Archiv für Juni 2011

246. Islamist Vogel will in Hamburg predigen

28. Juni 2011

همبورغ‏

Hamburg

[Beispiel für ein E-Mail-Anschreiben]

Sehr geehrte Damen und Herren,

anliegend ein offener Brief zur Kenntnisnahme und Weiterleitung mit der Bitte, die angekündigte Veranstaltung mit rechtsstaatlichen Mitteln zu untersagen.

Pierre Vogel, ihm nahestehende Vereine und Kooperationspartner stehen zurzeit unter hohem Beobachtungsdruck der Behörden. Schon einmal ist es nach einer Kundgebung des „Friedensaktivisten“ zu Tätlichkeiten der Bodyguards des Ex-Jugendboxmeisters gegen Journalisten gekommen.

http://www.journal-frankfurt.de/?src=journal_news_einzel&rubrik=2&id=12978

In Mönchengladbach, dem Vereinssitz von Einladung zum Paradies (EZP), dessen Mitglied und Starprediger Pierre Vogel ist, ermittelt die Polizei gegen Vereinsangehörige wegen Brandstiftung und Körperverletzung. Am 05.06.2011 soll der Vereinsvorsitzende und ehemalige Feuerwehrmann Sven Lau mit Hilfe von zwei Salafisten im Keller eines Mehrfamilienhauses Feuer gelegt haben.

http://www.rp-online.de/niederrhein-sued/moenchengladbach/nachrichten/sven-lau-als-brandstifter-1.1311870

Nach dem Freitagsgebet kam es in der vergangenen Woche zu Handgreiflichkeiten gegen Teilnehmer einer Mahnwache, die gegen die extremistische und demokratiefeindliche Ideologie des Salafismus demonstrierten. Die Polizei ermittelt.

http://www.wdr.de/themen/politik/nrw/verfassungsschutzbericht/2010/verfassungsschutzbericht_erstes_halbjahr/110627.jhtml

Sollte es nicht möglich sein, die Kundgebung zu verhindern, bitte ich darum, die im Text des Anhangs genannten Kriterien wie die Verhinderung der Zugangsmöglichkeit für Minderjährige in die Genehmigungsauflagen einfließen zu lassen.

Mit freundlichen Grüßen

[Unterschrift]

Gabi Schmidt

Mönchengladbach

An den Senat der Freien und Hansestadt Hamburg,

an Herrn Olaf Scholz, Erster Bürgermeister

Offener Brief

Protest gegen den geplanten Auftritt des salafistischen Predigers Pierre Vogel in Hamburg am 09.07.2011

27. Juni 2011

Sehr geehrte Damen und Herren,

das Demonstrations- und Versammlungsrecht ist in der Wertehierarchie unserer säkularen und offenen Gesellschaft (Karl Popper) ein hochrangiges Abwehrrecht, das jeden Einwohner vor staatlicher Willkür und behördlichem Machtmissbrauch schützen soll.

Das bedeutet jedoch nicht, dass sich Menschen mit und ohne politisches Amt nicht gegen die Verbreitung von verfassungswidrigen und ebenso frauenfeindlichen wie jugendgefährdenden Ideologien, deren Multiplikatoren sowie Kundgebungen mit allen rechtsstaatlichen Mitteln wehren dürfen.

Demokraten müssen, wenn sie die innere Sicherheit, den inneren Frieden und die von den allgemeinen Menschenrechten abgeleiteten Grundrechte für alle erhalten wollen, radikale, gegendemokratische Weltanschauungen und deren Wegbereiter eingrenzen, egal welchem politischem Spektrum oder philosophisch-spirituellem Weltbild diese Gruppen oder Einzelpersonen zuzuordnen sind. Nur so können Staat und Gesellschaft gemeinsam ihrer Verpflichtung nachkommen, Kindern und Jugendlichen ein unbeschwertes, gesundes Aufwachsen auf Dauer zu ermöglichen. Die Rahmenbedingungen für die Gegenwehr geben die allgemeinen Gesetze und Verordnungen vor.

Die aus den Abwehr- und Freiheitsrechten des Grundgesetzes abzuleitende (meist mittelbare) Drittwirkung garantiert jedem Einzelnen einklagbare Schutzrechte, die nicht nur das Verhältnis zwischen Individuum und Behörden regeln, sondern auch das friedliche Zusammenleben zwischen Einwohnern ordnen. Geeignete Werkzeuge zur Verteidigung unserer offenen Gesellschaft müssen daher nicht erst geschaffen werden, sondern sie stehen uns bereits durch die Verfassung und untergeordnete Gesetze zur Verfügung. Man muss die Rechtsvorschriften nur konsequent und zivilcouragiert anwenden. Demokraten müssen nicht durch falsch verstandene Freiheit und entgrenzte Toleranz eigenhändig zur Auflösung der freiheitlich demokratischen Grundordnung beitragen.

Die Unterzeichner appellieren, die Jedermenschrechte der AEMR (Paris 1948) und die freiheitlich demokratische Grundordnung zu schützen und auszubauen. Sie fordern, dass:

Gebietskörperschaften (Städte, Kreise und Gemeinden) keine ganz oder teilweise von öffentlicher Hand finanzierten Hallen oder Räume potentiell verfassungswidrigen Organisationen oder Personen bereitstellen oder vermieten. Für die Einschätzung der Verfassungstreue können die Verfassungsschutzberichte der Länder herangezogen werden.

Sollte sich herausstellen, dass eine Veranstaltung von einem Strohmann[1] angemeldet worden ist, um den eigentlichen Verantwortlichen zu verschleiern oder sollten die Behörden durch sonstige falsche Angaben getäuscht worden sein, sollte eine Nutzungserlaubnis verweigert werden bzw. vom Hausrecht Gebrauch gemacht werden und die bereits erteilte Genehmigung wieder entzogen werden. Polizei und Staatsschutz sind zu informieren.

Um Missverständnisse von vornherein auszuschließen und unnötigen Ärger zu vermeiden, wäre es vorteilhaft, im Nutzungsvertrag der Einrichtung darauf hinzuweisen, dass während der gesamten Veranstaltung, sei sie öffentlich oder geschlossen, der Jugendschutz, die allgemeinen Menschenrechte sowie abgeleitete Gesetze vollumfänglich in Wort-, Schrift- und Bildbeiträgen zu beachten und umzusetzen sind.

Die potentiell verfassungsfeindlichen Gruppen dürfen beim Organisieren von Fahrgemeinschaften Jugendliche nicht explizit einladen.[2] Die Gefährlichkeit politischer bzw. religiöser Ideologien für die gesunde geistige, körperliche und seelische Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen dürfte den Behörden hinlänglich bekannt sein.

Es ist solchen Radikalen zu untersagen, Minderjährigen den Zutritt zu Werbeveranstaltungen, Tagen der offenen Tür, Vorträgen, Kundgebungen, Seminaren und Informationsständen zu ermöglichen. Wenn sie Minderjährige für ihre Angebote interessieren wollen, haben sie zuerst Kontakt zu den Erziehungsberechtigten aufzunehmen und diese über Ziele und Konzepte zu informieren. Eltern müssen wissen, wie, wo und mit wem ihre Kinder Zeit verbringen, damit sie der Personensorge, die auch noch Jugendliche unter achtzehn Jahren schützt, nachkommen können.

Bücher, Skripte, jedes Informations- und Werbematerial, das ausgelegt, verteilt oder gegen Entgelt angeboten werden soll, ist ausdrücklich in diese Vertragsvereinbarungen einzubeziehen und muss spätestens 48 Stunden vor Beginn der Zusammenkunft auf jugendgefährdende oder grundgesetzwidrige Inhalte überprüft und erst danach zugelassen werden. Sollen neue, noch nicht zugelassene Druckerzeugnisse, Videos, CDs eingesetzt oder bereitgestellt werden, sind diese vor Beginn genehmigen zu lassen, ist dies aus zeitlichen oder sonstigen Gründen nicht möglich, dürfen diese keinesfalls eingesetzt werden.

Gastredner sind rechtzeitig bekannt zu geben, um ein mögliches Gefährdungspotential einschätzen zu können. Diese Absprache gilt auch für ausländische „Überraschungsgäste“, die beispielsweise rassistisches Gedankengut verbreiten, mit ihrem Hass gegen Homosexuelle den öffentlichen Frieden stören oder durch Gewaltbereitschaft die öffentliche Sicherheit bedrohen. Solche Personen sind daran zu hindern, den Boden der BRD zu betreten (Bilal Philips, Zakir Naik). Journalisten ist ungehinderter Zutritt zu öffentlichen Veranstaltungen zu gewähren.

Wird gegen eine dieser Genehmigungsvoraussetzungen verstoßen, ist auf diese schriftlich vereinbarten Absprachen und das Hausrecht zu verweisen und dafür zu sorgen, dass beispielsweise Literatur, die im Index jugendgefährdender Schriften aufgeführt ist, von den Tischen mit Informationsmaterial entfernt wird oder dass akkreditierte Reporter nicht daran gehindert werden, teilzunehmen, um über das Treffen zu berichten. Nötigenfalls ist die Zusammenkunft aufzulösen.

Bei Demonstrationen und Kundgebungen im öffentlichen Raum (Fußgängerzone, Plätze Parks) muss durch streng zu überprüfende Auflagen garantiert sein:

a) dass der öffentliche Frieden und die öffentliche Sicherheit innerhalb der Rahmenbedingungen von Art. 5 GG nicht gefährdet wird. Beispielsweise sind Straftaten wie „leichtes Schlagen“ von Ehefrauen auch nicht religiös zu rechtfertigen, der Jugendschutz ist zu beachten, Gewalt oder Gewalttäter dürfen nicht idealisiert werden (Totengebet für Bin Laden).

Während der Kundgebung muss überwacht werden, dass die Vorschriften des Versammlungsgesetzes wie beispielsweise das Verbot von Schutzwaffen oder das Vermummungsverbot eingehalten werden. Auch der islamische Gesichtsschleier (Niqab) verhindert eine Identifikation des Versammlungsteilnehmers / Demonstranten, das ist jedoch nicht rechtens, da die Wiedererkennung eines Demonstranten / Zuhörers jederzeit gewährleistet sein muss. Dieses Kleidungsstück darf deshalb, wie jede andere Vermummung, während der gesamten Zeit nicht getragen werden. Vollverschleierte, die dieser Auflage nicht folgen wollen, haben die Kundgebung zu verlassen.

Diese Regel ist unbedingt durchzusetzen, weil die Extremverschleierungen provozieren, den öffentlichen Frieden und die öffentliche Sicherheit gefährden. Diese frühmittelalterliche Kleidung ironisiert die Gleichberechtigung und vor allem Gleichstellung von Frau und Mann. Es werden Geschlechterrollen und Lebenskonzepte propagiert, die alle Bemühungen, heranwachsende Mädchen und Jungen zu kritisch denkenden, demokratischen Persönlichkeiten zu erziehen, karikieren. Zur Emanzipation, Partizipation und Chancengleichheit gehört unbedingt, das andere Geschlecht als völlig gleichberechtigt und gleichgestellt zu akzeptieren, zu respektieren und auch aus keinem anderen Grund Menschen zu benachteiligen oder auszuschließen.

b) dass keine Geschlechtertrennung durch Aufforderung, Zwang oder Strafandrohung (Höllenfeuer) durchgeführt wird.

c) Der Polizei muss genügend weibliches und männliches Personal zur Verfügung stehen, um beispielsweise Personen zu überprüfen. Kann diese Bedingung nicht eingehalten werden oder ist das Gefahrenpotential nicht einzuschätzen, ist von der Genehmigung einer Großveranstaltung abzusehen.

d) Auch bei Veranstaltungen unter freiem Himmel ist rechtzeitig zu prüfen, ob Gründe vorliegen, Gastredner aus dem Ausland, die beispielsweise rassistisches Gedankengut verbreiten, mit ihrem Hass gegen Homosexuelle den öffentlichen Frieden stören und Grundrechte verletzen oder durch Gewaltbereitschaft die öffentliche Sicherheit gefährden, daran zu hindern sind, den Boden der BRD zu betreten (Bilal Philips, Zakir Naik).

Deshalb sind auch auf öffentlichen Plätzen oder Fußgängerzonen etc. Gastredner rechtzeitig bekannt zu geben (Einschätzung des Gefährdungspotentials). Überraschungsgäste, die unter Beobachtung von Sicherheitsbehörden stehen, sich plötzlich auf der Bühne befinden und das Programm rahmen oder mitgestalten, sind nicht zuzulassen (Ibrahim Abou-Nagie[3]).

Redebeiträge und Sprechchöre sowie Aussagen von Transparenten, Werbeplakaten oder Flyern müssen die allgemeinen Gesetze und Verfassung der BRD beachten. Das gilt insbesondere für Inhalte, die das Geschlechterverhältnis betreffen, Mädchen und Frauen durch Sexualisierung oder Biologisierung herabwürdigen, Homosexuelle beschimpfen, bedrohen oder verteufeln, die Religionsfreiheit sowie die Freiheit von Religion angreifen oder Menschen beispielsweise wegen ihrer Abstammung diskreditieren (Juden; Kurden). Sachliche Kritik, zumal wenn sie belegt ist, ist ausgenommen.

29. Mai 2010, in Koblenz stehen Pierre Vogel und Abdur-Raheem Green auf dem bekannten Lkw und vor einem gewaltigen Plakat: „Möchtest du Schüler von Dr. Bilal Philips werden? Gestalte deine Zukunft sinnvoll!“, darüber prangt http://www.PierreVogel.de und steht ISLAMIC ONLINE UNIVERSITY.[4]

Das von den Initiatoren des Ereignisses vorgesehene Werbematerial (Flyer, Texte, Videos, Plakate, Transparente) ist vor der Genehmigung der Kundgebung zu überprüfen. Soll in der Kundgebung von den Organisatoren nicht zugelassenes Werbematerial benutzt werden, ist dieses vor Beginn genehmigen zu lassen.

Falls Beiträge der Organisatoren oder der eingeladenen Redner / Prediger trotzdem menschenverachtende politische Ideologien verbreiten oder religiös begründen, zu Gewalt aufrufen, zu Straftaten aufwiegeln bzw. diese befürworten oder gegen das Diskriminierungsverbot verstoßen (Art. 3 GG), haben die Verantwortlichen sich an die Genehmigungsvoraussetzungen zu halten, Störenfriede müssen entfernt werden. Notfalls ist die Veranstaltung sofort aufzulösen.

Wird gegen diese Auflagen verstoßen, sind diese Utensilien zu entfernen, anderenfalls ist die Kundgebung abzubrechen. Für vom Verfassungsschutz beobachtete Feinde der Demokratie, deren Organisationen aus dem In- und Ausland und für Personen, die in der Bundesrepublik unerwünscht sind (Ausreiseverfügung / Einreiseverbot vom 20.04.2011 gegen Bilal Philips) sowie für deren Veranstaltungen und Institute hat weder in Wort, Schrift noch Bild geworben zu werden („Möchtest du Schüler von Dr. Bilal Philips werden?“). Diese Vorschriften gelten für jeden Teilnehmer der Versammlung.

Halten wir es doch mit Carlo Schmid, der am 08.09.1948 für die wehrhafte Demokratie eintrat:

„Soll diese Gleichheit und Freiheit völlig uneingeschränkt und absolut sein, soll sie auch denen eingeräumt werden, deren Streben ausschließlich darauf geht, nach der Ergreifung der Macht die Freiheit selbst auszurotten? Also: Soll man sich auch künftig so verhalten, wie man sich zur Zeit der Weimarer Republik z. B. den Nationalsozialisten gegenüber verhalten hat? Ich für meinen Teil bin der Meinung, dass es nicht zum Begriff der Demokratie gehört, dass sie selber die Voraussetzungen für ihre Beseitigung schafft: Demokratie ist nur dort mehr als ein Produkt einer bloßen Zweckmäßigkeitsentscheidung, wo man den Mut hat, an sie als etwas für die Würde des Menschen Notwendiges zu glauben. Wenn man aber diesen Mut hat, dann muss man auch den Mut zur Intoleranz denen gegenüber aufbringen, die die Demokratie gebrauchen wollen, um sie umzubringen.“

Gabi Schmidt, Sozialpädagogin

[1] „Anmelder ein Strohmann“ Frankfurt verbietet Auftritt islamistischer Prediger

Eine Privatperson habe die Kundgebung zum Thema „Islam – die missverstandene Religion“ angemeldet, aber erforderliche Angaben nicht machen können. Der Anmelder sei vermutlich ein Strohmann. FAZ-net, 19. April 2011

http://www.faz.net/artikel/C31725/anmelder-ein-strohmann-frankfurt-verbietet-auftritt-islamistischer-prediger-30334690.html

[2] „Liebe Geschwister im Islam, wie ihr bereits mitbekommen habt, planen wir am 29.05.11 einen Vortrag mit Pierre Vogel und den Weltbekannten Prediger Abdur Raheem Green. Da es viele Geschwister gibt die keinen Führerschein besitzen, kein Auto haben, oder vielleicht noch zu jung sind um einen Führerschein zu besitzen, haben wir uns erstmals dazu entschlossen für euch Reisebuse zu organisieren die von folgenden Städten zur Veranstaltung nach Koblenz und zurückfahren. Hamburg, Berlin und Frankfurt.“

Quelle: DAWA-NEWS: Pierre Vogel: Abdur-Raheem Green kommt nach Deutschland!

http://dawa-news.net/2011/04/26/pierre-vogel-abdur-raheem-green-kommt-nach-deutschland/

[3] „Auch ein wunderschönes Ereignis war die Anwesenheit der Geschwister des Team von DieWahreReligion und das Team von DawaFFM. Das Erfolgsrezept für eine erfolgreiche Dawa-Arbeit ist der feste Zusammenhalt. Man konnte deutlich bei den Prediger Abu Hamza und Ibrahim Abu Nagie die Tränen in den Augen sehen, als sie sich umarmten. Versöhnung erfreut eben das Herz. Es ist auch sehr wichtig, in Zeiten von Islamhass und Hetze gegen die Muslime, dass die Muslime unter sich zusammenhalten und sich nicht trennen und insbesondere nicht in Streitigkeiten auseinander gehen.“

http://dawa-news.net/2011/04/21/dawa-news-bericht-uber-die-frankfurter-kundgebung/

[4] bei Minute 0:25-0:35 und 2:28-2:40

http://www.youtube.com/watch?v=Lj5BmcraXdw

ebenso bei

http://www.youtube.com/watch?v=IkNOTw-fN0g&feature=related

vgl. Wikipedia Pierre Vogel, Foto, abgerufen Juni 2011

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/b9/Pierre_Vogel_Koblenz_2011.jpg

245. Pfadfinder-Treffpunkt (Teil 3)

23. Juni 2011

‏الإعـلان الـعـالـمـي لـحـقـوق الإنـسـان

al-Iʿlān al-ʿĀlamī li-Ḥuqūq al-Insān

Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

Pfadfinder heute: Universalismus versus Kulturrelativismus

Universalistin Anne Kaufmann (Lagerfeuer, VCP-Sympathisantin) antwortet dem Kulturrelativisten ben (Überbündische Hochschulgruppe Braunschweig)

Guten Morgen ben,

vielleicht hast du meine Erwiderung zu Malte_Bs Posting zum Menschenrechtsverständnis nicht gelesen, weil er auf einem anderen Thread eingestellt war, deshalb transferiere ich ihn hierher.

Hallo Pitt, hallo Malte_B,

die Chance für RdP/RDP den beiden scoutistischen Weltverbänden gegenüber scheint mir darin zu bestehen, den Geist des Emanzipatorischen und Aufklärungshumanistischen zu globalisieren.

Malte_B schrieb an scoutissima:

„Von einer „Universalität“ der von der abendländischen Kultur geprägten Menschenrechte zu sprechen ist genau die kulturelle Arroganz, die auch aus dem Rest deines Gedankenwirrwarrs rauswabert … . Wenn das Grundgesetz „die Ehe“ schützt, dann ist das nach rein christlicher Lehrart. Wenn das Grundgesetz das Eigentum schützt, dann ist das nach den römischen Grundsätzen. Und überhaupt setzt die Notwendigkeit von Abwehrrechten gegenüber dem Staat voraus, dass dieser Staat einer nach westlichen Vorstellungsmustern ist. …uswusf. Aber pfropfen wir ruhig mal unsere Vorstellung von „Demokratie“ allen anderen über, die wir im oligarchischen Sinne sowie seit Jahrhunderten unterbuttern.“

Ich schrieb an Malte_B:

Auch bekennende Rassisten würzen ihre Suppe mit dem gleichen Salz, indem sie die Andersartigkeit, die von Kulturrelativisten betont oder gar idealisiert wird, mit negativen Vorzeichen versehen.

Die in Köln lebende Menschenrechtsaktivistin und Universalistin Arzu Toker meint dazu: „Kulturrelativisten glauben, dass Moralprinzipien nur innerhalb einer bestimmten Kultur gültig seien. Sozusagen „Jedem Äffchen seine Banane“ oder in Kölsch: „Jeder Jeck ist anders.“ Diese Einstellung erleichtert es, rassistisch zu sein, ohne als Rassist erkannt zu werden. Jeder Mensch hat das Recht auf individuelle Freiheit und Andersartigkeit. Aber die Grenze jeder persönlichen Freiheit und „Andersartigkeit“ muss im Grundgesetz liegen, das für Alle gleichermaßen gültig ist.“ Soweit die Kölnerin.

Toker, mit Niki Eideneier Preisträgerin des türkisch-griechischen Abdi-Ipekci-Preises für Frieden und Völkerverständigung, veröffentlichte einen Brief an Fereshta Ludin und wies darauf hin, dass es keine Menschrechte à la carte gibt.

Dem letzten Absatz der Präambel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (es heißt übrigens nicht Kultur-, Muslim-, Christen- oder West- oder Ostrechte) ist zu entnehmen, dass alle Nationen der Welt die jede Person integrierenden, globalen und allumfassenden Menschenrechte anerkennen und sie als gemeinsam zu erreichendes Ideal engagiert anstreben sollen. Jedes Individuum sowie alle Institutionen und Vereinigungen der Gesellschaft, also auch die Schulen, Sportvereine oder Pfadfinder, sollen sich dieses hohen Ziels erinnern und alle Kräfte dafür einsetzen, durch Bildung und Erziehung die Achtung vor diesen Naturrechten zu fördern. Die Mitgliedsstaaten selbst und deren Bevölkerung sollen durch wachsende nationale und internationale Bemühungen die tatsächliche Anerkennung und Einhaltung sichern und erhalten.

Die in der AEMR aufgeführten Rechte entsprechen zutiefst menschlichen Grundbedürfnissen und verschaffen diesen Überlebensvoraussetzungen Ausdruck und Geltung. Man kann diese Naturrechte, die von Humanisten und Philosophen der Aufklärung entwickelt wurden, nicht kaufen. Man braucht sie nicht zu erwerben und muss sie sich auch nicht verdienen. Diese Jedermenschrechte stehen allen ohne Einschränkung aufgrund ihres Menschseins von Geburt an überall auf der Welt zu, man kann sie nicht verlieren, niemand darf sie aberkennen.

Daraus folgt, dass selbstverständlich auch Migrantinnen und Migranten wie Arzu Toker, Necla Kelek, Seyran Ates, Ralph Ghadban und Bassam Tibi das Recht haben, ihre Herkunftskultur kritisch zu reflektieren, ohne diskreditiert zu werden. Das Recht auf Individualität, auf Besonderssein müssen wir in gewissem Rahmen tolerieren und sogar fördern, aber ob du wegen Unmoral in Indonesien oder Saudi-Arabien ausgepeitscht wirst, ist für dich genauso barbarisch und schmerzhaft wie für den Somali in Bahrain. Tatsächlich ist das Gravitationsgesetz zwar im Westen entdeckt worden, aber kein vernünftiger Mensch würde daran zweifeln, dass ein Stein überall auf der Welt nach unten fällt und nicht nach oben fliegt. Das Problem mit der Unteilbarkeit und Universalität der Menschenrechte besteht doch wohl eher darin, dass diese existenziellen Rechte nicht mit dem iranischen Gottesstaat, dem Kalifat, der heutigen chinesischen Diktatur oder ähnlichen Unrechtsstaaten kompatibel sind. Das politische System eines Landes kann sich aber ändern.

Abwehrrechte gegen den Staat sind, anders als Malte_B es denkt, gerade in Staaten überlebensnotwendig, die nicht „westlichen“ Zuschnitts sind. Solange das Grundgesetz die konservative Lebensform der Ehe privilegiert hat, hat es wenigstens jede Eheschließung gleich behandelt, also ohne beispielsweise die Religionszugehörigkeit, Ethnie oder Kultur der Eheleute zu .berücksichtigen. Diese Bevorzugung der bürgerlichen Form des Zusammenlebens wurde jedoch bereits abgemildert, beispielsweise durch das Lebenspartnerschaftsgesetz, das eine gleichgeschlechtliche Beziehung rechtlich besser absichert. Bezüglich des Verfassungsrechts, Einkommensteuerrechts, im Besoldungs- und Versorgungsrecht der Beamten und in der berufsständischen Versorgung besteht aber noch Nachholbedarf, um auch die gleichgeschlechtlichen Partner vor Armut im Alter zu bewahren.

Der Staat schützt das Eigentum, weil es ein existenzielles Bedürfnis und Naturrecht eines jeden Menschen ist, unabhängig von Weltanschauung, Rasse und Geschlecht, Besitz zu haben und zu erwerben; wenn er freiwillig darauf verzichten will, kann er das ja tun. In der Scharia hat der Harbi aber nicht einmal die Erlaubnis dazu, Eigentum zu besitzen.

Unverheirateten Liebespaaren soll es nicht nur in Deutschland erlaubt sein, händchenhaltend durch Einkaufsstraßen zu schlendern, sondern überall. Auch im Iran, in Saudi-Arabien und Indonesien sollen Menschen nicht mehr Angst vor der Religionspolizei haben müssen, wenn sie sich zur Begrüßung in der Öffentlichkeit küssen. Das Menschenrecht auf eine selbstgeschriebene Biographie, selbstbestimmte Sexualität, freie Partnerwahl, auf unbeschwerte Kindheit sowie gesunde geistige, seelische und körperliche Persönlichkeitsentwicklung auch für Menschen einzufordern, die nicht im europäischen Kulturkreis leben, ist keine postkoloniale, kulturelle Arroganz, sondern weltbürgerliche und mitmenschliche Verpflichtung, gerade für Pfadfinder oder Wandervögel. Die Glaubens- und Bekenntnisfreiheit ist unverletzlich, die freie Religionsausübung stößt dort an Grenzen, wo sie andere Grund- und Menschenrechte einschränkt oder verletzt. Es gibt daher keinen kulturellen Rabatt für Straftaten wie Ehrverbrechen oder Zwangsheiraten.

Diesbezüglich sollten die Pfadfinder ihr Profil, angesichts eines weltweit anwachsenden Fundamentalismus, klarer zeichnen. [Zitatende]

Nun zu dir, ben:

Wer auf belegbare Tatsachen aufmerksam macht, das Grundgesetz verteidigt, mit der AEMR argumentiert und immer wieder betont, dass Menschenrechte nicht westlich, östlich, nicht muslimisch, christlich, morgenländisch oder abendländisch, sondern unteilbar und universell sind, ist deiner Meinung nach ein Rassist und Hetzer, dem wohl nicht richtig in den Sinn kommt, das Muslime zuerst einmal Menschen sind?

Scoutissima und ich haben beide nie behauptet, dass der Islam ein Monolith, eine Politreligion aus einem Guss sei.

In unseren Beiträgen im Forum wurde bereits auf das große islamische Schisma, das zur Abspaltung der Schiiten führte, die vier sunnitischen Rechtsschulen, die sufistische Alawiya und den Salafismus. hingewiesen.

Aleviten sind Muslime, die sich nicht der Scharia unterwerfen. Sie gelten als Apostaten und werden deshalb sogar in Deutschland von den sunnitischen Islamverbänden massiv unter Druck gesetzt. Am 17.12.2010 reiste Turgut Öker, der Bundesvorsitzende der Alevitischen Gemeinde in Deutschland, der auch den Vorsitz der Alevitischen Union Europa vertritt, in die Türkei, um gemeinsam mit einigen anderen Vertretern alevitischer Institutionen an der Gedenkfeier anlässlich der Pogrome an Aleviten im Jahr 1978 teilzunehmen. Bereits am Flughafen in Istanbul wurde er vorübergehend verhaftet, es kam zu gewalttätigen Übergriffen der türkischen Polizei auf die Teilnehmer an der Feier.[1]

Ähnlich bedrängt werden etwa die Ahmadi, von den „nachislamischen“ Bahai nicht zu reden.

Das erzkonservative, der wahabitisch-hanbalitischen Strömung des Islam angehörende Königshaus Saudi-Arabiens hat als „Hüter der Heiligen Stätten“ und Ziel der Haddsch weltweit großen Einfluss auf Muslime, weil es mit seinen Milliardeneinnahmen aus dem Ölgeschäft viele islamische Projekte finanziert und damit die Ausbreitung des Islam fundamentalistischer Prägung fördert. In den Genuss dieser monetären Förderung kam unter anderem die stark religiös geprägte International Union of Muslim Scouts (IUMS) mit Sitz im saudi-arabischen Dschidda.

Ein altes Sprichwort sagt: „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing“. Für die Zusammenarbeit der Königsfamilie mit dieser Jugendorganisation sollte sich die deutsche Pfadfinderarbeit interessieren, weil die DPSG den Antrag 10, Pfadfinden für alle – Aufbauunterstützung muslimisches Pfadfinden in Deutschland (Lübeck im Juni 2011) pauschal befürwortet.

Ghazali zur Taqiyya:[2]

“Speaking is a means to achieve objectives. If a praiseworthy aim is attainable through both telling the truth and lying, it is unlawful to accomplish it through lying because there is no need for it. When it is possible to achieve such an aim by lying but not by telling the truth, it is permissible to lie if attaining the goal is permissible…, and obligatory to lie if the goal is obligatory. …One should compare the bad consequences entailed by lying to those entailed by telling the truth, and if the consequences of telling the truth are more damaging, one is entitled to lie…

Die Taqiyya ist tatsächlich 1000 Jahre alt, wie Ghazalis Zeilen beweisen. Nur ist es doch wohl ein Unterschied, ob man als Mensch auf die „jeweilige Bedrohungssituation“ reagiert, um sein Leben zu retten, wie beispielsweise im Dritten Reich die bekennenden Christen, die Juden, Kommunisten, Sozialdemokraten und Widerständler, oder ob ich religiös legitimiert lüge, weil ich damit einem aus islamischer Sicht erstrebenswerten Ziel dienlich sein kann. Letzteres heißen weder Judentum noch Christenheit gut.

Nein ben, du irrst. Weder Scoutissima noch ich haben behauptet, dass jeder Moslem entweder Islamist sei oder Taqiyya betreiben würde. Ich weise nur darauf hin, dass im Nahmen Allahs beispielsweise muslimische Eltern ihre Kinder hintergehen und anlügen dürfen, wenn dies zur Durchsetzung der Lebensweise nach der Scharia hilfreich ist.

Wie erklärst du dir denn, Mustafa Ceric betreffend, die Diskrepanz zwischen der Erklärung der europäischen Muslime auf der Website rijaset.ba und dem davon abweichenden Gesprächsinhalt den aghamemnun berichtet?[3]

Wie viele andere säkulare Muslime lesen Necla Kelek, Fatma Bläser und Bassam Tibi den Koran nach der historisch-kritischen Methode; von Tibi stammt der Text zur Taqiyya im christlich islamischen Dialog „Selig sind die Belogenen (Politik 23 / 2002 in DIE ZEIT), den auch das Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung verlinkt).[4]

Für die Autoren der gerade genannten Website beginnt interkultureller Dialog mit universaler Verantwortung gegenüber allen Menschen und denkenden und fühlenden Wesen. Unter 5.3 im selben Dokument sind Empfehlungen zum Thema Vertiefen des Dialogs / Grenzen der Toleranz nachzulesen. Interreligiöser Dialog beginne mit der universalen Verantwortung gegenüber allen Menschen und denkenden und fühlenden Wesen. So sollen auch politisch inkorrekte Themen zivilcouragiert angesprochen werden. Aus der aufgeführten Liste möchte ich folgende Aspekte besonders hervorheben bzw. ergänzen:

Die soziale und wirtschaftliche Not sowie die ökologischen Bedrohungen in vielen muslimisch geprägten Ländern sind Herausforderungen, denen nicht länger mit privaten Almosen (Zakat, eine der 5 Säulen des Islam, 5-10% des Einkommens) entgegengewirkt werden kann.

Beschneidungsrituale bei Mädchen und Jungen, arrangierte Ehen, Zwangsheiraten, islamische Missionierung durch Zwangsehen mit christlichen Mädchen, die Kinder gehören nach der Geburt automatisch dem muslimischen Glaubensgemeinschaft an, müssen in den Rahmenbedingungen der AEMR thematisiert werden.

Soweit der ergänzte Auszug aus den Empfehlungen des Staatsinstituts zum interreligiösen Dialog.

Zur angeblich exklusiven Mädchenbeschneidung im Islam:

Die Mädchenbeschneidung im Islam ist nicht exklusiv, beschnitten werden auch alle Jungen, selbst wenn kein medizinischer Grund vorliegt. Diese unnötige, schmerzhafte und auch bei männlichen Kindern nicht immer komplikationslose Unsitte verletzt das Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit beider Geschlechter. Kinder sind hier besonders vor Kulturrelativisten und Verharmlosern zu schützen, da sie ihnen völlig hilflos ausgeliefert sind.[5]

Wer hat denn behauptet, dass die Beschneidung von Genitalien ausschließlich in islamischen Familien praktiziert wird? Scoutissima hat auf die FGM Indonesiens nur deshalb hingewiesen, weil sie nach der im Land vorherrschenden schafiitischen Rechtsschule absolut verpflichtend ist und es unseres Wissens in Indonesien, anders als im nordirakischen Teil von Kurdistan, noch keine Gegenbewegung gegen diese folgenschwere, schmerzhafte Verstümmelung gibt. Zugegeben, Scoutissimas Bemerkung, FGM bei der UNESCO als Weltkulturerbe klassifizieren zu lassen, war sehr spitz. Doch bestehen offensichtlich gegen die Verbotsbestrebungen starke Gegenkräfte, die man „kultursensibel“ nennt. Wie wäre es, wenn man den von Zirkumzision betroffenen oder bedrohten Mädchen und Jungen gegenüber kindersensibel reagiert? Stattdessen missbrauchen Väter und Mütter das Vertrauen ihrer unwissenden, hilflosen und nicht einwilligungsfähigen Töchter und Söhne, verletzen deren körperliche und seelische Gesundheit, und wir sollen das „kultursensibel“ tolerieren. Wenn erwachsene Frauen sich aus ästhetischen Gründen dazu entschließen, diesen Eingriff vornehmen zu lassen, ist das zwar ihre persönliche Entscheidung, jedoch erlauben wir auch niemandem, sich umzubringen. FGM und nicht medizinisch begründete MGM müssen verboten werden, Kinder sind besser zu schützen. Ärzte, die eine Zirkumzision ohne zwingenden gesundheitlichen Grund durchführen, müssen bestraft werden, Eltern sollten ihr Sorgerecht verlieren.

Lieber ben, du solltest dich informieren, Wikipedia ist da tatsächlich nicht die schlechteste Quelle. Wenn du behauptest, ich wäre schon mit Wiki ohne weiteres widerlegbar, scheinst du nicht gründlich gelesen zu haben.

Dort wirst du zum Thema Kinderheirat lesen, dass in allen islamischen Rechtsschulen das Heiratsalter für Mädchen neun Jahre, für Jungen 12 bis 15 Jahre beträgt. Es wird berichtet, das Zwangsehen von Mädchen im Grundschulalter und in der beginnenden Pubertät mit einem wesentlich älteren Mann, dem Vorbild Mohammeds folgend, in muslimischen Gesellschaften nicht geächtet werden. Diese Behauptung wird durch Beispiele belegt. Es wird darauf hingewiesen, dass auch in den Staaten Südasiens die Kinderheirat traditionell verankert und sehr häufig ist, daran hätte auch der Child Marriage Restraint Act von 1929 und der Einsatz politisch einflussreicher Kritiker der Zwangsehe nichts ausrichten können. 2008 stellte die UNDP Studie „Human Development Report – Youth in Turkey“ fest, dass vor allem in den ländlichen Gebieten der Türkei die Furcht, dass die Familienehre verletzt werden könnte, oftmals nicht nur die Begründung für Kinderheiraten, sondern auch für Ehrenmorde ist. Soweit der zusammengefasste Inhalt aus Wikipedia.

Traditionen, Riten und religiöse Dogmen sind so tief in Psyche, Denk- und Verhaltensmustern der Menschen verwurzelt, dass sie nicht ohne weiteres aufgegeben werden. Zu diesem Ergebnis kommt auch die Untersuchung von Dr. rer. soc. Dipl. Psych. Ilhan Kizilhan (Konflikte und Konfliktlösungen in patriarchalischen Gemeinschaften), die Lebens- und Ehrkonzepte großer Teile der ostanatolischen Bevölkerung darstellt, die teilweise der jesidischen Religion angehören.[6]

Mehr als 60 Millionen Frauen, heute im Alter von 20-24 Jahren, waren solche Kindbräute. In Südasien ist die Zahl von Kinderehen am höchsten, darauf folgt Schwarzafrika. Obwohl in den von Hinduismus, Sikhismus, Jesidentum, Islam und wohl auch in den vom tibetanischen Buddhismus geprägten Ursprungsländern nicht selten offiziell verboten, werden Imam-Ehen, Zwangsheiraten, arrangierte Ehen, Kinderehen und Polygamie die dortige Lebenswirklichkeit noch auf Jahrzehnte bestimmen.

Nach der Migration in ein anderes Land werden traditionelle Familien- und Ehrkonzepte nicht selten sogar besonders fundamentalistisch interpretiert und streng orthodox praktiziert. Das lässt sich beispielsweise durch den Bericht der Baden-Württembergischen Fachkommission gegen Zwangsheirat belegen. Eine dort veröffentlichte Statistik von 2006 stellte fest, dass in diesem Bundesland immerhin 55 % der von Zwangsheirat betroffenen und bedrohten Personen jünger als 19 Jahre alt waren.[7]

Europa droht die Rechtsspaltung, die religiös begründete Rechtsverschiedenheit im Familien- und Erbrecht. Ich zitiere aus einem Leserkommentar aus der ZEIT vom 02.12.2006 zu einem Artikel von Jörg Lau, Erklärung Europäischer Muslime vom 01.12.2006:

Das sind schöne Worte und man muss sie sehr sehr aufmerksam lesen. Vor allem diese Absätze:

c) the development of the Islamic schools capable to educate European born Muslims for new challenges of the multicultural societies;

d) the political freedom that will enable European Muslims to have their legitimate representatives in the European state parliaments;

e) the relaxation over the European migration policy which tends to be very restrictive towards Muslims recently;

f) opening the way for the Muslim law to be recognized in matters of personal status such as the Family Law;

Da wird nichts anderes als die Scharia im Familienrecht gefordert.

Die Scharia ist ewig, keiner hat das Recht sie zu kritisieren oder zu verändern (Ceric: The challenge of a single Muslim authority in Europe). Nur die islamische Jurisprudenz (Fiqh) darf von speziell geschulten Schariagelehrten mit Hilfe der vier Rechtsfindungsmethoden ausgelegt werden. Der Interpretationsspielraum ist allerdings recht begrenzt, da die 114 Suren des heiligen Buches nur wenige Rechtsnormen enthalten und nur die dürfen historisch-kritisch gedeutet werden. Im Islam mag es zwar viele Glaubensströmungen geben, aber nur eine Scharia. Jede Ausprägung des Islam bezieht sich auf dieses vorgeblich göttliche Recht, daher gibt es nur den auf das islamische Recht bezogenen Islam. Einen organisierten Islam, der sich von der Scharia distanziert, und nur der wäre kompatibel mit AEMR und Grundgesetz, gibt es noch nicht. Die Bundesregierung und sonstige Dialogpartner werden dies auch noch lange zu verhindern versuchen, aus machtpolitischem Kalkül und um ihr Gesicht nicht zu verlieren.

Bei Einführung, fortgesetzter Duldung oder Anerkennung der Scharia hätten wir, wie in Großbritannien, Scharia-Gerichtshöfe, an die sich Muslime wenden können. Der kollektive Druck auf die Migranten durch Familie und soziales Umfeld wird dann jedoch so hoch sein, dass keiner wagen wird, bei einem zivilen Gericht Klage zu erheben oder gegen die Scharia-Urteile Widerspruch einzulegen. Es gäbe dann AEMR- und grundgesetzfreie Gegenwelten, in denen das Abschließen polygamer Ehen nicht länger untersagt ist und in denen Muftis und Imame neunjährige Mädchen verheiraten, wie das Cemali Meco aus der Universitätsstadt Komotiní (Griechenland, Mitglied der Europäischen Union) völlig legal praktiziert.

In Deutschland kann (nicht muss) bereits jetzt über das jeweilige Internationale Privatrecht[8] des Staates, aus dem der Migrant stammt, rechtswirksam die Scharia angewandt werden, solange das Urteil nicht gegen den Ordre Public verstößt[9].

Führende Rechtsexperten wie Hilmar Krüger, Professor für ausländisches Privatrecht an der Universität Köln, stellten in einem Interview des SPIEGEL klar, dass wir seit Jahren islamisches Recht anwenden und das sei auch gut so. Der Erlangener Jurist und Islamwissenschaftler Mathias Rohe meint dazu, dass das Nebeneinander von Rechtsordnungen Ausdruck von Globalisierung sei.

Seit wann hat ein auf AEMR und Grundgesetz basierender Rechtsstaat die Rechtsverschiedenheit und zumindest das Familien- und Erbrecht der Scharia zu globalisieren? Vor Gericht haben in der BRD Menschen ohne Rücksicht auf Herkunft, Geschlecht, Religion, sexuelle Orientierung und Ethnie ein Recht auf Gleichbehandlung. Der einmalige Betrag von 600 iranischen Goldmünzen Morgengabe im Gegenwert von 162.000 € wird sehr bald aufgebraucht sein und Unterhalts- sowie Versorgungsaufwand im Alter in Deutschland nicht abdecken können[10]. Damit wären Musliminnen gegen über deutschen Frauen benachteiligt. Das ist verfassungswidrig.

Mit der Reform des Personenstandsrechts (Januar 2009), die eine Eheschließung vor einem Geistlichen ohne vorherige Bestätigung durch den Standesbeamten legalisiert, haben wir die so genannten Imam-Ehen, die Kinderheirat, Polygamie und Zwangsverheiratung erleichtert. Die Familienrechtlerin Seyran Ates („Deutschland öffnet der muslimischen Zwangsheirat und der Vielehe damit Tür und Tor“) hält den Wegfall der Verpflichtung zur standesamtlichen Voraustrauung für einen fatalen Fehler, da Frauen und Kinder in religiös geschlossenen Ehen nicht die gleichen Rechtsansprüche einfordern können wie in der Zivilehe. Angst und bange wird mir bei dem Gedanken, wie leichtfertig diese „Reform“ durchgesetzt worden ist:

„Die Erfahrungen haben gezeigt, dass „andere in Deutschland vertretene Religionsgemeinschaften“ trotz wiederholten Hinweises durch verschiedene deutsche Stellen nicht dazu bewegt werden konnten, ihre Eheschließungspraxis nach den §§ 67, 67a PStG auszurichten. Es sollte daher bei dem Wegfall der im Verhältnis zu den beiden großen Kirchen nicht erforderlichen und sonst offenbar wirkungslosen Vorschrift verbleiben[11]“.

Man stelle sich das vor: Weil es in Deutschland Menschen gibt, die sich trotz mehrfacher Aufforderung nicht an mehrheitsfähige Regeln halten wollen, passt man die Vorschriften einfach an die Gewohnheiten dieser Leute an. Glaubst du wirklich, ben, dass diese Politiker sich anders entschieden hätten, wenn es explizit um die Scharia gegangen wäre?

Scoutissima und mir stellen AEMR und Grundgesetz wesentliche Handlungsrichtlinien bereit, die wir beruflich und privat propagieren und umzusetzen versuchen. Uns ist völlig egal, welche Wurzeln, Religion, Weltanschauung oder politische Einstellung jemand hat, solange sie mit den Grundrechtsnormen der Verfassung und den unteilbaren Jedermenschrechten vereinbar sind.

Gegen jugendgefährdende Demagogen und sonstige religiöse oder politische Extremisten werden wir uns daher, wie Necla Kelek, Ayaan Hirsi Ali, Seyran Ates, Taslima Nasreen, Henrik M. Broder, Ralph Ghadban und Bassam Tibi, jederzeit einsetzen. Das gilt auch für den schariabasierten Islam.

Pierre Vogel ist einer der einflussreichsten salafistischen Konvertiten in der Bundesrepublik, der nicht u n s e r Bild vom Islam prägt, sondern das seiner Anhänger und Sympathisanten sowie rechtsradikalen Gegner.

Die Würde des Menschen, also auch der verschleierten und nicht verschleierten Musliminnen, ist unantastbar aber nicht unverletzlich. Praktizierte Misogynie und Misandrie genießt in freiheitlich demokratischen Rechtsstaaten nicht den Schutz des Art. 4 GG‚ der ungestörte Religionsausübung nur unter verfassungskonformen Voraussetzungen gewährleistet.

Die weibliche Weltbevölkerung zu biologisieren, zu sexualisieren, ihnen aufgrund ihrer Monatsblutung, wegen der sie aufgrund von Unreinheit Gebet und Fasten verschieben muss, einen Mangel an Religion vorzuwerfen, ist frauenfeindlich.

Mädchen und Frauen als dumm, sittlich und moralisch verunsichert und minderwertig zu stigmatisieren und darauf festzulegen, nichts anderes im Sinn zu haben, als Männern den Kopf zu verdrehen, sie zu verführen und vom geraden Weg abzubringen, die Sünderinnen deshalb zu verteufeln, wie Koran und Sunna es immer wieder tun, diskriminiert jede weibliche Person. Quelle: Ralph Ghadban: Das Kopftuch in Koran und Sunna, bpb.

Der Hidschab, damit meine ich jede Art der Verschleierung für Frauen, ist nicht lediglich irgendeine religiöse Frauenkleidung. Die islamische Bedeckung verkörpert patriarchale Denkmuster und Geschlechterrollen der kulturellen Vormoderne und reduziert jede Muslima und Nichtmuslima auf ihre angeblich von Allah-Gott erschaffene Natur, auf ihre Rolle als personifizierte Sünde, als Ursache für Zwietracht und als wandelndes potentielles Sicherheitsrisiko für jeden weiblichen und männlichen Allahfürchtigen.

Dieser heilsgefährdenden Versuchung kann man nach islamischer Orthopraxie nur durch Verhüllen des Frauenhaares mit einem Schamtuch oder durch vollkommenes Verstecken des weiblichen Körpers unter einem Ganzkörperschamtuch (frei nach Zaimoglu) entgegenwirken. Der Schleier, wie lang er auch immer ist, wird auch getragen, um sich als strenggläubige, reine Tochter Allahs vor den durch den Teufel beherrschten und besudelten, in die Irre gegangenen Abweichlerinnen zu schützen und abzugrenzen. Der soziale Druck auf alle Mädchen und Frauen steigt proportional mit der Anzahl der Kopftücher im Straßenbild.

Zur ‘Freiheit‘ das Kopftuch anzulegen gehört immer auch die Freiheit, ohne Furcht darauf verzichten zu können, um bei einer anderen Gelegenheit einfach wieder nach diesem Utensil zu greifen. Das ist aber nicht mehr möglich, weil man dann nicht mehr zu Allahs gehorsamen Untergebenen zählt. Frag doch eine deiner Kolleginnen, ob sie bereit wäre, das Kopftuch beispielsweise nur zum Moscheebesuch zu tragen, bei sommerlichen Temperaturen oder bei der Arbeit darauf zu verzichten.

Hosen gehörten vor allem in katholischen Familien zur Emanzipation der Frauen. Im Islam gehört das Beinkleid, das man beispielsweise unter dem Rock trägt, durchaus zur schariakonformen Kleidung. Alles soll verdeckt sein, bis auf Gesicht und Hände. Die Kleidung soll weit sein und nicht die Körperformen abzeichnen. Sogar wenn die Frau einen Minirock über einer Jeans trägt, hat sie sich vorschriftsmäßig gekleidet, denn der Minirock verdeckt die Konturen der Figur besser als die körperbetonte Hose[12]“.

Die verfassungswidrige, mehrstufig diskriminierende, auf Koran, Sunna und Scharia basierende Glaubenspraxis beraubt alle Mädchen und Frauen ihrer Partizipationsrechte und Chancengleichheit. Derartiger männerverherrlichender Fundamentalismus verletzt auch jede Kopftuchträgerin, Niqabi und Burkaträgerin zutiefst in ihrer Menschenwürde, die in freiheitlich demokratischen Rechtsstaaten auch kleinen Gruppen, ja sogar jedem Individuum qua Geburt zusteht. Auch ich als Kafira, nach der Doktrin noch eine Stufe tiefer stehend als die bereits herabgewürdigte unverschleierte Muslima, fühle mich in meinem Frau-Sein und Mensch-Sein durch einen solchen Moralkodex tief gekränkt.

Die Dämonisierung des Weiblichen, die individuelle wie auch gesellschaftliche Diskriminierung von Mädchen und Frauen ist ein klarer Verstoß gegen die universellen Menschenrechte und die von diesem Wertesystem abgeleiteten einklagbaren Freiheits- Abwehr- und Schutzrechte unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung.

Wenn es tatsächlich Frauen geben sollte, die den Niqab freiwillig tragen, müssen wir diese Selbstbeschädigung nicht dulden, zumal sie Respektlosigkeit, kollektiven Druck und unverhohlenen Sexismus, der allen Frauen mit offenen Haaren in unseren muslimisch dominierten Straßenzügen entgegengebracht wird, fördert.

Bei einer Podiumsdiskussion erklärte Ralph Giordano seine Position zum islamischen Kopftuch:

Wenn das offene Haar Begehrlichkeiten bei Männern weckt, wäre es da nicht besser, man legte den Männern Handschellen an, als Frauen das Kopftuch zu verordnen[13]?

Aus dem Hut zaubere ich auf Kindergeburtstagen schon mal Spielkarten, ich lese auch schon mal Geschichten vor, aber ich zaubere keine Geschichten aus dem Hut. Das haben islamkritische Sozialpädagogen nicht nötig. Sieh dir mal den Artikel Zwischenruf: Die vergrabene Bombe von Hans Ulrich Jörges von August 2008 (STERN 32/2008) an[14]. Der nun wirklich nicht als islamophob oder rechtsextrem beleumundete Journalist veröffentlicht Zahlen aus Böhmers Integrationsbericht:

Migranten in Deutschland: 15,3 Millionen;

Anteil der Migrantenfamilien: 27 Prozent;

Migrantenquote bei Kindern bis zwei Jahre: 34 Prozent;

Migranten ohne Berufsabschluss: 44 Prozent;

Migranten im Alter zwischen 22 und 24 Jahren ohne Berufsabschluss: 54 Prozent; türkische

Migranten ohne Berufsabschluss: 72 Prozent;

erwerbslose Migranten: 29 Prozent;

einkommensschwache Migranten: 43,9 Prozent;

Migranten in Armut: 28,2 Prozent;

Migrantenkinder in Armut: 36,2 Prozent;

türkische Migrantenkinder mit Misshandlungen und schweren Züchtigungen in den Familien: 44,5 Prozent;

Berliner Migrantenkinder mit Förderbedarf in deutscher Sprache: 54,4 Prozent;

Migrantenquote an der Eberhard-Klein- Schule, Berlin-Kreuzberg: 100 Prozent;

Migrantenanteil bei Jugendlichen mit über zehn Straftaten in Berlin: 79 Prozent.

Ich weiß nicht wo du dein Islambild her hast ben, aber mit der Wirklichkeit hat das nicht viel zu tun, wie du an dem folgenden Text erkennen kannst[15]:

Fremd in der neuen Heimat

Unter jungen Frauen mit türkischer Abstammung gibt es in Deutschland fast doppelt so viele Selbstmorde wie unter gleichaltrigen Deutschen. Eine Studie nennt die Gründe. Von Steven Geyer

Berlin. Unter jungen Frauen mit türkischer Abstammung gibt es in Deutschland fast doppelt so viele Selbstmorde wie unter gleichaltrigen Deutschen. Im Vergleich zu den Migranten insgesamt ist der Unterschied noch größer: Unter ihnen ist die Suizidrate sogar niedriger als unter deutschen Altersgenossen. Dass Türkinnen sich deutlich öfter das Leben nehmen oder es versuchen, ist inzwischen durch mehrere Studien belegt – warum es so ist, erforscht derzeit eine Studie von Berliner Charité und Uniklinik Hamburg.

„Die Gründe für die Probleme der Türkinnen sind vielfältig und je nach Alter sehr verschieden“, umreißt Leiterin Meryam Schouler-Ocak, Oberärztin der Psychiatrischen Uniklinik der Charité, die Trends nach dem ersten Untersuchungsjahr. Die befragten 18- bis 35-jährigen Deutschtürkinnen litten vor allem unter kulturellen Konflikten: Verbote durch Väter, Zwangsehen, Frustration der Eltern, die sich in Deutschland schwer zurechtfänden.

„Junge Frauen wachsen mit dem Ehr- und Reinheitsbegriff der Eltern auf, aber gleichzeitig sehen sie, wie Gleichaltrige leben“, sagt Schouler-Ocak. Auch ohne Druck von außen könne dieser Konflikt eskalieren. „Bei einem Thema wie Jungfräulichkeit kann sich die Krise so auswachsen, dass manchen Frauen Suizid als einziger Ausweg scheint.“ Stark gefährdet unter den jungen Frauen scheinen jene zu sein, die nach Deutschland kommen, um einen Türken zu heiraten. „Sie haben massive Anpassungsprobleme. Ihr Traum vom Leben in Deutschland scheitert, gleichzeitig müssen sie den bisherigen Lebensstil aufgeben.

Bei Frauen zwischen 35 und 55 ergaben die bisher qualitativen, also als Befragungen und Gesprächsrunden angelegten Untersuchungen ein anderes Bild. Hier führen eher häusliche Gewalt, die Abhängigkeit vom Mann und Geldsorgen zu Krisen. Türkinnen über 55 klagten über Vereinsamung, Gefühle der Nutzlosigkeit und Angst, nicht in der Großfamilie zu altern, sondern als Pflegefall zur Last zu fallen. Kürzlich hatte eine Kölner Erhebung ergeben, dass Suizidversuche unter Jugendlichen sich in den vergangenen 20 Jahren vervielfachten und immer jüngere Kinder betrafen. Auch hier warnte Jugendpsychiater Peter Melchers, in Köln falle „der hohe Anteil suizidgefährdeter türkischer Mädchen auf“.

Die an der vom Bildungsministerium geförderten Charité-Studie beteiligten Forscher werden in den nächsten zwei Jahren nach Hilfsmöglichkeiten suchen. Schouler-Ocak sagt, die ersten Erkenntnisse decken sich mit ihren Erfahrungen aus der Notaufnahme. Sie hofft, aus der Studie konkrete Schritte ableiten zu können – etwa die Einrichtung einer Telefonberatung oder die Erstellung von Aufklärungsmaterial.“

Lieber ben, als Pfadfinder oder Bündischer solltest du dich nicht um Islamophobie und ihre Konsequenzen sorgen, sondern um Desinteresse, Gleichgültigkeit und mangelnde Zivilcourage unserer Politiker und Honoratioren im christlich-muslimischen Dialog sowie um die Kulturrelativisten in der Jugendarbeit.

Mit besten Grüßen

Lagerfeuer

Quellen

[1] Der größte Erfolg für die AABF in den vergangenen Jahren war sicherlich die Anerkennung als Religionsgemeinschaft gem. Art. 7 Abs. 3 GG in Deutschland. Erst als Konsequenz dieser Anerkennung wurde der alevitische Religionsunterricht an staatlichen Schulen als ordentliches Lehrfach eingeführt. Auf diesem Weg haben wir gern jegliche Hürden in Kauf genommen und alle rechtlichen Grundsätze erfüllt. Warum die gleichen Anforderungen nun für den KRM plötzlich nicht mehr gelten sollen, muss die Schulministerin den deutschen Bürgern und Wählern erst noch erklären.

http://www.alevi.com/de/content/wider-der-politik-des-vergessens-und-der-verleumdung

http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Aleviten.html

http://www.domradio.de/aktuell/73139/der-islam-kennt-keine-kirche.html

http://www.alevi.com/de/content/pressemitteilung-der-alevitischen-gemeinde-deutschland-ev-vom-25022011

http://www.welt.de/politik/deutschland/article13242127/SPD-und-Gruene-machen-Radikale-salonfaehig.html

[2] Zur Taqiyya weiß al-Ghazali Genaues.

http://www.mideastweb.org/Middle-East-Encyclopedia/taqiyah.htm

[3] Mustafa Ceric: DECLARATION OF EUROPEAN MUSLIMS.

http://www.rijaset.ba/en/index.php?option=com_content&view=article&id=66

[4] Selig sind die Belogenen. Der christlich-islamische Dialog beruht auf Täuschungen – und fördert westliches Wunschdenken. Von Dr. Bassam Tibi

http://www.efg-hohenstaufenstr.de/downloads/texte/selig_sind_die_belogenen.html

Der interreligiöse Dialog im Kontext der interkulturellen Kommunikation: Judentum – Christentum – Islam

http://www.kompetenz-interkulturell.de/userfiles/Grundsatzartikel/Interreligioeser_Dialog.pdf

[5] Quellen zu FGM, MGM.

Genital Integrity …is the principle that all human beings—whether male, female or intersexed—have a right to the genitalia they were born with.

http://www.icgi.org/

Durchaus ein Thema für AEMR-verhaftete Pfadfinder: Nein zur medizinisch unbegründeten Jungenbeschneidung.

Intact America envisions a world where children are protected from permanent bodily alteration inflicted on them without their consent, in the name of culture, religion, profit, or parental preference. Intact America works to protect babies and children from circumcision and all other forms of medically unnecessary genital alteration, whether carried out for cultural conformity or profit, in medical or non-medical settings.

http://intactamerica.org/

Ja zur Genital Integrity, Nein zur weiblichen Genitalverstümmelung (FGM / FGC).

The International Network to Analyze, Communicate and Transform the Campaign against FGM/C (INTACT).

http://www.intact-network.net/intact/index.php

amnesty international: END FGM. Female genital mutilation (FGM) is a form of violence against women and children that can amount to torture.

http://www.endfgm.eu/en/

The Campaign: Stop FGM in Iraqi-Kurdistan

In the few years since it has been launched, the campaign Stop FGM in Kurdistan has created the conditions for an effective struggle against female genital mutilation (FGM) in Kurdish northern Iraq.

http://www.stopfgmkurdistan.org/

Indonesiens Muslime sind zumeist Schafiiten, Islamic FGM ist ihnen religiöse Pflicht.

Sara Corbett A Cutting Tradition.

http://www.nytimes.com/2008/01/20/magazine/20circumcision-t.html

Stephanie Sinclair: Inside a Female-Circumcision Ceremony

http://www.nytimes.com/slideshow/2008/01/20/magazine/20080120_CIRCUMCISION_SLIDESHOW_index.html

[6] Ilhan Kizilhan: Konflikte und Konfliktlösungen in patriarchalischen Gemeinschaften am Beispiel der Solidargruppen in Ostanatolien

http://www.cco.regener-online.de/2002_1/pdf_2002_1/kizilhan.pdf

Ilhan Kizilhan: Islam, Integration und Migration: Konflikte jugendlicher Migranten mit islamischem Hintergrund

http://www.cco.regener-online.de/2008_1/pdf/kizilhan_2008.pdf

Prinzip Namus. Aus: Bilsky, W., Toker, M.: Jugendliche nicht-deutscher Herkunft im Strafprozeß:

„Die Konzepte von sevgi, saygı, şeref und namus garantieren das enge Eingebundensein in ein soziales Netz, das soziale Kontrolle ausübt und gegenseitige Unterstützung gewährt. Kinder sollen sich unterordnen, gehorsam sein, sich konform verhalten und Loyalität zeigen, damit ein hoher Grad an Zusammenhalt und gegenseitiger Abhängigkeit gewährleistet bleibt. Prozesse und Erziehungsziele wie Individuation, Autonomie, Initiative, Aktivität oder Neugier sind bei Kindern eher unerwünscht, würden sie doch die Kohäsion der Gemeinschaft gefährden.“

http://de.wikipedia.org/wiki/Namus

[7] Mit dem Bericht der Fachkommission Zwangsheirat der Landesregierung Baden-Württemberg liegen erstmals Zahlen über im Lande lebende, von Zwangsheirat betroffene oder bedrohte Frauen vor. „Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: allein zwischen Januar und Oktober 2005 haben 215 von Zwangsheirat Betroffene bei Beratungs- oder Hilfseinrichtungen nach Hilfe gefragt. Hierbei waren knapp 55% der Betroffenen 18 Jahre oder jünger. Das zeigt, welche Dimension dieses Problem auch bei uns zu Lande hat“, erklärte die frauenpolitische Sprecherin der Landtagsgrünen Brigitte Lösch. … „Es darf nicht passieren, dass die Handlungsempfehlungen der Fachkommission im Aktenordner verstauben“, betonte die Frauenpolitikerin. Deshalb fordern die Grünen im Landtag mit einer parlamentarischen Initiative die Landesregierung auf, nun ein Gesamtkonzept „Aktionsplan gegen Zwangsheirat“ zu erstellen.

http://www.bawue.gruene-fraktion.de/cms/themen/dok/145/145158.brigitte_loesch_fordert_vom_land_einen_a.pdf

DER SPIEGEL, 11.01.2011: Jede siebte Frau in der Türkei ist bei ihrer Hochzeit jünger als 18: Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Parlaments in Ankara. Viele der Ehen sind arrangiert, zudem gibt es Zehntausende Fälle von Polygamie – obwohl Vielehen gesetzlich verboten sind.

Istanbul – Statistikern in der Türkei zufolge heiratet jede siebte türkische Frau vor ihrem 18. Lebensjahr. Dies gehe aus einer wissenschaftlichen Untersuchung für die Gleichstellungskommission des Parlaments in Ankara hervor, berichtete die Zeitung „Milliyet“ am Dienstag.

Das gesetzliche Mindestalter für die Ehe liegt in der Türkei bei 16 Jahren. Insbesondere in ländlichen Gegenden werden viele Mädchen aber schon früher von ihren Familien verheiratet. Die Gesamtzahl der Bräute unter 18 Jahren liegt der Studie zufolge bei 5,5 Millionen.

Bei etwa jeder fünften der insgesamt 35,6 Millionen Frauen in der Türkei wählten dem Bericht zufolge die Familien den Ehemann aus; bei 2,1 Millionen Hochzeiten wurde ein Brautgeld ausgehandelt. Rund 1,7 Millionen Ehen werden zwischen engen Verwandten geschlossen, meist zwischen Cousinen und Vettern. Laut der Untersuchung nimmt die Zahl dieser Art von Ehen mit steigendem Bildungsgrad stark ab, wie die Zeitung „Sabah“ meldete.

Der Studie zufolge gibt es im Land etwa 187.000 Zweitfrauen, obwohl Vielehen gesetzlich verboten sind. Hauptgrund für einen Mann, sich eine Zweitfrau zu nehmen, sei der unerfüllte Wunsch nach einem Sohn.

Fast eine halbe Million Türkinnen sind dem Parlamentsbericht zufolge nur nach islamischem Ritus mit ihren Männern verheiratet. Diese sogenannten Imam-Ehen haben rechtlich keinen Bestand und sind insbesondere im armen Osten des Landes verbreitet. Viele Frauen in Imam-Ehen haben keine oder nur eine geringe Schulbildung.

Die Autoren der Studie von der Hacettepe-Universität in Ankara fordern in ihrem Bericht die Politik auf, gegen Missstände wie Kinderhochzeiten, Zwangsehen und Vielehen vorzugehen.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,738847,00.html

DER SPIEGEL, 17.03.2011: Das Strafgesetzbuch hat einen neuen Tatbestand: Wer Frauen und Mädchen zu einer Zwangsheirat nötigt, wird künftig mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,751628,00.html

[8] Internationales Privatrecht

http://de.wikipedia.org/wiki/Internationales_Privatrecht_%28Deutschland%29

[9] Ordre Public

http://de.wikipedia.org/wiki/Ordre_public

[10] „… verlangte eine iranische Frau im Zusammenhang mit ihrer Scheidung in Deutschland nunmehr 600 „Bahar Azadi“-Goldmünzen im Wert von 162.000 Euro, die ihr seinerzeit mit dem vom Eheschließungsnotariat im iranischen Isfahan besiegelten „Vertrag über die immerwährende Ehe“ für den Fall der Trennung als nachträgliches Brautgeschenk zugesagt worden waren“

http://www.rechtsindex.de/familienrecht/1328-kein-anspruch-einer-iranischen-ehefrau-auf-erfuellung-der-morgengabe

[11] Entwurf eines Gesetzes zur Reform des Personenstandsrechts (Personenstandstechtsreformgesetz-PStG

30. Zu Artikel 1 (§ 70 Abs. 1a – neu – PStG) (S.66)

In Artikel 1 ist in § 70 nach Absatz 1 folgender Absatz 1a einzufügen:

„(1a) Ordnungswidrig handelt auch, wer die religiösen Feierlichkeiten einer Eheschließung vornimmt, ohne dass zuvor die Eheschließenden vor dem Standesamt er- klärt haben, die Ehe miteinander eingehen zu wollen.“

Begründung

Der derzeitige Ordnungswidrigkeitentatbestand des § 67 PStG wird nicht für entbehrlich gehalten. Die Sicherung des zeitlichen Vorrangs der obligatorischen Zivilehe sollte auch weiterhin im Personenstandsrecht zum Ausdruck kommen, auch wenn die Vorschrift gegenwärtig keine große praktische Bedeutung haben mag. Zwar ist im Verhältnis zu den beiden großen Kirchen nicht zu erwarten, dass sie eine solche wieder erlangen könnte. Entsprechendes kann jedoch für die – tendenziell an Bedeutung gewinnenden – anderen in Deutschland verbreiteten Religionsgemeinschaften nicht festgestellt werden

Zu Nummer 30 (Artikel 1; § 70 Abs. 1a – neu – PStG) (S. 76)

„Dem Vorschlag wird nicht zugestimmt

Die Erfahrungen haben gezeigt, dass „andere in Deutschland vertretene Religionsgemeinschaften“ trotz wiederholten Hinweises durch verschiedene deutsche Stellen nicht dazu bewegt werden konnten, ihre Eheschließungspraxis nach den §§ 67, 67a PStG auszurichten. Es sollte daher bei dem Wegfall der im Verhältnis zu den beiden großen Kirchen nicht erforderlichen und sonst offenbar wirkungslosen Vorschrift verbleiben“.

http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/16/018/1601831.pdf

[12] Hijab hat zwei Bedingungen:

1.) Alles soll verdeckt sein bis auf und Gesicht und Hände (bei den Füßen gibt es Meinungsverschiedenheiten unter den Rechtsschulen)

2.) Die Kleidung soll weit sein und nicht die Körperformen abzeichnen. Trägt die erwähnte Frau also Minirock über einer Jeans, so hat sie zumindest die erste Voraussetzung erfüllt. Man kann sogar sagen, sie hat sich um die Erfüllung der zweiten Bedingung ebenfalls bemüht, denn der Rock sollte wohl das verdecken, was die Jeans allein noch deutlicher abgezeichnet hätte.

Aus: Lamees (Laura Cornelius) Schari’a (Gebote & Verbote) – Kleidung & Schmuck

http://www.islam-verstehen.de/scharia-gebote-a-verbote/78-kleidung-a-schmuck/174-minirock-und-kopftuch.html

[13] Das Kopftuch als Einzelzelle. Von Angelika Wölk, 31.01.2009.

Düsseldorf. Bei einer „kritischen Islamkonferenz” in Düsseldorf erklärte der Schriftsteller Ralph Giordano seine Position zum Kopftuch. Auch Vertreter des Zentralrats der Ex-Muslime verurteilten das Kopftuch als Symbol des politischen Islam.

http://www.derwesten.de/nachrichten/politik/Das-Kopftuch-als-Einzelzelle-id414133.html

Die vorgenannte Quelle berichtete über die Veranstaltung Kopftuchfreie Schule, eine prominent besetzte Veranstaltung der Kritischen Islamkonferenz am 30.1.09 in Düsseldorf (Ort: Hörsaal 3E, Gebäude 23.21 der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf).

http://www.kritische-islamkonferenz.de/090130ver.jpg

Mobbing gegen kopftuchfreie Mädchen. Von Rita Breuer, EMMA September/Oktober 2009.

http://www.emma.de/ressorts/artikel/islam-islamismus/mobbing-gegen-kopftuchfreie-maedchen/

Necla Kelek: „Strengreligiöse Muslime und ihre Islamverbände funktionalisieren die in Deutschland durch die Verfassung garantierte Freiheit der Religionsausübung, um das islamische Geschlechtermodell der unterschiedlichen Behandlung von Männern und Frauen durchzusetzen. Sie sexualisieren die Kinder damit auf unerträgliche Weise. … Der traditionelle Islam kennt die sexuelle Selbstbestimmung der Frau nicht, sie steht zeitlebens unter der Kontrolle der Männer.“ In: EMMA September/Oktober 2009.

http://www.emma.de/ressorts/artikel/kopftuch-burka/verstoss-gegen-die-menschenwuerde/

Necla Kelek wünscht das Verbot der Burka im öffentlichen Raum, denn: „Die Frau hat in der Öffentlichkeit nicht das Recht, ein Mensch zu sein.“ WELT-online, 18.06.2010.

http://www.welt.de/politik/deutschland/article8095519/Soziologin-fordert-Burka-Verbot-in-Deutschland.html

[14] Die vergrabene Bombe. Von Hans-Ulrich Jörges, in: STERN, 08.08.2008.

http://www.stern.de/politik/deutschland/zwischenruf/zwischenruf-die-vergrabene-bombe-634119.html

[15] Fremd in der neuen Heimat, von: Steven Geyer, Frankfurter Rundschau, 18.02.2010.

http://www.fr-online.de/politik/fremd-in-der-neuen-heimat/-/1472596/3195430/-/index.html

244. Islamic Research Foundation (IRF), Mumbai

22. Juni 2011

‏ ذاكر نايك

Zakir Naik

Betrachtungen zum Islam

Aus der Mitschrift Focus on Islam (2010) des indischen Predigers Zakir Naik übersetzt und kommentiert Jacques Auvergne.

Von seiner indischen Geburtsstadt Mumbai (Bombay) aus betreibt Zakir Abdul Karim Naik den auf ansteigende Segregation hinarbeitenden Kanal Peace TV, das „Friedensfernsehen“. Die Terroranschläge vom September 2001 hält der 1965 geborene Missionar für eine US-amerikanische Inszenierung („an inside job“).(1) Jeder männliche Muslim, so weiß der gottesfürchtige Präsident der Islamic Research Foundation (IRF), darf seine Ehefrau dann und wann ein bisschen schlagen.(2) Der Salafist nennt als seinen spirituellen Lehrmeister den indischstämmigen, in Südafrika aufgewachsenen Scheich Ahmed Deedat (1918-2005). Deedat reiste 1982 in den erst drei Jahre alten und gerade massenhaft Regierungsgegner ermordenden Iran, wo er Ayatollah Chomeinis religiöse Diktatur bewunderte.(3)

Im Juni 2010 verweigerten Großbritannien und Kanada dem als radikal geltenden Prediger die Einreise. Für Dezember 2011 plant Zakir Naik, und der sich in Istanbul mit dem aus Braunschweig stammenden, Scheich Abu Anas genannten Muhamed Seyfudin Çiftçi traf,(4) eine missionarische Rundreise durch die Türkei und Europa, wobei ein Besuch Bosniens ebenso vorgesehen ist wie die Einreise nach Deutschland.(5)

Naik arbeitet intensiv mit Predigern wie Abdur-Raheem Green (London) und Bilal Philips zusammen. Der in Kanada aufgewachsene gebürtige Jamaikaner Philips rief mehrmals zur Ermordung von Homosexuellen auf. Der Hassprediger hatte 2007 Einreiseverbot für Australien und 2009 für die USA und wurde am 20.04.2011, nach seinem Auftritt mit Pierre Vogel in der Frankfurter Innenstadt, auch aus Deutschland ausgewiesen. Am 29.05.2011 wurde Pierre Vogel nicht daran gehindert, in der Koblenzer Innenstadt und gemeinsam mit dem Engländer Green vor einem großen Plakat zu predigen, das für Philips 2001 gegründete ISLAMIC ONLINE UNIVERSITY (IOU) warb und in großen Lettern fragte: „Möchtest du Schüler von Dr. Bilal Philips werden? Gestalte deine Zukunft sinnvoll!“

Focus on Islam ist ein einziger, 2010 bei Adam (New Delhi) veröffentlichter abendlicher Vortrag, in dem der für seine Schlagfertigkeit und Korankenntnis berühmte Dr. Naik Fragen aus dem Publikum gerne zulässt und mit Blick auf ein schariatisch korrekt zu führendes Leben unverzüglich beantwortet.(6) Naik muss nicht immer sagen, was der Koran garantiert und was jeder im Saal weiß, dass nämlich jeder Mensch, der auf Erden das islamische Wohlverhalten schuldhaft verweigert, spätestens im Jenseits mit Allahs furchtbarer Strafe zu rechnen hat.(7)

Zakir Naik:

3, 4. Heute Abend sprechen wir über den Islam. „Islam“ kommt sprachgeschichtlich vom Wort „Salam“, was Frieden bedeutet. Islam bedeutet weiterhin, dass du deinen Willen ganz dem Willen des Allmächtigen Gottes unterwirfst. Jeder, ob Mann oder Frau, der sich Allah völlig unterwirft, wird Muslim genannt.

Islam heißt Unterwerfung, den bekannten und überstrapazierten Hinweis auf eine Sprachverwandtschaft zu Frieden hätte Naik sich sparen können. Andererseits mögen einem engagierten Islamischen Revolutionär Herren wie Maududi oder Qutb als pazifistisch vorkommen, schließlich ist Pressefreiheit oder Gleichberechtigung der Frau „ungerecht“ und Krieg gegen Gott. Während die um die Jahrtausendwende von der Millî-Görüş verbreiteten Aufkleber „Islam ist Frieden“ beinahe ganz verschwunden sind,(8) nennt Hessam Kordian seinen Blog unbeirrt nach dem „friedlichen“ Prinzip der Schreckensherrschaft der Islamgelehrten.(9) Der gottesfürchtige Schiit und Freund der Islamischen Revolution von 1979 hält es für geboten, dass die Frau vor Nichtverwandten keine Haarsträhne sehen lässt, er als Mann muss „natürlich“ keinen Hidschab tragen.(10)

Den Eltern gegenüber höflich zu sein ist eine Ibadah, eine Pflicht Allah gegenüber

24, 25. Im Koran (17:23-24) sagt Allah: Ich habe euch aufgetragen, niemanden außer Mich anzubeten und euren Eltern gegenüber höflich zu sein.

Widersprecht euren Eltern mit keiner Silbe und wendet euch ihnen mit Ehrerbietung zu.

Wenn die Tochter ihrem Wali Mudschbir nicht gehorcht und einen Mann heiratet, den ihr Vater ablehnt, oder sich nicht von ihrem Vater zwangsverheiraten lässt, lästert sie Allahgott. Zwar hat die der in Südostasien vorherrschenden schafiitischen Rechtsschule verpflichtete Regierung von Malaysia den entsprechenden Gesetzestext mit dem väterlichen Recht auf zwangsweises Verheiraten der Tochter nach Jahren von ihrer Homepage herunter genommen, doch gilt es als islamisch, dass die Muslima ohne die Zustimmung ihres Vaters nicht heiraten darf:

„Alles hängt vom Vater ab. Selbst wenn er die Ehe nicht erzwingen kann, so kann er sie doch verhindern, denn die Scharia gestattet es der Frau so gut wie gar nicht, einen Ehevertrag ohne die Zustimmung ihres Vaters einzugehen.“(11)

Cik Nik Noriani von den Sisters in Islam schenkt uns in Bezug auf das Islamische Familienrecht Malaysias reinen Wein ein:

„Noriani berichtete über die [Bestrebungen zur] Außerkraftsetzung der Vorgaben zum Wali Mudschbir, die in einigen Staaten [Malaysias] gegenwärtig Anwendung finden. Sie erläuterte, dass die Doktrin des Idschbar dem Wali Mudschbir [Heiratsvormund mit der Berechtigung zum Zwang], welcher der Vater oder väterliche Großvater der Frau ist, gestattet, seine jungfräuliche Tochter unter gewissen Umständen ohne ihr Einverständnis zu verheiraten.“(12)

Das Schweigen der Braut gilt als Einwilligung. Die in Bosnien, Kleinasien und Pakistan verbreiteten Hanafiten kennen den Wali Mudschbir ebenfalls, gestatten es der volljährig gewordenen Zwangsverheirateten jedoch, die Scheidung einzureichen. Der Idschbar, das religiöse Zwangsverheiraten, ist auch in der in Nordafrika den Ton angebenden Rechtsschule der Malikiten gestattet.(13)

Geschlechtsverkehr und Enthalten vom Ehebruch sind Ibadah, menschliche Pflicht Allah gegenüber

Wenn du Geschlechtsverkehr ausübst oder wenn du keinen Ehebruch begehst, betreibst du Gotteslob, Anbetung.

Auch wenn du dich sittsam kleidest, übst du Ibadah aus, Anbetung. Kurz gesagt ist all dein Befolgen der von Allah gegebenen Anordnungen eine Anbetung des Allmächtigen. Wenn du dich der Dinge enthältst, die Allah verboten hat, auch dann übst du Ibadah.

Der Islam kennt zwei Dimensionen von Pflichten, die ʿIbādāt schuldet der Muslim der Gottheit, die Muʿamalāt seinen Mitmenschen. Wir könnten das zwischenmenschliche Interagieren mit der x-Achse vergleichen, die dem allgewaltigen Himmlischen geschuldeten Verpflichtungen mit der y-Achse.

Zakir Naik betont, dass auch dein islamisch korrektes Verhalten den Menschen gegenüber (x) der Erhöhung Allahs (y) dient und deinen eigentlichen Pflichten der Gottheit gegenüber hinzuaddiert werden kann. Das überzeugt durchaus, denn Hedonismus, Selbsterfahrung und Egotrip sehen Koran und Sunna nun wirklich nicht vor, und einen anderen Sinn, als Annäherung (taqarrub) an Allah kann es für den Menschen nicht geben: Dhimma und Kalifat sind Gebet!

Genau betrachtet kommt es, einen Menschen, auch einen Ehepartner, um seiner selbst willen zu lieben, einer Form des Götzendienstes gleich. At-Tirmidhi sagte: „Allah sprach: Wer auch immer einen Menschen um Meiner Willen liebt, der gehört zu den Fackeln des [islamischen] Glanzes, und selbst die Propheten und Märtyrer werden solches begehren.“(14)

Die islamische „Liebe“ ist eine permanente Kontrolle, eine autonome Lebensführung wird mit der Drohung der Höllenstrafe verhindert. Auf die gerade zum Zwecke der islamischen Mission (daʿwa) oder beim Erbeuten einer Ehefrau verabreichte Verlockung von der innermuslimischen Geschwisterlichkeit oder Freundesliebe sollte daher niemand hereinfallen. Aus kulturell moderner, sprich aus säkularer Sicht wird der Familienangehörige, der Freund („Bruder“) oder Mitbürger im fundamentalistischen (klassischen) Islam zur bloßen Kulisse herabgewürdigt, wenn etwa auf Mohammed Bezug genommen wird, der sagte: „Ich schwöre bei dem Einen, in Dessen Hand meine Seele liegt, dass ihr das Paradies nicht erreichen werdet, bis ihr glaubt, und dass ihr erst glaubt, wenn ihr euch liebt.“(15)

26. Der Islam hat einen dualen Charakter, er zielt auf den Körper ebenso wie auf den Geist. Und mögen die Menschen auch sagen, die Lehren des Islam seien falsch, so zeigt sich darin nichts als der Mangel an Wissen.

Wissen ist islamfreundliches Wissen. Islamkritik ist falsches Wissen.

So mögen sie beispielsweise sagen, dass es falsch ist, mehr als eine Frau zu heiraten.

Islam ist wieder trendy, und der Trend geht zur Zweitfrau.

Wer gründlich informiert ist, wer korrektes Wissen über den Islam hat, wird erkennen, dass nicht eine einzige Lehre des Islam gegen die Menschlichkeit verstößt.

Die Ehebrecherin zu steinigen, jeder Frau den Schleier aufzuzwingen und dem Weintrinker vierzig bis achtzig Peitschenhiebe zu verabreichen,(16) all das ist für Zakir Naik eine Frage der „Humanität“ (humanity).

33. In Amerika gibt es täglich 1.900 Fälle von Vergewaltigung. Nun, wenn einer jemanden vergewaltigt, sieht die Scharia „schwerste Bestrafung“ vor, doch die Leute sagen das sei barbarisch. Ich fragte Nichtmuslime: „Welche Strafe würdest du jemandem geben, der deine Ehefrau oder Schwester vergewaltigt?“ Alle antworteten: „Den Vergewaltiger werde ich umbringen!“ Die Leute fordern also die Todesstrafe. Manche sagten sogar: „Ich werde ihn zu Tode foltern!“

Wenn wir die Scharia in Amerika implementieren würden, … befehlen würden, dass jeder Mann vor einer Frau den Blick zu senken hat und dass jede Frau anständig angezogen ist, und wenn dann immer noch einer vergewaltigt: Kapitaldelikt! … Dann würde die Quote der Vergewaltigungen zurückgehen. Aus keinem anderen Grund ist es Saudi-Arabien, das die niedrigste Anzahl von Vergewaltigungen aufweist.

Naik steht mit seiner echt islamischen Meinung nicht allein oder hat erfolgreich für das strafrechtliche Mittelalter missioniert. Auch der Blog Islam – The Truth kennt die Zahl der angeblichen täglichen US-amerikanischen 1.900 Vergewaltigungen und schließt sich der Pflichtverschleierung aller Frauen und dem schwersten Bestrafen des Vergewaltigers an.(17)

Die Muslime glauben, alles gehört Gott, alles ist Gottes, während die Hindus glauben, alles ist Gott.

40. Der gewöhnliche Hindu ist ein Anhänger des Pantheismus und sagt deshalb: „Alles ist Gott“. Dieser gewöhnliche Hindu sagt beispielsweise: „Der Baum ist Gott, die Sonne ist Gott, der Mond ist Gott, jedes menschliche Wesen ist Gott, der Affe ist Gott, die Schlange ist Gott.“ Das ist der wesentliche Unterschied zwischen den Hindus und uns Muslimen, wir verwenden das Genitiv-s und sagen: „Alles ist Gottes“.

41. Die Schriften des Hinduismus [aber] sagen „Ekham Braham“, das bedeutet, dass es nur einen Gott gibt, keinen zweiten, überhaupt nicht, ganz und gar nicht, kein bisschen. Der selbe Rig-Veda, immerhin die heiligste aller hinduistischen Schriften, sagt in Band 8 Kapitel 1 Vers 1 „Alles Lob gebührt Ihm alleine“ – Allhamdulillah Hi Rabbul Alamin. Der selbe Rigveda, Band 6 Kapitel 45 Vers 16 sagt „Es gibt nur einen Gott … Dient alleine Ihm“. Qul Huwallahu Ahad“ – „Sprich: Allah, Er, der Eine und Einzige“.

Indem wir also die Schriften der Hindus und der Muslime gründlich studieren und vergleichen, das gilt letztlich für alle religiösen Schriften, stellen wir fest, dass sie alle über den Tauhid sprechen, über das Konzept des Einen Gottes.

Islam ist das Original an Weltwahrnehmen und Weltverstehen, alles andere ist Kopie und damit Verfälschung, Zerrbild, Abirren. Nichtmuslime sind die Wahrnehmungsgestörten oder Frevler, die in die Irre Gegangenen. Was nicht Islam ist, ist nicht wichtig, weil es nicht menschengemäß ist, weil es unmenschlich ist.

Der nicht verstockte Hindu oder Christ entdeckt Allah und die Wahrheit der Scharia selbst in seinen nichtislamischen Schriften und muss, um sein Menschsein nicht zu verfehlen, lediglich zur wahren Religion zurückkehren. Wer das erkennt und dennoch Nichtmuslim bleibt, greift den Islam an, lästert den Propheten, führt Krieg gegen Allah.

Islam ist Naturreligion, ein wahrer Naturwissenschaftler ist bekennender Muslim.

Der Islam ist das einzige nicht-christliche Bekenntnis, das an Jesus Christus glaubt

44, 45. Das Wort Christ ist ein Spitzname, das die Feinde Christi erfunden haben … [Erst] die Feinde der Christen nannten die Angehörigen des Christentums Christen. Das war eine Misshandlung, die bis heute fortgesetzt wird. Der Heilige Koran jedoch sagt in Sure al-Imran, 3:52, dass Jesus Christus ein Muslim war. Der Koran sagt in Sure al-Imran, 3:67, dass er weder Jude noch Christ war, sondern Muslim. Damit hat das Gesetz, das Mohammed den Menschen brachte, dieselbe Grundaussage: Eingottglaube, das Verwerfen der Götzenanbetung und des Aberglaubens. Dann erst, als die Menschheit [nach und mit Jesus] ein gewisses [sittliches und spirituelles] Niveau erreicht hatte, war sie so weit, Allahs letzte Botschaft zu empfangen. Nach ihr [der Verpflichtung auf die Scharia] wird kein anderer Botschafter kommen, kein anderes Gesetz.

Mit dem kunstfertig eingesetzten Werkzeug der Auslassung (kitman) vermeidet Zakir Naik, seinen urgemeindlichen (salafistischen) Anspruch kundzutun: Der Mensch ist nicht befugt, sich Gesetze zu geben, nur Allah ist Gesetzgeber. Jedem strenggläubigen Muslim ist klar, dass Medina (622-855 n. Chr.) das einzige sittlich zu nennende Gemeinwesen war und dass islamischer Gehorsam (beherzigte Urgemeindlichkeit, „Salafismus“) militant (dschihadistisch), provokant (legalistisch) oder wie absichtslos (quietistisch) den Aufbau der Islamischen Ordnung nach sich zieht, die Umformung (Islamisierung) der von heilsgefährdender „Unwissenheit“ (Ǧāhilīya) verunreinigten monarchistischen, diktatorischen oder demokratischen heutigen Politik und Gesellschaft.

Tazkīya wa tarbīya, Purify and Educate (There is no tazkiya without shariah).(18) Man spricht auch von taṣfīya wa tarbīya.(19)

Jesus will, so deutet Zakir Naik an, dass der Christ die Scharia einhält. Jesus ruft zum Islam.

48. So etwas wie einen geborenen Priester kann es im Islam nicht geben. Unser geliebter Prophet sprach: „Jedes Kind ist im Deen-ul-Fitr geboren worden“. Deen-ul-Fitr bedeutet, als Muslim geboren zu sein. … Jedes Kind wird ohne Sünde geboren.

Von Geburt an, so der orthodoxe Islam, neige jeder Mensch zum Tauhid (tauḥīd), zum Erkennen und freudigen Fürwahrhalten der Unübertrefflichkeit und Unteilbarkeit von Gott, Weltgemeinde und Gesetz (Allah, Umma und Scharia). Dieses Konzept der fiṭra, des naturhaften Ausgerichtetseins hin auf Allah, Umma und Scharia, weist dem Islamkritiker oder Islamgegner einen Platz im Bereich des Widernatürlichen und Unmenschlichen zu.

Dīn, bei Naik anglisiert Deen, ist das „doing Islam“, beschränkt sich für den Einzelnen also keineswegs auf eine Erkenntnisebene oder spirituelle Innerlichkeit, sondern meint die Pflicht zur aktiven Durchsetzung (ḥisba) der Herrschaft Allahs. Auf der Ebene der Umma ist Dīn ganz entsprechend kein Verwalten von Traditionen oder Riten, sondern die Islampraxis, der Aufbau und das Perfektionieren (Islamisieren) von Erziehung, Verwaltung und Justiz. Der dīn ist damit die gesamte vom Menschen beeinflussbare irdische Sphäre, soweit sie nicht aus dem Bereich des nach der Scharia Zulässigen herausfällt (und Allah angreift). Dīn ist Schariapraxis und (damit) der Aufbau des auf das Jenseits ausgerichteten Staates.

Unmissverständlich und zur fehlerfreien Niederschrift (al-qurʾān) sagte die Gottheit in Vers 5:3 zu dem mit einem säkular verstandenen „Religion“ nicht umfassend genug wiedergegebenen Begriff des Dīn:

This day have I perfected your religion for you and completed My favour unto you, and have chosen for you as religion AL-ISLAM.(20) Heute habe ich euch eure Religion vervollständigt (so dass nichts mehr daran fehlt) und meine Gnade an euch vollendet, und ich bin damit zufrieden, dass ihr den Islam als Religion habt.(21)

Niqab ist spirituell, ja, Steinigung ist Religion, ja, doch im Sinne einer beibehaltenen AEMR ist der im Koranvers 5:3 genannte Dīn eben keine legale Religion. Schon weil er Kinder mit augenblicklicher Teufelsanwesenheit und künftiger Höllenstrafe einschüchtert, kann der Dīn (Islam) auch als islamischer Religionsunterricht (IRU) nicht pauschal legalisiert werden. Allein die geheiligte Frauendiskriminierung betreffend, um wieder nur einen winzigen Aspekt eines kulturrassistischen Totalitarismus aufzugreifen, darf IRU in keiner Weise zum Islamischen Recht (Scharia) aufrufen, denn die Scharia ist so wenig teilbar wie die Umma oder wie Allahgott selbst. Die Bundesrepublik kann in Sachen Hochschulpolitik oder Schulpolitik mit schariatreuen islamischen Verbänden wie ZMD, IGMG, VIKZ, DITIB oder KRM nicht zusammenarbeiten.

48. Wir Muslime bitten Allah um Rechtleitung und danken Allah für erhaltene Rechtleitung. … Rechtleitung erhalten wir als Salaah, in der Auskunft darüber, was für den Menschen gut ist und was schlecht ist.

Ṣulḥ bedeutet nicht Optimierung, sondern Heilssicherung. Die Wortgruppe um ṣalāḥ (Naik: Salaah), istiṣlāḥ (to seek the best public interest) oder maṣlaḥa deutet nicht einfach auf ein kulturell modern verstandenes Wohlergehen oder auf ein demokratietaugliches Gemeinwohl, sondern warnt den Koranleser vor dem ewigen Höllenfeuer. Ein Engländer läge falsch, Maṣlaḥa nur als public interest wiederzugeben, und übersähe das in Maṣlaḥa integrierte Streben nach ewiger Rettung der Seele und irdischer Abwehr der bösen Geister, bösen Ex-Muslime und bösen Frauen.

Heinrich Tischner aus dem hessischen Kreis Bergstraße übergeht oder übersieht nicht nur den Totalitarismus, sondern auch die Jenseitsbezogenheit, wenn er in einem Text zum Thema Weltfrieden zum Ordnungsbegriff der Scharia befindet: „ṣulḥ … Das Verbum ṣalaḥ usw. bedeutet ‘in Ordnung sein / bringen, sich versöhnen, Frieden schließen’, daraus türk. sulh, pers. (solh). Diese beiden Wörter haben also eine ähnliche Bedeutung ‘Wohlergehen ≈ Ordnung’.“(22)

Mit einer solchen Aussage eckt der im Kreis Groß-Gerau bis 2002 drei Jahrzehnte lang als Pfarrer tätige Evangelische innerhalb der Spezies der heutigen deutschen Politiker oder christlichen Kleriker nun wirklich nicht an, wo man Gewalt, Frauenfeindlichkeit und Schwarze Pädagogik (Katharina Rutschky) jedes schariatreuen Muslimisierungsprozesses nicht beim Namen zu nennen wagt. Implizit lobt Tischner den Islam pauschal als ordentlich und friedlich.(23)

Der Islam hat eine Obergrenze für Ehefrauen bestimmt, die anderen Religionen haben das nicht

56-58. Andere menschliche Lebensformen dulden beliebig viele Ehefrauen, alleine der Islam setzt das Maximum auf vier fest.

Warum die muslimische Frau nicht mehrere Männer heiraten darf? Wenn die Frau mehrere Männer hat, weiß man nicht, wer der Vater des Kindes ist, das ist der Grund. Heiratet der Mann mehr als eine Ehefrau, sind für jeden Vater und Mutter bekannt.

Geburtenkontrolle ist im Islam verboten, ich bin das fünfte Kind meiner Eltern, und mit einer gelungenen indischen Geburtenkontrolle stünde ich jetzt nicht vor Ihnen.

Warum ein nichtmuslimischer Junge das muslimische Mädchen nicht heiraten darf? Stellen wir uns nur ein Auto vor, das an derselben Achse einen Fahrradreifen und einen Lkw-Reifen aufweist – was denken Sie, wie gut das Auto fährt? Mit der Ehe sollten wir anders umgehen, schließlich ist die Frau der Partner für das ganze Leben. … Wenn der eine Ehepartner zur Kirche geht und der andere zur Moschee, beginnen beide, verschiedene Dinge anzubeten. So ein Fahrzeug läuft nicht harmonisch, es läuft gar nicht. Damit die Familie also gut funktioniert, sollte sie die selbe, gemeinsame Philosophie haben – das ist sehr wichtig.

Was das Wohlergehen der Familie als des Kristallzentrums des Kalifats sichert, ist sehr bald auf Schule, Stadt und Staat zu übertragen. Als Pakistans Two-Nation Theory oder Zwei-Nationen-Theorie ließ sich dieser am angeblich naturgemäßen islamischen Körperkonzept und am islamisch beherrschten Sexuellen ansetzende fromme Ekel zur territorialen Zerlegung Südasiens trefflich einsetzen. Von der religiösen Ehe, der Imam-Nikāḥ, führt der koranische „gerade Weg“ (aṣ-ṣirāṭu l-mustaqīm, the straight path) in die Abschottung und Apartheid.

Der Nichtmuslim widersetzt sich dem eigentlichen Femininen und eigentlichen Maskulinen, Allahgott liefert seinen Parteigängern das Monopol auf glückliches Frausein und echte Männlichkeit:

57. In Amerika leben sieben bis acht Millionen mehr Frauen als Männer, alleine New York hat eine Million mehr weibliche als männliche Bewohner. Und von der Bevölkerung New Yorks ist ein Drittel schwul. Das sind die Schwulen, Sodomiten, Qaum-e-Loot, diese Männer finden keinen weiblichen Partner. Es gibt mehr als 25 Millionen Schwule in Amerika. In Großbritannien gibt es vier Millionen mehr Frauen als Männer, in Deutschland fünf, in Russland sieben Millionen.

Wenn die Amerikaner, Briten, Russen und Deutschen endlich den Islam annähmen, so legt Zakir Naik uns nahe, könnten polygame Ehen die Einsamkeit dieser gotteslästerlich unverheirateten Frauen beenden. Oder sind es die fromm gewordenen Ex-Schwulen, welche dann die bevölkerungspolitisch unfruchtbaren Frauen heiraten?

Die Geschichte von Lot, arabisch Lūṭ, kommt auch im Koran vor, und die unübertreffbaren Laster der „Leute des Lot“, Qaum al-Lūṭ, der Bewohner von Sodom,(24) werden auch im Christentum mit der religiös verbotenen Homosexualität („Sodomie“, vom Sex mit Tieren sprachlich traditionell gar nicht unterschieden) verbunden.

Für Naik besteht in der islamischen Ächtung und schwersten Bestrafung homosexueller Lebensweise ein ebenso hoher Sinn wie im von Allah jeder Frau auferlegten Verbot, pro Ehedauer mit mehr als einem Mann Geschlechtsverkehr zu haben. Der Fortbestand der heilssichernden Umma, die Erbfolge der stammesseits erworbenen Eizelle und des im Stamm verbleibenden Spermas, ist über alle Generationen und Jahrhunderte sicher zu stellen bis zum Tage der Auferstehung. Die zum Zwecke der Fortpflanzung in den männlichen Stamm eingehandelte Frau ist mit einem Schleier zu bedecken, ihr Kopftuch verdeutlicht der Außenwelt ihr durch den Männerbund kontrolliertes Genital.

Jacques Auvergne

(1) 9/11 was an INSIDE JOB! – Dr. Zakir Naik

http://www.youtube.com/watch?v=kwEjtond_Yg

(2) Beating wife in Islam : Dr Zakir Naik. Dr Zakir Naik gives comprehensive answer regarding the Beating of Wife in Islam in accordance to Holy Qur’an and Sahih Hadith. This question was post in the program ‘Dare to Ask’ of Peace TV.

http://www.youtube.com/watch?v=K1FYvtjH5uM

(3) Gürhan Özoguz und Yavuz Özoguz bei ESLAM: Über die islamische Revolution sagte Deedat: „Dies ist keine iranische Revolution, sondern eine islamische Revolution.“

http://www.eslam.de/begriffe/d/deedat_ahmed.htm

(4) Das Treffen mit Dr. Zakir Naik in Istanbul / Türkei. Im Video eingeblendet die Internetadressen von Abu Anas (Muhamed Seyfudin Çiftçi, Braunschweig), vom jugoslawischen Netzwerk PozivuRaj (Tuzla) sowie von CenneteDavet, dem türkischsprachigen Missionswerkzeug des Braunschweigers.

http://www.youtube.com/watch?v=devTw6_ju8A

PozivuRaj (Stupine B-8, 75 000 Tuzla, Bosna i Hercegovina) verlinkt zum stadtfein daherkommenden ECFR-Mitglied und Führer der Gelehrten (Reisu-l-ulema) Großmufti Mustafa Cerić (http://www.rijaset.ba/), was PozivuRaj nicht davon abhält, ein Video mir Zakir Naik einzustellen, das gleich zu Beginn die salafistischen deutschen Internetadressen von Scheich Abu Anas, Einladung zum Paradies sowie CenneteDavet (Çiftçi, Braunschweig) einblendet.

http://www.pozivuraj.com/index.php?option=com_content&view=article&id=971:susret-sa-dr-zakir-naik-om-u-turskoj&catid=41:muslimani&Itemid=75

CenneteDavet (Çiftçi) will die Sprecher des Türkischen urgemeindlich machen (salafisieren). An prominenter Stelle wird für das online-basierte Fernstudium von ISLAMSCHULE (Çiftçi) sowie für den Moschee-Verlag (Çiftçi) geworben.

http://www.cennetedavet.net/

Ebu Hamza (Abu Hamza) ist Pierre Vogel, den der Braunschweiger Muhamed Ciftci per CenneteDavet solidarisch in den türkischen Sprachraum hinein wirken lässt.

http://www.cennetedavet.net/index.php?option=com_hwdvideoshare&task=viewvideo&Itemid=147&video_id=35

Ebu Adem (Abu Adam) ist der deutsche Ex-Feuerwehrmann Sven Lau (Mönchengladbach)

http://www.cennetedavet.net/index.php?option=com_hwdvideoshare&task=viewvideo&Itemid=147&video_id=5

Authentisches Wissen habe Ebu Said (Muhammed Ebu Said el-Yarbuzi, hier bei: Çiftçi / CenneteDavet)

http://www.cennetedavet.net/index.php?option=com_hwdvideoshare&task=viewvideo&Itemid=147&video_id=90

Çocuk eğitimi (Child education), Ebu Said zur Kindeserziehung, bei: Ciftci / CenneteDavet.

http://www.cennetedavet.net/index.php?option=com_hwdvideoshare&task=viewvideo&Itemid=147&video_id=104

Ein Millî-Görüş-Portal diskutiert über den salafistischen Hodscha Muhammed Ebu Said el-Yarbuzi.

http://www.milligorusportal.com/showthread.php?t=20596&page=1

(5) Bei Einladung zum Paradies e. V. (EZP) wusste man: Dr. Zakir Naik kommt nach Deutschland! InschaAllah

http://www.ezpmuslimportal.de/index.php?option=com_hwdvideoshare&task=viewvideo&Itemid=1&video_id=1683&lang=de

Dawa-News greift das gerne auf: Zakir Naik kommt nach Deutschland. Einladungzumparadies berichtet, dass der International bekannte, aus Indien stammende Islamprediger „Dr. Zakir Naik“ im Dezember diesen Jahres nach Deutschland kommen wird.

http://dawa-news.net/2011/03/24/dr-zakir-naik-kommt-nach-deutschland/

Bei Shia-Forum ist nicht jeder begeistert. Dr. Zakir Naik bald in Deutschland.

http://www.shia-forum.de/index.php?/topic/42874-dr-zakir-naik-bald-in-deutschland/

(6) Focus on Islam

http://www.institutealislam.com/focus-on-islam-by-dr-zakir-naik/

Yasser Masood betreibt das im November 1998 gegründete Institute Al Islam, das authentisches Islamisches Wissen verbreiten möchte.

http://www.institutealislam.com/

Scheich Ahmed Deetat (1918-2005)

http://www.institutealislam.com/the-quran-and-the-computer-by-sheikh-ahmed-deedat-lecture-video/

(7) … Heaven or Hell forever

http://www.youtube.com/watch?v=L5HNJKrZbZs

Why the Hell?

http://zakirnaik.videos99.com/video/2187

(8) Ein Aufkleber mit der Aufschrift „Islam ist Frieden“ klebt an der Eingangstüre des Islamischen Informationszentrum e. V., IIZ, in Ulm.

http://www.dradio.de/images/40242/landscape/

Zu den so genannten Sauerlandbombern, die in Oberschledorn bei Medebach einen Terroranschlag vorbereiteten, berichtet WELT-online am 05.09.2007, Bild 14 von 17:

An der Tür des Islamischen Informationszentrums (IIZ) in Ulm prangt ein Aufkleber mit der Aufschrift „Islam ist Frieden“. Im Umfeld des IIZ soll sich einer der verhafteten Männer bewegt haben.

http://www.welt.de/multimedia/archive/00372/Terror_DW_Politik_U_372260a.jpg

Hochsauerlandkreis, Ortsschild von Oberschledorn.

http://www.dradio.de/images/49202/portrait/

Zwei alte Postkarten zeigen Oberschledorn.

http://static3.akpool.de/images/cards/4/45706.jpg

http://static3.akpool.de/images/cards/4/46904.jpg

(9) Hessam Kordian betreibt die Seite Islam ist Frieden.

Nacktheit – Schaytan möchte uns entkleiden.

http://www.islam-ist-frieden.de/frauen-im-islam/schaytan-nacktheit-sexualitaet

Hessam Kordian beschweigt die vielen Opfer des 31 Jahre alt gewordenen klerikalfaschistischen iranischen Systems, stellt einen Artikel der staatlichen Propagandaseite IRIB ein und lässt Chamenei („Das geehrte Oberhaupt der Islamischen Revolution; Der geehrte Ayatollah; Das geehrte Revolutionsoberhaupt“) zu Wort kommen.

http://www.islam-ist-frieden.de/islamische-revolution/22-bahman-iran-feiert-islamische-revolution

(10) Hessam Kordian: Überlieferungen über das Tragen des Hidschabs.

http://www.islam-ist-frieden.de/frauen-im-islam/hidschab-tragen

(11) It’s all about the father, even when he cannot force the marriage, he can stop it, the Syariah almost never allows a woman to contract a marriage without the father’s consent

http://www.themalaysianinsider.com/breakingviews/article/child-marriage-and-the-syariah-haider-ala-hamoudi/

2005 widersprach die im malaysischen Kuala Lumpur ansässige IWRAW (International Women’s Rights Action Watch Asia Pacific) dem Wali Mudschbir und der Scharia nicht ausdrücklich:

The practices of having a woman’s consent mediated by a guardian, and of providing recourse to the courts to override any prohibition within the family on a woman’s choice of a husband, is still violative of covenant rights. All legal provisions hindering a woman’s free choice of spouse and rules differentiating between a man and a woman’s right to marry must be repealed;

Aus: THE RIGHT TO DECIDE IF, WHEN AND WHOM TO MARRY

http://www.unescap.org/esid/GAD/Events/EGM-VAW2007/Background%20Papers/Occasional%20paper%20on%20marriage.pdf

(12) Islam und Heiratsvormund: marriage guardianship, wali nikah.

Cik Nik Noriani recommended the repeal of the provisions on wali mujbir currently existing in certain states. She explained that the doctrine of ijbar allows the wali mujbir who is the woman’s father or paternal grandfather to marry off his virgin daughter or granddaughter without her consent under certain circumstances.

Aus: Session 1 (Paper 3) – CEDAW & Islamic Family Laws in Malaysia

http://www.suhakam.org.my/c/document_library/get_file?p_l_id=10127&folderId=24513&name=DLFE-305.pdf

(13) Idschbar (Ijbar), religiöse Zwangsverheiratung, ist auch malikitisch.

Sawtul Islam fragt am 14.06.2010: Why do Malikis believe in Forced marriage (ijbar) ?? Why does the Maliki madhab allow forced marriage?

http://forums.islamicawakening.com/f16/why-do-malikis-believe-forced-marriage-ijbar-36154/

Abu_Abdallah weiß am 26.06.2008:

In the Maliki Madhhab a father is allowed to force his child, a virgin daughter, to marry. This is the view of the Seven Jurists of Madinah and the people of Madinah, and by implication also the view of Imam Malik.

http://forums.islamicawakening.com/f20/are-forced-marriages-permitted-in-shafi-madhab-14445/

Abu_Abdallah am 29.06.2008:

The Seven Jurists of Madinah: Sa’id b. al-Musayyab, ‘Urwa b. al-Zubayr, al-Qasim b. Muhammad, ‘Ubaydallah b. ‘Abdallah b. ‘Utba b. Mas’ud, Sulayman b. Yasar, Kharijah b. Zayd b. Thabit and Abu Bakr b. ‘Abd al-Rahman all opinion that the father is entitled to force his virgin daughter, whether adult or child, without her permission. If the woman is a non-virgin (adult or child) they say not. The Companion ‘Abdallah b. ‘Umar says this too.

‘Ata b. Abi Rabah, Ibrahim al-Nakha’i, al-Sha’bi (according to one riwayah), Ibn Abi Layla, al-Layth, Malik, al-Shafi’i, Ishaq b. Rahawayh, Ahmad (according to one riwayah) and Isma’il al-Qadi agree: a virgin daughter can be forced into marriage without her permission, i.e. against her will, by the father who is most entitled to be her guardian.

All these scholars say this concerning the virgin, irrespective if she’s an adult or child (add: al-Shafi’i according to an opinion gives the grandfather the same authority as the father, i.e. he may forces his virgin daughter also into marriage).

http://forums.islamicawakening.com/f20/are-forced-marriages-permitted-in-shafi-madhab-14445/index4.html

(14) Love for Allah`s sake, at-Tirmidhi:

Allah said: those who love one another for My glory will be upon Minbars of light [high positions], and the Prophets and martyrs will wish that they had the same.

http://www.islamicteachings.org/forum/islamic-articles-all-kinds/love-for-allah-s-sake-t8157.html

(15) Love for Allah`s sake, Muhammad:

I swear by the One in Whose hands my soul is, you will not enter Paradise until you believe, and you will not believe until you love one another.

http://www.islamicteachings.org/forum/islamic-articles-all-kinds/love-for-allah-s-sake-t8157.html

(16) The Islamic Law and the Alcoholics

The maximum punishment for this crime is eighty stripes. (…)

The punishment of a free person, for drinking wine or other intoxicating liquor, is eighty stripes, on the authority of all the Companions; and those eighty stripes are to be inflicted in every respect under the same rules and restrictions as in the case of whoredom.

If the drinker of wine be a slave, male or female, the punishment for wine-drinking is forty stripes only, because the state of bondage induces only half punishment.

According to the Shari’ah, it is the duty of the Islamic State to enforce prohibition.

http://islam4all.com/chap-9.htm

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(17) Islam – The Truth: Capital punishment for rapist

The Islamic shariah prescribes capital punishment for a convicted rapist. The non-Muslim may be horrified at such a stringent punishment in this age. Many accuse Islam of being ruthless and barbaric. … Later another report said that an average of 1900 cases of rape are committed in U.S.A every day. … Islam has Practical Solutions for the Problems of Mankind

http://islamtruth4all.blogspot.com/2011/05/q17-all-religions-basically-teach.html

Suchbegriff Naik

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(18) 6.3 Tajkiyyah/Tarbiyyah (Purification/Education)

The third component of this long-term, systematic Islah [Reinigung im Sinne von Hebung des Gemeinwohls durch Abwehr des Unislamischen] effort is purification and education. It is a sad reality that most Muslims have a compound ignorance. They know and understand very little about the essencial message of Islam, but they either do not, or tend not to, acknowledge that ignorance. Even those who know about Islam, their attitude and conduct may not have gone through a process of purification and education.

6.3.a Purification

The main idea behind purification is to make our life Allah-centered, where our motivation and intention are guided by the pleasure of Allah and we dedicate our lives to the way Allah wants us.

6.5 Social relevance of Islah program

The entire Islah program is not merely relevant to the individuals who participate in this program, but also for the society as a whole.

http://www.globalwebpost.com/farooqm/writings/islamic/islah/Islah-06.html

So, in essence, Islah means to purify by fixing or reforming. Bei: Naqschbendi-Scheich Mushtaq Ahmad.

http://www.islahebatin.org/BasicsForTheSeeker.aspx/What_Is_Islah

“Islah” means “renovation”, “restore the original” or “purification.”. Aus: Wiki: Qatar Indian Islahi Centre (QIIC).

http://en.wikipedia.org/wiki/Qatar_Indian_Islahi_Center

Qatar Indian Islahi Centre (QIIC). Islahi Movement in Kerala.

http://www.islahiqatar.org/islahimovement.aspx

There is no tazkiya without shariah.

The first stage of tazkiya, however, is complete obedience to the laws of the shariah.

http://www.contentsoul.com/2011/03/31/there-is-no-tazkiya-without-shariah/

(19) tatt Tazkīya wa Tarbīya kann das salafistische Doppelprogramm von Reinigen und Erziehen, von Schmutzentfernen und Drill, auch Taṣfīya wa Tarbīya genannt werden.

Im ersten Schritt gilt es, gleichsam eine Säuberung vorzunehmen, alles Unislamische auszumerzen (taṣfīya), dann aber sind die Muslime im Sinne der Scharia zu Sitte und Anstand, zu rufen, zu Zucht und Ordnung (tarbīya). Reinigen und Erziehen: at-Tasfiyya wat-Tarbiyya, purification and education.

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2011/05/09/235/

Tasfiya and Tarbiya – purification and cultivation.

http://tasfiyatarbiya.wordpress.com/about/

(20) Koran 5:3, Script Usmani, rechts in Arabisch sagt Allahgott allerdings nicht Religion im freiheitlich demokratischen Sinne, sondern „dīn“.

http://www.quranexplorer.com/quran/

(21) Koran 5:3 nach Rudi Paret, „Religion“ ist nicht total (totalitär) genug.

http://de.wikipedia.org/wiki/Din_%28Islam%29

(22) Heinrich Tischner lobt den orthodoxen Islam nebst Schariagesellschaft und beschuldigt das römische Recht. Aus: Tischner: Frieden in der Bibel, zuerst in: TEAM, Mitarbeiterzeitschrift der Evangelischen Jugend im Dekanat Reinheim, 6/1981.

http://www.heinrich-tischner.de/21-th/2bibel/theol/frd-bbl/1afried.htm

(23) Heinrich Tischner übersieht, dass nach Allahs Gesetz die muslimische Frau nur die Hälfte bekommt, der Dhimmi meistens, bis auf die zu zahlende Dschizya, gar nichts, und dass der Harbi gleich alles abgeben muss. Saudi-Arabien oder der Iran sind für den evangelischen Theologen und fleißigen Etymologen diskreter Sozialstaat: „Schon im Altertum war die Armenfürsorge anders geregelt: Man gab dem Armen das Geld nicht direkt, um ihn nicht zu beschämen. Die Mittel flossen in einen großen Topf und wurden daraus verteilt. So handhaben es heute noch Synagoge, Kirche, Moschee und Staat.“

http://www.heinrich-tischner.de/22-sp/9sp-ecke/artikel/201/2011/11-06-07.htm

(24) John Martin (1789-1854), Sodom und Gomorrha

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/e1/John_Martin_-_Sodom_and_Gomorrah.jpg

Zu Lots Höhle, bitte hier entlang.

http://www.kuwaite.ws/uploads/449e3246a0.jpg

Totes Meer oder Salzmeer, Jam haMelach, vielleicht der Ort von Sodom und Gomorrha.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/3c/DeadSeaSinkhole.jpg

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/25/Deadseadusk.jpg

243. Pfadfinder-Treffpunkt (Teil 2)

12. Juni 2011

Deutschlands Pfadfinder und die Unantastbarkeit der Scharia

Dem Pfadfinder-Treffpunkt gibt Anne Kaufmann (Lagerfeuer) im Juni 2011 Nachhilfe in Sachen AEMR. Sechs Beiträge.

1. Scharia-Fundamentalismus noch nie aufgefallen

Beitrag vom 10.06.2011 – 14:52

Gut Pfad Christian,

die Scharia ist das islamische Recht, das unveränderliche und ewige Wort Allah-Gottes. Daher spielt es keine Rolle, ob der Schariafundamentalismus ernsthaft gemeint ist oder nicht, ob du ihn siehst oder nicht.

Mustafa Ceric: DECLARATION OF EUROPEAN MUSLIMS

f) opening the way for the Muslim law to be recognized in matters of personal status such as the Family Law; g) and the protection of European Muslims from islamophobia.

Was hast du mit „eine extremistische Religionsauffassung“ gemeint? Ich kann mir sehr wohl vorstellen, dass es im VCP und DPSG Kreationisten, sehr konservative Freikirchler und bibeltreu oder patriarchal denkende Mitglieder gibt, Verfassungsfeinde (Extremisten) sind hoffentlich nicht dabei bzw. werden ausgeschlossen

2. Fachgruppe Israel/Naher Osten im VCP

Beitrag vom 10.06.2011 – 15:02

Hallo Jergen,

ich sehe kein Problem für eine Zusammenarbeit des VCP mit nahöstlichen oder sonstigen Organisationen – auf der Basis des Grundgesetzes und der universellen (allgemeinen) Menschenrechte, denn die sind international.

Herzlich gut Pfad, Lagerfeuer

3. Muslimisches Pfadfinden und DPSG

Beitrag vom 10.06.2011 – 19:22

Grüß dich Zille,

grüß dich aghamemnun,

grüß dich sadarji,

nein, identisch sind Scoutissima und ich nicht. Ich gehöre zum pfadfinderischen Netzwerk Eifelginster und kenne Scoutissima seit einem Jahrzehnt.

Als Sozialpädagogin in der integrativen Jugendarbeit, Schwerpunkt feministische Mädchenarbeit tätig, bringe ich langjährige Erfahrung mit muslimisch sozialisierten Kindern und Jugendlichen mit und kenne mich in deren Erlebnis- und Gedankenwelt recht gut aus. Die beispielsweise pakistanischen, tunesischen oder türkischen Familienstrukturen sind mir vertraut.

Der Islam kennt die Trennung von Religion und Politik nicht. Mohammed war Religionsstifter, Feldherr und Staatsoberhaupt in einer Person. Es gibt laut Sunna und Koran, den islamischen Primärquellen, keinen Lebensbereich, den das islamische Recht nicht durchdringt.

Deshalb möchte ich Mädchen und Jungen aus muslimisch geprägten Familien, wie allen anderen jungen Menschen, Freiräume erhalten, in denen sie sich frei und ohne sozialen Druck bewegen und alternative Rollenkonzepte ausprobieren können. So verstehe ich Pfadfinderpädagogik.

Eine Zusammenarbeit mit einem muslimischen Pfadfinderverband wäre meines Erachtens für alle der FdGO und der AEMR verpflichteten Pfadfinder nicht möglich, solange dieser sich nicht schriftlich und glaubhaft von der mehrstufig diskriminierenden Scharia distanziert. Harbis, Dhimmis, Frauen oder Atheisten haben nicht die gleichen Rechte, Apostaten, vom islamischen Glauben Abgefallene, haben sogar ihr Lebensrecht verwirkt.

Salafisten, wie Pierre Vogel, Bilal Philips oder Abdur-Raheem Green, und Hardliner wie Yusuf al-Qaradawi, Amir Zaidan und Mustafa Ceric, die entweder auf eine wortgetreue Umsetzung von Koran und Scharia bestehen oder von der Überlegenheit des göttlichen Rechts überzeugt sind, beanspruchen die Deutungshoheit über den Islam.

Hier geht es nicht darum, das christliche Abendland zu retten oder das islamische Morgenland zu verteufeln, sondern wenigstens im freiheitlich demokratischen Europa die Rechtseinheitlichkeit, die offene Gesellschaft sowie Gleichberechtigung und vor allem Gleichstellung von Frau und Mann sowie das Diskriminierungsverbot nach Art.3 GG zu erhalten.

hgp Lagerfeuer

4. Muslimisches Pfadfinden und DPSG

Beitrag vom 11.06.2011 – 03:11

Nun zu deinen Argumenten, aghamemnun (a), scoutissima kennzeichne ich mit (s),

(s) Mustafa Ceric (…) will bekanntlich die Scharia in das europäische Recht integrieren, zunächst geht es ihm um die Bereiche Personenstands- und Familienrecht. Genau dort aber werden Frauen oder Kinder am massivsten benachteiligt. …

Ernsthaft gelebter Islam ist ohne praktizierte Menschenrechtsverletzung nicht anwendbar. …

(a) Und schon wird’s wider schräg, oder kannst Du das ausnahmsweise mal begründen?

Schön, wenn du mal die Gelegenheit hattest, in entspannter Atmosphäre mit dem Großmufti zu sprechen. Wenn er dir vermitteln konnte, dass er unter Scharia etwas ganz anderes versteht als das, was Scoutissima angeblich alpträumt, aber auch Jörg Lau am 01.12.2006 als Erklärung der Europäischen Muslime (DIE ZEIT) einstellt und Ceric selbst, die prominente europäische Autorität des ECFR (European Council for Fatwa and Research) auf der Internetseite seines Dienstsitzes in Sarajewo veröffentlichen lässt, dann bist du auf Taqiyya hereingefallen, auf ein Täuschungsmanöver, zu dem jeder Muslim unter folgenden Bedingungen berechtigt ist:

„Wisse, dass die Lüge in sich nicht falsch ist. Wenn eine Lüge der einzige Weg ist, ein gutes Ergebnis zu erzielen, ist sie erlaubt. Daher müssen wir lügen, wenn die Wahrheit zu einem unangenehmen Ergebnis führt“ (al-Ghazali).

Dr. Bassam Tibbi, der als bekennender Muslim dem christlich muslimischen Dialog kritisch gegenübersteht und diese interreligiösen Gespräche als Täuschungsmanöver, welches das westliche Wunschdenken fördert, bezeichnet, meint dazu: Selig die Betrogenen (Politik 23 / 2002 in DIE ZEIT).

Möglicherweise macht Ceric tatsächlich nichts anderes als christliche Theologen. Die haben sich aber auf Grund der Trennung von Staat und Kirche / Staat und Religion aus der Politik herauszuhalten, denn Religion bzw. Nichtreligion sind in freiheitlich demokratischen Rechtsstaaten Privatsache. Die Religionszugehörigkeit ist kein besonderes Kennzeichen eines Menschen, in Deutschland tragen wir aus gutem Grund die Religionszugehörigkeit nicht im Pass ein.

Theologen haben, wenn überhaupt, nur dann zu einer Weiterentwicklung der Religion beigetragen, wenn sie von Kritikern dazu gezwungen wurden. Eine Sakralisierung der Säkularität, eine erneute Machtergreifung von geistlichen Autoritäten haben Menschenrechtsuniversalisten und säkulare Christen abzulehnen.

Als Staatsbürgerin, Demokratin und Frauenrechtsaktivistin engagiere ich mich beruflich wie privat für Rechtseinheitlichkeit, FdGO und AEMR. Sie garantieren mir Freiheits-, Abwehr- und Schutzrechte, auf die ich auch als Feministin weder ganz noch teilweise verzichten möchte, die ich auch als Christin anderen Menschen nicht vorenthalten kann (5. Gebot: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst).

(s) Der Pfadfindertreffpunkt braucht eine Schariadiskussion.

(a) Na, ich weiß nicht.

Dann braucht der Pfadfindertreff eine Diskussion über die Universalität von Menschenrechten und das Grundgesetz.

(a zu Paulus) Oh nein, Scoutissima verwechselt da leider nichts. „Aussagen des Koran über Frauen“ googlen (Übersetzung nach Khoury). Ralph Ghadban analysiert in Das Kopftuch in Koran und Sunna (BpB) das Männer- und Frauenbild in Koran und Sunna und zitiert mehrere Hadithe und Suren. Googlen reicht. Der Kalif ist der Herrscher des Kalifats. Er war sowohl der geistliche als auch der politische Führer des theokratischen Staatswesens (Wikipedia).

Zum Wali Mudschbir:

Richtig, diese Institution gibt es tatsächlich hier und da und in Deutschland. Auf der Internetseite Islam nach Quran und Sunnah ist zum Thema Ist eine Imam-Ehe ohne Wali aus dem Verwandtenkreis gültig? nachzulesen: Wie wir wissen ist die Heirat ohne einen Wali nicht gültig.

Auch die volljährige Muslima und künftige Ehefrau ist somit unmündig und darf ohne Zustimmung des Vormunds nicht heiraten. Zum alltäglichen, klassisch islamischen Recht des Wali Mudschbir (mücbir veli) schreibt Wikipedia unter dem Begriff Wali, dass jede jungfräuliche Braut vom Heiratsvormund mit Berechtigung zum Zwang, meist Vater oder Großvater, gegen ihren Willen verheiratet werden kann. Nach allen vier sunnitischen Rechtsschule darf die minderjährige Braut mit jedem beliebigen ehefähigen Mann zwangsverheiratet werden (Stichwort Wali Mudschbir, Wikipedia). Was nützt der hanafitischen Kindbraut (islamisches weibliches Heiratsalter nach Mohammeds Beispiel neun Jahre, Sunna) dass sie sich nach vielen Jahren des religiös legitimierten Kindesmissbrauchs als volljährig Gewordene scheiden lassen und damit als Beschmutzerin der Familienehre diskriminieren lassen darf.

Nach der schariafreundlichen Reform des deutschen Personenstandsrechts ist die standesamtliche Voraustrauung nicht mehr verpflichtend. Jede Braut auch die Nichtmuslima, die bürgerlich vor dem Standesamt einen muslimisch sozialisierten Gatten heiratet, muss eine Imam-Nikah (Ehevertrag) abschließen, wenn ihre Heirat vor Gott und nicht zuletzt auch vor der Familie Gültigkeit haben soll. Das hat im islamischen Familienrecht für Frauen erhebliche Nachteile.

Für Sunniten war Chomeini tatsächlich kein Theologe der ersten Reihe, das liegt aber in der Natur des Schismas des Islam. Je nach Quelle sind ca. 15 % der Muslime Schiiten und nicht nur im Iran gilt Großayatollah Chomeini als absolute Autorität.

Selbstverständlich gibt es unter ca.1,3 Milliarden Muslimen sehr verschiedene Persönlichkeiten und auch die islamischen Geistlichen unterscheiden sich sehr in ihrer Meinung. Jedoch ist die Scharia, die auf Koran und Sunna basiert, als perfekte Gesellschaftsordnung und nach islamischer Doktrin göttlichen Ursprungs jedem von Menschen geschaffenen Regelwerk überlegen.

Gesetze zu erlassen steht nur dem Souverän zu, das ist Allah. Muslime brauchen außerschariatischen Gesetzen nicht zu gehorchen, letztlich dürfen sie es nicht. Ein menschlicher Gesetzgeber setzt sich an die Stelle Allahs und verkörpert den Taghut, begeht allemal Schirk.

Wer Inhalte der Scharia hinterfragt oder sie gar kritisiert, zweifelt an der Weisheit Allah-Gottes und begeht Bid’a, Neuerung und Ketzerei. Nach einem Hadith soll Mohammed gesagt haben, dass diese schlechtesten Dinge Irrtümer sind, die direkt in die Hölle führen.

Herzlich Gut Pfad

Lagerfeuer

5. Muslimisches Pfadfinden und DPSG

Beitrag vom 11.06.2011 – 21:33

Guten Tag zusammen,

HathiCPD sagte: „Ich habe kein Wort zum Thema Islam verloren, das ist nicht mein Thema, mein Thema ist hier auch nicht irgendwelchen Ruf zu schädigen, mein Thema ist Trolle herauszufiltern und da benützt du und Lagerfeuer zumindest innerhalb kürzester Zeit den gleichen Computer…..was soll uns das sagen?)“

Schade, das Thema Islam ist auch für die Verantwortlichen in der Jugendarbeit und die Zusammenarbeit mit einem muslimischen Pfadfinderverband wichtig.

Ich muss dir doch nicht erklären wie ein Netzwerk arbeitet, natürlich haben wir mehrere PC-Arbeitsplätze.

Zitat aghammemnun: „Das mußte ja kommen. Vielleicht solltest Du Dich mal außerhalb des Dunstkreises der Partei Christliche Mitte informieren, was Taqîja ist. Falls dann noch Gesprächsbedarf herrscht, können wir gern weiterreden.)“

Falls Taqiyya nicht die für Muslime erlaubte Lüge zum Schönfärben eines schlechten Ergebnisses ist, dann klär mich und die User des PT doch bitte auf.

Wenn Ceric als Reisu-l-ulema in eurem Gespräch keine Taqiyya benutzt hat, hast du ihn vielleicht falsch verstanden? Denn auf der Internetseite seines Dienstsitzes ist die Erklärung Europäischer Muslime genauso eingestellt, wie Scoutissima sie angeblich albträumt. Wie sonst sollen sich die PT-User den Unterschied zwischen den Aussagen auf der Website (Rijaset) und dem Gesprächsinhalt eurer Unterhaltung erklären?

Ich wusste gar nicht, dass Dr. Bassam Tibi Mitglied der Partei Christliche Mitte ist oder zu ihrem Dunstkreis gehört. MenschenrechtsuniversalistInnen wie scoutissima und ich lehnen die CM ab.

Nenn mir doch einfach ein paar deiner Quellen. Ich lerne gerne dazu. Welche Verweise hast du?

Auf mein „Dann braucht der Pfadfindertreff eine Diskussion über die Universalität von Menschenrechten und das Grundgesetz“ antwortete aghamemnun „Und dafür braucht der PT ausgerechnet Dich?“

Warum denn nicht? Fühlst du dich berufen?

Du zitiertest mich: „Für Sunniten war Chomeini tatsächlich kein Theologe der ersten Reihe.“

aghamemnun: „Das hat auch niemand behauptet, nicht einmal Du. Für Sunniten war Chomeini auch kein Theologe der zweiten Reihe.“

Hat das jemand behauptet?

Lagerfeuer sagte: „Nicht nur im Iran gilt Großayatollah Chomeini als absolute Autorität.“

aghamemnun entgegnete: „und als Großajatollah (und um das Maß vollzumachen: mardja’-e taqlîd) wird er auch nur von seinen fanatischsten Anhängern bezeichnet. Offiziell ist er beides nie gewesen.“

Hat das nicht gereicht, um die Islamische Revolution auszulösen, einen totalitären religiösen Unrechtsstaat zu errichten und ein Schreckensregime aufzubauen? Was glaubst du, wie egal es den Opfern war und ist, dass der Revolutionsführer nur „von seinen fanatischsten Anhängern“ mardja’-e taqlid genannt wird.

Auf mein „Jedoch ist die Scharia, die auf Koran und Sunna basiert, als perfekte Gesellschaftsordnung nach islamischer Doktrin göttlichen Ursprungs, jedem von Menschen geschaffenen Regelwerk überlegen“,

daraufhin sagst du: „Wie gesagt: Die Scharia ist kein Regelwerk, sondern eigentlich eine Ethik, die aus der Interpretation von Regeln gewonnen wird, die sich in den Quellen der Rechtsfindung finden. Also nicht herumgeifern, sondern einfach mal abwarten, was die Muslime aus diesen Regeln so machen. Und damit ist das Thema Scharia von meiner Seite beendet.“

Dass die Scharia ein Regelwerk ist, habe ich nie behauptet, Allah-Gott braucht keine Regeln, er ist die und das Regeln. Dennoch ist die Scharia eine Gesellschaftsordnung (nizam islami), meinethalben mit kulturrassistischer Ethik, die auf Koran und Sunna basiert. Das heilige Buch der Muslime, das nach der Glaubenslehre authentische Wort Gottes, stammt wie die Sunna, die prophetische Tradition, aus der kulturellen Vormoderne, deren Rollenkonzepten und Menschenbildern.

Der Konsens (idschma) wird herangezogen, wo Allahs Gotteswort und die nachzuahmende vorbildliche Lebensweise Mohammeds als hierarchisch höher stehende Rechtsquellen keine Regelungen enthalten, die auf den aktuellen Fall anwendbar sind.

Außerdem besteht die Möglichkeit, ein Urteil durch logische Deduktion, die aus einem bereits entschiedenen Fall eine Lösung für den jetzigen Fall ableitet, zu fällen. Dieser Analogieschluss (qiyas) ist die vierte Rechtsquelle. Einen Konsens oder Analogieschluss außerhalb der Doktrin der beiden Primärquellen wird es aufgrund der Hierarchie der Quellen niemals geben können.

Die Scharia, das islamische Recht, die perfekte Gesellschaftsordnung oder die wie du sagst die interpretierbare Ethik durchdringt alle Lebensbereiche. Da jeder Muslim das Gute zu gebieten und das Schlechte zu verwerfen hat (Hisba), gibt es persönliche Freiheit und Selbstbestimmung nicht. Das islamische Recht baut auf der Unsicherheit der Analogieschlüsse und Konsense der Rechtsgelehrten auf, die, wie du selber sagst, sehr unterschiedlich argumentieren und folgern. Die Zukunft des Angeklagten, vielleicht sogar sein Leben, hängt damit von der übereinstimmenden Einschätzung fehlbarer Schariagelehrter ab, gegen das Urteil Beschwerde einzulegen ist fast unmöglich.

Wir Pfadfinder, die in einem freiheitlich demokratischen Rechtsstaat leben und Standards wie Einklagbarkeit von Freiheits-, Abwehr- und Schutzrechten, Gleichbehandlung, Rechtssicherheit und Bindung von Legislative, Exekutive und Jurisdiktion an die Verfassung und das abgeleitete Recht zu schätzen gelernt haben, können niemandem zumuten, sich an einer kollektivistischen Ethik zu orientieren, die gegen die Diskriminierungsverbote des Art.3 GG richtet und die Todesstrafe legitimiert.

Was die Muslime aus solchen (mehr oder weniger interpretierbaren) Regeln machen, sehen scoutissima und ich täglich. Mit Lebensqualität, Würde, Selbstbestimmung, persönlicher Freiheit und anderen garantierten Grund- und universellen Menschenrechten hat die islamische Orthopraxie, die keinesfalls nur aus Tradition besteht, nichts zu tun.

Kommst du aus der (sozial)pädgogischen Praxis und kannst anderes berichten?

Ich schrieb: „Gesetze zu erlassen steht nur dem Souverän zu, das ist Allah. (…). Wer Inhalte der Scharia hinterfragt oder sie kritisiert, zweifelt an der Weisheit Allah-Gottes und begeht Bid’a, Neuerung und Ketzerei. Nach einem Hadith soll Mohammed gesagt haben, dass diese schlechten Dinge Irrtümer sind, die direkt in die Hölle führen.“

Aghamemnun reagierte mit: „Ich weiß. So sagt Pierre Vogel das auch immer. Das muss man ihm aber nicht glauben. Auch als Muslim nicht. Deshalb ist die Anhängerschaft von ihm und seinesgleichen ja auch eher klein.“

Muslime, die nicht wie Aussätzige im Mittelalter gemieden werden wollen, sollten sich an Allah-Gottes Wort halten (al-wala wal-baraa). Die Demokraten der offenen Gesellschaft (Popper) haben hier entgegen zu steuern, um eine schariakonforme Gegengesellschaft und damit die Rechtsspaltung zu verhindern.

In Frankfurt versammelte Pierre Vogel und seinesgleichen, ich nehme an, du meinst die Salafisten, immerhin 1500 Menschen um sich (20.04.11). Erst als er durch „Behördenwillkür“ daran gehindert wurde, ebenfalls in Frankfurt ein öffentliches Totengebet für Bin Laden abzuhalten (07.05.11), waren es 750 Menschen und in Koblenz (29.05.11), als das Ordnungsamt ihn noch mehr einschränkte, waren es immerhin noch 250.

Die Verfassungsschutzberichte mehrer Bundesländer widersprechen deiner Einschätzung (CIBEDO), Pierre Vogel habe wenig Gefolgsleute, der Innenminister Ralf Jäger (NRW) hält salafistische Organisationen, gerade was die Radikalisierung von Jugendlichen betrifft, für so gefährlich, dass er vor ihnen warnt (DER WESTEN, 04.03.11).

Always be prepared,

Lagerfeuer

6. Strukturen und Wesen des RDP/RdP und WOSM/WAGGGS

Beitrag vom 13.06.2011 – 02:01

Hallo Pitt, hallo Malte_B,

die Chance für RdP/RDP den beiden scoutistischen Weltverbänden gegenüber scheint mir darin zu bestehen, den Geist des Emanzipatorischen und Aufklärungshumanistischen zu globalisieren.

Malte_B schrieb an scoutissima: „Von einer „Universalität“ der von der abendländischer Kultur geprägten Menschenrechte zu sprechen ist genau die kulturelle Arroganz, die auch aus dem Rest deines Gedankenwirrwarrs rauswabert … . Wenn das Grundgesetz „die Ehe“ schützt, dann ist das eine nach rein christlicher Lehrart. Wenn das Grundgesetz das Eigentum schützt, dann ist das eine nach den römischen Grundsätzen. Und überhaupt setzt die Notwendigkeit von Abwehrrechten gegenüber dem Staat voraus, dass dieser Staat einer nach westlichen Vorstellungsmustern ist. …uswusf. Aber pfropfen wir ruhig mal unsere Vorstellung von „Demokratie“ allen anderen über, die wir im oligarchischen Sinne sowie seit Jahrhunderten unterbuttern.“ Zitatende.

Auch bekennende Rassisten würzen ihre Suppe mit dem gleichen Salz, indem sie die Andersartigkeit, die von Kulturrelativisten betont oder gar idealisiert wird, mit negativen Vorzeichen versehen.

Die in Köln lebende Menschenrechtsaktivistin und Universalistin Arzu Toker meint dazu: „Kulturrelativisten glauben, dass Moralprinzipien nur innerhalb einer bestimmten Kultur gültig seien. Sozusagen „Jedem Äffchen seine Banane“ oder in Kölsch: „Jeder Jeck ist anders.“ Diese Einstellung erleichtert es, rassistisch zu sein, ohne als Rassist erkannt zu werden. Jeder Mensch hat das Recht auf individuelle Freiheit und Andersartigkeit. Aber die Grenze jeder persönlichen Freiheit und „Andersartigkeit“ muss im Grundgesetz liegen, das für Alle gleichermaßen gültig ist.“ Soweit die Kölnerin.

Toker, mit Niki Eideneier Preisträgerin des türkisch-griechischen Abdi-Ipekci-Preises für Frieden und Völkerverständigung, veröffentlichte einen Brief an Fereshta Ludin und wies darauf hin, dass es keine Menschrechte à la carte gibt.

Dem letzten Absatz der Präambel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (es heißt übrigens nicht Kultur-, Muslim-, Christen- oder West- oder Ostrechte) ist zu entnehmen, dass alle Nationen der Welt die jede Person integrierenden, globalen und allumfassenden Menschenrechte anerkennen und sie als gemeinsam zu erreichendes Ideal engagiert anstreben sollen. Jedes Individuum sowie alle Institutionen und Vereinigungen der Gesellschaft, also auch die Schulen, Sportvereine oder Pfadfinder, sollen sich dieses hohen Ziels erinnern und alle Kräfte dafür einsetzen, durch Bildung und Erziehung die Achtung vor diesen Naturrechten zu fördern. Die Mitgliedsstaaten selbst und deren Bevölkerung sollen durch wachsende nationale und internationale Bemühungen die tatsächliche Anerkennung und Einhaltung sichern und erhalten.

Die in der AEMR aufgeführten Rechte entsprechen zutiefst menschlichen Grundbedürfnissen und verschaffen diesen Überlebensvoraussetzungen Ausdruck und Geltung. Man kann diese Naturrechte, die von Humanisten und Philosophen der Aufklärung entwickelt wurden, nicht kaufen. Man braucht sie nicht zu erwerben und muss sie sich auch nicht verdienen. Diese Jedermenschrechte stehen allen ohne Einschränkung aufgrund ihres Menschseins von Geburt an überall auf der Welt zu, man kann sie nicht verlieren, niemand darf sie aberkennen.

Daraus folgt, dass selbstverständlich auch Migrantinnen und Migranten wie Arzu Toker, Necla Kelek, Seyran Ates, Ralph Ghadban und Bassam Tibi das Recht haben, ihre Herkunftskultur kritisch zu reflektieren, ohne diskreditiert zu werden. Das Recht auf Individualität, auf Besonderssein müssen wir in gewissem Rahmen tolerieren und sogar fördern, aber ob du wegen Unmoral in Indonesien oder Saudi-Arabien ausgepeitscht wirst, ist für dich genauso barbarisch und schmerzhaft wie für den Somali in Bahrain. Tatsächlich ist das Gravitationsgesetz zwar im Westen entdeckt worden, aber kein vernünftiger Mensch würde daran zweifeln, dass ein Stein überall auf der Welt nach unten fällt und nicht nach oben fliegt. Das Problem mit der Unteilbarkeit und Universalität der Menschenrechte besteht doch wohl eher darin, dass diese existenziellen Rechte nicht mit dem iranischen Gottesstaat, dem Kalifat, der heutigen chinesischen Diktatur oder ähnlichen Unrechtsstaaten politische System kompatibel sind. Das politische System eines Landes kann sich aber ändern.

Abwehrrechte gegen den Staat sind, anders als Malte_B es denkt, gerade in Staaten überlebensnotwendig, die nicht „westlichen“ Zuschnitts sind. Solange die Verfassung die konservative Lebensform der Ehe privilegiert hat, hat sie wenigstens jede Eheschließung gleich behandelt, also ohne beispielsweise die Religionszugehörigkeit, Ethnie oder Kultur der Eheleute zu .berücksichtigen. Das Lebenspartnerschaftsgesetz ist eine Möglichkeit, eine gleichgeschlechtliche Beziehung rechtlich besser abzusichern. Bezüglich des Verfassungsrechts, Einkommensteuerrechts, im Besoldungs- und Versorgungsrecht der Beamten und in der berufsständischen Versorgung besteht aber noch Nachholbedarf.

Der Staat schützt das Eigentum, weil es ein existenzielles Bedürfnis und Naturrecht eines jeden Menschen ist, unabhängig von Weltanschauung, Rasse und Geschlecht, Besitz zu haben und zu erwerben; wenn er freiwillig darauf verzichten will, kann er das ja tun. In der Scharia hat der Harbi aber nicht einmal die Erlaubnis dazu.

Menschenrechte einzufordern, die jedem unverheirateten Liebespaar nicht nur in Deutschland erlauben, händchenhaltend durch die Einkaufsstraßen schlendern und ohne Angst vor Steinigung auch ohne Trauschein zusammenzuleben und Zärtlichkeiten auszutauschen, sondern, überall auf der Welt, das Menschenrecht auf selbstbestimmte Sexualität, freie Partnerwahl, auf eine selbstgeschriebene Biographie, eine unbeschwerte Kindheit, eine gesunde geistige, seelische und körperliche Persönlichkeitsentwicklung, ist keine postkoloniale, kulturelle Arroganz, sondern weltbürgerliche und mitmenschliche Verpflichtung, gerade für Pfadfinder oder Wandervögel. Die Glaubens- und Bekenntnisfreiheit ist unverletzlich, die freie Religionsausübung stößt dort an Grenzen, wo sie andere Grund- und Menschenrechte einschränkt oder verletzt. Es gibt daher keinen kulturellen Rabatt für Straftaten wie Ehrverbrechen oder Zwangsheiraten.

Diesbezüglich sollten die Pfadfinder ihr Profil, angesichts eines weltweit anwachsenden Fundamentalismus, klarer zeichnen.

Mit solidarischen Grüßen, Lagerfeuer

242. Pfadfinder-Treffpunkt (Teil 1)

12. Juni 2011

DPSG strebt Erweiterung des RdP/RDP um einen muslimischen Pfadfinderverband an

Bei Pfadfinder-Treffpunkt wirbt Yvonne Baumann (scoutissima) im Juni 2011 mit elf Wortmeldungen dafür, die allgemeinen Menschenrechte und das deutsche Grundgesetz nicht zu überwinden, auch nicht im Namen von Tradition oder Religion.

1. Muslimisches Pfadfinden und DPSG

Beitrag vom 11.06.2011 – 17:35

Und die Scharia? Anders als beim Buddhismus oder Judentum ist das Nichtbefolgen der Vorgaben der heiligen Texte im Fall des Islam mit hohem sozialem Druck sanktioniert, von den im Koran angedrohten jenseitigen Strafen nicht zu sprechen. Jahrelang hatte die geschätzte DPSG die Kooperation mit dem Bund Muslimischer Pfadfinder Deutschlands (BMPD) gesucht. Das Menschenbild und Weltbild eines BMPD-Funktionärs gibt Khadija Katja Wöhler-Khalfallah wieder:

„In Deutschland fielen 70 % der Jugendlichen der ewigen Verdammnis anheim, da sie entweder drogensüchtig oder Prostituierte würden. Das Leben in Deutschland sei gerade für die türkischen Jugendlichen die Hölle, da sie völlig vom Islam abgebracht und zwangsläufig in die Kriminalität geführt würden. Die muslimischen Mädchen würden dazu gezwungen, ‘sich zu entehren’.“

Der Bund und sein Umfeld (Jamaat un-Nur; Rüstem Ülker, Naim Demirel) sei, so Wöhler-Khalfallah,

„strikt antilaizistisch und verlangt nach einem am Koran orientierten islamischen Staat.“

(aus: Islamischer Fundamentalismus: Von der Urgemeinde bis zur Deutschen Islamkonferenz, S. 236)

Das klingt antimodern und antidemokratisch, Meinungsfreiheit oder Gleichberechtigung von Mann und Frau sind so wohl nicht zu machen, eher schon Burka und Kalifat. Da bleibt zu hoffen, dass die DPSG dieses mal genauer hinschaut, mit wem sie die Kooperation anstrebt.

Weiß jemand, ob es beim DPSG-seits angedachten Träger um den aktuellen spirituellen Lehrmeister der Tariqa Alawiyya (AISA) geht, Scheich Bentounes? Cheikh Khaled Bentounes hat in Frankreich einen tausend junge Menschen versammelnden Pfadfinderverband aufgebaut, die Scouts Musulmans de France (SMF). Zur Schleierpflicht geht er eher halbherzig und zur Scharia eher gar nicht auf Distanz.

AISA ist die Association Internationale Soufie Alâwiyya, die sich weltweit in Friedensbewegungen, auch im Umfeld von Pax Christi, sowie in den interreligiösen Dialoge einklinkt. So ist AISA Mitglied im European Interfaith Youth Network (EIYN) von Religions for Peace (RfP), der AISA-nahe Pfadfinderverband SMF hingegen ist der hanbalitisch-wahhabitischen IUMS (International Union of Muslim Scouts) asozziiert.

AISA-Funktionär Taoufik Hartit war, gemeinsam mit Thomas Dreessen, im Vormonat (Mai 2011) zu Gast in Greven beim VCP Westfalen (Der Landesrat war zelten). Der evangelische Theologe Dreessen ist bei der Evangelischen Jugend von Westfalen (Haus Villigst) zuständig für Junge Kirche – Glaube und Leben.

Thomas Dreessen ist Kuratoriumsvorsitzender im Islam-Archiv Soest (ZIIAD, um Salim Abdullah), Scheich Bentounes war 2010 internationaler Ehrengast auf dem Soester Forum der Religionen und Kulturen (zum ZIIAD). Der VCP Westfalen ist für das diesjährige Soester Forum (Herbst 2011) eingeladen.

Die Sufi-Scouts halten die Flamme der Hoffnung (La Flamme de l’Espoir), das pfadfinderische (?) Friedens-Missions-Konzept von Khaled Bentounes, sehr hoch.

Wir sollten die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (AEMR) höher halten.

2. Scout Law YES, Sharia Law NO

Beitrag vom 10.06.2011 – 12:57

Ein bisschen schwanger geht nicht, ein bisschen Scharia auch nicht. Seit al-Ghazali, gestorben im Jahre 1111, ist der letzte Bereich des menschlichen Lebens schariatisiert d. h. schariapflichtig. Urheber des Islamischen Rechts ist die Gottheit (Allah); ein jeder bewusster und schuldhafter Verstoß gegen die Scharia gefährdet das Heil der Seele.

Die Scharia ist totalitär und ewig. In freiheitlich demokratischen Staaten erst gibt es Religionsfreiheit, in Dschidda oder Teheran gibt es keine Religionsfreiheit, dafür ganz viel Scharia auch für alle, die sie gar nicht wollen.

Im Kern will der Islam die Herabsetzung der Frau. Im Koran ist Allahs Befehl vorgegeben: Die Frau erbt 50 %, ihre Aussage vor Gericht gilt 50 %. Das ist nicht Islamismus, das ist Islam. Der Leib der Frau ist mit einem Schamtuch (Feridun Zaimoglu) zu „bedecken“.

Nach islamischem Verständnis reicht der intime Körperbereich, der durch Kleidung verhüllt werden muss, beim Mann einschließlich vom Nabel bis zum Knie, während die Frau die Waffe der Verleitung (ighraa) besitzt und ihr ganzer Körper Schamzone ist, sozusagen erweitertes Genital. Frauen sind im Islam prinzipiell die Ursache für Unglauben, Zwietracht, Intrige und Zerwürfnis in Familie und Umma (islamische Weltgemeinschaft). Ihnen fehle es an Religion, Vernunft und Anstand. Sie gelten als moralisch und religiös verunsichert und leicht beeinflussbar, sichere Beute für den Teufel, der sie dazu anstiftet, Männern den Kopf zu verdrehen, sie zu verführen und vom rechten Weg abzubringen.

Der aus dem Libanon stammende promovierte Philosoph, Islamwissenschaftler und Publizist Dr. Ralph Ghadban schreibt in einem Aufsatz, der auf der Website der Bundeszentrale für politische Bildung eingestellt ist, zum Frauenbild, das den Verschleierungsgeboten in Koran und Sunna als Motivation zu Grunde liegt, wie folgt: „Die Frau ist eine ‘aurah(14), wenn sie ausgeht, dann kommt ihr der Teufel entgegen. Sie ist am nähsten zu Gott, wenn sie in ihrem Haus tief steckt.“ Der Prophet soll gesagt haben: „Die Frau hat zehn ‘aurah. Wenn sie heiratet, schützt ihr Mann eine von ihnen und wenn sie stirbt, schützt das Grab alle zehn ‘aurah.“

Pfadfinderarbeit sollte die muslimischen Säkularen unterstützen, nicht die muslimischen Fundamentalisten, und am Antrag 10 (Bundesleitung und Lars Kramm) der 75. DPSG-Bundesversammlung vermisse ich das unbedingte Bekenntnis zur Gleichberechtigung von Mann und Frau, dem, weil Yusuf al-Qaradawi oder Pierre Vogel in Deutschland noch so einflussreich sind, aus meiner Sicht auch ein Statement nicht nur gegen christlichen Fundamentalismus, sondern auch gegen koranisch begründeten Fundamentalismus folgen sollte.

In Artikel 4 GG (1) heißt es: Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich. Dem schließt sich aber (2) an: Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.

4 (2) sagt also nicht: „wird unbegrenzt gewährleistet“, sondern „wird gewährleistet“. Wer schariatische Normen ohne Außenansicht (mit Bekenntnis-Charakter) vermittelt, gerät mit dem Grundgesetz in Konflikt. Hier sehe ich, alle derzeitigen Islamverbände betreffend, immensen Nachholbedarf.

3. Säkulares Menschen- und Weltbild

Beitrag vom 10.06.2011 – 15:27

Baden-Powell war proreligiös, gewiss, aber pantheistisch und weltbürgerlich. Fundamentalismus, der anderen Menschen ihre menschliche Würde abspricht, ist daher nicht pfadfinderisch. BP lebte einfach nicht in permanenter Höllenfurcht, aber genau dieses Lebensgefühl der Allgegenwart der bösen Geister und Teufel ergibt sich aus einem wörtlich gelesenen Koran.

Vielleicht hat jemand von der Arbeitsweise des Islamic Sharia Council (34 Francis Road, Leyton, London) gehört, wo Kleriker und Richter (Klerus und Justiz sind im Islam gar nicht getrennt) erbrechtlich und eherechtlich alle Frauen und Nichtmuslime benachteiligen dürfen, so lange sich niemand bei einem „weltlichen“ Gericht beschwert. Der Gruppendruck dürfte für viele Frauen indes bereits so hoch sein, dass sie den Weg zu einem nichtreligiösen Gericht gar nicht mehr finden.

Die Grenzen der Toleranz sind für uns Pfadis seit dem 10.12.1948 mit der AEMR gegeben (Allgemeine Erklärung der Menschenrechte). Deshalb sollten WOSM und WAGGGS dem Menschen- und Gesellschaftsbild der IUMS (The International Union of Muslim Scouts) vernehmbar entgegentreten, einer wahhabitischen, saudisch finanzierten Bewegung. IUMS und AEMR sind nicht kompatibel.

Der französische Pfadfinderverband Scouts Musulmans de France (SMF) um den Alâwiyya-Scheich Khaled Bentounes (AISA) ist Mitglied in der IUMS. Bentounes ironisiert die Standards allgemeiner Menschenrechte und spielt den spirituellen, weisen „Mystiker“. Die SMF (Aktion: „Flamme der Hoffnung“) kann unser Vertrauen nicht verdienen.

Mit der HAMAS oder mit The Imam al-Mahdi Scouts veranstalten VCP oder DPSG schließlich auch keine Zeltlager …

4. Irdische Rechtseinheitlichkeit statt „göttliches“ Mehrstufenrecht

Beitrag vom 10.06.2011 – 17:55

Vielen Dank, Sadarji, für deinen gut durchdachten Beitrag,

die sagtest: „Demokratie, Meinungsfreiheit, Gleichberechtigung von Mann und Frau (…) fußen letztlich auf christliche Werte. Fairerweise muss man dazu sagen, dass diese Rechte auch im christlichen Abendland nur gegen den Widerstand der Kirchen durchgesetzt wurden.“

Es ist sicherlich im Sinne der (erschließbaren) jesuanischen Ethik, dass der Mensch als solcher, dass jeder Mensch, ein Träger von absoluter Würde ist, und sei er Samariter, Zöllner, Römer oder gar Frau. Insofern steht das christliche Menschenbild der Verfassung nicht entgegen, während Zweitfrau, Burka und wali mudschbir den Verfassungsbruch theologisch begründen. Religion ist eben nicht „gut“, sonst müssten wir auch Menschenopfer für Huitzilopochtli billigen. Ernsthaft gelebter Islam ist ohne praktizierte Menschenrechtsverletzung nicht anwendbar, aber Islam ist Religion.

Ich möchte allerdings betonen, dass wir nicht im christlichen Abendland leben. Wir sollten daher nicht bestrebt sein, „abendländische Werte“ oder „westliche Werte“ verteidigen zu wollen. Unsere Menschenrechte sind universell – oder sie sind gar nicht! Und daher denke ich, auch das Pfadfindertum ist universell, eine Spaltung in „westlich geprägtes“ Scouting und schariabasiertes Islamic Scouting kann es gar nicht geben.

Eine freiheitliche Gesellschaft wird immer eine ausgesprochen säkulare Gesellschaft sein.

Was Europa droht, ist die Rechtsspaltung, die religiös begründete Rechtsverschiedenheit. Wir hätten dann schariakonform „befreite“ Straßenzüge, in denen das Abschließen polygamer Ehen nicht länger untersagt ist und in denen Mufis und Imame neunjährige Mädchen verheiraten, wie das Cemali Meco aus der Universitätsstadt Komotiní völlig legal praktiziert. Das islamische Heiratsalter für Mädchen beträgt neun Jahre, das ist nicht „Islamismus“, das ist Religion (Islam). Diese Mädchen tauchen als schwangere zwölfjährige oder schwangere elfjährige Ehefrauen in Düsseldorf auf, das ist Islam – einen anderen Islam gibt es nicht.

Unsere Politiker (und sicherlich auch die chistlichen Theologen) müssen endlich sagen, dass Koran und Sunna die Frau herabsetzen, auch die Pfadfinderverbände müssen das tun. Dass in Lübeck als Antrag Nummer 10 gesetzte Signal (75. BV der DPSG) stellt, vielleicht ja „nett gemeint“, die Weichen in Richtung von mehr Segregation, mehr Apartheid, und gerade nicht in die Richtung der Integration.

Wir integrieren in die Standards der kulturellen Moderne, wir integrieren ins Grundgesetz, nicht in die Scharia.

Erzbischof Rowan Williams hat den Einstieg in die religiös begründete Rechtsverschiedenheit bereits gefordert:

„But I think it is a misunderstanding to suppose that means people don’t have other affiliations, other loyalties which shape and dictate how they behave in society and that the law needs to take some account of that.“

die „Muslime“ (aha, keine Staatsbürger?) hätten, so das Oberhaupt der Anglikanischen Kirche, „andere Loyalitäten“, das Einhalten der britischen Gesetze für Personenstands- und Familienrecht sei ihnen nicht zuzumuten. Dem müssen Weltbürger (damit auch: müssen wir Pfadfinder) widersprechen, an einem islamkonformem Sonderrecht können wir kein Interesse haben.

Mustafa Ceric, Scheich im radikalen ECFR unter Yusuf al-Qaradawi, durfte vor wenigen Tagen auf dem Evangelischen Kirchentag auftreten, auch Ceric („opening the way“) will bekanntlich die Scharia in das europäische Recht integrieren, zunächst geht es ihm um die Bereiche Personenstands- und Familienrecht. Genau dort aber werden Frauen oder Kinder am massivsten benachteiligt.

Was in Großbritannien (One law for all) oder Kanada (No Sharia Campaign) längst diskutiert wird, muss jetzt von der deutschen Jugendverbandsarbeit aufgegriffen werden. Die Ereignisse dieser Wochen rund um den VCP-Westfalen (Stichwort Taoufik Hartit und Thomas Dreessen) und natürlich die DPSG-Bundesversammlung (Lübeck) zeigen, was jetzt ansteht:

Der Pfadfinder-Treffpunkt braucht eine Scharia-Diskussion.

Hier ist sie.

5. Frau Mensch zweiter Klasse, Harbi vogelfrei

Beitrag vom 10.06.2011 – 18:11

Zitat aghamemnun „Kalifat (d.h. die Lehre vom Menschen als Stellvertreter Gottes auf Erden) im Islam einfach bloß der biblischen Gottesebenbildlichkeit entspricht.“

Lieber Aghamemnun, im Islam ist nicht „der“ Mensch oder gar jeder Mensch „Kalif“, sondern nur der korantreu Denkende und dabei nachprüfbar schariakonform lebende Mensch, und, genau genommen, nur der maskuline. Die Frau gilt in der Scharia als unmündig, sie hat einen Vormund, den Wali. Ohne Wali kann eine Frau nicht einmal heiraten. Für die Frau ist ihr Ehemann „Kalif“.

Der Vater eines jungfräulichen Mädchens darf sie in ihre erste Ehe zwingen (sog. Heiratsvormund mit der Berechtigung zum Zwang: Wali Mudschbir).

Die Scharia kannst du an vielen Universitäten der Welt studieren, Bajrambejamin Idriz studierte sie im Fernstudium in Château Chinon (IESH), die Darul-Uloom bietet Schariastudiengänge an, Saudi-Arabien natürlich auch. Manch ein Curriculum zur Scharia (‘Aqîda und Fiqh, USûl-ud-Dîn) ist online. Willst du sagen, dass Ayatollah Chomeini die Scharia falsch verstanden hatte – oder dass Yusuf al-Qaradawi oder Mustafa Ceric vom Islam keine Ahnung hat?

Das wichtigste Lehrbuch der Scharia ist übrigens der Koran, dazu die sechs kanonischen Hadithsammlungen – oder willst du behaupten, der Koran sei nicht Scharia? Der Koran ist in vielen Dingen sehr eindeutig und (halbes Erbe für die Frau, halbe Aussagekraft vor Gericht) selbstverständlich klar menschenrechtswidrig.

Wenn freiheitliche Demokraten von Menschenrechten sprechen, ist der Menschenrechtsbegriff der OIC (Kairo 1990) nicht gemeint.

6. Es gibt AEMR nur im Singular, es gibt nur eine Zivilisation

Beitrag vom 10.06.2011 – 18:31

Lieber aghamemnun,

da bringst du ja etwas Interessantes und leider völlig Falsches ein:

„Es hat auch eine islamische Aufklärung gegeben, und zwar etwa vom späten 8. bis ins 10. Jh. hinein“

das ist schlicht Unsinn, denn wenn du al-Ghazali (gest. 1111 n. Chr) liest, wirst du merken, dass der „Jenseitsvorbehalt“ Baghdad nur so durchtränkte. Das geistige Niveau hinsichtlich der überall lauernden Dämonen war von demjenigen des Voodoo also noch gar nicht so verschieden, als Polytheist oder Ketzer hättest du von der legendären Bagdader Medizin auch nicht profitieren können.

Juristisch sah es noch schlimmer aus, selbstverständlich beruhte das hochmittelalterliche Bagdad auf der Ungleichbehandlung, wie bis heute die Scharia ein nicht auf Gleichbehandlung, sondern auf Ungleichbehandlung beruhendes Gesetz ist.

Artikel 1 GG redet von Die Würde des Menschen, nicht von Würde des Gottesfürchtigen oder Würde des Mannes. Die Frau ohne Hidschab aber ist im Islam eine würdelose Unsittliche, die Kopftuchverweigerin ist eine Schlampe und gefährdet das Seelenheil ihrer Angehörigen.

In Bagdad – auch im legendären Andalusien – war der Gegner des Islamischen Gesetzes (Scharia) zu töten und der bekennende Ex-Muslim wahrscheinlich gleich mit.

Im heutigen Iran sind Krieg gegen Gott und Verderbenstiften auf Erden Anklagepunkte, die zumeist die Todesstrafe nach sich ziehen, das ist kein falsch verstandener Islam, sondern echte erstrebte Seelenrettung (Religion).

Wir müssen uns für Europas Ex-Muslime stark machen, statt multikulturell lächelnd zum Teetrinken in Moscheen zu rauschen.

Die Pfadfinder sollten in ihren Zeitschriften Deutschlands ex-muslimische Menschen über Religion schreiben lassen, statt Lamya Kaddor oder Rabeya Müller (Kirchentag 2011) zuzuhören.

7. Sachthemenbezug ja bitte, Persönlich-Werden nein danke

Beitrag vom 10.06.2011 – 22:23

Hallo HathiCPD,

da fragst du allen ernstes meine Mitstreiterin: „Du willst uns für doof verkaufen, oder?“

Will Hathi unseren Ruf schädigen nach dem Motto: Glaubt Lagerfeuer bzw. scoutissima, seien sie nun eine, zwei, drei oder Personen, glaubt ihnen kein Wort? Das wäre ein Sieg für die Islambeschwichtiger, ein toller Nebelwurf über unseren schariakritischen Argumenten.

Und das, lieber HathiCPD, wäre menschlich gar nicht nett von dir. Wenn zwei ‘Nicknames’ behaupten, nicht derselbe Mensch verberge sich hinter ihnen, dann solltest diese dir persönlich Unbekannten allen Forenteilnehmern gegenüber einstweilen nicht der Lüge bezichtigen.

Wer weiß, vielleicht wird sich die Gelegenheit ergeben, einander persönlich kennen zu lernen – dann wird HathiCPD fröhlich sagen: Ich hätte wetten können, dass im Juni 2011 nur ein Mensch diese beiden Nicknames verwendete.

Und jetzt geht HathiCPD nebst CPD zu Schariadoktrin und Fiqhjustiz auf Distanz bitteschön, denn zum „Herumzicken“ sind alte Pfadfinderinnen aus dem Netzwerk Eifelginster nämlich nicht unterwegs (Ceric-Verteidiger und Schariafreund aghamemnun mag das theologisch begründet, anders sehen).

Ich denke, eine gehörige Portion Unschuldsvermutung gehört zum pfadfinderischen Miteinander, zumal es uns Neuen um ein Sachthema geht (und nicht um Karriere bei einem Jugendbund bzw. bei Pfadfinder-Treffpunkt). Das völlig neue Thema, das wir in den PT einbringen, ist die Schariadebatte, ist der Konflikt zwischen AEMR / GG und Islamischem Recht. Da war eine Lücke, da war bei PT bislang gar nichts!

Wenig verwunderlich, denn keine Jugendzeitschrift, kein kirchlicher Gemeindebrief druckt derzeit einen Leserbrief gegen die Scharia ab, nur ganz wenige PädagogInnen sind mutig genug, gegen Hidschab/Kopftuch zu argumentieren. Das muss sich endlich ändern, beschlossen wir zu zweit, und enterten den geschätzten Pfadfinder-Treffpunkt, der sich (bis auf Erhöher des Glaubens aghamemnun) ja durchaus lernfähig zeigt.

Darüber hinaus versichere auch ich dir, dass Lagerfeuer und scoutissima zwei Personen sind – den Spirit der Aufrichtigkeit haben wir verinnerlicht: If scout says „On my honour it is so,“ that means it is so, just as if he had taken a most solemn oath.

Ich bitte um etwas mehr Sachthemenbezug und etwas weniger Persönlich-Werden.

Herzlich Gut Pfad

8. DPSG strebt Erweiterung des RdP/RDP um einen muslimischen Pfadfinderverband an

Beitrag vom 11.06.2011 – 14:14

Islam ist mein Thema. Und dieser Thread titelt mit dem Wort muslimisch. Also ist Islam in diesem Strang Thema und Gegenstand unserer Betrachtung (Hathi CPD: „Ich habe kein Wort zum Thema Islam verloren, das ist nicht mein Thema“).

Eine „Ethik“ (aghamemnun), die die Menschen im Namen der Seelenrettung in Klassen verschiedenen sittlichen und juristischen Wertes aufteilt und die alle Frauen benachteiligt, sollten Pfadfinderinnen und Pfadfinder, gerade auch im Namen der ihnen anvertrauten Kinder und Jugendlichen jeder Religion oder Ex-Religion, zurückweisen.

Binationale Ehen betreffend werden Kinder mit Berufung auf das Islamische Recht (Scharia) dem Vater zugesprochen, auch die tägliche Benachteiligung der Nichtmuslime Ägyptens ist der Rede wert, Bahá’í bekommen dort erst gar keine Papiere, weil bzw. wenn sie ihr Kreuzchen im Formular „/ Muslim / Christ / Jude /“ nicht machen wollen. Und die fröhlichen Pfadis fahren da zum Schnorcheln und Pyramidengucken hin …

Einerseits möchte ich auf den Jenseitsbezug des Islamischen Rechts aufmerksam machen und betonen, dass der moderne Rechtsstaat Gesetze und Verordnungen schafft, die darauf verzichten, die bösen Geister abzuwehren und die Seele zu retten. Dass Erzbischof Rowan Williams, immerhin höchster Religionsführer im Ursprungsland der Pfadfinderbewegung, bereit war, „Teile der Scharia“ ins Recht zu implementieren, sollte Scouts nicht kalt lassen.

Kinder- und Jugenderziehung betreffend, richtigerweise sind KPE oder sehr „glaubensbewegte“ evangelikale Milieus hier im Strang genannt worden, dürfen wir Pfadfinder versuchen, den Fundamentalismus, die rigide Sexualmoral oder den „Weltekel“ zu benennen, der dort, religiös begründet, „pädagogisch“ angewendet wird.

Ein werdender muslimischer Pfadfinderverband – und anders als das Said-Nursi-geprägte Vorhaben BMPD (Naim Demirel) könnte mit Hilfe von Islam-Archiv Soest (Salim Abdullah, Thomas Dreessen) und der ‘Alâwiya-Sufi-Bewegung AISA in den nächsten Monaten wirklich ein solcher Verband auch in Deutschland entstehen – ist daher von uns allen auf seine Inhalte zu befragen.

Wenn es in zwei oder drei Jahren an vielen Stellen in der BRD eine Muslimische Pfadfinderarbeit gibt, sollten alle Pfadfinder bereits heute Interesse daran haben, dass Muslimisches Pfadfinden nicht von Muslimbruderschaft (innerhalb derer evtl. gar von Sayyid Qutb) geprägt ist und auch nicht von der fundamentalistischen Milli-Görüs (innerhalb der IGMG gar von Necmettin Erbakan ungefiltert), sondern in der kulturellen Moderne angekommen ist.

Gradmesser dieser Veträglichkeit mit weltbürgerlicher, AEMR-kompatibler und damit auch grundrechtsbejahender Pfadfindererziehung wird, es geht um den Islam, die Nähe oder Ferne zum Islamischen Recht (Scharia) sein.

Um etwas zu erreichen bzw. überhaupt erst zu wollen, sollte man sich den kulturrassistischen und frauenfeindlichen Charakter des angeblich die Seele vor dem Höllenfeuer bewahrenden Islamischen Rechts (Zweitfrau, Kindbraut, frauenfeindliche Ehescheidung nach Talaq & Chula) klar machen.

Dass Griechenland zwölfjährige oder elfjährige Mädchen nach der für die türkische Minderheit legalen Scharia verheiraten lässt, die Monate später mit Ehemann und schwanger in Düsseldorf auftauchen (Diana Goldermann-Wolf vom Deutschen Kinderschutzbund: „Ein Skandal“, „Staatlich geförderter Kindesmissbrauch“), ist der Rede wert. Der Kinder verheiratende Mufti Cemali Meco aus Komotiní (Gümülcine) hat Islam und Scharia keineswegs falsch verstanden.

Dadurch aber, dass die IUMS auf Weltpfadfinderverbands-Ebene seit Kuala Lumpur (1993) Anerkennung genießt, wird es VCP- und DPSG-Spitze bereits jetzt schwer fallen, das wahhabitisch (hanbalitisch, salafistisch) zu nennende, radikal antimoderne Menschenbild der IUMS zu kritisieren. Das wiederum braucht die pfadfinderische Basis nicht hinzunehmen, auch nicht im Namen des interreligiösen Dialogs.

9. DPSG strebt Erweiterung des RdP/RDP um einen muslimischen Pfadfinderverband an

Beitrag vom 11.06.2011 – 15:49

Lieber Hathi, möchtest du („Don`t feed the troll“) jeden PT-user davor warnen, mit mir zu kommunizieren?

Ist für dich eine Diskussion über die Scharia unangenehm und mit deiner Vorstellung von Christlichem Pfadfindertum (Fritz Riebold) ethisch nicht vereinbar?

10. Organisierte Gegenmoderne: Alles „fremd“ oder was?

Beitrag vom 11.06.2011 – 16:03

Hallo mak_scout,

es ist eigentlich schön, wenn jemand neugierig auf das Fremde ist.

Würdest du Kindern oder Jugendlichen empfehlen, ihre Freizeit im Jugendverband der Imam al-Mahdi Scouts zu verbringen? (mak_scout: Wenn der inbrünstige Patriotismus, … die … Nähe zur Hisbollah und die tiefe Verankerung im muslimischen Glauben uns auch fremd erscheinen mögen).

Findest du das fraglos gottesfürchtige Weltbild das libanesischen, dem Umfeld der Hizbollah zuzurechnenden Verbandes denn nur „fremd“ oder nicht auch ein klitzekleines bisschen abstoßend?

11. Menschenrechtsuniversalismus versus Kulturrelativismus

Beitrag vom 11.06.2011 – 17:35

Hallo Malte_B,

danke für deinen Beitrag. Du bringst die Diskussion durchaus weiter, denn mir geht es in der Tat darum, den absoluten Wert des Menschen zu globalisieren, etwa den juristischen Wert der Frau, deren Erbe, wie das ihres Bruders, 100 % zu betragen hat. Gerade mit meiner Forderung nach Gleichheitsfeminismus (keine Angst Männer, ich fordere keinen „Überlegenheitsfeminismus“) bin ich universell.

Pressefreiheit muss, weil es keine ‘muslimische Rasse’ gibt und Muslime eben keine ‘Sorte Mensch’ sind, bald auch in Mogadischu und Islamabad gelten, das Recht auf ein Leben als bekennender Atheist natürlich ebenso.

Die AEMR vom 10.12.1948 (du sprichst leider von den: „von abendländischer Kultur geprägten Menschenrechte[n]„) ist eben gerade nicht „abendländisch“, nicht „westlich“, und die orientalischen Muslime (wie unterstützt du die dortigen Ex-Muslime?) sind keine Opfer meines Kolonialismus und Imperialismus, wenn ich ihnen die Gleichberechtigung der Atheisten, Juden oder Frauen abverlange.

Dass du indirekt dem Bundesverfassungsgericht unterstellst, nach monotheistischen bzw. bibeltreuen Grundsätzen zu arbeiten, erstaunt mich („Wenn das Grundgesetz „die Ehe“ schützt, dann ist das eine nach rein christlicher Lehrart“).

Die von dir mit einem zivilisationskritischen Unterton genannte Dimension des Ökonomischen betreffend kann sich Malte_B einen Bauernhof kaufen und dort in kommunistischer Gütergemeinschaft leben, so eine ‘rote Siedlung’ hätte meine Sympathie. Du aber parkst dein Recht auf Eigentum in die cäsarische Antike („Wenn das Grundgesetz das Eigentum schützt, dann streng nach den römischen Grundsätzen.“), willst du die (sehr abendländische!) Hexe enteignen oder dem Dhimmi die Dschizya abpressen und dem Harbi das Recht auf Eigentum gleich ganz absprechen?

So kulturrelativistisch, wie du an die Menschheit herantrittst, könntest du glatt die FGM bei der UNESCO als Weltkulturerbe klassifizieren lassen. Wo bleibt dein Mitgefühl? Würdest du, ich wäre dir dafür dankbar, mit mir einen Aufruf gegen die schafiitische FGM (female genital mutilation) der Region Bandung (West-Java) mit deinem Klarnamen unterschreiben?

Du argumentierst wie Ali Schariati, der Wegbereiter der Islamischen Revolution (Iran 1979), wenn du Rechtssicherheit und Gleichbehandlung der BRD bzw. EU als „nach westlichen Vorstellungsmustern“ gestaltet erblickst.

Das beunruhigt mich, denn zu viel Toleranz macht den Weg in die Barbarei bekanntlich frei.

241. DPSG und Islam

7. Juni 2011

للكشافين المسلمين‏

al-Kaššāfīn al-Muslimīn

Muslim Scouts

DPSG und Scharia

Von Edward von Roy

In allen vom Islamischen Recht geprägten Teilen der Erde werden Nichtmuslime und Frauen religiös begründet diskriminiert. Dessen ungeachtet suchen Deutschlands Christen den Dialog mit dem Islam, ohne auf die menschenrechtlichen oder beispielsweise familienrechtlichen Folgen der Scharia auch nur hinzuweisen.

So lässt man auf dem 33. Evangelischen Kirchentag, Dresden 2011, Rabeya Müller aus Köln und Mustafa Cerić aus Sarajevo sprechen, fundierte Islamkritik aber fehlt im Programm. Auf katholischer Seite zeigt man sich nicht weniger islamfreundlich.

Am 27.05.2011 beschließt der größte deutsche katholische Pfadfinderverband, die Georgspfadfinder (DPSG), einen noch gar nicht existenten oder irgendwo im geheimnisvollen Aufbau befindlichen deutschen Muslimischen Pfadfinderverband nach Kräften zu unterstützen. Das Wort Scharia fällt nicht, man tut für diesen Tag einfach so, als ob Frauenfeindlichkeit und Kulturrassismus des Islamischen Rechts niemandem bekannt wären. Der DPSG-Bundesvorstand und der Beauftragte für Internationales, Lars Kramm, hatten ihre Forderung als Antrag 10 eingebracht:[1]

Die Bundesversammlung möge beschließen:

Der Bundesvorstand wird in seiner Bereitschaft den Aufbau eines muslimischen koedukativen Pfadfinderinnen- und Pfadfinderverbandes zu unterstützen durch die Bundesversammlung gestärkt. Die Aufbauunterstützung erfolgt mit dem Ziel der Mitgliedschaft eines muslimischen Verbandes im Ring deutscher Pfadfinderverbände und oder im Ring Deutscher Pfadfinderinnenverbände.

Begründung:

Den Bundesvorstand erreichen wiederholt Anfragen auf Aufbauunterstützung muslimischen Pfadfindens. Die Aufbauinitiative und damit die Anfragen gehen auf einzelne Personen mit Pfadfindererfahrungen in Deutschland zurück. Die Etablierung muslimischen Pfadfindens in einer eigenen Verbandsstruktur und daran anknüpfend die Entwicklung einer muslimischen Säule in RdP/RDP lassen den Anspruch auf Pfadfinden für Alle realistischer werden. Eine mögliche Unterstützungsform ist beispielsweise die Ausbildung von Leiterinnen und Leitern.

Im Vorjahr besuchte man als katholisch-pfadfinderischer Seelsorger gemeinsam mit einem leider ungenannten „Islamwissenschaftler“ eine Mannheimer Moschee, auf die den Rechtsstaat tragenden Standards des Wissenschaftlichen und Säkularen ging das vom 20. bis 22. Januar 2010 in Speyer abgehaltene Kuratentreffen dabei nicht explizit ein. Deutschland erblickte man von einer Spezies von offensichtlich irgendwie zu muslimisierenden „Kindern und Jugendlichen“ bevölkert, deren Andersartigkeit durch möglichst viel „Kontakt“ zu erfahren (bzw. herzustellen?) ist:

„Für einen katholischen Verband wird es schwer sein, muslimische Kinder und Jugendliche in größerer Zahl gewinnen zu können. Umso mehr steht die Herausforderung an, unsere Mitglieder für andere Kulturen und Religionen zu sensibilisieren und zum Kontakt aufzufordern.“[2]

Warum, liebe Kuratinnen und Kuraten, wurde an dieser Stelle unterlassen, auf Allgemeingültigkeit und Verbindlichkeit von AEMR und GG hinzuweisen, denen, ich überspitze es bewusst, unsere innenstädtischen Heidenkinder, Christenkinder und Muslimkinder schließlich gleichermaßen unterliegen? Muss die durch den Moscheebesuch erkennbar gewordene Islamfreundlichkeit der DPSG bei Vermeidung des Wortes Scharia eine ansteigende ethnokulturelle innerdeutsche Segregation nicht geradezu billigen?

Leider blieb der Name des Ortes der Niederwerfung (masǧid, Moschee) ungenannt, es dürfte sich um den Luisenring 83 handeln, ein Propagandaprojekt des türkischen Staatsislams (DIYANET, DITIB), in dem bis 2004 Vorzeigeimam Bekir Alboğa den Dialog mit der Menschensorte der Nichtmuslime suchte und fand. Lässig verlinkt die heutige Yavuz Sultan Selim Moschee zur Islamischen Gemeinschaft in Deutschland (IGD) und zur Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG), mit denen man offensichtlich dieselbe „Weltanschauung“ teilt, wie es der diesjährige Kirchentagsgast Mustafa Cerić bereits 2007 sagte: „In the shari’ah as their Weltanschauung, Muslims have their covenant with God.“[3]

Auch das Haus des Islam (HDI, Lützelbach / Odw.; um Muhammad Siddiq d. i. Wolfgang Borgfeldt), Yusuf al-Qaradawi und dessen ECFR treu ergeben, sowie die den Muslimbrüdern und Millî-Görüş-Bewegten nahe stehende Gesellschaft Muslimischer Sozial- und Geisteswissenschaftler (GMSG) finden sich auf der Linkliste. Bei der GMSG lässt man Amir Zaidan, den Schöpfer der Kamel-Fatwa (1998), ebenso gerne reden wie Tariq Ramadan, den Sohn des Muslimbruders Said und Bruder des Steinigungsbefürworters Hani. Zu den in den letzten beiden Absätzen genannten Personen und Organisationen hat sich die 95.000 Mitglieder zählende DPSG bislang nicht in der Lage gezeigt, kritisch Stellung zu beziehen oder ihren Mitgliedern wenigstens fundierte Informationen anzubieten.

Dass der 1982 in Essen geborene Fachmann für Meeresnaturschutzrecht, Lars Kramm, der in diesem Sommer das 1.150 junge Menschen umfassende DPSG-Kontingent nach Schweden ins Weltpfadfindertreffen (Jamboree) führt, und der DPSG-Bundesvorstand im Vormonat überhaupt über das Phantom eines noch gar nicht gegründeten muslimischen Pfadfinderverbandes abstimmen ließen, überrascht.

Dabei hat das gequält bis suchthaft wirkende Ersehnen von irgendwie andersartigen und gleichwohl kollegialen Islam-Pfadis bei der DPSG durchaus Tradition, denn mit einem der Öffentlichkeit leider unbekannt gebliebenen Naim Demirel (Graurheindorfer Straße 10, 53111 Bonn) wollte Georgspfadfinder Bernhard Wagener eine hochgestimmte, muslimisch-scoutistische, jugendverbandliche Gründerzeit erlebt haben, wie Udo Marquardt von Justitia et Pax versichert. Den multikulturell und gleich fünfseitig beschworenen Bund muslimischer Pfadfinder Deutschlands (BMPD) sucht man in der Realität allerdings vergeblich.[4]

Ein echter Bernhard Wagener ist außerhalb der genannten Quellen nicht auffindbar. Die Jugendadressbuchliste für Bonn und Umland führt neben den bekannten VCP- und DPSG-Stämmen auch den mysteriösen „Bund moslemischer Pfadfinder Deutschlands Stamm Bonn c/o Naim Demirel“, als BMPD-Homepage ist allerdings gleich der bewährte und täglich aufwändig bearbeitete Pfadfinder-Treffpunkt eingefügt.[5]

Über etwaige pädagogische oder theologische Qualifikationen des Naim Demirel ist nichts bekannt. In seiner Bonner Adresse residierte allerdings der Ausländische Kultur- und Erziehungsverein, und so einen A.K.E.V. gab es auch einmal im benachbarten Köln, Bergisch Gladbacher Str. 103, wo www.akev.de auf Muhabbet Fedâileri umschaltet, auf die Anhänger des Scheich Bediüzzaman. Erhaben blickt der verehrte Gründer der Nurculukbewegung ins Bild, Said Nursî.[6]

Die DPSG wollte also (leider) nicht den antikurdischen türkischen Nationalismus oder gar den Völkermord an den Armeniern und Assyrern von 1915/16 thematisieren, sondern das schariatreue (gegenmoderne) Gedankengut der „Sendschreiben des Lichtes“ (Risale-i Nur) in das deutsche Pfadfindertum integrieren oder sie weiß nicht, wer Said Nursî war.

Oder ist sie gerade zum besseren Islamverstehen in einem Münchner Vorort unterwegs? Dort in Freimann nämlich war eine richtige Moschee das aufregende Exkursionsziel für Barbara und Martin. Die Wallnerstraße 1 – 5 beherbergt schließlich authentischen Islam (DPSG: „Um sich weiter für das Thema interkulturelles Lernen zu begeistern“) und ist dem Verfassungsschutz als Islamisches Zentrum München (IZM) bekannt.[7]

In der selben Hausnummer wohnt seit Jahren ein anderer geisterhafter Pfadfinderverband: Islamische Pfadfinder – Deutsches Komitee.[8] Selbst der verständlicherweise um enzyklopädische Vollständigkeit bemühte Pfadfinder-Treffpunkt erwähnt diesen vielleicht gar nicht existierenden Jugendverband, ohne seine Leser vor dem Gedankengut der Muslimbrüder und ihres Umfeldes (IGD, FIOE, FEMYSO, ECFR) zu warnen.

Das Etikett Islamische Pfadfinder maßt sich an, den Zugang aus dem deutschen Sprachraum in den islamisch geprägten Teil der Welt regeln zu wollen: Wer auch immer Kontakt zu Pfadfindern beispielsweise im Nahen Osten haben möchte, bekomme hier sachliche Auskunft. Dass die dortigen säkularen Gruppen oder Einzelpersonen bei einer Kontaktherstellung über die Adresse Wallnerstraße gleichberechtigt sind, kann bezweifelt werden. Minderjährige sollte man ohnehin vor Kontakt zu Islamisten ausdrücklich warnen. Mit dem verwendeten islamisch (statt muslimisch) unterstreicht das IZ München seinen Anspruch auf die Deutungshoheit zu allem, was in Deutschland Islam ist. Die anderen Islamverbände widersprechen nicht.

Noch ein Beispiel für die katholisch-scoutistische Herangehensweise an Schleierpflicht und Schariagesetz. Am 31. Oktober 2010 schreibt der Essener DPSG-Pfadfinder Carli (Pfadis in Berlin) über Erlebnisse in der Bundeshauptstadt, zu denen ein Besuch in der Ayasofya-Moschee gehörte.

Obwohl uns alles am Anfang sehr fremd vorkam war es am Ende echt cool was über die Muslime zu erfahren und mit denen zu quatschen. [9]

Die Ayasofya-Moschee war Mitgründer der Islamischen Föderation Berlin (IFB), mit deren Funktionären der Senat besser nicht zusammenarbeiten sollte, wie GRÜNEN-Politiker Özcan Mutlu empfiehlt: „Personen wie Kesici und Heider“ seien „Repräsentanten des politischen Islam und haben eine Nähe zu diversen radikalen Sekten des Islam und sind für mich die Letzten, die ich in Berlin konsultieren würde. Die Blauäugigkeit des Senats schockiert mich.“[10]

Während der Säkulare Mutlu für die gelingende Integration aller Menschen in Berlin viel riskiert, konsultiert die DPSG ungerührt („echt cool“) die Wegbereiter der islamischen Apartheid.

Dass man zu Besuch beim Berliner Umfeld von IGMG und Muslimbruderschaft weilte, könnte die Erinnerung an einen coolen Berlinausflug schließlich belasten und sollte daher besser gar nicht erst nicht ins Bewusstsein dringen. Gemeinschaft, Reise oder Wirklichkeit werden zum Event, Integration oder Islamismus an ihrem Unterhaltungswert gemessen, dann endlich steigt die Berauschung und geht`s krass fett zur Party:

Dann haben wir uns Gedanken gemacht, wie man Jugendliche mit Migrationshintergrund in unsere Gesellschaft und die DPSG integrieren kann. Dazu haben wir uns in mehrere Gruppen aufgeteilt und überlegt was wir an uns und die anderen an sich ändern müssen. Zum Essen gab es heute selbstgemachten Berliner-Döner. Jetzt gleich gibt’s noch ne fette Party mit Band und viel Action.

Pfadfinder-Fortbildung in Scharia. Alles ist pfadfinderisch möglich („Wir fordern multikulti durch Projekte in Schule und Medien“), und wo gar keine Struktur mehr ist, braucht man auch keine zu „ändern“. Ob Bundesversammlung oder Stamm, man ist seitens der DPSG nicht in der Lage, die Frauenfeindlichkeit und Menschenverachtung von Koran und Sunna zu erkennen, ruft aber nach immer noch mehr „Begegnung“ mit dem Islam sowie nach gesteigerter Ekstase im Bereich des Liturgischen:

Wir fordern Infos über andere Religionen und actionreichere und modernere Gottesdienste.[11]

Mit mäßigem Erfolg also sucht die DPSG seit Jahren den Kontakt zum BMPD (Kalifatsbewegung Islamische Gemeinschaft Jamaat un-Nur), zu dem Khadija Katja Wöhler-Khalfallah schreibt:

Nurculuk … Rüstem Ülker … Seine Auslegung ist strikt antilaizistisch und verlangt nach einem am Koran orientierten islamischen Staat. Im Interview äußerte ein Funktionär des „Bundes Muslimischer Pfadfinder Deutschlands“ (BMPD) seine Vorbehalte gegenüber den Deutschen und ihrer Kultur. In Deutschland fielen 70 % der Jugendlichen der ewigen Verdammnis anheim, da sie entweder drogensüchtig oder Prostituierte würden. Das Leben in Deutschland sei gerade für die türkischen Jugendlichen die Hölle, da sie völlig vom Islam abgebracht und zwangsläufig in die Kriminalität geführt würden. Die muslimischen Mädchen würden dazu gezwungen, „sich zu entehren“.[12]

Statt Jamaat un-Nur (Rüstem Ülker, Naim Demirel) könnte die in Paris ansässige und in ganz Europa „Friedensbewegungen“ betreibende International Sufi Alawiya Association (AISA, aisa-net.com) jenen bei der 75. Bundesversammlung nicht genannten Träger für Muslimisches Pfadfinden darstellen, dem die DPSG Aufbauhilfe leisten will.

Es ist sicherlich zu begrüßen, dass in diesen Tagen auf der Seite Pfadfinder-Treffpunkt zum Beschluss der DPSG diskutiert wird, beim Aufbau eines muslimischen Pfadfinderverbandes mitzuwirken.[13]

Doch fehlt auch in dieser Diskussion bislang die demokratische Kernforderung an eine solche Organisation völlig, zur Integration statt zur Segregation beizutragen und daher die kulturrassistische und frauenfeindliche Scharia zu verwerfen. Mit einer fortgesetzten derartigen Gelassenheit drohen die beiden Weltpfadfinderverbände (WOSM, WAGGGS) zum Spielball der Muslimbrüder zu mutieren. Das würde dem Ansinnen des Gründers aller Pfadfinderarbeit, dem Weltbürger Baden-Powell (* 22. Februar 1857 in London; † 8. Januar 1941 in Nyeri, Kenia), der als Humanist und Optimist in einem Lebensgefühl schrecklicher Höllenangst nun wirklich nicht lebte, keinesfalls gerecht.

Warum verlangen die deutschen Pfadfinderverbände von einem muslimischen Gründungsprojekt denn nicht, sich von der Schwarzen Pädagogik (Katharina Rutschky) der im Koran versicherten drohenden Höllenqual abzuwenden und eine moderne, emanzipatorische Jugenderziehung aufzubauen?

Um eine Debatte zur Scharia werden DPSG und VCP nicht mehr lange herum kommen, und man darf hoffen, dass sie im Sinne von Maryam Namazie („One law for all“) geführt werden wird und nicht im Namen der von Rowan Williams oder Christian Giordano bereits gebilligten, religiös begründeten Rechtsverschiedenheit.

Weniger phantastisch scheint das sich in Westfalen abzeichnende Projekt zu sein, dass der Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) in diesem Jahr anstrebt. Der dem Sufismus und der Scharia verpflichtete BMPD ist in Erscheinung getreten, der Landesrat war zelten:[14]

Mit dabei waren am Nachmittag außerdem zwei Gäste, ein muslimischer Pfadfinder, Taoufik Hartit, vom Bund Deutscher Muslimischer Pfadfinderinnen und Pfadfinder sowie der Referent für junge Kirche – Glaube und Leben in der evangelischen Kirche von Westfalen, Thomas Dreessen. Sie berichteten über den Aufbau des koedukativen Jugendverbandes (…).

Der Verband ist sehr aufgeschlossen und hat seine religiösen Wurzeln in der Weltanschauung des Sufismus.

Die Gäste luden den VCP zu einer Teilnahme am diesjährigen ‘Soester Forum’ des interreligiösen Dialogs und der internationalen Aktion ‘Flamme der Hoffnung’ ein, welche im Herbst dieses Jahres stattfinden.

Auch der westfälische VCP drückt sich also davor, die Diskriminierung zu erwähnen, die sich aus jedem organisierten derzeitigen Islam, auch dem so genannten mystischen Islam, für alle Frauen und Nichtmuslime ergibt.

Soest ist ein Hinweis auf Muhammad Salim Abdullah unerleuchtet ehedem schlicht Herbert Krawinkel sowie auf dessen Islam-Archiv Soest (ZIIAD), in welchem der westfälische VCP-Gast Thomas Dreessen praktischerweise gleich im Aufsichtsrat sitzt.

Flamme der Hoffnung erinnert an den Alâwiyya-Scheich Khaled Bentounes (La Flamme de l’Espoir). Bentounes gründete 1990 den immerhin rund tausend Mitglieder zählenden französischen Pfadfinderverband Scouts Musulmans de France (SMF).

Ob der als modern und tolerant gehandelte Sufischeich, dessen SMF in WOSM und WAGGGS aufgenommen worden ist, der kulturellen Moderne zuzurechnen ist und Schleierpflicht und Schariagehorsam wirklich verworfen hat?

Bei den Religions for Peace ermahnt der spirituelle Führer der Association International Soufie Alawiya (AISA), Scheich Bentounes, die Menschheit zu Pazifismus und Abrüstung.[15]

Wie dieses friedliche Miteinander der Religionen aussieht, kann uns ja vielleicht das Beispiel Ägypten zeigen. Gegen Artikel 2 der ägyptischen Verfassung hat Pfadfinderführer Bentounes nichts einzuwenden, wo es heißt:

Der Islam ist Staatsreligion. Arabisch ist Amtssprache, die Hauptquelle der Gesetzgebung ist die Islamische Jurisprudenz (Scharia).[16]

Die International Union of Muslim Scouts (IUMS) hat ihren Sitz im saudi-arabischen Dschidda und möchte innerhalb des Pfadfindertums den Islam fördern und unterstützen. Islamisches Pfadfindertum (Islamic Scouting) will die IUMS globalisieren, überall, wo Muslime leben, soll Islamic Scouting eingeführt werden. Auch die Scouts Musulmans de France (SMF) sind in der IUMS Mitglied.

Die Organization of the Islamic Conference (OIC) beschloss 1990 in Kairo die Abkehr vom Begriff der allgemeinen Menschenrechte (1948), alle „islamischen Menschenrechte“ müssen dem mehrstufig diskriminierenden System der Schariagesetzgebung nachgeordnet sein. Zum Recht auf Leben etwa gibt es klare religiöse Vorstellungen, Artikel 2:

es ist verboten, einem anderen das Leben zu nehmen, außer wenn die Scharia es verlangt

Artikel 22 garantiert das Recht auf freie Meinungsäußerung, solange diese in den von Allah gesetzten Schranken der Scharia stattfindet.[17]

Nach herrschender islamischer Ansicht verdient der Apostat den Tod.[18] Der strenggläubigen OIC ist die Pfadfinderbewegung IUMS angeschlossen.[19]

Weil Muslime keine Sorte Mensch sind und die Scharia nicht angeboren ist, bleibt die Hoffnung, dass sich ein säkulares muslimisches Pfadfindertum, den reaktionären Kräften der Muslimbrüder und finanzstarken saudischen Wahhabiten zum Trotz, doch noch überall entwickeln kann.

Ein fortgesetzter „Dialog mit dem Islam“, der die Gleichberechtigung von Mann und Frau sowie von Muslim und Atheist nicht deutlich einfordert, steht dem allerdings entgegen.

Edward von Roy

Quellen

[1] 75. Bundesversammlung der DPSG. Pfadfinden für alle.

http://www.dpsg.de/verband/bv75/files/10_pfadfindenfueralle.pdf

Antrag 10.

http://www.dpsg.de/verband/bv75/antraege.html

[2] DPSG Bericht Bundesleitung 2010

http://www.dpsg.de/verband/bv74/files/bericht_bundesleitung2010.pdf

[3] „In the shari’ah as their Weltanschauung, Muslims have their covenant with God”, hier bei Schariafreund Abdulgani Engin Karahan (IGMG)

http://islam.de/10273_print.php

Muslimischer Gesellschaftsvertrag in Europa. Von Raisu-l-ulama Dr. Mustafa Cerić, Großmufti von Bosnien, (Kurzfassung des englischen Wortlauts), bei: ZIE-M.

„Im Mittelpunkt islamischer Weltanschauung steht die Verbindung zwischen dem Transzendenten (ghâib oder bâtin) und dem Immanenten (shâhid oder zâhir). Diese Welt (al-dunya) ist hier und jetzt gegenwärtig und sichtbar, aber nicht ewig und nicht entscheidend. Die andere Welt (al-âkhirah) ist nicht-anwesend und verborgen, jedoch ewig und entscheidend. … Die Verbindung zwischen al-dunya und al-akhirah entstammt ihrer göttlichen Quelle, aber das theologische Konzept dazu ist von Menschen geschaffen. Die Fähigkeit auszugleichen und zu verbinden basiert nicht auf zufälligen Überlegungen, sondern auf einem wesentlichen göttlichen Prinzip, auf dessen Grundlage menschliche Modelle entworfen werden können. Die muslimische Gemeinschaft, die Ummah, ist vor die Aufgabe gestellt, mitten aus der Welt heraus die Unermesslichkeit des Göttlichen mit der unüberschaubaren Vielfältigkeit des Menschlichen zu verbinden und zu verflechten.“

http://www.zie-m.de/index.php?option=com_content&view=article&id=434%3Amuslimischer-gesellschaftsvertrag&catid=103%3Amiddle-east&lang=de

[4] Bernhard Wagener schweigt zur Scharia und verspricht der DPSG die Existenz des Bundes muslimischer Pfadfinder Deutschlands (MBPD), in: Udo Marquardt: Miteinander leben. Christen und Muslime in der Bundesrepublik Deutschland.

http://www.justitia-et-pax.de/de/shop/img/arb_77.pdf

[5] Jugendadressbuchliste Bonn: Naim Demirel, BMPD.

http://www2.bonn.de/jiz/jugendadressbuchliste.asp?ID_STICHWORT=77

[6] AKEV Köln, Nurculuk.

http://www.muhabbetfedaileri.com/index.html

Zeitung Yeni Asya.

http://issuu.com/euronur/docs

“Die Wissenschaft von der Religion ist das Licht des Gewissens. Die Naturwissenschaft spiegelt das Licht der Vernunft wider. Die Wahrheit wird offenbar durch die Vereinigung der Beiden. Wenn sie getrennt sind, kommt es zu Fanatismus in der Religion. Und es entstehen Argwohn und Zweifel in der Wissenschaft.” Bediüzzaman Said Nursi

Bei: Said-Nursi-Symposium, wo man als Lesetipp Rüstem Ülker und Wolf D. Aries empfiehlt. Jama’at un-Nur Deutschland, Haluk Yildiz.

http://www.said-nursi-symposium.de/

Haluk Yildiz: Islamische Hochschulvereinigung (IHV Bonn), Bündnis für Frieden & Fairness (BFF), Bündnis für Innovation und Gerechtigkeit (BIG). Als sein großes Vorbild bezeichnet Yildiz den türkischen Theologen Said Nursi.

http://de.wikipedia.org/wiki/Haluk_Yildiz

Said Nursî fasst den Sinn dieser Welt in den folgenden Punkten zusammen:

1. Der Kosmos, die Erde ist eine Schule, in der Gottes Namen, Eigenschaften und Taten unterrichtet werden. Die Welt ist Gottes Gasthaus, in welchem seine Gaben freigebig gekostet werden, ein großes Buch, das ihn vorstellt, eine Ausstellung, in der er seine Kunstwerke zeigt.

2. Die Welt ist ein Acker, auf dem Tugenden, Wohltaten und Gottesdienste verrichtet werden, die im Jenseits geerntet werden sollen.

http://www.jamaatunnur.com/risale-i-nur.html

[7] DPSG interkulturell begeistert. Auch an Sayyid Qutb? Barbara und Martin.

http://www.dpsg1300.de/uploads/media/2009_DV_Bericht.pdf

[8] Islamische Pfadfinder – Deutsches Komitee.

http://www.laenderkontakte.de/adresse-12857-infos.htm

[9] Sommer 2010: DPSG-Stamm St. Nikolaus aus Essen-Stoppenberg zu Gast beim Dunstkreis der Berliner Milli Görüş und Muslimbrüder.

http://www.dpsg-nikolaus.de/?p=2326

Kulturkreistheoretiker Carli Hotze, in: 2010 – Wir haben Grün:

Beim Abschluss in Berlin geht es nun darum, auf das Erlebte zurückzuschauen und zu hinterfragen, was im Umgang mit Menschen aus anderen Kulturkreisen wichtig ist und was man verbessern kann.

http://www.dpsg-nikolaus.de/wp-content/uploads/Infos-Bundesunternehmen-20101.pdf

[10] aus: Lehrer-Fortbildung in Scharia, in: Der Tagesspiegel, 06.08.2008. Susanne Vieth-Entus:

Bereits vor ihrem Erscheinen gibt es Streit um die Lehrer-Handreichung zum Umgang mit muslimischen Schülern. Uneinig sind die vom Senat eingesetzten Verfasser vor allem über ein mehrseitiges Interview mit dem erzkonservativen Imam Ferid Heider, der die Gebote der Scharia als „allgemeingültig und zeitlich unbegrenzt“ würdigt. Der grüne Abgeordnete Özcan Mutlu ist „empört über die Blauäugigkeit des Senats“, der sich anschicke, eine derartige Handreichung als Orientierung für Lehrer herauszugeben. (…)

Wie berichtet, tagt der Arbeitskreis „Islam und Schule“ bereits seit über zwei Jahren. Islam-Kritikerinnen wie Necla Kelek und Seyran Ates machen längst nicht mehr mit.

http://www.tagesspiegel.de/berlin/lehrer-fortbildung-in-scharia/1294078.html

[11] Forderungen und Wünsche, die die Pfadis der DPSG erarbeitet haben und stellten. … Wir fordern multikulti durch Projekte in Schule und Medien … Die Forderungen werden in den Bundesvorstand der DPSG getragen und von dort aus an die Politik weitergegeben und innerverbandlich bearbeitet.

http://www.dpsg-nikolaus.de/?p=2326

[12] Die Islamische Gemeinschaft Jamaat un-Nur

… Said Nursi … Nurculuk-Bewegung. … In Deutschland … ist vornehmlich der radikale Zweig um Rüstem Ülker vertreten. Seine Auslegung ist strikt antilaizistisch und verlangt nach einem am Koran orientierten islamischen Staat. Im Interview äußerte ein Funktionär des „Bundes Muslimischer Pfadfinder Deutschlands“ (BMPD) seine Vorbehalte gegenüber den Deutschen und ihrer Kultur. In Deutschland fielen 70 % der Jugendlichen der ewigen Verdammnis anheim, da sie entweder drogensüchtig oder Prostituierte würden. Das Leben in Deutschland sei gerade für die türkischen Jugendlichen die Hölle, da sie völlig vom Islam abgebracht und zwangsläufig in die Kriminalität geführt würden. Die muslimischen Mädchen würden dazu gezwungen, „sich zu entehren“.

aus: Khadija Katja Wöhler-Khalfallah: Islamischer Fundamentalismus (Seite 236)

http://books.google.de/books?id=lRzJJnBS4-MC&printsec=frontcover#v=onepage&q&f=false

[13] Islamische Pfadfinder, Wallnerstraße 1-5, 80939 München.

Bei: Pfadfinder-Treffpunkt, nach: Scouting Jahrbuch 2001.

http://www.pfadfinder-treffpunkt.de/include.php?path=treffpunkt/eintrag_bund_view.php&index=70&tab=1

[14] VCP Westfalen, 12. Mai 2011. Der Landesrat war zelten. Mit Taoufik Hartit und Thomas Dreessen (ZIIAD).

http://www.vcp-westfalen.de/index.php?id=10&tx_ttnews[tt_news]=287&tx_ttnews[backPid]=9&cHash=098d3924f4

[15] Take arms down! Mit Pfadischeich Bentounes ganz pazifistisch ins Kalifat?

http://religionsforpeace.org/news/newsletters/arms-down-newsletter-4.pdf

[16] Art.2*: Islam is the Religion of the State. Arabic is its official language, and the principal source of legislation is Islamic Jurisprudence (Sharia).

http://www.egypt.gov.eg/english/laws/constitution/chp_one/part_one.aspx

[17] OIC 1990: Kairoer Erklärung der Menschenrechte

http://de.wikipedia.org/wiki/Kairoer_Erkl%C3%A4rung_der_Menschenrechte_im_Islam

[18] Es besteht jedoch Einigkeit zwischen den verschiedenen Rechtsschulen des Islams, dass der Abfall vom Islam zu bestrafen ist. Als Grundlage für eine Strafbarkeit der Apostasie werden immer wieder die Prophetenworte: “tötet den, der seine Religion wechselt!“ und „ Das Blut eines Muslims (zu vergießen) ist nicht erlaubt, außer in einem dieser drei (Fälle): der verheiratete Ehebrecher, Leben um Leben, und der seinen Glauben Verlassende und von der Gemeinschaft sich Trennende“ herangezogen. Demzufolge ist nach herrschender Meinung die Apostasie mit dem Tode zu bestrafen.

aus: Die Apostasie im islamischen Recht, Dr. Silvia Tellenbach, Freiburg

http://www.gair.de/pdf/publikationen/tellenbach_apostasie.pdf

[19] OIC: Die International Union of Muslim Scouts (IUMS) ist seit 1993 (Bangkok) im WOSM anerkannt. Die World Assembly of Muslim Youth (WAMY) anerkennt die IUMS.

http://www.oicun.org/6/36/#iums

WOSM: 3rd Scouting Media, Communication and Marketing Diploma 18/9- 5/10/2010 Cairo- Egypt, ein Vertreter der IUMS fehlt nicht.

http://www.scout.org/en/around_the_world/arab/information_events/news/20103/3rd_scouting_media_communication_and_marketing_diploma_18_9_5_10_2010_cairo_egypt


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