028. Der Ehrenmord von Mönchengladbach

028

Islamische Männer- und Frauenrollen.

Mord aus gekränkter Ehre? März 2007

Rukiye und Derya

Leben am Niederrhein

Ganz ungern besprochen:

ein rheinischer Doppelmord

Von Jacques Auvergne

Mehrere Fälle von islamisch-patriarchalischem so genanntem ’Ehrenmord’ sind uns wohl allen gut im Gedächtnis geblieben, vor allen Dingen der ’Ehrenmord’ an der kurdischen Berlinerin Hatun Sürücü, zu dem Ümmühan Karagözlü vom Netzwerk Schariagegner in den nächsten Tagen noch ein paar Zeilen schreiben wird. Doch ist über einen Ehrenmord bislang nicht so viel zu erfahren gewesen, nämlich über den Mönchengladbacher Doppelmord vom 09. März 2007. An diesem Tag erschoss Erol Peşter seine seit vier Jahren um Trennung bemühte Ex‑Ehefrau Rukiye und die gemeinsame Tochter Derya vor den Augen der zwei anderen gemeinsamen Kinder.

Die Behörden, Beratungsstellen, Verbände, Kirchen und Parteien der Stadt und der Region bemühten sich um Stillschweigen. Die Schaufensterveranstaltung Integration indes wird eifrig gepflegt

Mönchengladbach‑Rheydt 2007, Ortsteil Bonnenbroich, Frankenstraße 8. Die vergessene westdeutsche Großstadt ist durch demographischen Wandel, den katastrophalen Niedergang der Textilindustrie und eine unverstandene Zuwanderung gekennzeichnet.

Die Gruppe armseliger Mietskasernen in der Merowingerstraße, Salierstraße und Frankenstraße wird im Volksmund auch Papageienviertel genannt, doch weiß längst niemand mehr, ob es den papageienbunten Balkonverkleidungen liegt oder an der ethnisch bunt gemischten Zusammensetzung der Bewohner. Russlanddeutsche, Somalier, Kurden, Senegalesen und ärmliche Ureinwohner leben in ihren untereinander ebenso scharf abgegrenzten Milieus wie auch der gesamte Komplex in Richtung der alten aussterbenden Dorfkerne von Bonnenbroich‑Geneicken oder gar zum mittelständischen, reichen Viertel Hardterbroich‑Volksgarten bei aller räumlichen Nähe sozial abgekoppelt ist.

Eineinhalb Kilometer nur, doch vermutlich geht monatelang kein Mensch jemals den Weg von Volksgarten zum Papageienviertel.

In diesen Tagen im November 2007 lief in der Großstadt Mönchengladbach der Prozess gegen den Ehrenmörder Erol Peşter an und einige Zeitungen berichteten kurz, im Wesentlichen aber soll der Ehrenmord sogar im Mönchengladbach‑Rheydt des Jahres 2007 selbst unbemerkt geblieben sein, so gut sind die Alteingesessenen ganz offensichtlich in der hohen Kunst des Wegsehens und Schweigens eingeübt.

Erol Peşter wurde zwangsverheiratet, seine Frau Rukiye freilich ebenso. Man musste also zusammenleben, so, wie es die türkischstämmige muslimische Großfamilie so arrangiert hatte, zumal, wie in Zwangsheiratskreisen üblich, viel Geld geflossen sein wird. Erol Peşter indes misshandelte und vergewaltigte seine Frau ebenso wie seine Cousine über viele Jahre hinweg.

Für den 09. März 2007, war die Gerichtsverhandlung zum Sorgerecht für die drei Kinder anberaumt. Einen Tag also nach dem Weltfrauentag. Der als Misshandler und Vergewaltiger polizeilich gesuchte und in die benachbarten Niederlande geflüchtete Erol Peşter betrat seelenruhig und zum Schrecken von der Ex‑Ehefrau und ihrer Anwältin Gülsen Celebi den Gerichtssaal. Zwei Stunden später und drei Kilometer entfernt erschoss er Frau und Tochter, richtete beide kaltblütig und sorgsam geplant hin. Zwei Stunden oder 3.000 Jahre, drei Kilometer oder 3.000? In Nordrhein‑Westfalens Einwandererghettos herrscht eine andere Zeitrechnung, doch das hat die Mönchengladbacher Justiz im März 2007 übersehen.

November 2007. In Handschellen wird der glatzköpfig rasierte Erol Peşter in den Saal des polizeilich gesicherten Landgerichts geführt. Alle Besucher mussten durch zwei Ausweiskontrollen. Die Schwester der ermordeten Rukiye stellt sich diesen Minuten mit Entschiedenheit und Zivilcourage, sie, schwarzer Hosenanzug und hochgesteckte blonde Haare, nimmt die verspiegelte Brille ab und zeigt dem Mörder ihrer Schwester mutig ihr Gesicht. Zeigt damit also auch ihrem Schwager ihr Gesicht.

Der Schwager als der Mörder, der ehrenmordende Schwager. In der Türkei, in der nahezu täglich ein Ehrenmorde geschieht, nun wirklich nichts Ungewöhnliches. Für Westeuropäer jedoch etwas irritierend.

Offenes Haar, solch eine Frau hat womöglich ein eigenes Bankkonto und eine selbst bestimmte Sexualität. Schwarzer Hosenanzug, so könnte eine Karrierefrau gekleidet sein, die einer Arbeit nachgehen darf oder gar beruflich erfolgreicher ist als mancher Mann. Die anderen Frauen im Publikum indes tragen fromme lange Mäntel und fromme strenge Kopftücher. Der Islam spielt für sie also eine Rolle. Mantel und Kopftuch, womöglich sind diese Frauen traditionellen oder islamistischen Milieus zugehörig, die auf eine Berufstätigkeit oder sexuelle Selbstbestimmung ihrer Töchter und Frauen keinen großen Wert legen.

Und Erol Peşter gehörte wohl solch einem Milieu ebenso an wie er es zu verewigen trachtete, jedenfalls erschoss er seine trennungswillige Frau in den Stunden nach der Sorgerechts‑Verhandlung des Familiengerichts, das zu betreten der polizeilich Gesuchte die Dreistheit hatte. Dann fuhr Erol Peşter zu dem ärmlichen Mönchengladbacher Mietshaus, der Wohnung seiner Ex‑Frau und wartete auf ihr Erscheinen.

In den letzten fünfzehn Monaten hat er oftmals an dieser Stelle auf sie gelauert, um sie einzuschüchtern. Das war Polizei und Jugendamt bekannt. Viele Nächte des Jahres 2006 verbrachte der Ex‑Ehemann im Auto vor dem Haus. Er konnte sich wohl mit dem auch mit der Scharia kaum in Übereinstimmung zu bringenden Trennungswunsch Rukiyes nicht abfinden, er fürchtete soziale Ächtung in seinem ebenso traditionalistischen wie fundamentalistischen Milieu. Oder mag im Vordergrund gestanden haben, dass er die Frau als Eigentum betrachtet? Es mag auch sein, dass Peşter sein Tun koranisch legitimiert hätte. Peşter schweigt dazu. Vielleicht hält er das deutsche Gericht für wenig zuständig. Die türkische Wagenburg Familie ist nicht säkular, nicht zu verstaatlichen. Das Gefängnis Familie ist Ehrensache.

Peşter schweigt zur Demokratie. Haben wir Demokraten ihm überhaupt erklärt, wie er hier in Deutschland leben kann, leben soll?

März 2007. Der Mann wartet vor dem Haus, die Pistole unter der Jacke. Und richtig, da kam sie, seine Ex‑Ehefrau. Sein Besitz. Die Verhinderin seiner wiederherzustellenden muslimisch‑machistischen Ehre.

November 2007. Der 39jährige Erol Peşter blickt nur selten zu seinen Verwandten hinüber. Er ist des zweifachen Mordes und des versuchten Mordes angeklagt.

März 2007. Denn Erol Peşter hätte seinen damals zwölfjährigen Sohn Orkan ebenfalls erfolgreich getötet, wäre der Junge nicht in Todesfurcht und im Zickzack hinter geparkte Autos springend vor seinem Vater geflohen, weshalb der Schuss Orkan nicht traf. Peşter also schoss zuerst auf seine 38jährige Ex‑Frau Rukiye und soll, wie Augenzeugen berichten, einen Fuß auf die am Boden Liegende gesetzt haben und Rukiye noch zwei Mal in den Kopf geschossen haben. Mit einem Mobiltelephon versuchte die achtzehnjährige Tochter Derya die Polizei anzurufen. Die Ziffern 1, 1 und 0 konnte Derya noch tippen. 110, das wäre die deutsche Polizei gewesen. Da aber schoss der 39jährige dann auch auf seine Tochter, die allerdings noch ein paar Minuten lebte. Der neunjährigen Tochter gelang es, sich im Hausflur zu verstecken. Peşter flüchtete vom Tatort und Polizei und Notarzt kamen rasch, jedoch starb die achtzehnjährige Derya im Rettungshubschrauber auf dem Weg in die Notaufnahme. Eine Stunde nach der Tat stellte sich Peşter in 15 km Entfernung bei der Polzei der Stadt Viersen.

Der Mörder Peşter selbst sagt, er habe die Tat aus Wut begangen, weil „keine Einigung erzielt worden war“, worüber auch immer, und weil er „die Kinder nicht der Frau überlassen“ wollte“, so jedenfalls konnte uns die Staatsanwaltschaft am 29.10.2007 erklären, die neben einer lebenslangen Freiheitsstrafe unter Feststellung der besonderen Schwere der Schuld eine zusätzliche Sicherungsverwahrung anstrebt.

Rechtsanwältin Gülsen Celebi nennt die Tat einen „Mord aus falsch verstandener Ehre“: Erol Peşter, so Celebi weiter: „nahm die Scheidung und den Streit ums Sorgerecht sehr persönlich und fühlte sich aufgrund seiner traditionell geprägten Moral- und Ehrvorstellungen (…) und des Verhaltens seiner Frau verletzt und gedemütigt“.

Die Auslöschung der, so ließe sich sagen, ebenso antitürkischen wie antiislamischen Familie, war sie die letzte Möglichkeit, Erol Peşters Ehrbegriff beziehungsweise Gottesbegriff zu retten?

Allah dient eben nicht der Selbstverwirklichung sinnsuchender westeuropäischer Wohlstandsgören. Allah ist der Gott des Gefängnisses Familie.

Im Jahre 2003 wollte sich Rukiye von ihrem Mann endgültig trennen, was ihr aber nicht gelang: ihr Ex‑Ehemann zwang sie mit Gewalt dazu, mit ihm zusammenzuleben. Erst fünfzehn Monate vor dem Mord konnte sie ihn vor die Türe setzen, woraufhin Erol regelmäßig im Auto vor der Haustür übernachtete, was dem ebenso elenden wie dicht bevölkerten Häuserblock unmöglich entgangen sein kann. Erol bedrohte und schlug seine Ex‑Frau, die mehrfach in ein Frauenhaus flüchten musste. Der Psychoterror wurde also vom Straßenviertel des Mönchengladbacher ’Papageienviertels’ gedeckt, aus welchen Hoffnungen oder Ängsten auch immer. Obschon ja jede Beratungsstelle und Behörde längst Bescheid wusste.

Wir Demokratinnen und Demokraten können die Demokratie halt straßenzugweise nicht durchsetzen. Da wird sich wohl etwas ändern müssen.

Rainer Pohlen und Gerd Meister, die beiden Verteidiger des ’ehrbaren Mörders’, verweisen auf den chronisch angeschlagenen seelischen Gesundheitszustand des Mandanten, der zeitweilig in psychiatrischer Behandlung gewesen sei und im Jahre 2000 einen Suizidversuch begangen habe. Dass sich Peşter über viele Wochen oder sogar wenige Monate hinweg vor dem Haus lauernd im Auto aufgehalten habe, möchten Pohlen und Meister als Indiz seelischer Überforderung oder sogar als Anzeichen einer Neurose verstanden wissen. Im Übrigen sei die Tat selbst im Affekt begangen worden. Doch einer psychologisch‑medizinischen Begutachtung in seiner Haftzeit hat sich der ’ängstliche’ Wohnungsbewacher und Todesschütze seit acht Monaten erfolgreich verweigert.

Auch ein Geständnis legte der 39jährige bislang nicht ab. Lothar Beckers, der Vorsitzender Richter, empfiehlt Peşter beides zu überdenken, gerade auch um seinen Kindern eine Aussage vor Gericht zu ersparen.

Der in den Niederlanden gemeldete Peşter war seit dem 15. Februar polizeilich gesucht worden, seit drei Wochen vor der Tat also. Warum er in den Stunden vor dem Doppelmord vom 9. März nicht festgenommen wurde, namentlich in der einstündigen Gerichtsverhandlung, das ist offensichtlich auf ein Versagen von Justiz und Polizei zurückzuführen. Die türkischen Zeitungen verhöhnten dementsprechend auch die tapsige deutsche Justiz, ohne freilich eigene Mitverantwortung zu bekennen am immer noch oder schon wieder tonangebenden Ehrenmordmilieu des kleinasiatischen Islams, sei er nun kurdisch oder türkisch, dörflich oder AKP‑nah.

In der Türkei kommen vermutlich 25 Ehrenmorde pro Monat vor, es findet also nahezu jeden Tag ein ’Ehrenmord’ irgendwo in dem 70 Millionen Bewohner zählenden riesigen Land mit seiner rasant wachsenden Bevölkerung statt. Die deutschen Touristen werden davon nicht viel mitbekommen, interessieren sich aber auch eher für Sonne, Strand und blauen Himmel an der türkischen Südküste.

Die ehtnischen Spannungen zwischen Kurden und Türken sind nicht bewältigt. Die regierende AKP benutzt die Vokabel Demokratie womöglich nur, um einen Gottesstaat auszurufen. Grund genug, so findet jedenfalls der SPD‑Politiker Günter Verheugen, die Türkei in die Europäische Union aufzunehmen. Verheugen wohnt auch nicht im Papageienviertel.

Deutschland 2007. Durchaus im Sinne des aus der Psychologie bekannten Just‑World‑Prinzips also befinden die oberflächlich empörten Politiker und Medien nun: „dieser Mord in Mönchengladbach hätte verhindert werden können“. Auch Nordrhein‑Westfalens Justizministerin Roswitha Müller‑Piepenkötter schließt sich dieser ebenso unumgänglichen wie wohlfeilen Dosis an Zerknirschtheit an.

Wir islamkritischen Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen, die wir täglich in und mit Familien aller Einwanderermilieus zu tun haben sind da zwar mindestens ebenso zweckoptimistisch, doch teilweise zu etwas mehr Mühsal bereit. Und zum Eingeständnis, schmerzlich festzustellen, dass inzwischen wohl zehntausende türkisch‑muslimische Familien in Deutschland leben, in denen die Moral des anatolischen Dorfes gilt, nicht die der demokratischen und modernen Emanzipation, in denen die Werber für Scharia und Kalifat erfolgreich sind, nicht diejenigen der säkularen Demokratie.

Es tickt eine Zeitbombe, die mit der Polarität ’hier der Eurozentriker, da der edle Wilde. Hier das kapitalistische Schuldigwerden, da der geheimnisvolle Orient’ nun wahrlich nicht zu erfolgreich bewältigen sein wird.

Doch, erfolgreich im Sinne von Milli Görüş und Muslimbruderschaft.

Europas und Deutschlands Demokratinnen und Demokraten haben auch gar nicht erst geworben. Professor Bassam Tibi wagte es, die Europäer aufzufordern, von sich selbst ebenso wie von den Einwandernden das Bekenntnis zur säkularen und demokratischen Leitkultur zu einfordern. Tibi jedoch brachte die Gutmenschen aus der Kinder- und Enkelgeneration der Achtundsechziger mit dem Begriff Leitkultur derartig aus der Fassung, dass sie ihn einfach totschwiegen.

Vielleicht haben wir uns geschämt, für die Demokratie und damit gegen den vormodernen Scharia‑Islam zu werben. Die Kolonialzeit, Hitler, allemal Grund genug für eine geheuchelte Bescheidenheit, hinter der sich wohl nicht viel Anderes als Gleichgültigkeit versteckte. Grenzen überwindend, multikulturell. Für alles offen war man längst nicht mehr ganz dicht. Da kam der eine oder andere Wolf im Schafspelz gerade recht, der uns die Möglichkeit bot, im warmen masochistischen Schlamm der europäischen Schuld zu baden. Ach, was fühlt man sich gut, wenn man fremdenfreundlich Buße tut. Und, schwuppdiwupp, durfte die Islamische Föderation an Berliner Schulen Religionsunterricht erteilen.

Es gibt kein Machtvakuum. Wir haben es der faschistischen Muslimbruderschaft bei der Erosion Europas so leicht gemacht, dass sie es bis haute kaum fassen kann. Europa franst aus. Da kommt es auf die Mitgliedschaft der Türkei auch nicht mehr an.

Jetzt reden wir uns ein, dass auch der Doppelmord von Mönchengladbach nur ein Einzelfall gewesen sei. Ob das falsch ist, können wir eigentlich nur herausfinden, wenn wir die europäische Außengrenze in das Quellgebiet von Tigris und Euphrat hinein verschieben.

Erol und Rukiye Peşter wurden von ihren beiden Großfamilien verheiratet als Rukiye 15 Jahre alt war. Im Südosten der Türkei werden immer noch zwei Drittel aller Ehen abgesprochen, der Wille eines Menschen, wen er oder sie heiraten will oder ob er oder sie überhaupt heiraten will, zählt da nicht viel. Und wir in Europa, nicht in Moskau oder Minsk, wir in Westeuropa, die wir das persönliche Glück gehabt haben, halbwegs selbstbestimmt aufzuwachsen, haben wir den Einwanderern aus dem Geltungsbereich von Shari’a und Dhimma nichts anderes zu sagen als ’Der Intelligente passt sich an’? Ein Salman Rushdie musste nach London flüchten, kein Günther Grass nach Teheran.

Allein in Berlin wurden im Namen der ’verletzten Ehre’ zwischen November 2004 und März 2005 sechs Mädchen ermordet. Viele Europäerinnen und Europäer irritiert dabei auch die Frage, ob eine derartige Grausamkeit aus dem Islam an sich resultiert, aus dessen dörflicher Rückständigkeit oder aus seiner extremistischen Variante. Die wegweisenden Antworten auf diese Frage finden zu helfen, dazu haben couragierte Frauen wie Necla Kelek, Seyran Ateş oder Serap Çileli viel beigetragen. Wahrscheinlich ist es sinnvoll, zwischen Traditionalismus, Islamismus und Islam nicht zu unterscheiden. Die Scharia hat auch niemand je in Frage gestellt, und der Hauptbestandteil der Scharia ist gerade das Ehestandsrecht. Allerdings ist es auch sinnvoll zu sagen, dass die Scharia dem Koran nicht Unrecht tut.

Ebenfalls ist es wohl richtig, dass die althergebrachte frauenverachtende Scharia mit Erol Peşters Mönchengladbacher Doppelmord ganz gut harmoniert. Traditioneller Islam heißt Frauenunterdrückung, Islamismus heißt das Selbe – und zwischen beidem bleibt derzeit leider kaum Spielraum. Jedenfalls sitzen den enigen demokratiebejahenden Muslimas und Muslimen die Hinterwäldler nicht weniger im Nacken als die Kalifatsfreunde aus dem politischen Islam.

Dass es einmal hoffnungsvolle Modernisierungen des Islams gegeben hat, beispielsweise mit der eine Demokratie theoretisch ermöglichenden konzeptionellen Trennung von Din und Daula, Religion und Staat durch den Theoretiker Abd al‑Raziq und seinen Lehrer Mohammad Abduh, die dann von der islamofaschistischen Bewegung der Muslimbruderschaft um ihren theokratischen Vordenker Sayyid Qutb überrollt wurden soll nicht vergessen sein.

Doch heute erinnere man sich an den Integrationsgipfel, zu dem die Bundesregierung am 12. Juli 2007 eingeladen hat und an die Begründung für die Absage der türkischen Islamverbände in buchstäblich letzter Minute? Diskriminierung, Diskriminierung, so schimpften die Ferngebliebenen. Der Grund: Die Bundesrepublik wollte das Nachzugsalter für Ehefrauen heraufsetzen.

Einstweilen ist die Religion der Muslime sakraler Machismus. Ob in Anatolien oder in der AKP, ob hinterwäldlerisch oder islamverbandlich organisiert: Islam ist heiliger Frauenhass. Ayaan Hirsi Ali dokumentierte das mit ihrem Film Submission, woraufhin es Regisseur Theo van Gogh leider für übertrieben hielt, sich innerhalb seiner niederländischen Heimat zu verstecken. Auf offener Straße wurde Querkopf van Gogh von einem in Holland aufgewachsenen fanatisch religiösen Marokkaner hingerichtet, sorgsam vorbereitet und mit einem koranisch inspirierten Bekennerschreiben bedacht.

Zurück nach Mönchengladbach: zwischen den Familien von Rukiye und Erol, so ist inzwischen bekannt geworden, gibt es seit Generationen immer neue Gewalttätigkeiten, gleichwohl werden immer wieder untereinander Verheiratungen beschlossen. Eine geopferte Tochter verändert die Höhe der nächsten paar Brautgelder, mehr steht nicht auf dem Spiel.

Islam sind 1,5 Milliarden Menschen. Islam kann recht Vieles sein. Doch auch die Ehe von Rukiye und Erol ist ein echtes Stück Islam. Erol der türkische Muslim ist genau so Opfer einer Zwangsverheiratung wie Rukiye, die allerdings sich aus ihrem scharia‑konformen Sklavinnendasein befreien wollte.

Für den in diesen Wochen auf seine Verurteilung wartenden Ehrenmörder Erol Peşter war es offenbar nicht attraktiv, den Weg in einen gleichberechtigten Umgang mit dem anderen Geschlecht und in eine Sexualität jenseits des Vergewaltigens zu beschreiten.

Zur Pistole jedoch konnte er greifen.

Jacques Auvergne

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7 Antworten to “028. Der Ehrenmord von Mönchengladbach”

  1. Kaczmarek, Klaus Says:

    Durch Zufall stoße ich auf diese gut gemachte Seite. Nette Berichte und Planungen, eine (attr)aktive studentische Gemeinde scheint ihr zu sein. Weiter so.

    Eigentlich müsste mich als Immigranten eine jede bikulturelle oder auch ’nur‘ binationale Ehe froh stimmen, werden doch, getragen von Zuneigung und Hoffnung, die Grenzen von … starren Kollektiven überwunden. Doch geht es hier nicht um eine katholisch-buddhistische Eheschließung oder eine um eine atheistisch-konfuzianische. Es ist zu vermuten, dass hier die – gewaltig tiefe – Kluft überbrückt werden soll, die zwischen der kulturellen Moderne und der islamischen Orthodoxie klafft, zwischen Bürgerrechten und Sunna, zwischen den universellen Menschenrechten und der Scharia.

    Es ist nicht meine Intention, diese Kluft zu vertiefen, das tun ärgerlicherweise die ‚globalisierten Fremdenfeinde‘ zu Genüge. Der Islam selbst aber ist ein ’starres Kollektiv‘, insofern gibt es da Dialogprobleme zwischen Allahkratie und Spaßkultur.

    Was also werdet ihr in Mönchengladbach für eine Zeremonie kultivieren, inwieweit bleiben Bürgerrechte wie dasjenige der Religionsfreiheit auf der Strecke? Die absoluten Gehorsam fordernde islamische Pflichtenlehre (Scharia) verbietet, dass der Mann Christ ist und bleibt und die Frau Muslima. Was also wird morgen stattfinden im quälerisch bemühten Namen der beiden jüdischen Figuren Sarah und Abraham? Klar: Eine Trauung zwischen einem muslimischen Mann und einer christlichen Frau.

    Das ist sehr einseitig, zumal die Religionszugehörigkeit für jedes künftige Kind fest steht: Muslimisch. Denn das ist die Formel: Vater Muslim, alle Kinder Muslime, die Religion der Dhimmi-Mutter stirbt mit ihr aus. Ethno-religiöser Genozid, schleichende Islamisierung eines Territoriums.

    Derartige Intoleranz (auch: Aufenthaltsbestimmungsrecht, Erbrecht, Religionswechsel…) ist in der kulturellen Moderne allerdings nicht hinzunehmen, auch nicht im Zeichen der Toleranz.

    Ich wünsche allen Betroffenen größtmöglichen Erkenntnisgewinn und möglichst wenig Leid. Eure Freiheit müsst ihr euch schon selbst rauben, die Suren und Hadithen werden sie euch nicht schenken. Seid vorsichtig und behaltet die Demokratie lieb … wie euch selbst.

    Mit besorgtem Gruß
    Klaus Kaczmarek

  2. Kaczmarek, Karl Says:

    Scharia und säkulare Moderne geht nicht, die Demokratie muss “Nein!” zur islamischen Pflichtenlehre sagen, gerade auch bezüglich von Personenstandsrecht, Imam-Ehen, Frauenkörper-Ideologisierung (awra’/aurah-Konzept, das übrigens auch Männer diskriminiert).

    Islam ist eben in erster Linie keine Spiritualität, sondern ein ordnungspolitisches Instrumentarium; Orthopraxie (permanent überwachtes “Islam-korrektes” Handeln) ersetzt persönliche Verantwortung, Gottesknechtschaft (Gehorsam den lokalen Autoritäten, Vater, Stammesführer, oberster Imam, Ayatollah usw.) sei der Ausweis frommer Gesinnung … das ist keine Religion, jedenfalls keine mit der ‘kulturellen Moderne’ verträgliche.

    Vom Hass auf die Dhimmis und Frauen und ‘Feinde Allahs’ (uns) einmal abgesehen, zudem man im Namen von Koran und Sunna weltweit aufhetzt.

    Politisch korrekt … Islam-korrekt. Diese seltsame Schnittmenge moralisch gescheiterter Alt-Achtundsechziger.

    Karl Kaczmarek

  3. Cees Says:

    Sehr geehrte Herren Kaczmarek,

    Sie beziehen sich auf eine studentische Seite Mönchengladbachs, insofern besteht ja ein bedenkenswerter Bezug zum dortigen schrecklichen ‚Mönchengladbacher Doppelmord‘ an Rukiye (38) und Derya (18), ich lasse Ihren Kommentar deswegen besonders gerne hier stehen. Sehr plausibel argumentiert, danke!!!

    Jacques Auvergne und natürlich auch die Rechtsanwältin Gülşen Çelebi haben zum Doppelmord aus Gründen der schariatisch-patriarchalischen ‚Ehre‘ sehr Sinnvolles geschrieben. Vielleicht hat der Mönchengladbacher Fall etwas mit der niederländischen Gemeinde Druten zu tun, wo Angehörige der Familie Peşter zeitweilig wohnten; in den Niederlanden, in Großbritannien und in Dänemark dürfen Gruppen wie Hizb ut-Tahrir ungehemmt werben.

    Hm, und tiefere Zusammenhänge gibt es ja nun wirklich auch zwischen dem ‚christlichen‘ Gutmenschentum entgrenzter Toleranz auf der einen, ‚urdeutschen‘ (Kelek) Seite und der eine fröhliche Urständ feiernden grausamen archaischen ‚Ethik‘, der zugewanderten Intoleranz, der islamischen Fremdenfeindlichkeit, der an Koran und Sunna orientierten auch neuzeitlich-islamistischen Logik des Tochtertauschens und Frauenbewachens andererseits.

    Inhaltlich spitze, volle Zustimmung.

    Viel Erfolg an Klaus und Karl, die Namensvettern Kaczmarek beim ‚Rechtleiten‘ der manchmal geradezu kindisch islambegeisterten katholischen und evangelischen Pfarrer und Pastoren, denen wir Schariagegner in den nächsten Monaten sehr ‚auf die Sprünge‘ helfen müssen; die säkularen Muslime und überhaupt die freiheitsliebenden Muslime werden es uns danken. Kaum zu fassen, eine multikulturelle Kirche arbeitet dem Imamat (Mustafa Cerić) oder Kalifat (Milli Görüş; Hizb ut-Tahrir, Muslimbruderschaft) zu … so hat eben jedes Zeitalter seinen kleinen zivilisatorischen Sündenfall. Wir an den universellen Menschenrechten orientierten Bürgerrechtler haben also durchaus zu tun.

    Leider, und da haben die amerikanischen ‚des Panzerfahrens erwiesenermaßen fähigen ‚Demokratisatoren‘ geschlafen, haben gepennt: Leider ist sowohl im mohnblumenreichen Afghanistan jede menschen-gemachte Verfassung ebenso ‚unter Scharia-Vorbehalt‘ gestellt worden wie dieses auch im Irak geschehen ist; alle nachfolgende Gesetze und Verordnungen können sich ‚frei‘ entfalten … solange sie der Scharia nicht widersprechen!
    http://ayaanhirsiali.web-log.nl/ayaanhirsiali/2005/07/index.html
    Das wird dann schlimmstenfalls auf Jahrzehnte NICHTS mit der Demokratie! Denn wenn erst der oberste Souverän ein gewisser Herr Allah ist, dann haben christliche oder ex-muslimische Orientalen und haben auch die muslimischen Säkularen mit vielfältiger Unterdrückung zu rechnen.
    http://wegedeslebens.info/PAKISTAN/Blasphemiegesetz.html

    „groetjes“, tot ziens
    -Cees-

  4. Jacques Auvergne Says:

    Die beiden Kaczmarek sind am Puls der Zeit.
    Ich bin ganz begeistert vor so viel Überblick
    Grüße sie höflich vom alten

    Jacques Auvergne

    PS: Der „Thomas“, der auf der dortigen Hochschulgemeinden-Homepage
    am 22. Oktober um 16.22 Uhr
    eine grausame Bezness-Geschichte beschrieb ist in der Tat ein
    Islamerfahrener, ein Islamerprobter oder vielmehr Islamgeschädigter:
    Dreist, dass sich ein ägyptischer Muslim als Christ ausgibt, um hier
    Asyl zu bekommen, und diese Lüge auch noch schändlich missbraucht,
    um eine Frau und ihre deutsche Familie auf Lange ins Unglück zu stürzen;
    was sagen uns nordafrikanische Muslime, soll so ein Tun ‚islamisch‘ sein?
    Frauen gelten wenig, Christinnen noch weniger? Jaja, alles nur Einzelfälle …

  5. Waldemar Says:

    Ich habe Herrn Pester etwa ein Jahr vor der Tat kennengelernt. Ich war zu dieser Zeit Jugendtrainer beim Rheydter Spielverein. Herr Pester kam mit seinem Sohn Orkan zu mir und bat mich, Orkan ein Probetraining zu gewähren. Nach einigen Trainingseinheiten entschied ich mich dafür, Orkan in unsere Mannschaft aufzunehmen. Ein flinker Bursche, der allerdings, nach anfänglicher Euphorie immer öfter lethargisch wirkte. Dann kam der Tag, an dem Orkan für einige Zeit gar nicht zum Training oder Spiel kam. Wie ich heute weiss, war er zu dieser Zeit mit seiner Mutter im Frauenhaus.

    Was ich damit sagen will, ist die Tatsache, das ich Erol Pester als entspannten und ruhigen Menschen kennengelernt habe. Sportlich und sehr kommunikativ. Ich verurteile seine Tat aufs schärfste und ich bin erschüttert, das ein so ruhiger Mensch so „ausrasten“ kann.

    Ich behaupte einfach mal, das unsere Integrationspolitik dort jämmerlich versagt hat. Und auch wenn ich immer gute Gespräche mit Herrn Pester hatte, so hoffe ich, das er nie wieder in Freiheit kommt.

  6. Cees Says:

    Vielen Dank, Waldemar,

    Globalisierung und ethnische ‚Ghettos‘ gibt es wohl auch in den USA, man denke an die Chinatowns, an Bronx und Harlem, oder in England an East-London.

    Dabei wird der Sport immer eine wichtige Rolle spielen für eine gelingende Integration. Und Jugendsport als Breitensport geht ohne ehrenamtliches Engagement nicht. Gewiss, manche Ehrenmorde, begangen von Männern aus extrem patriarchalischen Milieus (afghanisch: Morsal, Hamburg; kurdisch: Gülsüm, Rees) werden sich durch noch so gute Jugendarbeit im Stadtviertel nicht verhindern lassen – manche vielleicht doch, gerade für die nächsten Jahrzehnte.

    Die diversen Integrationsbeauftragten sollten sich alle paar Jahre mal bei Europas Jugendtrainern bedanken (manche taten es bereits). Staat … das sind die Bürger.

    Gruß
    Cees

  7. Machandelboom Says:

    Transparenz durch Authentizität ist pädagogisch grundlegend, doch Rapport, kalkuliertes Nachäffen bei heimlich aufrechterhaltenem Informationsvorsprung ist eine Manipulationstechnik aus dem sozialarbeiterisch unbrauchbaren NLP.

    Postmoderne sozialpädagogische Esoterik zur multikulturellen Vor- und Nachbereitung von Zwangsheirat oder Ehrenmord, man möge die familiär Schwächeren aushorchen, dann immer erstmal eine Audienz beim Stammesführer erbeten und zu nichts und niemandem eine eindeutige Bewertung abgeben:

    „Zum Anschlußsuchen gehört auch die Beachtung der Hierarchie der Familie. Die Beraterin greift etwa nicht in das Erziehungsverhalten der Eltern ein, sie wendet sich bei Fragen an den Sprecher der Familie. …

    – Wissen, daß man in den privaten Raum der Familie eindringt
    – Nicht bewerten“

    http://www.bmfsfj.de/doku/Publikationen/spfh/10-Methoden-und-arbeitsansaetze-der-sozialpaedagogischen-familienhilfe/10-4-Stationen-der-zusammenarbeit/10-4-1-das-arbeitsbuendnis,seite%3D3.html

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    Was sind Hausaufgaben? Und wer überhaupt geht noch zur Schule?

    „Bei dem Lösungsbereich „Schulschwierigkeiten“ können etwa Ziele sein: Lernmöglichkeiten zu Hause verbessern; die Kooperation mit der Lehrerin herstellen. Die Ziele wiederum sind durch verschiedene Schritte anstrebbar oder erreichbar. Beim Ziel „Lernmöglichkeiten zu Hause verbessern“ könnten Schritte etwa sein: einen Arbeitsplatz für Schularbeiten schaffen; eine Vereinbarung darüber treffen, wann die Hausaufgaben gemacht werden.“

    http://www.bmfsfj.de/doku/Publikationen/spfh/10-Methoden-und-arbeitsansaetze-der-sozialpaedagogischen-familienhilfe/10-4-Stationen-der-zusammenarbeit/10-4-3-auftraege-loesungsbereiche-und-ziele.html

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    Keine Silbe verliert das BMFSFJ zum Ziel eines Ankommens im Bereich von allgemeinen Menschenrechten bzw. deutschem Grundgesetz:

    „Virginia Satir (1996, S. 18 f) benennt aus ihrer langjährigen Arbeit mit Familien vier Aspekte des Familienlebens, die sie als bedeutungsvoll sieht:

    – ‚Die Gefühle und Vorstellungen, die ein Mensch über sich selbst hat, was ich (V. Satir) als Selbstwert bezeichne.

    – Die Art, wie Menschen sich sinnvoll miteinander verständigen, was ich als Kommunikation bezeichne.

    – Die Regeln, die Menschen darüber aufstellen, wie sie sich fühlen und wie sie handeln sollten, und die sich schließlich zu dem entwickeln, was ich als Familiensystem bezeichne.

    – Die Art, wie Menschen zu anderen Menschen und zu Institutionen außerhalb der Familie in Beziehung treten, was ich als Verbindung zur Gesellschaft bezeichne.‘

    Die Sozialpädagogische Familienhilfe schließt grundsätzlich diese Bereiche ein: die gegenseitige Beeinflussung von Individuen und Familie, die Kommunikation zwischen den Familienmitgliedern (und den Fachkräften) und die Verbindung zum Umfeld, zur Gesellschaft. SPFH kann (in diesem Sinn) als ganzheitlich gesehen werden.

    Die Entwicklung von (familien-)systemischen Theorien und daraus abgeleiteten Therapie- und Beratungsansätzen schreitet stetig voran, es gibt inzwischen zahlreiche Schulen mit unterschiedlichen Perspektiven (siehe Kapitel 9.3.4 Systemische Sichtweisen; vgl. von Schlippe/Schweitzer 1996). Welche Theorien über Familien können im Rahmen einer Sozialpädagogischen Familienhilfe nützlich sein? Eine solche Theorie sollte günstigerweise die oben von Satir genannten Aspekte einbeziehen. Wir stellen hier dementsprechend das Modell der strukturellen Familienbeschreibung von Minuchin vor. Dies begründet sich u.a. darin, daß es in der Arbeit mit Randschichtfamilien entwickelt und systematisch empirisch überprüft wurde (von Schlippe/Schweitzer 1996, S. 25). Weiterhin berücksichtigt Minuchin beide Perspektiven, die individuelle und die systemische (damit wird er bei der zunehmenden Erkenntnis, daß individuelle Unterschiede große Bedeutung in Systemen haben, geradezu wieder modern); er baut auf die Stärken von Familien und er bezieht die Beziehungen zum Umfeld/zur Gesellschaft der Familien ein.

    Die Kenntnis von grundlegenden Vorgängen und Strukturen des Familienlebens ist bei einer SPFH sicher hilfreich und notwendig. Fachkräfte sollten z.B. die Hierarchie (Machtstrukturen) in den Familien kennen, sie sollten wissen, wie Eltern in den Familien Grenzen setzen, ob sich z.B. eine Familie nach außen abschottet usw. Wie haben die Familien Veränderungen erreicht, welche wichtigen Regeln gibt es?

    Notwendig ist die Kenntnis der Familienstrukturen etwa, um nicht bei der Beratung in ‚Fettnäpfchen‘ zu treten, die zum Abbruch führen könnten, oder um sich die konstruktive Distanz zu bewahren. Hilfreich ist deren Kenntnis, da diese auch eine Grundlage sein können, um den Familien Angebote zur Unterstützung zu machen, wie z.B.: ‚Mir fällt auf, daß Sie sehr erbittert sind, wenn Ihr Sohn sich nicht an die Abmachung hält, sich an der Hausarbeit zu beteiligen. Wollen Sie mit mir darüber reden?‘ Hier geht es um ein Angebot, in der Familie Grenzen zu setzen.“

    http://www.bmfsfj.de/doku/Publikationen/spfh/10-Methoden-und-arbeitsansaetze-der-sozialpaedagogischen-familienhilfe/10-9-familienleben.html

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    Kein unmissverständliches Credo (Bekenntnis) gegen die Scharia und zur AEMR, dafür 25 Seiten Literatur. Salvador Minuchin, Robert Kegan und Silvia Staub-Bernasconi fehlen sinnvollerweise nicht, doch auf den Guru der Prinzipienlosigkeit Ulrich Beck und den schwammig bleibenden Horst-Eberhard Richter hätte man verzichten können:

    http://www.bmfsfj.de/doku/Publikationen/spfh/17-literaturliste.html

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