165. Sultan Tariq

رباني

rabbānī

divinely orientated

allahbewusst

Sultan Tariq

Gedanken zu Tariq Ramadan »Islam: Le face à face des civilisations. Quel projet pour quelle modernité?« (1995), deutsch als »Der Islam und der Westen. Von der Konfrontation zum Dialog der Kulturen« (2000). Von Jacques Auvergne (2010)

Scheich Yūsuf al-Qaraḍāwī spricht von einem vierfachen Begriff der umma, der muslimischen Weltgemeinde. Sie möge einheitlich sein als umma al-waḥīd sowie weltweit missionarisch aktiv als umma ad-daʿwa. Wohlausgewogen (radikalislamisch) möge sie sein und harmonisierend wirksam (politisch revolutionär) als umma al-wasaṭīya. Zuletzt mögen die irdischen Korantreuen allahbewusst sein als umma ar-rabbānīya.

Den Begriff des Allahbewusstseins oder der schariatischen Gottesfrömmigkeit verwendet Tariq Ramadan, als er sich zu einem annähernd makellosen Menschen und Muslimbruder bekennt. Wir werden wenig später erfahren, wer das fromme Vorbild ist:

[Seite 23]. „Nach Jahren eines Kampfes … für Gott, gegen den Verrat … trugen seine Worte die Kraft der Quellen und der Rabbaniya (der inneren Bindung mit dem Schöpfer), er wurde nicht müde, von Gott … zu sprechen. Er hatte das Wesentliche erfasst, er gemahnte zum Wesentlichen.“

Rabbānīya und den erstrebenswerten persönlichen hohen Reifegrad als rabbānī (pl.: rabbāniyūn bzw. rabbāniyīn; Koran 3:79) erklärt das zu muftitaqiusmani.com (Mufti Muhammad Taqi Usmani, Vizepräsident der pakistanischen Jamia Darul Uloom), zu amontazeri.com (Āyatollāh Montaẓerī, Īrān), zu qaradawi.net (Yūsuf al-Qaraḍāwī) und zu tariqramadan.com (Ṭāriq Ramaḍān, künftig vielleicht der Präsident der europäischen Muslimstaatsbürger) verlinkende (1) Weblog »MT. Akbar« (Islamophobia is a dangerous and unique phenomenon) gewissermaßen dreidimensional, als Permanenz der Andacht (aḏ-ḏikr), als innerliche, handlungsorientierte Koranverhaftung und als wie versehentlich zu Lasten der Nichtmuslime zu betreibende Muslimsolidarität (2).

Der orthodoxe Islam will und duldet keine weltweite Solidargemeinschaft, eine entsprechend asoziale Spiritualität betreiben FIOE (3) und ECFR in Europa sowie IGD, ZMD und Millî Görüş in Deutschland. Vielmehr trennt er die Kinder eines männlichen Muslims, als die zwangsweise zu Muslimisierenden, von der als unsittlich und verworfen bewerteten übrigen Menschheit ab. Und er spaltet sogleich die eher integren und gewalttätigen Jungen und Männer von den wesensgemäß eher unkeuschen, Gewalt erfahrenden, besonders schutzbedürftigen und folgerichtig unmündigen Mädchen und Frauen ab. Wie nebenbei wird das in Europa, Australien oder in den USA geduldete Menschenbild der Scharia (šarīʿa) die Rechtsspaltung nach sich ziehen, schlussendlich hinein in segregierte Stadtteile, noch rascher allerdings in die (vorerst inoffiziell rechtsverschiedene) schariatisierte Nachbarschaft. Derlei Rechtspluralismus (Christian Giordano) wird zuerst im Familienrecht Niederschlag finden („opening the way for the Muslim law to be recognized in matters of personal status such as the Family Law“ (4)), wie Europas ranghöchster Imam, der bosnische Großmufti und ECFR-Scheich Mustafa Cerić ankündigte.

»Der Islam und der Westen. Von der Konfrontation zum Dialog der Zivilisationen«

Der französische Originaltitel der von Yusuf Kuhn ins Deutsche übersetzten Schrift lautet: »Islam: Le face à face des civilisations. Quel projet pour quelle modernité?« (Éditions Tawhid, Lyon 1995) (5). Die redaktionelle deutsche Bearbeitung übernahm Amena el-Zayat, eine studierte Politikwissenschaftlerin und so genannte Islamologin. Amena el-Zayat war um 2005 die Leiterin der Islamischen Schule München und trat 2007 im Gästehaus Graz auf, an dem sich in den Jahren zwischen 2004 und 2007, wie überhaupt in Graz, gottesfürchtige Rednerinnen die Klinke in die Hand gaben. Beispielsweise Amina Baghajati. Baghajati („Wie begegne ich Fremden- und Islamfeindlichkeit im Alltag?“), sie hieß unerleuchtet noch Carla Siebrasse, ist eine 1966 in Mainz-Mombach geborene Diplom-Schauspielerin und die Ehefrau des Diplom-Ingenieurs Tarafa Baghajati (IGGiÖ, zu Tarafa siehe Sägefisch 112 Fatwa contra FGM?). Ebenso redete in Graz die überwiegend im sonnigen und faschistischen Iran lebende, 1981 zum Islam konvertierte Irmgard Pinn („Zusammenhänge zwischen Islamfeindlichkeit, Rassismus, Migration und Gesundheit & Krankheit“) (6).

Irmgard Pinn ist Mitglied im Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD), hat einen Sitz im wissenschaftlichen Beirat des DISS (Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung) und lebt mit ihrem iranischen Mann abwechselnd in Teheran und Aachen. Pinn gehört zur Gesellschaft Muslimischer Sozial- und Geisteswissenschaftler (GMSG), die das Gedankengut von Murad Wilfried Hofmann (siehe Sägefisch 144 Allahs Diplomat) und Tariq Ramadan verbreiten. Der derzeitige Vorstandsvorsitzende der GMSG ist der Hamburger Rechtsanwalt Norbert Müller, der im Mai 1998 in Köln-Riehl Referent zum Thema „Islam und Menschenrechte. Debatten und Argumentationsstrategien“ war (7).

Gemeinsam mit Maryam Brigitte Weiß, einer 1980 zum Islam konvertierten Pädagogin (Fernstudium am Wiener Islamologischen Institut um Amir Zaidan, stellvertretende Vorsitzende und seit 2001 Frauenbeauftragte des ZMD, Mitglied des Pädagogischen Fachausschusses des ZMD zur Erstellung der Lehrpläne für den Islamischen Religionsunterricht, zeitweiliges Vorstandsmitglied und jetzt Mitglied des Begegnungs- und Fortbildungszentrums muslimischer Frauen (BFmF) in Köln) sowie mit dem in Wien lebenden Schöpfer der Kamel-Fatwa Amir Zaidan unterschrieb auch Irmgard Pinn im Frühling des Jahres 2010 die Solidaritätserklärung für die dem linksextremen Flügel der deutschen Friedensbewegung zuzurechnende Sabine Schiffer (8), einer engagierten Verteidigerin der kulturrassistischen Scharia (siehe Sägefisch 134 Mehr Toleranz der Intoleranz?).

Die gefährlichste Frechheit ist das s am civilisation, die Zivilisation im Plural. Doch auch das von Tariq Ramadan kalkuliert eingesetzte französische »Le face à face« ist der Betrachtung wert, umfasst es doch ein vielsagendes, breites Bedeutungsspektrum, das vom vertraulichen „unter vier Augen“ über das sachdienliche „von Angesicht zu Angesicht“ bis hin zum bedrohlichen „Auge in Auge“ reicht. Derlei Bandbreite und Ungewissheit soll die Dialogfreunde zum schmierigen Lächeln verleiten, doch wer allen Ernstes die iranische Diktatur oder die saudi-arabische Barbarei im Namen der religiösen und kulturellen Vielfalt verteidigt, dem sollte es eigentlich nicht gelingen, jemanden zum Lachen oder auch nur zum optimistischen Lächeln zu bringen.

Der optimistisch lächelnde Tariq Ramadan flunkert weiter, es gebe auch eine schariakonforme Modernität. Das ist falsch, es gibt nur eine Moderne universeller Menschenrechte, nur eine Menschheitszivilisation, eine Modernität, an der ein reinheitsmagisches Menschenbild und ein Seelen verdammendes Gottesbild keinen Anteil haben, jedenfalls keinen auf juristischer Augenhöhe. Gewählte Politiker haben mit Aussteigern aus dem einheitlichen Recht eigentlich nicht zu sprechen, Wolfgang Schäuble (Deutsche Islam Konferenz) und Armin Laschet (Sägefisch 155 Vertrauen schaffen – Vertrauen wagen) sehen das allerdings anders.

Bereits im Titel des vor zehn Jahren durch die der IGD (Islamische Gemeinschaft in Deutschland) als dem deutschen Zweig der global agierenden Muslimbruderschaft nahe stehende M.S.V. (Muslim Studenten Vereinigung in Deutschland) veröffentlichten Textes mogelt uns Tariq Ramadan einen Dualismus in den angeknipst heiteren Diskurs, einen Kontrast in die gefälligst beglückende Debatte, den wir doch fortan beibehalten mögen: Die Unterscheidung zwischen islamisch und westlich.

Der Spezies der moralisch und kosmisch andersartigen, irgendwie östlichen Muslime sei der grausame Prozess der Verwestlichung (Demokratisierung) nicht zuzumuten, das wäre eine Art kultureller Völkermord. Folgerichtig stellt die IGMG (Islamische Gemeinschaft Milli Görüş, Vorstand: Osman Döring, Oğuz Üçüncü / Oguz Ücüncü, Ali Bozkurt) dem »Uniday2007 – Zukunft durch Tradition« den Aufruf voran: „Kennt den Westen, denn ihr lebt im Westen, kennt den Osten, denn ihr kommt aus dem Osten (9)“. Der Aufruf zur geheiligten Meidung, zur endgültigen Abschottung von den kuffār, tarnt sich mit der Maske der Heimatliebe oder Herkunftsbejahung.

Im Untertitel präsentiert sich der Sohn des Muslimbruders Said Ramadan (Saʿīd Ramaḍān, 1926 – 1995) dabei als Retter des Friedens, denn bei „Konfrontation“ dürfen wir auch an militärische beziehungsweise bürgerkriegsartige Konflikte denken. Wer den Dialog mit dem Islam, was das ist, weiß Herr Ramadan, verweigert, schüre so etwas wie kulturellen oder ethnoreligiösen Rassenhass. Dabei hat „der Westen“, in Wirklichkeit: hat der parlamentarische Rechtsstaat, die Parole nie jemals ausgegeben, den Islam sprich die Muslime als Klasse oder Rasse zu bezeichnen, als Sorte Mensch zu definieren. Er darf es auch nicht tun, will er kein Kastensystem, keine Apartheid. Wir wollen den Staatsbürger, der in die Pflichten und Rechte eines einheitlichen, auf Seelenrettung nebst Seelenverdammnis bewusst verzichtenden Regelwerks eingebettet ist. Dieser Staatsbürger kann Gärtner, Fußballspieler, Muslim, Atheist oder Analphabet sein oder sogar Frau.

Von Seite 16 bis 23 lobpreist der Autor einen großen spirituellen Führer voller Güte und Milde, Menschenliebe und Gottesfrömmigkeit, als dessen lebenslang geprägter persönlicher Jünger und monopolistischer Erbe unser Autor sich damit gleich selbst empfiehlt. Und als dessen Sohn, denn es ging auf sechs schickssalsschweren Buchseiten um keinen anderen als Said Ramadan, jenen ranghohen Muslimbruder, der 1959 in Köln beim Juraprofessor Dr. Gerhard Kegel (1912-2006) promovierte und später in Genf am Aufbau des Islamischen Zentrums beteiligt war (siehe Sägefisch 109 Said Ramadan: Das islamische Recht (1961)).

Said war in jungen Jahren von Ḥasan Aḥmad ʿAbd ar-Raḥmān al-Bannā wie ein Sohn (allgemein respektvoll genannt: le petit Banna, little al-Banna) und Privatsekretär behandelt und schließlich adoptiert worden, jenem al-Bannā, der 1928 al-iḫwān al-muslimūn (Muslim Brotherhood, Frères Musulmans, türkisch Ihvan-i Müslimin) gründete.

Dynastiebewusst beziehungsweise stammeskulturell verehelichte der Urheber der Muslimbruderschaft (MB) wenig später seine Tochter mit Said, weshalb unser (seit einigen Jahren bis nahe an die Eigenschaftslosigkeit heran geschmeidige) Führer Tariq nicht lediglich „Adoptivenkel“, sondern auch biologischer Enkel von Ḥasan al-Bannā ist.

Ein wenig wie im hochwohlgeborenen Dasein als Šarīf (Nachkomme des prophetischen ältesten Enkels Ḥasan, dem Ehemann der Fāṭima bint Muḥammad, ein grüner Turban weist scherifische Abkunft aus) oder Sayyid (Prophetennachkomme über den jüngeren Enkel Ḥusain, zweiter Ehemann der Fāṭima, schwarzer Turban) und ähnlich wie in der silsila, dem Lineage-Denken der Sufi-Scheichs, weiht sich Tariq seinem Lehrer und Vater und erbt damit die unnennbare Führungskraft des al-Bannā, dessen Mana (polynesisch: Wirkmacht, Zauberkraft), dessen Qì (chinesisch: Fluidum, Energie) und Chárisma (frühchristliches Griechisch: gottgeschenkte Begabung; numinose Autorität).

Schließlich muss Tariq dem sinnsuchenden Leser als Führer, als amīr oder sulṭān erahnbar werden und soll uns der Genfer Koranpolitiker zunehmend als Kronprinz, Jünger und Alleinerbe der „Spiritualität“ des Gründers erscheinen, und damit auch derjenigen seiner iḫwān, jener bei Buchveröffentlichung annähernd sieben Jahrzehnte alten Bruderschaft.

Jenes revolutionären Wurzelgrundes, aus dem bis heute Dutzende von Terrorgruppen entsprossen sind, etwa der nachträglich iranisch beeinflusste Islamische Dschihad in Palästina (Sitz im syrischen Damaskus, Bombenattentat auf die US-Botschaft in Beirut 1983), die ägyptische Gamaat Islamia (al-Ǧamāʿa al-Islāmiyya, Ermordung des ägyptischen islamkritischen Intellektuellen Farag Fauda 1992) und nicht zuletzt die palästinensische Hamas (Ḥamās, wörtlich unbändiger Elan bzw. Kampfgeist, auch Akronym zu Ḥarakat al-Muqāwama al-Islāmiyya, „Islamische Widerstandsbewegung“).

Unter Spiritualität stelle man sich als freiheitlicher Demokrat doch bitte anderes vor. Ja, auch als Muslim.

Die jahrzehntelange mörderische und terroristische Tradition der MB oder ihres Umfeldes problematisiert der Autor mit keiner Silbe. Tariq Ramadan stellt die nicht selten inhaftierten Muslimbrüder vielmehr als sanftmütige Opfer des ägyptischen Staates dar und stilisiert die treuen Weggefährten Saids, erst die ägyptischen und später diejenigen in Genf, zur Schicksalsgemeinschaft. Ein wenig wird dieser Kreis gar den ṣaḥāba angeähnelt, den Prophetengefährten. Die Flucht oder Auswanderung des Said nach Europa erlangt im Lobgesang des Sohnes auf den Vater beinahe die Weihe der islamstiftenden hiǧra des Jahres 622. Von der Krafthaltigkeit der Persönlichkeit und Rede Saids habe sogar der von Phlegma befallene pakistanische Radikale al-Maudūdī eine Portion abbekommen („al-Maudoudi dankte ihm, ihn aus seiner Gedankenlosigkeit befreit zu haben“, Seite 20), der uns Unerleuchteten als homophober Antisemit bekannte Yusuf Islam (Cat Stevens) sei vor Rührung nahezu zerflossen („so a sweet man“) und Malek Shabbaz (Malkolm X), kartoffelschälend in der Küche des IZ Genf, spürte diesen schariagöttlichen Antikolonialismus und Antirassismus in der Nähe des Meisters.

Auf die Küchenarbeit verzichtete der Meister allerdings womöglich dann doch, und zur islamrechtlich einwandfreien ökonomischen Institution der ʿabūdiya (Sklaverei) schwieg er, sei es aus kitmān bzw. katm (Lügetechnik der Auslassung), sei es aus taqīya (lügen zum Zwecke des Überlebens, Besitzwahrens oder schariatischen Leumundbewahrens) oder aus īhām (Lüge kunstsinniger Lockung und Werbung, wie sie etwa bei der daʿwa, Islam-Mission, am mit Allahs Erlaubnis selbstverständlich zu übervorteilenden christlich-islamischen Dialogpartner unerlässlich ist oder wie sie einer Frau gegenüber zweckdienlich ist zum Heiratsanbahnen vulgo ins Bett bekommen.

Exkurs Lügetechniken.

1. Der kitmān oder katm (zu katūm, verschwiegen, diskret) ist Tariq Ramadans Spezialität. Das vor dem Erkanntwerden zu Beschützende wird tänzerisch umschritten, vielleicht aufgeregt woanders hinzeigend (Red Herring). Im Interview ist der geradezu klassische kitmān das bewusste Beantworten einer Frage nur zur Hälfte, in Diskussionsveranstaltungen durch Deutschlands Muslime immer wieder in Form der gezielten Verwirrung durch Einstreuen eines Nachbarthemas (eben des Roten Herings), um das zu Verschweigende, für den Islam zur Stunde peinliche, jedenfalls nachteilige, zu umgehen. Dreck auf dem Gewand des Islam ist zu verbergen, den Dreckfleck (Deklassierung der Frau im Islam, Völkermord an den Armeniern, Islam und FGM) also bitte lächelnd zuhalten. Nur nachweisbar darf der authentisch islamische kitmān nicht sein, Lügen ist schließlich schlimm.

2. Leben, Gesundheit, Eigentum und guter Ruf sind bedarfsweise auf Kosten des nichtmuslimischen Lebens und Eigentums oder zu Lasten des guten Rufes eines Nichtmuslims auszudehnen, das ist die taqīya. Bedroht ist Ramadan nicht.

3. Die kalkuliert islamförderliche Tarnung oder Camouflage ist der von Lächeln begleitete īhām. In seiner ganzen verlogenen Schönheit wird der geheiligte Kulissenbau (īhām) in diesen Jahren womöglich beim formalen Zustimmen und verheimlichten zeitgleichen Vertragsbrechen um die Bauhöhe von Moscheeminaretten in Metern und Zentimetern sichtbar. Am Ende ist das Gebäude immer ein wenig üppiger als lächelnd vereinbart: „Ach ja, der Baukran ist noch da, die Spitze wird später fertiggestellt, auf Wiedersehen Herr Bürgermeister.“ Wochen später: „Ach so? Nun, das ist das zweite Minarett.“ Und einen Lautsprecher haben beide? „Nur zum Testen, wir rufen nur freitags, und ganz leise oder so.“

Oder es gilt, Europäerinnen nannten das Phänomen Bezness, die anvisierte Ehefrau (und deren Clan, sie ist nichts, doch was haben wir ihre Herkunftsfamilie übertölpelt, die sollen demnächst besser auf ihre Pferde und Frauen aufpassen) in einen ihr Schicksal als muslimische Ehefrau besiegelnden Vertrag (nāma) tappen zu lassen, in dem allerlei Freundlichkeiten stehen oder stehen könnten, etwa, dass sie bei einer Trennung die Kinder behält. Vielleicht weniger der islamische Ehevertrag (nikāḥ nāma) als die vorausgegangenen Versprechungen an die Frau sind echter īhām. Übervorteilt wird selbstverständlich auch der Konversionsbereite: solange er noch nicht am Fliegenfänger der Scharia zappelt, wird ihm der glitzernde Leim mit erotischem Unterton als Zucker gedeutet: „Die Wahrheit ist sehr süß.“ Faktennah betrachtet schmeckt der Islam allerdings überwiegend bitter. Wenn beispielsweise alle, von Rauf Ceylan bis zum KRM, beteuern, der Islamische Religionsunterricht würde die Integration fördern, erleben wir die schlicht unwahre Islambewerbung, den īhām. Mit verlockender Schwindelei verschwenden Muslimbrüder ihre Zeit nicht.

Soweit zur Straßenzug oder Staat umgestaltenden Kunstlüge, welche das demokratische Haus nie einreißen, sondern immer nur ein wenig kippen oder drehen muss, damit es sich in das voll funktionsfähige Gebäude des Kalifats wandelt. Im Hafen kann ein ausreichend geduldiges Kind ein erstaunlich großes Schiff an die Kaimauer heranziehen.

Strategisches Übervorteilen und Übervorteilwerden sind sicherlich kein Alleinstellungsmerkmal des Islam, gehören jedoch zur klassisch islamischen Ethik und Ästhetik eines krummgebogenen Weltvertrauens. Für die wenigen Ex-Muslime oder muslimischen Säkularen ist es vielleicht einer der schwierigsten Hürden, sich einzugestehen, dass die Stammesältesten oder gar die eigenen Eltern nicht das Beste der Kinder im Sinne hatten, und so wird, da die Verstoßung ökonomisch dysfunktional ist und das Ehrverbrechen gesundheitsschädigend, das tradierte Lügen mit den Mythen von der Mutterliebe und der familiären Nestwärme funktional und unlösbar verschmolzen oder mit demjenigen des makellosen Arabertums beziehungsweise des rasch beleidigten Türkentums und man tritt eben nicht aus dem Islam aus, sondern verteidigt den Grundsatz, dass von zwei Gläubigen der Radikalere stets recht hat.

Im Faschismus oder Patriarchat ist das Gute gerade, das Teuflische krumm. Einen Lebenspfad in moralischer „Schönheit“ (merke: der Islamverweigerer ist hässlich) und in „Geradheit“ (vgl. Koran 1:6 aṣ-ṣirāṭu ʾl-mustaqīm, the straight path, le chemin droit) stur geradeaus (istiqam) gehend, ist der Unbotmäßige, der Islamverweigerer, durch dich derart ins Abseits zu drängen, dass sein Lebensweg öffentlich als Fehlverhalten blamiert wird und als „krumme Tour“ erkannt.

Nach außen vertritt der Muslim wortgewaltig die „Ausgewogenheit“ (die berüchtigte wasaṭīya, wörtlich Mittigkeit) seines uneingestandenen Weltmisstrauens. Aus der orthodoxen muslimischen Sozialisation muss ein Welt- und Körpergefühl resultieren, welches pädagogische Verantwortung, kaufmännische Vertragssicherheit und freiheitsrechtliche Standards der Gottesfurcht (at-taqwa (10)) einer islamischen „Wirklichkeit“ nachordnet, in der die Dämonen und Teufel nahezu allgegenwärtig sind und in der das Deuten der Welt nur beim heftigen Umklammern des von Muḥammad gestifteten Rettungsseils geschehen kann, eine Verkrampfung, die, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren, deinen totalen Verhaltensgehorsam erfordert, ein Zwangshandeln, das dir und deinen Angehörigen den künftigen Paradiesglanz, vielleicht, sichert.

Du willst doch nicht, dass deine Eltern und Geschwister in den Flammen, an-nār, der Hölle, ǧahannam, braten?

Möglicherweise leistete, don`t tell Mo, der alte hebräische Name Ge-Hinnom des südlich von Jerusalem gelegenen kleinen Tals, das heute auf den Namen Wadi er-Rababi hört, zur Ortsbenennung der koranisch garantierten ewigen Verdammnis einen unverzichtbaren Beitrag (11). Schluss mit lustig: Andere Speise wird dem Höllenbewohner nicht zuteil als die Früchte des Baumes az-Zaqqūm, die ihm laut Koran 44:46 die Eingeweide verbrennen wie kochendes Wasser (12). Milieuweise ist man inzwischen allerdings entspannter gewesen, Jordanien hat die eine Wüstendattel Zaqqūm genannt (13).

Vor fünf Jahren (2005) zählte der deutsche Flügel der Muslimbruderschaft nach Angaben des niedersächsischen Verfassungsschutzes 1800 Mitglieder, ihr Kern ist wohl die IGD (Islamische Gemeinschaft in Deutschland). Als IGD-Hauptsitz darf das Islamische Zentrum München gelten (14)), berühmteste bis berüchtigste Figur war sicherlich Ibrahim el-Zayat (15), Ehemann der Sabiha el-Zayat-Erbakan (16).

Die Muslimische Jugend in Deutschland (MJD), Gründungsvorsitzender war Wolfgang Borgfeldt genannt Muhammad Siddiq aus Lützelbach, und die Jugendorganisation der deutschen Millî Görüş (IGMG) sind Mitgliedsverband in der 1996 gegründeten, der MB zuzurechnenden FEMYSO (Forum of European Muslim Youth and Student Organisations (17)). FEMYSO organisiert „Leadership Training Programmes“, im Dezember 2009 an der Universität von Nottingham und vier Monate darauf in der unversehens kopftuch- und tschadorhaltigen Jugendherberge von Köln-Riehl (18), wo zeitgleich und im Nachbarsaal der Landesverband der unterstützenswerten (islamkritischen) Bürgerbewegung Pax Europa (BPE (19)) tagte.

Spiritueller Führer des European Council for Fatwa and Research (ECFR) ist der in Katar (Qaṭar) lebende Muslimbruder Yūsuf al-Qaraḍāwī (türk. el-Karadâğî), um den sich mehr als dreißig Scheichs anordnen, welche die entwerdenden Staaten Europas seelsorgerlich und zunehmend politisch verwalten. Der genannte Odenwälder Borgfeldt steht ja vielleicht als „Muhammed Siddique (Germany)“ auf der ECFR-Liste (20), als „Muḥammad Ṣiddīq (Wolfgang Borgfeldt)“ führt ihn die International Union for Muslim Scholars (IUMS) (21).

Der Gründer des Hauses des Islam, Wolfgang Borgfeldt (Muhammad Siddiq), sagt den Europäern, was konsequent umgesetzter Islam bedeutet, wie uns die Orientalistin Ursula Spuler-Stegemann am 26.03.2008 im Interview mit der FAZ aus dem Bericht des Baden-Württembergischen Verfassungsschutzes zitieren konnte: „Muslim sein (werden) bedeutet auch, Gott als einzige Quelle aller Gesetze anzuerkennen. Auch die von 90 Prozent der Bevölkerung gewählte Regierung hat nie das Recht, auch nicht mit absoluter oder Zweidrittelmehrheit, etwas zu verbieten, was Gott erlaubt hat, beziehungsweise etwas zu erlauben, was Gott verboten hat. Jeder Herrscher, jede Regierung, jeder Einzelne ist immer nur ausführende Gewalt, denn Gesetze zu geben steht allein Gott zu.“ (22) Tariq Ramadan hat gegen eine solchermaßen verstandene „Rabbaniya“, innere Bindung an Allah, sicherlich nichts einzuwenden.

„Ein Mann, eine Frau: Im Herzen der Moderne!“

Nach Tariq Ramadan sei die Moderne von Sinnleere und Überinformation, Beziehungsarmut und Desorientierung geprägt. Gegen diese zersetzenden Kräfte erfolgreich ankämpfend, weitere tragen bei ihm die Namen „Folter …, Armut, … Einsamkeit, Individualismus, moralisches Elend und der Mangel an Liebe“ (Seite 27), gehe es darum, dem angeborenen eigenen Wesen (Kenner wissen: der al-fiṭra, der schariakonformen Wesensnatur jedes Kindes, jedes Menschen) endlich wieder gerecht zu werden. Der Autor übt eine jugendbewegt oder umweltschützerisch anmutende Zivilisationskritik, welche gleichermaßen die politische Rechte (Werte bewahren, Sehnsucht nach der guten alten Zeit) wie die politische Linke (Kapitalismuskritik, Aussteigertum, Ökologismus) anwerben mag jedenfalls zufrieden stellt.

Nur rhetorisch fragt Ramadan, wie es denn möglich sein kann, die innere Balance, Spiritualität und Bindung (wir erinnern uns: ar-rabbānīya) bei aller Hektik und Unmoral dennoch beizubehalten, und hat flugs eine Koransure zur Hand (7:172 „… bin ich nicht euer Herr?“), in festlichem Arabisch gesetzt und übersetzt, welche Antwort gebe auf das Chaos der heutigen, gleichsam erkrankten Zivilisation. Der Genfer Islamisierer will seine Leser ermutigen, eine entwestlichte (gereinigte), eine orientalische, „östliche“ Zivilisation oder vielmehr Gegenzivilisation aufzubauen, oder, anders gesagt, er möchte die nach orthodox islamischem Selbstverständnis ursprüngliche Seinsweise (des Stadtstaates von Medina) re-installieren. Was als Schariarecht natürlich die Grenzen der demokratischen Religionsfreiheit sprengt und auf ein gesondertes Recht hinausläuft, das wiederum sagt Ramadan an dieser Stelle noch nicht.

Die jeweilige eigene Lehre als naturnah oder gar als Naturreligion zu etikettieren und die Außenwelt, für Ramadan ist es der „Westen“, als dekadent, ist ein Ansatz jeder fundamentalistischen Sekte. Die nicht gerne gründlich denkenden Nichtmuslime könnten hier voreilig Gewährung nicken: „Wir toleranten Ureinwohner lassen euch strenggläubige Ausländer oder Konvertiten mal machen.“ Das dürfen die Säkularen nach ihrem eigenen Regelwerk aber nicht, da Polygynie, Kindbraut, halbierte Frauenerbschaft, Kopftuchzwang und Apostasieverbot gegen die für alle geltenden Gesetze verstoßen.

302. „die Bedeutung des Kopftuchs, das – erinnern wir es – eine Verpflichtung im Islam ist“

Vielweiberei, zwölfjährige schwangere Ehefrauen, Ausgehverbot. Darob geriet schon so mancher Bürgermeister oder Minister ins Schwitzen, las nicht die Hadithe und schon gar nicht das Grundgesetz, sondern rief den Imam an. Der zeigte sich verständnisvoll, ja, die Situation ist vertrackt. Der Nichtmuslim atmete auf: der Nebel der Unübersichtlichkeit kann durch eine neue Dialogveranstaltung gelichtet werden. Auf welcher der Islamverbandsvertreter oder Großmufti dann allerdings in einem Nebensatz einen geänderten Paragraphen fordert, zum Schulsport, zum Lehrerinnenkopftuch, eine winzige Randbemerkung, die man als ranghoher Schamane des Dialogs mit dem Islam verständnisvoll nickend überhört und die am Folgetag auch nicht in der Presse erscheinen wird. Eine vibrierende Restunklarheit aber wird auch künftig im Hirn des Dhimmi verbleiben, ein Pochen und Drängen, welches nur … durch eine neue Dialogveranstaltung gelöst werden kann. Diesmal werden wir Herrn Ramadan um Rat fragen.

Nach eigenem Bekunden leidet der 1962 in Genf geborene Publizist an der Kluft, die Anspruch und Begeisterung der Stunden der Freitagspredigt und des halbherzigen muslimischen Alltags voneinander trennt:

29. „so viel Willen, und dann so viel Trägheit. Es war die Erinnerung, es bleibt das Vergessen“

Exkurs zu al-Maudūdī.

Islamische Frömmigkeit und europäisierten Verfall, Moscheeeuphorie und Alltagstristesse kontrastierend, argumentiert Tariq Ramadan recht genau wie der 1979 verstorbene Sayyid Abū ʾl-Aʿlā ʾl-Maudūdī (siehe Sägefisch 152 Ḫuṭabat. Grundlagen des Islam), „Halbherzigkeit reicht nicht aus, um ein muslim zu sein. Den gottesdienstlichen Ritualen beizuwohnen … macht einen kāfir nicht zu einem muslim.“ Wobei der Parteigründer der Jamaat-e-Islami (JI, Pakistan, Abspaltung in Bangladesh) die beim Gemeinschaftsgebet erlebte Sittlichkeit wirklich konsequent in Stadt und Staat hinein ausgeweitet wissen wollte:

„Bei jedem Schritt müsst ihr darauf achten, was ḥalāl, was erlaubt und was ḥarām, was verboten ist. Was ist hier und heute zu vermeiden, was erregt jetzt Gottes Missfallen?“, um der Leserschaft den benachbarten Schariaverweigerer als Agenten des Satans zu erkennen zu geben und den freiheitlichen Demokraten als einen, der die Allmacht des Herrn der Welten verhöhnt: „Allahs Gesetz anzuerkennen ist nicht genug. Nein, ihr seid … verpflichtet, die Regierungsform falscher Grundlage zu beenden, die Herrschaft derjenigen zu beenden, die nicht aus völliger Gottesfurcht handeln. … hier wird jedem einsichtigen Menschen klar werden müssen, dass er nicht zwei Religionen folgen kann, nicht dem unislamischen Staat und zugleich Allahs Staatsordnung“, womit al-Maudūdī wenig verhohlen den Staatsstreich fordert, die Islamische Revolution zur einzig glaubwürdigen muslimischen Seinsweise erklärt.

So weit möchte Tariq Ramadan den pakistanischen Freund seines Vaters nicht begleiten, jedenfalls sagt er es nicht. Stattdessen beschränkt sich der Genfer darauf, den brandgefährlichen Revolutionsprediger al-Maudūdī ins Literaturverzeichnis (Seite 391) abzuschieben: „Die Rechte der Schutzgenossen im Islamischen Staat, Kuwait 1984“.

Ramadan will ein wenig islamic supremacy kultivieren, schariatisch bedingte Oberhoheit über die unreinen Dhimmis. Er empfiehlt dazu das Huqūq ahl aḏ-ḏimma fi ad-daula al-islāmiya (Kuwait 1984). Ein ḏimmī ist Angehöriger der in Erniedrigung zu haltenden Schicht der Juden und Christen, die an das muslimische Herrschaftsvolk die Sondersteuer der ǧizya zu bezahlen haben, ihren Glauben nicht frei im öffentlichen Raum ausüben dürfen, nichts von den Höherrangigen erben dürfen, und, soweit männlich, ohne zum Islam zu konvertieren keine Muslima heiraten können. Noch tiefer, nämlich auf der Stufe der Rechtlosigkeit steht der ḥarbī, den man töten kann und dessen Besitz man sich nehmen darf. Nur durch das Zahlen der ǧizya wird dem Juden oder Christen der Rang eines ḏimmī zuteil, zahlt er nicht, ist er als ḥarbī anzusehen.

Soweit zum radikalen Prediger und Politiker al-Maudūdī, den Ramadan ja bereits auf Seite 20 wie zufällig und, da über die Mitstreiter und Freunde der (gewaltbereiten) Muslimbrüder gesprochen wird („al-Maudoudi dankte ihm [Tariqs Vater Said], ihn aus seiner Gedankenlosigkeit befreit zu haben“), mit offensichtlichem Wohlwollen erwähnt hat.

Der Autor behält den Stil bei, in seinen Text Koranzitate einfließen zu lassen. Nicht nur soll die arabische Sakralsprache, ihre Schrift sorgsam mit den Hilfszeichen der Vokalisation (taškīl) versehen, den Worten des vorerst unerklärten ranghöchsten politischen Muslimführers Europas (sein schariagelehrtes Pendant, der Euro-Großmufti, mag Mustafa Cerić heißen) „arabische“ kulturelle Verwurzelung, religiöse Glaubwürdigkeit und philosophische Tiefe verleihen. Eigentlich gibt es auf der Welt nur ein Buch, den Koran, das Buch der Bücher, jeder menschengemachte Text ist nur in seiner Relation zu dieser absoluten Schrift zu sehen. Nach dem Tod des Propheten sind die heiligen Schriften (Koran, ferner Prophetenbiographie und Hadithsammlungen) die einzige Richtschnur, zu der alle neuen Gesetze und Erfindungen in Beziehung zu setzen sind und zwar, um keine heilsgefährdende Neuerung (bidʿa) zu sein, in gehorsame Beziehung.

Darüber hinaus gilt die in einer Haltung außeralltäglicher innerer Würde gelesene, eher noch die in erhabener Andacht rezitierte Sure, an das Frauengesangs- Tanz- und Musikverbot radikaler islamischer Milieus sei erinnert, als bescheidenes Miteinstimmen in die das Weltall nach der Art der Creatio Continua (Augustinus von Hippo, 354 – 430 n. Chr.) auch heute und jetzt erschaffende und erhaltende Intention und Stimme Allahs. Das nahezu heilige Gewebe der koranischen Schriftzeichen entspreche also auf wunderbare Weise dem Gewebe der permanent geduldeten und erhaltenen Schöpfung.

Ein Stein fällt nicht zu Boden, weil es die Schwerkraft gibt, sondern weil Allāh es zulässt, der das Fallen des Objekts in jedem Augenblick auch umkehren oder abstoppen könnte. Es gibt keine weltliche Kausalität, Allah ist Kausalität. In unvorstellbar rascher Folge regeneriert sich der Kosmos durch die Fügung (al-amr) der Gottheit. Jedes Objekt, jeder Partikel im Weltganzen wird zum Beweis für die Wahrheit der Offenbarung, jede Palme, jede Rose, jeder Stein. Eine andere Aufgabe als dich auf Allāh zu verweisen, haben Palme, Rose und Stein letztlich nicht.

Gerade auch im Volksislam und auch von Leseunkundigen werden Abschriften eines Koranverses äußerst vorsichtig behandelt, von jedem Rohrfeder- oder Pinselstrich auf dem Papier könnte die Rettung deiner Seele hängen. Der Klang der Worte enthalte das Offenbare und Geheimnisbleibende der diesseitigen und jenseitigen Welt. Die koranischen Aussagen selber, meinen manche Muslime, seien nicht nur die diesseitig zweckmäßige Gesetzesgrundlage, sondern würden jede überhaupt mögliche wissenschaftliche Erkenntnis vorgezeichnet haben. Das alles weiß und berücksichtigt Sultan Tariq, unweigerlich wird also auf einen überreichlich von Koranworten durchsetzten Text wie den von Herrn Ramadan selbst ein wenig himmlische Autorität übergehen, salopp gesagt: Kapiert es endlich, ich bin euer höchster Führer.

Der esoterische Lebensberater aus Genf empfiehlt stressgeplagten Muslimen das Heilmittel, von Zeit zu Zeit oder auch dauernd die eigene „innere Mitte“ (Seite 30) zu betreten. Damit zieht er den sattsam bekannten und längst auch von Extremisten nutzbar gemachten Begriff der Mittigkeit (al-wasaṭīya) heran und würzt das Ganze mit dem Wort des al-Buḫārī (810 – 870) „Sei auf dieser Erde wie ein Fremder oder ein Reisender“. Den Aufruf nicht dazuzugehören mag man als Unbestechlichkeit oder als Weltflucht bewerten, als beobachtende Distanz oder schlichte Hochnäsigkeit. Der berühmte Sammler der authentischen (ṣaḥīḥ) Erzähltraditionen (aḥādīṯ, Sg. ḥadīṯ) al-Buḫārī und Meister Tariq können jedoch nicht irren, und so mag der Energielieferant, die numinose Kraftquelle der Mittigkeit, Allahs Steckdose sozusagen, als eine in repressivem Tugendkult erscheinende Doktrin der ḥisba auch in Duisburg-Marxloh oder Köln-Ehrenfeld aufglühen.

Frauen sind ungleich zu behandeln, das ist Wohlausgewogenheit (wasaṭīya), und die Seelen aller, also womöglich auch der wesensgemäß unzuverlässigen Frauen, können vielleicht gerettet werden, wenn wir die Muslimbrüder erst in Parlament und Stadtrat einziehen lassen. Jedenfalls mahnt uns Sultan Tariq: „manche wollen nur das Leben dieser Welt, und sie verlieren sich“, um mit einem göttlichen Fanfarenstoß gleichen Sinngehalts zu enden: „… Und unter den Menschen sind solche, die sagen: ‚Unser Herr, gib uns in dieser Welt!‘ Und für sie gibt es im Jenseits keinen Anteil“ (Koran 2:200). Ramadan kümmert sich nicht nur wie ein guter Heilpraktiker um die geplagte Psyche des im grausamen Abendland dahinvegetierenden Normalmuslims, wie ein verlässlicher Wanderführer begibt er sich mit seinen Zuhörern persönlich auf den Weg der Errettung vor der ewigen Verdammnis – mir nach, Leute!

Doch gelte es, auf dem Weg ins Paradies ungeheure Gefahren zu umgehen, mit die größte Belastung ist: „wie man ein Mann sein kann, eine Frau sein kann“ (Seite 32). Das klingt sexualitätsbejahend und nach gender-mainstreaming, doch sollte man Herrn Ramadan sehr genau zuhören, denn von der Gleichberechtigung von Mann und Frau war gar nicht die Rede. In der Frage nach der rechtlichen Stellung der Frau scheint es für unsere Muslimbrüder und ihr Umfeld offensichtlich ein schier unüberwindliches Problem mit den transatlantischen Gesetzen zu geben. Implizit legt uns der Autor die orthodoxe islamische Vorschrift nahe, dass es außerhalb der schariakonformen Familie (für Frauen) keine Sexualität und keine (muslimischen) Kinder geben darf.

Das Kollektiv ist ihm ganz wichtig: „Angesichts all des unmenschlichen Individualismus, angesichts all der Reflexe des Konsums“ (Seite 33). Damit unserer deine Seele (vielleicht) rettenden umma auch niemand entwischt, ist eine sexuelle (und damit auch die spirituelle) Autonomie der immer mehr „zu muslimisierenden“ europäischen jungen Menschen als Abirrung und Gefährdung anzusehen. Junge Muslime sollen eben kein Recht auf eine selbstgeschriebene Biographie haben dürfen (Tariq, ergriffen: „im Herzen der Moderne“). Mit dem Wort vom „unmenschlichen Individualismus“ entlarvt sich Ramadan ganz deutlich als antimodern und reaktionär. Hochgestimmt fährt er fort mit: „Den Weg in der Tat suchen, geduldig mit dem Lichte sich wappnen.“ Wappnen heißt freilich auch: sich bewaffnen, die Unerleuchteten sind schließlich hinterhältige Dunkelmänner. Islam erhellt und befriedet.

„[Den Weg] In der Geschwisterlichkeit der Menschen gegen die Gesellschaft der Individuen suchen.“

Die Männer passen auf die Frauen auf und verheiraten ihre Töchter untereinander, die Frauen belauern sich, ob der Sittsamkeit täglich und stündlich Rechnung getragen wird. Jeder Muslim ein kleiner muṭawwiʿ (Scharia-Religionspolizist, Pl. muṭawwiʿūn (23)), der den Kritiker der Scharia zur „Einsicht“ und „Vernunft“ bringen oder aber aus dem islamisch korrekten Straßenzug vertreibem darf.

Das ist „Geschwisterlichkeit“, die Nichtmuslime sind militärpolitisch und ökonomisch klein (ṣaġīr, Pl. ṣiġār) und gedemütigt zu halten, man möge sie ihre von Allah als öffentliche Mahnung vorgesehene soziale Rolle kosten lassen, und die ist nun mal erniedrigt (ṣāġirūn; saghiroon). Diese kosmische Wahrheit wird durch die schariatische Finanztechnik der ǧizya (Zwangsabgabe der monotheistischen Nichtmuslime an die Höherrangigen) lediglich bestätigt. Der islamisch-orthodox zelebrierte Antijudaismus oder, im Fall der Muslimbruderschaft, der zusätzliche Israelhass wird ebenso zur nestwarmen „Geschwisterlichkeit“ verklärt wie die „Zivilisation“ der arrangierten Ehen und Zwangsheiraten nach der Maßgabe des walī muǧbir.

Wie konsequent will Führer Ṭāriq die junge muslimische Generation der säkularen Gesellschaft entfremden? So „moderat“ wie die totale Abschottung betreibende Millî Görüş oder gleich wie die islamisch-glaubensbewegte Strömung Boko Haram? Die radikalislamische nordnigerianische Bewegung plant, alles „Westliche“ ausmerzen, die Zielvorgabe der Dschihadisten lautet: „Das durch westliche Erziehung verschmutzte [nigerianische] Gesellschaftssystem reinigen und die Scharia überall im Lande installieren, clean the [Nigerian] system which is polluted by Western education and uphold Sharia all over the country“ (24). Die Bewegung Boko Haram aus Nigeria wäre von Ramadans manichäischem Gegensatz „Der Islam“ und „der Westen“ sehr angetan, die Nigerianer sind beim Reinigen der Welt vom Unglauben (kufr) allerdings bereits echte Praktiker.

37. Beim Vergleich der okzidentalen Welt … mit der muslimischen Welt.

Stopp – Weltverdoppelung unerwünscht! Ein wenig rechnen können wir ja auch, das doppelweltliche Frankreich oder Europa wäre sogleich ein halbiertes Frankreich oder halbiertes Europa, was wir verhindern werden. Dem ungekrönten König der Euromuslime geht es ums Kalifat, Tariq Ramadan baut für Europa und Nordamerika das, was in Südasien als »Two-Nation Theory« die Teilung Indiens im Jahre 1947 begründete.

Meine aus der Türkei eingewanderten Nachbarn, ich erinnere mich, als wäre es gestern, tauchten als etwa zehnjährige Kinder um 1980 im Rheinland auf und sind bislang mehr oder weniger fundamentalismusresistent geblieben. Deren Lebensweg soll keinesfalls mit den Mauern einer streng schariatischen Parallelwelt eingegrenzt werden, sie werden sich hoffentlich nicht von Tariq Ramadans Meinungsmachern in ein neues Mittelalter einglasieren lassen wie die fossile Fliege in den Ostseebernstein.

Leider ist die typisch islamische Mischung, das Männer aufwertende (Frauen deklassierende) Stammesdenken und der antimoderne Fundamentalismus für Deutschlands Türkeistämmige nach wie vor oft attraktiver ist als, mit Kant gesprochen, der „Ausgang“ aus ihrer „selbst verschuldeten Unmündigkeit“. Ein Fünfzigjähriger, ein in der Südosttürkei geborenen Industrieschweißer, ließ sich, nachdem er zehn Jahre lang „wie ein Deutscher“ mit einer „deutschen“ Frau zusammengelebt hatte, mit einer Cousine aus einem Dorf an der syrischen Grenze vermählen, ein ums Familienglück bekümmertes Tantchen war ans Telefon gegangen, hatte was von Herzschmerz erzählt und einer sittsamen, zur Haushaltsführung fähigen Jungfrau. Der zur Gesellschaftskritik unfähig gebliebene Facharbeiter kuscht und lässt sich die siebzehnjährige Braut nach Almanya einfliegen, mit der er mittlerweile zwei Kinder hat. Die Deutsche suchte schockiert und traurig das Weite. Der Nukleus eines archaischen Stammes ist immigriert, der langjährige linke Gewerkschaftsaktivist, der (bislang) weder Moscheegänger ist noch den Koran kennt, wird, befürchte ich, demnächst den Islam des Tariq Ramadan mit Zähnen und Klauen verteidigen, nur um „männlich“ zu sein und „türkisch“.

Im südlichen Asien gehört der Ehrentitel Allama zum Wort al-ʿulamāʾ, das eigentlich den Islamgelehrten meint, wörtlich den Wissenden. Die Zwei-Nationen-Theorie ist die Wirkung der von „Allama“ Muḥammad Iqbāl 1930 vor dem Parlament der 1906 gegründeten »All-India Muslim League« gehaltenen Rede. Der 1938 verstorbene Schriftsteller und Poet hatte zwischen 1905 und 1908 Europa bereist und in München, Heidelberg und London Rechtswissenschaften und Philosophie studiert. Der bedeutendste Urdudichter und scharia-spirituelle (revolutionäre) Vater Pakistans „würdigte“ im Jahre 1923 den aufklärungshumanistischen und kreativen europäischen Geist mit dem als Antwort auf Goethes pantheistisch-weltbürgerlich orientierten Gedichtband West-östlicher Diwan angelegten Payam-e-Mashriq, was „Die Botschaft des Ostens“ bedeutet (aš-šarq, der Osten).

Tariq Ramadan kennt Sir Iqbals Auffassung von östlich und Osten ebenso genau wie dessen Rede von 1930 als Präsident der Jahresversammlung der Gesamtindischen Muslimliga (kurz „Muslim Leage“ genannt, dort verehrte man den Stifter des Aligarh Movement (25), Sir Syed Ahmed Khan (26)). Der Poet und Philosoph hatte damals ein künftiges Zusammenleben von Muslimen und Hindus aus geradezu anthropologisch zu nennenden Gründen ausgeschlossen und visionär den schariabasierten Sonderstaat gefordert, der inzwischen Pakistan (und Bangladesch) heißt.

Goethe selbst hatte, ohne vom rassistischen Menschenbild der Dhimmitude und der Wissenschaftsverweigerung des orthodoxen Islam ahnen zu können, in der Tat mit einigen verspielten Worten Jesus faktenwidrig in die Nähe eines Quasimuslims oder Pantheisten gerückt („Und so muss das Rechte scheinen / was auch Mahomet gelungen; Nur durch den Begriff des Einen / hat er alle Welt bezwungen“). Während Mohammed unter Ganzheitlichkeit die Schreckensherrschaft des Kalifats verstand, hatte der deutsche Klassiker sich, gerade auch im West-östlichen Diwan, zum emotionalen Beteiligtsein und weltweiten kulturellen Lernen bekannt („Wer sich selbst und andere kennt, Wird auch hier erkennen: Orient und Okzident / Sind nicht mehr zu trennen“). Im Sinne des irdischen islamrechtlichen Mehrklassensystems und der jenseitszentrierten Höllenangst hat der für die immer konsequentere Trennung von Muslimisch und Nichtmuslimisch kämpfende Ästhet und Kulturrassist Iqbāl einen Dichterkollegen namens Goethe posthum nutzbar gemacht und ganz bewusst missbraucht.

Sultan Tariq weiß all das und lobt Iqbāl (Seite 141) als Erkenntnislieferanten islamischer „Rationalität“ (Ramadan) des „Idschtihâd“ (iǧtihād, autonomes Beurteilen einer Rechtsproblematik innerhalb der von der Scharia vorgegebenen Grenzen). Iqbāl habe vom „Prinzip der Bewegung in der Struktur des Islam“ gesprochen. Diese gegenwartsbezogene Flexibilität im ewig starren Scharia-Kristallgitter nennt der Genfer eine „Dynamik der Erinnerung“, welche dem Gottesfürchtigen jede unvermeidliche „fortschrittliche Lösung“ oder „demokratische Erfahrung“ als Bestätigung der Wahrheit der „Quellen und deren Interpretation“ erkennbar werden lasse. Steigende Wissenschaft ermögliche, beflügele das noch mehr Facetten aufweisende und noch mehr bedeutsame Gottesbewusstsein.

Je moderner das Äußere, desto korantreuer die Seele, so bringt Ramadan die europäischen Muslime von morgen auf Kurs:

141. Im Islam gibt es also einen Rahmen für den Pluralismus … Die Vorstellung eines absoluten Gegensatzes zwischen Islam und Demokratie wird unhaltbar

Den „Rahmen“ allerdings setzt kein anderer als Allahgott. Und ein relativer Gegensatz zwischen Islam und Demokratie ist für den Führer der europäischen Muslime kein Problem.

38. Die Begegnung – wenn es sich denn nicht um einen Gegensatz oder Konflikt handelt – zwischen der okzidentalen und muslimischen Zivilisation

Wenn. Wir gehören nicht zu euch. Entweder lächelt ihr Nichtmuslime zu unserem Dialogangebot oder ihr tragt die Schuld am baldigen Bürgerkrieg.

Wieder die hundertfach variierte These des Autoren Ramadan von den zwei Zivilisationen. Der Politreligiöse weigert sich, die Werthaltung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte anzuerkennen (und damit die des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland), die eine gefühlte, gelebte und reproduzierte einheitliche Solidargemeinschaft voraussetzt, mit gewährleisteter Chancengleichheit (man vergleiche das US-amerikanische Leben, Freiheit und das Streben nach Glück, Life, Liberty and the Pursuit of Happiness von 1776) auch für Atheisten und Frauen.

Wir Säkularen brauchen bekennenden Aussteigern aus der Rechtseinheitlichkeit in unseren Parlamenten oder staatlichen Hochschulen doch wirklich keine Bühne zu bieten. Sollte man meinen.

Nachdem der Supermoslem sechs Jahre lang nicht in die USA einreisen durfte, er hatte mit 900 Dollar unmittelbar eine palästinensische Hilfsorganisationen und indirekt die terroristische Ḥamās unterstützt, erstellte die 67. Außenministerin (Secretary of State) Hillary Rodham Clinton im Januar 2010 dem Genfer Statthalter Gottes eine Ausnahmegenehmigung. Blicken wir eineinhalb Jahrzehnte zurück.

„Am 26. November 1995 untersagte die französische Grenzpolizei dem Lehrer Tariq Ramadan die Einreise nach Frankreich“, empörte sich der Schweizer Soziologe, Politiker und Sachbuchautor, der Genfer Abgeordnete im Nationalrat Jean Ziegler (Sozialdemokratische Partei), als er, nur elf Tage nach Ramadans beendetem Reiseweg, eine Eingabe an den Nationalrat tätigte (27).

Im März 2008 erlangte der islamfreundliche Antiimperialist Hans Ziegler, ein Bewunderer von Che Guevara und Fidel Castro, für ein Jahr einen Sitz im Beratenden Ausschuss des UN-Menschenrechtsrates (28).

Der UN-Menschenrechtsrat wird leider stark durch die OIC-Staaten (Organisation der Islamischen Konferenz) wie Pakistan oder Algerien bestimmt, was eine Diskussion über die alle Frauen und Nichtmuslime diskriminierende Scharia ebenso unmöglich macht wie eine Kritik der Menschenrechtslage in Saudi-Arabien und dem Iran, was wiederum den Herren Ramadan und Ziegler keine schlaflosen Nächte bereitet (29).

Der fromme Mann aus Genf zitiert den politischen Befehl der Gottheit:

76. [Sure 28:77] Und erstrebe … die Wohnstatt des Jenseits, … und begehe nicht Unheil auf Erden, denn Gott liebt die Unheilstifter nicht.

Das ist bewusst falsch übersetzt, im Koran steht nicht Gott, sondern es ist Allah, dem die Menschenklasse der al-mufsidīn, der Verderbenstifter, ernsthaft verhasst ist. Die Teheraner Schreckensherrschaft hat den Koran konsequent angewendet, ernst genommen, und das „mofsed fel-arz, spreading corruption on earth“ (fi ʾl-arḍ, auf der Erde) ist dort Anklagepunkt, das Strafmaß ist dann, ganz im Einklang mit dem islamischen Begriff der körperlichen Unversehrtheit (ḥurma, man vergleiche die Verteidigung oder auch Anwendung der jenseitsorientierten Doktrin der ḥurma bei Birgit Krawietz (31) oder Assia Maria Harwazinski (32)), oft, sehr oft, eigentlich immer, die Todesstrafe.

Der Islam lässt die Engel und Teufel um jeden Sachverhalt oder Menschen Tauziehen betreiben und wird dir im Jenseits (al-āḫira) das sehr stark wohlverhaltensabhängige Ergebnis auf Allahs unbestechlicher Skala (al-mīzān) der Seelenwage verkünden. Im Diesseits (ad-dunyā) gilt es, dem Prototypen oder vielfachen Einzelfall des Muṣliḥ (zu: maṣlaḥa, Wohlergehen im Sinne schariatischen Allgemeinwohls), den Wohltuenden, dem zweifelsohne irgendwo aufzufindenden Mufsid (zu: fasada, verderben, demoralisieren), den Verderbensstifter gegenüberstellen.

Europa kennt Derartiges aus den Jahrzehnten der fieberhaften Hexensuche und der nachfolgenden, entspannte Gesichter und gefühlte vorläufige Reinigung herstellenden, Hexenverbrennung mit klerikalem Beistand. Irgendwann dann ein Blitzschlag, eine kranke Kuh, ein verunfalltes Kind. Wer hat den Bösen Blick?

76, 77. Die Familie bleibt … ein wichtiger Bezugspunkt für jeden. … Es ist für jede muslimische Gesellschaft eine Verpflichtung, alles dafür zu tun, um die Strukturen zu bewahren, die die Achtung des Familienlebens erlauben … Die allgemeine Orientierung hinsichtlich der Familie ist die Komplementarität, die ausgehend vom Prinzip der Gleichheit zu leben ist.

Ein Unbedarfter könnte meinen, Ramadan habe sich für die Gleichberechtigung von Mann und Frau stark gemacht. Der Genfer Koranpolitiker möchte jedoch von der „Gleichheit“ weggehen – woandershin! Der Absolvent der Kairoer al-Azhar weiß, dass ihn das Familienrecht der Scharia mit Zweitfrau, Kindbraut, Verstoßung, weiblichem Ausgangsverbot und Schleierzwang mit dem durch die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte abgedeckten Familienrecht in Konflikt geraten lässt, und spielt, um davon abzulenken, ein wenig den Ehe- und Erziehungsberater. Seine Klagen über zerrüttete Familien und Ehen finden gleichermaßen bei Muslimen und Nichtmuslimen Gehör und Verständnis.

Die Schariafreunde Nordamerikas (siehe Sägefisch 133 Shahid Athar) und Europas verfolgen beim Islamisieren der, dank Islam und Korruption, in Entformung begriffenen Demokratie eine spezifische Abfolge von Mustern. Stets beginnt ihre „Religion“, die das Sonderrecht der vollumfänglichen Scharia erzielen muss, mit der „besonderen“ Rolle der Frau. In immer neuen Varianten wird das eine Verwirrspiel getrieben: ja, die muslimische Frau habe eine „andere“ Stellung als die „westliche“, doch nein, sie sei nicht diskriminiert. Den revolutionären Islamisten im Namen der kulturellen Vielfalt oder des Dialogs applaudierende Nichtmusliminnen wie Beate Sträter (evangelisch, Sägefisch 087), Ursula Boos-Nünning (universitär, Sägefisch 114) oder Sabine Schiffer (linksextrem, Sägefisch 134) unterstützen den skandalös frauenfeindlichen Kurs. Immer fängt die Sittenpolitik mit dem Kopftuch an, denn, mā šāʾ Allāh, ist und bleibt Frauenhaar nackter als männliches Haar.

79. Der Respekt der Kinder gegenüber den Eltern bildet gemäß der muslimischen Quellen und den ʿUlama (Rechtsgelehrten) eine der Grundlagen der Religion

Du bist deinen Eltern gegenüber gehorsamspflichtig, Kind, Sklave deiner Eltern.

82. In der muslimischen Konzeption ist der Mensch dadurch gekennzeichnet, wählen zu können und hierbei verantwortlich zu sein.

Er hätte sich beizeiten anders entscheiden sollen: Der muslimische Nonkonformist gelangt dereinst an den Ort, wo ihn die Teufel bestrafen werden, und es sind zusätzlich die irdischen Mitmuslime, die ihm, nach dem guten Vorbild Mohammeds, das Leben bereits hier ein wenig zur Hölle machen dürfen.

Um sich für ihren inhaftierten Ehemann Salih al-Thawwab einzusetzen, ging die in Saudi-Arabien (muslimische Konzeption) wohnhafte Sawsan Salim zum Gericht. Hoffnungsvoll. Alleine. Allerdings ohne männliche Begleitung, alleine eben. Weil aber ein Weib nicht ohne ihren Herrn frei umherlaufen darf (male guardianship), wurde Frau Salim eingesperrt und zu 300 Peitschenhieben verurteilt. Wofür sie dankbar sein sollte, denn im Jenseits fällt ihre verdiente Strafe, vielleicht, ein wenig geringer aus, oder Allahgott nimmt sie nach ungekürztem Aufenthalt gerechter Dauer in den schmerzenden Flammen doch noch zu sich: „wählen zu können und hierbei verantwortlich zu sein“ (33).

Die bereits etwas ältere Dame Khamisa Sawadi im selben Land verspürte Hunger, und höfliche Männer, die nicht ihrer Familie angehörten, brachten ihr ein Brot vorbei. Die Angreiferin wird, um soziale Gerechtigkeit herzustellen und Tugend zu bewahren, vierzig Peitschenhiebe erhalten.

83. Das Recht auf Bildung. Der Koran könnte in dieser Hinsicht nicht klarer sein: wissen – das heißt, sich der Lektüre der Zeichen zuwenden, eine größere Kenntnis des Schöpfers erlangen.

Wissen ist islamisches Wissen, alles andere ist falsches Wissen.

Islamkritik ist Fehlinformation.

90. Was ist die Scharia?

Am 10.09.2002 bezeichnete Hani Ramadan in der französischen »Le Monde« die Steinigung der Ehebrecherin als göttliches Gesetz. Hani hat Recht, auch das ist Scharia. Als Angestellter einer öffentlichen Schule im Kanton Genf wurde er deshalb allerdings am 11.10. des Jahres, richtigerweise, entlassen. Und Tariqs Bruder, zweitberuflich Direktor und Imam am radikalen, der Muslimbruderschaft zuzurechnenden Islamischen Zentrum Genf, klagte sogleich gegen seinen einstigen Arbeitgeber auf Wiedereinstellung (34).

Ein halbes Jahrzehnt der Gerichtsprozesse begann. Am 18.02.2008 wusste The Global Muslim Brotherhood Daily Report (GMBDR) zu berichten, das die Klage des gefeuerten Sekundarlehrers den Kanton zur Nachzahlung von zwei Jahresgehältern und zur Übernahme der Gerichtskosten verpflichtet hatte, insgesamt $ 230.000. Die bei Global Jihad genannten Daten lassen ein juristisches Husarenstück ahnen. Auch das ist Scharia (35).

91. An die Frage der Modernität heranzugehen, setzt voraus, dass wir eine genaue Vorstellung dessen haben, was die Prinzipien und Orientierungen der islamischen Quellen beinhalten; denn diese bilden den Wesenskern dessen, was im muslimischen Recht Scharia genannt wird. … Einzig absolut ist mithin, was dem Koran und der Sunna entspringt und also die allgemeinen Orientierungen umfasst.

Das hätte Abū Ḥāmid Muḥammad al-Ġazālī († 1111 n. Chr., Sägefisch 162) schöner nicht sagen können. Allenfalls ehrlicher.

Ramadan will die Autonomie des koranlesenden Endanwenders ein für alle mal der höheren Erkenntnis der Schariagelehrten unterordnen und verpflichtet Europas Muslime auf einen umfassenden, totalitären Schariabegriff.

92. Der Fiqh ist die Arbeit der Rechtsgelehrten, im Lichte von Koran und Sunna eine Gesetzgebung zu erarbeiten, die ihrer Zeit angemessen ist.

Und die befolgt werden muss, um nicht in der Hölle zu braten. Der den Iblīs Fürchtende (schariatisch Gehorsamspflichtige) lasse seine irdischen Rechtsstreitigkeiten künftig am besten beim Islamic Sharia Court, beim Scharia-Gericht entscheiden, als Brite also in 34 Francis Road, Leyton, London (36).

99. [Die Lage der Frau] Im Lichte des Koran und der Sunna davon überzeugt sein, dass der Islam die fundamentalen Rechte der Frau anerkennt und vertritt; eingedenk sein der Gleichheit vor Gott und der darin eingeschriebenen gesellschaftlichen Komplementarität

Gleichheit vor Gott, Ungleichheit hier. Damit die Seele jedes Familienangehörigen gerettet wird, befiehlt der Islam für die Zeit im Diesseits die Ungleichbehandlung der Frau.

Um bei raffgierigen Politikern, gewaltverliebten Kirchenfunktionären und wertebeliebigen Progressiven kein Stirnrunzeln zu erwecken, ersetzt Sultan Tariq das wissenschaftliche diskriminiert durch das schariatische komplementär. Das klingt ein wenig Goethes Farbenlehre, erinnert an das chinesische Yin und Yang und an die Jugendjahre in Falken-Zeltlager, Hippie-Hüttendorf und SDS-Kommune.

Lasst den Tariq Ramadan mal reden, der weiß, was muslimische Frauen und Mädchen vom Leben erwarten.

Und so billigt womöglich auch die »Katholische Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz in Nordrhein-Westfalen« das Gedankengut und Lebensführungsmodell von FIOE, WAMY und FEMYSO. Um den Münsteraner Diplom-Theologen Georg Bienemann jedenfalls kooperiert man im Projekt DIALOGBEREIT mit der an einer strengsten Auslegung der Scharia interessierten Muslimischen Jugend in Deutschland (MJD) (37).

Die MJD darf ihr Ansinnen bei DIALOGBEREIT darstellen: „Häufig werden muslimische Jugendliche Vorurteilen ausgesetzt, mit denen es schwierig ist, zu leben. Hier möchte die MJD helfen, damit Jugendliche das notwendige Selbstvertrauen entwickeln und den Islam als eine herausragende Möglichkeit der Lebensgestaltung und Lebensbewältigung entdecken können.“ Bundestagsabgeordnete Ekin Deligöz („Vielfalt und Toleranz als Chance begreifen“) sowie die im Iran geborene Schauspielerin Pegah Feridoni („für ein partnerschaftliches Zusammenleben von Muslimen und Christen“) konnte DIALOGBEREIT als Unterstützer gewinnen.

Georg Bienemann brachte gemeinsam mit dem Beauftragten für den interreligiösen Dialog der DİTİB, Bekir Alboğa, und dem in Brühl wohnhaften Referatsleiter für den Interkulturellen Dialog der Erzbistums Köln, Werner Höbsch, das Buch »Christen und Muslime Tür an Tür. Basiswissen kompakt« zustande (38).

Werner Höbsch versuchte verbissen, ohne preiszugeben, jemals irgendetwas von der Scharia verstanden zu haben, im Dezember 2005 in der den Dominikanern nahe stehenden Seite »Die neue Ordnung« den stets lesenswerten Islamkritiker Hans-Peter Raddatz zu widerlegen. Auf Worte wie Menschenrechte, Frauenrechte, Gleichberechtigung, Bürgerrechte, Demokratie oder Rechtsstaat verzichtet Höbsch dabei. So mag der Dialog leicht fallen (39).

Die Jakobsleiter der Postmoderne zur Erkenntnis hinauf schreitend lesen wir die Namen der Sprossen: Säkular, katholisch, DIALOGBEREIT, MJD, FEMYSO, Ibrahim el-Zayat, Muslimbruderschaft, Hamas, al-Qaida. Hoppla, irgendwo hätte man jetzt halt machen müssen, eher zu Beginn bereits, Kinder- und Jugendschutz jedenfalls versteht sich doch wohl anders. Der im März dieses Jahres verstorbene österreichische Schriftsteller und Kabarettist Christian Wallner kommt einem in den Sinn:

„Wer für alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein (40).”

115. Dschihâd. … Mobilisierung ist angezeigt, wenn die Würde des Menschen in Gefahr ist, aber es muss nicht eine bewaffnete Erhebung sein.

Muss nicht. Kann aber.

116. der Denker Yusuf al-Qaradawi

Nicht: Der Hassprediger? Nein, Scheich Yusuf ist für Sultan Tariq ein „Denker“. Arbeitsteilung im Kalifat: es „denkt“ al-Qaraḍāwī ein wenig über das Religionsrecht, während Ramadan die Tagespolitik erledigt.

119. Koran und Sunna … bilden die Bezugsquelle, … eine Konzeption des Universums und des Menschen

Ramadan hat den Muslimen in Europa nichts anderes anzubieten, als die Welt und ihre Menschheit durch das Kaleidoskop einer tausend Jahre alten Erkenntnislehre zu betrachten. Mann und Frau werden Stereotyp, Abklatsch mittelalterlich-feudaler Rollen: Jude, Ehebrecherin, Tochter, Polytheist, Imam, Sohn, Händler, Henker. Damit die reaktionäre Haltung und die pädagogische wie politische Brisanz nicht zu sehr auffällt, verschweigt uns der Genfer die islamisch integrierten Teufel und Engel und die für fortgesetzte Islamgegnerschaft (Warnung, drei Tage Bedenkzeit) angemessene (Mittigkeit) Ermordung zuzüglich Höllenstrafe.

121. Das Feld der rationalen Erkundung ist erheblich und bietet der Vernunft eine stattliche Autonomie

Unbegrenzt möge die islamisierte Vernunft allerdings nicht sein. Islam will das eingemauerte Denken, die kanalisierte Kreativität.

130. Schûra. … Das Volk leistet unter der Voraussetzung, dass die Wahl rechtmäßig durchgeführt wurde, einen Treueeid (Baj’a) gegenüber dem von der Mehrheit Gewählten.

Sultan Tariq träumt vom politreligiösen Treueschwur der bayʿa (auch: Bayat), vom Fahneneid auf den Führer der Schariarepublik. Was der Staatslenker dann anordnet, hat der Rechtgläubige auszuführen.

Bei der Ahmadiyya ist endogames Heiraten und abgeschottete Lebensführung Pflicht. Dort legen bei der Anerkennung des „Messianischen Kalifen“ (Khalifat ul-Massih) alle eine bayʿa ab, beinahe ein kleiner persönlicher Staatsvertrag (41). In einigen Sufi-Ordensgemeinschaften (ṭuruq, Sg. ṭarīqa) ist eine bayʿa üblich, ein Gelöbnis oder Lehnseid auf den spirituellen Meister, den Scheich oder Pir.

Wir haben aber bereits einen Staat, wir brauchen keinen Bevölkerungsteil, der Treueschwüre auf muslimische Feldherren, Heilsgaranten oder Spitzenpolitiker ablegt. Nein zur Sezession im Namen der Religionsfreiheit (42).

Jacques Auvergne

Fußnoten

(1) Allahgott denkt global und das Blog »MT. Akbar« verlinkt folgerichtig zu Yūsuf al-Qaraḍāwī, zum Erbenkreis des feinfühligsten Theoretikers der Islamischen Revolution Dr. Ali Schariati (ʿAlī Šarīʿatī, † 1977), zu einem weltweit anerkannten US-amerikanischen Linguistikprofessor aus der Nähe von Boston (Massachusetts), nämlich zu seiner entgrenzten Friedfertigkeit Noam Chomsky, welcher dem Anarchosyndikalismus nahe steht und seit dem Vietnamkrieg als einer der prominentesten und heftigsten Kritiker der US-Außenpolitik gilt. MT Akbar empfiehlt auf seiner Linkliste ferner Scheich Ninowy (gesprochen: Nainuwī) als den in Syrien geborenen und heute in den USA (als Vorbeter und Freitagsprediger der Masjid al-Madina, Atlanta) residierenden unmittelbaren Nachkommen der Prophetenfamilie (Dr. Shaykh al-Ninowy, al-Haqq-Foundation) sowie zu Europas ranghöchstem Nadelstreifenislamisten Tariq Ramadan.

http://mtakbar.wordpress.com/scholarly-sites/

(2) The Rabbaniyya. Der rabbānī, der Allah-Bewusste.

http://mtakbar.wordpress.com/2007/11/11/rabbaniya-attaining-the-hereafter-through-knowing-the-divine/

(3) Der Aufbruch ins Kalifat.

Am 10. Januar 2008 wurde in Brüssel die 26 Punkte umfassende »Charta« der Federation of Islamic Organisations in Europe (FIOE) verabschiedet.

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2009/09/20/140/

(4) Das an der Universalität der Menschenrechte orientierte Europa gilt es, in das Kastensystem islamischer Apartheid zerlegen: Opening the way. Turbanträger Mustafa Cerić will die Rechtsverschiedenheit, was denn sonst, der Mann ist orthodoxer Muslim.

Am 24. Februar 2006 gab Mustafa Cerić in Kroatiens Hauptstadt Zagreb die »Declaration of European Muslims« bekannt.

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2009/12/21/159/

(5) Tariq Ramadan: »Islam: Le face à face des civilisations. Quel projet pour quelle modernité?« (Éditions Tawhid, Lyon 1995)

http://www.decitre.fr/livres/Le-face-a-face-des-civilisations.aspx/9782848620497

(6) Die Islamisierung Österreichs von Graz aus, zwischen 2004 und 2007. Irmgard Pinn, Amina Baghajati, Amena el-Zayat

http://www.dschanuub.at/aktivitaeten.htm

Dschannuub. „Insbesonders ist es uns ein Anliegen, den rassistischen und islamfeindlichen Tendenzen in unserer Gesellschaft entgegenzuwirken. Ziel unserer Veranstaltungen ist es, als Musliminnen Respekt, gesellschaftliche Anerkennung, öffentlichen Raum einzufordern. Wir wollen entgegen der islamfeindlichen Hetze, die bis zum Krieg gegen MuslimInnen führt, die Wirklichkeiten muslimischer Frauen, ihre Lebenswahl, ihre Sorgen und ihre Widerständigkeit den nicht-muslimischen Frauen näherbringen.“

Das arabische ǧanūb bedeutet Süden.

Wien. Dar al Janub – Verein für antirassistische und friedenspolitische Initiative
Koordinationsforum zur Unterstützung Palästinas

29. April 2010: Workshop Hijab und Rassismus (nur für Frauen)

http://www.dar-al-janub.net/sesam_oeffne_dich

(7) Die (GMSG) um Amena el-Zayat und Amina Erbakan traf sich im Juni 1997 im Jugendgästehaus Bonn: „Es sollte sowohl die Satzung der GMSG verabschiedet als auch ein neuer Vorstand für die nächsten zwei gewählt werden. Gegen 18.00 stand dann der neue Vorstand fest: Irmgard Pinn wurde als Vorstandsvorsitzende gewählt, Ibrahim El-Zayat als ihr Vertreter. Die weiteren Vorstandsmitglieder sind: Marlies Wehner, Senay Akar und Amena El-Zayat.“

„Nach dem Mittagsessen und Gebet ging es weiter mit der Vorstellung des Instituts für Internationale Pädagogik und Didaktik (IPD) [Rabeya Müller, Köln]. Amina Erbakan informierte die Tagungsteilnehmer über die Arbeit des Instituts, welche sowohl theoretische Arbeit an Curricula und Lehrbüchern als auch die Realisierung der theoretischen Vorstellungen in der Praxis anbietet.“

„Nach der Begrüßung begann Harun Behr zum [Harry Harun Behr] Thema „Islamische Bildungstheorie“ zu referieren.“

http://www.gmsg.de/suche3/SEMINARE/seminare.html

Irmgard Pinn / Marlies Wehner: EuroPhantasien. Die islamische Frau aus westlicher Sicht. Hg.: DISS (Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung e.V., im wissenschaftlichen Beirat sitzt: Irmgard Pinn!), bei: DISS, Duisburg 1995

http://www.unrast-verlag.de/unrast,2,175,16.html

Wikipedia im April 2010 zu Irmgard Pinn:

„Irmgard Pinn (* 1946) ist eine deutsche Sozialforscherin. Sie lehrt im Iran. Pinn konvertierte 1981 zum Islam. Sie erregte unter anderem dadurch Aufsehen, dass sie die Möglichkeit muslimischer Eltern verteidigt, ihre Kinder aus religiösen Motiven vom Schulsystem fernzuhalten. Pinn streitet die Benachteiligung von Frauen in islamischen Ländern ab.“

http://de.wikipedia.org/wiki/Irmgard_Pinn

(8) Iranfreunde, GMSG- und DISS-Funktionsträger und Ahmad von Denffer höchstselbst erklär ihre Solidarität mit der Islamverteidigerin und Antiimperialistin Sabine Schiffer

http://www.solidaritaet-mit-dr-sabine-schiffer.de/

(9) Uniday2007. Muslim, verweigere die Integration, lebe östlich im sittenlosen Westen. Frauen ohne Hidschab gehören nicht zu uns Morgenländern, wie jeder sehen soll.

http://www.uniday2009.org/de/ueber-uns/uniday-2007.html

Uniday2009 (IGMG), Bild 6 bis 8, der künftige Sultan Europas, Tariq Ramadan.

http://www.uniday2009.org/de/start/impressionen.html

Mit Tariq hättet ihr wieder einen. Einen Sultan. Prof. Dr. Iskender Pala (geboren 1958 im türkischen Uşak), träumt: „Sie waren Sultane. Das Reich, das sie gegründet hatten, haben sie über 600 Jahre regiert. Es kam eine Zeit, in der ihre Flagge auf drei Kontinenten gleichzeitig wehte. Jedoch änderte sich die Zeit und sie verloren zunehmend ihre Macht, wurden zum Spielball von Veziren, Staatsmännern und Frauen. Der Gründer des Reichs hieß Osman. Man nannte sie „Die Osmanen“ und mit ihnen begann die prächtigste Zeit der türkischen Geschichte. Sie lebten wie Helden, die mit dem Schwerte in der Hand Länder eroberten. Gleichzeitig eroberten sie mit der Schreibfeder in der Hand Herzen.“ Merke: Wesire und Frauen sind für echte Männer immer ganz schlecht. Pala weiter: „Das Wort „Sultan“ vermittelt uns heute nur noch das Bild eines kämpfenden Mannes. Jedoch hätte vielleicht gerade das Künstlerische, Ästhetische und die Anmut niemals von der charakterlichen Vorstellung eines Sultans entfernt werden dürfen.“ Das reicht für heute. Entdecke deinen inneren Sultan – ersehne einen äußeren.

http://www.uniday2009.org/de/aktivitaeten/sultan-s-der-gedichte.html

Die IGMG steht treu zu Tariq Ramadan: „Tariq Ramadan ist einer der wichtigsten Denker der zweiten Generation, der 1962 in Schweiz geboren ist. Nach den Aussagen über das Kopftuchverbot in Frankreich, bekam er sehr viel Kritik. Er bezeichnet sich als eine Brücke zwischen dem Islam und Europa.“ Statt Brücke zwischen wohl eher Mauer zwischen. Oder Brückenkopf, dann gliche er, Nomen est Omen, dem Eroberer des Westgotenreichs und damit der Iberischen Halbinsel, Ṭāriq ibn Ziyād, nach dem Gibraltar genannt ist, Dschebel Tariq (Ǧabāl Ṭāriq), Berg des Tariq

http://www.uniday2009.org/de/programm/prof-dr-tariq-ramadan.html

(10) got taqva? Ein T-Shirt stimmt den Muslim und seine vereinnahmten Mitstreiter ein auf die zu absolvierende ḥisba. Tach auch, hamse Gottesfurcht? Bruder, hast du Respekt vor Allah?

http://3.bp.blogspot.com/_48HcFn_CyuU/Stn6X4dQoFI/AAAAAAAAAaA/vUL-eF4NFoU/s320/got_taqwa_tshirt-p235752187496529696t5tr_400.jpg

(11) Ge-Hinnom als Ursprung des Namens der islamischen Hölle?

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/1a/Valley_of_Hinom_PA180090.JPG“>

Gräber im Wadi ar-Rababi vormals Ge-Hinnom (Talmud: Gehinnam, Gehinnom)

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/b7/Valley_of_Hinom_PA180093.JPG

(12) Schluss mit lustig: Die Früchte des Baumes Zaqqūm verbrennen dem Höllenbewohner die Eingeweide

http://de.wikipedia.org/wiki/Zaqqum

(13) Die Rechnung ist Zaqqūm minus Scharia gleich Wüstendattel

http://en.wikipedia.org/wiki/Balanites_aegyptiaca

(14) Verfassungsschutz Niedersachen: Die Muslimbruderschaft

http://www.verfassungsschutz.niedersachsen.de/master/C806292_N808071_L20_D0_I541.html

Zu Mohammed Mahdi Akef: „Führer der Muslimbruderschaft nennt Holocaust einen Mythos“

http://www.faz.net/s/RubDDBDABB9457A437BAA85A49C26FB23A0/Doc~E5A998B1F11FC4DCA91634FA36A297FEF~ATpl~Ecommon~Scontent.html

16.01.2010 – Achter Muršid der Muslimbrüder und Nachfolger von Mohammad Mahdy Akef ist der Professor für Veterinärmedizin Mohammed Badei

http://derstandard.at/1263705329918/Kopf-des-Tages-Ein-Tierarzt-an-der-Spitze-der-Muslimbrueder

(15) Ibrahim el-Zayat, oder: Allahgott ist großzügig – mit der Wahrheit. „Im Jahr 2005 wollte al-Zayat der CDU-Bundestagsabgeordneten Kristina Köhler untersagen, ihn als „Funktionär der Muslimbruderschaften“ zu bezeichnen. Das Landgericht München wies die Unterlassungsklage zurück.“ Aus: WELT-online vom 26.02.2007

http://www.welt.de/welt_print/article735384/Aegypten_Chef_der_Muslimbruderschaft_muss_vor_Gericht.html

„Dabei nennt die Fundamentalistenorganisation auch die Namen ihrer angeklagten Mitglieder – viele davon aus der Führungsebene. Auch der Deutsche Ibrahim al-Zayat findet sich darunter. Der ist Präsident der Islamischen Gemeinschaft in Deutschland (IGD) und gilt als seriöser Ansprechpartner, obwohl er seit Jahren vom Verfassungsschutz beobachtet wird.“ Jan-Philipp Hein, in: WELT-online vom 25.02.2007

http://www.welt.de/politik/article734965/Deutscher_Muslim_Funktionaer_vor_Gericht.html

(16) Sabiha el-Zayat Erbakan, Nichte des Gründers der radikalislamischen Millî-Görüş-Bewegung und einstigen Ministerpräsidenten der Türkei Necmettin Erbakan. Ihr Bruder ist der langjährige Millî-Görüş-Vorsitzende Mehmet Erbakan.

http://www.droppingknowledge.org/bin/user/profile/6955.page

(17) FEMYSO, Rue Archimède 50, 1000 Bruxelles, Belgique / Belgium. Vizepräsident Michel Privot, Generalsekretärin Najatte Kaaoiss

http://p9445.typo3server.info/profil.0.html

(18) FEMYSO 2010 in Köln, Germany

im Youth Hostel von Köln-Riehl, 08.-11.04.2010. Mit Prof. Rafik Beekun, Dr. Rani al-Khatib, Bruder Aamer Naeem und vielen tief verschleierten Jungfrauen

http://p9445.typo3server.info/

FEMYSO, zehn Tage darauf … in La Chaux (La Chaux-de-Fonds, Schweiz). Finding Our Voice … How to Engage with the Media.

GMBDR (Global Muslim Brotherhood Daily Report. An Intelligent Digest Covering Developments In The Worldwide Muslim Brotherhood Network) berichtet: “European Muslim Brotherhood Youth Organization To Hold Media Training Seminar. … The Forum of European Muslim Youth and Student Organisations (FEMYSO) has announced that in April, it will be holding a media training seminar in La Chaux-de-Fonds, Switzerland.”

http://globalmbreport.com/?p=2338

Der im nordrhein-westfälischen Herne aufgewachsene, 22 Jahre alte Informatikstudent Halil Köklü, die gute Hoffnung der Universität Dortmund, geht nach La Chaux zum Medienseminar der Jugendbewegung der radikalislamischen Muslimbrüder. Hoffentlich glaubt er nicht alles, was ihm bei der FEMYSO erzählt wird. Möge Halil Köklü, der zu Akif Şahin verlinkt und dieser zu Serdar Günes und der wiederum zu Abu Bakr Rieger, Mathias Rohe und Lamya Kaddor, möge er langfristig zur Bewegung der internationalen Schariagegner stoßen und Sayyid Qutb gering schätzen.

http://www.halilkoklu.de/2010/04/finding-our-voice-media-seminar/

FEMYSO, Einladung. April 2010, La Chaux-de-Fond

http://www.facebook.com/photo.php?pid=4822185&o=all&op=1&view=all&subj=19474538784&aid=-1&id=760088622

Dezember 2007, Europas Jugendverbände integrieren. Seminartitel „Inter-religious Dialogue meets Fundamentalism“. Das stimmt. Mit dem Beistand von Jesus, Allah und der FEMYSO im griechischen Vólos.

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2008/01/13/043/

(19) Bürgerbewegung Pax Europa (BPE). Europas gute Hoffnung

http://www.buergerbewegung-pax-europa.de/

BPE-Blog, Mitglieder kommentieren

http://bpeinfo.wordpress.com/

(20) Die aufgelisteten ECFR-Scheichs. Borgfeldt hier, Siddique da

http://en.wikipedia.org/wiki/European_Council_for_Fatwa_and_Research#Members_of_the_ECFR

(21) IUMS. “Chairman: Sheikh Dr. Yusuf Al-Qaradawi”, und anders als Erbakan, el-Zayat oder Ramadan ist Wolfgang Borgfeldt der IUMS bekannt

http://www.iumsonline.net/index.php?searchword=Borgfeldt&ordering=&searchphrase=all&Itemid=1&option=com_search

Sahab Salafi Network. Wolfgang Borgfeldt bei sahab.net (2002)

http://www.sahab.net/forums/showthread.php?p=619342

(22) Was Islam bedeutet, stellt Borgfeldt klar: „Muslim sein (werden) bedeutet auch, Gott als einzige Quelle aller Gesetze anzuerkennen. Auch die von 90 Prozent der Bevölkerung gewählte Regierung hat nie das Recht, auch nicht mit absoluter oder Zweidrittelmehrheit, etwas zu verbieten, was Gott erlaubt hat, beziehungsweise etwas zu erlauben, was Gott verboten hat. Jeder Herrscher, jede Regierung, jeder Einzelne ist immer nur ausführende Gewalt, denn Gesetze zu geben steht allein Gott zu.“

http://www.taz.de/1/leben/alltag/artikel/1/jugendliche-werden-indoktriniert/?src=SE&cHash=a3a51ffc2f

(23) Muṭawwiʿūn, Islamische Religionspolizisten

http://de.wikipedia.org/wiki/Islamische_Religionspolizei

(24) Boko Haram („Western education prohibited“). Am 06.07.2009, bei: BBC, »Dozens killed in Nigeria clashes«

http://news.bbc.co.uk/2/hi/africa/8169359.stm

Boko Haram („Westliche Bildung ist Sünde“), am 02.08.2009 in: Die Presse (Wien), »Nigeria: Über 600 Tote bei Kämpfen mit Islamisten«

http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/499867/index.do

(25) Aligarh Movement. Mit der britischen Kolonialmacht auskommen, Urdu neben Englisch als gleichberechtigte Sprache etablieren. Den Islam vor der [respektlos analysierenden] Übergriffigkeit der Orientalisten bewahren und beweisen, dass er von Anfang an die wahre Religion ist – To protect Islam against the onslaught of Orientalists and to prove that it was the one true religion.

http://en.wikipedia.org/wiki/Aligarh_Movement

(26) Sir Syed Ahmed Khan (1817 – 1898), Stifter der heutigen Aligarh Muslim University (Uttar Pradesh, India)

http://en.wikipedia.org/wiki/Syed_Ahmed_Khan

Aligarh Muslim University (AMU)

http://www.amu.ac.in/aboutamu.htm

Auf »TwoCircles.net – Indian Muslim News« macht sich Maulana Waris Mazhari Gedanken über Ayatollah Khomeini, social change, schariakonforme Spiritualität im Hier und Heute und Maulana Maududi: »Social Transformation in Islam: Reform or Revolution?«

http://twocircles.net/2010apr21/social_transformation_islam_reform_or_revolution.html

(27) 1995 bestand für den Genfer Supermoslem ein Einreiseverbot nach Frankreich. Jean Ziegler, Bewunderer von Che Guevara und Fidel Castro und Kämpfer für die globale Reisefreiheit von Tariq Ramadan legt sich ins Zeug für die antiimperialistische Sache: „Wie gedenkt sich der Bundesrat bei der französischen Regierung raschestmöglich für die unverzügliche Aufhebung dieser willkürlichen Massnahme gegen Tariq Ramadan einzusetzen?“

http://www.parlament.ch/D/Suche/Seiten/geschaefte.aspx?gesch_id=19953565/

(28) März 2008, Jean Ziegler im UN-Menschenrechtsrat

http://www.tagesschau.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2008/03/26/Schweiz/Jean-Ziegler-beraet-Menschenrechtsrat

(29) OIC. Mitgliedsstaaten

http://www.oic-oci.org/member_states.asp

(30) OIC. Ekmeleddin Ihsanoglu

http://www.oic-oci.org/page_detail.asp?p_id=58

(31) Die Hurma. Innerhalb der Grenzen der ḥurma definiert Allahgott den Aufenthaltsort abgehackter Hände und Köpfe. Birgit Krawietz 1990, Promotion im Fach Islamwissenschaft an der Universität Freiburg i. Br. mit einer Arbeit zum Thema „Die Hurma: Schariatrechtlicher Schutz vor Eingriffen in die körperliche Unversehrtheit nach arabischen Fatwas des 20. Jahrhunderts” (erschienen Berlin 1991).

http://www.birgit-krawietz.de/publika.html

Islamische „Körpergestaltung“ (Krawietz) durch Peitschenhieb, Säbelklinge, Galgenschlinge oder indonesisches FGM-Skalpell.

»’Macht die Scharia dick?‘ Hinter der ziemlich provokanten Frage, die Birgit Krawietz in einem noch unveröffentlichten Aufsatz über Sport in der islamischen Welt stellt, verbirgt sich eine breite Forschungsarbeit. Die Wissenschaftlerin geht den unterschiedlichen Aspekten von Sport und Körpergestaltung in der islamischen Welt nach.«

http://www.fu-berlin.de/campusleben/vorgestellt/2009/090722_krawietz/index.html

(32) Alles Hurma oder was? Allahs Begriff von der körperlichen Unversehrtheit (al-ḥurma) umfasst die in der Ehe vergewaltigte Braut, die ehelich vergewaltigte neunjährige Braut, das schafiitisch genitalverstümmelte indonesische Mädchen und die Morde im Teheraner Evin-Gefängnis.

Zur Hurma. Assia Maria Harwazinski, in: Deutsches Ärzteblatt: »Fasten im Islam: Gebot körperlicher Unversehrtheit« Dtsch Arztebl 2002; 99(48): A-3242 / B-2733 / C-2545

http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=34642

(33) Frau Sawsan Salim, die ohne männlichen Beschützer unterwegs war, erwarten eineinhalb Jahre Gefängnis und 300 Peitschenhiebe. Der älteren Dame Khamisa Sawadi, welcher Männer, die nicht der Familie angehören, Brot brachten, bekommt 40 Peitschenhiebe

http://www.msmagazine.com/news/uswirestory.asp?ID=12251

(34) Genf 2002, Hani Ramadan will die Steinigung der Ehebrecherin. Bei swissinfo.ch titelt man: »Hani Ramadan stolpert über das Genfer Schulgesetz«

http://www.swissinfo.ch/ger/Hani_Ramadan_stolpert_ueber_das_Genfer_Schulgesetz.html?cid=3082770

(35) Hani Ramadan gewinnt gegen den kantonalen Arbeitgeber bekommt sein Lehrergehalt nachgezahlt. The Global Muslim Brotherhood Daily Report (GMBDR), January 18, 2008

http://globalmbreport.org/?p=512

Global Jihad, thank you very much, nennt uns die Folgedaten der Affäre Hani:

04.04.2003, Schweizer Gericht annulliert den Rauswurf. 15.04.2004, Verwaltungsgericht ordnet die Wiedereinsetzung des Französischlehrers an. Der Kanton Genf lehnt ab, bietet Hani Ramadan aber eine Tätigkeit an, bei der er nicht mit Kindern in Kontakt kommen kann, was wiederum Herr Ramadan ablehnt. Mai 2005, erneute gerichtliche Anweisung an die kantonalen Behörden, den Sekundarlehrer im Schuldienst arbeiten zu lassen. Genf lehnt ab, doch erklärt sich bereit, zwei Jahresgehälter zu bezahlen. 16.01.2008, Hani Ramadan verzichtet im Austausch der beiden Jahresgehälter darauf, seine Wiedereinstellung zu betreiben.

http://globaljihad.net/view_page.asp?id=1749

(36) Islamic Sharia Court

http://www.islamic-sharia.org/

(37) Billigt die Katholische Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz in Nordrhein-Westfalen das Gedankengut und Lebensführungsmodell der Muslimbruderschaft und der FEMYSO? Im Projekt DIALOGBEREIT (um Georg Bienemann) kooperiert man mit der Muslimischen Jugend in Deutschland (MJD), die ihr Ansinnen bei DIALOGBEREIT darstellen darf: „Häufig werden muslimische Jugendliche Vorurteilen ausgesetzt, mit denen es schwierig ist, zu leben. Hier möchte die MJD helfen, damit Jugendliche das notwendige Selbstvertrauen entwickeln und den Islam als eine herausragende Möglichkeit der Lebensgestaltung und Lebensbewältigung entdecken können.“

http://www.dialogbereit.de/wirsind.html

(38) Alboğa, Bienemann, Höbsch: »Christen und Muslime Tür an Tür: Basiswissen kompakt«

http://www.amazon.de/Christen-Muslime-T%C3%BCr-Basiswissen-kompakt/dp/3769816617

(39) Ohne Erfolg versucht Werner Höbsch, Hans-Peter Raddatz zu widerlegen

http://www.die-neue-ordnung.de/Nr62005/WH.html

(40) Christian Wallner (* 30.03.1948, † 09.03.2010)

http://www.salzburger-fenster.at/dbgfx/artikel/2210_6_wallner_christian.jpg

(41) Ahmadiyya. Der Treueeid auf den Khalifat ul-Massih

http://de.wikipedia.org/wiki/Khalifat_ul-Massih

(42) Sezession

http://de.wikipedia.org/wiki/Sezession

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2 Antworten to “165. Sultan Tariq”

  1. Ghareeb Tool Says:

    Wir brauchen muslimische Lehrerinnen

    Unter dem Kopftuch verbirgt sich ein neues Selbstbewusstsein /
    Aus einem Bildungszentrum im Odenwald

    Laengst ist der Islam zur zweitgroessten Religion in Deutschland geworden. Langsam entwickelt sich auch eine Art deutscher Islam: weg von den arabischen Traditionen und hin zu einem Glauben, der sich mit dem Leben hier vereinbaren laesst, im Haus des Islam, einem Bildungszentrum im Odenwald, wird dieser – in einer besonders strengen Form – gelehrt und praktiziert.

    In dem grossen verwunschenen Garten hinter der Mauer am Ende der Strasse spielen Kinder. Nur ein kleines Schild deutet daraufhin, dass es sich bei dem grossen, grau verputzten Haus mit spitzem Giebel um das „Haus des Islam“ handelt. Sie ist am aeussersten Rand der 7000 Einwohner Gemeinde Luetzelbach im Odenwald gelegen. Seit 15 Jahren finden hier regelmaessig Seminare zu islamischen Themen, Jugendfreizeiten und Zeltlager statt. An islamischen Feiertagen und besonders zum jaehrlichen Treffen deutschsprachiger Muslime kommen Tausende aus der ganzen Bundesrepublik angereist.

    Gruender und Leiter des Hauses ist Mohammed Siddiq. Mit seinem langen Bart und dem karierten Wickelrock erinnert der 54jaehrige an einen nahoestlichen Patriarchen. Frueher hiess er Wolfgang Borgfeldt, bis er als Sechzehnjaehriger zum Islam konvertierte und mit der Religion auch seinen Namen aenderte. Er hat seine Geschichte schon oft erzaehlt: von seiner Kindheit im Nachkriegsberlin, der Vater starb im Krieg, die Mutter kurz darauf an einer Krankheit, auch von Zurueckgezogenheit und von der immer draengenderen Sinnfrage.

    Anfang der sechziger Jahre stiess Mohammed Siddiq zu einer Gruppe arabischer Studenten, sprach schliesslich dreimal das Glaubensbekenntnis und wurde Muslim. Er studierte im Sudan und in Saudi Arabien und wurde Religionsgelehrter. Zurueck in Deutschland, arbeitete er in islamischen Zentren mit. „Als Deutscher wurde ich dort zwar respektvoll behandelt, alle wichtigen Fragen machten die arabischen Brueder allerdings unter sich aus.“

    Siddiq begann, die deutschen Muslime zu organisieren. Erst wandte er sich mit seinen Seminaren an die Konvertiten. Sie waren damals eine kleine Gruppe. Inzwischen gibt es schaetzungsweise 30000 Deutsche, die zum Islam konvertiert sind. Bald wurde der Kreis um Siddiq erweitert: Immer mehr gebuertige Muslime kamen hinzu.

    Von den 2,7 Millionen Muslimen in Deutschland sind knapp die Haelfte deutsche Staatsbuerger und leben dauerhaft hier. Ein Grund fuer viele, ihre Religion zu ueberdenken, ist mit der Frage verbunden, wie der Islam zum Leben in einer europaeischen, christlich gepraegten Gesellschaft passt?

    Nicht nur im Haus des Islam wird ueber diese Frage diskutiert. Mohammed Siddiqs strenge Auffassung vom Islam ist unter Muslimen in Deutschland umstritten. Doch von hier gehen wichtige Impulse fuer die Diskussion aus. „Wir wollen keinen Larifari-Islam, sondern sind bewusste Muslime. Wir fasten, beten und geben unser Geld nicht auf Banken, wo wir Zinsen bekommen, denn Zinsen sind uns verboten“, sagt Siddiq. Die Vorstellung eines „Kulturislam“, die besonders von arabischen Intellektuellen vertreten wird, lehnt er ab. Das Bekenntnis zum Islam sei mehr als das Zugehoerigkeitsgefuehl zur orientalischen Kultur, kombiniert mit einer persoenlichen Glaeubigkeit „Alle Bereiche des Lebens werden vom Islam geregelt.“

    Im Haus des Islam geht es zunaechst um die Vermittlung von Wissen, beispielsweise ueber das islamische Recht oder Prinzipien des Glaubens. Was dort gelehrt wird, ist meist nicht nur fuer die Konvertiten, sondern auch fuer die gebuertigen Muslime neu. „Wir haben viele Traditionen von zu Hause mitbekommen, die mit dem Islam nichts zu tun haben. Von denen muessen wir uns trennen“, sagt eine der Frauen, die regelmaessig zu den Seminaren kommt. „Maedchen duerfen beispielsweise nicht gezwungen werden zu heiraten. Vaeter berufen sich dabei haeufig auf die Religion. Diese Sitte widerspricht aber dem Islam“, erklaert sie. „Der Glaube ist zwar universell, aber in den letzten Jahren ist eine Art deutscher Islam entstanden. Mit deutscher Gruendlichkeit werden Traditionen aussortiert.“

    Das Haus des Islam ist so eingerichtet, dass sich Maenner und Frauen nicht begegnen. Wenn sich doch einmal die Wege kreuzen, schlagen sie die Blicke nieder. Bei Seminaren wird eine Spanische Wand in der Mitte des Tagungsraumes aufgestellt, um Blickkontakt zu verhindern. Maenner und Frauen geben sich auch nicht die Hand. Was hier als reiner Islam verstanden wird, halten andere Muslime wiederum fuer Tradition.

    Siddiq sieht jedoch keine wirklichen Konflikte zwischen seiner Lebensweise und der seiner Umwelt. „Es gibt inzwischen fuer fast alles eine Loesung. Beispielsweise haben wir Spezialkonten bei der Bank, wo wir keine Zinsen bekommen und dafuer keine Gebuehren zahlen“, erklaert er.

    Luetzelbach ist ein ganz normales Dorf: Einfamilienhaeuser mit gepflegten Vorgaerten, Sporthalle, Kirche, Einkaufszentrum. An die Muslime und an das Haus des Islam hat man sich gewoehnt. „Anfangs hatten wir grosse Bedenken, dass wir jetzt auch ein Minarett im Dorf bekommen, aber eigentlich kriegen wir kaum etwas von den Muslimen mit“, sagt Werner Old. Buergermeister von Luetzelbach.

    „Nur manchmal kochen die Emotionen hoch“, erzaehlt Pfarrer Klaas Hansen. „Als wir fuer eine der grossen Veranstaltungen des Haus des Islam das evangelische Gemeindehaus als Schlafplatz zur Verfuegung stellten, gab es Protest von unseren Gemeindemitgliedern.“ Sonst gebe es nur wenige Ueberschneidungspunkte. „Wir leben eher nebeneinander als miteinander“.

    Seit seiner Studienzeit steht Mohammed Siddig der Muslimbruderschaft nahe. Diese – in Aegypten verbotene – Organisation unterhaelt mehrere Zentren in Deutschland. Im Verfassungsschutzbericht wird sie zwar genannt, jedoch als nicht militant eingestuft.

    Anders werden radikale Ableger wie „Al Jihad“ und „GIA“ eingeschaetzt. „Mit denen habe ich nichts am Hut“, sagt Siddiq. Er finanziert seine Arbeit zum grossen Teil aus Spenden, „Freunde am Golf geben mir ab und zu etwas.“ Fuer die Ausbreitung des Islam in Europa spendet man im arabischen Ausland gerne. So gibt es einen speziellen Fonds, um Neu-Muslimen die Pilgerfahrt nach Mekka zu ermoeglichen: 750 Mark, alles inklusive.

    Als das Haus des Islam vor 15 Jahren gegruendet wurde, war es eines der ganz wenigen Orte, an denen Informationen ueber den Islam auf Deutsch verbreitet wurden. Inzwischen gibt es in vielen Staedten deutschsprachige Gemeinden. Siddiq ist stolz darauf. Schliesslich sehen viele ihn als Patenonkel dieser neuen Gemeinschaft.

    Seine Frau Azisa stellt Thermoskannen mit Tee und Kaffee auf die Tische im Aufenthaltsraum der Frauen. Ein merkwuerdiges Strahlen geht von den Frauen aus. Eifrig und sehr ruecksichtsvoll im Umgang miteinander. Es herrscht eine beinahe euphorische Stimmung. Fast jede von ihnen hat eine Kopftuchgeschichte zu erzaehlen: Wie sie an der Uni ignoriert wurde oder wie sie den Job als Krankenschwester nicht bekam, weil sie das Kopftuch nicht ablegen wollte.

    Gebetsraeume an Unis und Islamischer Religionsunterricht sind weitere Themen, fuer die sie sich engagieren. Sie schreiben Leserbriefe, melden sich bei Diskussionsveranstaltungen zu Wort und organisieren die „Islamwoche“, die jaehrlich in einer anderen Stadt stattfindet. „Viele unterschaetzen uns. Sie vergessen einfach, dass unter dem Kopftuch auch ein Gehirn steckt“, sagt eine der juengeren Frauen. Sie ermuntern sich gegenseitig, das Abitur zu machen und anschliessend zu studieren. Die aelteren Frauen raten den juengeren zu erzieherischen Berufen: „Denkt an die Gemeinschaft! Wir brauchen muslimische Lehrerinnen“.

    „Es gibt eine neue Generation von religioesen jungen Frauen, vor allem der zweiten Migrantengeneration, die sehr energisch ihren Platz in dieser Gesellschaft einfordert, hat die Religionswissenschaftlerin Ursula Spuler-Stegemann beobachtet. „Da sich der Konflikt mit der Gesellschaft haeufig am Kopftuch festmacht, sind die Frauen besonders aktiv.“

    Quelle: Der Tagesspiegel, 22. Januar 1999, Seite 32.

    http://www.chrislages.de/hdi1999.htm

  2. Cees van der Duin Says:

    Islam needs reformers, not moderates

    Ali A. Rizvi

    Warum der Islam doch etwas mit Terrorismus zu tun hat

    Huffington Post, 17.11.2015


    […] Was sollen Nicht-Muslime denken, wenn selbst moderate Muslime wie Ihr genau die Worte und das Buch verteidigen, das diese Fundamentalisten genauso mühelos zitieren, um eine Rechtfertigung für Ihre Morde zu präsentieren – perfekt und unfehlbar? […]

    Wir stehen hier vor einem offensichtlichen Dilemma. Die Überzeugung, dass der Koran das Wort Gottes ist, das nicht infrage gestellt werden darf, ist ein Grundsatz des islamischen Glaubens.

    Muslime weltweit, fundamentalistisch oder fortschrittlich, halten sich daran. Viele von Euch sind der Meinung, dass es einem Abschwören des Glaubens gleichkommt, diesen Grundsatz zu lockern. […]

    Ich höre diese Diskussionen über eine Reform des Islam schon mein ganzes Leben lang. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass der erste Schritt aller grundlegenden Reformen ein Überdenken des Konzepts der schriftlichen Irrtumslosigkeit ist. […]

    In den meisten muslimischen Haushalten wird der Koran auf dem höchstmöglichen Platz platziert. Bei uns war es auf dem obersten Bord eines Bücherregals. Er kann nicht berührt werden, es sei denn, es wird zunächst eine Reinigungszeremonie durchgeführt. Er darf nicht von Frauen gelesen oder rezitiert werden, die grade ihre Menstruation haben. […]

    Es gab viele Dinge im Koran, von denen wir nicht wussten, dass sie so dort standen. Genau wie Aslan dachten auch wir fälschlicherweise, dass harte Strafen in Saudi-Arabien wie Köpfen oder das Amputieren von Gliedmaßen etwas Kulturelles und nichts Religiöses seien.

    Später lernten wir, dass der Koran tatsächlich das Köpfen als Strafe vorsieht, und in Sure 5, Vers 38 ist deutlich zu lesen, dass Dieben, ganz gleich ob Mann oder Frau, die Hand amputiert werden solle.

    Es gibt aber auch eine ganze Reihe anderer Dinge, von denen angenommen wird, dass sie im Koran zu finden sind. Dem ist jedoch nicht so. Ein berühmtes Beispiel ist der Hijab oder die Burka. Weder das eine noch das andere wird im Koran erwähnt. Auch ist an keiner Stelle von der Steinigung als Strafe zu lesen. Dieses wird im Hadith (der Sunna, der Überlieferungen der Handlungen und Aussprüche des Propheten) und sogar im Alten Testament erwähnt, aber nicht im Koran.

    Weder männliche noch weibliche Beschneidung finden im Koran Erwähnung. Wieder jedoch kann beides im Hadith nachgelesen werden. Als Aslan das Thema weibliche Beschneidung diskutierte, vermied er es zu erwähnen, dass von den vier sunnitischen Rechtsschulen die Schafi’i Schule die weibliche Beschneidung vorschreibt und die anderen drei Schulen es empfehlen.

    Aus diesem Grund beträgt die Häufigkeit von weiblicher Beschneidung in Indonesien, dem Land mit der größten muslimischen Bevölkerung weltweit und dem Land, die meisten davon Schafi’i, und das Land, in dem laut Aslan Frauen den Männern zu 100% gleichgestellt sind, mindestens 86%. Mehr als 90% der Familien unterstützen diese Praxis.

    In dem Land mit der größten arabischen muslimischen Bevölkerung, Ägypten, beträgt die Rate der weiblichen Beschneidungen über 90%. Also ja, sowohl männliche als auch weibliche Beschneidung ist älter als der Islam, aber es ist falsch zu sagen, dass keine Verbindung zu der Religion besteht. […]

    Wenn ihr denkt es sei rassistisch, den Islam zu kritisieren, dann sagt ihr im gleichen Atemzug, dass der gesamte Islam eine einzige Rasse sei. […]

    Der Islam braucht in der Tat Reformer, keine moderaten Muslime. Und Wörter wie „Reform“ passen einfach nicht so gut zu Wörtern wie „Unfehlbarkeit“. Der Zweck der Reformen ist es, Dinge zu verändern, das System zu reparieren und ihm eine neue Richtung zu geben. Und um etwas zu reparieren, muss man sich eingestehen, dass es kaputt ist, und nicht einfach nur kaputt scheint. […]

    Sie waren radikal. Rebellen. Reformer. So wird der Wandel vorangetrieben. Alle Revolutionen waren einmal Rebellionen. Der Islam selbst ist so entstanden. Offen problematische Ideen aufzugreifen ist nicht bigott. Es ist keine Blasphemie. […]

    http://www.huffingtonpost.de/ali-a-rizvi/warum-islam-doch-etwas-mit-terrorismus-zu-tun_b_8579988.html


    An Open Letter to Moderate Muslims

    In most Muslim households, the Quran is physically placed at the highest place possible. In our house, it was at the top of a tall bookshelf. It cannot be physically touched unless an act of ablution/purification (wudhu) is first performed. It cannot be recited or touched by menstruating women. […]

    Neither male nor female circumcision (M/FGM) are found in the Quran. Again, however, both are mentioned in the hadith. When Aslan discussed FGM, he neglected to mention that of the four Sunni schools of jurisprudence, the Shafi’i school makes FGM mandatory based on these hadith, and the other three schools recommend it. This is why Indonesia, the largest Muslim country in the world, mostly Shafi’i, where Aslan said women were „absolutely 100% equal“ to men, has an FGM prevalence of at least 86%, with over 90% of families supporting the practice. And the world’s largest Arab Muslim country, Egypt, has an FGM prevalence of over 90%. So yes, both male and female genital cutting pre-date Islam. But it is inaccurate to say that they have no connection whatever to the religion.

    http://www.huffingtonpost.com/ali-a-rizvi/an-open-letter-to-moderat_b_5930764.html


    Ali A. Rizvi

    http://www.huffingtonpost.de/ali-a-rizvi/


    Auch auf Twitter

    Pakistani-Canadian Writer. Musician. Physician. Working on my first book, The Atheist Muslim (2016).

    Ali A. Rizvi

    https://twitter.com/aliamjadrizvi

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