د بون د دوهم کنفرانس
Bonn-2 Conference on Afghanistan
Afghanistan-Konferenz (2001-2011)
Zentralrat der Ex-Muslime (ZdE)
Presseerklärung
Mina Ahadi wird auf der Demonstration gegen die Zweite Bonner Afghanistan-Konferenz eine Rede halten!
Die Zweite Afghanistan-Konferenz, die vom 3. bis 5. Dezember in Bonn stattfindet, ist ein wichtiges politisches Ereignis. 10 Jahre nach der ersten Konferenz wird noch einmal über die gesellschaftliche Zukunft von Millionen Menschen und besonders von Millionen Frauen in Afghanistan entschieden.
Nach den vorliegenden Informationen sieht es danach aus, dass auf dieser Konferenz die Weichen nicht in Richtung auf den Aufbau eines säkularen Staates gestellt werden, der sich an den Menschen- und Frauenrechten orientiert. Beabsichtigt ist vielmehr eine Zusammenarbeit mit den Islamisten bzw. ein Dialog mit den Taliban, also eine Politik, die vollständig gegen die Interessen der afghanischen Bevölkerung sowie der fortschrittlich-säkularen Organisationen verstößt und dem Aufbau einer freiheitlichen Lebensordnung zuwiderläuft.
Afghanistan verfügt über genügend Kapazitäten und ein ausreichendes Potenzial von fortschrittlichen Menschen und Organisationen, um die Zukunft des Landes auf der Basis der Trennung von Religion und Politik zu gestalten und eine bessere Gesellschaft aufzubauen.
Aber die Politik der westlichen Staaten und der deutschen Regierung ist bis heute auf die Zusammenarbeit mit reaktionären islamischen Organisationen fixiert und bastelt an einer Regierung, die konzeptionell und in ihrer Zusammensetzung der Vergangenheit angehört und gegen eine fortschrittliche Zukunft gerichtet ist.
Mehrere afghanische und iranische Organisationen haben anlässlich dieser Konferenz eine Demonstration organisiert, auf der die Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime, Mina Ahadi, eine Rede halten wird.
Mina Ahadi sagt: Der politische Islam und die islamische Regierung verstoßen gegen die Menschenrechte und sollten weltweit geächtet werden. Die Zweite Bonner Afghanistankonferenz ist der zweite untaugliche Versuch der internationalen Gemeinschaft, eine islamische Regierung in Afghanistan zusammenzustellen, die kein Garant, sondern ein Hindernis ist für die Durchsetzung von Menschen- und Frauenrechten.
Der ZdE begrüßt den Protest der Linkspartei gegen diese Konferenz, verlangt aber von der Linkspartei, dass sie sich auch ausdrücklich gegen die Islamisten und deren Mord- und Steinigungsterror wendet und nicht weiterhin auf diesem Auge blind bleibt. Gegen den Natoeinsatz und den Krieg in Afghanistan zu sein darf nicht mit einer Verharmlosung der Islamisten verbunden bleiben. Auch in Bezug auf Afghanistan müssen wir als eine Dritte Kraft auftreten: Gegen den Krieg einerseits und gegen die Islamisten und die islamische Regierung andererseits. Für einen säkular-demokratischen Staat in Afghanistan.
Zentralrat der Ex-Muslime (ZdE)
Am 5. Dezember veranstalten afghanische und iranische Organisationen eine Protestkundgebung:
Datum: Montag, 05.12.2011
Zeit: 10:00 bis 14:00 Uhr
Ort: Bonn, Kunstmuseum
(Friedrich-Ebert-Allee 2, 53113 Bonn)
Zentralrat der Ex-Muslime
Postfach 801152 , 51011 Köln
exmuslime@gmail.com
4. Dezember 2011 um 6:26 AM |
Tausende protestieren gegen Afghanistan-Politik
In Bonn forderten tausende Demonstranten einen sofortigen Waffenstillstand und den Abzug der Truppen aus Afghanistan.
Video, bei: WELT-online 03.12.2011
http://www.welt.de/videos/politik/article13749373/Tausende-protestieren-gegen-Afghanistan-Politik.html#autoplay
“Bundeswehr! Raus aus Afghanistan!”, rufen die Teilnehmer der Antikriegsdemonstration laut durch die Bonner Innenstadt. Etwa 5.000 Menschen sind aus ganz Deutschland gekommen, um gegen die internationale Afghanistan-Konferenz zu protestieren. Bis auf einen Eierwurf verlief der Protest weitgehend friedlich.
“Ich bin wütend und ohnmächtig”, sagt Egbert Wisser von pax christi in Koblenz. Die Katholische Internationale Friedensbewegung ist wie ver.di oder Attac Teil des Protestbündnisses gegen “Petersberg II”. …
Zur internationalen Regierungskonferenz werden etwa 100 internationale Delegationen erwartet, unter ihnen auch der afghanische Präsident Hamid Karsai. Unter seiner Führung sollen auf dem Petersberg und im alten Bonner Regierungsviertel die nächsten Weichen für den weiteren Fortgang des Afghanistan-Einsatzes gestellt werden. Laut Auswärtigem Amt lautet das Ziel, “gemeinsam mit Afghanistan das langfristige gemeinsame Engagement der internationalen Gemeinschaft zu konkretisieren und den weiteren politischen Prozess im Land zu befördern”.
Die Demonstranten stehen dem jedoch kritisch gegenüber. Der Westen verfolge doch eher militärische oder strategische Ziele. “Das sehe man daran, dass mit Karsai militärische Verträge bis 2025 abgeschlossen werden, um die asiatische Region im Blick zu haben”, sagt der Aktivist Wisser.
aus: Rheinische Post 03.12.2011
http://www.rp-online.de/panorama/deutschland/antikriegsprotest-in-bonn-verlaeuft-friedlich-1.2626907
Zwei Tage vor Beginn der Internationalen Afghanistan-Konferenz (Petersberg II) demonstrierten heute etwa 3000 KriegsgegnerInnen gegen die Konferenz und den zehnjährigen Krieg am Hindukusch. Die Demonstration wurde von einem breiten Bündnis aus Friedens- und Antikriegsgruppen sowie linken Organisationen getragen. …
Prominenteste RednerInnen waren die afghanische Politikerin Malalai Joya, der Fraktionsvorsitzende der Linkspartei Gregor Gysi und der grüne Bundestagsabgeordnete Christian Ströbele.
Malalai Joya machte in ihrem Redebeitrag deutlich, dass sie den kriegführenden Ländern ihre Abzugspläne nicht glaubt. Sie prangerte an, dass die ausländischen Soldaten mit Warlords kooperieren würden und so die Demokratisierung des Landes mitverhindern. Joya forderte, wie alle anderen RednerInnen, den sofortigen Abzug der Truppen und wünscht sich die finanzielle Förderung von Bildungsmaßnahmen.
Gregor Gysi griff die Politik der Bundesregierung scharf an. Alle Begründungen für den Krieg in Afghanistan haben sich als vorgeschoben herausgestellt, führte Gysi aus. Als große Linie der Bundesregierung sei übrig geblieben, dass “Krieg als normales Mittel der Politik akzeptiert werden soll”. …
Als sich die große Mehrzahl dafür aussprach Ströbele zu hören, berichtete dieser von seiner letzten Afghanistanreise. Als politisches Fazit seiner Reise forderte er die Taliban in eine Verhandlungslösung einzubeziehen.
03.12.11
Von: Edith Bartelmus-Scholich: Tausende protestieren in Bonn gegen Afghanistankonferenz und Krieg
http://www.scharf-links.de/47.0.html?&tx_ttnewstt_news=20286&tx_ttnewsbackPid=56&cHash=6d822ada65
Protestbündnis gegen Petersberg II
Die Antikriegs-und Friedensbewegung ruft zu gemeinsamen und vielfältigen Aktivitäten in Bonn auf. Unter dem Motto “Sie reden von Frieden, Sie führen Krieg – Truppen raus aus Afghanistan!” werden am 3. und am 4. Dezember 2011 eine bundesweite Demonstration sowie eine internationale Konferenz stattfinden. Diese sollen ein kraftvolles Zeichen gegen die menschenfeindliche Politik des Krieges setzen. Des Weiteren sind verschiedene Protestaktionen für den 5. Dezember geplant, dem Tag der internationalen Afghanistan Regierungskonferenz
Stellt euch quer und beteiligt Euch auch an den Aktionen um den Krieg zu beenden!
http://www.afghanistanprotest.de/
1. Ich spreche hier als Ärztin und als langjähriges Mitglied der Friedensbewegung. Für uns Ärzte steht Menschlichkeit, Humanität im Mittelpunkt unseres Handelns. Humanität, das bedeutet zuallererst Recht auf Leben, Recht auf Nahrung, auf Gesundheit, Wohnung und Kleidung. Also unsere sozialen Grundrechte.
Die afghanischen Bevölkerung ist dieser Grundrechte beraubt worden, von den NATO und ihren Soldaten, von der Militäroligarchie der Kriegsfürsten in Kabul, die mit NATO-Willen eingesetzt wurden, und auch von den Warlords, die Seite an Seite mit den Taliban –Warlords kämpfen. Die afghanische Bevölkerung ist von allen kriegsführenden Parteien in Geiselhaft genommen worden.
Krieg und Besatzung unter der NATO-Flagge sind gescheitert. Ich möchte es zuerst aus medizinischer Sicht darstellen: Das Ausmaß von Hunger, Kindersterblichkeit und Muttersterblichkeit, das sind die Hauptindikatoren dafür, ob die Grundbedürfnisse der Menschen in Afghanistan respektiert werden. In Afghanistan sind über 3 Millionen Kinder chronisch unterernährt, das entspricht 50%. Welcher Politiker nimmt diese Zahl zur Kenntnis?
Kindersterblichkeit unter 5 Jahren: Immer noch sterben in Afghanistan 200 von 1000 Kindern, bevor sie 5 Jahre alt werden. Das ist jedes fünfte Kind! …
Thema Frauenunterdrückung in Afghanistan. Es ist richtig, dass die Frauen in Afghanistan extrem unterdrückt werden. Die gegenwärtige Regierung der Warlord-Oligarchie um Präsident Karsai in Kabul hat daran nichts, aber auch gar nichts verändert. Frauen sterben, wenn sie gebären. Die Muttersterblichkeit ist immer noch die Höchste auf der ganzen Welt mit 1400 auf 100.000 Geburten.
Ein Vergleich zu den Nachbarländern: Iran hat 30 tote Mütter und Pakistan 260 tote Mütter auf 100.000 Geburten zu verzeichnen. Die Selbstmordrate unter den Frauen beträgt 2300 jährlich, die Rate der psychischen Erkrankungen unter Frauen extrem hoch. Ursache ist Armut und massive häusliche und sexualisierte Gewalt. Die NATO-Führer haben mit ihren vielen Soldaten und Waffen offensichtlich keinen Einfluss auf die Führer in Kabul.
Frauen in Afghanistan brauchen zivile Hilfe, die einfühlsam agiert und die Selbstorganisation der Frauen stützt, keinen Krieg.
Angelika Claußen (Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges IPPNW)
http://www.afghanistanprotest.de/fileadmin/Demo/Rede_Angelika_Claussen.pdf