Kongress zum „Neudenken des Islam“ (Orwell lässt grüßen, sie sagten Islamic Newthinking) abzuhalten. Es heißt nicht: „Wer schützt die Menschen vor dem Islam?“, sondern:

    „Wer schützt den Koran vor sich selbst?“

    Ohne Schariawissenschaft und ohne mehr Macht für den „richtigen, eigentlichen“ Islam gebe es ja vielleicht schon bald ganz viel Elend und Schmerz. Gar nicht auszudenken, ein grausamer Bürgerkrieg irgendwo, und die frechen Islamkritiker sind schuld! Lasst uns den Islam neu denken, meint die Lobby der Islamverharmloser, die schließlich nicht arbeitslos werden will:

    „Zieht man jedoch anderseits die politische Präsenz der Muslimbrüder im «neuen» Ägypten und der vormals verbotenen islamistischen Nahda-Partei in Tunesien in Betracht oder auch die religiöse Komponente des Befreiungskampfs in Syrien: Dann wird offensichtlich, dass die Forderung nach einem «Islamic Newthinking» so bald nicht von der Geschichte überholt sein wird.“

    Von allgemeinen Menschenrechten reden diese Damen und Herren gar nicht erst, eher schon von einer irgendwie demokratisch gezähmten Scharia. Die eine Welt der AEMR (und Wissenschaft) wird gezielt unauffällig halbiert in eine nichtislamische und eine islamische Welt, den armen kleinen Mullahs und Imamen muss man jetzt ein wenig helfen:

    „die mangelnde Akzeptanz innovativer Denkansätze innerhalb der islamischen Welt“

    http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/aktuell/wer_schuetzt_den_koran_vor_sich_selbst_1.11128233.html

    Essen, das KWI und Herr Leggewie.

    http://www.kwi-nrw.de/home/vorstand.html

    Mohammed war ja vielleicht der erste Humanist, jedenfalls hieß es bereits am 6. April beim KWI Essen:

    „Humanism in Islam“

    http://www.kwi-nrw.de/home/suche.html?param=Islam&s=suchen

    Wir basteln uns eine Moschee. Necla Kelek kritisierte das Buch von Claus Leggewie (Moscheen in Deutschland).

    http://www.rundschau-hd.de/archives/3097/

    Man mag sarkastisch werden: Mehr Forschungsgelder bitte für das Reden über die Aussöhnung zwischen Rechtsstaat und Kalifat.

    Der hilfreiche Leggewie und das KWI Essen. Deutschlands alte „Linke“ und jetzige Kulturforscher helfen … der globalen islamischen Bewegung.

  3. Ratingen Says:

    „Der islamische Glaube und seine Quellen“

    Vortrag von Dr. Klaus Spenlen

    Termin: Dienstag, 27.09.2011, 19.00 Uhr
    Ort: Stiftung Haus Oberschlesien, Bahnhofstr. 71, 40883 Ratingen-Hösel
    Preis: 5,- €, Jugendliche frei
    Leitung: Herr Johannes Werner, Tel. 0 21 02 / 6 85 70

    Zu diesem hochaktuellen Thema konnten wir Herrn Dr. Klaus Spenlen gewinnen. Nach dem Studium der Erziehungs- und Sozialwissenschaften und einem begleitenden Studium in Staatskirchenrecht, Promotion und zahlreiche Publikationen zur Integrationssoziologie, speziell zum Islam, Mitglied der Deutschen Islamkonferenz, Politikberater, Lehrtätigkeit an der Heinrich-Heine-Universität im Themenbereich „Integration des Islam“.

    Bei dieser Veranstaltung geht es um Grundfragen des islamischen Glaubens: Gibt es Gemeinsamkeiten zwischen Islam und Christentum? Welche Bedeutung haben das islamische Recht figh sowie die shari´a und der dschihad für das Leben von Muslimen in Deutschland? Gibt es Menschenrechtsverletzungen, die durch den Glauben evoziert werden? Welche Handlungsspielräume haben Muslime im Umgang mit Nichtmuslimen?

    http://www.kulturkreis-hoesel.de/index.php?option=com_content&view=article&id=224:qder-islamische-glaube-und-seine-quellenq&catid=36&Itemid=17

    „Der islamische Glaube und seine Quellen“

    Vortrag von Dr. Klaus Spenlen

    Termin: Dienstag, 27.09.2011, 19.00 Uhr
    Ort: Stiftung Haus Oberschlesien, Bahnhofstr. 71, 40883 Ratingen-Hösel
    Preis: 5,- €, Jugendliche frei
    Leitung: Herr Johannes Werner, Tel. 0 21 02 / 6 85 70

    http://www.kulturkreis-hoesel.de/index.php?option=com_content&view=category&id=36&layout=blog&Itemid=17

  4. Säkulares Düsseldorf Says:

    ——-
    ——-

    Serielle evangelische Schariabeschönigung nennt sich Respekt und Mut. Düsseldorf 2011:

    – Melda Akbaş (Mein Leben zwischen Moschee und Minirock)

    – Dr. Klaus Spenlen, Ministerialrat a. D. und Mitglied der Deutschen Islamkonferenz, Diplompädagoge.

    – Coskun Canan, VW- Forschungsprojekt „Hybride europäisch-muslimische Identitätsmodelle (Heymat).

    – Ekrem Senol, Lamya Kaddor.

    – Patrick Bahners (Die Panikmacher)

    – Sineb Al Masrar (Herausgeberin der Zeitschrift Gazelle)

    – Lale Akgün (Der Aufstand der Kopftuchmädchen)

    ——-
    ——-

    So wie ich will. Mein Leben zwischen Moschee und
    Minirock

    Lesungen für Mädchen mit Melda Akbaş

    Freitag, 23.09.2011 · Die Veranstaltungen sind kostenfrei. Wegen begrenzter Teilnahmeplätze ist eine Anmeldung
    unter gewaltpraevention@duesseldorf.de erforderlich.

    Erste Lesung: 10 bis 11:30 Uhr, Aula der Joseph-Beuys-Gesamtschule, Siegburgerstr. 149

    Zweite Lesung: 16 bis 17:30 Uhr im Weiterbildungszentrum (WBZ), Saal 2, Bertha-von-Suttner-Platz 1 (direkt am
    Hbf – Hinterausgang)

    Melda Akbaş, Tochter türkischer Eltern und in Berlin aufgewachsen, veranschaulicht in ihrem Buch eindrücklich ihr Leben zwischen westlichen Werten und türkischer Familientradition. Sie beschreibt ihre Situation zwischen Respekt vor ihren muslimischen Wurzeln und ihrer Entschlossenheit, ein selbstbestimmtes Leben zu führen – über das Ausgehen, verboten enge Jeans und wie ungleich Söhne und Töchter behandelt werden. Mellba Akbaş ist Sprachrohr für muslimische
    Mädchen, die ihre Probleme nachvollziehen können und zeigt humorvoll auf, dass es moderne muslimische Frauen jenseits von Kopftuchdebatten und Ehrenmordskandalen gibt. Melda Akbaş engagierte sich als stellvertretende Schulsprecherin und arbeitet für die Türkische Gemeinde Deutschland. Im März 2009 wurde ihr Projekt »l.o.s. – let’s organize somethin’« von der Deutschen Bank und der Initiative »Deutschland – Land der Ideen« ausgezeichnet.

    Info/Anmeldung: Fachstelle Gewaltprävention,
    Tel. 0211/89.93863, ute.stratmann@duesseldorf.de

    Jugendamt/ Jugendförderung,, Tel. 0211/89.25161, sabine.lehmannklausch@duesseldorf.de

    VHS Düsseldorf, Tel. 0211/89.92457, barbara.kokoskathiemann@duesseldorf.de

    ——-

    Manifest der Vielen
    Montag, 26. September 2011, 20 Uhr, Zakk, Fichtenstraße 40 · Eintritt frei

    Mit Ekrem Senol, Lamya Kaddor u.a.

    Moderation: Michael Serrer, Leiter des Literaturbüros NRW in
    Düsseldorf

    Das „Manifest der Vielen“ ist Gegengift und
    Pflichtlektüre: Um sich nicht abzuschaffen, muss
    Deutschland sich neu erfinden. Dreißig profilierte
    Autorinnen und Autoren schreiben über ihr Leben
    in Deutschland, über Heimat und Identität, über ihr
    Muslim- oder Nicht-Muslim-Sein anlässlich der Sarrazin-
    Debatte. Begriffe wie Migrant, Moslem, Deutscher,
    Fremder lösen sich dabei immer mehr auf,
    in den Vordergrund treten kritische Analysen und
    persönliche Geschichten. Ergebnis ist eine Vielfalt
    der Stimmen für „das Eigenrecht gelebten Lebens“
    (Hilal Sezgin). MitverfasserInnen wie Ekrem Senol
    (Journalist und Geschäftsführer des Internetseite
    http://www.migazin.de), Lamya Kaddor (Religionspädagogin,
    Islamwissenschaftlerin und Autorin des Buches
    „Muslimisch, Weiblich, Deutsch“) und Andere werden
    das Buch vorstellen.

    http://www.ekir.de/rum/11/Respekt_und_Mut.pdf

    ——-

    Kulturbegegnungen und Kulturkonflikte mit „dem“ Islam

    Mittwoch, 5. Oktober 2011, 16:30 bis 18:45 Uhr, Haus der Kirche, Bastionstraße 6 · Eintritt: € 5

    Fast täglich berichten Medien über Konflikte mit „dem“ Islam in
    Deutschland, über Pressefreiheit, Moscheebau, Leben in separaten Wohnquartieren, Burkas, Geschlechterrollen, Bildungsfragen oder religiöse Praktiken. Auch in der Schule werden die Beurlaubung muslimischer Kinder im Ramadan, Dispensanfragen für den Sportunterricht, für Klassenfahrten und Sexualerziehung und Konflikte um das Kopftuch diskutiert. Wie werden Kulturbegegnungen mit „dem“ Islam wahrgenommen? Was bildet den religiösen und rechtlichen Rahmen für Kulturkonflikte? Wie sieht ein Ausgleich im Sinne praktischer Konkordanz aus, der Integration fördert, gerichtsfest ist und zudem Menschen muslimischen Glaubens Wertschätzung entgegenbringt?

    Referent: Dr. Klaus Spenlen, Ministerialrat a. D. und Mitglied der
    Deutschen Islamkonferenz, Diplompädagoge

    Leitung: Dr. Uwe Gerrens, Studienleiter, Dr. Bruno Schmidt-Späing, Schulreferent

    Info/Anmeldung bei Claudia Nerling, Tel. 0211 / 957 57-742 oder schulreferat@evdus.de

    Eine Veranstaltung von Evangelische Stadtakademie in Kooperation mit dem Evangelischen Schulreferat

    http://www.ekir.de/rum/11/Respekt_und_Mut.pdf

    ——-

    – Dienstag, 18.10., 19 Uhr – „Sarrazins Thesen auf dem Prüfstand“ – Ein empirischer Gegenentwurf zu Thilo Sarrazins Thesen zu Muslimen in Deutschland.

    Eine Vorstellung von Coskun Canan, VW- Forschungsprojekt „Hybride europäisch-muslimische Identitätsmodelle (Heymat) an der Humboldt – Universität Berlin.

    Ort: Haus der Kirche, Bastionstr. 6,
    Info: Volker Neupert, Tel. 95757-794

    http://www.ekir.de/rum/11/Respekt_und_Mut.pdf

    ——-

    „Die Panikmacher – Die deutsche Angst vorm
    Islam“

    Montag, 24. Oktober 2011, 20 Uhr, Zakk, Fichtenstraße 40

    Eintritt: 5 € VVK, erm. / 8, € AK

    In der laufenden Debatte über den Islam in Deutschland verteidigt der Feuilletonchef der Frankfurter
    Allgemeinen Zeitung Patrick Bahners mit seinem neuen Buch
    „Die Panikmacher“ die Freiheit auch für die dritte monotheistische Religion. Dabei vertritt er die Ansicht, dass Islamkritiker wie Thilo Sarrazin intolerant und undemokratisch
    argumentieren und so selbst zu „Hasspredigern“ werden.
    Bahners liest Auszüge aus seinem Buch und diskutiert mit
    Michael Serrer, dem Leiter des Literaturbüros NRW.

    Info: info@zakk.de, Tel. 0211/9730010

    Eine Veranstaltung von Literaturbüro NRW, VHS
    Düsseldorf und zakk

    ——-

    Sineb Al Masrar „Muslim Girls
    – Wer wir sind, wie wir leben“

    Mittwoch, 26. Oktober 2011, 19 Uhr, Stadtbücherei Bilk,
    Friedrichstraße 127 · Eintritt frei

    Sineb Al Masrar, Tochter marokkanischer
    Einwanderer, gewährt in ihrem Buch
    Einblicke in die vielfältige Lebensrealität
    junger muslimischer Frauen. Ob mit
    oder ohne Kopftuch, junge muslimische
    Frauen sind nicht unterdrückt (eine
    arg pauschalisierende Aussage – die
    Red.!), sondern arbeiten für den Schulabschluss,
    für die Magister- oder Doktorarbeit,
    allerdings unter erschwerten
    Bedingungen. Sie sagt damit den Stereotypen
    den Kampf an und trägt dazu bei,
    das Bild der muslimischen Frau in der
    Öffentlichkeit zu differenzieren. Sie ist
    Herausgeberin der multikulturellen Zeitschrift
    „Gazelle“ und sagt: „Augen auf,
    wir sind längst angekommen.“

    Info: silke.liesenkloss@duesseldorf.de, 0211/ 89-99292

    Eine Veranstaltung von VHS Düsseldorf in Kooperation
    mit der Stadtteilbücherei Bilk und Komma

    ——-

    Lale Akgün „Der Aufstand
    der Kopftuchmädchen“

    Dienstag, 22. November 2011, 19 Uhr, VHS am HBF ·
    Bertha-von-Suttner-Platz 1, Saal 2 · Eintritt frei

    Schon wieder ein Buch über Kopftücher,
    Muslime und den Islam. Könnte
    man meinen. „Ich bin eine westliche
    Muslima,“ sagt Lale Akgün und bekennt
    sich als deutsche Politikerin zum
    islamischen Glauben. In ihrem Buch
    „Aufstand der Kopftuchmädchen“ fordert
    sie einen reformierten Islam, der
    die westlichen Werte anerkennt. Dazu
    gehört, die Frauen als gleichberechtigt
    anzusehen und auch so zu behandeln.
    Ihr großes Engagement für die Rechte
    muslimischer Frauen wird von dem
    Wunsch begleitet, die Zahl jener moderner
    Menschen zu vergrößern, die in
    der westlichen Gesellschaft angekommen
    sind.

    Info: barbara.kokoskathiemann@duesseldorf.de, Tel.
    0211/899-4150

    ——-
    ——-

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