027. August 2007: Terror gegen Iraks Jesiden

027

Attentat am 14.08.2007

Nord‑Irak

Terror gegen

Jesiden

Von Jacques Auvergne

Die Gesamtzahl der Jesiden wird auf weltweit etwa 750.000 geschätzt. Die Jeziden leben im Irak, in Syrien, Armenien, Georgien und in der Türkei. Ihr Hauptsiedlungsgebiet ist der Nordirak, wo rund 450.000 Jesiden leben, davon 350.000 um Sindschar (Sinjar).

Jesiden sind sprachlich und ethnisch Kurden, nicht jedoch Muslime. Ihre in Weltgefühl wie Menschenliebe relativ tolerante Religion ist altorientalisch. Heilige genießen einige Anerkennung, sieben Engel sind von Bedeutung, deren wichtigster, Melek Taus (Tausî Melek), als Pfauensymbol bildlich verehrt oder jedenfalls wertgeschätzt wird. Damit verstoßen die Jesiden aus islamischer Sicht endgültig gegen den ’reinen’ Monotheismus und gelten damit noch nicht einmal als Dhimmis, schützenswerte Menschen. Unweit von Mossul, in Baadhra bei Lalisch, residiert der Mir, das weltliche und geistliche Oberhaupt der Jesiden

Vier Tankwagen, beladen mit insgesamt etwa zwei Tonnen Sprengstoff explodierten am 14. August in den jesidischen Siedlungen Khatanijah, Adnanijah und Tal Usair, rund 120 km westlich der Großstadt Mossul und unweit von der Stadt Sindschar (Sindjar) liegen. Mit diesem wohl dem Terrornetzwerk um al‑Qaida zuzurechnenden Attentat hat eine seit dem Sturz des Diktators Hussein erneut aufgeflammte Serie von Gewalttaten gegen die Jesiden einen traurigen Höhepunkt erreicht. Bei den nahezu zeitgleich durchgeführten Autobombenanschlägen durch Selbstmordattentäter sind im irakischen Nordwesten, in der Provinz Ninive, annähernd 500 Jesiden ermordet worden. Hunderte von Häusern wurden völlig zerstört.

Die Stadt Sindschar (Sinjar) und ihre Nachbargemeinden liegen unweit der syrischen Grenze und werden mehrheitlich von den ethnisch wie sprachlich als Kurden zu betrachtenden Jesiden (Yeziden, Êzîden) bewohnt. Jesiden sind in den letzten Jahren wiederholt Opfer von muslimischer terroristischer Gewalt geworden. 2007 etwa wurde eine Gruppe von 22 Jesiden, die auf dem Weg zu ihrer Arbeit in einer Textilfabrik waren, entführt und erschossen.

Die nichtislamische, zugleich kurdische Glaubensgemeinschaft der Jesiden ist seit jeher besonderen Verfolgungen ausgesetzt. Denn seit vierzehn Jahrhunderten werden zwischen Pakistan und Syrien alle nichtislamischen Menschen unterdrückt bzw. deren Großfamilien und Siedlungen angegriffen, ob die Menschen nun Hindus, Sikkhs, Baha`i, Christen, Parsen, Yarsan (Ahl‑e Haqq) oder Juden seien. Das geschieht aus der Glaubenslehre wie aus dem Selbstverständnis des Islams heraus.

Denn außerislamische beziehungsweise vorislamische Religionen gelten frommen Muslimen als Teufelswerk, deren Spuren zu vernichten islamisches Seelenheil verspricht. Deshalb konnte und kann sich al‑Quaida und ihr Umfeld durch Koran wie Islam beauftragt sehen, die afghanischen Buddha‑Statuen von Bamyan unter dem Jubelruf ’Allah`u akbar’, Gott ist groß, zu sprengen. Buddhisten sind keine ’Leute der Schrift’ und damit rechtlos, ihre Kunstwerke ’lästern Gott’.

Die Ummah dampft vor frommem Hass: der Terrorist als ihr Vertreter, als Symptomträger, er führt diese Frömmigkeit zu Ende. Genau so ein Handeln loben Koran wie Scharia als gottgefällig.

Sie ist damit so alt wie der Islam selbst, die Feindseligkeit der neueren Religion des Propheten Mohammed gegen alle älteren orientalischen Religionen wie diejenige der Jesiden oder diejenige der Parsen (Zoroastrier). Die Feindseligkeit etwa gegen die einstigen Hazara-Buddhisten, die, als Religion ausgerottet, heute ein islamisiertes mittelafghanisches Volk in der Gegend von Bamyan sind und sich, ganz anders als etwa die afghanischen Paschtunen, durch erstaunlich zentralasiatisch-mongolische Gesichtszüge auszeichnen. Der alltägliche Hass gegen die Juden, das ist orientalischer (oder, neuerdings: deutscher) Islam. Die Unterdrückung der Chaldäer und Assyrer, zweier christlicher irakischer Gemeinschaften, das ist orientalischer Islam.

Von vielen kleinen Religionsgemeinschaften werden die meisten Europäer noch nicht einmal gehört haben. Die nordirakische schiitische Volksgemeinschaft beziehungsweise Glaubensgemeinschaft der Schabbak (Shabak) etwa, sie spricht wohl weniger eine kurdische Sprache (indogermanische) denn ein Zaza‑Gorani (auch indogermanisch, aber nichtkurdisch), die Schabbak verstehen sich als Schiiten und Muslime, was ihnen das Überleben vielleicht sichert. Bei den irakischen und iranischen Yarsan, auch als Ahl-e Haqq bekannt, ist es schon fraglicher, ob sie mit ihrem Glauben an die Reinkarnation (Seelenwanderung) noch muslimische Schiiten sind oder aber bereits Nichtmuslime.

Jesiden

Die ebenfalls gerne an die Seelenwanderung glaubenden Jesiden sprechen Kurmandschi, ein Kurdisch, das der alten iranischen Sprache des Avesta, des heiligen Buches der Zoroastrier verwandt sein soll. Orientalisch, indogermanisch, kurdisch, patriarchal‑mysogyn, Erbe Babylons und Zarathustras, ziemlich monotheistisch, nicht ganz so sehr dualistisch, anderen Religionen gegenüber in Theorie und Praxis recht tolerant, so ließe sich das Jesidentum charakterisieren. Ehrenmorde und Steinigungen kommen bei den Jesiden leider ebenso vor wie bei den Muslimen dieser Region.

Irakisch Kurdistan hat eine weitere grausame ethnologische Besonderheit aufzuweisen, die es beispielsweise mit dem heutigen Ägypten teilt: FGM, Female Genitale Mutilation (weibliche Genitalverstümmelung), das heißt die Amputation mindestens der Klitoris. 60% der Frauen im kurdischen Nordirak sind genitalverstümmelt (90% der Ägypterinnen), aber kaum einer an Tigris und Nil spricht darüber, leider auch nicht an Rhein und Elbe unter den ’aufgeklärt-toleranten’ oder ’multikulturell-linken’ Europäern.

Ob auch die Jesiden Genitalverstümmelung an Frauen durchführen oder ob ’nur’ ihr kurdisch‑muslimischen nordirakischen Nachbarn ihrer Tochter das Geschlechtsorgan verstümmeln ist gegenwärtig wohl nicht bekannt. Wie auch immer, die FGM muss weltweit abgeschafft werden; erste hoffnungsvolle Projekte etwa von Terre des Femmes gibt es ja bereits.

Jesiden sind keine Muslime. Sie selbst betonen ihre vorislamischen Wurzeln, Religionswissenschaftler verneinen dieses nicht ganz und sehen das Jesidentum gerne als ein Amalgam aus christlichen, nestorianischen, islamischen, zoroastrischen und babylonischen Elementen. Den ihnen seitens des Islams entgegen gebrachten Vorwurf, kein ’Volk des Buches’ zu sein halten die Jesiden für falsch, wenn vielleicht auch nur aus der Angst heraus, für die Macht habenden Muslime noch weniger wert zu sein als die Dhimmis (Schutzbefohlenen, im allgemeinen Juden und Christen), nämlich vogelfrei, rechtlos.

Dieser angeblichen Rechtlosigkeit der Jesiden aus islamistischer und wohl auch aus islamischer Sichtweise ist in diesen Tagen mit dem Morden von einem halben Tausend Jesiden Ausruck verliehen worden.

Eine Vertreibung der Jesiden aus dem Irak soll vielleicht erreicht werden, ein Genozid an allen Nichtmuslimen des Orients ist wohl das erhoffte Ziel. Das ethnoreligiös rassereine Dar al‑Islam. Die alte religiöse Vielfalt des Orients soll endgültig zerstört werden. Sakralrassismus pur.

Gegenwärtig rechnen die kurdischen Wortführer die Jesiden gerne dem eigenen Volk zu. In der Vergangenheit jedoch war die Lage zwischen den kurdischen Jesiden und den kurdischen Muslimen oft ähnlich angespannt wie zwischen Jesiden und nichtkurdischen Muslimen. Im Frühjahr 2007 wurde die 17jährige Jesidin Dua Chalil Asuad von den Männern ihres Clans gesteinigt, die eine Liebesbeziehung mit einem Muslim hatte. Die schrecklichen Bilder, mit Mobiltelephonen bzw. Photo‑Handys aufgenommen, gingen in diesen Tagen um die Welt. Was aber werden diese Bilder bewirken? Blanke Sensationslust? Sprechen muss man über die Steinigungspraxis – um die Praxis auszurotten. Grauen als Selbstzweck jedoch arbeitet dem bronzezeitlichen Mordkartell womöglich eher zu. Die Frag nach der ’Ethik des Bildes’.

Ehrenmorde, ’tödliche Küchenunfälle’, Steinigungen, Frauengesichter mit Säure verätzen, das ist im ganzen Gebiet der Hindus, Paschtunen, Kurden und Türken nichts Außergewöhnliches. Die mehrtausendjährige orientalische Gender‑Apartheid wurde allerdings in keiner Religion so sehr kanonisiert (Scharia) wie im voraufklärerischen Islam. Und ganz klar muss man sagen, dass Juden, Assyrer (Christen), Chaldäer (auch Christen), Jesiden, Parsen und Baha`i die Opfer der Muslime sind, nicht die Täter. Muslimbruderschaft und al‑Qaida wollen weltweit das Kalifat herbeibomben, Jesiden und Baha`i nicht.

Muslime sehen es offensichtlich als Sport, dieses ihr Täter‑Sein augenzwinkernde zu vernebeln mit einem: “Die haben ja angefangen“. Die Waffe noch in der Hand, der Nichtmoslem tot auf der Erde, darf der Muslim von seinem Glauben her (Taqiyya) sagen: “Er/sie ist schuld, er/sie hat den Propheten beleidigt, er/sie hat den Koran entweiht“ – die üblichen Vorwürfe halt.

Das Machtkartell Islam war schon immer eine Struktur der Nachhaltigkeit: ’nachher’ … gab es nur noch Muslime.

Lebende Buddhas

Nachher gab es keine Nichtmuslime mehr. Nach der Herrschaft der Moguln in Indien beispielsweise gab es keine indischen Buddhisten mehr. Eine makabre Fußnote im Geschichtsbuch, wenn die Zerstörung sämtlicher buddhistischer Klöster und Heiligtümer Indiens überhaupt noch in einem Geschichtsbuch eingetragen ist. In Nordindien, im Land des historischen Buddha gab es dann keine Buddhisten mehr, bis sich 1959 ein paar tausend lamaistisch-buddhistische Flüchtlinge aus dem von China annektierten Tibet ansiedelten. Die buddhistische Religion wie Alltagspraxis unterdrückt oder ermordet Andersgläubige seit Jahrhunderten recht verlässlich niemals. Der Islam ist da etwas direkter.

35.000 bis 45.000 Jesiden, zumeist Religionsflüchtlinge aus der Türkei, leben bereits in Deutschland – ob sie ihre Heimat jemals wieder sehen können?

Die riesigen, steinernen Buddhastatuen von Bamyan, für Islamisten und auch bereits für Muslime sind sie die ’satanischen Spuren der Zeit der Unwissenheit’. Muslime dampfen vor religiösem Hass – der Attentäter wird zu ihrem Symptomträger. Iraks Jesiden als die lebenden Buddhas.

Ob wir in Deutschland ’unsere’ Jesiden vor ’unseren’ Islamisten werden schützen können? Überhaupt schützen wollen? Denn die Gefährdungslage für orientalische Nichtmuslime hat sich globalisiert, seitdem der Scharia‑Islam als die Religion des unterentwickelten Teils der Erde zur Religion der unterentwickelten europäischen Stadtteile wurde.

Das Attentat fand am 14. August statt, einen Tag vor der Feier des Tages der Unabhängigkeit Indiens.

Derzeit haben viele irakische Christen aus Bagdad, Basra und Mossul im kurdischen Nordirak Zuflucht gefunden, die vor Terrorismus und bürgerkriegsähnlichen Spannungen, vor Jizya (Zwangssteuer) und angedrohter Zwangskonversion fliehen mussten.

In Armenien leben die Jesiden ohne Schwierigkeiten, im Pass mit der ’Nationalität: jesidisch’ anerkannt.

In der angeblich so säkularen Türkei jedoch werden die Geburtsurkunden jesidisch-kurdischer Kinder bewusst falsch mit der ’Religionszugehörigkeit: islamisch’ ausgestellt. Für ein solches Tun, für die jahrzehntelangen und einem kulturellen Genozid gleich kommenden Schikanen gegen griechisch‑orthodoxe Christen sowie für die Leugnung des Völkermordes von 1915/16 an annähernd eineinhalb Millionen christlichen Armeniern möchten die bundesdeutschen Politiker von GRÜNEN und SPD die Türkei mit einer EU‑Vollmitgliedschaft belohnen.

In Kirkuk wurden am 14.08. die Leichen zweier jesidischer Männer gefunden. Man hatte sie gesteinigt.

Am 15.08. sprengte ein Selbstmordattentäter eine Brücke in Bagdad und riss zehn Menschen in den Tod; am gleichen Tag wurden der stellvertretende irakische Erdölminister Dschaber al‑Wagaa und vier seiner Mitarbeiter aus ihrem hauptstädtischen Büro durch eine unbekannte Gruppe Uniformierter entführt.

Jacques Auvergne, August 2007

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9 Antworten to “027. August 2007: Terror gegen Iraks Jesiden”

  1. Jacques Auvergne Says:

    Jesiden

    Die religiöse Vielfalt des Orients, Mandäer, Ahl-e Haqq (Yarsan),
    Jesiden, Juden, Christen, Muslime, alevitische Gemeinden,
    Ex-Muslime und Atheisten gilt es zu schützen, gewiss. Daneben
    bzw. dafür gibt es allerdings Modernisierungsbedarf.

    Das patriarchalische orientalische Menschenbild jedoch wird die
    kulturelle Moderne universeller Menschenrechte nicht verteidigen
    dürfen, da ist es beim Jesidentum, betreffend Frauenrechte
    und negative Religionsfreiheit, nicht anders als beim Scharia-
    und Fiqh-Islam. In Staaten mit Schariavorbehalt haben
    europäische Militäreinheiten nichts zu suchen.

    Universelle Menschenrechte und damit eben auch
    gleichheitsfeministische Frauenrechte sind gegen die ’so genannten
    heiligen‘ Kollektivrechte der Stämme/ethnoreligiösen Kollektive
    durchzusetzen, ohne oder mit Billigung der jeweiligen ’sich zuständig
    erklärenden‘ Geistlichkeit.

    Der säkulare Staat darf und muss das Gewaltmonopol beanspruchen,
    da stehen die Papua oder Basken nicht unter sonderrechtlichem
    Naturschutz. Die Devise muss sein: Ein Gesetz für alle!

    Jesiden in Deutschland: Mädchen auf der Flucht vor dem Clan.
    Heirat nur innerhalb des Jesidentums sowie innerhalb der Kaste
    gewünscht
    http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?id=26060059&top=SPIEGEL

    Ahl-e Haqq (Kaka’i, Yarsan)
    http://de.wikipedia.org/wiki/Ahl-e_Haqq
    http://de.wikipedia.org/wiki/Sultan_Sahak
    Siedlungsschwerpunkt nordostirakische Region Sulaimaniya
    (as-Sulaymānīya)

    FGM und Kurdistan

    Gibt es die kurdische FGM-Praktik der schafiitischen Muslime
    auch bei den Ahl-e Haqq? Überhaupt, gibt es FGM bei kurdischen
    Jesiden? Bei kurdischen oder nichtkurdischen Aleviten?
    Wenn ja, muss weg. (Außerkurdisch: Gibt es FGM bei
    wahhabitischen Hanbaliten oder in den Vereinigten Arabischen
    Emiraten; bei Belutschen oder Paschtunen; Palästinensern?
    Wenn ja, muss weg; wie stets besser ohne Fatwa als mit)

    Halabdscha (Helepçe)

    Halabdscha, 15 km von der iranischen Grenze entfernt, ist einer
    der bedeutendsten Siedlungsschwerpunkte der (kurdischen)
    Ahl-e Haqq, die auch Kaka’i bzw. Yarsan genannt werden.

    Konformitätsdruck orientalischer Raubökonomie und Despotie
    namentlich Scharia. Wie sehr waren die Leidtragenden des
    Giftgasattentats Saddam Husseins (Anfal-Operation; ganz
    wenige nennen Kriegspartei Iran als Urheber) auf
    Halabdscha eben auch die Menschen des Ahl-e Haqq?

    Herrschaftskulturelle Gräueltaten im iranisch-irakischen Grenzgebiet,
    Stellvertreterkriege eingeschlossen, sind staatlich-kriegerisch
    (Iran, Irak) und daneben sicherlich immer wieder auch rassistisch
    antikurdisch motiviert, doch könnten sie auch den durch Radikale
    verachteten Nichtmuslimischen (takfir; dhimmi; harbi) der
    Religionsgemeinschaft der (Jesiden, Christen, alevitischen Gruppen
    und eben auch) Ahl-e Haqq gelten.

    Man vergleiche Kleinasien, diese ‚Oszillation‘,
    die alle paar Jahrzehnte das Vorzeichen oder auch
    nur die sprichwörtliche Medaillenseite wechselte,
    zwischen
    türkischem Dschihad
    (diverse Scharia- und Kalifat-Bewegungen)
    und
    rassistischem Turkismus
    (Jungtürken, Kemalismus, Graue Wölfe). Man diskriminiert
    ‚Nichttürken oder/als Nichtmuslime‘ aber einmal
    aus Nationalismus und ein anderes mal
    aus radikaler Religion; es gibt Mischformen.
    Arabische Halbinsel entsprechend, eigentlich seit 622.

    Anfal-Operation: Kurden wurden diskriminiert als
    a) als Ungläubige (islamischer Kulturrassismus)
    b) als Volksfeinde (arabischer Kulturrassismus)
    http://de.wikipedia.org/wiki/Anfal-Operation

    Bemerkenswert, dass es vielleicht junge (kurdische?) Islamisten
    gewesen sind, die das Halabdscha-Monument verwüstet haben;
    Hauptsache ist allerdings, das Denkmal ist wieder heil und damit
    eine würdevolle Stätte des Gedenkens.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Giftgasangriff_auf_Halabdscha

    Themawechsel. Dschihadismus

    Kurdischer Islamismus
    und Terrorismus (in Theorie und Praxis nahe an al-Qaida)
    Ansar al-Islam
    http://de.wikipedia.org/wiki/Ansar_al-Islam

    Kurdischer-arabischer Islamismus
    und Terrorismus (teilweise verbunden mit der eben genannten)
    Ansar as-Sunna
    http://de.wikipedia.org/wiki/Dschaisch_Ansar_as-Sunna

  2. hayat Says:

    ….sehr interessanter bericht danke dafür ich bin selbst jesidin und obwohl ich hier in deutschland lebe man könne sagen geboren und somit nicht mehr viel weiß, verletzt mich das immer wieder zu hören wie mein ursprung vernichtet wird und die menschheit sieht zu oder will nix damit zu tun haben ich finde es sollten sich europa dafür einsetzen und nicht nur wegen den jesiden sonedrn wegen alle unterdrückten völker.

    danke

  3. Cees van der Duin Says:

    Guten Tag Hayat,

    schön zu hören, dass Jesidinnen und Jesiden und überhaupt Kurdinnen und Kurden hier in Europa und in Deutschland zu Hause sind und hoffentlich menschenwürdig und glücklich leben können.

    Der Orient zwischen Irak und Ankara war noch vor hundert Jahren religiös (ethno-religiös) gesehen bunt wie ein erfreulicher Teppich, assyrische Christen, Mandäer, Armenier (christlich), (kurdische) Jesiden und viele andere und sicherlich immer auch türkischsprachige Dörfer und Familien.

    In der Osthälfte Kleinasiens war es wohl erst der Völkermord an Hunderttausenden von Assyrern und Armeniern 1915/1916, der im Sinne der nationalistischen ‚Jungtürken‘ eine ‚Turkisierung Anatoliens‘ erzeugte bei nachfolgend planmäßig betriebener Diskriminierung etwa der Kurden in Form von dem Verbot der kurdischen Sprache, von einer autonomen Selbstverwaltung nicht zu reden (wo bleibt eigentlich das Selbstbestimmungsrecht der Völker … Christen müssten an den legendären Moses denken, englisch-afroamerikanisches Freiheits-Lied gegen die Sklaverei forderte auf: „When Israel was in Egypts Land – Let my people go!“).

    Leider wollen in Deutschland 2009 beide große Parteien, SPD wie CDU, den Türkeibeitritt, man verspricht sich finanzielle Vorteile. Da ist das Thema kurdische Selbstbestimmung im Weg. Beide große christliche Kirchen machen es genau so, Katholisch wie Evangelisch, ich glaube nicht, dass sich auch nur eine Kirchengemeinde traut, öffentlich den Massenmord von 1915/16 an den armenischen Christen anzuprangern.

    In der Türkei heißt das und ist strafbar als ‚Herabwürdigung des Türkentums‘ (§301), hier (und überall auf der Welt) ist das aber schlicht feige, wegzugucken – ein Unrecht bleibt ein Unrecht, da ‚wächst kein Gras drüber‘.

    Sicherlich, auch für ganz Europa ist folgendes wichtig: die religiösen Gruppen, das heißt immer auch: die Kinder binationaler/bireligiöser Ehen oder Kinder iranischer oder ägyptischer Bahá’í, iranischer Ex-Muslime, türkischer Säkularisten oder türkischer orthodoxer Christen, sie alle müssen in Frieden mit den ‚Ur-Deutschen‘ zusammenleben können sowie mit den Einwanderern aus beispielsweise Nigeria und Vietnam oder aus Russland (darunter russische Juden).

    ‚Kulturelle Moderne‘ heißt eben „one law for all“ – ein Gesetz für alle.

    Eines geht nicht: Scharia. Polit-Islam (politische Scharia) ist entweder Mittelalter (schlimm genug, ok, hier in Europa wurden vor 350 Jahren ‚Hexen‘ und ‚Ketzer‘ verbrannt) oder ein ‚göttlicher Faschismus‘.

    Jesiden müssen in den Schulbüchern Deutschlands Erwähnung finden! Mandäer, Bahai, Ex-Muslime, das muss in den schulischen Politikunterricht, in den Geschichtsunterricht! Völkermord an den anatolischen Armeniern im Osmanischen Reich 1915/16 muss besprochen werden … das allein wäre Wissenschaftlichkeit, das allein wäre offene Gesellschaft (kulturelle Moderne).

    ‚Kuschen‘ vor der saudischen Erdöl-Lobby oder der frechen AKP ist kein Zeichen von Zivilcourage. Bassam Tibi ermuntert ‚uns Deutsche‘, sich am Begriff „citoyen & citoyenne“ zu orientieren, Staatsbürger und Staatsbürgerin zu sein. Das ist richtig. ‚Nebenbei‘ haben wir Zeit und Freiheit genug, uns mit den Religionen, reichen Mythen, wunderbaren Schöpfungssagen und oft schützenswerten Ritualen der Jahrhunderte und aller Welt zu befassen; irgendwo ist jeder Mensch religiös und sollte religiöse Fragen stellen (muss ja nicht ALLES glauben, was Pastor/Guru/Imam/Dede so sagt).

    In Zentral-Afghanistan gab es buddhistische Dörfer und Familien – angeblich völlig freiwillig seien diese nun Muslime. In Nuristan (Kafiristan) gab es noch vor wenigen Generationen so gut wie keine Muslime, heute ist die uralte Religion der Kalasha wohl ziemlich vernichtet, ich hoffe, dass in ein paar Generationen die Kalasha-Religion und der afghanische Buddhismus wieder gelebt können – ohne Angst vor dem islamischen Terrorismus der al-Qaida.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Kafiristan

    Man muss es laut nennen dürfen, ohne dass wir jetzt die Enkel und Kinder muslimisch sozialisierter Großeltern und Eltern pauschal beschuldigen: Der aggressivste ‚Herrschaftskult‘ der letzten hundert Jahre ist der Scharia-Islam und Fiqh-Islam, ist der orthodoxe (mittelalterliche) Islam und der neue Islamismus (Qutb, al-Banna; heute Qaradawi bzw. Muslimbruderschaft).

    Gegen die, wie anfangs gesagt, einem Flickenteppich gleichende, bunte religiöse Landschaft zwischen Kairo und Kabul, das heißt Juden, Christen, kurdische Jesiden immer mittendrin, begann eben der orthodoxe (= politische) Islam, begann ein schrecklicher, auf Monopol, Apostatenmord und Kalifat hin zielender Islam jede andere Kultur zu vernichten.

    Noch einmal, leider: Die Parteispitzen von SPD wie CDU sowie die Katholischen wie die Evangelischen Manager sind zu feige, das Wort Scharia auch nur auszusprechen (ein paar löbliche Ausnahmen gibt es).

    Dass es im politischen Islam weder allgemeine Menschenrechte (UN 1948) noch Frauenrechte (UN 1948; BRD 1949) geben kann, weder Pressefreiheit noch Religionsfreiheit, scheint den Managern aus Partei und Kirche einfach gleichgültig zu sein.

    So weit zu unserem Verstand und unserer globaler, universalistischer Verantwortung. Daneben gibt es den geheimnisvollen Melek Taus
    http://de.wikipedia.org/wiki/Melek_Taus

    Mit freundlichen Grüßen
    Cees

  4. hayat Says:

    ……ich bewundere das Wissen von dir, mich würde es interessieren an was du glaubst ohne dir nahe zu treten.

    Auf jeden Fall mach weiter so ich bin dir dankbar.

    LG

  5. Cees van der Duin Says:

    Danke für das Lob, auch dir alles Gute, mögen den Jesiden auch im angestammten das heißt also im kurdischen Siedlungsgebiet viele glückliche Jahrhunderte bevorstehen. Denn Religion, denn Identität braucht Zukunft. Und Erinnerung.

    Und Religion braucht Symbole, Feiern, Freundschaften, Musik, Witz, Trauerrituale, geteilten Schmerz, neue Kunstwerke und neue Gedichte, alte Märchen und Legenden.

    Wenn es um Menschenrechte für alle geht, dann kann Atheismus etwas Würdevolles sein, etwas an Motivation, Anspruch, Wut, Niveau. Wenn es um Herrschaft geht kann Atheismus (Stalin; Mao) genau so grausam sein wie die katholische Inquisition oder die saudische Religionspolizei.

    Menschen sollten Religion ergreifen – wenn ich nicht Religion ergreife, macht das ein anderer, der dann vielleicht über mich bestimmen will. Da ist die Frage: Wer hat mein Vertrauen verdient?

    Schule ist so ein Beispiel, die Schülerin oder der Schüler muss etwas lernen, selbst die steinzeitlichen Jäger und Sammler vor zehn Jahrtausenden hatten in diesem Sinne ‚Schule‘.

    Später, vielleicht vor drei- bis viertausend Jahren, hat der ‚Berufsschul-Lehrer‘ als Weber, Töpfer, Fischer, Köhler, Jäger, Gärtner, Bauer oder Schäfer [das alles sind heutige Familiennamen, fast alle auch unter deutschen Wissenschaftlern und Politikern] dem ‚Schüler‘ etwas beigebracht, vermittelt, auch der Schamane tat das, der Zauberer und Regenmacher und Sänger der Heldenlieder, die Märchenerzählerin, die kundige weise Frau (Apothekerin?!), die sich mit Heilkräutern auskannte. Die Gesellschaft wurde komplexer, aus dem Häuptling wurde der Fürst oder König, aus dem Schamanen des lokal herrschenden Stammes der Priester der Religion eines Stammesbundes (slawisch; germanisch; vorgeschichtlich-kurdisch) oder, noch etwas später, der Hohepriester eines Staates (indianische Inka oder Azteken; China; Babylon; pharaonisches Ägypten; antikes Griechenland und Rom; Hebräer).

    Die jüngste Religion über der monotheistischen Erzähltradition und Weltdeutung (ich sage jetzt bewusst nicht: Über der Wahrheit) des orientalischen Dualismus (Licht-Finsternis) ist nach den Sikhs die Bahá’í.

    An den Bahá’í gefällt mir die Tempel-Architektur, ganz modern, sehr geschmackvoll, ein versöhnlicher Geist findet die ‚architektonische Sprache‘ hübscher heiliger Gebäude. Im Gegensatz dazu strahlt die Architektur des grausamen ‚Dritten Reiches‘ etwas sehr Brutales und fast etwas Satanisches aus.

    Kleidung ist unsere ‚zweite Haut‘ und auch Häuser stellen sich zwischen Leib und Weltall, zwischen Mensch und Himmel, gehen den Weg des Religiösen, vom Herz bis zur Gottheit. Rückwirkend manipuliert Kleidung wie Architektur unser Denken und Fühlen, so, wie ein Reitpferd von Zaumzeug und Sporen dressiert, abgerichtet, bestenfalls erzogen, schlimmstenfalls gequält wird. Burka, Tschador, Niqab sowie die Uniformen der Nationalsozialisten sind Dressurinstrumente.

    Drittes Reich
    http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:ReichsluftfahrtministeriumLeipzigerStra%C3%9Fe.JPG&filetimestamp=20061023220854

    Drittes Reich
    http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Reichsparteitagsgelaende_Kongresshalle_Schnitt_36.JPG&filetimestamp=20041210185232

    Bahá’í (Neu Delhi, Indien)

    Bahá’í (Haifa, Israel)

    In diesem Gebiet

    könnten in hundert Jahren doch zwanzig hübsche
    jesidische Sakralbauten stehen einer noch gar nicht
    erfundenen Bauweise, doch vielleicht ein wenig den
    beiden Beispielen der Bahá’í ähnlich. Womöglich ist den
    Traditionalisten das anfangs zu viel Veränderung.
    Und richtig ist, dass manch ein feinsinniger toleranter
    Mensch die Atmosphäre, die der Ort Lalisch ausstrahlt,
    als würdevoll und wunderbar empfindet.

    Lalisch
    http://images.google.de/imgres?imgurl=http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/9/99/Lalish.jpg/180px-Lalish.jpg&imgrefurl=http://de.wikipedia.org/wiki/Scheich_Adi&usg=__muGd_b7iAyKYBJshKKlkU__cgOs=&h=135&w=180&sz=11&hl=de&start=12&um=1&tbnid=YnqkN4QBS7AI_M:&tbnh=76&tbnw=101&prev=/images%3Fq%3Djesiden%26gbv%3D2%26hl%3Dde%26lr%3Dlang_de%26sa%3DG%26um%3D1

    Religion bestimmt und feiert und würdigt den Ort des Menschen im Weltganzen, das heißt unter anderem, sie hat sich auf die Natur und die Jahreszeiten zu beziehen. Die Tagundnachtgleiche (21.3.) gehört weltweit dazu und sollten wir alle festlich begehen, Sommer- und Wintersonnenwende (21.6. und 21.12.). Bitte, da sind gleich ein paar Feiertage, 21.3. Newroz (persisch Nouruz), die auch eine noch so moderne Religion verwenden kann, Erntedank gibt es auch überall in sinnvoller Weise. Die Sonnenwenden hat das gemessen am Polytheismus neuere Christentum einfach um drei Tage überhöht (Johannisfest, Weihnachten). Vollmond zu feiern ist auch sittlich anständig. Gesang und Musik und Tanz gehört dazu.

    Newroz, die Tag-Nacht-Gleiche
    (beides genau 12 Stunden lang)
    http://de.wikipedia.org/wiki/Nouruz
    http://www.navend.de/html/kurdistan_heute/artikel/04_Newroz.htm

    Beim Thema Musik und Symbol sind wir allerdings bei einem selbstverantworteten, wenig göttlichen ‚Kahlschlag‘, dem (extrem ausgelegten) Bilderverbot. Ein abstrakter Gottesbegriff ermuntert zwar das Denken, doch war das Zerstören der heiligen Steine und Bäume (Islam) oder das Zerschlagen der Heiligenstatuen durch die evangelischen ‚Bilderstürmer‘ nicht viel mehr als der Weg in ein erst seelisch-emotionales, dann rasch geistig-intellektuelles Vakuum (Mohammed; Calvin).

    Religion braucht geheiligte Kunst, daneben muss eine andere, antiklerikale, freche Kunst den Anspruch der Frommen auf gesellschaftliche Führung verspotten dürfen (Mohammed-Karikaturen). Deutschland muss den § 166 Strafgesetzbuch, den Gotteslästerungs-Paragraphen, endlich auf den Müllhaufen der Weltgeschichte werfen. Mein Gott lässt sich durch ein paar Schmierereien nicht aus der Ruhe bringen, also „Ja!“ zur Freiheit der Kunst. Erfahrungsgemäß sendet der Gott keine Blitze vom Himmel, wenn jemand etwas Geschmackloses malt oder schreibt, und beim Fernseher oder PC kann ich, das müssen wir unseren Kindern oder jüngeren Geschwistern beibringen, die ‚Aus-Taste‘ betätigen. Religion darf den Staat nicht mit ‚gutem Geschmack‘ beherrschen, allzu leicht wird der Ruf nach Tugend zum Tugend-Terror (Savonarola; afghanische Taliban).

    Religion erzählt, ermahnt, singt, betet, lacht und weint über den Mythos Mann und die Realität Mann, den Mythos Frau und die Realität Frau. Seit ein paar Jahren dürfen die Frauen im Schweizer Kanton Appenzell wählen und vor fünf Jahrzehnten wurde die erste weibliche deutsche Abgeordnete nicht mit (keuschem) Rock, sondern mit (Verstoß gegen die göttliche Ordnung?) Hosen beinahe aus dem Deutschen Bundestag geworfen.

    Arbeitsverbote für Frauen, arrangierte Ehen, geringerer Lohn für Frauen (BRD 2009) gehören nicht in die ‚kulturelle Moderne‘, mit dieser Forderung jedenfalls muss ‚mein‘ Gott ebenso einverstanden sein wie mit, soll es ja mal geben, gleichgeschlechtlichen Lebensweisen und Liebensweisen. Allah wird da angeblich wütend, glaubt man seinem selbst ernannten Bodenpersonal.

    Daran wird die Menschheit noch einige Generationen zu arbeiten haben, jeder einzelnen Religion droht da das, was die Araber fitna nennen, Spaltung, Zerwürfnis, Streit. Interessanterweise hört man Priester und Prediger zetern, die Götter haben oder der Gott hat jedoch gar nichts gegen Lesben und Schwule gesagt, nicht eine Silbe, seit Jahrhunderten. Aha, Menschen wollen herrschen und benutzen die Gottheit als verlogene Entschuldigung, als Trick. Allah als Alibi.
    http://www.navend.de/aktuell/pdf/2008-12-18/EinladungBerlin2008.pdf

    Es gibt tausend Arten, als Mann zu leben, und tausend Arten, als Frau zu leben, als ein an Gott Zweifelnder zu leben, als ein an Gott Glaubender zu leben. Selbst von zwei Zwillingsschwestern oder Zwillingsbrüdern hat jeder Mensch seine Eigentümlichkeit, Eigenheit. Hermann Hesse nannte das ‚Eigensinn‘. Hermann Hesse ist mir ein Wegweiser durch die Dämmerung der Frage nach Gott, Goethe auch, und Thoreau, und Alexander von Humboldt, sogar Alice Schwarzer, und die behauptet von sich, an die Engel oder an den Gott nicht zu glauben.

    Gemeinsame Rituale sind etwas Schönes, Wichtiges. Doch lediglich die ‚öffentlich geäußerte Akustik‘ eines Glaubensbekenntnisses – das ist Nachgeplapper, das kann auch mein erstaunlich musikalischer Papagei. Irgend jemand hat dem gelehrigen Vogel ein paar Flüche und Schimpfworte beigebracht, dazu mehrere Sätze aus Bibel, Koran und Bhagavadgita, ich war es nicht, oder aber der alte Vogel hat mich heimlich belauscht.

    Und doch braucht Religion Sprache. Und Lehrer. Menschheitslehrer, die einer benennbaren Religion angehören können oder auch nicht, die auch Atheisten sein können. Die Männer sein können und ebenso gut Frauen (sympathisch, dass viele Aleviten glauben, die Wahrheit wohne jedem Menschen inne).

    Aleviten
    http://de.wikipedia.org/wiki/Aleviten
    Wo die Aleviten traditionell häufig sind
    http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Aleviten-alte_Karte.png&filetimestamp=20071224172109
    Aleviten haben geheiligte Musik
    http://de.wikipedia.org/wiki/Saz
    Saz, Bağlama
    http://www.nrw-kultur.de/output/controller.aspx?cid=199&detail=1349

    Menschheitslehrer lehren uns Lebenskunst.
    Hier einmal nur zehn von ihnen,
    ich kenne fünfzig, gottseidank:

    Willigis Jäger auch genannt Ko-un Rōshi
    http://www.willigis-jaeger.de/

    Nazanin Afshin-Jam نازنین افشین جم
    http://www.nazaninafshinjam.com/
    http://en.wikipedia.org/wiki/Nazanin_Afshin-Jam

    Henry David Thoreau
    http://www.henry-david-thoreau.de/

    Alice Schwarzer
    http://www.aliceschwarzer.de/

    C. G. Jung
    http://www.cgjung.com/

    Georgia O`Keeffe
    http://www.okeeffemuseum.org/home.aspx

    Hugo Kükelhaus
    http://www.kuekelhaus.ch/index.html

    Mina Ahadi
    http://www.minaahadi.com/indexfa-Dateien/page0001.htm

    Gregory Bateson
    http://de.wikipedia.org/wiki/Gregory_Bateson

    Elisabeth Selbert
    http://de.wikipedia.org/wiki/Elisabeth_Selbert

    Wenn Religion nicht mit diesen eben genannten Leuten
    zusammenpasst, dann müssen wir nicht diese zehn Menschen
    ändern, sondern unsere verzerrte Religion zurechtbiegen,
    unsere an Herrschsucht und patriarchalischem Frauenhass
    rostig gewordene Religion etwas putzen. Ob Islam oder Christentum
    oder Hinduismus oder Judentum, das ist dabei einerlei.

    Ich bin Christ. Ziemlich kritisch, sehr säkular, bewusst religiös.
    Aber das sagt vielleicht nur wenig. Oben schrieb ich, was ich
    unter sozial gesunder, seelisch gesunde Religion verstehe.

    Die zu ihrer Zeit angeblich frommsten der Christen haben
    zur angeblichen Ehre des arg strapazierten Gottes
    folgendes getan mit …

    Hexen
    http://www.hexenverbrennung.de/Grundlagen/grundlagen.html

    Nichtkatholiken in Paris 1572
    http://de.wikipedia.org/wiki/Bartholom%C3%A4usnacht

    Gotteslästerern
    http://www.theologe.de/LInquisition.htm

    Jan Hus (Konstanz 1415)

    Giordano Bruno (1600)
    http://de.wikipedia.org/wiki/Giordano_Bruno#Verurteilung_und_Hinrichtung

    Religion ist wohl immer auch Herrschaftskult. Zugleich habe ich ein völlig positives Verständnis von Religiosität. Daraus folgt, dass wir Religion und Staat trennen müssen, dass Wissenschaft keinesfalls islamische Wissenschaft oder christliche Wissenschaft sein darf, dass es mir egal sein kann, ob mein Arbeitgeber, Bürgermeister oder Bundeskanzler eine Religion hat oder zurückweist oder wechselt und dass es umgekehrt meinen Arbeitgeber oder Bürgermeister oder Bundeskanzler nichts angeht, welche Religion ich habe oder ob ich Atheist bin.

    Was Deutschland nicht braucht, sind nachdemokratische Stadtkerne ‚ethno-religiöser Kollektive‘, in denen universelle Menschenrechte (UN 1948) sowie Grund- und Bürgerrechte (BRD 1949) erst nachrangig gelten und in denen Muslimbrüder, Opus-Dei-Theokraten, Scientologen, Milli-Görüs-Imame, somalische Stammesführer, indische Gurus, evangelikale Prediger, faschistische oder nationalistische Führer und sonstige Damen und Herren darüber bestimmen, wie das ‚ihnen zugehörige‘ Individuum lebt und denkt und glaubt. Auch Kinder und Jugendliche sind keinesfalls das lebenslängliche Eigentum der Eltern und der Familie, sondern dürfen sich ‚emanzipieren‘.

    Professor Bassam Tibi wirbt für den Begriff ‚citoyen, citoyenne‘, also Statsbürger, Staatsbürgerin. Das ist ganz wichtig.

    Für einige Gebete, Wallfahrten oder religiöse Feste hat jeder von uns etwas Zeit, warum nicht, bei aller gebotenen Vorsicht, diejenige Religion der Großeltern und Eltern beibehalten. Auch für das Kennenlernen anderer Religionen wird sich Raum finden. Ich bin gerade einmal wieder von ostasiatischen Religionen begeistert, dem eher animistischen Shintoismus Japans und dem ethisch-philosophischen chinesischen Taoismus.

    In einer technisierten Großstadt wird sich jede Religion neu, anders entwickeln müssen als das in den vergangenen Generationen der Fall sein konnte, gerade für diejenigen Einwanderer nach Mitteleuropa gilt das, die oder deren Eltern in industriell vormodernen, agrarischen, sozial feudalen Gebieten aufgewachsen sind. Und das Zusammenarbeiten in einer Fabrik oder auf einer Baustelle, das Lernen in einer Schule oder Hochschule, das Fußballspielen in einem städtischen Sportverein, das Wohnen in einem Mietshaus unter einem ‚deutschen‘ Dach bringt täglich Überraschung und ‚Kultur-Schock‘. Mir geht es so.

    Im Schrank die unbequeme Heilige Schrift, die Bibel meiner Großeltern, an die ich am liebsten mit Rotstift gehen würde, unerwünschte oder altmodische oder schlicht erlogene Sätze heraus streichend. Ich lasse sie drin, die verflixten Sätze, ungestrichen. Beschwerden und Verbesserungsvorschläge nicht ans geheiligte Buch sondern direkt an die Gottheit. Wir werden mit den heiligen Texten verschiedenen Alters und aller Kulturen der Menschheit auskommen müssen, haben sie zu verwalten, wir dürfen sie vergleichen, kritisieren oder zurückweisen.

    Ohh, Himmel und Hölle. Ich habe Himmel und Hölle vergessen.
    Entschuldigung, passiert mir dauernd.

    Mit freundlichen Grüßen
    Cees van der Duin

  6. Eifelginster Says:

    Êzîdî,
    über die Jesiden.

    von: Ferhun Kurt

    Die Religion von Êzîdî und ihre Inhalte

    http://www.denwan.de/religion/Die%20Verlorene%20Enkelkinder%20Adams-Dateien/Kapitel%20Eins/Die%20Religion%20der%20Ezidi%20und%20ihre%20Inhalte.htm

    Die Siedlungsgebiete der Êzîdî nach der Teilung

    http://www.denwan.de/religion/Die%20Verlorene%20Enkelkinder%20Adams-Dateien/Kapitel%20Zwei/Die%20Siedlungsgebiete%20der%20Ezidi%20nach%20der%20Teilung.htm

    Einleitung

    http://www.denwan.de/religion/Die%20Verlorene%20Enkelkinder%20Adams-Dateien/Einleitung.html

    Vorsicht, sehr grausam, doch ganz gewiss die reine Wahrheit, die von uns allen stets erinnert und von Zeit zu Zeit auch berichtet werden muss

    Efşê; Kevnas; Denwan, Koçan, Kevnas und Kîwex; 1980 – 1988. Türkisch-rassistischer staatlicher Terror gegen die Urbevölkerung, aus Sicht von Islamkritikern und aufgrund der Region (Tur Abdin!) durchaus auch ‚islamischer Dschihad gegen die in der Türkei lebenden Nichtmuslime‘

    http://www.denwan.de/religion/Die%20Verlorene%20Enkelkinder%20Adams-Dateien/Kapitel%20Zwei/Staatliche%20Verfolgung.htm

    Problem Feudalherrschaft. Die ‚kurdischen Fürsten‘, die Aghas

    http://www.denwan.de/religion/Die%20Verlorene%20Enkelkinder%20Adams-Dateien/Kapitel%20Drei/Die%20Axas.html

    Problem Patriarchat / Familialismus. Früher (früher?) war er Tradition: Tochtertausch. „Früher galt es in den Dörfern als Unsitte, wenn die Verlobten vor der Hochzeit miteinander gesprochen haben. Sie haben sich voneinander ferngehalten und auch bis zum Hochzeitstag kein Wort miteinander gesprochen. Das ist mittlerweile aufgehoben.“

    http://www.denwan.de/religion/Die%20Verlorene%20Enkelkinder%20Adams-Dateien/Kapitel%20Eins/Die%20Verlobung.htm

  7. Dwarslöper Says:

    Die Schabak (aš-Šabak) pilgern traditionell zu den heiligen Stätten der Jesiden.

    „Irak: Bombanschlag bei Mosul galt Shabak-Minderheit“

    Nach dem verheerenden Bombenanschlag am frühen Morgen in einer Ortschaft bei Mosul im Nordirak hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Montag davor gewarnt, dass Terroristen einen neuen Bürgerkrieg in dieser multiethnischen und multireligiösen Provinz anzetteln wollen. „Heute war die Minderheit der Shabak Ziel des Attentates in dem Dorf Khaznan“, berichtete der GfbV-Nahostreferent Kamal Sido nach einem Telefonat mit Gewährsleuten der Menschenrechtsorganisation vor Ort. Mindestens 36 Tote seien zu beklagen. Die Zahl der Verletzten werde auf bis zu 200 geschätzt. Dutzende von Häusern seien durch die Wucht der Explosion von zwei mit Sprengstoff voll beladenen LKW um 04.50 Ortszeit eingestürzt. Khaznan liegt etwa 17 Kilometer östlich von Mosul

    In der Provinz Ninveh wird über die Zugehörigkeit einiger mehrheitlich von Kurden (Muslimen und Yeziden), Christen und Shabak bewohnten Distrikte bzw. Unterdistrikte wie Sinjar, Shekhan, Telkaif, Karaqosh, Zammar, Bahshiqa, Aski Kalak gestritten. Muslimische und yezidische Kurden sowie eine große Mehrheit von Christen und Shabak befürworten einen Anschluss ihrer Siedlungsgebiete an friedliche Irakisch-Kurdistan.

    Die 60.000 bis 100.000 Shabak bewohnen mehr als 70 Dörfer östlich von Mosul, darunter Eski Kalak, Ali Rasch, Yangija, Khaznan, Qahrawa und Talara am Fluss Zap. Der ethnische Hintergrund der Shabak ist umstritten. Während die einen meinen, sie seien Indogermanen aus Persien, kamen sie anderen Quellen zufolge im 17. Jahrhundert aus dem Hawraman-Gebiet aus Irakisch- bzw. Iranisch-Kurdistan.

    Das arabische Wort „shabaka“ bedeutet soviel wie „sich verflechten“, und die Shabak bestehen auch aus Angehörigen mehrerer Stämme mit unterschiedlicher Geschichte. Ihre Sprache „Shabaki“ ist mit dem kurdischen Dialekt Hawrami-Gorani verwandt, jedoch auch persisch, arabisch und türkisch geprägt. Über 70% der Shabak sind Schiiten, 30% sind Sunniten. Die Buyruk, ihr heiliges Buch, soll in Zentralasien geschrieben worden sein. Shabak pilgern jedoch auch zu den Schreinen der Yeziden.

    Die Shabak galten unter britischer Herrschaft bis 1952 als eigene ethnische Gruppe. Das Baath-Regime registrierte sie als Araber. Weil sich 3000 Shabak-Familien in den 80er Jahren trotzdem als Kurden bezeichneten, wurden sie nach Kirkuk und Arbil deportiert. Ihre 22 Dörfer wurden zerstört.

    Der GfbV liegt eine Liste mit 675 Namen von Shabak vor, die seit 2003
    durch Terrorangriffe getötet wurden. Viele Shabak haben ihre Loyalität zur nordirakischen kurdischen Verwaltung bekräftigt. Eine kleine Gruppe von Shabak um den irakischen Abgeordneten Hanin Qado lehnt jedoch eine Anschluss an Irakisch-Kurdistan ab.

    aus: Terroristen wollen Volksgruppen gegeneinander aufhetzen
    in: Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) 10.08.2009

    http://www.gfbv.de/pressemit.php?id=1955

  8. Cees van der Duin Says:

    *
    *
    Irak 2014, sieben Jahre nach den schlimmen Terrorangriffen gegen die kurdischen Jesiden zeigt die iKfR oder „im Kern friedliche Religion“ (Hans-Gert Pöttering am 23.05.2008,[1] Horst Köhler am 12.05.2010)[2] ihr unverhülltes menschenfeindliches Wesen.

    35.000 bis 50.000 Jesiden (Yazidi) müssen sich in den Bergen von Sindschar (anglis. Sinjar, kurd. Şengal, Provinz Nīnawā = Ninive) versteckt halten, denn die Glaubenskämpfer des Islamischen Staats (Akronyme engl. IS / ISIL oder ISIS arab. DA’ISCH anglis. DAESH) wollen die Herrschaft Allahs sprich jeden umbringen, der kein Dhimmi sein kann und trotzdem nicht sofort zum Islam übertritt. Die Flüchtigen haben kaum zu essen, schon dreißig von ihnen sollen verhungert sein.

    … Members of the religious minority are viewed as infidels by Islamic State fighters, who began to take over large swaths of land in Iraq in early June.

    Extremist forces have targeted Yazidis in the past: In August 2007, around 500 Yazidis died in coordinated attacks on villages near Sinjar.

    Yazidi sources told Al Jazeera that Islamic State fighters have asked the remaining Yazidis under their control to convert to Islam or face death. Islamic State-affiliated social media accounts , meanwhile, have posted images of summary executions of individuals in Sinjar and surrounding areas.

    Multiple Yazidi sources told Al Jazeera that Islamic State fighters have taken dozens of women hostage and moved them to the nearby town of Talafar, which has been under the group’s control since June. These claims could not be independently verified as journalists cannot enter Islamic State-controlled areas.

    The courtyard where Qassim and a dozen other men have gathered now resembles a crisis management centre. Samir Baba Sheikh, the son of the Yazidi spiritual leader, who often acts as his representative, was frantically calling senior officials in the Kurdish government and foreign diplomats on Monday.

    „We call on the world, especially the Kurdish government and leadership to act, to do something about this situation,“ Baba Sheikh told Al Jazeera. …

    Meanwhile, the attack on Sinjar has prompted Iraqi and Syrian Kurds to join forces to battle the Islamic State. Some members of the Peshmerga force and hundreds of Yazidi civilians took refuge in areas controlled by Syrian Kurdish fighters, known as the Peoples Protection Units (YPG).

    On Tuesday, heavy clashes continued between Kurdish troops and Islamic State fighters in several areas of Nineveh, including around Sinjar, Zummar, Hamdaniya and Makhmour. …

    von: Mohammed A Salih und Wladimir van Wilgenburg
    aus: Iraqi Yazidis: ‚If we move they will kill us‘
    auf: Al Jazeere 05.08.2014

    http://www.aljazeera.com/news/middleeast/2014/08/iraqi-yazidis-if-move-they-will-kill-us-20148513656188206.html
    *
    *
    Jesidisches Heiligtum Çêl Mêra auf dem gleichnamigen Gipfel des Dschabal Sindschar

    Landeskunde

    http://de.wikipedia.org/wiki/Dschabal_Sindschar

    Sindschar – Şengal – Sinǧār

    http://de.wikipedia.org/wiki/Sindschar

    Zuviel Islam tötet, sozusagen auserlesen, denn zuwenig Islam wird dann getötet.

    Harbi, Ḥarbī.

    http://de.wikipedia.org/wiki/%E1%B8%A4arb%C4%AB

    Dar al-Harb, Dāru l-ḥarb

    http://de.wikipedia.org/wiki/Dar_al-Harb

    Musta’min

    http://de.wikipedia.org/wiki/Musta%27min
    *
    *
    Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) bekommt leider den Mund nicht auf gegen das Islamische Recht (menschlich umgesetzte Scharia), doch berichtet bei globalem Blick zuverlässig:

    Juni 2014: Tausende Christen, Yeziden, Shabak, Shiiten und gemäßigte Sunniten sind auf der Flucht. Sie suchen Schutz vor der sunnitischen Terrorgruppe „Islamischer Staat im Irak und Syrien“ (ISIS). Etwa 3.000 Kämpfer für den sogenannten „Heiligen Krieg“ mit Unterstützung der Untergrundorganisation der Baath-Partei von Saddam Hussein haben mit ihrer Offensive vom 6. Juni die Hauptstadt der Provinz Ninive, Mossul, erobert.

    http://www.gfbv.de/report.php?id=65&stayInsideTree=1

    01.08.2014

    ISIS-Islamisten bereiten offenbar Offensive auf multireligiöse Stadt al-Hasaka vor
    Kurden und Assyrer/Aramäer in höchster Gefahr

    … „Die Armee des syrischen Regimes wird die Zivilisten in der Stadt weder verteidigen wollen noch können.“ Die Menschen erwarte das gleiche Schicksal wie im nordirakischen Mossul, aus dem nun alle Christen, Yeziden, Schiiten sowie viele sunnitische Kurden und Araber vertrieben wurden. Die meisten Flüchtlinge suchten im benachbarten Irakisch-Kurdistan Schutz.

    In al-Hasaka und in den anderen überwiegend von Kurden besiedelten Gebieten im Norden und Nordwesten Syriens versuchen kurdische und christliche Milizen die Zivilbevölkerung vor den Angriffen der Radikalislamisten zu schützen, berichtete Sido. Die ISIS, die über im Irak erbeutete Waffen und schweres Gerät verfügt, ist den kurdischen Milizen weit überlegen. ISIS prahlt mit der Massenhinrichtung von angeblich 1.500 Irakern in dem von ihnen eroberten Gebiet in den vergangenen Tagen und hat Christen, Kurden und Schiiten zu ihren „Erzfeinden“ erklärt. Aufgrund des bisherigen Vorgehens der ISIS muss vom Schlimmsten für die Bevölkerung ausgegangen werden. …

    http://www.gfbv.de/pressemit.php?id=4067

    04.08.2014

    Bis zu 200.000 Yeziden vor ISIS-Extremisten auf der Flucht – droht ein neuer Völkermord im Irak?
    Einladung zum Pressegespräch

    ISIS-Extremisten haben in den vergangenen Tagen einige Ortschaften der Yeziden im Sinjar, dem Hauptsiedlungsgebiet dieser kurdischen Glaubensgemeinschaft im Irak, unter ihre Kontrolle gebracht. Sie dringen immer weiter in das Kerngebiet der Yeziden vor. Bis zu 200.000 sind auf der Flucht. Yezidische Frauen, Kinder und Alte, die nicht schnell genug fliehen können, werden hingerichtet, wenn sie es ablehnen zum Islam zu konvertieren. Die Extremisten töten das Vieh und die Heiligtümer der Angehörigen dieser Jahrtausende alten Religionsgemeinschaft werden zerstört, berichteten Augenzeugen.

    Die in Deutschland lebenden Yeziden sind in großer Sorge um das Leben und die Sicherheit ihrer Angehörigen im Sinjar. Sie befürchten dort einen neuen Völkermord. Der Sinjar ist das größte Siedlungsgebiet der yezidischen Kurden im Nahen Osten. Dort leben etwa 450.000 Angehörige dieser Glaubensgemeinschaft. Die Region grenzt an das autonome Kurdistan im Nordirak. Kurdische Peschmerga-Truppen waren dem Ansturm der Islamisten nicht gewachsen. Den sunnitischen Islamisten ist es gelungen, in das Gebiet einzudringen. Mitte Juni hatten sie die nordirakische Metropole Mossul erobert und die christlichen Assyrer/Chaldäer/
    Aramäer, Shabak, Yeziden, Schiiten und muslimische Kurden aus der Stadt vertrieben. Noch konnten sich nicht alle Flüchtlinge in Sicherheit zu bringen. Wer kann versucht, nach Irakisch-Kurdistan zu gelangen oder in das benachbarte Kurdengebiet in Syrien zu fliehen. Die Flüchtlinge werden auf den Zufahrtstraßen oft von Islamisten mit Maschinengewehren und Mörsergranatwerfern angriffen.

    http://www.gfbv.de/pressemit.php?id=4073
    *
    *
    iKfR („im Kern friedliche Religion“)

    [1] Hans-Gert Pöttering am 23.05.2008: „Der Präsident des Europaparlaments, Pöttering, hat sich gegen eine Vorverurteilung des Islam gewandt. Der Islam sei eine im Kern friedliche Religion. Terroristen, die im Namen des Islam unschuldige Menschen töteten, missbrauchten ihre Religion, so Pöttering beim Katholikentag in Osnabrück.“ (domradio)

    http://www.domradio.de/nachrichten/2008-05-23/nachrichtenarchiv-23052008-1359

    Dazu Henryk M. Broder treffsicher am Folgetag. Im Kern gaga.

    „Der Islam, erklärte der Präsident des EU-Parlaments, sei “eine im Kern friedliche Religion”. Womit er genau genommen und an für sich Recht hat. Auch der Sozialismus und der Nationalsozialismus waren “im Kern” gute Ideen“

    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/im_kern_gaga/

    [2] Horst Köhler am 12.05.2010:

    „Ich kenne den Islam als im Kern friedliche Religion, die in sich ruht, ihre eigene Berechtigung und Geschichte hat. Respekt muss uns leiten, wenn wir über den Islam diskutieren.“

    http://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Horst-Koehler/Interviews/2010/20100512_Rede.html

    Das freut, nur zwei Tage später, die Millî Görüş.

    http://www.igmg.org/nachrichten/artikel/2010/05/14/koehler-respekt-muss-uns-leiten-wenn-wir-ueber-den-islam-diskutieren.html*
    *
    *

  9. Paris Says:

    1

    COMMUNIQUE SUR L’ATTAQUE BENIE DE PARIS CONTRE LA FRANCE CROISEE

    2 Safar 1437
    14 novembre 2015

    A Statement on the Blessed Onslaught in Paris against the Crusader Nation of France

    14 November 2015

    2
    Au nom d’Allah, le Tout Miséricordieux, le Très Miséricordieux.

    In the Name of Allah, the Most Merciful, the Most Beneficent

    3
    Allah le Très-Haut a dit : et ils pensaient qu’en vérité leurs forteresses les défendraient contre Allah. Mais Allah est venu à eux par où ils ne s’attendaient point, et a lancé la terreur dans leurs cœurs. Ils démolissaient leurs maisons de leurs propres mains, autant que des mains des croyants. Tirez-en une leçon, vous qui êtes doués de clairvoyance. Soûrat 59 verset 2.

    Allah (ta’ala) said, {They thought that their fortresses would protect them from Allah but Allah came upon them from where they had not expected, and He cast terror into their hearts so they destroyed their houses by their own hands and the hands of the believers. So take warning, O people of vision} [Al-Hashr:2].

    4
    Dans une attaque bénie dont Allah a facilité les causes, un groupe de croyants des soldats du Califat, qu’Allah lui donne puissance et victoire, a pris pour cible la capitale des abominations et de la perversion, celle qui porte la bannière de la croix en Europe, Paris.

    In a blessed battle whose causes of success were enabled by Allah, a group of believers from the soldiers of the Caliphate (may Allah strengthen and support it) set out targeting the capital of prostitution and vice, the lead carrier of the cross in Europe-Paris.

    5

    Un groupe ayant divorcé la vie d’ici bas s’est avancé vers leur ennemi, cherchant la mort dans le sentier d’Allah, secourant sa religion, son Prophète et ses alliés, et voulant humiliant ses ennemis. Ils ont été véridiques avec Allah, nous les considérons comme tels. Allah a conquis par leur main et a jeté la crainte dans le cœur des croisés dans leur propre terre.

    This group of believers were youth who divorced the worldly life and advanced towards their enemy hoping to be killed for Allah’s sake, doing so in support of His religion, His Prophet (blessing and peace be upon him), and His allies. They did so in spite of His enemies. Thus, they were truthful with Allah — we consider them so — and Allah granted victory upon their hands and cast terror into the hearts of the crusaders in their very own homeland.

    6

    Huit frères portant des ceintures d’explosifs et des fusils d’assaut ont pris pour cibles des endroits choisis minutieusement à l’avance au cœur de la capitale française, le stade de France lors du match des deux pays croisés, la France et l’Allemagne, auquel assistait l’imbécile de France, François Hollande, le Bataclan ou étaient rassemblés des centaines d’idolâtres dans une fête de perversité ainsi que d’autres cibles dans les dixième, onzième et dix-huitième arrondissements et ce, simultanément. Paris a tremblé sous leurs pieds et ses rues sont devenues étroites pour eux. Le bilan de ses attaques est de minimum 200 croisés tués et encore plus de blessés, la louange et le mérite appartiennent à Allah.

    And so eight brothers equipped with explosive belts and assault rifles attacked precisely chosen targets in the center of the capital of France. These targets included the Stade de France stadium during a soccer match — between the teams of Germany and France, both of which are crusader nations — attended by the imbecile of France (Francois Hollande). The targets included the Bataclan theatre for exhibitions, where hundreds of pagans gathered for a concert of prostitution and vice. There were also simultaneous attacks on other targets in the tenth, eleventh, and eighteenth districts, and elsewhere. Paris was thereby shaken beneath the crusaders‘ feet, who were constricted by its streets. The result of the attacks was the deaths of no less than two hundred crusaders and the wounding of even more. All praise, grace, and favor belong to Allah.

    7
    Allah a facilité à nos frères et leur a accordé ce qu’ils espéraient (le martyr), ils ont déclenché leurs ceintures d’explosifs au milieu de ces mécréants après avoir épuisé leurs munitions. Qu’Allah les accepte parmi les martyrs et nous permette de les rejoindre.

    Allah blessed our brothers and granted them what they desired. They detonated their explosive belts in the masses of the disbelievers after finishing all their ammunition. We ask Allah to accept them amongst the martyrs and to allow us to follow them.

    8
    Et la France et ceux qui suivent sa voie doivent savoir qu’ils restent les principales cibles de l’Etat islamique et qu’ils continueront à sentir l’odeur de la mort pour avoir pris la tête de la croisade, avoir osé insulter notre Prophète, s’être vantés de combattre l’Islam et frapper les musulmans en terre du Califat avec leurs avions qui ne leur ont profité en rien dans les rues malodorantes de Paris.

    Let France and all nations following its path know that they will continue to be at the top of the target list for the Islamic State and that the scent of death will not leave their nostrils as long as they partake in the crusader campaign, as long as they dare to curse our Prophet (blessings and peace be upon him), and as long as they boast about their war against Islam in France and their strikes against Muslims in the lands of the Caliphate with their jets, which were of no avail to them in the filthy streets and alleys of Paris.

    9

    Cette attaque n’est que le début de la tempête et un avertissement pour ceux qui veulent méditer et tirer des leçons.

    Indeed, this is just the beginning. It is also a warning for any who wish to take heed.

    10

    Allah est le plus grand.

    Allah is the greatest.

    11

    « Or c’est à Allah qu’est la puissance ainsi qu’à son messager et aux croyants. Mais les hypocrites ne le savent pas. Soûrat 63 verset 8 »

    (And to Allah belongs all honor, and to His Messenger, and to the believers, but the hypocrites do not know) [Al-Munafiqun: 8].


    http://afriqueeducation.com/politique/attentats_terroristes_daesh_condamne_l_intervention_militaire_fran_aise_en_syrie

    https://www.washingtonpost.com/news/worldviews/wp/2015/11/14/islamic-state-claims-responsibility-for-paris-attacks/

    http://www.vox.com/2015/11/14/9734794/isis-claim-paris-statement

    ___ps://akhbardawlatalislam.wordpress.com/



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