221. Islamdemokratie

الـفـكـر إسـلامـي

al-fikr al-Islāmī

The Islamic Thought

Islamisches Denken

Der Islamdemokrat

Ṭāriq al-Bišrī gilt als berufener Verfassungsrechtler. Zum Religionsbegriff eines ägyptischen Juristen, zur Glaubenserhöhung in Kairo und Berlin und zum geologischen Begriff der Plattentektonik. Von Jacques Auvergne.

Artikel 2 der Verfassung Ägyptens stellt fest: „Der Islam ist Staatsreligion. Arabisch ist Amtssprache, die Hauptquelle der Gesetzgebung ist die Islamische Jurisprudenz (Scharia) (1).“ Unsichtbarer Souverän ist damit letztlich bereits heute die Gottheit, die ägyptische Regierung ist ihr treuer Stellvertreter (Kalif).

Folgerichtig ist der Schariaverweigerer oder Ex-Muslim vielleicht gar kein Mitbürger, Volksangehöriger oder Staatsbürger mehr, der Artikel 2 nachgeordnete, sprich schariatisierte Artikel 3 orakelt denn auch: „Souveränität gehört allein dem Volk, das diese Herrschaft und Sicherheit nationaler Einheit nach Maßgabe der Verfassung lebt und schützt.“ Kein Wort also von der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, die alltäglich praktizierte Erniedrigung der Kopten und Frauen ist womöglich Staatsprogramm, islamisches Recht ist sie ohnehin.

Und doch könnte alles noch viel schlimmer kommen. Die zur Stunde in Ausarbeitung befindliche künftige Verfassung Ägyptens könnte Allahs ungleich behandelnden (diskriminierenden) Befehl noch wesentlich islamkonsequenter (brutaler) durchsetzen. Irgendwie nämlich sind bislang auch Aufklärungshumanisten zum Zug gekommen, doch bleibt der mühsam daherkommende Artikel 40 aus Allahs Sicht glatter Verfassungsbruch: „Alle Staatsbürger sind vor dem Gesetz gleich. Sie haben gleiche staatsbürgerliche Rechte und Pflichten und sind keiner Diskriminierung aufgrund ihres Geschlechts, ihrer ethnischen Herkunft, Sprache, Religion oder Weltanschauung ausgesetzt (2).“

Gleichheit vor dem Gesetz ist für einen Koran und Sunna wörtlich verstehenden Muslim empörend ungerecht. Eine privatisierte, ins Private von Schlaf- und Kinderzimmer verbannte Scharia gefährdet das seelische Heil. Die Koranfreunde im Land am Nil wollen in den Himmel kommen und wünschen sich eine umfassende Verstaatlichung des Islam, ungebändigtes Schariagesetz, mehr, sagen sie, „Religion“, und haben dabei den Islam keineswegs falsch verstanden. Vor allem die 1928 in Ägypten entstandenen Muslimbrüder gehören zu dieser Islamlobby, wo sie eine Million Aktivisten haben und sich seit langem die Zulassung als wählbare Partei erhoffen.

Ägyptens bedrängte Säkulare, darunter etliche Kopten, wünschen sich den Wegfall von Artikel 2. Ahmed al-Tayeb (aṭ-Ṭaiyib, Foto (3)), als Nachfolger des 2010 verstorbenen Tantawi (Muḥammad Saiyid Ṭanṭāwī (4)) Großimam der Azhar, will das allerdings gar nicht und forderte im Februar 2011 im staatlichen Fernsehen, dass der Islam Staatsreligion Ägyptens bleibt. Ahmed al-Tayeb bedroht jeden Kritiker an der legalisierten Scharia, für künftige religiöse gewalttätige Unruhen mitverantwortlich zu sein.

Sofern menschlich zu erreichen, ist die einzige der Gottheit wohlgefällige Lebensweise die der koranbasierten Staatlichkeit und Justiz. Schariakonforme Rechtsfindung könne angeblich als rundum (wovon, von der AEMR?) vom Ballast des Traditionalismus befreite menschliche Denkleistung möglich sein. Welche Elite allerdings die Lizenz zur diesem so genannten Idschtihad (iğtihād) habe, wird auch seitens der Nichtmuslime mit Schweigen bedeckt, die Frommen aus Château-Chinon (IESH), bei denen der Penzberger Imam „Benjamin“ Idriz die Scharia studierte, möchten als rechtsfindende autonome (Idschtihad tätigende) Zauberer sicherlich nicht außen vor bleiben.

Im Jahr des deutschen Mauerfalls berichtet der Niederländer Roel Meijer in »History, authenticity and politics: Tariq al-Bishri’s interpretation of modern Egyptian history«, dass auch Tariq al-Bishri den Idschtihad erringen will. Wie viele andere sunnitische Denker träumt der 1935 geborene Jurist von einer von gotteslästerlicher Verunreinigung befreiten Religionspraxis, die zugleich ganz demokratisch und ganz schariakonform sein könne (5).

Einen mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (AEMR) ausgesöhnten Idschtihad jedoch wird es bei einer beibehaltenen Scharia nicht geben können, denn ein realisiertes Aufbrechen des Zustandes der islamdogmatisch heute bestehenden Unerreichbarkeit einer ebenso autonom wie schariatreu gesteuerten Jurisprudenz, eine Beendigung der „Schließung der Tore des Idschtihad“ (insidād bāb al-iǧtihād, closing the gates of ijtihad), würde jeden Menschen auf gleiche Augenhöhe mit den vier rechtgeleiteten Kalifen erheben, sogar die Frau.

Mustašār heißt Ratgeber und gehört zu šūrā (Schura (6)), Ratsversammlung (koranbasierte Ratsversammlung). Ein solcher Rechtsberater (Schariaberater) zu sein, spiegelt höchstes Ansehen wieder. So war das schlichte Mustašār der Ehrentitel von Charles Belgrave (1894-1969), der drei Jahrzehnte lang unter den Scheichs von Bahrain wirkte (7).

Angeblich, so meint man in Europa, sei der 77 Jahre alte Tariq al-Bishri ein säkularer Linker gewesen, ein durch den Rechtsfachmann gekonnt entworfenes Trugbild, das ungeprüft weitergegeben wird. Der in den Sechziger und Siebziger Jahren in der Tat marxistisches Vokabular verwendende Nationalist und heutige „gemäßigte Islamist“ (8) war in den Achtziger Jahren mustašār mit Sitz im ägyptischen Conseil d’État.

Zentraler gesellschaftstheoretischer Begriff ist dem Juristen die Erbschaft (turāṯ, angl. turâth), ein kostbares „Erbe“ (engl. heritage), das den ägyptischen Ehrenmann dazu berechtige, die Standards der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte im Namen der Pflege von Identität und Spiritualität zurückzuweisen.

Die Universität Teheran lässt zum Begriff turath wissen:

„Turath bedeutet nicht lediglich, dass die Historizität einer Überlieferung auf die Gegenwart fortwirkt, sondern trägt zugleich eine Beauftragung zum aktiven Bestärken der politischen Gegenwart in sich, deren neu zu interpretierende Konturen anhand einer spezifischen Gestalt der Vergangenheit an Prägnanz gewinnen müssen (9).“

Das vom engagierten Kollektiv, vom Volk gewollte treuhänderische Verwalten des Nichtwestlichen und Nichtsäkularen, die jenseitszentrierte Erbschaft an Religionskultur und Gestaltungswille hat al-Bishri ein Leben lang fasziniert. Anfangs bevorzugte der Kenner und religiös begründete Ablehner Europas eine an den Denkern Karl Marx und Max Weber orientierte Wortwahl: Das genuin revolutionäre Volk stemme sich, von einer durch die Azhar bestärkten Reaktion behindert, gegen die absolutistischen Machthaber. Nach und nach begann sich die sozialistische Terminologie aufzulösen, um spätestens ab 1984 Allahs genuin revolutionärer Sittlichkeit Platz zu machen, dem Schariagesetz. Die Bewunderung für die vom Volk ergriffene islamrevolutionäre Erbschaft (turāṯ, turâth) ist unverändert im Kern von al-Bishris Gesellschaftstheorie bestehen geblieben.

Unter Erbe, daran lässt al-Bishri keinen Zweifel, ist in erster Linie der Islam der frommen Vorfahren zu verstehen, die über dem Rahmenplan (framework) der ewigen Scharia an Zeit und Ort wie spontan auskristallisierende Lebensweise und Staatlichkeit.

Heute, 2011, will der angesehene Jurist die dem Kalifat verpflichteten Muslimbrüder in die Regierung integrieren und arbeitet dazu offiziell Ägyptens künftige Verfassung aus, die der kulturellen (vor allem islamischen) Erbschaft, at-turāṯ, und Identität verpflichtet ist.

Weil im Kalifat für dich Kreativität und Wissenschaftlichkeit schlicht dysfunktional sind und schließlich selbst ein Papagei ein phänomenales Gedächtnis hat, wird turāṯ, Erbe, etwa als Fülle der Islamischen Erfahrung (the entirety of the. Islamic experience (10)) wiedergegeben. Hasan Hanafi, der die Pluralität (Rechtsspaltung) der Zivilisationen fordernde ägyptische Geschichtsphilosoph, umschreibt den Turathbegriff als sozial engagiertes Verbundensein mit den eigenen kulturellen Wurzeln (the connection of the own cultural roots with striving for a new, better modern trend conception (11)).

Der Islam könne oder müsse politisch links stehen, meinte Hasan Hanafi (siehe Sägefisch 176) allen Ernstes, und dozierte über »Die Aktualität eines ‚linken Islam’«. Schariarichter Hanafi aus Kairo erlangte 1966 an der Pariser Sorbonne einen Doktorgrad, arbeitete als Gastprofessor 1969 in Toulouse und 1970 in Louvain, hatte zwischen 1971 und 1975 eine amerikanische Gastprofessur in Philadelphia inne. Dann wirkte er zwei Jahre lang in Sudans Hauptstadt (University of Khartoum, 1976-1977), woraufhin er die Zeit der iranischen Revolution an der University of Kuwait (1979) verbrachte, um drei Jahre später nach Marokko zu übersiedeln (University of Fes, 1982-1984). Vier Jahre lehrte der Ägypter in Japan (University of Tokyo, 1984-1985, als wissenschaftlicher Berater an der United Nations University in Tokyo 1985-1987). Im Jahre 1988 kehrte Hanafi an die Kairoer Universität zurück (12)).

Zu den Unterzeichnern von »Ein gemeinsames Wort zwischen uns und euch« gehört auch Hasan Hanafi (13), der 2008 an der Uni Frankfurt (Möglichkeiten und Grenzen eines europäischen Islam) sprechen durfte (14). Auf dem Welthistorikertreffen in der spanischen Hauptstadt attestierte Hanafi Europa eine schwere Krise und Orientierungslosigkeit, als Lösung schlug er mehr Islam vor. Bassam Tibi widersprach (15).

Der zweite Kernbegriff in al-Bishris Denken ist an-Nahḍa, Wiederauferstehung (anglisiert nahda, awakening, renaissance).

Aus Tunesien etwa kennen wir die gleichnamige, den Muslimbrüdern entsprungene Bewegung Ennahda, die vom bisweilen arbeiterbewegt oder demokratisch tuenden Rachid al-Ghannouchi (Rāšid al-Ġannūšī) geführt wurde.

Ghannouchi stand der international tätigen, aus Pakistan stammenden Tablighi Jamaat (TJ) nahe, bewunderte die HAMAS, wird von dieser als Theoretiker sehr geschätzt, saß in den Achtzigern im Gefängnis und wurde Tode verurteilt. In die USA darf der Islamist nicht einreisen. Die Welle der Jasminrevolution (Revolution in Tunesien 2010/2011) ausnutzend, lebt „Scheich Ghannouchi“ erst seit dem 30.01.2011 wieder in seiner Heimat. Seit dem Jahr des Mauerfalls 1989 hatte der Sohn eines Imam, Philosophiestudent in Europa, Kämpfer gegen die Verwestlichung Tunesiens und „islamistische Demokrat, a Democrat within Islamism“ (so Azzam Tamimi, Direktor des britischen Institute of Islamic Political Thought (16)) sein Leben im Exil in London verbringen müssen.

Die Parteigänger der Nahḍa, was wörtlich Hinaufbringen oder Aufstehen heißt und mit Islamischer Wiedergeburt oder Islamischer Renaissance wiedergegeben wird, die „Nahdisten“ stehen in der Tradition der so genannten Islamreformer (Islamrevolutionäre) al-Afġānī (1838-1897) und ʿAbduh (1849-1905). Keineswegs haben die globalen Muslimbrüder die Nahḍa-Konzeption missverstanden, nach der sie ihren dschihadistischen tunesischen Zweig benennen ließen.

Zum Hütchenspiel von Allahs Revolutionären gehört es, auf christliche Nahdisten hinzuweisen oder sich von den hanbalitischen bzw. „wahhabitischen“ und damit irgendwie störenden Ideologen der „Salafisten“, etwa Rašīd Riḍā (1865-1935, ab 1898 Herausgeber der einflussreichen radikalislamischen Zeitschrift und Fatwa-Quelle al-Manār) zu distanzieren und die eigene geistige Nähe zu den „guten Islamisten“ wie ʿAlī ʿAbd ar-Rāziq (1888-1966) zu betonen.

Das Denken des Letztgenannten fordert angeblich die Trennung von Staat und Islam, eher jedoch die schariabasierte Demokratie und ganz genau die schariatreue Gesellschaft auch ohne einen Kalifen. Proislamisten aus Presse (Patrick Bahners: „Warum soll es ein Elternrecht darauf geben, dass eine muslimische Lehrerin nicht als Muslimin erkennbar ist?“) und Kirche (Werner Höbsch: „60 Prozent der Scharia sind grundrechtsverträglich“) werden sich bemühen, Tariq al-Bishri mitsamt den ägyptischen Muslimbrüdern in der Nachfolge dieses „guten“ Nahdismus zu sehen, einer koranbasierten Wiedergeburt, die natürlich keine andere Scharia wollen kann als Rašīd Riḍā.

Islamoptimist Bahners meint zu den Protesten in Ägypten und zum frommen Verfassungsmacher:

„Daraus können zivile Verhältnisse mit Rechtsschutz für Andersgläubige entstehen. Wenn sich die Menschen dort auf die Scharia berufen, kann es ja auch heißen, dass sie sich einen Staat wünschen, der in Übereinstimmung mit Gottes Geboten die Gesetze macht. Aber natürlich müssen diese Gesetze auf dem Wege politischer Willensbildung entstehen. Der Rechtsphilosoph Tarik al-Bischri, der zum Vorsitzenden der Kommission für die Überarbeitung der ägyptischen Verfassung berufen worden ist, wirbt für die Religionsfreiheit als islamische Tradition, die es wiederzuentdecken gelte. Eine islamische Demokratie muss kein Ding der Unmöglichkeit sein (17).“

Werner Höbsch gefährdet mit seiner Forderung: „Die Leute, die Tür an Tür leben, sollen sich im gemeinsamen Handeln kennenlernen und sich gegenseitig als Christen und Muslime wahrnehmen (18)“ die freiheitliche Demokratie, denn nicht Staatsbürger sollen sich künftig wahrnehmen, so will es der Kölner Theologe, sondern Angehörige einer milla (türk. millet), eines Religionsvolks.

Jeder Aufspaltung der Stadtbevölkerung und Staatsbevölkerung in „Christen und Muslime“ (Höbsch) haben wir entgegen zu treten, weil wir wissen, wie die ethnoreligiöse Zerlegung des indischen Subkontinents begonnen hat und weil wir kein westeuropäisches Land der Reinen (so die Wortbedeutung von Pākistān) brauchen. Bevölkerungsspalter Werner Höbsch („Ich als Westler“) jedoch brüllt zuckersüß nach mehr „Dialog“ zwischen Euro-Nation of Islam und klerusgeführter abendländischer Christenheit. Im persönlichen Gespräch nimmt der Leiter des Referats Dialog und Verkündigung im Erzbistum Köln zur Kenntnis, dass die Muslim Brotherhood innerhalb des Salafismus entstanden ist, besteht aber darauf, dass es heute demokratiefähige, fortschrittliche Muslimbrüder gibt.

Über den beiden Netzwerken Jugendbewegung („Jugend“) des 6. April, Šabāb 6 Aprīl, Gründer war der Streikorganisator vom April 2008, Aḥmed Māher, und We are all Khaled Saeed, benannt nach Ḫālid Saʿīd (19), dem jungen Internet-Nutzer, der am 06.06.2010 in Alexandria von der ägyptischen Geheimpolizei totgeschlagen und totgetreten worden war, trug zu Beginn des Jahres 2011 ein breites ägyptisches Bündnis die Revolte gegen die Regierung von Hosni Mubarak.

Von der seit Wochen Akademiker und Arbeiter, Studenten und Arbeitslose, Muslime und Christen, Säkulare und Religiöse. Männer und Frauen vereinenden, also erfreulich heterogenen Protestbewegung mit ihren vielleicht zahlreichen Sympathisanten von Mohammed el-Baradeis „Nationaler Bewegung für Veränderung“, Muḥammad Muṣṭafa al-Barādaʿī ist der leicht proiranisch denkende Fachmann für globale Atomsicherheit (Friedensnobelpreis 2008), war der 25. Januar zum Tag des Zorns (Day of rage, yaumu ʾl-ġaḍab, Yawm el-Ghadab) ausgerufen worden.

Die bekümmerte Muslimbruderschaft begann an die Zukunft (des Kalifats) zu denken und erklärte sich unverzüglich zum Teil der Protestwelle (20).

Liberale Weltbürger wünschen dem Land am Nil ein säkulares System, das die diskriminierenden Gesetze Allahs endlich aus dem ägyptischen Familienrecht verbannt und Artikel 2 abschafft. Das ist mit gnädigen Verfassungzusätzen (amendments (21)) nicht zu erreichen, sondern bedarf einer neuen Verfassung für Ägypten.

Der langjährige Chef der Internationalen Atomenergiebehörde nämlich steht der Scharia nicht so fern, wie man in Nordamerika und Europa vielfach so gerne glauben möchte. El-Baradei hält das koranbasierte Schura-Modell für vorbildlich („Der Herrscher muss durch Konsultation regieren“) und will die angeblich inzwischen friedfertigen Muslimbrüder fest in die Regierung integrieren („man muss sie viel mehr einbeziehen“ (22)).

Deutschland verlieh am 03.03.2010 dem bekennenden MB-Integrierer und Parteigänger der Islamischen Beratungstechnik das Bundesverdienstkreuz (23). Vielleicht ein unbeabsichtigt gewähltes Tagesdatum.

Der dritte März ist ein bemerkenswerter Tag, an ihm stellte der 101. Kalif und das 37. Herrscher der osmanischen Dynastie, Abdülmecit II., seine irdische Arbeit ein. Damit endete im Jahre 1924 die aus islamischer Sicht einzig sittlich zu nennende Weise der Staatsführung, und vielleicht möchte Ordensverleiher Horst Köhler, für den der Islam eine „im Kern friedliche Religion“ ist, Ägypten und der Türkei ermöglichen, die vor der Hölle rettende Regierungsform, das Kalifat, wiederaufleben zu lassen. Abdülmecit II. verstarb 1944 in Paris (16. Arrondissement) und wurde in der „aufleuchtenden“ (al-munawwara, the radiant city) Stadt Medina bestattet.

Nach achtzehn Tagen des Aufruhrs trat der 82jährige Staatspräsident Ḥusnī Mubārak am 11.02.2011 zurück (24). Ein Gremium der Streitkräfte, das Military Council (25), übernahm kommissarisch die Führung des 71 Millionen Einwohner umfassenden Staates (26).

Dass dieser Umsturz in den nächsten Monaten keine derartig schrecklichen Folgen hat wie der iranische des Jahres 1979, die Errichtung eines islamischen Gottesstaates, mag man sich selbst und allen Ägyptern wünschen. Hoffentlich ist der Mehrheit der Ägypter plausibel, die Lobbyisten der entfesselten Scharia vom Regieren fern zu halten und einen säkularen Parlamentarismus aufzubauen.

Dass die 1928 gegründete Muslimbruderschaft, im Gazastreifen firmiert sie als Hamas, auch in ihrem Stammland am Nil die Souveränität Allahs anstrebt, das Kalifat, wird von Europas Politikern kraftvoll verdrängt.

Dabei hat der fleißige Muslimbruder Abu al-Ula Madi (Abul `Ula Madi, Abu Elela Mady (27)) im Jahre 1996 eigens die Partei WASAṬ („Mitte, Zentrum“, http://www.alshaab.com/) gegründet. Die Partei will Scharia und Bürgerrechte aussöhnen. Vom Bürgerbegriff wird allerdings nicht viel übrig bleiben, denn die Verfassung soll islamzentriert neu geschrieben werden (Rewriting the Constitution to highlight the centrality of Islam as a reference point), was Tariq al-Bishri ja vielleicht gerade ausführt. Die Wasaṭ hat zudem, was nichts Gutes für Kopten und Frauen verheißt und auf schulische Islampropaganda und religionspolizeilich durchgesetzte „Entwestlichung“ hinauslaufen mag, die „erneuerte Stabilisierung der sozialen und moralischen Eigenschaften der Arabisch-Islamischen Zivilisation (28)“ in ihr Programm geschrieben.

In der ebenfalls WASAṬ-programmatisch erhobenen Forderung nach „Unterstützung zur Lösung der palästinensischen Frage“ und „Liberating the occupied lands of Palestine, Iraq, and Afghanistan“ gibt es ein Israel nicht einmal dem Wort nach: Das ist Kitman, die Kunst des Übergehens, der rhetorischen Auslassung: Der Kundige mag zwischen den Zeilen lesen, das Israel nicht lediglich aus der Welt der Sprache verschwinden soll.

Nach Yaaqov Lappin vom 02.01.2011 wünsche sich der hochrangige Muslimbruder Muhammad Ghannem die Vorbereitung eines Krieges gegen Israel (29). Kenner der Muslimbruderschaft identifizieren den Herrn mit Mohammad Ghanem, der von London aus arbeitet (30). Außerhalb Ägyptens fordern radikalislamische Gruppen das ägyptische Kalifat (31).

Den Namen Tariq al-Bishri hören viele Europäer in diesen Tagen zum ersten Mal.

Wer in Ägypten als Jurist und Richter tätig war und überdies, wie Ṭāriq ʿAbd al-Fatāḥ Salīm al-Bišrī, Sohn eines Vaters ist, ʿAbd al-Fatāḥ al-Bišrī, welcher der Vorsitzende des Appellationsgerichtshofes bzw. Kassationshofes (Court of Appeal, Court of Cassation) war, und eines Großvaters, Salīm al-Bišrī, der elf Jahre lang als Scheich an der Jahrhunderte alten Scharialehrstätte al-Azhar arbeitete (32), kennt den Islam und weiß, worauf dessen Recht beruht, auf der unbedingt gewaltbereiten Herabsetzung der Nichtmuslime und Frauen, und was das Ziel korantreuer Lebensweise ist, die Rettung der Seele der sich islamisch korrekt (schariatreu) verhaltenden Erdenbewohner.

Tariq al-Bishri ist einer der ranghöchsten Ideengeber der fünfzehn Jahre alten Wasaṭ-Partei, die wir als Werkzeug einer ebenso einheitlichen wie radikal gebliebenen globalen Muslimbruderschaft (MB) ansehen sollten. Deutsche Islamversteher allerdings bitten die Weltöffentlichkeit flehentlich, der irgendwie menschenfreundlich gewordenen MB doch endlich eine Chance auf ägyptische Mitgestaltung zu geben. Jürgen Stryjak beispielsweisweise drängte uns bereits vor sieben Jahren:

„Die Furcht davor, dass über Parteien wie Al-Wasat undemokratisches islamistisches Gedankengut eine politische Bühne erhält, mag die Entscheidung negativ beeinflussen, aber ob diese Furcht tatsächlich gerechtfertigt ist, wird man erst erfahren können, wenn sich Al-Wasat im politischen Alltag, öffentlich und transparent, bewähren kann (33).“

Bewährungshelfer Stryjak sozusagen.

Durch den am 11.02.2011, am Tage des Rücktritts Hosni Mubaraks, begründeten und aus 18 Offizieren bestehenden Militärrat (Supreme Council of the Armed Forces, kurz Military Council) berufen, schreibt Parteiführer Tariq al-Bishri, den Thomas Bauer auf der Seite SAWTUNA (Uni Münster) am 16.02.2011 begeistert als einen Islamdemokraten betitelt (34), seit dem 15. Februar 2011 an der künftigen Verfassung des Staates Ägypten.

Jurist al-Bishri will Schariagesetz und Demokratie versöhnen – sagt er.

Man mag sich daran erinnern (35), dass der späte Maududi das Kalifat einmal als die einzig wahre Demokratie benannte und dass der Parteiname, anglisiert bzw. eingedeutscht Wasat, eine Chiffre ist, die auf ein Geschenk des Himmels, auf das wohlaustarierte We made of you an Ummah justly balanced (Koran 3:110, Thus have We made of you a community justly balanced) hinweist bzw. auf die berüchtigte Wasatiyya.

Wasaṭīya, „Mittigkeit“ (36) meint die Ferne zu jeglichem Extremismus, wie uns die glaubensbewegten Radikalen versichern.

Scharialobbyismus (Islampolitik) als „mittig, ausgewogen“ darzustellen, bedeutet dabei seit den Tagen Mohammeds nichts anderes, als den Säkularen als Exzentriker oder Extremisten zu erkennen und ihn entsprechend brutal (islamisch sozial) zur Ordnung (an-niẓām) zu rufen. Die Muslimbrüder zwischen Hasan al-Banna, Sayyid Qutb und Yusuf al-Qaradawi hatten den Islam dabei zu keiner Zeit falsch verstanden, auch wenn die von der in Deutschland verbotenen, weltweit tätigen Islamstaatbewegung Hizb-ut-Tahrir gestaltete Seite »DAS KALIFAT: Die Erlösung für alle Muslime« betonen möchte, Wasatiyya sei ein neuartiger und unislamischer Begriff schlampig gewordener Muslimbrüder und anderer Salafisten, der zur Kompromissbereitschaft mit den Gottlosen ermuntere (37).

Noch am 12.02.2011 rief die Hizb-ut-Tahrir den Kairoer Militärrat dazu auf, in Ägypten nach Allahs Gesetz Recht zu sprechen und (damit) das Kalifat zu errichten (38). Keck schlüpft die HuT damit in die Rolle des 1966 durch den ägyptischen Staat hingerichteten Saiyid Quṭb, des Chefideologen der Muslim Brotherhood, für dessen Vorstellung von Staat, Frau und Dhimmi (noch) nicht so offen geworben werden kann, weder in Berlin (HuT) noch in Kairo (al-Bishri).

Unter der Führung des palästinensischen HuT-Führers Salih Sirriya drangen im April 1974 knapp hundert Milizionäre dieser 1953 von Taqī ad-Dīn an-Nabhānī in Ost-Jerusalem gegründeten Partei „der Befreiung“ (at-taḥrīr) in die Technische Militärakademie Heliopolis ein (39), um Waffen zu klauen und Präsident Sadat zu stürzen. 11 Milizionäre wurden dabei getötet, die HuT ist seither in Ägypten verboten. Sirriya wurde 1976 hingerichtet. Es gibt Verbindungen zwischen HuT und der terrornahen North London Mosque Finsbury Park, die al-Qaida-Planer Abu Musab az-Zarqawi und Chalid Scheich Mohammed sollen zeitweise bei der HuT gewesen sein (40).

Mehr als 25 Bücher verfasste Schariafreund und Jurist Tariq al-Bishri zu den Themen Islam, Koptentum, Nasserismus, Demokratie, Justiz und Säkularität (41), kein einziges davon ist bislang ins Englische (42) oder gar ins Deutsche übersetzt worden. Dieses Dunkelfeld hielt den amtierenden Islamverherrlicher der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Patrick Bahners (in: DER SPIEGEL 08/2011) im Gespräch mit der überzeugend argumentierenden Soziologin Necla Kelek nicht davon ab, Tariq al-Bishri als Hoffnungsträger für einen demokratiefähigen Islam zu erklären (43).

Bislang scheint das Denken des Tariq al-Bishri nur von Anthony Gorman (Historians, state and politics in the twentieth century of Egypt. Contesting the nation, Abingdon 2003) und Roel Meijer (44) (History, authenticity and politics: Tariq al-Bishri’s interpretation of modern Egyptian history, Amsterdam 1989) erkundet worden zu sein.

Wer ist der Mann, der jetzt die Staatsverfassung umschreibt, ein Islamdemokrat, wie es heißt, was Deutsche an das Wort Christdemokrat erinnern muss? Hätten wir mit einem vom Geschichtstheoretiker und losen Sympathisanten der Muslimbrüder Tariq al-Bishri geprägten ägyptischen Staat mehr Kalifat oder weniger Kalifat zu erwarten, wachsende bürgerliche Freiheiten oder ansteigende Islamische Revolution?

Nach Tariq al-Bishri hatten Machthaber und Intellektuelle des Orients des Neunzehnten Jahrhunderts ihr Augenmerk einseitig auf das Erringen der politischen und wirtschaftlichen Unabhängigkeit von den herandringenden Kolonialmächten gelegt und dabei versäumt, auf ihr kulturelles Anderssein zu achten. Echte Unabhängigkeit jedoch sei ohne geistige Abnabelung vom Westen nicht zu erreichen, und für den Orient habe jede Autonomie eine Islamische Autonomie zu sein.

Die Auseinandersetzung zwischen Heil und Unheil, Licht und Finsternis, den auch Ägypten siegreich zu bewältigen habe, sei der Kampf zwischen Außen und Innen, al-Bishri nennt es: Zwischen al-wāfid und al-mawrūṯ, zwischen dem Eingedrungenen und dem Ererbten. Wenn vielleicht der Westen auch keine Art spiritueller Kriegsführung betreibe, so laufe doch ein in kultureller Hörigkeit befangener Orient der Identität des Okzidents hinterher.

Wāfid ist all das, was den Muslim von seinen Wurzeln entfremde und auf Dauer fernhalte. Wer ein authentischer Muslim sein möchte, wird kulturell nach innen orientiert leben und den wāfid erfolgreich zurückdrängen müssen.

Erst sehr spät, wie Tariq al-Bishri bedauert, hat er die Außerkraftsetzung der Scharia, das zerstörerische „entfremdende Herankommen“ (al-wāfid) des säkularen Rechts als Hauptbedrohung für das ägyptische „Erbe“ (al-mawrūṯ) sehen können.

Wie Anthony Gorman (2003) berichtet, gesteht Allahs Jurist:

„Erst jetzt beginne ich zu erkennen, was ich in den Sechziger Jahren, als ich gerade dieses Buch erstellt habe, nicht zu verstehen in der Lage gewesen war, und zwar, dass es grundlegende und bedeutsame Grenzziehungen in der sozialen und politischen Landkarte des Ägyptens des vergangenen Jahrhunderts gibt. Dazu gehört, dass Ägypten in Geschichtsverlauf und gesellschaftlicher Veränderung, zu welcher Zeit auch immer, nicht lediglich durch den Kampf zwischen Patrioten und Imperialisten gekennzeichnet war oder lediglich durch die Kämpfe zwischen sozialen Klassen verschiedener Interessenlage, sondern ebenso bestimmt war durch den geistigen Kampf zwischen al-wāfid und al-mawrūṯ (45).“

Weil dein Wohlergehen in der āḫira, im Jenseits, sich vorbereitend bereits in der dunyā, im irdischen Bereich der charakterlichen und sozialen Bewährung vollzieht und abzeichnet und weil die gelingende Annäherung (at-taqarrub, zu: qārib, nahe) an die Gottheit der unübertreffliche Sinn des Daseins eines sittlichen Menschen (muslim) ist, ist eine persönliche Entscheidung im Kraftfeld des Dualismus von »al-wāfid wa ʾl-mawrūṯ« so sehr freiwillig, so frei, wie die Entscheidung zwischen Prügelempfang und Privileg, Bespucktwerden und Herrschen, Höllenflamme und Paradiesgarten.

Tariq al-Bishris zutiefst xenophobe Lehre vom bedrohlichen Fremdartigen und heilsamen Ureigenen (al-wāfid wa ʾl-mawrūṯ, that wich comes from the outside versus the Islamic heritage or the indigenious) ist nichts als die identitätspolitische Variante von abscheulich und aufzusuchend (barā wa ʾl-walāʾa), hassenswert und liebenswert. Sie entspricht ferner dem geopolitisch „differenzierenden“ Feindesland und Scharialand (Dāru &#;702l-Islām wa Dāru ʾl-Ḥarb), beziehungsweise, kosmologisch-mythisch, Böse und Gut, Iblīs und Allāh.

Derartig dient Tariq al-Bishris Kampf um die muslimische Identität der fortgeführten Verweigerung der Gleichberechtigung der Nichtmuslime und der Frauen, ein Kulturkrieg, ein kultureller Dschihad, der aus Sicht der Scharialobby auch für Nordamerika und Europa eine „alternative“ Konzeption der Menschenrechte alternativlos macht (vgl. den Buchtitel von Murad Wilfried Hofmann: Der Islam als Alternative, analysiert bei Sägefisch 144 (46)).

Scharia ist wenn es kein Entrinnen gibt. An der Ausweglosigkeit führt kein Weg vorbei.

In geschmeidiger bis glitschiger, Taqīya-konform verlogener Weise integriert al-Bishri, ohne das Islamische Recht anzutasten, großmütig bis großspurig die Kopten ebenso unter Ägyptens al-mawrūṯ wie den antikolonialistisch-patriotischen und säkularistischen Wafd (Wafd-Partei, 1922-1952, dann wieder ab 1983, http://www.alwafd.org), was ihm in den USA und Europa den Ruf eines fürsorglichen Anwalts der Christen eingebracht hat. Seine Anwaltschaft allerdings geht über das von der Dhimma gesetzte Maß vermutlich gar nicht hinaus.

Von Kairo nach Berlin: Ohnehin dürfen wir jedes Berücksichtigen religiöser Zugehörigkeit als Schritt in Richtung Rechtsspaltung (gegenkulturelle Untergrundscharia als Provisorium, herrschaftlich aktivierte Scharia als Dhimma und Ideal) verstehen.

Jegliche Registrierung der Religionszugehörigkeit sollten staatliche Stellen gar nicht erst vornehmen (dürfen). Um den archaisch-großfamiliären („Tradition“) oder himmlisch-ewigen („Religion“) Gruppenzwang zumal der muslimisch geprägten, sicherlich etliche heimliche Ex-Muslime beinhaltenden Milieus abzumildern, sollten religiöse Eheschließungen nicht staatlich anerkannt werden. Die verpflichtende standesamtliche Voraustrauung ist wieder einzuführen. Die religiösen Eheschließungen, wie derzeit in Deutschland üblich (legal), staatlicherseits nicht zu behandeln, zu ignorieren (als belanglos zu bewerten), ist auch eine Möglichkeit, wenn man andernorts endlich den Mut finden würde, vor der kulturrassistischen und frauenfeindlichen familienrechtlichen Scharia zu warnen.

Die Wichtigkeit, die Religionszugehörigkeit aus allen offiziellen Dokumenten fern zu halten, betonte 2010 die säkulare Juna vom Blog irgendwie jüdisch: „Vor einiger Zeit ging es rund in jüdischen Kreisen, die quasi verpflichtende Sichtbarmachung der Religion via Lohnsteuerkarte (47).“

Die Kopten soll al-Bishri schon mal als Staat im Staat beschimpft und Christen in islamrechtlich zulässiger Manier als Nicht-Staatsbürger (non-citizens) verächtlich gemacht haben, weiß die von Tilman Zülch (48) im Jahre 1970 anlässlich des Einsatzes für die Opfer des nigerianischen Biafra-Krieges (1968) mitbegründete Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV).

GfbV meldet: »’Wir wollen gleiche Rechte für alle Bürgerinnen und Bürger‘, erklärten Demonstranten. Bislang betont Artikel 2 der Verfassung, dass der Islam Staatsreligion in Ägypten ist und dass die Scharia, das traditionelle muslimische Recht, die bedeutendste Rechtsgrundlage des Landes zu sein hat. „Wir haben in den letzten Wochen dafür gekämpft, dass Ägypten nicht mehr eine Staatsreligion hat, sondern ein weltlicher Staat wird, der seinen Bürgern nicht die Religion vorschreibt“, erklärte ein Kopte (49).«

Roel Meijer (Seite 2) betonte bereits 1989, dass Tariq al-Bishri die Ägypter auf ein gemeinsam getragenes Konzept der Vergangenheit zu verpflichten trachtet, aus dem sich für die Gegenwart politische Übereinstimmung herleiten lasse. Dass mit dem bei Roel genannten „a common concept of the past“ nicht nur das ägyptische Neunzehnte oder frühe Zwanzigste Jahrhundert, sondern letztlich immer das Modell von Medina gemeint ist, müsste jedem klar sein, der sich ein wenig mit dem Islam beschäftigt hat.

Nur ein einziges Mal in der Geschichte der Menschheit ist das System der Vollkommenheit des Zusammenlebens gelehrt und gelebt worden, alle heutige Prägung von Politik hat dem absoluten Original an Staat und Gesellschaftsordnung nachzufolgen, Allahs sozialer Schablone.

Ägyptens Verfassung wird dieser am Medina-Modell verhafteten Entwicklungsverweigerung leider bereits gerecht: Islam is the Religion of the State. Arabic is its official language, and the principal source of legislation is Islamic Jurisprudence (Sharia).

Alles, was nicht medinensisch ist (622-855 n. Chr.), kann nicht sozial sein.

Sich sozialistisch oder jedenfalls sozialaktivistisch gebärdend, gelingt es al-Bishri bis heute, den Säkularen etwa des Wafd das Etikett von Egoisten und Reaktionären anzukleben und die Islamisierer Ägyptens als fürsorglich und progressiv darzustellen. Den Muslimbrüdern warf er 1985 allerdings vor, ein konzeptloser Missionsverein zu sein, eine schwärmerische Sufi-Tariqa, ein Sportclub und Wirtschaftsunternehmen (a sufi tarîqa … an athletic club, Seite 11), sie hätten das, worauf es ankäme, nämlich den Entwurf eines niẓām islāmī, eines Islamischen Systems, und das Aufzeigen des Weges dorthin, nicht fertig gebracht.

Nicht unbescheiden deutet Tariq al-Bishri damit an, derlei Staatstheorie persönlich fabrizieren zu können, was er heute, ein Vierteljahrhundert später, leider im Staatsauftrag unter Beweis stellen darf. Den fleißigen, aber konzeptlosen Muslimbrüdern hat der Denker offensichtlich inzwischen verziehen.

Die am 10.12.1948 gefundenen Standards der universellen Menschenrechte sind dem Erklärer Ägyptens jüngerer Geschichte nicht wichtig. Der bekannte Blogger Wael Abbas bedauert, dass ausgerechnet der weltweit als „a moderate Islamist“ gelobte Tariq al-Bishri für die Führung der verfassungsvorbereitenden Arbeitsgruppe eingesetzt worden ist und stellt klar: „So etwas wie einen moderaten Islamisten gibt es nicht (50).“

Der von keinem anderen als von Tariq al-Bishri zusammen gestellten Arbeitsgruppe gehören auch ein Kopte (Jurist) und ein Muslimbruder (ehemals Parlamentarier) an, sie besteht ausschließlich aus Männern.

Blogger Waʿīl ʿAbbās (misrdigital.com), der sich auch für Ägyptens Nichtmuslime stark macht, unterstützt einen Wegfall von Artikel 2 der Verfassung, der den Islam als Staatsreligion und die Scharia als Hauptquelle der Rechtsfindung festschreibt, und warnt:

„Islamisten am Komitee zu beteiligen, ist dazu nicht gerade hilfreich … Wir wollen Gleichheit für alle Ägypter, damit auch für Christen, Juden, Bahais und für alle, die sich als Atheisten verstehen. Es scheint eine heimliche Abmachung zwischen Militärrat und Muslimbruderschaft zu geben.“

Beim Dänisch-Ägyptischen Dialoginstitut schreibt Ethar Shalaby zur Lage in Kairo: „Etliche Kopten Ägyptens sind sehr unzufrieden darüber, dass Sobhi Saleh zum Komitee gehört, ein hochrangiger Muslimbruder, und dass das Aufsichtsgremium von Tariq al-Bishri geführt wird, der für sein Befördern der Islamischen Ideologie bekannt ist.“

Shalaby zitiert Kirchenvertreter und Rechtsanwalt Naguib Gabraeel: „Es ist eine Katastrophe, jetzt ein Komitee zu haben, dem al-Bishri vorsteht und das einen Rechtsanwalt der Muslimbruderschaft zum Mitglied hat. … Die gesamte Kirche ist in höchstem Maße erzürnt über dieses Komitee. Wir wissen, dass Menschenrechtsaktivisten einen Protestzug zum Militärrat unternehmen werden, um ihrer Ablehnung Ausdruck zu verleihen, dass die Bruderschaft im Komitee integriert ist (51).“

Religionstheoretisch differenziert, wie man bei Roel Meijer (Seite 31) erfährt, Jurist al-Bishri zwischen zwei Formen, den Islam zu leben: Zwischen einem kreativen Ergreifen des Idtschihad, der auf eine permanente Aktualisierung und Realisierung der ewigen, gottgeschaffenen Scharia zielt, einerseits, und zum anderen zwischen der verstaubten Wiederholung in der Manier der Scholastiker, die den Islam der letzten Jahrhunderte konservieren wollen und ihn vom eigentlichen Leben fern halten werden (52).

Die Nestwärme der Bewegung oder auch Hitze der Revolte wird von al-Bishri mit der eiskalten, trockenen, lebensfeindlichen Gelehrsamkeit kontrastiert: Hier seht ihr die Vitalität einer sozialen Revolution, dort die Wirkungslosigkeit der Bücherschränke der Azhar. Was wie ein Aufgreifen des Denkens von al-Maududi oder Sayyid Qutb klingt, vermag al-Bishri indessen bei den zweifelsohne revolutionären Muslimbrüdern nicht pauschal vorzufinden, insbesondere mangele es der Bruderschaft an taʿāmul, koranbasiertem Modus vivendi. Vielleicht sieht der 77 Jahre alte Rechtsfachmann seine Chance, Ägypten diese Alltagstauglichkeit und Anschlussfähigkeit des islamischen Lebensstils zu vermitteln.

Taʾāmul, Islamausbreitung als soziale Interaktion im Hier und Heute.

Ob sich Tariq al-Bishri als muğtahid versteht, als jemand, der den iğtihād praktizieren kann? Die Sehnsucht nach einer Wiederöffnung der vermutlich für alle Sunniten, auch ihre Gelehrten (ʿulamāʾ, sg. ʿālim), etwa seit der Zeit von Abu Hamid al-Ghazali († 1111) verschlossenen „Tore des Idschtihad“ wabert durch viele gegenmoderne Milieus und wird zumeist mit der berüchtigten „Flexibilität der Scharia“ (a great deal of flexibility within Islam’s normative framework) gemeinsam abgepackt und vertrieben.

Wie der Amerikaner Abu Talut schwärmte: „Alle, die sich al-islām widersetzen, bewerten ihn als einen Anachronismus, als einen Dinosaurier, der sich an die sich rasch wandelnde, hoch technisierte heutige Welt nicht anpassen könne. Nichts ist von der Wahrheit weiter entfern! Tatsächlich liegt doch gerade die Schönheit der Scharia von al-islām in ihrer Flexibilität. Die Scharia ist ein Rahmenplan (framework), der für alle Zeiten, Orte und Menschen gültig ist (53).“ Hinter dem Kampfnamen steht Sulaiman A. Dawood, ein Vietnam-Kriegsveteran und Funktionär der Muslims of the Americas.

Wie schrecklich, so wusste es bereits Sayyid Qutb, wenn die wesensgemäß lebendig-flüssige Scharia versteinert, gefriert: „es bleibt historische und religiöse Pflicht, das Islamische Denken vor jeglicher Beschädigung zu retten, und damit vor allem vor der Rigidität des Geistes (mental rigidity, jumûd ‚aqlî).“

Den reaktionären, klassisch orientierten islamischen Gelehrten überlassen, so predigen die globalen Salafisten, drohe der Islam für alle Zeit ins gesellschaftliche Abseits zu geraten: „Statt ein Bestandteil der Vorwärtsbewegung und Ausdehnung zu werden, wird der Glaube in einen Bestandteil der Starrheit (element of rigidity, ʿunṣur ǧumūd, zu ʿunṣur, Element, Faktor, pl. ʿanāṣir, und: Dschumud, Starrheit (54)) umgeformt (55).“

Das Gegenteil von ǧumūd, Bewegungslosigkeit, ist ṭurf, Extremismus (vgl. mutaṭarrif, Extremist). Beide Begriffe sind Bestandteil im (anglisierten) Titel Al-sahwah al-islamiah baina al-gumud wa at-tataruf, The Islamic Renaissance [aṣ-ṣaḥwa, „Erwachen“, awakening] between Inflexibility and Extremism, Autor ist Yusuf al-Qaradawi (1982), und umrahmen die angebliche Menschenfreundlichkeit und seelische Harmonie schariabasierter Politik. Das ist die ab Werk eingebaute Absolution, die automatisierte Unschuldigkeit, die wir im oben genannten Bild von Zentrum (wasaṭ) und Mittigkeit (wasaṭīya) vorgefunden haben.

Zauberhafte Zeiten brächen mit dieser reaktivierten Scharia an, unablässiger Fortschritt und lustvolle politische Entwicklung (engendering continuous progress and development in all spheres of life) würden Faulheit und Stillstand (inertia and stagnation) beenden, wie Muhammad Y. Faruqi (International Islamic University Malaysia, IIUM) uns versichert (56).

Skeptiker werden die Aufnahme des Idschtihad, etymologisch ohnehin über ğ-h-d mit Dschihad verwandt, allerdings wohl eher als das verstehen, was in Deutschland Machtergreifung hieß.

Den schariastaatlichen Entwürfen eines al-Maudidu oder Ayatollah Chomeini mangelt es ja vielleicht an „Flexibilität“, und so stellte sich auch für Tariq al-Bishri vor einem Vierteljahrhundert die (in der Šaʿb am: 14.07.1987, Seite 6 (57)) ausführlich erörterte Frage nach der Verstaatlichung der Seelenrettung am Vorbild der rašidūn (Stellvertreter Allahs), der geheiligten Führer der Rechtleitung erhaltenden Urgemeinde: Sollte denn die Scharia nach der Ära der rechtgeleiteten Kalifen verschwunden sein? Has the Shari’a Disappeared After the Era of the Rightly Guided Caliph?

Eine Frage, die von einem (nichtsäkularen) Muslim gehörig zu beantworten, nämlich empört zu verneinen ist. Da ist doch mehr drin, will der fromme Jurist uns sagen, und uns zur allumfassenden (totalitären) Wiederbelebung des Islamischen Rechts ermuntern. Das war 1987. In den Achtziger Jahren (unter Chefredakteur ‚Adil Hussein) hatte aš-Šaʿb, die seither sozialistisch-islamistisch zu nennende Wochenzeitung der 1978 von Präsident Sadat gegründeten, nachfolgend bereitwillig von der Muslimbruderschaft geprägten Arbeiterpartei, einen allahkratischen Kurs eingeschlagen (58).

1987 ist ein Jahr, an das sich der fromme Betrachter der jüngeren Geschichte Ägyptens und Israels 17 Jahre später genau erinnern kann, wenn es um den paramilitärischen Seelsorger Aḥmad Yāsīn geht, Mitgründer der palästinensischen Islamischen Widerstandsbewegung (Hamas) und damals seit 32 Jahren Muslimbruder.

Von Kolonialismus zur Religion, von außen nach innen, vom Stillstand zu Bewegung. Gesellschaftstheoretiker al-Bishri:

„Hamas entstand im Jahre 1987 mit der Ersten Intifada. Bis dahin war [im Palästinensergebiet gewissermaßen] alles außen geblieben, als sich nun der Geist des Widerstands (spirit of resistance) in Form der Intifada materialisierte, eine [veritable] Ausprägung Islamischer Bewegung (Islamic current) [verwendet wohl at-taiyār, Bewegung, Trend, Strömung (59)]. In diesem Stadium [jedoch] tauchten Widerstand, Führer und Infrastruktur aufweisende Bewegungen von innen auf, allesamt in einem Islamischen Kontext von Märtyrertum und bewaffnetem Widerstand, um eine Besatzung[smacht] anzugehen, die versuchte, die Palästinenser auszulöschen (to eliminate the Palestinians altogether). Das Herz von all diesem war Scheich Yassin! Aus diesem Grunde erleben wir heute die [wohlwollende und allgemeine] Anerkennung dieses Mannes und dessen, wofür er politisch stand (60).“

Allgemeine Menschenrechte sind Oberfläche, Zerrbild und fremder Spuk, ihr Gegenteil, das warme islamische Gemeinschaftsgefühl, steige bitteschön an und setze Terrorismus blühender Innerlichkeit frei. Die Geschichte des zum Islam berufenen Orients, ob sie terroristisch verläuft oder nicht, unterliegt auch hier dem das Denken von Tariq al-Bishri so typisch kennzeichnenden Dualismus von „außen und innen“, verfremdend und ureigen, al-wāfid wal-mawrūṯ.

Im selben Jahr 1987 gelang der ägyptischen Muslimbruderschaft mit Hilfe der genannten Labor Party der Aufbau eines anlässlich der Parlamentswahl antretenden Bündnisses namens Islamic Alliance, das 65 Sitze erringen konnte (61).

Blicken wir nun in die Gegenwart und auf die andere Seite des Mittelmeeres.

CSU-Chef Hans-Peter Friedrich (kathnet 22.12.2009) findet Islam gut, will einen irgendwie europäisierten Islam und orakelt:

„Das könnte auch ein Weg für die Zukunft sein: Ein Islam mit einem europäischen Gesicht, der dann nichts mehr mit Islamismus zu tun hätte. Ich halte den Islamismus für den größten Feind des Islam.“

Mit solchen Leuten kann die Sonne des Kalifats wieder aufgehen. Friedrichs Amtsantritt (2011) als Bundesinnenminister vollzog sich ahnungsvoll am 03. März.

Staatskirchenrechtler Wolfgang Rüfner meint, einen eher unangenehmen Trend der Straßburger Richter zum Säkularismus entdecken zu können. Daraufhin angesprochen, gab Hans-Peter Friedrich ganz den Abendländer, wie versehentlich nach Maßgabe der schariakonformen indisch-pakistanischen Two-Nation Theory:

„Wir können mitunter einen gegenseitigen Prozess von gesellschaftlicher Entwicklung und Rechtsprechung feststellen. Weniger Menschen bekennen sich offen zum christlichen Glauben und zur christlich-abendländischen Kultur. Das führt dann bedauerlicherweise dazu, dass sich auch bei den Richtern eine Relativierung dieser Werte und den dafür stehenden Symbolen festsetzt. Dieser Prozess gibt Anlass zur Sorge. Deshalb wird es Zeit, dass sich Christen wieder stärker zu ihren gemeinsamen Werten, zu ihren gemeinsamen Fundamenten und zu den Symbolen bekennen, die unsere christlich-abendländische Kultur prägen.“

Der religio-kulturellen Abschottung (dem Dhimma-Kalifat) eines in Christenheit und nation of islam gespaltenen Europas wird Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich damit völlig gerecht, die Deutschen sollen über die Barbarei der Scharia hinwegsehen lernen und, The power of positive thinking, die christlich-islamische Wertekongruenz lobpreisen:

„Wir als Christen müssen keine Angst [vor dem Islam] haben. … Das Bewusstwerden der eigenen geistigen Fundamente und Werte bedeutet nicht automatisch Abgrenzung im Sinne von Polarisieren. Es geht auch um die Entdeckung der eigenen Werte und der Gemeinsamkeiten mit anderen Religionen. Um das Verbindende, nicht das Trennende – zwischen den Religionen und Überzeugungsgemeinschaften. Dazu muss man aber doch die eigene Identität kennen (62).“

Damit dürfen oder vielmehr müssen die Angehörigen der legalisierten muslimischen Spezies, Irans Theoretiker der Entwestlichung Ali Schariati wäre hoch zufrieden, ihre eigenen „Werte“ haben, die offensichtlich nicht außereuropäisch, nicht „orientalisch“ genug sein können, um die gewünschte Gesamtgesellschaft bzw. Gesamtstaatlichkeit (Deutsche Islam-Konferenz, DIK) überhaupt erst herzustellen.

Die Deutsche Islam-Konferenz scheint die moralisch-sittliche und damit, bald darauf, auch die schariakonforme rechtliche Zerlegung des Staatsvolkes in zwei Religionsvölker anzustreben und bekennt: „Die Deutsche Islam Konferenz (DIK) wurde als eine gesamtstaatliche Dialogplattform zur Pflege der Beziehungen zwischen dem deutschen Staat und den Muslimen in Deutschland im September 2006 eingerichtet (63).“

Wieder und wieder verwenden Islambeschwichtiger die Worte gesamtstaatlich (DIK; Mathias Rohe) oder gesamtgesellschaftlich (64). Der die DIK bis heute prägende Jurist Rohe weiß, dass Allah im Jenseits und Diesseits auf genau geschiedene Sorten Mensch (Menschensorten) großen Wert legt und meint zur Lage in Kanada:

„Das Familienrecht Kanadas ist teils durch Gesetze der Provinzen, teils durch gesamtstaatliches Recht geregelt.“

Die indisch-pakistanische Zwei-Nationen-Theorie berührend führt der Jurist und islambezogene deutsche Regierungsberater im selben Buch aus: „Bei den Muslimen kam der Wunsch nach Teilung auf, weil sie ihre Interessen an Schutz und Teilhabe im Gesamtstaat nicht hinreichend gewahrt sahen (65).“

Aus einer grenzenlosen Bejahung des angeblichen muslimischen Andersseins wird muslimseitig ein vornehmer Ekel vor dem „Westen“ entsprießen müssen … mitten in unseren Innenstädten und durchaus im Sinne der Muslimbrüder und Millî-Görüş-Bewegten. Eigentlich kann und darf ein deutscher Innenminister einen solchen Vorgang der Segregation nicht wollen.

Gleichnishaft den physikalischen Zustand einer Grenzflächenschicht heranziehend, könnte man bei der islamzentrierten Abkehr vom säkularen Staat von steigender Abhäsion reden, von einem Verlust an Adhäsionskraft und Haftung. Pädagogen und Sozialarbeiter bedauern (hoffentlich) diesen Verlust an Integrationsbereitschaft bzw. Integrationsfähigkeit, Historiker schreiben, etwa über das zuerst politisiert sittliche und alsbald territoriale Herausbrechen Pakistans und Bangladeschs aus dem indischen Subkontinent, von Separatismus und Sezession.

Die ansteigende Apartheid zweier einander abstoßenden Sphären an Weltgefühl und Menschenbild, von zwei Milieus der Sozialisation, wird das sinkend säkulare Europa der Glaubensnationen, muslimisch und nichtmuslimisch, langsam und ungerührt auseinander treiben lassen wie die atlantischen Erdkontinente der Plattentektonik.

Proislamisten wie Udo Steinbach („einen konstruktiven Zugang zur islamischen Welt insgesamt zu finden“ (66)) fordern von uns einen „konstruktiven“ Umgang mit dem Islam, jeder Islamkritiker agiert in dieser Logik destruktiv, verhält sich unsittlich.

Geologie und Forschung zur Verschiebung der Kontinente kennen den Begriff Konstruktive (Divergierende) Plattengrenzen. Beim verstaatlichten Schariabeschönigen „baut sich etwas auf“: Der koranbasierte Halbstaat oder vielmehr Kontraststaat, die Gegenmoderne der Schariagesellschaft wird „konstruktiv“ … konstruiert.

Prinzip Ridge-Push (67). Vom Staatsbürger zum Angehörigen des immer „konstruktiver“ werdenden ethnoreligiösen Kollektivs. Die gedoppelte Bevölkerung treibt auseinander, die plangemäß wachsende Kluft überbrückt uns der zauberische „Dialog der Religionen“ (68).

Zwischenbilanz zieht das Strategiegespräch in Militärrat und Islamkonferenz.

Wie in Kairo, so in Berlin.

Jacques Auvergne

(1) Art.2. Islam is the Religion of the State. Arabic is its official language, and the principal source of legislation is Islamic Jurisprudence (Sharia). Art.3. Sovereignty is for the people alone who will practise and protect this sovereignty and safeguard national unity in the manner specified by the Constitution

http://www.egypt.gov.eg/english/laws/constitution/chp_one/part_one.aspx

(2). Art.40. All citizens are equal before the law. They have equal public rights and duties without discrimination due to sex, ethnic origin, language, religion or creed.

http://www.egypt.gov.eg/english/laws/constitution/chp_three/part_one.aspx

(3) Ahmed al-Tayeb (aṭ-Ṭaiyib), amtierender Chef der Azhar

http://www.aawsat.com/2010/04/13/images/religion1.565004.jpg

http://www.masreat.com/wp-content/uploads/2010/05/a7mad-altaib-51-1.jpg

(4) Bis zu seinem Tod im Jahr 2010 ranghöchster Azhar-Scheich: Tantawi (Muḥammad Saiyid Ṭanṭāwī). Scheich Tantawi bewunderte den Altkommunisten, Freund des interreligiösen Dialogs und 1982 zum Islam konvertierten Holocaustleugner Roger Garaudy, der Preisgelder vom libyschen Staatschef Muammar al-Gaddafi (2002) und von König Faisal (1986) annahm, und förderte die Verbreitung einer antisemitischen Schrift (Die grundlegenden Mythen der israelischen Politik, 1995) des nachfolgend zu 6 Monaten Haft (Bewährung) und 30.000 FF verurteilten Franzosen.

http://www.hagalil.com/archiv/98/12/garaudy.htm

(5) Tariq al-Bishry (Tariq el-Bishry)

http://www.onislam.net/arabic/oimedia/onislamar/images/mainimages/%D8%B7%D8%A7%D8%B1%D9%82%20%D8%A7%D9%84%D8%A8%D8%B4%D8%B1%D9%8A_05_09_2010.jpg

http://ar.mideastyouth.com//wp-content/uploads/ph%D8%A8%D8%A8oto.aspx_.jpg

http://arbnews.net/wp-content/uploads/2011/02/1_1042567_1_34-251×200.jpg

(6) Schura, von Allahbewusstsein getragene irdische Politikfindung. Sadek Jawad Sulaiman: „Shura constitutes one of the four cardinal principles in the Islamic perspective on socio-political organization. The other three are justice, equality, and human dignity. Shura is also a central issue in the on-going debate among Muslims over political reform.”

http://www.alhewar.com/SadekShura.htm

Den Vortrag über die Schura hielt der einstige Botschafter des Oman am Al-Hewar-Zentrum, das der westlichen Monopolisierung alles Arabischen (a common intra-Arab perspective) dient. Das Zentrum ist in der virginischen Metropolregion von Washington ansässig, in der wohlhabenden, idyllischen Kleinstadt Vienna (VA 22183, USA). Arab and Muslim dialogue with Americans. However, before this dialogue can take place, the Arabs must reach an understanding and a consensus about their own identity before they can present it to others. AL-HEWAR CENTER. The Center for Arab Culture and Dialogue.

http://www.alhewar.com/center.html

Ebenfalls in Vienna (15.000 Einwohner) gelegen: The Islamic Heritage Center is a fully functional mosque located at 262 A3 Cedar Lane SE, Vienna, VA 22180 founded by Sheikh-Dr. Nabil Zahr in 2001. The Islamic Heritage Center is a nonprofit organization focused on servicing the needs of the Muslim community in the Washington Metropolitan Area

http://www.ihcproject.com/

Sunna extrem, it`s american: Das Islamic Heritage Center steht dem Hanbaliten Bin Baz nicht fern. “Sheikh Abu-AbdulRahman, also known as Dr. Nabil Zahr (May Allah Preserve him) is one of the prominent Islamic scholars of his time. Born in Egypt, he memorized the Qur’an at an early age and studied under some of the most knowledgeable scholars of his time including: Sheikh Muqbil bin Haadee al-Waadi’ee, and Sheikh ‚Abd al-‚Aziz ibn Baaz (May Allah Grant them Mercy). Beside the above mentioned scholars, Sheikh Abu-AbdelRahman received his education from Al-Azhr University and Aien Shams University – School of Medicine. As a practicing physician in Egypt and Kuwait, Sheikh Abu AbduRahman dedicated his free time to spread the authentic knowledge of the religion of Allah. Sheikh Abu AbdulRahman was an Imam and teacher of a great number of students from inside and outside Egypt and Kuwait which studied Hadith, Fiqh, Aqeedah, Tafsier, and Sieerah under him. … In giving religious verdicts, Sheikh Abu AbduRahman’s Fataawa (i.e., rulings/verdicts) are based on the Manhaj of Ahlu Sunnah wal Jamaa’ah.

http://www.ihcproject.com/index.php/sheikh-dr-nabil-zahr-abu-abdulrahman-bio

Al-Shaoukanee ist dabei Imam al-Shawkani (1759–1834), ein jemenitischer Religionsgelehrter (Rechtsgelehrter), der vor zwei Jahrhunderten lebte. Al-Darariee Al-Mudieah = al-Darari al-Mudhiyah. Für seine Transzendierung (Salafisierung) der Rechtsschulen wird er bei ISLAM AWAKENING verehrt.

http://forums.islamicawakening.com/f20/why-is-salafiism-associated-being-anti-madhabi-3391/

Als indischer und pakistanischer (Kaschmir, dort vor allem in der auch Klein-Tibet genannten Gebirgsregion Baltistan) Ableger der Bewegung der Wahhabiten darf die nach 1832 unter Einfluss des jemenitischen Gelehrten Mohammed al-Schaukani (aš-Šaukānī; engl.: Muhammad ash-Shawkani) entstandene und an ibn Taymiyya (bin Taimīya, † 1263) sowie am extrem puritanischen, die vier sunnitischen Rechtsschulen als „Neuerung“ (bid’a) ablehnenden Schah ad-Dihlawi (ad-Dahlawî, ad-Dehlawî, Dehlvi, geboren im nordindischen Uttar Pradesh 1703, † 1762) orientierte Glaubensbewegung Ahl-i Hadīṯ gelten. Der erste Anstifter des Wahhabismus, Muhammad ibn ʿAbd al-Wahhab († 1792) wurde ebenfalls vom mittelalterlichen bin Taimīya beeinflusst, den man als Hanbaliten einschätzen darf. Schaukani (wasn’t Imam Shawkani an ex-zaidi?) stammt von den Quraisch ab, wurde als Fünferschiit (Zaidit, wie zeitweise der Islamkenner Sven Kalisch) in der Nähe des jemenitischen Sanaa (Ṣanʿā) geboren und konvertierte zum sunnitischen Islam, wo er den hanafitischen Fiqh praktizierte. Neben al-Wahhab dürfte der globale islamische Revivalismus einige Triebkraft von Denkern wie aš-Šaukānī und ad-Dihlawī erhalten haben und immer noch erhalten, obschon die so genannten Salafisten den Islam keineswegs falsch verstehen, und, Glauben ist Gehorsam, es aus Allahs Sicht sowieso keinen Unterschied zwischen Islam (Theorie) und Islamismus (Praxis) gibt. In Form von frommen Schriften hat der als Imam Shaukani oder Qadi Shawkani Geehrte Rechtleitung hinterlassen, starke Fußspuren der Anweisung, deren genaues Nachschreiten dir, vielleicht, den Teufel vom Leib hält:

http://www.google.de/search?tbm=bks&tbo=1&q=The+influence+of+Shaukani&btnG=Nach+B%C3%BCchern+suchen

http://www.google.de/search?hl=de&tbo=1&tbs=bks%3A1&q=influence+Shawkani&aq=f&aqi=&aql=&oq=

(7) Charles Dalrymple Belgrave (1894–1969) wurde oft schlicht und respektvoll „Mustašār“ genannt. Adviser to the Bahraini ruling family (1926-1957). Sir Charles D. Belgrave (R) and Sheikh Sir Sulman, conferring aboard a launch.

http://www.life.com/image/50531456

Sir Charles D. Belgrave (C) and Max W. Thornburg (L), enjoying a laugh while Sheikh Sir Sulman is speaking

http://www.life.com/image/50531440

Sir Charles D. Belgrave smoking a cigar.

http://www.life.com/image/50531426

(8) Tariq al-Bishri, gemäßigt radikal: … a moderate Islamist, an honest figure, and a former secular leftist who is a “bridge” between secular political figures and the Muslim Brothers.

http://nisralnasr.blogspot.com/2011/02/tariq-al-bishri-and-constitutional.html

Statt humaner Faschist moderater Islamist: Tariq al-Bishri. In seiner Dissertation: Political Opposition and Authoritarian Rule in Egypt) schreibt Holger Albrecht: the thinking of moderate Islamist intellectuals, the most important of whom are Yusuf al-Qaradawi (based in Qatar), Tareq al-Bishri (a well-respected former judge), Muhammad Salim al-Awwa (a prominent Wasat Party intellectual), and Kamal Abul Magd (cf. Rutherford 2006). A new dynamic seems to have taken root among the younger generation of Islamist activists, in particular at the country’s universities. Islamist thinking is here increasingly associated and combined with Western ideas of modernity, efficiency, and management.

http://deposit.ddb.de/cgi-bin/dokserv?idn=997839422&dok_var=d1&dok_ext=pdf&filename=997839422.pdf

(9) Turāṯ, angl. Turâth, gottgewollte Erbschaft. JPC: The Arabic word „turath“ carries complex ideological connotations, the word has the sense of “ heritage“, „legacy“ and “ culture“. The turath does not only imply the history of a tradition that extends to the present; it also convys the active sense of seeking to shape a political present by interpreting its identity in terms of a particular image of its past. UNIVERSITY OF TEHRAN – ELECTRONIC JOURNALIST DATABASE.

http://journals.ut.ac.ir/page/article-frame.html?articleId=160354

Association Tourath, Guerrara (Ġardāya / Ghardaïa / Tagherdayt), M’zab, Algérie. Die Banī Mīzāb oder Mozabiten gehören zu den letzten Charidschiten, der neben Sunniten und Schiiten dritten Glaubensströmung des Islam, die heute vor allem im Oman („Ibaditen“) präsent ist. Scheich der Ibaditen Cherifi Saïd Ben Belhadj genannt Scheich Addoun († 2004).

http://www.tourath.org/ar/index.php

LIBERTÉ, 03.11.2004. Une des grandes figures de l’Islam et du rite ibadite en Algérie, le Cheikh Addoun est décédé, hier à l’aube, à Guerrarra

http://www.djazairess.com/fr/liberte/30652

„turaath“

http://www.turathdecor.com/resources/turath1.jpg

Freundin des Mondes. Ensemble Turath.

http://folkmusicsmb.blogspot.com/2011/02/hermana-de-la-luna-al-turath-ensemble.html

(10) Professor Lee ist Politikwissenschaftler am Colorado College. Nor should „tradition“ in this sense be confused with the Islamic turāth, a term often translated as „tradition“ and used to mean the entirety of the Islamic experience, aus: Robert D. Lee: Overcoming Tradition and Modernity: The Search for Islamic Authenticity (1997).

http://www.questia.com/PM.qst?a=o&docId=9029590

(11) Hasan Hanafi, turāṯ (Erbe, mirāṯ) als (schariastrebsame) Kenntnis der eigenen kulturellen Wurzeln, the connection of the own cultural roots with striving for a new, better modern trend conception.

http://www.worldlingo.com/ma/dewiki/en/Moderne_Islamische_Philosophie

(12) Ein linker Islam? Ausschnitte aus dem fast zwei Jahrzehnte alten Vortrag von Ḥasan Ḥanafī »Die Aktualität eines ‘linken Islam’« (aus: »Gesichter des Islam, 2. Orient-Tagung im Haus der Kulturen der Welt«, 10.-12.12.1991, bei: Verlag Haus der Kulturen der Welt (Hg.), Berlin 1992) kommentiert Jacques Auvergne.

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2010/06/30/176/

(13) Hasan Hanafi auf »Ein gemeinsames Wort zwischen uns und euch«

http://www.gemeindenetzwerk.org/?p=1701

(14) Hasan Hanafi 2008 an der Uni Frankfurt. Möglichkeiten und Grenzen eines europäischen Islam.

http://www.gefis-online.de/index.php4?nlev1=4&nlev2=40

(15) Allahs ägyptischer Philosoph kennt die Lösung für das krisengeschüttelte Europa: Mehr Islam! Hasan Hanafi der moderate Islamist. 22.03.2007, Bassam Tibi: Europeanisation, not Islamisation. Weltbürger Tibi träumt von einem Islam ohne Scharia, leider nennt er die Scharia salafistisch und nicht orthodox islamisch: “But I say there can be no Europeanising of Islam unless Salafist concepts like Sharia and Jihad are abandoned through cultural-religious reforms, and this goes too for the vision of Islamisation through Da’awa and Hidjra.”

http://www.campus-watch.org/article/id/3154

(16) Azzam Tamimi, London.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/bc/Azzam_Tamimi.JPG

Dr. Azzam Tamimi’s Palestine presentation at University of Birmingham (1/4). Dr. Azzam Tamimi was hosted by the University of Birmingham Islamic Society on 20-01-2010 to present at their conference entitled: „In Pursuit of Justice: Remember Gaza“

http://www.youtube.com/azzamtamimi

Discover The Networks nennt Tatsachen zu Azzam Tamimi. Al-Tamimi describes himself as a „sympathizer and supporter“ of Hamas. … e feels a profound hatred for Israel, advocating the Jewish state’s destruction and elimination from the face of the earth as the only acceptable resolution to the Mideast conflict. He passionately endorses the actions of Palestinian suicide bombers; he strongly supports Hamas, Hezbollah, and Islamic Jihad; and he blames the United States for having invited the 9/11 attacks with its allegedly unjust foreign policies.

http://www.discoverthenetworks.org/individualProfile.asp?indid=1756

(17) Patrick Bahners will die Scharia legalisieren: „zivile Verhältnisse mit Rechtsschutz für Andersgläubige. (…) Scharia (…), sich einen Staat wünschen, der in Übereinstimmung mit Gottes Geboten die Gesetze macht. Der Rechtsphilosoph Tarik al-Bischri (…) wirbt für die Religionsfreiheit als islamische Tradition (…). Eine islamische Demokratie (…) kein Ding der Unmöglichkeit (ooo).“ DER SPIEGEL, 21.02.2011.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-77108578.html

(18) Bevölkerungsspalter Werner Höbsch. Mehr “Dialog” zwischen Nation of Islam und abendländischer Christenheit. Bei: Peter Wensierski, in: SPIEGEL SPECIAL 2/2008

http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelspecial/d-56323078.html

(19) Khaled Saeed (Ḫālid Saʿīd), polizeilich ermordeter Blogger aus Ägypten

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/arz/e/e3/Khaled_mohmed_sa3ed.jpg

(20) Die Ikhwan al-Muslimun (Muslim Brotherhood) springt auf den fahrenden Zug des ägyptischen Protests bzw. hatte ihn mit vielen anderen Kräften mit angeschoben. Mit Beileidsbekundungen, Genesungswünschen und dem Ruf nach Eintracht und Gerechtigkeit jedenfalls legt man staatsmännische Gelassenheit an den Tag: „The MB, who is participating in these events, is expressing their appreciation of the efforts of the Egyptian people. … The peaceful and civilized movement of the Egyptian people, which started on January 25, must continue against the corruption, oppression and injustices until its demands of legitimate reform are achieved“ (The Muslim Brotherhood, 26.01.2011)

http://ikhwanweb.com/article.php?id=27937

(21) Stichwort amendments, Verfassungszusätze. Aus Kairo berichtet Marwa Awad: „Tariq al-Bishri, head of the judicial committee formed by Egypt’s ruling military council, said the amendments to be put to a public referendum“, für REUTERS am 26.02.1011.

http://www.reuters.com/article/2011/02/26/us-egypt-constitution-presidency-idUSTRE71P17Q20110226

Noch zu amendments. Mona El-Naggar und Dawlat Magdy für THE NEW YORK TIMES:

Islam Lotfi, a lawyer and member of the Muslim Brotherhood Youth who was also among the organizers of the revolution, said the coalition of young leaders had encouraged the military leaders to quickly pass a package of essential amendments to the Egyptian Constitution so that the country could hold credible elections. Then a new Parliament might reopen the question of a broader overhaul.

“When we have a good Parliament, they should revisit the Constitution but it is wise not to let a new Constitution come out during a military period,” Mr. Lotfi said. “It would be somehow fascist.”

http://www.nytimes.com/2011/02/16/world/middleeast/16egypt.html

Kräftig islamisierte amendments (hier: Verfassungszusätze) sollten wir allerdings nicht unterschätzen. The Labor Party’s platform considers Islam as the point of reference for a system of governance and calls for constitutional amendments that explicitly acknowledge Egypt’s Islamic identity. Eben, wozu arbeitet al-Bishri denn so fleißig?

http://egyptelections.carnegieendowment.org/2010/09/13/socialist-labor-party

(22) Islamkenner Baradei antwortet auf die Frage: „Sind Islam und Demokratie vereinbar?“ mit einem glitschigen: „Der Islam ist wie jede Religion das, was man daraus macht.“, nun, Allahgott dürfte da etwas anspruchsvoller sein. „Man muss mit den Muslimbrüdern intellektuell nicht übereinstimmen, aber sie sind nun einmal Teil der Gesellschaft und haben das Recht, an ihr teilzunehmen.“, findet el-Baradei. Interview: Gero von Randow und Michael Thumann, DIE ZEIT 2010, hier bei den regierungsnahen Schariafreunden von QANTARA

http://de.qantara.de/webcom/show_article.php/_c-468/_nr-1357/i.html

(23) Horst Köhler. Bundesverdienstkreuz (Großes Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland) für den Schura-Lobbyisten und MB-Integrierer el-Baradei.

http://www.bundespraesident.de/Reden-und-Interviews/Reden-Horst-Koehler-,12213.662472/Visionaer-fuer-eine-Menschheit.htm

Horst Köhler: Ich kenne den Islam als im Kern friedliche Religion, die in sich ruht, ihre eigene Berechtigung und Geschichte hat. Respekt muss uns leiten, wenn wir über den Islam diskutieren.

http://www.bundespraesident.de/-,2.663792/Friedensstiftende-Begegnungen-.htm

03.03.1924, das Ende der Seelen rettenden Regierungsweise. Abolition of the office of Caliphate held by the Ottoman Caliphate

http://en.wikipedia.org/wiki/Atat%C3%BCrk%27s_Reforms#Secularism

Her Imperial Highness The Princess Fatma Neslişah (or Nazlishah in Arabic) Osmanoğlu Sultan, Imperial Princess of the Ottoman Empire and Princess of Egypt … She grew up in Nice, France after being exiled since she was 3 years old, when the Ottoman family left Istanbul.

http://en.wikipedia.org/wiki/Fatma_Nesli%C5%9Fah

HRH Prince Muhammad Abdel Moneim. Prince Muhammad Abdul Moneim was born at the Montaza Palace, near Alexandria. His father Abbas II was the reigning Khedive and so Prince Muhammad Abdul Moneim became heir apparent immediately following his birth and was given with title Hereditary Prince. He was educated at Fribourg, Switzerland.

http://en.wikipedia.org/wiki/Prince_Muhammad_Abdel_Moneim

Der Montazapalast (Qaṣr Muntaza), Alexandria, Ägypten

http://www.conferencegypt.com/upload/image/Montaza-Palace%281%29.jpg

(24) Hosni Mubarak, Foto

http://img4.allvoices.com/thumbs/event/609/480/54691653-hosni-mubarak.jpg

(25) Militärrat, Zusammensetzung. Veröffentlicht von Issandr El Amrani, bei: THE ARABIST. Egypt`s Military Council in a diagram.

http://www.arabist.net/storage/uploads/SCAF.pdf

Issandr El Amrani

http://www.arabist.net/amrani/

THE ARABIST

http://www.arabist.net/

(26) Army Council (Supreme Council of the Armed Forces, Militärrat)

http://www.sis.gov.eg/En/Story.aspx?sid=53702

(27) Abu al-Ula Madi (Abul `Ula Madi, Abu Elela Mady). Soziale Fragen Ägyptens berühren sicherlich die Themen Kultur und Dialog, und da ist ein Parteigründer und Muslimbruder vielleicht der richtige Mann, wenn man den Juden, Christen, Atheisten und Frauen die AEMR auf Dauer unzugänglich halten will: Chairman of the board Egyptian Asociation for Culture & Dialogue: Abu Al Ula Madi

http://egyptwww.com/en/more.php?mode=view_item&sub=1303&item=40065

WASAT-Partei, Homapage

http://www.alwasatparty.com/

Die Brüder der Partei WASAT stellen einen bei der schariafreundlichen Seite QANTARA veröffentlichen Text von Jürgen Stryjak ein

http://www.alwasatparty.com/modules.php?file=article&name=News&sid=104

Abu Elela Mady = Abu al-Ula Madi. Vor sieben Jahren, 2004. THE STORY OF a political movement called Al-Wasat, meaning middle or center, begins with a younger generation of activists who brought new political vigor to the Muslim Brotherhood, but later clashed with its elder leaders. They broke away in 1995 and launched a party with an Islamic perspective

http://www.alwasatparty.com/modules.php?name=News&file=article&sid=100

Die Muslimbruderschaft (ikhwanweb) zitiert den über die Muslimbrüder forschenden Professor Emad El-Din Shahin, der in Harvard und an der Amerikanischen Universität zu Kairo lehrt: Members of the Wasat Party included Abul-`Ula Madi, representative of the founders; and leading members Amr Farid and Hossam Khalaf … Some views are more qualified. In the words of Mahmud Ghozlan, member of the Guidance Bureau, Europe “does not present a model of democracy for me”. Similarly, Ali Abd al-Fattah, member of the Press Syndicate Board, qualifies his answer by saying that “Europe does not present an ideal model for democracy”. Wasat views of Europe as a democratic model were largely positive. Abul-`Ula Madi, representative of the Wasat founders, responded with an unqualified, “Yes”; Amr Farid, “Yes, with some reservation”; and Hossam Khalaf, “Yes, with regards to the electoral system and the transfer of power.

http://www.ikhwanweb.com/uploads/lib/R3E6346T3H4DYM6.pdf

Kopftuchdschihad. 2.4 Muslim Minority Rights within Europe. The interviews carried out with Egyptian Islamists revealed that concern has grown over what is perceived to be discrimination in at least some member states against Muslim minorities. Habib asserted that on this issue “each European state is different. However, there is clear racism in dealing with certain issues as in the case of France and Britain”. Ghozlan, on the other hand, attested to clear violations of Muslim rights throughout Europe

http://www.ikhwanweb.com/uploads/lib/R3E6346T3H4DYM6.pdf

(28) Reaffirming the social and moral characteristics of Arab-Islamic civilization. Supporting efforts to resolve the Palestinian question.

http://egyptelections.carnegieendowment.org/2010/09/16/center-al-wasat-party

(29) Nach Yaaqov Lappin (THE JERUSALEM POST, 02.01.2011) empfehle der hochrangige Muslimbruder Muhammad Ghannem die Vorbereitung eines Krieges gegen Israel.

http://www.jpost.com/Headlines/Article.aspx?id=206130

Tzvi Ben Gedalyahu, ebenfalls am 02.01.2011, schreibt auf ARUTZ SHEVA: „Many Western analysts agree that the Muslim Brotherhood and Hamas are one and the same. One leading Brotherhood cleric has said: „Kill Jews – to the very last one.” A Brotherhood takeover of Egypt would strengthen Hamas in Gaza. Another Brotherhood leader told an Arab language newspaper Monday that Egyptians “should prepare for war against Israel.“ The Muslim Brotherhood and Hamas are rooted in the same ideology.”

http://www.israelnationalnews.com/News/news.aspx/142072

(30) Der ägyptischstämmige Herr Mohammed Ghannem ist ja vielleicht mit Mister Ghanem aus der britischen Hauptstadt identisch, der, wie MEMRI am 15.11.2010 berichtet, Ägypten den Medien des Iran gegenüber (Al-Alam, Iranian news network) kritisiert. Mohammed Ghanem, representative of the Muslim Brotherhood in the UK. Bei: The Global Muslim Brotherhood Daily Report (GMBDR), admin @ June 2, 2007.

http://globalmbreport.org/?p=3847

MEMRI, 01.12.2010. Mohammad Ghanem, Muslim Brotherhood Representative in the UK: The Egyptian Regime is a Dictatorship.

http://www.memri.org/report/en/0/0/0/0/0/0/4803.htm

(31) Hizb-ut-Tahrir gibt eine echt islamische Erklärung zur Lage in Ägypten ab:

„Obwohl der Westen unentwegt von Demokratie und Freiheit spricht und den Muslimen diese aufzwingen möchte, bleibt er zurückhaltend bis ablehnend, wenn es tatsächlich darum geht, freie Wahlen in der islamischen Welt einzuführen. Dieses widersprüchliche Verhalten hat damit zu tun, dass die Unterstützung wahrer demokratischer Verhältnisse dazu führen wird, dass die Muslime die Freiheit in der Form wahrnehmen, dass sie sich mehrheitlich für den Islam entscheiden und das islamische System wählen. Das Problem des Westens besteht also vor allem darin, dass die Muslime trotz aller Verlockungen der Freiheit in ihrer Mehrheit am Islam festhalten werden.

Freie Wahlen in der islamischen Welt würden demnach zugunsten des Islam ausfallen. Beispiele hierzu hat es bereits gegeben, etwa in Algerien, als sich bei den Parlamentswahlen 1991/92 der Sieg der Islamischen Heilsfront (FIS) abzeichnete, oder auch in Palästina, als die Wahl in den so genannten Autonomiegebieten 2006 zugunsten der Hamas ausfiel. Solche Wahlergebnisse möchten die USA unter allen Umständen in Ägypten vermeiden. Dies ist nur möglich, wenn man einen echten Volksentscheid in Ägypten von Grund auf verhindert und es gar nicht erst dazu kommen lässt.

Der Westen begründet seine Skepsis zu freien Wahlen in der islamischen Welt natürlich damit, dass die Muslime den politischen Islam wählen würden und dadurch die so genannten „Islamisten“ an die Macht kämen. Daher sei es besser, die diktatorischen Regime in der islamischen Welt weiterhin zu stützen, die den Islam unterdrücken. Dass damit zur gleichen Zeit der freie Wille der Menschen unterdrückt wird, interessiert den „demokratischen“ Westen nicht, solange seine eigenen Interessen dadurch gewahrt bleiben.

Vor allem Israel fürchtet sich vor freien Wahlen in Ägypten und hat dies auch offen bekundet. Sollten die Ägypter nämlich frei wählen dürfen, verlöre Israel seinen Hauptverbündeten in der islamischen Welt. Bislang hielt Mubarak in seiner Rolle als Wachhund den Israelis an der Südgrenze den Rücken frei, so dass sie sich militärisch vollkommen auf die Besetzung des Westjordanlandes, auf die Hizbollah im Norden und auf die Blockade des Gazastreifens konzentrieren konnten. Anders ausgedrückt, sind die Verbrechen Israels ausschließlich durch Mubarak möglich. …

Auf Dauer wird der Westen seine Marionettenregime in der islamischen Welt nicht halten können. Die Umma hat sich in Bewegung gesetzt und wartet nicht mehr auf die Erlaubnis des Westens, ihrem Willen Geltung zu verschaffen und jenes System zu wählen, das Allah (t) ihr vorgegeben hat. Längst hat sich die Umma für den Islam und das islamische System entschieden. Weil der Westen diese Tatsache kennt, verhindert er freie Wahlen in der islamischen Welt, um dieser Entscheidung keine demokratische Legitimität zu verleihen, die ihn dazu nötigen würde, die Mehrheitsentscheidung der Umma zu akzeptieren. Für die Muslime sollte die Haltung des Westens jedoch irrelevant sein, denn die Umsetzung des islamischen Systems erfolgt nicht über den Weg der Demokratie und wartet nicht auf das Wohlwollen des Westens und die Erlaubnis, freie Wahlen abhalten zu dürfen. Die Muslime sind selbst die Hauptakteure, die das Kartenhaus der Diktatoren in der gesamten islamischen Welt niederreißen müssen – die ersten Karten sind bereits gefallen –, um das falsche System durch das richtige zu ersetzen. Früher oder später wird der islamische Staat durch die Anstrengungen der Umma Realität, ob es dem Westen gefällt oder nicht.“

http://www.die-einheit.org/index.php?option=com_k2&view=item&id=1599:kommentar-die-angst-der-westm%C3%A4chte-vor-freien-wahlen-in-%C3%A4gypten&Itemid=202

(32) Tariq al-Bishris Vater Abd al-Fattah al-Bishri war bis zu seinem Tode, bis 1951, Präsident des ägyptischen Appellationsgerichtshofes.

Der Großvater, Salim al-Bishri, war Azhar-Scheich.

http://www.sunnah.org/history/Scholars/bishri.gif

His grandfather, Sheikh Selim El-Bishri, was a Sheikh of Al-Azhar and his father, Abdel-Fatah El-Bishri, head of the Court of Cassation

http://aeamisr.org/news/tarek-el-bishri-a-call-for-civil-disobedience/

Die Scheiche der Azhar, aš-Šuyūḫu l-Azhar. 27. [ 1900 – 1904 ] Shaykh Selim al-Bishri.

http://www.sunnah.org/history/Scholars/mashaykh_azhar.htm

Salim al-Bishri al-Maliki (Salīm al-Bišrī al-Malikī, * ?, † 1916) lehrte von 1900-1904 an der Azhar und noch einmal von 1909-1916. Scheich al-Bischri genießt unter Schiiten hohe Wertschätzung, da er als einer von damals wenigen Sunniten den Dialog mit der Geschwisterkonfession suchte. ESLAM: „nicht in der Art einer in der Geschichte schon bedauerlicherweise oft erfolgten hasserfüllten Debatte sondern mit dem aufrichtigen Wunsch, sich der Wahrheit anzunähern und den Standpunkt der Schiiten besser zu verstehen.“

http://www.eslam.de/begriffe/b/bischri.htm

Schiitischer Gesprächspartner war Sayyid Abdalhussain Scharaffuddin al-Musawi (1872-1957), der Briefwechsel der beiden Gelehrten ist als »Die Konsultation (al-Muraǧaʿāt)« bekannt, wie sich die Seite ESLAM erinnert.

http://www.eslam.de/begriffe/k/konsultation.htm

Engagierten heutigen Sunniten war der 1916 verstorbene Scheich al-Bishri allerdings möglicherweise zu höflich, drei Hanafiten legen los, der erste nennt die Korrespondenz (The Muraaja`aat) schiitische Propagandaliteratur (Shi`i propaganda literature), der zweite beruft sich auf Scheich Dschibril, der gesagt habe, dass niemand mehr lüge als die Schiiten (Shaykh Gibril reported a saying of early hadith scholars to the effect that „Nobody lies more than the Rafidis.“) und der dritte, Sympathisant der Deobandi-Strömung, führt Tirmidhi als Zeugen dafür an, dass asch-Schafi’i (aš-Šāfiʿī; 767-820) gesagt habe, dass niemand schlimmer lüge als die Abweichler von der Schia (I have not seen among the heretics a people more famous for falsehood than the Rafidi Shias).

http://www.sunniforum.com/forum/showthread.php?26932-The-Muraaja-aat-Shi-i-Propaganda-Literature&s=720e40ee73168cd69fa5a887a0bcd582

(33) Bewährungshelfer Stryjak. Damit sie nicht sauer werden und zur Revolution schreiten, sollen wir doch bitteschön Ägyptens radikale Kalifatsfreunde gleich jetzt an der Macht beteiligen. QANTARA publiziert so was (Rubrik: Reformislam).

http://de.qantara.de/webcom/show_article.php/_c-578/_nr-9/_p-1/i.html

Naturbegriff Idyll, Löwe und Lamm. Kind, mal`s dir schön. Die interreligiöse Bambi-Wildnis, der Bambi-Islam. Kitsch-Andalusien und Reformislam gibt`s nicht in natura, aber bei Qantara.

http://de.qantara.de/webcom/show_article.php/_c-578/i.html

(34) Thomas Bauer: „So ist aus der Muslimbrüderschaft die Partei al-Wasat „Die Mitte“ hervorgegangen, die sich als moderne islamdemokratische Partei versteht. Einer ihrer Gründungsväter war kein anderer als Tariq al-Bishri. Doch sein Engagement war einstweilen vergebens: Die Partei hat sich mehrmals um ihre offizielle Zulassung bemüht – doch vergebens.

http://arabistikwwu.blogspot.com/2011/02/tariq-al-bishri-islamdemokrat-und.html

Thomas Bauer

http://arabistikwwu.blogspot.com/p/beitragende.html

Jürgen Stryjak (2004) zitiert auf der islamverliebten Seite QANTARA den Wasat-Parteigründer: „Was ist das ganze Gerede von politischen Reformen wert“, fragt Abu al-Ula Madi, „wenn man nicht einmal damit beginnt, neue Parteien zuzulassen?“

http://de.qantara.de/webcom/show_article.php/_c-578/_nr-9/_p-1/i.html

(35) Maududi und das demokratische Kalifat. Die Theo-Demokratie.

http://en.wikipedia.org/wiki/Abul_Ala_Maududi#Islamic_state

Theodemocracy is a political system that combines elements of theocracy and democracy.

http://en.wikipedia.org/wiki/Theodemocracy

Islamic democracy

http://en.wikipedia.org/wiki/Islamic_democracy

Religious democracy. Dänemark, Norwegen, … Afghanistan, Iran.

http://en.wikipedia.org/wiki/Religious_democracy

Allahcracy. Die Allahkratie.

http://www.jihadwatch.org/2006/07/bashir-vows-to-turn-indonesia-into-allahcracy.html

Um ein besseres Verständnis für das alleinige Recht Allahs zu bekommen, Gesetze zu erlassen, und [weil] es eine Form der Ibadah ist nach der Shari’a zu herrschen und weil die heutige Lage der muslimischen Länder es erfordert … „Tauhid al Hakimiyyah bedeutet Allah, den Allerhöchsten, zum dem Einzigen vereinen, allein in Seiner Urteilsfällung (Hukm) und in Seiner Gesetzgebung (Tashree‘). Also genauso wie Er, der Allerhöchste, keine Partner in seiner Herrschaft und bei der Kontrolle der Angelegenheiten der Schöpfung hat, genauso hat er keine Partner in Seiner Urteilsfällung (Hukm) und in Seiner Gesetzgebung (Tashree‘).“

http://www.ahlu-sunnah.com/threads/26924-Tawhid-al-Hakimiya

Sheikh Sheikh Abu Baseer at-Tartousi, Emirat Kaukasien

http://www.kavkazcenter.com/eng/content/2010/09/05/12476.shtml

Demokratie ist ein Erzeugnis des Unglaubens und verstößt damit gegen das Islamische Gesetz, in essence all Islamic activists agreed on one thing about democracy, that democracy is the product of the kafir and thus contrary to the Islamic law. There are a few people who claim that democracy is a shura like in Islam, but this is also invalidated. KAVKAZ CENTER 24.01.2011, Ihre tschetschenische Nachrichtenagentur aus Schweden für das Emirat Kaukasien. Kavkaz Centers webbsida produceras och distribueras idag utgående från Sverige.

http://www.kavkazcenter.com/eng/content/2011/01/24/13418.shtml

About Kavkaz Center (The Caucasus Center)

Kavkaz Centre (www.kavkazcenter.com) is a Chechen internet agency which is independent, international and Islamic. Our agency was founded in March 1999 in Jokhar (Grozny) by the CRI National Centre for Strategic Research and Political Technology, registered with the CRI Ministry of Justice in October 1998 (N 1377/б-17).

The internet agency Kavkaz Centre provides reporting of events in the Islamic world, the Caucasus, and Russia.

http://www.kavkazcenter.com/eng/about/

Der kaukasische Kalif at-Tartusi bevorzugt, auf den Britischen Inseln zu wohnen. Abu Baseer at-Tartusi, real name Abdul-Mun’im Mustafa Halima, recently posted a fatwa „authorizing“ violence against the regime of Saudi Arabia.

http://kufrakbar.blogspot.com/2010/01/tartusi-of-londonistan-getting.html

“An influential cleric present on the Internet is Abu Basir al Tartousi. Like Abu Musab al-Suri, he offers archives of his publications, books, articles, fatwas, questions and answers. Many of Abu Basirs publications are comments upon recent events taking place in society, both in the Middle East and in the West, and in particular Britain, where he resides”, aus: Hanna Rogan: »JIHADISM ONLINE – A study of how al-Qaida and radical Islamist groups use the Internet for terrorist purposes«, für: FFI (2006), (FORSVARETS FORSKNINGSINSTITUTT, Norwegian Defence Research Establishment,

bei: Discover The Networks)

http://www.investigativeproject.org/documents/testimony/48.pdf

Syrian jihadist cleric ‚Abd Al-Mun’im Mustafa Halima, better known as Abu Basir Al-Tartusi.

http://www.turkishweekly.net/news/62407/syrian-jihadist-scholar-abu-basir-al-tartusi-sheikh-yousef-al-qaradhawi-is-an-apostate.html

Sheikh Abd-al Mun’em Mustafa Halima Abu Basir aka Abu Basir al-Tartusi, is a Syrian Islamist living in London. He has been described as „primary Salafi opinion-makers guiding the jihadi movement.“

http://en.wikipedia.org/wiki/Abd-al_Mun%27em_Mustafa_Halima_Abu_Basir

»eine deutsche Fassung des Buches „Die Religion der Demokratie“. Dessen Autor, der Jordanier Abu Muhammad al-Maqdisi (…) schreibt: „Wir haben, gezeigt, dass die Demokratie eine Religion ist. Jedoch ist sie nicht die Religion Allahs. (…) Wir müssen jene, die der Demokratie folgen, zerstören und wir müssen ihre Anhänger als Feinde betrachten – sie hassen und einen großen Jihad gegen sie ausführen“. Der Jihad gegen die „Anhänger und Helfer“ der Demokratie diene laut Maqdisi dazu, „dieses menschengemachte System zu zerstören und zu versuchen, die Menschen dazu zu bringen, sich von der Anbetung (an dieses System) abzuwenden und zur Anbetung an Allah allein zurückzukehren.“ Mehrheitsentscheidungen, Parlamente und Verfassungen lehnen diese radikalen Islamisten ab, weil in einer Demokratie die Verse des Koran und die Überlieferungen des Propheten nicht berücksichtigt würden. Maqdisi bezeichnet die Repräsentanten des Volkes als „angebetete Götzen“ und Parlamente als „heidnische Heiligtümer“.

Ähnlich argumentiert auch die islamistische Gruppierung Hizb ut-Tahrir, die „Partei der Befreiung“. Die in Deutschland verbotene aber weiterhin aktive Organisation hat es sich zum Ziel gesetzt, mit der Wiedereinrichtung des Kalifats eine islamische Ordnung durchzusetzen. Daher kämpft sie gegen die Integration von Muslimen in die deutsche Gesellschaft. Auch wer sich in einer der etablierten politischen Parteien engagiere begehe eine Sünde, so die Hizb ut-Tahrir: Weil diese Parteien nicht auf der Grundlage des Islams agierten, verstieße ihre Wahl gegen die Prinzipien des Islam. Demnach sei die Beteiligung an der Wahl von Parlamentsabgeordneten, Parteilisten, Bürgermeistern und Gemeinderatsmitgliedern „im westlichen System des Unglaubens“ einer „sündhaften Handlung“ gleichzusetzen. Weil „die Arbeit der Gewählten eine verbotene Tätigkeit darstellt, da sie nicht auf dem Islam basiert, ist folglich die Wahl und Akzeptanz einer Person, die sündhaft handelt, ebenfalls islamrechtlich nicht erlaubt“, heißt es in einer Erklärung auf einer Webseite dieser islamistischen Splittergruppe.«

(2009, im Auftrag der bpb erstellt durch ufuq)

http://www.bpb.de/popup/popup_druckversion.html?guid=OY6V7F

(36) Wasaṭīya, „Mittigkeit“ meint die Ferne zu jeglichem Extremismus, wie uns die glaubensbewegten Radikalen versichern. Friedmann Eißler: „Der arabische Ausdruck Wasatiyya ist seit einigen Jahren insbesondere durch die Aktivitäten des aus Ägypten stammenden, in Qatar residierenden und weltbekannten Islamgelehrten Yusuf al-Qaradawi bekannt und vor allem inhaltlich geprägt worden (siehe dazu den nachfolgenden Beitrag von Carsten Polanz). Er bedeutet Mittelweg oder Mainstream und bezieht sich auf unterschiedliche Ansätze, die eine muslimische Identität mit modernen Lebensformen in Einklang zu bringen suchen. … Nicht zuletzt aus diesem Grund sucht sie die Partizipation in der Mitte der Gesellschaft. Sie präsentiert selbstbewusst den „Islam als Alternative“ (so ein Buchtitel von Murad W. Hofmann) zum westlichen Lebensstil, der im Wesentlichen als dekadent und gescheitert betrachtet wird. Sie lädt dadurch zum Islam ein (da’wa = Einladung, Mission).“

http://www.ekd.de/ezw/Publikationen_2204.php

(37) »DAS KALIFAT. Die Erlösung für alle Muslime«. Hizb-ut-Tahrir gibt der in der Manier der Taqiyya betreibenden Muslimbrüder geschmeidig verstandenen Wasatiyya keine Chance, hat aber bekanntlich nichts gegen das Weltbild und Menschenbild von Maududi oder Qutb.

http://www.die-einheit.org/index.php?option=com_k2&view=item&id=615:al-wasatiyya-mittigkeit-und-kompromissbereitschaft&Itemid=200

„Das Kalifat wurde am 03.03.1924 zerstört.“

http://www.die-einheit.org/

(38) Hizb-ut-Tahrir appelliert an Ägyptens Militärrat, die Herrschaft Allahs zu errichten: „Wir von Hizb-ut-Tahrir wenden uns aufrichtig an den Führungsrat der ägyptischen Streitkräfte, dem Allah die Herrschaft im Lande übertragen hat, und rufen ihn dazu auf, allein Allah, Seinen Gesandten und die Gläubigen zu Verbündeten zu nehmen und jede andere Loyalitätsbande zu kappen. Möge er das Kalifat errichten und nach dem regieren, was Allah herabgesandt hat. Möge er um Allahs willen kämpfen und den Weg der Befreier Palästinas beschreiten, die es von der Schlechtigkeit der Kreuzritter und Tataren befreiten, auf dass er dieses gesegnete Land von der Schlechtigkeit der Zionisten erlöst und die kolonialistischen Ungläubigen mit den Wurzeln ausreißt.“

http://www.die-einheit.org/index.php?option=com_k2&view=item&id=1621:aufruf-von-hizb-ut-tahrir-an-den-milit%C3%A4rrat-in-%C3%A4gypten&Itemid=202

(39) Michael Whyne: “In Egypt, Salih Sirriya – a Palestinian HT member – led a coup attempt in April 1974 along with approximately 100 other members. Together, they stormed the Technical Military Academy in Heliopolis, where they attacked the armory. They seized weapons and planned to assassinate President Sadat, but were apprehended after an ensuing firefight that killed eleven HT members and injured many others. Sirriya was tried, convicted and executed in November 1976. In Denmark, HT members compiled a “hit list” of Danish Jewish community leaders, for which they were convicted and imprisoned in August 2002. In particular, HT leader Fadi Ahmad Abdel Latif was convicted of incitement to racial hatred. It is reported that both the late Abu Musab al-Zarqawi and Khalid Sheikh Mohammed were HT members before joining al Qaeda.”, aus: Michael Whyne: Is Hizb ut-Tahrir Changing Strategy or Tactics?

http://www.thecst.org.uk/docs/EurasianPaper_Aug42006.pdf

(40) Abu Musab az-Zarqawi und Chalid Scheich Mohammed sollen zeitweise bei der HuT gewesen sein. Hizb ut-Tahrir is a global Sunni network with reported ties to confessed 9/11 mastermind Khalid Sheikh Mohammed and Al Qaeda in Iraq’s onetime leader Abu Musab al-Zarqawi. … Malik’s report, the public policy institute the Nixon Center and the counter-extremism think tank the Quilliam Foundation agree that Abu Musab al-Zarqawi, who was the leader of Al Qaeda in Iraq until he was killed in June 2006, also was once a member of Hizb ut-Tahrir.

http://www.foxnews.com/story/0,2933,533525,00.html

(41) The Alliance of Egyptian Americans zitiert Amira Howeidy, die am 09.01.2007 in al-Ahram Weekly über Ägyptens Schariatisierer berichtete: In October 2004 El-Bishri published a daring commentary under the title A Call for Civil Disobedience . Its basic premise and tactics were adopted by the anti-Mubarak opposition movement Kifaya (Enough), formed a month after the article appeared. … He is the author of 20 books on Islam and Arabism, nationalism, Copts, democracy and Nasserism, Egyptian politics under the British mandate, secularism and Egypt’s judiciary.

Seit fünf Jahren den Kollaps beobachten: „Der Zusammenbruch des ägyptischen Staates“. In 2006 he published Masr bayna al ‚osian wal tafakuk (Egypt between dissent and disintegration), a scathing critique of what he characterises as the collapse of the Egyptian state.

http://aeamisr.org/news/tarek-el-bishri-a-call-for-civil-disobedience/

(42) Bücherliste. He is a prolific writer on questions of law, history, and Islamic and social thought. Nichts ist aus dem Arabischen übersetzt worden, gar nichts.

http://en.wikipedia.org/wiki/Tarek_El-Bishry#Works

Elegant grübeln lässt sich über den Gründer der Muslimbruderschaft: Imām Ḥasan al-Bannā.

(43) Patrick Bahners, Tariq al-Bishri (anglisiert Tarik el-Bishri) zujubelnd: „Der Rechtsphilosoph Tarik al-Bischri, der zum Vorsitzenden der Kommission für die Überarbeitung der ägyptischen Verfassung berufen worden ist, wirbt für die Religionsfreiheit als islamische Tradition, die es wiederzuentdecken gelte. Eine islamische Demokratie muss kein Ding der Unmöglichkeit sein.“ Patrick Bahners diskutiert mit Necla Kelek, das Gespräch moderierten die Redakteure Susanne Beyer und Gerhard Spörl. DER SPIEGEL, 21.02.2011.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-77108578.html

(44) Roel Meijer

http://www.clingendael.nl/cdsp/staff/?id=426

Roel Meijer veröffentlichte zu Muslimbrüdern („Die utopischen Muslimbrüder sind Realisten geworden“, 2011) und Salafisten (2007, 2009, 2010)

http://www.clingendael.nl/cdsp/staff/publications.html?id=426

Clingendael’s Diplomatic Studies Programme (CDSP). Islam will die Doppelwelt bzw. doppelte Halbwelt. Das Clingendal-Institut forscht zum in der Manier des Ali Schariati gespalten gedachten Untersuchungsgegenstand namens Globus, zur Beziehung zwischen Abendland und Scharialand. Relations between the Islamic world and the West.

http://www.clingendael.nl/cdsp/about/

Clingendael, Arbeitsprobe. Gelehriges Geschwätz zu Bruder Führer (Brother Leader Gaddafi), die Worte AEMR oder Scharia werden gekonnt umschlichen.

http://www.clingendael.nl/cesp/publications/?id=8122

Sharia. Maurits Berger vom Institut Clingendael zaubert die Scharia schön.

http://www.clingendael.nl/publications/2007/20070600_cscp_art_berger.pdf

http://www.clingendael.nl/publications/2006/20060000_cdsp_art_berger.pdf

http://www.clingendael.nl/publications/2005/20051000_cdsp_art_berger_sharia.pdf

Bertus Hendriks und Roel Meijer: Bedeutet dies, das die Muslimbrüder nun lupenreine Demokraten geworden sind? Selbstverständlich nicht, und so romantisch kann ja wohl niemand von uns sein! Die Rechte der Frauen und Nichtmuslime betreffend, vertritt die Muslimbruderschaft nach wie vor sehr problematische Standpunkte. Betekent dit dat de Moslimbroeders nu 18 karaats-democraten geworden zijn? Natuurlijk niet, en dat soort romantische illusies koesteren wij ook niet. Zo huldigt de Broederschap zeer problematische standpunten op het terrein van gelijke rechten voor vrouwen en niet-islamitische minderheden.

http://opinie.volkskrant.nl/artikel/show/id/7884/Utopische_Moslimbroeders_zijn_realisten_geworden

(45) I only now begin to understand what I have [sic] not been able to understand during the 1960s when I was preparing this book, that is, there exists a general and important principle in the delimination of the social and political map of Egypt during the past century. This principle is that the course of the Egyptian history and the social movement in whatever period are not only determined by the struggle between the nationalist movement and the imperialism, nor are they only determined by the social struggle between classes with different interests, but they are also determined by the ideological struggle between al-wafid and al-mawruth. Aus: Anthony Gorman: »Historians, state and politics in the twentieth century of Egypt. Contesting the nation«, Routledge/Curzon, Abingdon (Oxfordshire) 2003

http://books.google.de/books?id=kaZdb4JxO8sC&printsec=frontcover#v=onepage&q&f=false

(46) Allahs Diplomat. Zum Buch »Der Islam als Alternative« (1992) des zum Islam konvertierten ehemaligen Botschafters Murad Wilfried Hofmann. Eine Demokratieverteidigung von Jacques Auvergne.

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2009/10/05/144/

(47) Die Wichtigkeit, die Religionszugehörigkeit aus allen offiziellen Dokumenten fern zu halten, begründet am 24.07.2010 die säkulare Juna (Miami und Berlin) vom Blog irgendwie jüdisch. „Vor einiger Zeit ging es rund in jüdischen Kreisen, die quasi verpflichtende Sichtbarmachung der Religion via Lohnsteuerkarte.“

http://irgendwiejuedisch.blogspot.com/2010/07/registrierung.html

(48) Tilman Zülch. Thema der Arbeit der Gesellschaft für bedrohte Völkjer (GfbV) sind Völkermordverbrechen wie etwa im Tibet, in Ostbengalen, Osttimor, Westpapua-Neuguinea, an den Amazonas-Indianern, an den Kurden und assyrischen Christen des nördlichen Irak, im Südsudan, in Ostslawonien und in Bosnien-Herzegowina.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/b/be/Tilman_Z%C3%BClch_Foto_Fritz_Berger_GfbV.jpeg

Zülch, Protest gegen Ahmadinedjads UN-Besuch, Berlin 23.09.2009. Weltweit unbestechlich gegen Unterdrückung ethnischer Minderheiten zu kämpfen ist lobenswert, doch möge sich, um an Glaubwürdigkeit nicht zu verlieren, Tilman Zülch zeitnah und genau begründet endlich vom AEMR-feindlichen Islamischen Recht (Scharia) distanzieren und möge die GfbV die Zusammenarbeit mit organisierten Ex-Muslimen zu beginnen wagen.

http://iran-aktuell.de/resources/tilman-zuelch$2CtemplateId$3DrenderScaled$2Cproperty$3DBild$2Cheight$3D349.jpg

(49) GfbV, Göttingen, 21.02.2011. »Fünfzehn ägyptische Menschenrechtsorganisationen haben in einer gemeinsamen Erklärung die Ernennung des pensionierten Richters Tareq al-Bishri zum Vorsitzenden der achtköpfigen Verfassungskommission kritisiert, die Verfassungsänderungen ausarbeiten soll. Zwar bescheinigten die Nichtregierungsorganisationen dem 77Jahre alten Juristen große fachliche Kompetenz, bezeichnen ihn jedoch als Verfechter eines „politischen Islam“, dessen Ideologie der Konzeption eines weltlichen Staates entgegensteht. Bishri hatte in der Vergangenheit mehrfach die koptische Kirche als „Staat im Staate“ kritisiert und Christen als Nicht-Staatsbürger bezeichnet. Die Menschenrechtsorganisationen appellierten an die Ägypter, die „Ziele der Revolution zu verteidigen“, um mit einer weltlichen Verfassung die Grundlage für „sozialen Frieden und nationale Einheit“ zu legen.«

http://www.gfbv.de/pressemit.php?id=2577

(50) Wael Abbas blick durch: „So etwas wie einen moderaten Islamisten gibt es nicht.“ Am 15.02.2011 berichtet Richard Spencer aus Kairo über Tariq al-Bishris Nähe zur Wasat-Partei, einem Sprössling der Muslimbrüder: „Tarek al-Bishry … has been associated with Al-Wasat, an offshoot of the Brotherhood.“ Manche Ägypter sind pessimistisch, was eine säkulare (freiheitliche) Zukunft Ägyptens betreffend, deutet Richard Spencer an: „But the make-up of the new committee, and the fact it has been given just ten days to come up with a new constitution, has dashed hopes that it will remove Article 2, which makes Islam the state religion and says Shariah is the main source of law..“ Wael Abbas, der sich auch für Ägyptens Bahais und Atheisten stark macht, unterstützt einen Wegfall von Artikel 2 der Verfassung, der den Islam als Staatsreligion festschreibt, und warnt: „Islamists being on the committee is not going to help that … We want equality for all Egyptians, including Christians, Jews, Bahais, and those who consider themselves atheists. … The army seems to have made some sort of deal with the Muslim Brotherhood.“

http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/africaandindianocean/egypt/8326469/Egypt-Islamist-judge-to-head-new-constitution-committee.html

Misr Digit@l (misrdigital.com) ist der Blog von Waʿīl ʿAbbās

http://misrdigital.blogspirit.com/

(51) Beim Danish Egyptian Dialogue Institute (DEDI, Dansk Egyptisk Dialog Institut) schreibt Ethar Shalaby zur Lage in Kairo: Some Egyptian Copts are dissatisfied that the committee includes Sobhi Saleh, the influential Muslim Brotherhood member, and that the panel is chaired by Al Bishry, who is known for advocating the Islamic thought. “It is a disaster to have a committee headed by Al Bishry, and with a brotherhood lawyer as a member,” Coptic Church lawyer Naguib Gabraeel said. He added: “the entire church is deeply angry over the committee, and some human rights activists will march to the military council to express their refusal to include the brotherhood in the committee”.

http://dedi.org.eg/index.php/en/hiwar-mag/71-featured/723-egypts-military-convenes-panel-to-review-constitution

(52) Roel Meijer, p. 31: “Al-Bishri distinguishes between two currents of religion, the first which bases itself on Idjtihad In order to make the sharl’a again into an effective force in life, and the other which tries to retain it within the scholastic tradition of the last centuries, thereby ellmating its influence on real life.”

https://openaccess.leidenuniv.nl/bitstream/1887/9764/1/12_605_075.pdf

(53) Der sich Abu Talut nennende Sulaiman A. Dawood, ein Funktionär der Muslims of the Americas und Vietnam-Kriegsveteran, schwärmt von der Flexibilität der Scharia: Those who submit to Allah in Islam, have the best doctrine of government to abide by. This is so because Islam governs not only man’s physical state but also his spiritual state. … Those opposed to Al Islam refer to it as an anachronism, a dinosaur unsuitable for the present fast-paced high-tech world. Nothing could be further from the truth. In fact the beauty of the Sharia of Al Islam is its flexibility. The Sharia is a framework appropriate for all times, all places and all peoples.

http://www.iol.ie/~afifi/BICNews/AbuTalut/AbuTalut4.htm

Rechtssicherheit war gestern, jetzt wird`s flexibel. Islamic Law and Jurisprudence is not always understood by the western press. … The major myth of many people is that judges in Islamic nations have fixed punishments for all crimes. In reality the judges have much greater flexibility than judges under common law. Aus: Dennis J. Wiechman, Jerry D. Kendall, Mohammad K. Azarian: Islamic Law: Myths and Realities.

http://www.islamawareness.net/Shariah/sh_article004.html

http://www.mediamonitors.net/wiechmankendall&azarian1.html

Brannon Wheeler: Instead, Shariah is flexible, and applies differently in different contexts.

http://holykaw.alltop.com/oklahoma-bans-sharia-law

(54) Die Sehnsucht nach der „flüssig“ (totalitär, revolutionär) bleibenden Scharia, und damit: Die Angst vor dem Dschumud (ǧumūd), vor der glaubensbezogenen Starrheit, ist in Deutschland angekommen, betont der Sympathisantenkreis von Hassan Dabbagh und Pierre Vogel: „und fand in ihm weder die Starrheit (arab. dschumud), die viele Hadithgelehrte kennzeichnet, noch die Schwerfälligkeit, die viele Übermittler besitzen. Vielmehr vermittelt er einfach und verständlich und sehr kompetent die Aussagen der Gelehrten und Rechtsschulen der Salaf und der Autoritäten in Aqida und Fiqh.“

http://fa-tuba-lil-ghuraba.de.tl/Imam-Adh_Dhahabi.htm

(55) Sayyid Qutb rüttelt auf: it is a historical and religious duty to salvage Islamic thought for all sorts of corruption and, above all, from mental rigidity (jumûd ‚aqlî) (Seite 147). Islamisten wissen, welche Dekadenz droht: belief gets transformed into an element of rigidity (‚unṣur jumūd) instead of becoming an element of foreward movement and expansion (Seite 226).

Aus: Ibrahim M. Abu-Rabi‘: Intellectual origins of Islamic resurgence in the modern Arab world, New York 1996.

http://books.google.de/books?id=ZVEOiocde-gC&printsec=frontcover#v=onepage&q&f=false

(56) Muhammad Y. Faruqi beschwört die Flexibilität der Scharia nach der Ergreifung des Idtschihad. The fuqaha’ fully understood the need to reconcile the space-time requirements of the Shari’ah. They developed elaborate methods of ijtihad that provided a great deal of flexibility within Islam’s normative framework. As a result, ijtihad acted as a mechanism for engendering continuous progress and development in all spheres of life. This practice arose in order to cope with existing realities and due, to Islam’s emphasis on development and progress and opposition to inertia and stagnation.

http://forums.islamicawakening.com/f16/consideration-urf-judgments-khulafa-al-rashidun-early-42940/

Muhammad Y. Faruqi. International Islamic University Malaysia.

http://www.iium.edu.my/

Fakultät: IRKHS. Kulliyyah [Fakultät] of Islamic Revealed Knowledge and Human Sciences. The Kulliyyah of Islamic Revealed Knowledge and Human Sciences was established in 1990. It is now the largest faculty in the University, with over 4,000 students and some 250 full-time academic staff. Its formation represents a drive to integrate Human Sciences and Revealed Knowledge disciplines. The Kulliyyah offers programmes that bridge the divide between the “religious” and “secular” sciences.

http://www.iium.edu.my/irkhs/

(57) Meijer Seite 23 Fußnote 67. Allahgott denkt geschichtsbewusst: On the Case of the Application of the Shari’a from the Historical Point of View, ein weiterer Text von Tariq al-Bishri über das geheiligte Diskriminieren.

(58) the weekly newspaper of the Labor Party, which became increasingly Islamist in tone under the editorial leadership of ‚Adil Hussein. Aus: Carrie Rosefsky Wickham: Mobilizing Islam: Religion, Activism, and Political Change in Egypt. Seite 101, Kapitel The Parallel Islamic Sector.

http://books.google.de/books?id=m9RWMXDxMmcC&printsec=frontcover#v=onepage&q&f=false

The Labor Party (currently suspended) was founded in 1978 under the name “Socialist Labor Party” by President Sadat.

Islamic principles of governance: The Labor Party’s platform considers Islam as the point of reference for a system of governance and calls for constitutional amendments that explicitly acknowledge Egypt’s Islamic identity.

Socialist economics: True to its socialist origins, the Labor Party calls for aggressive regulation of market forces by the state and holds the government responsible for administering welfare programs and essential public services.

Alliances: In 1987, the Labor Party allied with the Muslim Brotherhood and al-Ahrar to form the Islamic Alliance, a coalition that won 65 seats in parliamentary elections. The alliance exacerbated a longstanding rift between the party’s socialists and its growing Islamist constituency, and some members feared that the Muslim Brotherhood – the dominant party in the Islamic Alliance – would overshadow the weaker Labor Party and dampen the prospects of its political success.

Rewriting the Constitution to highlight the centrality of Islam as a reference point.

http://egyptelections.carnegieendowment.org/2010/09/13/socialist-labor-party

(59) Taiyār (tayyar), Bewegung, Trend, Strömung, findet sich im Namen Taiyār al-Mustaqbal, Future Mouvement (FM). FM-Gründer war der libanesische Unternehmer und Politiker Rafīq al-Ḥarīrī, der, vielleicht durch Mitglieder syrischer und libanesischer Geheimdienste, am 14.02.2005 ermordet wurde.

http://en.wikipedia.org/wiki/Movement_of_the_Future

Spezies Milla-Parlamentarier. Demnächst auch in Deutschland, wenn wir alle nur weiter so laut nach dem „Zusammenleben von Christen und Muslimen“ brüllen wie Thomas Lemmen und Werner Höbsch:

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/2/2e/Libanonwahlen2006_2.pg

(60) „Hamas was formed in 1987 with the first Intifada,“ argued Tareq El-Bishri, a prominent intellectual and former vice-president of the State Council. Until that date, the Palestinian question and power of decision was caught outside the Palestinian occupied territories. The Palestinian Liberation Organisation was in exile while Arab countries were assuming active roles on the issue.

„Everything was external until 1987 when the spirit of resistance materialised with the Intifada and the formation of an Islamic current,“ he said.

„Resistance, leaders and movements with an infrastructure emanated from inside at this stage, all in an Islamic context of martyrdom and armed resistance that confront an occupation that seeks to eliminate the Palestinians altogether. Sheikh Yassin was at the heart of all this. And this is why we are witnessing an overall approval of the man and what he stood for,“ El-Bishri went on.

Aus: A million Yassins? Von: Amira Howeidy, in: Al-Ahram Weekly, 25.03.2004

http://yaleglobal.yale.edu/content/million-yassins

http://www.notanymore.net/index_detail.php?id=532

http://www.masress.com/en/ahramweekly/20859

(62) CSU-Landesgruppen-Chef Hans-Peter Friedrich baut am passgenau ergänzenden Gegenstück zur Kontur gewinnenden Euro-Nation of Islam, dem reinstallierten theokratischen Abendland: „Dieser Prozess gibt Anlass zur Sorge. Deshalb wird es Zeit, dass sich Christen wieder stärker zu ihren gemeinsamen Werten, zu ihren gemeinsamen Fundamenten und zu den Symbolen bekennen, die unsere christlich-abendländische Kultur prägen. … Ein Islam mit einem europäischen Gesicht, der dann nichts mehr mit Islamismus zu tun hätte. Ich halte den Islamismus für den größten Feind des Islam.“

http://www.kath.net/detail.php?id=25006

(63) Zerlegung des Staatsvolkes in zwei Religionsvölker: „gesamtstaatliche Dialogplattform zur Pflege der Beziehungen zwischen dem deutschen Staat und den Muslimen.“

http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Standardartikel/DE/Themen/PolitikGesellschaft/ohneMarginalspalte/DIK/dik_zweite_phase.html?nn=102630

(64) Gesamtgesellschaft, gesamtgesellschaftlich. Über Schariafreundin Nina Mühe (Blog nafisa) berichtet Karin Schädler am 15.12.2009 in der taz: „Ziel des Blogs ist es auch, an den gesamtgesellschaftlichen Diskussionen über den Islam teilzunehmen“

http://www.taz.de/1/leben/alltag/artikel/1/reine-auslegungssache/

(65) Gesamtstaatlichkeit, gesamtstaatlich (Kalifat, kalifatisch). Mathias Rohe, Seite 316, Seite 277

http://books.google.de/books?id=i8f5ez7_HvIC&printsec=frontcover#v=onepage&q&f=false

(66) Mehr Konstruktivität (Scharia), konstruktiv (islamophil) statt destruktiv (islamophob). Auch Islamverherrlicher Udo Steinbach verwendet das Wort: „Mit Themen wie islamische Verfassung, Islam in der Demokratie, Teilhabe am politischen und sozialen Leben, Islam und Grundgesetz. Ich stelle fest, dass Muslime sich sehr konstruktiv damit auseinandersetzen.“ Alle weltweiten Reaktionen auf die Angriffe vom 11. September lassen sich für Steinbach optimistisch deuten, denn: „Ich würde das neutral werten; es ist ein Versuch zu verstehen, was am 11. September geschehen ist. Dahinter steht jedoch eher eine konstruktive Tendenz als etwa eine Tendenz zur Abschottung gegenüber dem Islam oder Muslimen. Außerdem nehme ich eine Suche nach Möglichkeiten wahr, einen konstruktiven Zugang zur islamischen Welt insgesamt zu finden.“ Interview: Marie-Luise Gries, Isoplan. Nach: Ausländer in Deutschland 04/2001, 17. Jg., 15. Dezember 2001.

http://www.maghreb.de/content/aufsaetze/aufsatz_015.shtml

Auf QANTARA warnt Ülger Polat vor einem Scheitern der Deutschen Islamkonferenz (DIK) und droht: „Wenn diese positive Initiative ohne eine Antwort seitens der Politik bleibt, werden die Muslime die Ernsthaftigkeit der Bemühungen des Staates in Frage stellen müssen, die Gleichstellung des Islam konstruktiv anzugehen.“

http://de.qantara.de/webcom/show_article.php/_c-469/_nr-686/i.html

(67) Geologieprinzip Ridge-Push, islamisch gelesen: Die gedoppelte Bevölkerung treibt auseinander, die wachsende Kluft (spreading center) der geplanten Rechtsverschiedenheit überbrückt der „Dialog der Religionen“. Islamisierung aktiv. Andernorts und in starrer Mechanik verbunden ereignet sich die Subduktionszone des Dschihad: Islam dominates, make the Dhimmis „feel themselves subdued“ (Quran, Sura 9:29).

http://www.uoguelph.ca/geology/geol2250/glossary/HTML%20files/plates.jpg

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/27/Oceanic_spreading.svg

La zone de subduction, Subduktionszone. Wissenschaft und Rechtseinheitlichkeit werden in die Tiefe gedrückt und eingeschmolzen. Der säkulare Staat als Intermezzo im Magma von Stammeskultur (Barbarei) und Faustrecht. Islamisierung abgeschlossen.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/1f/Oceanic-continental_convergence_Fig21oceancont.gif

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/72/Zone_de_subduction_djareku.png

(68) Die nachwachsende dialogische Brücke. Foto: Island, die amerikanische und die europäische Platte rücken auseinander.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/a4/Bridge_across_continents_iceland.jpg

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9 Antworten to “221. Islamdemokratie”

  1. Jacques Auvergne Says:

    Sheikh ‚Adel Shehato

    Shehato expressed complete opposition to democracy „because it is not the faith of the Muslims, but the faith of the Jews and Christians.“ He said that although the youth of the Arab revolutions have not declared the implementation of shari’a as one of their goals, the mujahideen nonetheless identify with their aspiration to overthrow the Arab rulers, whom they had always considered „infidels who must be killed because they do not rule according to the shari’a.“ He added, however, that „once Allah’s law is applied, the role of the people will end and Allah will reign supreme.“ …

    He also described the nature of the Islamic state to be established in Egypt: there would be no trade or cultural ties with non-Muslims; tourist sites at the pyramids, the Sphinx, and Sharm Al-Sheikh would be shut down „because the tourists come [there] to drink alcohol and fornicate,“ and all tourists wishing to visit Egypt would be required to comply with the conditions and laws of Islam; all art, painting, singing, dancing, and sculpture would be forbidden, and all culture would be purely Islamic. …

    „We say to the Christians, convert to Islam or pay the jizya, otherwise we will fight you. The shari’a is not based on [human] logic but on divine law. That is why we oppose universal, manmade constitutions.“

    „Painting, singing, and dancing are forbidden. Therefore, in the [Islamic] state there will be nothing but Islamic culture, for I cannot teach [people] the infidel culture. As for literature, such as [the works] of Naguib Mahfouz, it is forbidden. Naguib Mahfouz was a criminal who stimulated [people’s] desires and struck a severe blow to modesty. We will return to the decent culture of the Muslims and the Muslim forefathers, and to Islamic history.“

    http://www.memri.org/report/en/0/0/0/0/0/0/5601.htm

  2. Osiris Says:

    Wird Ägypten seinen Weg in den barbarischen Schariastaat vollenden? Wir Muslimbrüder wollen Harmonie, Religion und ganz viel Frauenschleier, Auspeitschung muss ja nicht gleich morgen sein. Abdel Monem Abou el-Fetouh (Abdel Moneim Abou el-Fotouh, Abdel-Moneim Abul-Futuh) flunkert los:

    „Wir Muslimbrüder sind für einen demokratischen, gemäßigten [Anm.: wasat, wasatiyya] und unabhängigen Staat, der die Einheit aller Ägypter berücksichtigt. Wir sind gegen einen religiösen Staat. Aber auch ein ziviler Staat sollte die Geografie und die Geschichte dieses Landes respektieren. Die Ägypter sind seit 7.000 Jahren sehr religiöse Menschen. Alle Ägypter, ob Kopten oder Muslime, tragen die Religion in ihren Zellen [Anm.: fitra]. Auch die Türkei ist ein ziviler Staat, und die AKP ist eine zivile Partei. Aber sie respektiert [Anm. beurteilt] die religiösen [Anm.: schariatisch gelesenen] Werte aller. …

    Scharia meint nicht Hände abhacken. Sie in Europa sollten Ihre Vorstellungen von der Scharia an den gemäßigten Muslimen ausrichten, nicht an den Extremisten [Anm.: der Säkulare ist extrem]. Denn im Verständnis der Muslimbruderschaft meint Scharia Freiheit, Gerechtigkeit und Entwicklung, wie es unser Prophet Mohammed gepredigt hat. Ja, es sind in der Scharia auch Strafen vorgesehen. Aber das Strafrecht sollte vom Parlament beschlossen und von der Mehrheit der Bevölkerung akzeptiert werden. …

    Und es ist etwas anderes, ob man Frauen dazu rät, ein Kopftuch zu tragen, oder ob man sie dazu zwingt.“

    aus: taz, 17.02.2011

    http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=sw&dig=2011%2F02%2F17%2Fa0123&cHash=2ac173f98d

    so sieht der Schariafreund und, neben dem Konkurrenten Mohamed Selim al-Awa (Muhammad Salim Al-Awa), ägyptische Präsidentschaftskandidat aus, Foto:


    Abdel Moneim Abou el-Fotouh (Abdel Monem Abou el-Fetouh, Abdel-Moneim Abul-Futuh)

    Democracy supporters should not fear the Muslim Brotherhood

    Contrary to fear-mongering reports, the West and the Muslim Brotherhood are not enemies. It is a false dichotomy to posit, as some alarmists are suggesting, that Egypt’s choices are either the status quo of the Mubarak regime or a takeover by „Islamic extremists. …

    Because we are an Islamic movement and the vast majority of Egypt is Muslim, some will raise the issue of sharia law. While this is not on anyone’s immediate agenda, it is instructive to note that the concept of governance based on sharia is not a theocracy for Sunnis since we have no centralized clergy in Islam. For us, Islam is a way of life adhered to by one-fifth of the world’s population. Sharia is a means whereby justice is implemented, life is nurtured, the common welfare is provided for, and liberty and property are safeguarded. In any event, any transition to a sharia-based system will have to garner a consensus in Egyptian society.

    The people of Egypt will decide their representatives, their form of democratic government and the role of Islam in their lives. “

    aus: The Washington Post, 09.02.2011

    http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2011/02/09/AR2011020905222.html

    foto. A candidate for president.


    Hier im Bild der höchstrangige „Bruder“ der Ikhwan Muslimun / Muslim Brotherhood, welcher die Nachfolge von Mohammed Mahdi Akif (Akef) antrat: Mohammed Badi


    Lügenbaron Mohamed Selim al-Awa (Muhammad Salim Al-Awa) behauptet, einen zivilen, keinen religiösen Staat zu wollen. Es ist grausam und unmenschlich, das Weltganze in Teile oder Splitter (spheres) aufzuteilen, Allahgott denkt schließlich ganzheitlich. Der Islam, so al-Awa, sei eine Lebensführungspraxis (a method of life) und von Natur aus so sehr integrierend, dass er von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft einfach nicht zu trennen ist (will not be separated). Man beachte im englischen Text die bekundete Freundschaft zu türkischen Politikern.

    Awa discriminated between Islam as a method of life and the use of Islamic slogans in support of one faction over the other, saying: „Islam will not be separated from political, economic, and social spheres of life, as it is inseparable from missionary woRk and this is so whether others like it or not.“ He added that voting „yes“ is a religious duty and that the voting process is a legitimate right guaranteed to the individuals.“

    http://www.ikhwanweb.com/article.php?id=28295

    inseparable from missionary work: Ob es den Leuten nun gefällt oder nicht, für „Integration“ aller Lebensbereiche in das Schariagesetz hinein wird die totale missionarische Bewegung sehr bald sorgen. Wohl der ungekürzte al-Awa:

    The scarecrow which they used to scare people with was „al sharia“ or the Islamic laws. Somehow, they got people to believe that if Muslims who strongly believe in Islamic values rule Egypt it will turn to another Iran or Saudia. That we will be watching unfaithful married women in Tahrir Square stoned to death and drunk men flogged! None of this happened in Turkey which is ruled by an Islamic party, or in Gaza which is also ruled by an Islamic party. The Islamic parties of both countries I mentioned have a very similar understanding of Islam and how to be applied as the Muslim brotherhood in Egypt, so it’s fair to say that if the latter group managed to rule Egypt one day it would adopt a similar kind of ruling. …

    As for those who do not want any Islamist, good or bad to be part of the political life in Egypt I say – Islam will not be separated from political, economic, and social spheres of life, as it is inseparable from missionary work and this is so whether others like it or not.

    http://egyptayetmasr.blogspot.com/2011/03/muslim-brotherhood-and-egypts.html

    Islamist Recep Tayyip Erdogan wird gerühmt, 15.09.2011

    http://egyptayetmasr.blogspot.com/2011/09/erdogan-and-new-middle-east.html

  3. Osiris Says:

    „Der arabische Frühling hat noch gar nicht begonnen. Das wahre Gefängnis ist nicht die Diktatur. Die Diktatur ist nur die erste Mauer, aber dahinter befindet sich das echte Gefängnis, sozusagen der Hochsicherheitstrakt, das sind die Kultur und die Frage des Islam. Diese Probleme wurden noch nicht angegangen, und darum sage ich, der arabische Frühling hat noch nicht wirklich begonnen. In Tunesien gibt es vielleicht einen kleinen Anfang, aber nicht mehr. In Ägypten bewegt sich noch gar nichts, die Frage des Islamismus ist ungelöst, ebenso die Frage der Kopten. Im Land leben 15 Millionen Christen, aber laut der Verfassung ist der Islam Staatsreligion. Was ist also mit diesen 15 Millionen? Sind sie keine Bürger? Es wird interessant, wenn in Libyen oder Tunesien oder Ägypten gewählt wird. Wenn die Islamisten gewinnen, werden sie wieder eine Diktatur errichten, sei es eine sanfte Diktatur wie in der Türkei, sei es eine Diktatur wie in Iran. …

    Europa hat seine demokratischen Ideale verraten. Es ist der Hort der Demokratie, der Menschenrechte, aber es hat Diktatoren unterstützt, um seiner Sicherheit willen. Wer hat Europa zwanzig Jahre lang gegen den Terrorismus und die illegale Einwanderung abgeschirmt? Das waren Ghadhafi, Bouteflika, Ben Ali, Mubarak, der König von Marokko.“

    aus: nzz: «Wir sind alle Opfer der Geschichte»
    Ein Gespräch mit dem algerischen Schriftsteller Boualem Sansal

    http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/literatur/wir_sind_alle_opfer_der_geschichte_1.12714782.html

  4. Osiris Says:

    Boualem Sansal:

    „Faschistische Gesellschaften lassen der Religion meist freien Lauf, weil ihrer beider Ziele sehr ähnlich sind. Freie Meinungsäußerung will man einschränken, ebenso wie sexuelle Freiheiten, seien es die der Homosexuellen oder Frauen, letzteren wird eine untergeordnete Stellung zugeschrieben. Diktaturen profitieren vom Terror der Islamisten, darum läßt man sie gewähren. Ständige Bedrohungen und Überfälle bringen Unruhe in die Gesellschaft und machen Menschen ängstlich. Das ist im Sinn des Regimes. Denn sie trauen sich dann nicht mehr, demokratische Rechte einzufordern. …

    Es ist eine gefährliche Gemengelage, wenn es in einer nachrevolutionären Zeit eine große Menge von Islamisten gibt, die den säkularen Staat ablehnen und einen Staat fordern, in der die Scharia das Recht vorgibt. Diese Gefahr herrscht in Tunesien, Ägypten, Libyen und allen anderen arabischen Staaten. Das Prinzip ist immer gleich: Die Diktaturen hatten sich des Terrors durch islamische Fundamentalisten bedient. Sie sind die einzigen, denen die Möglichkeit gegeben wurde, sich zu organisieren.“

    http://www.ag-friedensforschung.de/regionen/Algerien/sansal2.html

  5. Ǧanūb aṭ-Ṭarīq Says:

    Trotz der erneuten Unruhen wird in drei Tagen im Land am Nil gewählt, die Wahl wird in drei Phasen abgehalten und erst im Januar abgeschlossen sein. Für die islamisch-revolutionäre Muslimbruderschaft treten vor allem Männer, aber auch einige (sehr radikale) Frauen an. IGFM beschreibt die kandidierenden Frauen:

    „Azza al-Garf, eine der Kandidatinnen, erklärte gegenüber der
    unabhängigen Tageszeitung al-Masry al-Youm, sie werde sich im Falle
    ihres Sieges für eine Rücknahme von Gesetzen einsetzen, die „unter
    Mubarak beschlossen wurden und gegen die Scharia und die menschliche
    Natur sind“. Gemeint sind unter anderem ein unter Mubarak
    verabschiedetes Gesetz, das Frauen das Recht einräumt, sich unter
    bestimmten Umständen von ihren Männern scheiden zu lassen, das
    gesetzliche Verbot der Genitalbeschneidung von Frauen und ein Gesetz,
    das Frauen ermöglicht, ihre Kinder registrieren zu lassen, ohne deren
    Vater angeben zu müssen.

    Nach Ansicht der Muslimschwestern sollte eine Frau zwar das Recht haben, arbeitstätig sein zu dürfen, allerdings nur unter gewissen Bedingungen. „Eine Frau hat das Recht auszugehen, solange sie nicht durch ihre Kleidung oder ihr Benehmen die Bestimmungen der Scharia verletzt“, so Mashhour, die ebenfalls für die Parlamentswahlen kandidiert. Sie befürwortet auch die Einführung von Islamischen Kleidungsvorschriften für weibliche Angestellte am Arbeitsplatz.“

    http://www.igfm.de/Detailansicht.384+M5f2e8f4f9fe.0.html

    Vor sechs Jahren hat der Assistenzprofessor für Politikwissenschaft an der Universität Kairo Amr Hamzawy (hier veröffentlicht bei den Schariafreunden der Seite qantara) solche Leute noch „von westlichen Regierungen meist ignoriert: die moderaten Islamisten“ genannt:

    „Moderate Islamisten, wie die Partei Gerechtigkeit und Entwicklung in Marokko oder Teile der Muslimbruderschaft in Ägypten und Jordanien sowie die noch nicht legalisierte Partei der Mitte (Wasat) in Ägypten haben ein ernsthaftes Verständnis von Demokratie und wollen sich am politischen Prozess beteiligen.“

    http://de.qantara.de/Das-Reformtheater/16769c17030i1p261/index.html

    critical dialogue with Islamists:
    The West Must Now Speak with Islamists

    „Islamists demanded that the Islamic code of religious law, the Sharia, be introduced in order to fight westernisation and the decline in values.“

    http://de.qantara.de/The-West-Must-Now-Speak-with-Islamists/5799c160/index.html

    Ein weiterer Proislamist heißt Thomas Bauer und arbeitet am Institut für Arabistik und Islamwissenschaft der Universität Münster:

    Tariq al-Bishri, Islamdemokrat und Verfassungsvater
    Von Thomas Bauer

    „Sein Ausgangspunkt ist vielmehr ein gut klassisches Konzept einer schari’a (die übrigens schon seit Sadat Hauptquelle der Gesetzgebung in Ägypten ist), die nicht von vorneherein feststeht, sondern der Interpretation bedarf und stets mit den aktuellen gesellschaftlichen Verhältnissen in Beziehung gesetzt werden muss. Al-Bishri liegt es fern, die direkte Umsetzung von Koranversen oder Hadithen in Gesetze zu fordern oder die Religionsgelehrten in die Gesetzgebung einzubeziehen. Vielmehr billigt er der schari’a etwa jene Rolle zu, die in Europa das Naturrecht spielt.“

    http://arabistikwwu.blogspot.com/2011/02/tariq-al-bishri-islamdemokrat-und.html

    Hoffentlich gelingt es den Säkularen oder sonstigen politisch Vernünftigen Ägyptens, in drei Tagen (und an den beiden Wahl-Terminen im Dezember und Januar) für ein Wahlergebnis zu sorgen, das uneheliche Kinder nicht diskriminiert, den Schleier keiner Frau politisch aufzwingt, der Frau das Einreichen einer Scheidung erlaubt und die (im Islam vor allem in der Rechtsschule der Schafiiten religiös legitimierte) weibliche Genitalverstümmelung illegal lässt.

  6. Janoob al-Tareeq Says:

    „Am Montag beginnt die erste Phase der Parlamentswahl, bei der sich mehr als 6000 Kandidaten zur Wahl stellen. Dabei wird sich zeigen, wie viele Ägypter tatsächlich hinter der Forderung nach Demokratie und Menschenrechten stehen. Denn die Unterschiede zwischen Stadt und Land, Akademikern und Analphabeten sind enorm. Am Montag wird zunächst in Kairo, Alexandria und sieben weiteren Provinzen gewählt. Die restlichen der insgesamt 27 Provinzen werden Mitte Dezember und Anfang Januar folgen. Zwei Drittel der 498 Sitze sind für die Kandidaten der Parteienlisten reserviert. Ein Drittel der Kandidaten wird direkt gewählt.

    Das endgültige Wahlergebnis soll erst am 13. Januar vorliegen. Danach folgen, wenn alles nach Plan läuft, die Wahl der zweiten Kammer, die Ausarbeitung einer neuen Verfassung und die Wahl eines neuen Präsidenten.“

    aus: Vor den Wahlen: Neue Gewalt in Kairo
    in: Hamburger Abendblatt 27.11.2011

    http://www.abendblatt.de/politik/ausland/article2107310/Vor-den-Wahlen-Neue-Gewalt-in-Kairo.html


    Säkulare oder sonstige Vernünftige gibt es zum Glück auch in Kairo, doch ist die Islamische Revolution für die Gegner der kulturellen Moderne offensichtlich leider attraktiv. Vor der jahrhundertealten theokratischen Lehranstalt al-Azhar skandierten 5.000 Muslimbrüder: „Eines Tages werden wir alle Juden töten!“ und riefen zum Kampf auf gegen die „Judaisierung Jerusalems“ (battle against Jerusalem’s Judaization).

    A Muslim Brotherhood rally in Cairo on Friday at the Sunni world’s most prestigious center of learning turned into a call for genocide, with protesters pledging to “one day kill all Jews.”

    Statt die Menge zu besänftigen, heizte Scheich Ahmed Mohamed el-Tayeb, als Nachfolger von Muhammad Sayyid Tantawi der Imam der Azhar, die israelfeindliche Stimmung an:

    Muhammad Ahmed el-Tayeb, the imam of al-Azhar Mosque, told the crowd: “Al-Aksa Mosque is currently under an offensive by the Jews … We shall not allow the Zionists to Judaize al-Quds [Jerusalem]. We are telling Israel and Europe that we shall not allow even one stone to be moved there.”

    Die Islamisten riefen „Tel Aviv, Tel Aviv, der Tag der Abrechnung ist gekommen!“ und ergänzten mit dem einem Vers aus dem für gläubige Muslime heiligen Koran: „Eines Tages werden wir alle Juden töten!“

    Protesters chanted, “Tel Aviv, Tel Aviv: Judgment Day has come,” and passages from the Koran vowing that “one day we shall kill all the Jews.”

    Der politreligiöse Führer der ebenso sozialaktivistisch wie totalitaristisch ausgerichteten Muslim Brotherhood, Yusuf al-Qaradawi, der bereits am 18. Februar auf dem Tahrir-Platz im Sinne einer künftigen ägyptischen Islamischen Gesellschaftsordnung sprach, ist nach Kairo gekommen:

    Meanwhile, late last week, Egypt’s Youm7 newsweekly reported that the Brotherhood’s spiritual leader, Yusuf al-Qaradawi, had returned to Cairo for the first time since his dramatic return in February from a half-century in exile. … Qaradawi has been described as the spiritual leader of Hamas, and has justified suicide bombings against Israeli civilians and against US soldiers serving in Iraq.

    Marc Ginsberg, einstiger Botschafter der USA in Marokko und unter Präsident Jimmy Carter amerikanischer Nahostberater, warnt vor einer „unheiligen Allianz“ zwischen Muslimbruderschaft und Militärrat (an “unholy alliance” between the Muslim Brotherhood and Egypt’s ruling military council).

    Marc Ginsberg – the former US ambassador to Morocco and a top Middle East adviser during Jimmy Carter’s presidency – wrote an op-ed last week highlighting what he sees as an “unholy alliance” between the Muslim Brotherhood and Egypt’s ruling military council.

    “The Supreme Council of Armed Forces (SCAF) met secretly with representatives of the Muslim Brotherhood and other Islamist-oriented political movements last April to establish local political ‘action committee’ bank accounts,” he wrote on the Huffington Post website …

    Es gehe den Militärs und Islamisten darum, so Ginsberg, eine Parlamentsmehrheit der Säkularen zu verhindern: “The military is determined to prevent secularists from gaining a parliamentary majority.”

    aus: The Jerusalem Post 27.11.2011

    http://www.jpost.com/MiddleEast/Article.aspx?id=247078


    Scheich al-Tayeb droht sowohl Israel als auch allen Unterstützern Israels:

    The Grand Sheikh of Al-Azhar University and Mosque has warned that Israel’s plans for the Judaisation of occupied Jerusalem and attacks on Al-Aqsa Mosque are a red line that should not be crossed. „It means,“ warned Dr. Ahmed Al-Tayyeb, „the beginning of the end of the Israeli entity on the land of Palestine.“

    The Grand Sheikh’s comments were made at the launch of his „Statement on Holy Jerusalem“ on Monday 21 November. „Jerusalem is not just an occupied land, but a sacred Islamic and Christian land,“ said the Sheikh. „Its cause is not only a national issue, whether Palestinian or pan-Arab, but also an issue of Islamic ideology. While Muslims are ready to free Jerusalem from Israeli occupation, they emphasise its holiness among all believers.“

    Nicht der Dschihadismus bedrohe die Welt, sondern Israels „Besatzungsherrschaft“, so der Imam der Azhar. Die einstige, über Jahrhunderte bewährte Schariaherrschaft (Dhimmitude) über Jerusalem habe Frieden für alle Glaubensangehörige bzw. Religionsvölker bedeutet:

    The ongoing Israeli occupation of Palestine threatens the peace of the whole region, if not the world, said Dr. Al-Tayyeb, and he called upon the free people of the world to support the right of the Palestinians to liberate the Holy Land. „Wise Jews,“ he added, „will acknowledge that when they were persecuted all over the world Jews found refuge in Islamic lands.“

    In his statement, the Grand Sheikh pointed out that the Jewish presence in Jerusalem did not exceed 415 years in ancient times, a transient existence compared to the millennia of Arab presence. „Under Arab authority,“ he said, „Jerusalem has always been the City of God with open doors for people of all faiths and respect for the holy sites.“

    aus: Grand Sheikh of Al-Azhar says Israeli Judaisation plans and attacks on Al-Aqsa „are crossing a red line“
    in: MEMO (Middle East Monitor) 21.11.2011

    http://www.middleeastmonitor.org.uk/news/middle-east/3088-grand-sheikh-of-al-azhar-says-israeli-judaisation-plans-and-attacks-on-al-aqsa-qare-crossing-a-red-lineq

  7. Ǧanūb aṭ-Ṭarīq Says:

    Als im Januar diesen Jahres eine Revolution am Nil ausbrach, warf Ali sich in den Kampf: Endlich bestand Hoffnung, dass das verhasste Regime zerschlagen werden könnte. „In den Moscheen, in denen ich vorbete, habe ich die Leute mobilisiert, auf den Tahrir-Platz zu gehen“, sagt der heute 42-Jährige. Der Tag, an dem Mubarak gehen musste, war einer der glücklichsten, den er je erlebt hatte. Nun sieht Ali voller Vorfreude dem schönsten Tag seines Lebens entgegen: „Dem Tag, an dem wir in Ägypten die Scharia einführen werden.“ …

    „Nein, wir wollen nicht das türkische Modell“, sagt Muslimbrüder-Sprecher Mahmud Ghoslan zu SPIEGEL ONLINE. Die Türkei mit ihrer islamisch angehauchten Marktwirtschaft wird von moderaten islamischen Parteien von Marokko bis Libyen gern als Vorbild genannt. Nicht so am Nil: „In der Türkei dürfen Frauen keine Kopftücher zur Uni tragen. Es gibt Ehebruch und Homosexualität. Das wird es in Ägypten mit uns nicht geben. Ägypten ist ein islamisches Land. Die Scharia, die islamische Rechtsordnung, muss die Grundlage für alles sein“, sagt Ghoslan. …

    Statt zu erklären, wie sie die marode Wirtschaft aufs Gleis zu setzten gedenken, beschwert Ghoslan sich über westliche Vorurteile: „Alle sagen, wir seien Hardliner. Doch wir sind weise, ruhig, moderat. Von den neun Mitgliedern in unserem Zentralrat haben fünf ihren Doktor in den USA gemacht. Wir sind aufgeschlossen“, sagt Ghoslan. Nachfragen nach konkreten Vorhaben weicht er aus. Ägypten sei nicht Iran, und die Hamas nur ein Ableger der Bruderschaft, kein Vorbild. „Wir werden unser eigenes Modell entwickeln.“ …

    Vielen armen Ägyptern stellen die Brüder das einzige soziale Sicherungsnetz. Ihre Dankbarkeit werden diese vielen Menschen – in Ägypten lebt etwa jeder vierte unter der Armutsgrenze – an der Wahlurne ausdrücken.

    aus: Ulrike Putz: Muslimbrüder vor der Machtfrage
    in: SPIEGEL-online 28.11.2011

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,800246,00.html

  8. Narkas Kervantais Says:

    heise 05.03.2012 – In Tunesien wird an der Verfasssung gearbeitet. Erste Signale, welche die islamistische Regierungspartei Ennahda sendet, beunruhigen. Denn die Partei will die Scharia in der Verfassung verankern, wie ihr Kritiker entgegenhalten. Zwar ist nicht wörtlich von der Scharia die Rede, aber von islamischen Prinzipien, die eine verbindliche Richtschnur abgeben sollen. Zusammen mit der Ankündigung, Tunesien in der Verfassung auf keinen Fall als säkularen Staat zu definieren und Politik und Religion nicht zu trennen, ruft dies genau die Ängste wach, die von Seiten der säkular ausgerichteten jungen Protestbewegung und der Zivilgesellschaft gegen Ennahda vorgebracht wurden.

    Das von Vertreter der islamistischen Partei so häufig bemühte Bekenntnis zur Demokratie wird von einer wachsenden Zahl Skeptikern inzwischen als Täuschungsmanöver angesehen. Eindeutig zeigt sich das etwa an einem kritischen Artikel, der sich aktuell auf dem Internet-Portal Nawaat findet (Nawaat war während der Aufstände Anfang vergangenen Jahres ein zentrales Informationsforum). In dem Kommentar mit dem Titel „Der demokratische Staatsstreich“ wird Ennahda vorgeworfen, dass sie die Demokratie mithilfe genau der Möglichkeiten, welche die Demokratie gewährt, unterwandert. Erörtert wird das am Fallbeispiels des Versuchs, über „islamische Prinzipien“ die Scharia als Maßgabe einzuführen und damit demokratische Freiheitsrechte auszuhebeln.

    http://www.heise.de/tp/blogs/8/151554

  9. Narkas Kervantais Says:

    Ägyptens Muslimbruderschaft nominiert Präsidentschaftskandidaten Mohamed Chairat Saad el-Schater

    Khairat el-Shater (engl.)
    Chairat el-Schater (dt.)
    Ḫairat aš-Šāṭir

    ——–

    CAIRO — The Muslim Brotherhood nominated its chief strategist and financier Khairat el-Shater on Saturday as its candidate to become Egypt’s first president since Hosni Mubarak, breaking a pledge not to seek the top office and a monopoly on power.

    Mr. Shater, 62, a millionaire business tycoon, was a political prisoner until just a year ago. Because of the Brotherhood’s unrivaled grass-roots organization and popular appeal, he is now a presidential front-runner.

    He is being nominated at a moment of escalating tension between the Brotherhood and Egypt’s military rulers. The Brotherhood, an Islamist group outlawed under Mr. Mubarak, already dominates the Parliament and the assembly writing a new Constitution. …

    Mr. Shater was not present at the news conference. Instead, the Brotherhood’s supreme guide, Mohamed Badie, read a letter from Mr. Shater resigning his post as deputy supreme guide to run for president. “Although I never thought of occupying any executive position in the state or running for it, I can’t help but comply with the decision of the group,” Mr. Shater wrote, according to Mr. Badie. …

    The Brotherhood, an 84-year-old religious and anticolonialist movement that became the wellspring of Islamist ideologies around the world, was outlawed but intermittently tolerated under Mr. Mubarak, and most of its senior leaders have spent time in prison. …

    The Brotherhood has now dropped the pledge that Mr. Aboul Fotouh was expelled for violating, but the group has continued to oppose his candidacy because of his insubordination, even threatening to expel members who support him.

    On the other side, Mr. Shater faces competition from an ultraconservative populist, Hazem Salah Abu Ismail, who has built a national following with an old-school Islamist platform, including vigorous attacks on Israel and the West, as well as an emphasis on restoring strict Islamic law. His success would seriously discredit the Brotherhood’s efforts to portray Egypt’s Islamists as moderate and unthreatening.

    But Mr. Badie, the supreme guide, warned Mr. Shater’s opponents to watch out, reminding them that Mr. Shater’s prayers in prison for the end of the Mubarak government were answered. “To all those who will slander engineer Khairat el-Shater, his prayers against those who slander him are answered — literally by the way,” Mr. Badie said.

    David D. Kirkpatrick: Islamist Group Breaks Pledge to Stay Out of Race in Egypt
    The New York Times 31.03.2012

    http://www.nytimes.com/2012/04/01/world/middleeast/brotherhood-chooses-a-candidate-in-egypt.html?_r=1

    Muslimbruderschaft nominiert doch eigenen Kandidaten

    01.04.2012 · Die ägyptischen Muslimbrüder gehen auf Konfrontation mit dem Militärrat: Sie haben entgegen ursprünglicher Ankündigungen doch einen eigenen Kandidaten für die Präsidentschaftswahl Ende Mai benannt. Es handelt sich um den Geschäftsmann Chairat al Schater.

    Die ägyptische Muslimbruderschaft schickt nun doch einen eigenen Kandidaten ins Rennen um die Präsidentschaft. Der Chefstratege und stellvertretende Vorsitzende der mächtigsten politischen Kraft des Landes, Chairat al Schater, wird für die Islamisten antreten, wie ranghohe Vertreter der Gruppe am Samstag ankündigten.

    Die Muslimbruderschaft machte damit ein früheres Versprechen rückgängig, sich nicht um die Präsidentschaft zu bewerben. Damit verschärft sich auf der Konflikt mit dem herrschenden Militärrat. Liberale Kräfte in Ägypten und auch mehrere westliche Länder befürchten, dass die Machtkonzentration in Händen der Muslimbruderschaft – ihr politischer Arm hält bereits fast die Hälfte der Sitze im Parlament – zu einer starken Islamisierung des Landes führen könnte. Auch die Verfassunggebende Versammlung wurde kürzlich mit einer Mehrheit an Islamisten besetzt. …

    Angesichts der breiten Verankerung der Gruppe in der ägyptischen Gesellschaft gilt al Schater als Favorit für die Wahl am 23. und 24. Mai. Aber auch der frühere Generalsekretär der Arabischen Liga, Amr Mussa, wird als aussichtsreicher Kandidat gehandelt.

    Al Schater, ein Geschäftsmann und Multimillionär, spielte während der Übergangszeit nach dem Sturz des früheren Präsidenten Husni Mubarak in der Muslimbruderschaft eine Schlüsselrolle. In der Vergangenheit saß er viermal wegen Vorwürfen im Zusammenhang mit seiner Mitgliedschaft in der jahrelang verbotenen Muslimbruderschaft in Haft.

    FAZ 01.04.2012

    http://www.faz.net/aktuell/politik/arabische-welt/praesidentschaftswahl-in-aegypten-muslimbruderschaft-nominiert-doch-eigenen-kandidaten-11704638.html

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