Archiv für Mai 2011

240. Islam in Koblenz

29. Mai 2011

كوبلنس

Koblenz

Gabi Schmidt

Edward von Roy

An die Verwaltungsmitarbeiter der Stadt Koblenz

29.05.2011

Danksagung, Offener Brief

Pierre Vogel in Koblenz

Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für Ihr Engagement. In der ausklingenden Woche hat die Stadt Koblenz viel gegen den global tätigen Fundamentalismus getan. Sie hat Weitblick und Mut bewiesen, indem sie betonte, dass es gelte, die Allgemeinheit und besonders die Jugend vor den Aussagen der Prediger Pierre Vogel und Abdur-Raheem Green zu schützen, indem sie das Teilnahmeverbot bzw. Zugangsverbot aller Minderjährigen forderte und am Freitagnachmittag Einspruch beim Oberverwaltungsgericht gegen den Beschluss des Verwaltungsgerichts einlegte, nachdem das OVG den für heute Abend geplanten Auftritt Vogels erlaubt hatte.

Koblenz ist weltoffen und fremdenfreundlich, und es ist ein kalkulierter Trick der Salafis (Salafisten), sich immer wieder als Opfer einer angeblich vorhandenen ‘Medienhetze’ oder Xenophobie zu inszenieren.

Hoffentlich wird Vogel in wenigen Stunden gar keine ‘Seele fangen’ können und das schöne Koblenz noch am späten Abend verlassen, ohne dass Heranwachsende oder auch Sechzehnjährige öffentlich zum urgemeindlich (salafistisch) gelesenen Islam konvertiert sind.

Aber ob Pierre Vogel, Bilal Philips, Abdur-Raheem Green, Nicolas Blancho oder Ibrahim Abou-Nagie, die korantreuen Revolutionäre werden wiederkommen, um ihr „vor dem Höllenfeuer rettendes“, gegenmodernes, nicht zuletzt auf Frauenentwürdigung beruhendes Gesellschafts- und Menschenbild zu propagieren und die Standards von AEMR und GG zu ironisieren bzw. provokant anzuknabbern. Im Dezember 2011 kann der aus dem indischen Mumbai nach Deutschland einreisende Zakir Naik durchaus auch am Mittelrhein Station machen.(1)

Der Deutsche Städtetag und etwa die Lehrergewerkschaft GEW oder der sozialpädagogische Berufsverband DBSH sollten in den nächsten Monaten versuchen, ganz allgemein allen Extremisten, ob Salafisten oder NPD-Neonazis, das ungehemmte Reden auf Marktplätzen zu erschweren.

In Mönchengladbach etwa durfte Einladung zum Paradies 2010 geschätzte vierzig Info-Stände in der Fußgängerzone betreiben, Kinder liefen dort ungehindert herum, während der Staatsschutz das Gelände observierte. Unser Mönchengladbacher OB meinte, er sei keine ‘Versagungsbehörde’ und habe sich dieser ‘Sondernutzung’ nicht in den Weg zu stellen. Das aber ist rechtlich fraglich und es käme auf einen Versuch an, ob von beispielweise fünf beantragten Infotischen nicht, juristisch nachhaltig, auch einer „reicht“.

Zur Frage Was ist Salafismus beschreibt Purify and Educate die geheiligte Intoleranz der salafistischen Theologie, ihre totalitäre Wohlverhaltensdoktrin, der unsere muslimischen oder nichtmuslimischen Jugendlichen (14-17 Jahre), altersentsprechend, wohl noch nicht widersprechen können.(2)

Zakir Naiks Medieneinsatz betreffend ist interessant, dass seit fünf Jahren für Ägypten ein durch einen saudischen Unternehmer gesponsorter salafistischer Fernsehkanal besteht, al-Khalajia TV.(3)

Entsprechende Pläne gibt es für Europa, wie die von Bergheim bei Köln aus betriebene Seite Way to Allah weiß: „Wir werden mit der Hilfe von Allah und eurer Unterstützung einen islamischen Fernsehsender in deutscher Sprache gründen, der in Deutschland seinen Sitz hat, allerdings auch in Österreich und der Schweiz zu empfangen sein wird.“(4)

Auf dieser Linkliste (Blogroll von: One Law For All: Mönchengladbach ohne salafistische Islamschule) finden sich mehr als hundert Pressequellen zum Thema Salafismus / Einladung zum Paradies, die vom versuchten Anwerben eines zwölfjährigen Kindes (027. Islamisten werben Jugendliche an) bis zum theologischen Begründen der Tötung der Ehebrecherin (033. Ciftci: Steinigung ist gerechtfertigt) die Praxis des Missionars Vogel und seiner Mitstreiter beschreiben. Durch das öffentliche Beschimpfen von ihrer Arbeit nachgehenden Journalisten (016. Salafisten: Kampagne gegen Reporter) fielen die Salafisten 2010 der Öffentlichkeit ebenso auf wie durch den illegalen Betrieb einer Kindertagesstätte (021. Masjid As-Sunnah Mönchengladbach – Erster muslimischer Kindergarten).(5)

Jugendliche waren 2010 auch in Berlin eine Zielgruppe salafistischer Missionare, dem Charme des Rebellischen und Protestkulturellen dürften Minderjährige, völlig altersgemäß, besonders leicht erliegen.(6)

Koblenz hat in Bezug auf Pierre Vogel besser argumentiert als bislang jede andere Stadt, wenngleich sich deutschlandweit wohl noch kein Politiker traut (auch nicht Axel Wilke oder Julia Klöckner, die das Wort Scharia immerhin bereits ausgesprochen haben), von unseren Islamverbänden die absolute und unwiderrufliche Abkehr von Scharia und Fiqh zu fordern.

Pierre Vogel hat keine andere Scharia im Programm als Ayyub Axel Köhler (ZMD) oder die Sonderströmung der Ahmadiyya, mit deren Frauenbild und Schleierpflicht Oberbürgermeister Hofmann-Göttig offensichtlich keine Probleme hat, oder als die die salafistischen, der Muslimbruderschaft nahestehenden Lifemakers, welche vor fünf Jahren die Koblenzer Hochschulgruppe gründeten und bis heute prägen (ISK, um Safiye Ilhan). Muslimbruderschaft (IGD, FIOE, FEMYSO, ECFR) sind natürlich auch urgemeindlich orientiert, sind Salafisten.

Sorglos integriert die Uni Koblenz gut vernetzte Schariafreunde in ihren Internetauftritt (Islamische Studierende in Koblenz – ISK), lässt Safiye Ilhan (Lifemakers Rosenheim) zu ‘Frauenfragen’ zu Wort kommen, eine unverhohlen auf Pro-ḤAMĀS-Kurs befindliche Meldung zur hochschulseits offensichtlich unproblematischen ‘Gaza-Blockade’ schließt sich an.(7)

Pierre Vogel hat ein sportgymnasiales Abitur (Berlin 1999) erworben und dann in Saudi-Arabien den Islam studiert. Die ISK-Koblenz verlinkt nach Bonn in die Adenauerallee 13 (Lifemakers; Rat der Muslime Bonn) und gehört damit dem nicht minder revolutionären akademischen Salafismus an. Arbeitsteilig übernimmt Pierre Vogel Hauptschulen und Vorstädte, während Lifemakers Germany offensichtlich an Hochschulen und Wohlfahrtsverbände herangeht.(8)

Der ZMD ist urgemeindlich geprägt, „salafistisch“, und wird dem Geist der Muslimbrüder (Said Ramadan, Vater von Hani und Tariq Ramadan) durchaus gerecht. Das ist der Unterwasseranteil des Eisbergs deutscher Salafismus. Seelenfänger, Empörungsobjekt und Provokationskünstler Pierre Vogel ist für uns alle lediglich einfacher sichtbar, den Gewinn aus der Empörung gegen Nicolas Blancho oder Pierre Vogel streichen Tariq Ramadan, Mustafa Ceric (Sarajevo; ECFR) und Bajrambejamin Idriz (Penzberg; Projekt ZIE-M) ein.(9),(10),(11)

Pierre Vogel hat den Islam gründlich studiert und richtig verstanden.

Notfalls bleibt uns eben „nur“, unsere Minderjährigen so stark zu machen, so sehr zu „immunisieren“ gegenüber politischem bzw. religiösem Extremismus, dass sie weder bei den Kindern Gottes, Hare Krishna oder der Mun-Sekte noch bei Skinheads, gewaltbereiten Linksradikalen, Scientology oder eben bei Pierre Vogel ‘versickern’, und falls doch, dass sie wieder den Rückweg ins freie Denken (und Fühlen) finden.

Kalifat und Scharia sind schließlich nicht angeboren, es gibt auch kein Burka-Gen.

Mit freundlichen Grüßen

Gabi Schmidt

Sozialpädagogin

Edward von Roy

Diplom-Sozialpädagoge (FH)

Quellen

(1) Über die Islamic Research Foundation betreibt der Inder Zakir Naik den Salafi-Fernsehkanal Peace TV.

http://www.irf.net/

24-Stunden Islamic Spiritual Entertainment! Jetzt mit Umfrage: “Wer ist Ihr Lieblings-Redner, Abu Ameenah Bilal Philips, Scheich Yusuf Estes, Abdur-Raheem Green (England), Dr. Zakir Naik (Indien) oder Scheich Ahmed Hoosen Deedat (Südafrika)?”

http://www.irf.net/index.php?option=com_content&view=article&id=140&Itemid=56

Das Who-is-who der internationalen islamischen Oratoren der Da’wa

http://www.irf.net/index.php?option=com_content&view=article&id=159&Itemid=174

(2) Zur Frage Was ist Salafismus. Purify and Educate.

http://eifelginster.wordpress.com/2011/05/09/235/

(3) DIE WELT, 08.05.2011

http://www.welt.de/politik/ausland/article13359898/Salafisten-sind-treibende-Kraft-des-Angriffs-in-Kairo.html

(4) Deutschland: Salafistischer TV-Kanal im Aufbau.

http://www.way-to-allah.com/projekte/1.html

Way to Allah (Adel Zaghdoud, 50127 Bergheim), der zum Aufbau eines Salafismus-TV wirbt, empfiehlt theologisch den Prediger Pierre Vogel.

http://www.way-to-allah.com/unterricht_predigten.html

(5) Mönchengladbach, As-Sunnah-Moschee. Salafistischer Kindergarten nahm ohne behördliche Genehmigung den Betrieb auf.

http://www.youtube.com/watch?v=DC1vPYZWJk8

Salafismus in Mönchengladbach 2010. Linkliste mit Pressequellen.

http://eickener.wordpress.com/

(6) Berliner Morgenpost, 15.06.2010. Verfassungsschutz: Islamisten werben Berliner Jugendliche an.

http://www.morgenpost.de/berlin-aktuell/article1326206/Islamisten-werben-Berliner-Jugendliche-an.html

(7) ISK, integriert in die Homepage der Uni Koblenz. „Unterdrückt der Islam Frauen? Ist der Islam eine frauenfeindliche Religion? Gibt es Frauenrechte im Islam? Was ist mit Aufklärung und Emanzipation für die Frau?“

http://userpages.uni-koblenz.de/~muslime/?p=440

ISK, Koblenz. „Gaza: Die Blockade überwinden – die Reise der Freiheitsflotte und was daraus geworden ist. Matthias Jochheim, Frankfurt/M, … wird von seinen Erfahrungen als Teilnehmer der ‘Freedom Flotilla’ Richtung Gaza an Bord des Schiffes ‘Mavi Marmara’ berichten.“

http://userpages.uni-koblenz.de/~muslime/?p=433

(8) Lifemakers Germany

http://www.lifemakers-germany.de/index.html

(9) Tariq Ramadan

http://www.tariqramadan.com/

(10) Mustafa Ceric: The challenge of a single Muslim authority

in Europe „In the sharı¯’’ah as their Weltanschauung, Muslims have their covenant with God“ , „In fact, the question of the imamate as the ‘supreme leadership’ of the universal Muslim umma [21, p. 859] after the death of the Prophet is the central issue of the current situation not only in the Muslim centre, but also in the Muslim periphery, Europe included. I have designated the imamate as the third theological foundation of Islamic authority in civil life because it is a part of Islamic judicial theory as well. The imamate is a human product based on personal faith, established by collective moral commitments and maintained by political power.

http://springerlink.com/content/40280g3825750494/fulltext.pdf

Mustafa Ceric: DECLARATION OF EUROPEAN MUSLIMS

f) opening the way for the Muslim law to be recognized in matters of personal status such as the Family Law; g) and the protection of European Muslims from islamophobia

http://blog.zeit.de/joerglau/2006/12/01/erklarung-der-europaischen-muslime_62

(11) ZIE-M

„Zentrum für Islam in Europa – München ist eine Initiative, die bisherige muslimische Vergangenheit in diesem Lande herausfordern will, sich der Lebensrealität im Kontext der Gegenwart im Hier und Jetzt zu stellen. Das Projekt ZIEM ist ein aufrichtiges Angebot von Muslimen in München, die sich dem Gemeinwohl [Anm.: istiṣlāḥ, koranbasiertes und schariagehorsames Gemeinwohl] unserer Gesellschaft in Deutschland verpflichtet sehen. Mit Bezug auf das Konzept vom ZIEM ist von einer progressiven und innovativen Ansatzweise die Rede. Innovativ deshalb, weil dieses Konzept sich in einem Punkt von eingespielten muslimischen Strukturen unterscheidet: Es ist vollkommen abgekoppelt von Einflussnahmen durch die einstigen Herkunftsländer [Anm.: Ja, gar kein Staat, nur noch Allāh ist Souverän]. Progressiv deshalb, weil es spezifisch auf das Hier und Heute und auf den heutigen, in Deutschland heimischen Muslim eingeht [Anm.: der Muslim sei eine Sorte Mensch und müsse daher eine Sorte Staatsbürger werden], und auf unser aller gemeinsame [Anm.: rechtsverschiedene] Zukunft hin ausgerichtet ist.“

http://www.zie-m.de/index.php?option=com_content&view=article&id=390&Itemid=752&lang=de

Bajrambejamin Idriz: Projekt ZIE-M

http://www.zie-m.de/

239. Pierre Vogel und Abdur-Raheem Green in Koblenz

24. Mai 2011

كوبلنس

Koblenz

Gabi Schmidt

Mönchengladbach

An das Ordnungsamt der Stadt Koblenz, Herrn Reiner Klug

an den Oberbürgermeister Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig

24. Mai 2011

Eilantrag auf Verbot der für den 29.05.2011 geplanten islamistischen Kundgebung in Koblenz (Pierre Vogel); Umsetzung des gesetzlichen Kinder- und Jugendschutzes durch ein verfügtes Teilnahmeverbot aller Minderjährigen an dieser Veranstaltung, falls sich diese nicht verhindern lässt

Sehr geehrter Herr Klug,

sehr geehrter Herr Dr. Hofmann-Göttig,

sehr geehrte Damen und Herren,

wie die Rhein-Zeitung am heutigen Tage (13:56 Uhr) mitteilt, will der Islamist Pierre Vogel in fünf Tagen in Koblenz eine Kundgebung abhalten und hat dazu beim Koblenzer Ordnungsamt einen entsprechenden Antrag eingereicht.

Pierre Vogel arbeitet auf eine Apartheid zwischen Nichtmuslimen und Muslimen sowie auf die Ungleichbehandlung der Frau hin, womit er die Segregation bestärkt und die Integration in die Standards von AEMR und Grundgesetz verhindert. Damit richtet sich sein Predigen bzw. Referieren gegen die Verfassung. Wir fordern Sie deshalb hiermit auf, die Veranstaltung zu verbieten.

Da der Gruppenzwang sehr hoch ist, wird für das Individuum ein Ausstieg aus dem Kreis der Salafisten erfahrungsgemäß kaum noch möglich sein. Unsere offene Gesellschaft (Karl Popper) ist für diese Menschen dann faktisch unzugänglich. Angehörige eines Konvertiten, etwa wenn ihre Tochter oder ihr Sohn zu den Salafisten angeworben wird, erleben oft großes Leid.

Auch Abdur-Raheem Green, der seine koranbasierten Reden beim indischen Hassprediger Zakir Naik (Peace TV, Mumbai) veröffentlicht, gefährdet die Standards der universellen Menschenrechte. Green verherrlicht den Dschihad und billigt, dass der muslimische Mann seine Ehefrau schlägt.[1]

Prediger Zakir Naik, der den USA vorwirft, die Terroranschläge von 2001 selbst inszeniert zu haben, soll im Dezember 2011 nach Deutschland einreisen.[2] Muhamed Seyfudin Ciftci, zeitweise Scheich bei Einladung zum Paradies (EZP, um Pierre Vogel), traf sich mit Naik in Istanbul.

Falls die islamistische Kundgebung dennoch im öffentlichen Raum der Stadt Koblenz abgehalten wird, fordern wir Sie auf, den gesetzlichen Kinder- und Jugendschutz umzusetzen, indem Sie ein Teilnahmeverbot für alle Minderjährigen an dieser Veranstaltung verfügen und zur weiteren Auflage machen,

dass Redebeiträge die Gleichberechtigung von Mann und Frau nicht in Frage stellen,

dass der Niqab (Gesichtsschleier) auf dieser Kundgebung verboten ist,

dass Andersgläubige, Ex-Muslime, Atheisten und Homosexuelle nicht diskriminiert werden sowie

dass keine Geschlechtertrennung (durch Ordner oder per Gruppenzwang) durchgeführt wird.

Mit freundlichen Grüßen

Gabi Schmidt

Sozialpädagogin

Edward von Roy

Diplom-Sozialpädagoge (FH)

Quellen

[1] Abdur-Raheem Green, zu: Ist Dschihad Pflicht?

http://www.youtube.com/watch?v=7nFpz4KaP1I

Green, bei: Peace-TV (Zakir Naik, Mumbai, India)

http://www.youtube.com/watch?v=UQskiWpKzcs

Prediger Green: Darf der Mann im Islam seine Frau schlagen?

http://www.youtube.com/watch?v=CiG2N6Q4MS8

Abdur-Raheem Green – Is death penalty wrong according to the Qur’an?

Sagt der Koran, dass die Todesstrafe falsch ist? Das kommt darauf an!

Peace Conference Scandinavia 2010.

http://www.youtube.com/watch?v=ENrDRMX4bMw

Ja, der Dschihad ist Pflicht.

Ist Jihad pflicht_ – Abdur Raheem Green (german subtitle). Green: „als in Bosnien der Dschihad stattgefunden hat, begaben sich alhamdulillah (Gott sei Dank) manche Brüder dorthin, um zu kämpfen. … So erfordert nicht jeder Dschihad deine körperliche Präsenz.“

http://www.youtube.com/watch?v=AIbQqjzjLQs

Abdur Raheem Green: Frauen schlagen im Islam

http://www.youtube.com/watch?v=CiG2N6Q4MS8&feature=related

Green auf Zakir Naiks TV-Kanal „Friedensfernsehen“. Was ist Demokratie? What is democracy? by Abdul Raheem Green peace tv

http://www.youtube.com/watch?v=eV4yp0gp5vI

Culture Confusion – Abdur Raheem Green. Do you SUBMIT TO ALLAH or do you SUBMIT TO YOUR CULTURE? MAKE YOUR CHOICE!

http://www.youtube.com/watch?v=JuECO3unh3o&feature=related

[2] Zakir Naik soll im Dezember 2011 nach Deutschland einreisen. Bei: Dawa-News.

http://dawa-news.net/2011/03/24/dr-zakir-naik-kommt-nach-deutschland/

Bei: EZP

http://www.ezpmuslimportal.de/index.php?option=com_hwdvideoshare&task=viewvideo&Itemid=1&video_id=1683&lang=de

Zakir Naik als Verschwörungstheoretiker zu den Terroranschlägen vom 11. September 2001.

„Dr Zakir Naik explains how 9/11 was an inside job.“

http://www.youtube.com/watch?v=kwEjtond_Yg

238. Koblenz und der Salafismus

24. Mai 2011

‏ قصور ذاتي

quṣūr ḏātī

Trägheit

Edward von Roy

Diplom-Sozialpädagoge (FH)

Mönchengladbach

22. bzw. 23.05.2011, gesendet an jedes Koblenzer Ratsmitglied

Sehr geehrte Damen und Herren,

Anlass meines Schreibens ist der Auftritt der salafistischen Prediger Pierre VOGEL und Abdur-Raheem GREEN am 29. Mai 2011 in der Nähe von Koblenz (wie Bürgermeister Thilo Becker berichtet, nicht in Höhr-Grenzhausen).

Meine Kollegin Gabi Schmidt verfasste dazu einen informativen, hier angehängten Offenen Brief.(vgl. Quelle)[a]

Die Missionare Vogel und Green halten eine Gesellschaft, die nicht nach der Scharia regiert und gelebt wird, für sittlich minderwertig.

Missionare, die predigen, dass ein Jude, Christ oder Atheist und dass jede unverschleierte Frau vermutlich für immer in der Hölle brennen wird, beschädigen das Zusammenleben, fördern die Segregation (religiöse Apartheid; Geschlechterapartheid), arbeiten gegen die Gleichberechtigung von Mann und Frau und verhindern die Integration.

Da der Gruppenzwang sehr hoch ist, wird für das Individuum ein Ausstieg aus dem Kreis der Salafisten erfahrungsgemäß kaum noch möglich sein. Unsere offene Gesellschaft (Karl Popper) ist für diese Menschen dann faktisch unzugänglich. Angehörige eines Konvertiten, etwa wenn ihre Tochter oder ihr Sohn zu den Salafisten angeworben wird, erleben oft großes Leid.

Ich bitte alle Städte und Gemeinden sowie alle gewerblich tätigen Festhallenbesitzer, Predigern wie Pierre Vogel oder Abdur-Raheem Green am 29. Mai 2011 oder auch an einem späteren Zeitpunkt keine Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen.

Im Sinne des gesetzlichen Kinder- und Jugendschutzes ist dafür zu sorgen, dass Minderjährigen der Zugang zu einer Halle oder einem Platz nicht gestattet wird, so lange die Extremisten Vogel und Green dort predigen.

Mit freundlichen Grüßen

Edward von Roy

Stichwort Minderjährigkeit. Minderjährige (zu jung, „um einen Führerschein zu besitzen“) werden im radikalislamischen Netzwerk Dawa-News für den 29.05.2011 (Vogel/Green bei Koblenz) ausdrücklich mit angeworben, Ibrahim al-Almani:

„Liebe Geschwister im Islam, wie ihr bereits mitbekommen habt, planen wir am 29.05.11 einen Vortrag mit Pierre Vogel und den Weltbekannten Prediger Abdur Raheem Green. Da es viele Geschwister gibt die keinen Führerschein besitzen, kein Auto haben, oder vielleicht noch zu jung sind um einen Führerschein zu besitzen, haben wir uns erstmals dazu entschlossen für euch Reisebuse zu organisieren die von folgenden Städten zur Veranstaltung nach Koblenz und zurückfahren. Hamburg, Berlin und Frankfurt.“

Quelle: DAWA-NEWS: Pierre Vogel: Abdur-Raheem Green kommt nach Deutschland![b]

Soweit die Mail, das ist doch ein herausforderndes Betätigungsfeld, sollte man meinen. Die Vorsitzende der CDU Koblenz-Arzheim, Martina von Berg, Professionelle für Migration und Integration im Koblenzer Nachbarort Neuwied, weiß allerdings nicht, was sie tun soll, wählt den berüchtigten klientenzentrierten Ansatz und wundert sich, überhaupt Post erhalten zu haben:

Von: Martina von Berg An: Edward von Roy Betreff: AW: Islamismus: Vogel & Green in Koblenz Datum: Mon, 23. May 2011 10:05:23

Sehr geehrter Herr von Roy,

ich würde gerne wissen, wie Sie an meine e-Mail gekommen sind.

Gehören Sie einer Organisation an, oder schreiben Sie mir als Privatperson?

Warum wenden Sie sich an mich, was erwarten Sie von mir?

Außerdem habe ich auf der angegebenen Internetseite keinen Hinweis zum Veranstaltungsort und zum Zeitpunkt finden können. Gibt es da genauere Angaben?

Viele Grüße

Martina von Berg

Dipl. Sozialpädagogin/Sozialarbeiterin

Caritasverband Rhein-Wied-Sieg

Geschäftsstelle Neuwied

Trotz ausgiebiger Suche sieht die sozialpädagogische Koblenzer Berufskollegin in Sachen Islamismus einfach keinen Handlungsbedarf. Weil das nicht gut ist für die Integration, hilft die Verfasserin des Offenen Briefes ihrer Kollegin weiter:

Sehr geehrte Frau von Berg,

danke für Ihre Nachricht. Als Autorin des an die Mail von Herrn von Roy angehängten Textes beantworte ich gerne Ihre Fragen, die sie an meinen Kollegen gerichtet haben.

Ihre E-Mail ist durch Surfen im Internet von jedem Computeranfänger zu finden. Das ist auch lobenswert, zeigt Engagement, beweist die Offenheit und Kundenfreundlichkeit der Caritas Neuwied.

Herr von Roy und ich haben uns als sachkundige Bürger und Sozialpädagogen aus dem Arbeitsfeld Integration / sozialpädagogische Lernförderung an Sie gewandt.

Die Gründe und Erwartungen, warum mein Kollege und ich Sie als Multifunktionsträgerin diverser Ausschüsse und Berufskollegin angeschrieben haben, gehen aus dem Anschreiben von heute morgen und dem mitgeschickten Text hervor. Ihre Aufgaben als Mandatsträgerin und Diplom-Sozialpädagogin werden Sie genauso kennen, wie Ihnen das Motto der Caritas Neuwied vertraut sein wird: Not sehen und handeln.

Mit freundlichen Grüßen

Gabi Schmidt, Sozialpädagogin

Leider hat Martina von Berg, die sich wundert, wenn jemand ihre arbeitgeberseits ins Netz gestellte E-Mail auch wirklich benutzt, bis heute nicht geantwortet und die Worte Salafismus und Scharia gar nicht erst ausgesprochen. Auch Lothar Mohr vom Jugendamt der Bundesgartenschaustadt abgekürzt Bugastadt ist am 23. Mai um 08:11 Uhr fassungslos, dass ihm jemand im Dienst eine Nachricht zusendet, seine Mailadresse ist auf der Seite seines Arbeitgebers (Stadt Koblenz) für jedes Kind zu finden, was Herrn Mohr unbekannt ist. Auf das Thema Jugendschutz geht der Jugendschutzfachmann (Koordinierungsstelle Interkulturelle Ansätze in der Familienbildung und Stabsstelle Jugendhilfeplanung) nicht ein, keine Silbe zu Burka oder Scharia, irgendjemand im Haus scheint zuständig, immerhin:

Sehr geehrter Herr von Roy,

danke für Ihre Mail, die ich an die zuständigen Stellen in unserem Hause weitergeleitet habe.

Für mich wäre noch von Interesse, wie Sie auf meine E-Mail-Adresse gestoßen sind. Bitte um kurze Rückmeldung hierzu. Danke.

Mit freundlichen Grüßen aus der BuGa-Stadt

Lothar Mohr

Amt für Jugend, Familie, Senioren und Soziales

Stabsstelle Planung & Programme

Jugendhilfeplanung, Soziale Stadt

Koblenz

Die gründlicher arbeitende deutsche Politikerin und Journalistin Julia Klöckner ist Oppositionsführerin im rheinland-pfälzischen Landtag. Klöckner scheint anzunehmen, dass es irgendwo einen DITIB- oder VIKZ-Imam gibt, der die Scharia abgelegt hat. Die gleichheitsfeministisch und säkular argumentierende Gegnerin einer Gleichstellung des Islam mit dem Christentum und Anerkennung als Körperschaft des Öffentlichen Rechts („Außerdem vermissen wir in Teilen des Islam noch immer das Bekenntnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung in Deutschland“, „Scharia und Grundgesetz sind nicht miteinander vereinbar“ [c]) distanziert sich am 23.05.2011 vom Gedankengut des Salafismus. Die Politikerin überanstrengt sich dabei, zwischen einem guten Islam und einem bösen Islamismus zu differenzieren. Dass Höhr-Grenzhausen längst durch Koblenz Innenstadt ersetzt ist, hatte sie überlesen:

Sehr geehrter Herr von Roy,

ich danke Ihnen für Ihren interessanten Hinweis und die offenen Worte vom 22. Mai, auf die ich gerne eingehe:

Ganz klar geht von salafistischen Predigern wie Pierre Vogel, die in ihren Äußerungen eine islamistische Weltanschauung vertreten, eine Gefahr für unsere freiheitlich-demokratisch geprägte Gesellschaft aus. Indem Salafisten den gewaltsamen „Jihad“ gutheißen, bereiten sie den geistigen Nährboden für gewaltbereite Islamisten. Darum teile ich Ihren Unmut, wenn Salafisten in der Öffentlichkeit islamistische Positionen kundtun. Folglich habe ich auch das durch die Frankfurter Stadtverwaltung verhängte Verbot des von Pierre Vogel geplanten „Totengebet für Osama Bin Laden“ am 7. Mai 2011 begrüßt. Auch ich habe das ursprüngliche Konzept als eine Verhöhnung der zahlreichen – auch muslimischen – Opfer des islamistischen Terrorismus angesehen, die Osama Bin Laden zu einem erheblichen Teil auf dem Gewissen hat. Nach dem ausgesprochenen Verbot machte Herr Vogel einen Rückzieher, bedauerte sein „ungeschicktes Vorgehen“ und nahm von dem Totengebet Abstand. Das Verwaltungsgericht genehmigte die öffentliche Veranstaltung unter Auflagen und verbannte sie aus der Innenstadt. Osama bin Laden wurde schließlich mit keinem Wort erwähnt und auch die Teilnehmerzahl blieb weit unter der angekündigten Zahl.

Selbstverständlich ließ sich Herr Vogel davon keinesfalls beeindrucken: Tatsächlich plant er nun die besagte Kundgebung am 29. Mai im „Raum Koblenz“. Trotz seiner Bemühungen um die Geheimhaltung des Veranstaltungsortes, ist nun bekannt geworden, dass er die Moorsberghalle in der Kannenbäckerstadt Höhr-Grenzhausen angemietet hat, die für bis zu 800 Personen ausgelegt ist. Dies hat auch der Vermieter, Horst Fischer, mittlerweile bestätigt. Herr Fischer vermietet seine Halle auch für muslimische Hochzeiten und hat dort ein orientalisches Restaurant integriert. Der Verfassungsschutz, die örtlichen Polizeibehörden und die Kreisverwaltung sind informiert und stimmen sich nun über etwaige Auflagen für die Veranstaltung ab.

Jedoch ist es leider so, dass die Veranstaltung gemäß rheinland-pfälzischem Versammlungsgesetz nicht genehmigungspflichtig ist, da sie in einer geschlossenen Halle stattfindet. Für eine Kundgebung unter freiem Himmel sähe das anders aus. Allerdings können sich derartige Veranstalter mittels Anrufung des zuständigen Verwaltungsgerichtes auf die im Artikel 8 des deutschen Grundgesetzes garantierte Versammlungsfreiheit berufen und somit in jedem Fall eine Erlaubnis unter Auflagen erzwingen.

Umso wichtiger ist es in diesen Fällen, wenn Politiker und die zahlreich vertretenen Gegendemonstranten zum Ausdruck bringen, dass die von Salafisten vertretenen Positionen in einer demokratischen Gesellschaft nicht mehrheitsfähig sind. Darüber hinaus ist mir bekannt, dass das Bundesministerium des Innern mit seinen Sicherheitsbehörden nicht erst seit dem schrecklichen Attentat, das ein fanatisierter Islamist gegen US-Soldaten vor dem Frankfurter Flughafen am 2. März 2011 verübte, Schritte eingeleitet hat, um insbesondere salafistischen Bestrebungen noch wirksamer entgegenzutreten.

Sehr geehrter Herr von Roy, wie Sie sehen, kann eine solche Veranstaltung nicht per se verboten werden. Der Grundsatz der Versammlungsfreiheit ist glücklicherweise unanfechtbar. Ein Blick in die deutsche Vergangenheit liefert uns gute Gründe dafür. Es braucht daher couragierte und mutige Menschen, die dem verworrenen Hasspredigten eine deutliche Absage erteilen und Ihren Protest auf diese Veranstaltungen zum Ausdruck bringen! Dies ist übrigens seit Jahren ein erfolgreiches Vorgehen gegen die fremdenfeindlichen Veranstaltungen verschiedener rechtsextremer Personen und Gruppen.

In diesem Sinne ganz herzliche Grüße,

Ihre

Julia Klöckner

Am selben Tag (23.05.2011) antwortet der Angesprochene in aller Sorgfalt und Geduld:

Sehr geehrte Frau Klöckner,

vielen Dank für Ihre ausführliche und rasche Antwort.

Pierre Vogel hat den Islam keineswegs falsch verstanden, sondern in Saudi-Arabien studiert. Vogel ist islamischer Missionar und wirbt dafür, den Koran wortgetreu und in jeder Lebenslage umzusetzen, als Bundestagsabgeordnete sollten Sie sich jedoch gut begründet vom Islamischen Recht (Scharia, Fiqh) distanzieren. Die Vorgaben des Korans, wörtlich verstanden, zerstören die freiheitliche Demokratie. Auch Sunna und Scharia sind grundgesetzwidrig.

Ein Islam ohne Scharia ist derzeit nicht organisierbar. Dass Sie „Das Kopftuch hat im Unterricht nichts zu suchen“ meinten,[1]

begrüße ich, ist aber leider immer noch kein rheinland-pfälzischer CDU-Kurs. Außerdem begründen Sie unzureichend: („während das Kopftuch vor allem ein politisches Symbol sei.“), der Hidschab ist spirituell, das Kopftuch ist reine Religion und rettet die Seele, die Tuchverweigerin und ihre Angehörigen brennen nach islamischem Verständnis in der Hölle.

Was wir also zu verhindern haben, ist eine ‘Integration’ einer Lehre, die die Angst vor der Höllenstrafe erweckt. Genau dazu aber sind die Islamverbände derzeit ebenso wenig bereit wie Pierre Vogels Schulungsbeauftragte um Einladung zum Paradies (EZP) / ISLAMSCHULE (Ciftci, Braunschweig). Was EZP lehrt, ist saudisches Curriculum (hanbalitische Rechtsschule), echter Islam.

Nicht in Höhr-Grenzhausen ist der Vortrag in sechs Tagen, die Moorsberghalle ist abgesagt, sondern in Koblenz unter freiem Himmel, Pierre Vogel gibt bekannt:

„Die Kundgebung soll um 18 Uhr an einem noch unbekannten Ort stattfinden, aber wir streben den Ortskern von Koblenz an!“

So lange die CDU in allen deutschen Bundesländern in Bezug auf den Islamischen Religionsunterricht (IRU) Fundamentalisten wie Lamya Kaddor („Die Aufklärung ist für den Islam nicht übertragbar“) oder Bajrambejamin Idriz (Schariastudent an der IESH Château-Chinon, beim europäischen Zweig der Muslimbrüder) stark macht und mit Islamverbänden redet, die keine andere Scharia im Programm haben als Pierre Vogel, so lange ist der Islam ‘nicht schulreif’, nicht schultauglich.

Zitat: „Dipl.-Theol. Benjamin Idriz, geb. 1972 in Skopje, Gymnasium in Damaskus, Studium an der Europäischen Fakultät für Islamische Studien (IESH, Château-Chinon, Frankreich), Magister in Islamischer Theologie an der Al-Ouzai-Universität Beirut, seit 1995 Imam der Islamischen Gemeinde Penzberg“[2]

Die Muslimbruderschaft ist 1928 innerhalb (!) des Salafismus (Revivalismus) entstanden, IZ München / IGD / FIOE / FEMYSO / Tariq Ramadan sind auch Salafisten, nur die Bärte und Burkas sind dort nicht so ausgeprägt.

In Bezug auf Pierre Vogel von Islamismus zu reden ist irreführend. Pierre Vogel vertritt keine „islamistischen“ Positionen, sondern islamische Positionen.

Hans-Gert Pöttering und Horst Köhler liegen gründlich daneben, wenn sie den Islam eine „im Kern friedliche Religion“ nennen.

Mufti Cemali Meço aus Komotiní (Κομοτηνή, Gümülcine, bulg. Гюмюрджина / Gjumjurdschina), der zwölfjährige oder elfjährige Mädchen religiös verheiratet, die nur Monate später mit Ehemann und schwanger in Düsseldorf auftauchen, wendet den echten, alten Islam an.

Quelle: Barbara Kirchner: Zwölfjährige bekam in Zwangsehe ein Baby[3]

Der höchste Kleriker Saudi-Arabiens stellt Allahs Willen fest:

„We hear a lot about the marriage of underage girls in the media, and we should know that Islamic law has not brought injustice to women“[4]

Wir als Freunde der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, die nicht „christlich-abendländisch“ oder „westlich“ ist, sondern universell, sollten betonen, dass Burka, Frauenverstoßung, Kindbraut und Steinigung im Islam zwar heilssichernd sind, spirituell, aber etwa in Deutschland nicht praktiziert werden dürfen.

Ihrer Aussage „Der Islam kann nicht mit den christlichen Kirchen gleichgestellt werden“[5]

stimme ich dankbar zu, doch tut sich in der Bundes-CDU Bedrohliches, wenn Thomas de Maizière mit ‘sui generis’ seine Phantasie spielen lässt („‘sui generis’ … Der Vertragstyp ermöglicht juristische Vereinbarungen, die von der üblichen Regelung abweichen“).[6]

Ein islamischer Bekenntnisunterricht ist, da Höllenstrafe und Schariagesetz von keinem Imam irgendeiner deutschen Moschee, ob Hinterhof oder Vorderhof, abgelegt sind, nicht zuzulassen, lediglich eine informierende Islamkunde ist sinnvoll.

Monika Maron beschreibt meisterlich, worum es beim Thema Islam und Rechtsstaat geht: Wie hast du’s mit der Religion?[7]

Lesenwert ist die Stellungnahme von Fachvertreterinnen und -vertretern der Islamwissenschaft und benachbarter akademischer Disziplinen zur Einrichtung des Faches „Islamische Studien“ an deutschen Universitäten.[8]

Mit freundlichen Grüßen

Edward von Roy

[1]

http://www.cdu.de/portal2009/26423_32576.htm

[2]

http://www.freunde-islamischer-kunst.de/2010/10/buchertipps-quer-durch-die-buchhandlung/

[3]

http://www.express.de/regional/duesseldorf/zwoelfjaehrige-bekam-in-zwangsehe-ein-baby/-/2858/705568/-/index.html

[4]

http://www.dailymail.co.uk/news/worldnews/article-1115624/Its-injustice-NOT-marry-girls-aged-10-says-Saudi-cleric.html

[5]

http://www.suryoyo-online.ch/news/die-tuerkei-und-ihre-christen.html

[6] WELT-online, 19.12.2010, De Maizière will Islam ähnlich wie Kirchen behandeln

http://www.welt.de/politik/deutschland/article11724573/De-Maiziere-will-Islam-aehnlich-wie-Kirchen-behandeln.html

[7] DER SPIEGEL, 18.03.2011, Monika Maron: Wie hast du’s mit der Religion?

http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,751138,00.html

[8]

http://www.dmg-web.de/pdf/Stellungnahme_Islamstudien.pdf

Quellen

[a] Offener Brief vom 02.05.2011 von Gabi Schmidt: 29. Mai 2011: Koblenz muss die Propaganda salafistischer Prediger eingrenzen

http://schariagegner.wordpress.com/2011/05/02/pierre-vogel-in-koblenz/

[b] DAWA-NEWS: Pierre Vogel: Abdur-Raheem Green kommt nach Deutschland!

http://dawa-news.net/2011/04/26/pierre-vogel-abdur-raheem-green-kommt-nach-deutschland/

[b] Julia Klöckner: „Außerdem vermissen wir in Teilen des Islam noch immer das Bekenntnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung in Deutschland“, „Scharia und Grundgesetz sind nicht miteinander vereinbar“. Klöckner betont am 26.10.2010 erfreulicherweise die Bedeutung der durchgesetzten Schulpflicht für eine gelingende Integration und stellt richtigerweise den Zusammenhang zwischen erfolgreicher Kriminalitätsprävention und Verhinderung des Schulschwänzens her.

http://www.cdu-worms.de/de/aktuelles/2010_10_26_53551798_integrationsprogramm.php

In der Landeshauptstadt Mainz und am 24. Mai um 09:50 Uhr freut sich Bürgerversteher Hans-Jürgen Fries über abgesagte islamistische Großveranstaltungen und empfiehlt uns in Sachen Pierre Vogel hochgestimmtes Nichtstun:

Sehr geehrter Herr von Roy,

wie Sie der beigefügten Pressemitteilung entnehmen können, ist die Veranstaltung im Westerwald abgesagt. Warten wir ab, wie es weitergeht.

Für Ihr Engagement in der Sache danke ich Ihnen.

Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag

Hans-Jürgen Fries

Bürgerbüro der Landesregierung

STAATSKANZLEI RHEINLAND-PFALZ

Liest man in Mainz denn keine Zeitung? Der Sozialarbeiter antwortet dem geschulten Abwarter vom Bürgerbüro Rheinland-Pfalz in aller Kürze und unter Nennung zweier Pressequellen:

Sehr geehrter Herr Fries,

damit Sie wissen, „wie es weitergeht“ (Fries) und nicht nur abwarten: Statt Höhr-Grenzhausen 15:00 Uhr jetzt Koblenz 18:00 Uhr:

ISLAMIST WILL IN KOBLENZ PREDIGEN

Er hatte seine Kundgebung in Höhr-Grenzhausen halten wollen – doch das Ordnungsamt machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Nun will der Islamprediger Pierre Vogel nach Koblenz kommen. RZ-Reporterin Dorothea Müth fragt, was die Leute davon halten.

http://www.rhein-zeitung.de/index.php?pageid=27&bcpid=52682618001&bclid=51370227001&bctid=956245185001&refer=rightboxb

Radikal-Islamist predigt doch nicht im Westerwald

RZ, 23.05.2011, 16:09. Stattdessen haben die Veranstalter angekündigt, eine Kundgebung für den 29. Mai um 18 Uhr anmelden zu wollen. Der genaue Ort steht noch nicht fest, nach den Plänen der Veranstalter ist aber der„Ortskern“ von Koblenz avisiert. Das hat das rheinland-pfälzische Innenministerium auf Anfrage bestätigt. … Seltsam ist nur: Dem Koblenzer Ordnungsamt lag gestern noch keine Anmeldung vor, sagte Leiter Reiner Klug.

„Wir werden in Koblenz auftreten. Das ist die nächst größere Stadt zu Höhr-Grenzhausen“, sagte der Berater Vogels, Ibrahim Thomas Al Almani, unserer Zeitung. Gegen rechtliche Verbote werde man vorgehen, kündigte Ibrahim Thomas an.

http://www.rhein-zeitung.de/startseite_artikel,-Radikal-Islamist-predigt-nun-doch-nicht-im-Westerwald-_arid,252816.html

Mit freundlichen Grüßen

Edward von Roy

Jetzt weiß also auch der Bürgerbeauftragte aus Mainz, dass die Salafisten ihre Veranstaltung zu keinem Zeitpunkt abgesagt hatten, ein Blick auf der Homepage von Pierre Vogel oder auf Dawa-News hätte genügt. Nun, aus der Staatskanzlei kam dann keine Antwort mehr, fundierte Islamkritik macht einsam. Dafür beginnen die mittelrheinischen Zeitungen zu rauschen:

Rhein-Zeitung, 24.05.2011, 13:56 Uhr

Islamist Vogel will in Koblenz predigen

Koblenz. Der Islamist Pierre Vogel will am Sonntagabend in Koblenz im Freien predigen. Eine Anmeldung dafür ging am Dienstag beim städtischen Ordnungsamt ein, wie der Behördenleiter Reiner Klug bestätigte.

Klug sagte mit Verweis auf das Grundrecht der Versammlungsfreiheit, die angemeldete Veranstaltung könne schwerlich verboten werden. Er könne sich aber bestimmte Auflagen vorstellen, darunter ein Teilnahmeverbot für Kinder und Jugendliche. Das wäre vom Jugendschutzgesetz gedeckt.

Der zum Islam konvertierte Ex-Boxer Vogel wollte ursprünglich an diesem Sonntag in Höhr-Grenzhausen im Westerwald predigen, sagte den Auftritt aber wieder ab.

Kommen wir zum letzten Dialogbeispiel, im Koblenzer Stadtrat tut sich schließlich was! Claudia Kriebs findet Salafismus irgendwie nicht so gut, steht aber hinter (oder neben?) Vogel. Dabei positioniert sich die FDP-Politikerin und Frauenbeauftragte zum Islamisten Pierre Vogel durchaus kritisch, besonders als Frau, warum auch immer:

Tue, 24 May 2011 22:21:17 An: Edward von Roy

Sehr geehrter Herr Roy,

vielen Dank für die Informationen per E-Mail. Ich hatte auch schon Kenntnis von dieser Veranstaltung und stehe natürlich gerade als Frau mehr als kritisch hinter Herrn Vogel.

Ich konnte heute den Nachrichten im Radio entnehmen, dass die Veranstaltung im Westerwald abgesagt wurde. Ist deshalb nun eine in Koblenz geplant?

Mit freundlichen Grüßen

Claudia Kriebs

Das ist doch was, der Extremismus hat Unterhaltungswert. Die ehemalige Vorsitzende der Koblenzer Jungen Liberalen und ehemalige Geschäftsführerin der FDP-Stadtratsfraktion in Koblenz erfährt demokratische Rechtleitung, während die Schariafreunde deutschlandweit ihre Taschen packen und die Reisebusse auftanken:

Sehr geehrte Frau Kriebs,

Pierre Vogel sagt, dass die Frau ohne Kopftuch auf ewig in der Hölle brennt. Jede tugendhafte Gläubige muss die Burka tragen, also eigentlich auch den Niqab (Gesichtsschleier), das begründet er mit Koran und Hadith, und Pierre Vogel hat den Islam nicht falsch verstanden.

Die Demokratie ist für Salafisten Teufelswerk, die weltliche Gesetzgebung lästert Gott. Nur Allah ist Souverän, eine Verfassung muss dem Koran nachgeordnet sein, das will die Religion.

Der Mann kann bis zu vier Ehefrauen haben und jede einfach so verstoßen. Jedes Kind eines muslimischen Mannes darf nie mehr aus dem Islam austreten, das ist göttliche Vorschrift.

Wer so eine Religion bejaht, wird in ständiger Angst vor dem Teufel leben und nur noch schwer in die offene Gesellschaft zurückfinden. Deshalb fordere auch ich ein Verbot radikalislamischer Reden im öffentlichen Raum und erwarte von der Stadt Koblenz, also auch von Ihnen, dafür zu sorgen, dass Kinder und Jugendliche keinen Zugang zu dem Ort der Kundgebung erhalten: Absperrungen und Ausweiskontrollen müssen durchgeführt werden, Minderjährige dürfen schließlich auch nicht zum Pornokino oder Wodka-Ausschank.

Sie sollten sich klar machen, dass unser Grundgesetz auf der AEMR beruht, der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Unser Gesetz beruht auf Gleichbehandlung und verzichtet auf die Abwehr böser Geister. Kulturelle Moderne ist durch die Trennung von Justiz und Seelenrettung gekennzeichnet, wir Deutschen haben vielleicht vergessen, dass die bürgerlichen Freiheiten und das wissenschaftliche Denken gegen den Klerus errungen worden sind.

Ein wortgetreu gelesener Koran zieht die Ungleichbehandlung der Nichtmuslime und Frauen nach sich. Das ist verfassungswidrig, an die Steinigung darf man zwar glauben, man darf sie aber nicht ausüben, auch nicht im Namen von Artikel 4 GG. Eine Religion wie die von Abdur-Raheem Green oder Pierre Vogel propagierte setzt, wie versehentlich, das AEMR-basierte Grundgesetz außer Kraft.

Wer erst einmal sein ganzes Denken und Handeln den salafistischen Lehren unterwirft, wird es schwer haben, zu einem selbst bestimmten Leben zurück zu finden. Deshalb sollten wir verhindern, dass Kinder oder Jugendliche von den Islamisten angeworben werden.

Koblenzer Bürgerinnen und Bürgern sollten deshalb nicht hinnehmen, dass ein gegendemokratisches Welt- und Menschenbild in ihrer Region verbreitet wird, ob in Höhr-Grenzhausen oder in Koblenz-Innenstadt, spielt dabei ja doch wohl keine Rolle.

Seit drei Wochen ist bekannt, dass die Salafisten am 29. Mai in die Region Koblenz kommen wollen. Am 02.05.2011 haben meine Kollegin Gabi Schmidt und ich Ihren Oberbürgermeister, den Stadtrat und die ADD dazu ausführlich informiert, am 10.05.2011 zeigte sich Joachim Hofmann-Göttig erfreut darüber, dass sich der Kundgebungsort in den Westerwald zu verlagern schien, nach Höhr-Grenzhausen:

„Wir haben uns deshalb aufgrund Ihres Schreibens zeitnah mit den zuständigen Behörden der Polizei und des Kommissariats des Staatsschutzes in Verbindung gesetzt, um mögliche Details und Kenntnisse in Erfahrung zu bringen. In diesem Rahmen hat uns das Kommissariat darüber informiert, dass die Veranstaltung definitiv nicht in der Stadt Koblenz stattfinden wird. An welchem Ort ein möglicher Auftritt geplant, wurde uns aus polizeilichen Gründen jedoch nicht mitgeteilt.“

Soweit OB Hofmann-Göttig vor vierzehn Tagen. Das NIMBY-Prinzip, heiliger Sankt Florian …

Richtig, seit wenigen Tagen ist bekannt, dass die Moorsberghalle am 29. Mai um 15:00 Uhr nicht genutzt werden kann, und so meldeten die Islamisten ihre Kundgebung eben für 18:00 in der Innenstadt von Koblenz an. Die Reisebusse aus Saarbrücken, Frankfurt, Hamburg und Berlin sind organisiert, Pierre Vogel kommt aus Köln, Abdur-Raheem Green aus England, der Mittelrhein und die Region Koblenz liegen ausgesprochen verkehrsgünstig.

Bitte setzen Sie sich für ein Verbot der für Sonntag vorgesehenen Veranstaltung ein. Falls die Kundgebung nicht verboten werden kann, sollten Sie dafür sorgen, dass Minderjährige vom Ort der Redebeiträge fern gehalten werden.

Nach der Scharia ist die Frau ein Mensch zweiter Klasse, die halb so viel erbt wie ihr Bruder und die kein Aufenthaltsbestimmungsrecht über ihre Kinder hat. Und weil Islam weltweit trendy ist, geht der Trend zur Zweitfrau. Wissen Sie, was die Scharia ist?

Mit freundlichen Grüßen

Edward von Roy

Dieser kleine Ausschnitt soll genügen, die kampfstarke Resistenz der politischen Elite am Mittelrhein dem islamischen Radikalismus gegenüber zu belegen. Das Kalifat erzittert, wir Koblenzer sind mit unendlichem Schlendrian gerüstet und mit Frohsinn bewaffnet.

237. Pierre Vogel und Abdur-Raheem Green in Koblenz

18. Mai 2011

راينلاند بالاتينات

Rheinland-Pfalz

Gabi Schmidt

Mönchengladbach

Update: Islamistische Open-Air-Veranstaltung in Koblenz. Wie bei Thilo Becker am 21.05.2011 zu lesen ist, hat der Inhaber der Moorsberghalle mitgeteilt, dass die Veranstaltung mit Pierre Vogel und Abdur-Raheem Green für diesen Ort abgesagt worden ist. Am 22.05.2011 weiß der Bürgermeister von Höhr-Grenzhausen: „Auf seiner Homepage wird nun eine Veranstaltung unter freiem Himmel am 29.05.2011 in Koblenz angekündigt. … in der Schlusssequenz des Videos von Ibrahim Thomas Al Almani zu lesen.“

18. Mai 2011

Offener Brief

Großraum Koblenz 29. Mai 2011

Sehr geehrte Damen und Herren,

der vom Verfassungsschutz beobachtete Missionar Pierre Vogel genannt Abu Hamza kündigt für den 29. Mai 2011 eine Dawa-Großveranstaltung im Raum Koblenz an. Nach einem Artikel der Rhein-Zeitung vom 14.05.2011 möchte der fundamentalistische Starprediger eine Halle mit bis zu 2000 Sitzplätzen mieten, für Geschlechtertrennung und Kinderbetreuung soll gesorgt sein, im Internet rufen Anhänger des salafistisch-wahhabitischen Islam dazu auf, Fahrgemeinschaften zu bilden.

Wie in Frankfurt in der Person des „predigenden Homohassers“ Bilal Philips (taz vom 22.04.2011), den die Frankfurter Ausländerbehörde direkt nach seinem Auftritt des Landes verwiesen hat, lädt der ehemalige deutsche Jugendmeister im Boxen auch diesmal mit Abdur-Raheem Green einen islamistischen Prediger der antiaufklärerischen, kulturellen Vormoderne ein.

Das Demonstrations- und Versammlungsrecht ist in der Wertehierarchie unserer säkularen und offenen Gesellschaft (Karl Popper) ein hochrangiges Schutz- und Freiheitsrecht, das sich aus der Verfassung der Bundesrepublik Deutschland und den universellen Menschenrechten ableitet und gerade vor staatlicher Willkür und behördlichem Machtmissbrauch bewahren soll. Das bedeutet jedoch nicht, dass sich Bürgerinnen und Bürger mit und ohne politisches Amt nicht gegen staats-und menschenfeindliche Bestrebungen und jugendgefährdende Tendenzen mit rechtsstaatlichen Mitteln wehren dürfen. Demokratinnen und Demokraten müssen den Einfluss in- und ausländischer salafistischer Prediger mit verfassungskonformen Mitteln eingrenzen, wenn sie die freiheitlich demokratische Grundordnung bejahen und erhalten wollen. Das beweisen die folgenden Recherchen:

Im Januar 2010 wurden bei einer bundesweiten Razzia der Polizei in Privatwohnungen und Moscheen gegendemokratisch und frauenfeindlich orientierte Bücher, Filme und CDs beschlagnahmt.(1) Darunter war auch ein Buch, das bereits ein Jahr zuvor, am 15. Januar 2009 von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indiziert wurde. In der Schrift Frauen im Schutz des Islam(2) wird verheirateten männlichen Muslimen erlaubt, ihre widerspenstigen Ehefrauen erst zu ermahnen, dann im Ehebett zu meiden und zuletzt im Namen der Religion

„zu schlagen, ohne zu verletzen, Knochen zu brechen, blaue oder schwarze Flecken auf dem Körper zu hinterlassen, und unter allen Umständen vermeiden, ins Gesicht zu treffen.“

Auch religiös begründetes Frauenprügeln ist nicht von Artikel 4 GG Religionsfreiheit gedeckt.

Salafisten verlangen von ihren Frauen die Vollverschleierung. Der Niqab, ein Gesichtsschleier, der nur einen schmalen Sehschlitz freilässt und meist zu bodenlangen Gewändern getragen wird, die auch die Arme und Hände bedecken, ist grundsätzlich verpflichtend.(3) Wenn viele Musliminnen auch behaupten, nicht zum Ganzkörperschamtuch (frei nach Zaimoglu) gezwungen zu werden, es entsteht ein starker sozialer Druck, der von Salafistinnen erwartet, sich komplett zu bedecken. Unter dem von dem saudi-arabischen Scheich asch-Schiha legitimierten Bedrohungsszenario würde allerdings auch ich behaupten, meine Gesichts- oder Ganzkörperverschleierung freiwillig zu tragen.

Unser Jugendschutzgesetz schützt Heranwachsende vor gefährdenden Einflüssen wie Extremismus, Frauenverachtung und Gewaltverherrlichung, damit sie sich seelisch, körperlich und geistig altersgerecht und gesund entwickeln können. Nach Ermittlungen der Polizei war das auf der Verbotsliste geführte Machwerk des saudi-arabischen Islamgelehrten Abd ar-Rahman asch-Schiha bis zum Eingreifen der Behörden weiterhin Minderjährigen zugänglich.

Durchsucht wurden bei der Polizeiaktion im Januar 2010 auch die Wohnungen von Mohammed Ciftci (Braunschweig), Pierre Vogel (Köln) und Sven Lau (Mönchengladbach). Der Mönchengladbacher predigte gemeinsam mit Vogel am 07.05.2011 in Frankfurt, wo dem Kölner verboten wurde, ein Totengebet für Osama bin Laden abzuhalten.

Bis Ende März 2011 war der in Medina studierte Schariagelehrte Scheich Ciftci genannt Abu Anas erster Vorsitzender des Vereins Einladung zum Paradies. Vom Vereinssitz in Mönchengladbach aus wollte der Sohn eines Milli-Görus-Funktionärs seine online-basierte Fernuniversität aufbauen, an der nach seinen eigenen Angaben etwa 200 Studenten eingeschrieben sind, um den salafistisch-wahabitischen Islam und das islamische Recht zu studieren. Der saudi-arabische Salafismus kopiert die Lebensgewohnheiten der medinensischen Urgemeinde und überträgt die Inhalte von Koran und Sunna, den beiden aus dem frühen Mittelalter stammenden Primärquellen des Islam, auch im 21. Jahrhundert buchstabengetreu in den Alltag.

Wegen dieser angeblichen Authentizität beansprucht diese Lehre die Deutungshoheit über den Islam. Alle, die ihrer Richtung nicht folgen, oder die Gegner unterstützen, diskriminieren und meiden sie als Ungläubige.(4) Sie wollen weder an Angeboten der Gesellschaft teilhaben noch sich in eine freiheitlich demokratische Gemeinschaft und ihren Wertekanon eingliedern. Die Lernziele eines solchen Instituts sind weder mit dem Grundgesetz noch mit den universellen Menschenrechten vereinbar. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung (Art.5, Abs.3).

Der aus Saudi-Arabien importierte Islam akzeptiert die Trennung von Politik und Religion nicht, will die Volkssouveränität abschaffen und fordert den Gottesstaat. Sie legitimiert Frauenunterdrückung als heilssichernde Frömmigkeit und staatbürgerliche Pflicht. Allah dem Gott und Staatsoberhaupt schuldet jede / jeder Einzelne absoluten Gehorsam, überall auf der Welt. In demokratischen Staaten würden die Bürgerinnen und Bürger Gesetzen folgen, die von Menschenhand geschaffen sind. Die Scharia sei jedoch göttlichen Ursprungs und daher jedem irdischen Gesetz moralisch überlegen. Wer solche Thesen verbreitet, braucht die bundesdeutsche Verfassung offensichtlich nicht mehr, sondern will einen anderen Staat.

Salafistische Missionare faszinieren vor allem junge Muslime und Konvertiten. Pubertäre Krisen, schlechte Schulabschlüsse sowie die allgemein schwierige wirtschaftliche Situation machen junge Menschen, die in der Gesellschaft noch nicht sicher Fuß fassen konnten, zu bereitwilligen Opfern. Besteht dann durch angespannte Familienverhältnisse wenig Rückhalt und Zuspruch, ist die Wahrscheinlichkeit einer Sinnkrise groß, welche die islamistischen Seelenfänger schamlos ausnutzen. Videos, CDs und aufwändig gestaltete Internetseiten bieten bewusst einfache Antworten auf alle Alltagsfragen. Gerade dieses Schwarz-Weiß-Denken verleitet in ihrer Persönlichkeit nicht gefestigte junge Menschen, sich zu radikalisieren und für den Dschihadismus begeistern zu lassen.(5)

Doch auch angehende Akademiker fallen in das Beuteschema der Missionare, vor allem weibliche Studierende. Vor zehn bis zwölf Monaten lagen Werbeflyer von Einladung zum Paradies in den Fluren und Aufenthaltsräumen der Hochschule Niederrhein aus, einer eigentlich zur weltanschaulichen Neutralität verpflichteten Institution. Leider ist davon auszugehen, dass auch Kinder von den Predigern angeworben werden.

Im Mai 2010 ist ein zwölfjähriges Kind in einer Mönchengladbacher Arztpraxis von einem erwachsenen Islamisten, der religiöse Kleidung trug, zu sportlichen und erlebnisorientierten Veranstaltungen eingeladen worden, dem Jungen wurde eine Visitenkarte von Einladung zum Paradies (EZP) zugesteckt.(6)

Der vom Verfassungsschutz beobachtete Verein betrieb am Nachmittag des 09.04.2011 in der Innenstadt von Mönchengladbach (Ortsteil Rheydt, Marienplatz) einen überdachten Infotisch. Dort fanden sich gegen 17:20 Uhr zwei Mädchen im Alter von schätzungsweise elf und sechs Jahren ein, die sich mindestens zwanzig Minuten lang mit den Aktivisten unterhielten und das ausliegende Informationsmaterial gemeinsam betrachteten. Sie waren offensichtlich alleine unterwegs. Bei dem sonnigen, warmen Wetter brachte ein Salafist ein Tablett mit Eisbechern heran, die Missionare und auch die beiden Kinder erhielten jeweils ein Eis. Das Anwerben von Kindern und Jugendlichen, die nicht in Begleitung ihrer Eltern sind, ist niemandem erlaubt und sollte allen erwiesenermaßen verfassungsfeindlichen Gruppen erst recht nicht gestattet werden.

Zu Vogels Ehrengästen Abdur-Raheem Green und Bilal Phlips sowie zum TV Prediger Dr. Zakir Naik,(7) der seinen Deutschlandbesuch für den Dezember 2011 angekündigt hat:

Auch Green setzt sich für eine wörtliche Lesart von Koran und Sunna ein, idealisiert den islamischen Gottesstaat und fordert die Ungleichbehandlung von Männern und Frauen sowie Muslimen und Nichtmuslimen. Mit den Mitteln schwarzer Pädagogik droht er jedem, der sich nicht in allen Bereichen des Alltags nach dem Vorbild der medinensischen Urgemeinde (622 und 855 n. Chr.) orientiert, mit Allahs Höllenstrafe. Vor tausenden von Zuhörern predigte der wie Vogel konvertierte Fundamentalist in Indien, dass Islam und Demokratie nicht vereinbar seien. Wie alle Salafisten hält er die Demokratie für eine falsche Religion, das islamische Recht sei göttlichen Ursprungs und daher jedem von Menschen erdachten Regelwerk sittlich überlegen. Abdur-Raheem Green verlinkt zum neuen Buchversand al-Hidaayah,(8) einen radikalislamischen Verlag aus Birmingham, der Werke von Adur-Raheem Green, Philips, Zakir Naik, Yusuf Estes sowie ibn al-Uthaimin und al-Fauzan vertreibt.(9)

Im Fußnotenbereich finden sich einige Thesen des aus Tansania stammenden englischen Konvertiten Green.(10)

Beide Islamisten, Philips und Green, haben beste Kontakte zu Zakir Naik und treten regelmäßig in dessen Islamic Research Foundation auf.

Dr. Naik fordert die Todesstrafe für Glaubensabtrünnige und den Hidschab (Schleier) für die Frau. Die Unverschleierte, so der Mediziner, gerate in Gefahr, vergewaltigt zu werden. Die von ihm so genannte westliche Gesellschaft habe die Frau in den erniedrigten Status einer Konkubine herabgedrückt und verzerre die maskuline Identität in Richtung von hoffnungsloser Sinnsuche und barbarischem Sexkonsum. Erst der Islam hebe die Frau wieder hinauf zu ihrer eigentlichen Bestimmung und wahren femininen Würde. Zakir Naik verachtet die USA („America, the biggest terrorist“), bewundert Osama bin Laden theologisch und betreibt den Fernsehkanal Peace TV, das sich an die Muslime Indiens richtet. Tatsachenfern stellt das „Friedensfernsehen“ die New Yorker Terrorangriffe als antiislamisches Werk der US-Regierung dar.(11)

Mit diesem offenen Brief fordern wir Verwaltung und die Politik in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, insbesondere die Ordnungsämter, Jugendämter, Gleichstellungsstellen und Frauenbeauftragten sowie den Deutschen Städtetag dazu auf, den gegendemokratischen Bestrebungen salafistischer Prediger wie Pierre Vogel, Abdur-Raheem Green, Bilal Philips und Zakir Naik entgegenzutreten und klar zu sagen, dass eine an der Scharia orientierte Missionsveranstaltung sowie grundgesetzwidrige Geschlechtertrennung in städtischen Räumen und im öffentlichen Raum nicht geduldet wird.

In Umsetzung der gesetzlichen Regelungen zum Kinder- und Jugendschutz muss Minderjährigen der Zutritt zu derartigen Dawa-Großveranstaltungen verboten werden. Die Bevölkerung ist aktiv und fundiert über Salafismus aufzuklären. Sollte die Veranstaltung in einer öffentlich finanzierten Halle stattfinden, sind die Bürgerinnen und Bürger über den Ort zu informieren.

Integration bleibt unsere wichtigste Aufgabe. Es ist unser Ziel, Bürgerinnen und Bürger zu integrieren: In den Arbeitsmarkt, in die Frauen und Atheisten gleich behandelnde Solidargemeinschaft, in Sprachfähigkeit und Sprachkultur. Wir integrieren in die universellen Menschenrechte (AEMR, 10.12.1948) und das Grundgesetz, nicht in die Scharia. Wir integrieren in das Grundgesetz, nicht in die religiös begründete Segregation, die Geschlechterapartheid und Misogynie des kulturell vormodernen islamischen Fundamentalismus.

Wenn Städte und Kommunen ihrer wichtigen Aufgabe gerecht werden sollen, zum Gelingen der Integration wesentlich beizutragen, wie es sich die Staatsministerin und Bundesbeauftragte für Migration, Flüchtlinge und Integration Maria Böhmer sinnvollerweise vorstellt, muss Politik, Justiz und Gesetzgebung die Verwaltungen mit den bereits vorhandenen rechtsstaatlichen Mitteln unterstützen, bereits erreichte Erfolge nicht zu gefährden. Der Staat ist verpflichtet, Terrorismus und Extremismus den Nährboden zu entziehen, seinen Bürgerinnen und Bürgern ein Leben in Würde, Freiheit und Gleichheit zu garantieren und seine Gegner zu bekämpfen, ohne die selbst rechtsbrüchig zu werden. Die Bundesrepublik Deutschland darf nicht durch falsch verstandene Toleranz und grenzenlose Freiheitsliebe zur Werbeplattform für verfassungsfeindliche, antisemitische und menschenverachtende Missionare werden.

Wir müssen uns gemeinsam für alle säkularen muslimisch geprägten Demokratinnen und Demokraten einsetzen. Auch den Kindern und Enkelkindern der Konvertitinnen und Konvertiten zum Islam oder der muslimisch sozialisierten Einwanderinnen und Einwanderern der Sechziger und Siebziger Jahre haben wir den Weg in die kulturelle Moderne offen zu halten. Frauenrechtlerinnen, gerade denen mit einem so genannten islamischen Migrationshintergrund, dürfen wir nicht in den Rücken fallen, indem wir zum Salafismus schweigen bzw. ihm Reklame ermöglichen.

Folgen wir doch stattdessen Carlo Schmid,(12) der am 08.09.1948 für die wehrhafte Demokratie eintrat indem er sich folgendermaßen äußerte:

„Soll diese Gleichheit und Freiheit völlig uneingeschränkt und absolut sein, soll sie auch denen eingeräumt werden, deren Streben ausschließlich darauf geht, nach der Ergreifung der Macht die Freiheit selbst auszurotten? Also: Soll man sich auch künftig so verhalten, wie man sich zur Zeit der Weimarer Republik z. B. den Nationalsozialisten gegenüber verhalten hat? Ich für meinen Teil bin der Meinung, dass es nicht zum Begriff der Demokratie gehört, dass sie selber die Voraussetzungen für ihre Beseitigung schafft: Demokratie ist nur dort mehr als ein Produkt einer bloßen Zweckmäßigkeitsentscheidung, wo man den Mut hat, an sie als etwas für die Würde des Menschen Notwendiges zu glauben. Wenn man aber diesen Mut hat, dann muss man auch den Mut zur Intoleranz denen gegenüber aufbringen, die die Demokratie gebrauchen wollen, um sie umzubringen.“

Mit freundlichen Grüßen

Gabi Schmidt

Sozialpädagogin

Fußnoten

(1) EZP berichtet selbst: www.einladungzumparadies.de Stellungnahme zur Mediendarstellung aktueller Geschehnisse Braunschweig, 22. Januar 2010 Am Mittwoch, den 20.01.2010, wurden diverse Wohnungen und Moscheen von der Polizei durchsucht. Darunter auch die Wohnung vom Vorstandsvorsitzenden der „Einladung zum Paradies eV Moschee, Muhamed Ciftci und der ehrenamtlichen Mitarbeiter Pierre Vogel, Sven Lau und Thomas Göcke.

http://videos.wittysparks.com/id/2248849831

Elf Monate später: Razzia bei Einladung zum Paradies (14.12.2010). WDR: „Der Verein EZP wird vom Verfassungsschutz beobachtet und von der NRW-Landesregierung als verfassungsfeindlich eingestuft.“

http://www.wdr.de/themen/politik/nrw02/islamschule/101214.jhtml

(2) Landesverfassungsschutz Baden-Württemberg 08/2008

http://www.verfassungsschutz-bw.de/index.php?option=com_content&view=article&id=921:082009-indiziertes-buch-liegt-an-informationsstaenden-und-bei-vortraegen-in-baden-wuerttemberg-aus&catid=201:meldung&Itemid=327

(3) RP-online, 19.08.2010. „Sicherheitsexperten sehen das anders. Sie haben den Prediger, der nach eigenen Angaben an der Universität Medina in Saudi Arabien Islamische Rechtswissenschaft studierte, seit Jahren im Visier. Der Vorwurf: Salafisten wie Muhamed Ciftci lehnten die freiheitlich demokratische Grundordnung grundsätzlich ab, außerdem gebe es frauenfeindliche Tendenzen. So befürworte Muhamed Ciftci beispielsweise, dass Frauen außerhalb ihres Hauses Hände und Gesicht bedecken und nicht ohne Begleitung nach draußen gehen.“

http://www.rp-online.de/niederrheinsued/moenchengladbach/nachrichten/Ciftci-Steinigung-ist-gerechtfertigt_aid_896095.html

(4) al-walā wal-barāa – Muslimsolidarität bei Meidung der Nichtmuslime und ihrer Verhaltensweisen. Lieben für SAllah, Hassen für Allah.

http://de.wikipedia.org/wiki/Al-wal%C4%81%27_wa-l-bar%C4%81%27a

AL WALA’ WAL BARA’ ACCORDING TO THE AQEEDAH OF THE SALAF

(Love and Hate for Allah’s Sake)

by Muhammad Sa’eed Al Qahtani

http://salafiyyah-jadeedah.tripod.com/wala_wal_bara/7.htm

Buchversand al-Hidaayah, Birmingham: Scheich Salim al-Hilali: LOVE AND HATE FOR THE SAKE OF ALLAH

http://www.onlineislamicstore.com/b3173.html

http://www.scribd.com/doc/19337272/Love-Hate-for-the-Sake-of-Allah-by-Sh-S-AlHilaalee

(5) Verfassungsschutz, Zwischenbericht 2010.

„Diese sogenannten „Dawa-Seiten“ (da’wa = „Einladung“ zum Islam, Missionierung) sind in der Regel von einem äußerst rigiden Islam-Verständnis geprägt. Ein kleiner Teil davon rechtfertigt Gewalt im Namen der Religion. Solche Internetseiten richten sich in der Regel an junge Muslime und Konvertiten. Sie sind mehrsprachig, multimedial und grafisch aufwändig gestaltet. Dadurch wirken sie insbesondere auf Jugendliche sehr ansprechend.“

http://www.im.nrw.de/imshop/shopdocs/zwischenbericht_2010.pdf

Domradio, 10.02.2011. „Die radikal-islamische Strömung gewinne immer mehr Anhänger gerade unter jungen Leuten, die „in der Gesellschaft noch nicht Fuß gefasst haben“, sagte der Leiter des Landesamtes für Verfassungsschutz, Horst Eger, am Donnerstag in Kiel.“

http://www.domradio.de/aktuell/71358/verfassungsschutz-warnt-vor-salafisten.html

(6) Sie berichtet, dass bereits im Mai ein Mann in traditioneller muslimischer Kleidung in ihrem Wartezimmer einen zwölfjährigen Jungen angesprochen hatte. „Der Junge war allein da, und meine Mitarbeiterin hörte, wie der Mann ihn einlud vorbeizukommen“, erzählt sie. „Es gebe dort tolle Sachen. So könne er zum Beispiel Boxen lernen.“ Die Visitenkarte vom Verein „Einladung ins Paradies“ (EZP), die der Mann dem Zwölfjährigen zusteckte, nahm sie an sich.

http://www.rp-online.de/niederrheinsued/moenchengladbach/nachrichten/Islamisten-werben-Jugendliche-an_aid_890623.html

(7) Dawa-News: „Einladungzumparadies berichtet, dass der International bekannte, aus Indien stammende Islamprediger „Dr. Zakir Naik“ im Dezember diesen Jahres nach Deutschland kommen wird.“

http://dawa-news.net/2011/03/24/dr-zakir-naik-kommt-nach-deutschland/

(8) ei al-Hidaayah (Birmingham) werden DVDs von Bilal Philips, Yusuf Estes, Abdur-Raheem Green und Zakir Naik vertrieben.

http://www.al-hidaayah.co.uk/dvds.irc?cName=dvds&pg=1

(9) Buchversand al-Hidaayah, Scheich Salih al-Fauzan

http://www.al-hidaayah.co.uk/tawakkul-trust-and-reliance-on-allah-by-shaykh-saalih-al-fawzan.ir?cName=books-creed

Scheich ibn al-Uthaymin

http://www.al-hidaayah.co.uk/upright-moral-character-by-shaykh-uthaymeen.ir?cName=new-products-reprints

Scheich Bin Baz erklärt Abd al-Wahhab (1703-1792)

http://www.al-hidaayah.co.uk/imam-muhammed-bin-abdul-wahab-his-life-and-mission-by-shaikh-abdul-aziz-bin-baz.ir?cName=books-biography-other-biographies

(10) Abdur-Raheem Green – Is death penalty wrong according to the Qur’an?

Sagt der Koran, dass die Todesstrafe falsch ist? Das kommt darauf an!

Peace Conference Scandinavia 2010.

http://www.youtube.com/watch?v=ENrDRMX4bMw

Ja, der Dschihad ist Pflicht.

Ist Jihad pflicht_ – Abdur Raheem Green (german subtitle). Green: „als in Bosnien der Dschihad stattgefunden hat, begaben sich alhamdulillah (Gott sei Dank) manche Brüder dorthin, um zu kämpfen. … So erfordert nicht jeder Dschihad deine körperliche Präsenz.“

http://www.youtube.com/watch?v=AIbQqjzjLQs

Abdur Raheem Green: Frauen schlagen im Islam

http://www.youtube.com/watch?v=CiG2N6Q4MS8&feature=related

Zakir Naik, Abdul Raheem Green & Yasir Fazaga shopping

http://www.youtube.com/watch?v=tzvAynM9luU

Green auf Zakir Naiks TV–Kanal „Friedensfernsehen“. Was ist Demokratie?

What is democracy? by Abdul Raheem Green peace tv

http://www.youtube.com/watch?v=eV4yp0gp5vI

Culture Confusion – Abdur Raheem Green </p

Do you SUBMIT TO ALLAH or do you SUBMIT TO YOUR CULTURE? MAKE YOUR CHOICE!

http://www.youtube.com/watch?v=JuECO3unh3o&feature=related

Islam, die missverstandene Religion

(als Motto von Pierre Vogel verwendet bzw. aufgegriffen)

Islam: The Misunderstood Religion – Abdur Raheem Green

“He is a regular on Peace TV” belegt die permanente Zusammenarbeit Naik-Green

http://www.youtube.com/watch?v=Ckfp4IKAN2M

(11) Zakir Naik als Verschwörungstheoretiker zu den Terroranschlägen vom 11. September 2001. „Dr Zakir Naik explains how 9/11 was an inside job.“

http://www.youtube.com/watch?v=kwEjtond_Yg

(12) Carlo Schmid am 08.09.1948

http://www.costima.de/beruf/Politik/CSchmid.htm

Update: Veranstaltung für den 29.05.2011 abgesagt?

http://www.becker-thilo.de/?p=1418

236. Was ist Wahhabismus?

14. Mai 2011

‏محمد بن عبد الوهاب

Muḥammad bin ʿAbd al-Wahhāb

Die Vorschriften Gottes

Islamverständnis (Rechtspraxis) der so genannten Wahhabiten und damit auch des Saudischen Königshauses sind einen Blick wert, geht es doch um den Hüter der zwei heiligen Moscheen (ḫādim al-ḥaramain aš-šarīfain) und damit um das Monopol auf den „eigentlichen“ Islam. Die mit vorangestellter Seitenzahl gekennzeichneten Stellen der Theologie des Muḥammad bin ʿAbd al-Wahhāb entstammen dem Buch Muhammad b. ʿAbdalwahhāb, 1703-92, im Widerstreit: Untersuchungen zur Rekonstruktion der Frühgeschichte der Wahhābīya (Beirut 1993) der Islamwissenschaftlerin Esther Perkes(1). Hinzuziehung weiterer, mit vorangestelltem KT markierter Aussagen des Gelehrten aus dem Kitābu t-Tauḥīd (The Book of Tawheed, ins Englische von Sameh Strauch, deutsch von Abu Imran(2), auf bessere Lesbarkeit orientierte Glättung mancher Zitate sowie Kommentierung von Jacques Auvergne.

Nichtig oder verworfen heißt bāṭil. Wertlos, nichtig und ungültig ist nach der Scharia jede Handlung, die nicht deiner Annäherung (at-taqarrub, zu: qārib, nahe) an die Gottheit und damit dem Erregen des Wohlwollens Allahs dient, weshalb, sozusagen sicherheitshalber, alles Tun unter den Segen der Gottheit zu stellen ist, indem zuerst die Basmala ausgesprochen wird, das bismi-llāhi r-raḥmāni r-raḥīm.(3)

Wer die Sympathisanten des Theologen bin ʿAbd al-Wahhāb oder alle, die an der Bonner König-Fahd-Akademie als Lehrer (oder Schüler) tätig waren oder auch all jene so genannten Salafisten wie Muhamed Seyfudin Ciftci oder Pierre Vogel, die in Saudi-Arabien den Islam studierten, als Wahhabiten bezeichnet, wie das etwa der Leiter des Referats für Interreligiösen Dialog des Erzbistums Köln Werner Höbsch („60 Prozent der Scharia sind grundrechtsverträglich“) so gerne vornimmt, der ist daran interessiert, das Religionsverständnis der königlichen Dynastie der Āl Saʿūd als sektiererisch darzustellen und den Gesamtislam als harmlos.

Dass an den von Wissenschaftsrat (WR) oder Deutscher Islam-Konferenz (DIK) akzeptierten Gremien keine andere Scharia gelehrt wird als die saudi-arabische, weil es zwei Scharien oder sagt man Scharias ebenso wenig gibt wie zwei Mohammeds oder zwei Allahs, sagen der professionelle Islambeschwichtiger und Höbsch oder der den Dialog mit dem ECFR-Scheich Mustafa Cerić pflegende Laiendominikaner Thomas Lemmen der katholischen Basis nicht. Während Salafist Cerić beharrlich auf die Implementierung des islamischen Rechts im Personenstandsrecht bzw. Familienrecht hinarbeitet, lässt sich auf Kosten der Langbärte und Burkaheimchen um Pierre Vogel bestens Islamverherrlichung betreiben und sorgsam dosiert über die irgendwie kapitalistischen (Petrodollar) schrecklichen Wahhabiten schimpfen. Der Rechtsstaat hat weniger ein Wahhabismusproblem als ein Problem mit seinen Kulturrelativisten, mit seiner Scharialobby.

Werner Höbsch („60 Prozent der Scharia sind grundrechtsverträglich“) vermeidet auf seinen bischöflich bezahlten Dialogveranstaltungen kalkuliert, zum verbleibenden Prozentsatz zu sagen, vier Zehntel der Scharia seien nicht grundrechtsverträglich, denn dazu müsste er dem sinnsuchenden Publikum eine Begründung nachreichen und verlöre daraufhin seinen Einfluss beim Erzbistum Köln und bei der proislamistischen, in seinem Fall nicht zuletzt staatlich-iranischen Lobby. Im September 2009, so wurde berichtet, fand NRW-Verfassungsrichter Michael Bertrams den Mut zu einer klaren Stellungnahme in Bezug auf das Islamische Recht:

Der Islam und das islamische Recht, die Scharia, wiesen der Frau in nahezu allen Lebensbereichen einen niedrigeren Rang zu als dem Mann. Dies widerspreche sowohl dem Gleichheitsgebot als auch der Menschenwürde, dem höchsten Wert des Grundgesetzes.(4)

Für den Augenblick ist festzuhalten, dass die königshausorientierten, rechtlich urislamischen Wahhabiten und die orthopraktisch urgemeindlichen Salafisten zum Teil dieselben geistlichen Autoritäten anerkennen, Abd al-Aziz ibn Baz (1909–1999) und Muhammad Ibn Uthaimin (1925–2001) etwa werden gleichermaßen unter den sauditreuen Verherrlichern der urislamischen Rechtsfindung anerkannt wie unter den Kopisten des Alltags der Urgemeinde.

Muḥammad bin ʿAbd al-Wahhāb, nach Stamm und Region genannt at-Tamīmī an-Naǧdī lehrte die Rückbesinnung auf die reine Religion von seinem Geburtsort ʿUyaina(5) sowie von Diriyya (ad-Dirʿīya) aus, einem heutigen Vorort von Riad (ar-Riyāḍ, wörtlich die Gärten).

Die vielleicht kühnste theologische Forderung der heute so genannten Wahhabiten an jeden muslimischen Menschen ist es, seine sunnitische Rechtsschule, ausgenommen vielleicht die hanbalitische, koranbasiert zu verwerfen. Soll und Haben des Islam würden, das Heil der Seele gefährdend, längst so weit auseinanderklaffen, dass gegenwärtig nur eine kleine Gruppe, die „Gemeinschaft“ (Ǧamāʿa) innerhalb des pflichtvergessenen Nenn-Islam der sittlichen, von Gott gewollten Lebensweise entspreche. Die hartnäckigen Verharrer bei den Normen der einzelnen maḏhab, der Rechtsschule, jedenfalls soweit die nichthanbalitischen drei großen maḏāhib betroffen sind, habe Allah mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit dem Bereich der Ketzerei zuzuordnen. Dieser Mangel an islamischer Authentizität mache jede formal noch so korrekte Anwendung von Hidschab, Gebet und Wallfahrt oberflächlich, unecht und letztlich ungültig (bāṭil) und verspiele dem nicht zur Ǧamāʿa zurückfindenden Muslim die ewige Glückseligkeit.

Die längst vollzogene Abweichung der Nennmuslime vom wahren Islam, die verhängnisvollerweise in Form des Prinzips der gelehrigen Übereinstimmung, des Idschma’ (iǧmāʿ(6), das mit ǧ-m-ʿ dieselbe etymologische Wurzel hat wie Ǧamāʿa) arbeitet, dürfe den Koranlesern aller Welt nicht länger verschwiegen werden. Authentische „Gemeinschaft“ sei gegen den Schlendrian des Jahrhunderte alten Konsensus der Fiqhwissenschaftler zu setzen, koranbasierte Dschamā’a gegen koranwidrigen Idschmā’.

Die Idee von der Dschamā’a fand Nachahmer. Die vielfache, ein gutes Jahrhundert später durch Dschihadisten ergriffene Namensgebung als Ǧamāʿa, lässt sich auch durch die strenge Suche nach dem tauḥīd erklären, wie sie Muḥammad bin ʿAbd al-Wahhāb für die „wahre Gemeinschaft“ forderte. Ein Beispiel von „Gemeinschaft“ finden wir in der vom ägyptischen, durch den in den USA lebenslang inhaftierten blinden Scheich Omar Abdel-Rahman (ʿUmar ʿAbd ar-Raḥmān) geistlich geleiteten, der Muslimbruderschaft entsprossenen al-Gama’at al-Islamiyya (Islamic Group, IG).(7) Eine weitere Dschamā’a ist die 1980 vom pakistanischen Scheich Mubarak Ali Gilani unter mehrheitlich afroamerikanischen Muslimen (Siedlung „Islamberg“ in Hancock, New York) gegründeten, in Pakistan mittlerweile verbotenen „Gemeinschaft der Verarmten“, der terrornahen Jamaat ul-Fuqra (JF).(8)

Ḥussain bin Ġannām († 1811) stammte aus der alten, neun Jahrhunderte früher von der schiitisch geprägten Sekte der Karmaten (Qarāmiṭa) beherrschten ostarabischen Oasensiedlung al-Aḥsāʾ (al-Ḥasā) und war einer der einflussreichsten Propagandisten der Ideen des im weitverzweigten arabischen Stamm der Banū Tamīmī(9) geborenen Muḥammad bin ʿAbd al-Wahhāb. Dieser früheste Historiker der eigentlich nur von ihren Gegnern so genannten Wahhabiten schildert alle Ereignisse um den Puristen und Dogmatiker, als Augenzeuge lässt er seine als Tārīḫ Naǧd bekannt gewordene Chronik Rauḍat al-Afkār wal-Afhām fünf Jahre nach al-Wahhabs Tod enden, im Jahre 1797.

Chronist Bin Ġannām nennt, um wieder auf den eingangs erwähnten Begriff bāṭil zurückzukommen und das rigorose Islamdenken der Wahhabiten zu verstehen, die Feinde der Religion beim Namen Volk des Nichtigen (Ahl al-Bāṭil) oder Volk der Beigesellung (Ahl aš-Širk), dem er die von ihm oft schlicht „Gemeinschaft“ (Ǧamāʿa) genannten Gottesfürchtigen gegenüberstellt, das Volk des Eingottglaubens (Ahl at-Tauḥīd, Ahl at-Tauḥīd wal-Imān).

Deine Tauhidverhaftung ist von unschätzbarem, absolutem Wert:

KT. Wer auch immer mit Tauhid stirbt, der wird das Paradies betreten, wie auch immer seine Taten gewesen sein mögen.

Die sunnitische Fiqh-Elite, so stellt Muḥammad bin ʿAbd al-Wahhāb im „Buch des Eingottglaubens“ (Kitāb at-Tauḥīd) fest, verdiene nach den von Allah selbst vorgegebenen Kriterien aus religiösen Gründen keinen Gehorsam:

37. Wer sich den ʿulamāʾ und den umarāʾ fügt, wenn sie verbieten, was Gott erlaubt hat, und wenn sie erlauben, was Gott verboten hat, der hat sie zu Herren [anderen als Gott, d. i. širk] genommen.

Schirk begeht jeder, der zur Bewertung einer Lebenslage oder Beurteilung einer Straftat etwas anderes als Koran und Hadith heranzieht, aber auch eine Furcht vor etwas anderem als Allah ist möglicherweise bereits Beigesellung, die Furcht vor Armut etwa, die in vorislamischer Zeit zur Tötung Neugeborener geführt hätte:

KT. Dass der Schirk die größte aller Sünden ist, und dass keine Tat von Allah angenommen wird, wenn in den Handlungen die Beigesellung eines Partners Allah gegenüber besteht.

Deine Existenzangst, morgen an Hunger zu sterben, zeigt deinen Mangel an Gottvertrauen (tawakkul).

Schwingt sich ein jeder Ulama, der etwas gestattet, was Mohammed untersagte oder wozu das vollkommene Wesen schwieg, oder der etwas verbietet, was Koran und Sunna nicht verbieten oder wozu sie schweigen, nicht gar zum Götzen auf?

Dem sei wie es wolle, gottesfürchtige Rebellion, frommen Ungehorsam kann und muss der Einzelne aus den Reihen der wahren Monotheisten, den bei Sure 37:137 aufgeschlagenen Koran in der erhobenen Hand, notfalls gegen hundert, gegen tausend Ulamas begehen, weiß Theologe bin Muḥammad ʿAbd al-Wahhāb:

37. [Selbst] der Einfache unter den al-muwaḥḥidūn (al-ʿāmmī min al-muwaḥḥidīn) behält [noch] die Oberhand über tausend der ʿulamāʾ dieser mušrikūn – so wie der Erhabene gesagt hat: ‚Unsere Heerschar wird über sie siegreich sein!‘ (37:137).

Die islamisch entscheidende Grenze zwischen Gläubigen und Ungläubigen verläuft vorrangig nicht zwischen Muslimen und Juden oder Muslimen und Christen, sondern zwischen den echten und den unechten Muslimen:

27, 28. Es ist unabdingbar notwendig, dass der tauḥīd mit dem Herzen (bil-qalb) vollzogen wird, das ist das Wissen (ʿilm), mit der Zunge (lisān), das ist das Wort (qaul) und durch die Tat (ʿamal), das ist die Durchsetzung von Geboten und Verboten. Wer irgendetwas davon nicht erfüllt, ist kein Muslim. …

Die Erforschung der mit dem tauḥīd verbundenen Fragestellungen ist für jeden Muslim verbindliche Pflicht (farḍ lāzim).

Bereits Ibn Taimīya differenzierte die islamische, die Annäherung an die Gottheit allein ermöglichende Praxis in Herzenswissen, Wort und Werk (qalb, lisān, qaul), ohne aber die Nichterfüllung einer dieser Dimensionen als Kriterium der Apostasie zu betrachten.

Dass tauḥīd dreierlei Einheit meint, die Unteilbarkeit Gottes (Allah), seines Gesetzes (Scharia) und seiner Gemeinde (Umma), ist, etwa mit Blick auf Pierre Vogel, nicht zu vergessen. Türkische Revivalisten aus dem Umfeld von Necmettin Erbakan verwenden zur Kennzeichnung der höllenwärts strebenden Lebensweise und Staatlichkeit das arabische nichtig (bāṭil) und warnen vor der Epoche des Wertlosen oder Periode der Verworfenheit (Batıl Düzen), gegen das die vor dem ewigen Feuer bewahrende, koranbasierte Lebensform und Justiz zu errichten ist, die ADİL DÜZEN.

Im Jahre 1744 schloss Muhammad ibn Saud (Muḥammad bin Saʿūd bin Muḥammad Āl Muqran, 1726–1765) in Diriyya (ad-Dirʿīya) ein Bündnis mit dem 41jährigen Muḥammad bin ʿAbd al-Wahhāb‎: Ibn Saud versprach, in seinem künftigem Reich die wahhabitische Interpretation von Koran und Sunna als alleingültige durchzusetzen, ibn Abd al-Wahhab hingegen sicherte zu, den Herrschaftsanspruch des saudischen Königs religiös zu legitimieren.

Wahres Recht und politische Gerechtigkeit können im Islam nur von Koran und Sunna her abgeleitet werden. Die heilssichernde Identität zwischen Recht und Religion gilt es wiederherzustellen. Was die ungetreuen Ulama des Fiqh zerrissen haben, Justiz und Gotterkenntnis, muss wieder eins werden, auch die entartete hanbalitische Rechtsschule habe Praxis (maḏhab) und Geist des frommen Aḥmad bin Ḥanbal verraten und bedürfe einer Rückführung auf das hanbalitische Eigentliche.

Muḥammad bin ʿAbd al-Wahhāb folgt bei diesem Aufruf zum Verweigern des persönlichen Rechtsgehorsams (taqlīd) der typisch islamischen Doppelgesichtigkeit des Grundsatzes Gutes gebieten, Schlechtes verbieten (al-amr bil-maʿrūf wan-nahy ʿani l-munkar, Koran 3:110) bzw. Muslimsolidarität bei Meidung der Nichtmuslime und ihrer Verhaltensweisen (al-walāʾ wal-barāʾa, gern begründet mit Koran 5:51) und aktiviert die Islampraxis der Dimensionen Wissen, Wort und Werk nicht nur auf Allahs Wohlgefallen hin, sondern auch zur Abwehr des mit Billigung des Schöpfers hier und heute sozial aktiven Teufels:

28. Es ist für jeden muslimischen Menschen Pflicht, sobald er den širk (Beigesellung) vorfindet oder auch denjenigen erkennt, der ihn begeht, ihn von ganzem Herzen zu verabscheuen (yubġiḍūh bi-qalbīh), sich mit seiner Zunge von ihm zu distanzieren (yaḫduluhū bil-lisānihi) und jeden zu verlassen, der den Missetäter mit Hand, Zunge oder mit dem Herzen nachfolgt.

Eine religiöse Kultur des Ekels ist zu etablieren. Die Nennmuslime und ihr teuflisches Tun in Stadt und Straßenzug identifizierend gilt es, das heranschleichende Heidentum abzuwehren sowie, falls zur Glaubensbewahrung notwendig, gleichsam eine lokale, zumindest aber mentale Hidschra (hiǧra, prophetische Auswanderung) vorzunehmen, um sehr rasch seine Stimme ertönen zu lassen und, wenn alles Ermahnen nichts hilft, Gewalt anzuwenden.

Vier Gruppen von Tauhidverweigerern gilt es, den kuffār zuzurechnen, wie Chronist Bin Ġannām uns das Wollen des Meisters berichtet:

29. Wer den Koran kennt, und trotzdem noch an Steine, Bäume und menschliche Wesen als an Teilhaber der Macht und Herrlichkeit Allahs glaubt,

wer die Beigesellung Frevel nennt, aber dennoch begeht, das ist schlimmer als das Tun der ersten Gruppe,

wer den tauḥīd praktiziert und den širk unterlässt und trotzdem den Beigeseller wertschätzt, auch der ist ein Ungläubiger (kāfir),

wer zwar tauḥīd praktiziert und širk unterlässt und auch niemanden liebt, der širk ausübt, aber in einer Stadt lebt, deren Bewohner dem tauḥīd feindselig gesonnen sind, und gleichwohl nicht aus dieser Stadt auswandern möchte, sondern die Anhänger des tauḥīd gemeinsam mit seinen Stadtbewohnern bekämpft und von seinem Vermögen dafür ausgibt, auch der ist ein Ungläubiger.

Wieder erleben wir den gespaltenen Kern des Islam: Eine solidarische Menschheit darf es nach Allahs Befehl nicht geben, jeder Muslim hat alle Sympathien den Rechtschaffenen, alle Antipathien den Tugendverweigerern zuzuordnen. Da ist es nur folgerichtig, dass ein noch so geringes Wohlwollen (ḥubb, wörtlich Liebe) für die mušrikūn den Schariapflichtigen ebenso zum kāfir werden lässt wie in Wort oder Tat geäußerte Missbilligung (karh) gegen die muwaḥḥidūn, die Bekenner der Einheit (von Gott, Gesetz und Gemeinde).

Flackernd erstrahlende Pax Islamica umgibt das Menschen sortierende, doppelte und gegenläufige Förderband männliche muslimischen Wohlverhaltens: Nach der die Menschen in Klassen unterschiedlichen Wertes einsperrenden Vorgabe „Lieben für Allah – Hassen für Allah“ ist der Nichtmuslim ebenso zu diskriminieren wie die unbotmäßige (freiheitlich-demokratisch lebende) muslimische Frau, die Sklavin des Mannes. Europas postsäkulare Wegbereiter des Islamischen Rechts wie Hans-Gert Pöttering und Horst Köhler bezeichnen diesen Kulturrassismus tatsachenwidrig als „im Kern friedliche Religion.“

Neben dem Inder Šāh Walīyullāh ad-Dihlawī (1703-1762) und dem Jemeniten aš-Šaukānī (1759–1834) war Muḥammad bin ʿAbd al-Wahhāb (1703-1792) einer der ganz großen Kritiker der Existenz von verschiedenen islamischen Rechtsschulen, womit er der Intention Hanbals (780-855) treu folgte. Wenn wir ʿAbd al-Wahhāb als einen der Wegbereiter des zeitgenössischen Salafismus ansehen, müssen wir den Puristen und Prediger also einerseits als islamisches Kind seiner Zeit verstehen, jedenfalls als ein Segment in einem Gefüge von islamischen „Reformern“ (Verweigerern von Wissenschaftlichkeit und Weltbürgerlichkeit), zum anderen ist festzustellen, dass weder ad-Dihlawī noch aš-Šaukānī oder ʿAbd al-Wahhāb den Islam falsch verstanden haben.

Zweieinhalb Jahrhunderte nach dem Wirken des frommen Predigers hat der Islamismus die Form einer globalen Bewegung angenommen, ihre einflussreichsten Strömungen sind Deobandis, Tablighis und Muslimbrüder.

Inzwischen nämlich versuchen Deobandis (um Gelehrte wie Mufti Muhammad Taqi Usmani, ein Hanafit und zeitweiliger Richter am pakistanischen Federal Shariat Court (FSC)), Tablighis (man vergleiche den biographisch ein wenig Cat Stevens ähnelnden Ex-Popmusiker Junaid Jamshed, Tablighi und jetzt Händler Islamischer Kleidung,(10)) und echte oder einstige Muslimbrüder (Starprediger ʿAmr Muḥammad Ḥalmī Ḫālid, der vom saudischen Dschidda aus tätige ägyptische Gründer der Bewegung der Lifemakers(11)) die Spezies der Muslime von den Standards des Rationalen und der gleichen Rechte für Ungläubige und Frauen fernzuhalten. Ihre engagierte Rückkehr zum originalen Islam, ihren Revivalismus führen sie berechtigt auf ʿAbd al-Wahhāb, Ibn Hanbal und natürlich auf Mohammed zurück.

Scheich (Šaiḫ) ʿAbd al-Wahhāb hatte bereits zu Lebzeiten Kritiker, gegen die ihn Chronist Ḥussain bin Ġannām engagiert in Schutz nahm. Der Historiograph des Wahhabismus rückte den zuweilen leidvollen Lebensweg des Meisters in die Nähe eines Glaubensmartyriums:

198. Was Muḥammad bin ʿAbd al-Wahhāb an Prüfung und Heimsuchung erduldete, was ihm an Üblem von jenen widerfuhr, die den hohen Rang des Ansehens (rifʿat aš-šaʾn) und die feste Verwurzelung (al-qadam ar-rāsiḫa) in der Wissenschaft für sich in Anspruch nahmen, als sie schon längst in die fitna verfallen waren – dabei verfuhr er nur gemäß der Verfahrensweise Gottes (sunnat Allāh) [gegenüber den Frevlern].

Die meisten, die diese Sünde begingen, gestanden sich selbst gegenüber ein, dass das, was der Šaiḫ gebracht hatte, die Wahrheit (ḥaqq) und das Richtige (ṣāwab) war, und sie erkannten, dass dies der unverfälscht und reine tauḥīd war; trotzdem aber folgten sie ihren Führern und verschmähten die Rückkehr zur Wahrheit, weil sie fürchteten, ihr Rang würde ihnen verloren gehen und sie würden ihrer weltlichen Dinge und ihrer Führerposition (dunyāhum wa-riʾāsatuhum) beraubt.

Sicherlich hatten weder Propagandaminister bin Ġannām noch Meister bin ʿAbd al-Wahhāb al-Tamīmī den Koran falsch gedeutet. Die Bereitschaft der koranbasierten Frauenfeinde und Kulturrassisten, sich als Kämpfer gegen Falschheit, Geldgier und Korruption zu stilisieren, beeindruckt immer wieder. Die Herabsetzung des Dhimmi und der Muslima ist Nebensache, worum es geht:

KT. Vor der ewigen Verdammnis im Feuer sicher zu sein

In der großen wahhabitischen Chronik Rauḍat al-Afkār wal-Afhām, die Tārīḫ Naǧd genannt wird, Geschichte des Arabischen Hochlandes, weist Ḥussain bin Ġannām auf die zum rechtleitenden Wort werdende, Allahs ewigen Glanz ungetrübt in die Finsternisse der Gegenwart hinein tragende spirituelle Lampe:

199. Als das Licht der Wahrheit aus seiner Rede aufleuchtete und der deutliche Beweis offenkundig wurde und die Vorschriften Gottes (aḥkām Allāh), die Allah der Schöpfung insgesamt zur Pflicht gemacht hatte, zutage traten, da waren die Herzen eines Teils der Feinde des Wissens aus Furcht heftig erregt und strebten zu einer Veränderung der klaren Wahrheit durch Anstachelung der Leute, an Irrtum und Lüge festzuhalten.

Muḥammad bin ʿAbd al-Wahhāb, der bereits als Neunjähriger nicht nur den Koran auswendig rezitieren konnte, sondern auch die sechs kanonischen Hadithsammlungen, wusste, dass die überall lauernden Teufel den Menschen zur Kriegsführung gegen Allahs Gesetz und Gesellschaft bevorzugt mit den Verlockungen des Erotischen motivieren, weswegen schariatisch unzulässiger Sex mit schwerster Strafe zu belegen ist und alles, was zu ihm ermutigt, wie öffentlicher Austausch von Zärtlichkeiten, zu verbieten ist:

KT: Das Verbot zur Begehung schändlicher Sünden wie Ehebruch, außerehelicher Geschlechtsverkehr und alles, was dazu führt (Flirten, Küsse, Umarmungen, sich mit einem Angehörigen des anderen Geschlechts verabreden)

Der strenge Hanbalit und spätere Hoftheologe, der sich anlässlich eines Studienaufenthaltes bei der lebenslustigen Bevölkerung von Basra als Prediger gegen Tabak und Tanz derartig unbeliebt machte, dass er aus der Stadt geworfen wurde, betont, dass Allah selbst in Sure 6:82 Širk und Ẓulm gleichsetzt:

KT. Die da glauben und ihren Glauben nicht mit Ẓulm [Ungerechtigkeit und damit Unrecht, d. h. Schirk] vermengen, sie sind es, die Sicherheit haben und rechtgeleitet werden.

Das mit muẓlim, dunkel, finster, ẓalām, Finsternis, und ẓallām, Unterdrücker, sprachverwandte Ẓulm definiert die menschliche Gattung der Verworfenen als aẓ-Ẓālimūn (disbelievers, polytheists, wrong-doers). Diese Frevler sind zum Zwecke der Verabreichung von Peitschenhieben oder Steinwürfen der Religionspolizei zu überreichen.

In diesen Jahren belieben Islamverharmloser, den echten brutalen Islam mit dem aus der Drucktechnik bzw. grafischen Kunst stammenden Wort holzschnittartig zu belegen, die „Islamisten“, so wird uns nahegelegt, würden dem an sich guten Islam ebenso Unrecht antun wie die gleichheitsfeministisch oder sonstwie universell-menschenrechtlich argumentierenden Islamkritiker. Selbst Alice Schwarzer wurde Opfer des Zauberspruchs vom Holzschnitt, als Annemarie Rösch am 26.10.2010 in der Badischen Zeitung zur Scharia schwieg und feministische edle Wilde aus dem Orient loslegen ließ:

Sie beklagen, dass europäische Frauenrechtlerinnen die muslimische Religion und Gesellschaft allzu holzschnittartig darstellen und mit dem Gestus früherer Kolonisatoren muslimische Frauen darüber belehren, wie Emanzipation auszusehen habe.(12)

Die gerade ihre eigene Steinigung erlebende Insassin des Teheraner Evin-Gefängnisses oder die ihre Hochzeitsnacht mit einem 20- oder 25jährigen Muslim verbringende, am Vortag durch Mufti Dschemali Metscho religiös verheiratete nordgriechische Elfjährige interessiert es nicht, ob ihr Gesicht der Weltöffentlichkeit in mehr oder weniger gelungener ästhetischer Umsetzung als Xylographie oder mit Nachbearbeitung per Weichzeichner erscheint oder aber Life und in Farbe.

Schariafreundin Rösch ist ungebremst islamoptimistisch:

Der Islam ist wandelbar. Und das bedeutet auch, es kann ein Islam entwickelt werden, der in ein säkularisiertes Europa passt.(13)

Phuhh, noch so ein Exemplar der Gattung Schariafreund.

Bereits am 12.06.2010 durfte die interviewführende Annemarie Rösch in der Badischen Zeitung pauschal jeden Islamkritiker in die Nähe von Volksverhetzern und mental erkrankten Phobikern rücken (Zwischen Polemik und Diplomatie – Islam-Angst in Europa), auch damals fiel kein Wort zur Frauenentwürdigung der Scharia. Rösch, Fachfrau für Islamfurcht in Europa, orakelt über irgendwie frauenfreundliche und demokratiefähige, in ihrem Leitartikel vom am 03.11.2010 leider namentlich ungenannt bleibende islamische Theologen („ihre Stimmen werden jedoch gerne überhört, weil die alten Feindbilder im Westen eine differenzierte Sicht auf den Islam verhindern“) und übernimmt schon mal die Moderation zu einem Vortrag zu Bibel und Koran.(14)

Die Gelegenheit, mit Patrick Bahners über Necla Kelek her zu ziehen, lässt sich die Publizistin der Badischen im März 2011 nicht entgehen:

Verärgert ist Bahners darüber, dass die Islamkritiker bei seriösen Politikern Gehör finden.(15)

Dem rezensierten Schariafreund („Bahners rät in diesem Zusammenhang, man möge doch im Grundgesetz nachlesen. Dort nämlich wird freie Religionsausübung garantiert.“) mag man darlegen, dass das Verheiraten neunjähriger Mädchen durch den Wali Mudschbir oder das richterlich angeordnete Abhacken von Händen und Köpfen zwar praktizierte islamische Religion ist, aber hierzulande nicht ausgeübt werden darf (GG Art. 1 (1), Art. (2)).

Den vorläufigen Gipfel der Erhöhung von Schariarecht und islamischer Gegenmoderne erklomm die Kritikerin an Schwarzer und Kelek in ihrer Hommage an Aiman Mazyek:(16)

Beim früheren Vorsitzenden des Zentralrats, Nadeem Elyas, absolvierte er Islamstudien. Mazyek, der Sohn einer Freiburgerin und eines Syrers, steht für einen liberal-konservativen Islam.

Nanu, ist der Gynäkologe aus Eschweiler, der seine Doktorarbeit nicht finden kann, jetzt sogar zu einer höchsten schariawissenschaftlichen Instanz aufgestiegen?

Dem zweiten Herrscher der Āl Saʿūd war es 1773 gelungen, das Emirat von Riad zu erobern, das sich 27 Jahre lang gegen die saudischen Invasoren gewehrt hatte. Um die Stadt Taif (aṭ-Ṭāʾif) und, 1806, das islamische Zentralheiligtum Mekka zu erobern, brach ʿAbd al-ʿAzīz bin Muḥammad bin Saʿūd im Jahre 1801 den mit Ghaleb, dem Großscherifen von Mekka geschlossenen Friedensvertrag. Seit 1517 waren die türkischen Osmanen die offiziellen Herren der Stadt gewesen, deren Regentschaft erst vier Jahrhunderte später, 1916 offiziell beendet werden sollte, wenige Jahre vor der Abschaffung des Kalifats am 03.03.1924. Haschemit Ghaleb hatte sich das von 1788 bis 1813 von ihm ausgeübte Scherifat widerrechtlich angeeignet, das eigentlich seinem älteren Bruder Abd al-Muin zustand.

In den folgenden Jahrzehnten wurden immer einige Haschemiten als Geiseln am Istanbuler Sultanspalast gehalten, auch der zwischen 1916 und 1925 als König des Hedschas regierende Ḥusain bin ʿAlī war menschlicher Faustpfand des Sultans gewesen, bis er im Jahre 1908 vom Sultan als Großscherif für Mekka eingesetzt wurde. Das von Modernisierungsdiktator Atatürk und seinen Mitstreitern angeordnete Verbot des Kalifats wollte Ḥusain bin ʿAlī nicht akzeptieren und rief sich, wenig folgenreich, selbst zum Kalifen aus, was die Beduinenkrieger der Iḫwān, wörtlich Bruderschaft, als ketzerische Handlung bewerteten. Kalif Ḥusain bin ʿAlī musste etwa ein Jahr darauf vor diesen Beduinenkriegern aus dem Hedschas fliehen. Dem als Dschihad der Wahhabiten bekannten Eroberungsfeldzug der Iḫwān fiel ein Teil der Bevölkerung von Taif zum Opfer, die bewaffneten Kamelreiter betrachteten alle Nichtwahhabiten als Nichtmuslime und warfen den Saudis vor, die gotteslästerliche Technologie der Moderne zu nutzen: Automobile und Telegraphenstationen.(17)

Die zwischen 1911 und 1929 bestehende Religionsmiliz, die dem Herrscherhaus der Saʿūd um 1925 die bis heute ausgeübte Macht endgültig eroberte, wurde, nachdem sie Kaufleute überfiel und gegen einen zwischen dem Königshaus und dem Irak vereinbarten Friedensvertrag verstieß, für die Saudis selbst zum Problem und „musste“ ab 1929 niedergeschlagen werden, Hunderte von Angehörigen der Bruderschaft wurden getötet oder verdursteten in der Wüste.

Stammesangehöriger und direkter Nachkomme des Muḥammad bin ʿAbd al-Wahhāb ist der amtierende saudi-arabische Großmufti ʿAbd al-ʿAzīz bin ʿAbdullāh Āl aš-Šayḫ, dessen Amtsvorgänger ʿAbd al-ʿAzīz bin ʿAbd Allāh bin Bāz (1910-1999) war, einer der wichtigsten der unter Salafisten verehrten Theologen.

Weil die Scharia der Frau keine Ungerechtigkeit bereitet, billigt Scheich Āl aš-Šayḫ die religiöse Verheiratung kleiner Mädchen, was, wie alles andere Tun und Lassen der so genannten Wahhabiten, fürwahr keine Neuerung (bidʿa) ist, sondern der echte, alte Islam.

Scheich Aal asch-Scheich stellt den Willen der Gottheit fest:

Unsere Mütter und Großmütter heirateten, als sie gerade zwölf Jahre alt waren … uns muss doch klar sein, dass das Islamische Gesetz der Frau keine Ungerechtigkeit auferlegt. Our mothers and before them, our grandmothers, married when they were barely 12 … we should know that Islamic law has not brought injustice to women.(18)

Der oberste Mufti und stellvertretende Justizminister irrt sich nicht und könnte sich auf seinen direkten Vorfahren Muḥammad bin ʿAbd al-Wahhāb berufen:

KT. Dann nennt Allah die Rechte der Bezugspersonen [des Gläubigen] wie die seiner Frau, des reisenden Gefährten usw. … Die Anleitung zum Erfolg kommt von Allah.

Das islamische weibliche Heiratsalter beträgt neun Jahre (Mondjahre), gegen die göttlichen Familiengesetze aufzubegehren oder gegen den elterlichen Willen, heißt, den Islam anzugreifen, wahhabitisch gesprochen:

KT. Die Pflicht, den Eltern gegenüber Ehre zu erweisen und ihnen zu gehorchen – so lange dieses Allah und seinem Propheten gegenüber keinen Ungehorsam darstellt … die rechtmäßige Verpflichtung zur Aufrechterhaltung der Familienbande …

Was für den in Griechenland legal arbeitenden Kinderverheirater Mufti Cemali Meço oder für den die Verheiratung neunjähriger Mädchen billigenden Missionar Pierre Vogel der von göttlicher Geradheit (istiqāma) gebahnte Weg ins Paradies ist, der sexuelle Verkehr und sofern bereits möglich die Schwängerung der zwölfjährigen oder zehnjährigen Ehefrau,(19) ist für Angehörige des säkularen Rechtsstaates, muslimisch erzogen oder nicht, Kindesmissbrauch und Straftat.

Nicht der aus Sicht der deutschen Schariafreunde und anderen Grundrechtsüberwinder als Handelspartner bestens geeigneten Saudi-Arabische Staat, nicht das Phantom namens Wahhabismus nämlich will die Entwürdigung der Frauen und Nichtmuslime, sondern der Koran, der Islam, weshalb der erwähnte Verfassungsrichter Bertrams das vorletzte Wort habe:

Eine muslimische Lehrerin, die auf dem Tragen des islamischen Kopftuchs beharrt, bekennt sich deshalb nicht ohne Vorbehalt und widerspruchsfrei zu unserer Verfassung und unseren Werten.

Rheinland-Pfalz braucht endlich ein Gesetz zum Verbot des Lehrerinnenkopftuches in öffentlichen Schulen. Im nördlich angrenzenden, bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland ist der Minister für Arbeit, Integration und Soziales, Guntram Schneider („Wenn ein Kopftuch nicht aus politischen Gründen getragen wird, habe ich nichts dagegen“) daran zu hindern, das mühsam errungene Gesetz zum Verbot des im staatlichen Schuldienst islamischen Schleiers zu kippen.

Jacques Auvergne

(1) Muhammad b. ʿAbdalwahhāb, 1703-92, im Widerstreit: Untersuchungen zur Rekonstruktion der Frühgeschichte der Wahhābīya (Beirut 1993) Esther Perkes

Beiruter Texte und Studien, Bd. 56. Orient-Institut Beirut, Rue Hussein Beyhum, Zokak el-Blat, P.O.B. 11-2988, Beirut – Lebanon

http://www.orient-institut.org/Library/Files/Uploaded%20Files/BTS-List-August-2010.pdf

The Orient-Institut Beirut was established by Hans Robert Roemer in 1961, in a small apartment in Ras Beirut. Founded by the German Oriental Society (Deutsche Morgenländische Gesellschaft, or DMG), the insitute was funded by Germany’s Federal Ministry of Education and Research (Bundesministerium für Forschung und Technologie, or BMFT), along with various other charitable foundations, such as the Fritz Thyssen Foundation and the Volkswagen Foundation.

http://www.orient-institut.org/English/sub.aspx?pageid=436

Erika Glassen: In memoriam

HANS ROBERT ROEMER zum Gedenken

http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/4580/pdf/Glassen_In_memoriam_Hans_Robert_Roemer.pdf

(2) Kitābu t-Tauḥīd. Ins Deutsche von Abu Imran, Überarbeitung Farouk Abu Anas.

http://books.google.de/books?id=1ypl0X8n8jYC&printsec=frontcover#v=onepage&q&f=false

Kitābu t-Tauḥīd. The Book of Tawheed, ins Englische von Sameh Strauch.

http://islamicweb.com/beliefs/creed/abdulwahab/

(3) Basmala, Bismillah

http://www.arabic-calligraphy.net/wp-content/uploads/2010/07/Basmala-the-Bismillah-phrase-Arabic-islamic-Calligraphy-5.jpg

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/2c/Bismillah.svg

Türkisch mit den Zwölf Imamen gegen die batıl düzen. TEVHİD ist der Tauhid, Ahiret das Jenseits, şirk der Polytheismus. Türkisch-schiitische Nusairier.

http://www.yaglidereliyiz.net/?&Bid=207628

(4) Verfassungsrichter Michael Bertrams wies auf die Rechtskollision zwischen kulturrassistischem Islamischem Recht und AEMR-basiertem Recht hin.

Evangelischer Pressedienst:

epd. Bertrams sagte, der Staat dürfe nur mit solchen Religionsgemeinschaften kooperieren und nur diejenigen fördern, welche die Grundlagen der freiheitlichen Ordnung vorbehaltlos bejahten und stärkten. „Eine muslimische Lehrerin, die auf dem Tragen des islamischen Kopftuchs beharrt, bekennt sich deshalb nicht ohne Vorbehalt und widerspruchsfrei zu unserer Verfassung und unseren Werten“, sagte der Präsident des nordrhein-westfälischen Verfassungsgerichtshofes und des Oberverwaltungsgerichts NRW. Das Beharren einer Frau auf dem Kopftuch schließe ihre Eignung für den Beruf der Lehrerin an einer staatlichen Schule aus.

http://www.epd.de/west/west_index_67813.html

pro. Christliches Medienmagazin, 04.09.2009

http://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft.html?&news[id]=2381&news[image]=1&news[action]=detail

(5) Der Geburtsort des geehrten Scheichs, al-’Uyaina im Wadi Hanifa, soll eine Solaranlage erhalten.

Nestled against the west wall of the Wadi Hanifa, 45 kilometers north of Riyadh (28 miles), the tiny villages of al-Jubaila and al-’Uyaina lie dreaming in the hot bright light of the Saudi Arabian sun, their 3,000 or so residents largely unaware that a new system of power generation is about to catapult them into the forefront of the solar age: a $16.5 million effort to provide the two villages with electricity through direct conversion of sunlight into electricity by using the world’s largest photovoltaic collector system.

http://www.saudiaramcoworld.com/issue/198105/saudi.arabia.and.solar.energy.a.special.section.htm

Al-Uyayna was the birthplace of Muhammad ibn Abd al-Wahhab. Al-Uyayna is located inside the narrow, dry river-bed of Wadi Hanifa.

http://uyayna.co.tv/

An Muhammad ibn Abdul Wahhab und das Tal Wadi Hanifa denkt der Finanzfachmann und Regierungsangestellte im Ruhestand Waleemnur aus Selangor, Malaysia.

http://nosousraa.blogspot.com/

(6) Idschma, iǧmāʿ, Konsensus, mehrheitsfähiges Urteil der anerkanntesten islamischen Gelehrten, elitäre Übereinstimmung nach Maßgabe von Koran und Hadith. Der Idschmā’ ist nach Koran und Sunna sowie mit dem Qiyās (Konsensus) die vierte Quelle der gelehrigen Rechtsfindung der islamischen Sakraljurisprudenz (Fiqh)

http://de.wikipedia.org/wiki/Idschm%C4%81%CA%BF

“the unanimous doctrine and opinion of the recognized religious authorities at any given time”.

http://en.wikipedia.org/wiki/Ijma

(7) al-Dschama’a al-Islamiyya (Gama’at Islamiya), ermordete am 08.061992 Faradsch Fauda, einen gesellschaftskritischen ägyptischen Schriftsteller.

GlobalSecurity.org: Armed attacks against Egyptian security and other government officials, Coptic Christians, and Egyptian opponents of Islamic extremism. The group also has launched attacks on tourists in Egypt since 1992. Al-Gama’at claimed responsibility for the attempt in June 1995 to assassinate President Hosni Mubarak in Addis Ababa, Ethiopia.

http://www.globalsecurity.org/military/world/para/ig.htm

im Bild: Omar Abdel-Rahman (ʿUmar ʿAbd ar-Raḥmān)

http://www.algareda.com/wp-content/uploads/2011/04/915.jpg

Der Scheich beim Durchsetzen der Islamischen Ordnung

http://www.hanein.info/vb/imgcache/10/73447_hanein.info.jpg

(8) Scheich Gilani und die Jamaat ul-Fuqra (JF)

http://www.satp.org/satporgtp/countries/pakistan/terroristoutfits/jamaat-ul-fuqra.htm

Mubarak Ali Shah Gilani (Mubrik Ali Shah Jilani) is a Hanafi Sufi cleric from Pakistan and founder of the Muslims of the Americas organization. John J. Miller:

Al Fuqra — which means „the impoverished“ in Arabic — was founded in 1980 when Sheikh Mubarak Ali Gilani traveled from Pakistan to an African-American mosque in Brooklyn.

http://old.nationalreview.com/flashback/flashback-miller013102.shtml

19.02.2007, Douglas J. Hagmann:

http://homelandsecurityus.com/archives/1613

Welcome to Islamberg

http://homelandsecurityus.com/wp-content/uploads/2009/02/ibergwelcome.jpg

ebenfalls am 19.02.2007, Gates of Vienna:

http://gatesofvienna.blogspot.com/2007/02/jamaat-ul-fuqra-in-georgia-from-air.html

Mit dem Scheich das innere Raubtier zum Leben erwecken: I will train you to be tigers and lions

http://barenakedislam.files.wordpress.com/2011/05/gillani-crusade1.jpg?w=493&h=573

(9) Banu Tamimi (Banu Tamim)

http://en.wikipedia.org/wiki/Banu_Tamim

(10) Junaid Jamshed

Dil Dil Pakistan. King of Pop (Vital Signs)

Junaid Jamshed, clothing store J.J or J., selling Khaadis (a form of Kurta-Shalwar). Junaid Jamshed’s out lets are not only present in the major cities of Pakistan like Lahore, Karachi. Islamabad but also in various other cities like Gujraat, Jehlam, Mir Pur Khas etc.

http://thepakistaniboutiques.com/junaid-jamshed/

http://www.phonebook.com.pk/dynamic/companydetail.aspx?comp_id=42480

(11) Was Amr Khaled , ein populärer Fernsehprediger zur Zukunft Europas denkt

World renowned Egyptian Islamic preacher Amr Khaled says Muslims will become the majority in Europe within 20 years. He explains that 30 million Muslims already in Europe are having many children, while the white indiginous population & other non Muslims are having much smaller families on average. Amr Khaled says Muslims only need another 10 years to be firmly established.

(12) Verteidigerin des Glaubens Annemarie Rösch (Holzschnittartiger als gewollt) am 26.10.2010 in der Badischen Zeitung

http://www.badische-zeitung.de/kommentare-1/holzschnittartiger-als-gewollt–36969186.html

(13) Ähnliches gilt für die Neuzeit: In keinem der muslimisch geprägten Staaten ist die Scharia „das“ alleinige Gesetz. Wenn sie Eingang in Gesetzesbücher gefunden hat, so zumeist im Strafrecht oder im Familienrecht – und auch da nur in Auszügen und auch nicht in allen Ländern. … Der Islam ist wandelbar. Und das bedeutet auch, es kann ein Islam entwickelt werden, der in ein säkularisiertes Europa passt.

Badische Zeitung, 03.05.2005

http://www.europakolloquium.de/2005-05-03-badische-zeitung.htm

(14) Annemarie Rösch

http://www.badische-zeitung.de/deutschland-1/zwischen-polemik-und-diplomatie-islam-angst-in-europa–32140038.html

Fachfrau für Islamfurcht in Europa: Annemarie Rösch

http://www.badische-zeitung.de/kommentare-1/islamfurcht-in-europa-alte-feindbilder–37315362.html

Ahmad Milad Karimi im Gespräch. Der Koran und die Bibel. Freiburg, Badische Zeitung Haus – Moderation: Annemarie Rösch, In Diskussion mit Prof. Dr. Bernhard Uhde, 10. Februar 2010, 20.00 Uhr

http://www.redworks.info/milad_karimi/?VORTR%C4GE

(15) Rösch, durchaus schariakundig lobt Islamverherrlicher Bahners. Badische Zeitung 03.03.2011, das Tagesdatum des Kalifatsunterganges schafft Optimismus.

http://www.badische-zeitung.de/kommentare-1/streitschrift-wider-die-intoleranz–42075213.html

(16) Cheerleader Annemarie applaudiert dem Endspurt des Kalifats. Rösch: „Aiman Mazyek, der neue Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, setzt sich für mehr Integration ein.“

http://www.badische-zeitung.de/kommentare-1/im-visier-von-rechtsradikalen-und-islamisten–36055568.html

(17) By 1926 the Ikhwān were becoming uncontrollable. They attacked Ibn Saʿūd for introducing such innovations as telephones, automobiles, and the telegraph and for sending his son to a country of unbelievers (Egypt).

http://www.britannica.com/EBchecked/topic/282606/Ikhwan

(18) EXPRESS, Düsseldorf 12.06.2008. Barbara Kirchner:

An der griechischen Grenze zur Türkei werden Minderjährige (ein altes Gesetz erlaubt dies) mit Zustimmung der Eltern verheiratet (Anm.: kein altes Gesetz, sondern Allahs ewig junges islamisches Gesetz billigt die Kindbraut). Die Zwangsehen sind zwar selten. Da sie aber Griechenland als EU-Mitglied absegnet, sind sie auch in Deutschland gültig.

„Ein Skandal“, nennt das voller Empörung Diana Goldermann-Wolf vom Kinderschutzbund (Anm.: ja, der Islam ist skandalös). „Staatlich geförderter Kindesmissbrauch – so etwas darf es in Europa nicht geben und verstößt auch gegen die UN-Kinderrechts-Konvention.“ (Anm.: Warum stellt sich der Düsseldorfer Kinderschutzbund nicht eindeutig gegen die Scharia?)

Vollzogen werden darf eine solche Ehe in Deutschland nicht. Das ist Missbrauch von Kindern (Anm.: Nein, aus Allahgottes Sicht ist das kein Missbrauch, sondern Gebrauch von Kindern). 2005 stieß das Jugendamt erstmalig auf eine solche Zwangsheirat. Das Ehepaar erschien sogar mit übersetzter Heiratsurkunde bei der Behörde und wollte eine neue Steuerklasse beantragen.

Nach etlichen Überprüfungen landete der ungewöhnliche Fall beim Jugendamt. Die Familie des Mädchens zeigte sich einsichtig. Die Ehe wurde geschieden, das Mädchen nach Griechenland zurückgeschickt (Anm.: den originalen Islam ausweisen, ist das denn nicht Muslimfeindlichkeit, übler antimuslimischer Rassismus?). Dort will sie nun warten, bis sie über 14 Jahre alt ist (Anm.: in zehn bis zwölf Jahren kann sie ihre zehn bis zwölfjährige Tochter bei Mufti Metscho (Gümülcine Müftüsü Cemali Meço) religiös verheiraten lassen).

Seitdem achtet das Jugendamt verstärkt auf solche Fälle. Leiter Johannes Horn: „Wir gehen sensibel vor, machen den Leuten klar, dass eine sexuelle Beziehung verboten ist. Achten darauf, dass kein gemeinsamer Haushalt geführt wird.“ (Anm.: Wo bleibt der offene Protestbrief von Johannes Horn an die Athener Regierung, der die Abschaffung der Scharia im Familienrecht des EU-Mitgliedstaates fordert?).

http://www.express.de/regional/duesseldorf/zwoelfjaehrige-bekam-in-zwangsehe-ein-baby/-/2858/705568/-/index.html

(19) Ten-year-old girls are ready for marriage, according to Saudi Arabia’s most senior cleric.

Sheikh Abdul-Aziz Al Sheikh, the country’s grand mufti, told Al Hayat newspaper that those saying ten or 12-year-old girls are too young to marry are being ‘unfair’ to them.

http://www.dailymail.co.uk/news/worldnews/article-1115624/Its-injustice-NOT-marry-girls-aged-10-says-Saudi-cleric.html

235. Was ist Salafismus?

9. Mai 2011

السلف لصالح

as-salaf aṣ-ṣāliḥ

Die rechtschaffenen Altvorderen

Purify and Educate

Bärte, Burkas, Betproteste. Zu leben wie die korrekt handelnde Urgemeinde, den verwehenden Fußspuren des Propheten und der rechtgeleiteten Altvorderen (as-salaf aṣ-ṣāliḥ) genau nachzufolgen ist das Anliegen der Revivalisten oder Salafisten. Von Edward von Roy.

Inhalt

1. Verstoße alles Nichtislamische und halte dich den Ungläubigen fern! Das geheiligte und heilssichernde Verhalten der Meidung, al-barāa

2. Das islamisch korrekte Verhalten durchsetzen, bei Bedarf mit Gewalt: ḥisba

3. Frommheit oder Frevel? Tauhid oder Schirk?

4. Der Taghut, der Götze

5. Das salafistische Doppelprogramm: Reinigen und Erziehen (at-taṣfīya wat-tarbīya)

6. Rebellische Inseln kultureller Gegenmoderne. Salafismus als Verweigerung der universellen Menschenrechte

7. Die postmodernen Erklärer des Weges: Mit Abdullahi Ahmed an-Na’im, Mathias Rohe und Mustafa Cerić in die religiös begründete Rechtsverschiedenheit einziehen

1. Verstoße alles Nichtislamische und halte dich den Ungläubigen fern! Das geheiligte und heilssichernde Verhalten der Meidung, al-barāa

Was wörtlich Solidarität und Abkehr oder Loyalität und Lossagung heißt, al-walā wal-barāa,[1] meint die engagierte Muslimsolidarität in Verbindung mit der spürbar umzusetzenden Auffassung, alles Nichtislamische als beliebig beziehungsweise als unsittlich zu bewerten, als unbedeutend, unmoralisch und letztlich als teuflisch. Walā wal-barāa ernst nehmen, bedeutet Allah als Souverän einzusetzen. Islam muss irdisches Königreich werden. Weil nach wie vor kein Imam gegen Scharia und Fiqh predigt, ist diese Haltung noch nicht einmal „Islamismus“, sondern Islam.

Der echte Islam versteht sich als jenseitszentriert. Letztlich bedeutsam ist nicht das Diesseits (ad-dunyā), sondern das Jenseits (al-āḫira), sind Hölle (ǧahannam) und Paradies (ǧanna).

Das deutsche Grundgesetz und die davon abgeleiteten Verordnungen klären das friedliche Zusammenleben und verzichten auf eine Zuweisung in ewiges Feuer und paradiesischen Garten. Der fehlende himmlische Ursprung unserer Rechtsfindung bringt den Muslim in Loyalitätskonflikte und mutet ihm sogar, mit dem abverlangten Bekenntnis zur Gesetzestreue, Götzendienst zu.

Das muslimische Meidungsverhalten der geheiligten Lossagung (al-barāa) wird mit der angeblich vollkommenen Gebrauchsanweisung für ein gelingendes Leben, mit dem Koran (5:51) begründet:

Ihr Gläubigen! Nehmt euch nicht die Juden und die Christen zu Freunden! Sie sind untereinander Freunde (aber nicht mit euch). Wenn einer von euch sich ihnen anschließt, gehört er zu ihnen (und nicht mehr zu der Gemeinschaft der Gläubigen). Gott leitet das Volk der Frevler nicht recht.

Besonders konsequent ausgelegt wird das Verhalten der Meidung weltweit von den medinensisch bzw. urgemeindlich orientierten so genannten Salafisten, die sich heutzutage auf unter Sunniten weltweit hoch angesehene Gelehrte wie den saudischen Großmufti Abd al-Aziz ibn Baz (1910-1999) oder Scheich Salih al-Fauzan (* 1933) berufen.

Scheich Bin Bāz fordert alle Muslime dazu auf, jede etwa vorhandene freundschaftliche Beziehung zu einem Nichtmuslim abzubrechen, die nicht dem Konversionsgeschehen zum Islam dient. Scheich al-Fauzān präzisiert dahingehend, dass der Muslim verpflichtet sei, alle Nichtmuslime zu hassen.

Mit Scheichen wie al-Fauzān und Bin Bāz lässt sich das islamische Prinzip al-walā wal-barāa übersetzen: Lieben für Allah, Hassen für Allah.

Diese religiös begründete Abschottung steht einem Bemühen um Integration allerdings entgegen.

Zusammengefasst: Die islamrechtliche Vorgabe und muslimische Verhaltensnorm al-walā wal-barāa sichert den Umgang des aus orthodoxer Sicht als sittlich höherwertig geltenden Muslims mit einem Nichtmuslim. Dabei ist eine vorschriftsmäßige muslimische Solidarität mit einem kalten Desinteresse an den Nichtmuslimen und ihren als verachtenswert einzustufenden typischen Verhaltensweisen zu verknüpfen, um das Wohlergehen der Umma, der muslimischen Weltgemeinde, und das persönliche jenseitige Heil zu gewährleisten. Alles, was nicht als „islamisch“ angesehen werden kann, ist, sofern es den Islam nicht bekämpft, unwichtig und sicherheitshalber zu meiden. Was Islam und Islamexpansion im Wege steht, kann umgangen oder beseitigt werden. Das Recht der Muslime, überall auf der Welt „zum Islam einzuladen“, sprich: für den Islam zu missionieren (da’wa, Islammission), darf kein Nichtmuslim behindern.

2. Das islamisch korrekte Verhalten durchsetzen, bei Bedarf mit Gewalt: ḥisba

Islam ist keine Theorie oder nur auf den persönlich-innerseelischen Bereich der Spiritualität beschränkt, sondern öffentlich nachvollziehbare Glaubenspraxis. Die wahre Religion zu leben, heißt, die Scharia ständig durchzusetzen. Zum Ausüben dieser ḥisba ist jeder Muslim verpflichtet, ob als Profi oder Amateur.

Wer den Islam im gottlosen Europa aktivieren will, ist berechtigt, Druck auf den Pflichtvergessenen auszuüben, sobald in Erfahrung gebracht wird, dass der Schludrige Sohn eines muslimischen Vaters ist. Diesen „Bruder“ darf man in frommer Sorge („Bruder, du bist ein schlechter Bruder“) darauf aufmerksam machen, dass seine Tochter mit offenen Haaren durch Brüssel oder Frankfurt spaziert oder ihr Kopftuch nicht züchtig genug bindet. Was Istanbul im salafistischen Sommer 2010 erlebte, nämlich dass ein glaubensbewegtes Rollkommando von Bärtigen unter „Allahu akbar!“-Rufen mit Knüppeln auf Gartentische, darauf befindliche Getränke und Galeriebesucher einschlug,[2] ist konsequente ḥisba: Das Gute gebieten, das Schlechte verbieten (Enjoin what is good and forbid what is wrong).

Grundlage der Hisba-Tätigkeit ist Allahs Befehl, wie er dem einerseits von Natur aus (fiṭra) als Muslim geschaffenen, andererseits ohne göttliche Rechtleitung orientierungslos bleibenden Menschen im Koran (3:110) dokumentiert worden ist:

Ihr seid die beste Gemeinde, die für die Menschen entstand. Ihr gebietet das, was Rechtens ist, und ihr verbietet das Unrecht, und ihr glaubt an Allah. Und wenn die Leute der Schrift geglaubt hätten, wahrlich, es wäre gut für sie gewesen! Unter ihnen sind Gläubige, aber die Mehrzahl von ihnen sind Frevler.

Nach islamischem Verständnis war es Allah, der zu den Propheten Adam, Noah, Abraham, Moses und Jesus sprach, erst die Rabbiner und Priester haben das fehlerhaft ausgelegt und erdreisten sich in noch späterer Zeit, Mohammeds prophetische Sendung nicht anzuerkennen, die Dawa (Einladung) zum Islam nicht anzunehmen. Juden gelten im Islam grundsätzlich als Verfälscher der Schrift, Christen als die Überlieferer der verfälschten Schrift.

Seinen Mitmuslimen muss der Einzelne beweisen, dass er die Maßgaben von Koran und Sunna durchzusetzen bereit ist, denn wer keine ḥisba praktiziert, gehört der Umma, der muslimischen Weltgemeinde, wahrscheinlich gar nicht mehr an.

Wer unter Beweis stellen möchte, dass er die Last des ehrenamtlich oder professionell tätigen islamischen Moralpolizisten im Sinne der Hisba auf sich genommen zu hat, zeigt dies durch Anlegen der so genannten islamischen Kleidung. Männer, die sich in frühmittelalterlich wirkende Gewänder hüllen, sind damit alles andere als eine folkloristische oder karnevalistische Gruppe, sondern dürfen als Wächter der bis zum Ende der Welt, bis zum Tag der Auferstehung (yaumu l-qiyāma) gültigen Praxis von Sunna und Scharia den Gehorsam jedes Muslim verlangen, die korrekt „bedeckte“ Frau (Ganzkörperschleier, am besten Gesichtsschleier) gehört zu den Alphaweibchen, die die Unverschleierte bemitleiden und verachten darf.

Wer durch altarabischen Kittel, gehäkelte Kappe bzw. das saudische, rot-weiß karierte Kūfiya-Tuch (für uns Mönchengladbacher ist das auch „šimāġ“ genannte Tuch bei ZAMZAM Islamic Shop erhältlich für nur 9,00 €)[3] oder langen Bart öffentlich verkörpert, „den Islam“ zu praktizieren, und das gar in der Nähe eines Scheichs mit Studium in Medina, der hat offensichtlich viel „islamisches Wissen“, und dieses Wissen nicht zu beherzigen könnte deine Seele, inschallah, mit einiger Wahrscheinlichkeit für immer in das Feuer der Hölle hinab stoßen.

Kernbereich des Durchsetzens eines islamisch korrekten Lebens ist die Rolle der Frau, deren Körper im Islam von Natur aus anders zu bedecken ist als der männliche.

3. Frommheit oder Frevel, Tauhid oder Schirk?

Als schlimmste Sünde gilt im Islam der Angriff auf den von Mohammed verkündeten Eingottglauben (tauḥīd).[4] Dabei ist die im Tauhidbegriff enthaltene Geschlossenheit von dreierlei Art: unteilbarer Gott, unantastbare sittliche Norm (Scharia) und unteilbare muslimische Weltgemeinde (Umma). Da der bisherige Islam sich weigert, Religion und Staat zu trennen, kann islamische Frömmigkeit niemals deine Privatangelegenheit bleiben, sondern ist durch dein Einschwenken in die Gemeinschaft der praktizierenden Muslime zu verwirklichen. Wer unislamisch lebt, zeigt, dass er Allahs Allmacht angreifen möchte. Der schariakritische Gedanke lästert Gott.

Genau genommen könnte bereits dein lässiges Berücksichtigen eines unislamischen Aspekts versehentliche Huldigung des Teufels sein. Um derlei Polytheismus (širk) zu vermeiden und niemanden außer Allah zu verehren, treten die Anhänger der Urgemeinde, die Salafisten, in einen Wettbewerb, den Alltag als den Bereich des islamrechtlich Erlaubten und Verbotenen genauer und immer noch genauer auf etwaige Spuren der Verunreinigung zu kontrollieren. Jede Nachlässigkeit zieht die Teufel heran und gefährdet das Seelenheil. Ein besonderer Ehrgeiz muss es jedem Salafi sein, einerseits sich und seinen Angehörigen schmerzlich viel zu verbieten, andererseits jedoch nichts zu verbieten, was nicht auch die Gottheit verboten hat, denn ein Gebot oder Verbot zu erlassen steht schließlich nur dem Souverän zu, Allah.

Da ein Zerfallen der Umma in Fraktionen oder politische Parteien den Anspruch des tauḥīd nicht weniger angreift als es die Erfindung eines zweiten Gottes tun würde, kann es im ernst genommenen Islam kein Mehrparteiensystem geben und ist, Teheran oder Dschidda handeln hier bereits vorbildlich islamisch, übermäßige Kritik an der Regierung als Gotteslästerung einzustufen. Was hierbei Übermaß oder Maß ist, Kritik ist im elitären islamischen Regieren (Schura) angeblich erwünscht, bestimmen Großmufti oder Ayatollah; der Endverbraucher braucht im Islam nicht so viel zu denken.

Dass die Schura nur innerhalb der von Allah gesetzten Grenzen der dem menschlichen Verstehen enthobenen Scharia entscheiden kann, versteht sich von selbst. Hoch wahrscheinlich hat von zwei Gläubigen der Radikalere recht. Allahs „schöne“ sittenpolitische Daumenschraube nennt sich Flexibilität der Scharia, wie der sich Abu Talut nennende Vietnam-Veteran Sulaiman A. Dawood schwärmt:

In fact the beauty of the Sharia of Al Islam is its flexibility. The Sharia is a framework appropriate for all times, all places and all peoples.[5]

Der Angriff auf den Eingottglauben wird also Schirk genannt,[6] das bedeutet Beigesellung.[7] Wer den Schirk betreibt, stellt jemanden neben den Schöpfer der Welt und sekündlichen Bewahrer des Universums, neben Allah, und ist demzufolge ein Polytheist (mušrik, Pl. mušrikūn), ein verachtenswerter Mensch, der vielleicht als Harbi einfach so enteignet oder getötet werden kann.

Andere Schariagelehrte meinen, dass ein niemals von der wahren Prophetie Abrahams erleuchteter Mensch, ein Hindu beispielsweise, noch nicht einmal des Begehens von širk fähig sei. Dieser Auffassung, dass nur ein Muslim oder ein anderer Monotheist Schirk betreiben kann, steht allerdings der klassisch islamische Ansatz der fiṭra entgegen, dem Erschaffensein auf Allah hin, jene Lehre, nach der sowieso jeder Mensch von Geburt an Muslim ist und erst seine Eltern ihn zum Christen, Juden oder Zoroastrier erziehen.

Weil derlei Fragen von einem Durchschnittsmuslim nicht zu klären sind, hat die Elite der Islamdeutung stets ausreichend zu tun und werden Scheich und Mufti nicht arbeitslos. Den Nichtmuslimen erzählt man unterdessen, im Islam gebe es gar keinen Klerus.

Der in ständiger Angst vor ins Höllenfeuer führenden irdischen Fehltritten befindliche nichtsäkulare Muslim bleibt von den Welterklärern abhängig, die Torwächter sind an den Pforten des Paradieses. Der einstige finstere Club-Türsteher kann sein Tun bei den längst in jeder europäischen Großstadt tätigen Salafisten veredeln und Karriere als Himmelswächter machen, der bald seiner Ehefrau sagen darf, dass sie ohne „freiwillig“ getragenen Niqab die Pforte ins Paradies niemals geöffnet vorfinden wird; insofern mag er das mit jedem Hüteamt verbundene explizite Versperren des Weges („Du kommst hier nicht rein!“) beibehalten.

Dass die Christen mit ihrem Jesus Gott einen zweiten Gott zur Seite stellen, wird unter orthodox argumentierenden Muslimen seit nahezu 1.400 Jahren ganz selbstverständlich angenommen, ein Ansatz, auf den sich der salafistische Star-Prediger Pierre Vogel (Abū Hamza) gerne beruft, der Konvertiten nicht zuletzt mit dieser angeblich einzig stimmigen Betrachtung der Figur des Jesus von Nazareth für den Islam gewinnt.

Judentum und Christentum gelten im Islam als von Gott aufgehoben, als überholte Prototypen der wahren Religion, die Gott (Allah) den Menschen allerdings erst mit Mohammed in ihrer ganzen Fülle kundtat, nun endlich mit der Lizenz zum Dschihad. Jesus durfte noch nicht töten.

Beigesellung, den an der Gottheit Frevel übenden Schirk, betreibt aus Sicht besonders radikaler Salafisten eigentlich bereits der Demokrat, der von seinem Wahlrecht Gebrauch macht, denn zum einen steht der gewählte Bürgermeister, Minister oder Präsident dreist neben der Gottheit wie ein Zweitgott, zum anderen beansprucht der Wahlsieger, was eigentlich noch viel schlimmer ist, durch sein Mitwirken an der Entstehung von Gesetzen einen Teil der Herrlichkeit Gottes.

Im orthodoxen (politischen) Islam ist das Volk eben nicht der Souverän: Nur Allah ist berechtigt, Gesetze zu schaffen. Jeder Teilnehmer an einer nicht dem Schariavorbehalt unterliegenden Wahl wird daher zum Ketzer (mušrik). Die radikale salafistische Seite At-Tawhid wal-Ikhlas bat ihre muslimischen Leser 2010 mit der Abhandlung Der Schirk der Wahlen am Wahltag zu Hause zu bleiben, jedenfalls den Sündenpfuhl namens Wahlbüro und Wahlkabine zu meiden. Glaubensbewegt ruft sie zum Boykott der nichtislamischen Gerichtsbarkeit auf: Der Schirk des Urteilsgesuchs bei einem Kufr-Gericht.[8]

Dass jeder, der bewusst Schirk begeht, dem Unglauben (kufr) dient und eigentlich bereits ein Ungläubiger (kāfir) ist, ein Islamapostat, versteht sich von selbst. Der Abtrünnige (murtadd, zu: Apostasie, ridda) hat drei Tage Zeit, seine Meinung zu ändern, bevor er aus dem harmonischen Miteinander auf Dauer zu entfernen ist (getötet werden muss). Purify ist das Säubern der Gesellschaft von unislamischen Elementen, was seit den Tagen des Propheten den Mord integriert.

Die Hanbaliten sind die zahlenmäßig kleine, auf der arabischen Halbinsel vertretene Rechtsschule (maḏhab, Pl.: maḏhāhib), die nach dem im Jahre 855 verstorbenen Ahmad ibn Hanbal benannt wird. 855 ist für Salafisten das Datum, ab dem keine schariarechtlichen Änderungen mehr akzeptiert werden. Da sie Hanbals Gedanken fortsetzten, werden die Altväter des Islamismus Ibn Taimīya (1263–1328) und al-Wahhāb (1703-1792) berechtigt als vormoderne Salafisten beschrieben.

Wie der letzte Rechtgeleitete, Ahmad ibn Hanbal es vorlebte, werden von den heutigen Salafisten die drei (anderen, großen) sunnitischen Rechtsschulen als überflüssig zurückgewiesen. Statt von Rechtsschule sprechen Salafis auch lieber vom islamischen „Standpunkt“, Minhadsch (minhāǧ, der einfache, klare Weg, aṭ-ṭarīq al-wādiḥ as-sahl) oder, nahezu synonym, vom Manhadsch (manhāǧ, der einfache, klare Weg und die Sunna). Die Prophetenbegleiter brauchten schließlich keiner Rechtsschule zu folgen, und ihre verwehenden Fußspuren gilt es heute, als Muslim getreu nachzuschreiten auf dem theologischen „Standpunkt der Gefährten“ (al-manhāǧ aṣ-ṣaḥāba).

Manhadsch ist Sunnagehorsam und Scharialehre, SalafiMedia sagt: Der Dīn des Islām und seine Methode.[9] Pierre Vogel bezieht sich regelmäßig auf den Begriff vom Manhadsch.[10] Ganz schlicht, einfach (sahl, easy) reden Salafisten über sich selbst als Muslime.

Solange die Islamverbände, von DITIB über Millî Görüs (IGMG) bis zum VIKZ, die Scharia nicht überwunden haben, sprich: abgelegt haben, so lange ist das gottesfürchtig-traditionsbewusste Selbstverständnis und jugendbewegt revolutionäre Lebensgefühl einer erneuerten ḥanbalīya, der in aller Genauigkeit erneuerten hanbalitischen Rechtsschule, der authentische Islam.

Und um nichts anderes als um die aktualisierte Hanbaliya handelt es sich bei dem, was in aller Welt ganz verlegen „Salafismus“ genannt wird. Der Revivalismus oder Salafismus IST der eigentliche Islam, und muslimischer Nichtsalafist ist nur ein anderes Wort für denjenigen, der seine Scharia vernachlässigt, das Gegenteil jedenfalls müssten Muslimbrüder und Erbakan-Anhänger, ZMD und Islamrat uns erst noch beweisen.

4. Der Taghut, der Götze

Was in vorislamischer Zeit schlicht Gottheit bedeutete und im ältesten Islam nichtfigürlicher Götze, Taghut (ṭāġūt, Pl. ṭawāġīt), verwandelte sich für Ayatollah Chomeini ebenso zu einem institutionellen, vornehmlich administrativen Dämonen wie für den türkeistämmigen Gründer der Bewegung Kalifatstaat (Hilafet Devleti), Cemaleddin Kaplan.[11] Ob Gerichtsbarkeit oder Stadtverwaltung, Bildungsministerium oder Erziehungsberatung, für Chomeini und Kaplan war das alles ṭāġūt, Götze, und wurde jeder Nutzer dieser Angebote zum Götzendiener.

In Sure 4:76 ermuntert der Schöpfer und Ernährer des Universums seine Parteigänger zum Kampf „auf dem Wege Allahs“ (fi s-sabīlu l-Llāh) gegen die Lobbyisten Satans:[12]

These who believe fight in the way of Allah and those who disbelieve fight in the way of the devil. Fight then against the friends of Satan;

Die anonym betriebene, dezidiert wahhabitische Seite Aṣlud-Dīn al-Islāmī konnte sich auf das Buch der Bücher berufen und den Koran heranziehen, als sie im Kapitel Der Taghut die in Deutschland wohnhaften Muslime zum engagierten Kampf gegen den Götzen aufrief:[13]

Die da glauben, kämpfen für Allāhs Sache, und die nicht glauben, kämpfen für die Sache des Tāghūt; darum kämpft gegen die Anhänger des Satans! Wahrlich, die List des Satans ist schwach. (4:76)

Und in jedem Volk erweckten Wir einen Gesandten (, der da predigte): „Dient Allāh und meidet den Tāghūt.“ Dann waren unter ihnen einige, die Allāh leitete, und es waren unter ihnen einige, die das Schicksal des Irrtums erlitten. (16:36)

Und diejenigen, die den Tāghūt anzubeten scheuen und sich zu Allāh wenden – für sie ist die frohe Botschaft (bestimmt). (39:17)

Dieselben Gottesfürchtigen lassen uns wissen, dass es der Stifter des Wahhabismus selber war, Muḥammad ibn ‘Abd al-Wahhāb (1703-1792), der den beschworenen Glauben (al-imān) an Allāh als den zweiten Schritt definiert, dem der erste Schritt, dein kufr (Unglauben (!)) an den ṭāġūt, vorausgehen muss, dein Abschwören aller Götzendienerei.[14]

Du musst ungläubig sein (to reject taghut, den Götzen verwerfen), um sicheren Halt zu haben, um glauben zu können. Wie Allah im Koran (2:265) feststellt:[15]

The right course has become clear from the wrong. So whoever disbelieves in Taghut and believes in Allah has grasped the most trustworthy handhold with no break in it.

Abu Hamzah al-Afghani (risalatun.com) erschafft in seiner Abhandlung Die Religion aller Propheten: Die Lossagung vom Taghut, für den Suchbegriff Taghut gibt es auf 104 Seiten 328 Treffer, eine regelrechte Wissenschaft vom Abschwören auf den Götzen.[16] Wer oder was in der heutigen Zeit unter Götze zu verstehen ist, überblickt der salafistische Ideologe:

Die Führer der fehlgeleiteten Religionen, wie zum Beispiel die Rabbiner und die Priester des Juden- und Christentums.

Begriffe wie Menschenrechte, das Volk, Vaterland, Nationalismus usw. wenn sie neben Allah zu Angebeteten genommen werden, wie wir es oft sehen.

Derjenige, der Gesetze an Stelle Allahs beschließt. D. h. er verändert die Gesetze Allahs, indem er die Menschen dazu verpflichtet, seinen eigenen Gesetzen zu folgen, die ihm der Satan eingegeben hat.

Derjenige, der mit einem anderen Gesetz als mit dem Gesetz Allahs regiert, also einem anderen als der Schari’a Muhammads, auch dann, wenn er selbst diese Gesetze nicht erfunden hat.

Derjenige, den sich die Menschen an Stelle Allahs zum Richter nehmen.

Die Demokratie, quasi die Götze unserer Zeit, sowie ihre Teile und Einrichtungen. So z. B. die Verfassung, das Mehrheitsrecht, das Parlament usw. Bei all diesen Dingen wird das Recht der Gesetzgebung dem Volk übertragen, wobei es das alleinige Recht des Schöpfers ist.

Die UNO, der Internationale Gerichtshof und was es sonst noch an Dingen gibt, die dem Islam in seinen Grundzügen widersprechen.

Zu den häufig angebeteten Tawaghit gehört auch der menschliche Verstand, wenn er zum Angebeteten neben Allah genommen wird. Indem man allem folgt, zu dem er aufruft, selbst dann, wenn dies dem Willen Allahs widerspricht. … In Wirklichkeit liegt das Problem in ihrem niederen und fehlerhaften Verstand. Der richtige Weg hingegen ist der, den die Salaf einschlugen als sie sagten: WIR HÖREN UND GEHORCHEN. Der Weg der Salaf ist, den qur’anischen Text so zu akzeptieren, wie er ist – ohne ihn zu verdrehen.

Soweit zu Abu Hamzah al-Afghani, der allerdings selbst unter Salafisten umstritten ist und bei Q&S (Quran & Sunna, ahlu-sunnah.com) als „Übertreiber“ und Takfiri (jemand, der andere voreilig zu Ungläubigen erklärt) gehandelt wird.[17]

5. Das salafistische Doppelprogramm: Reinigen und Erziehen (at-taṣfīya wat-tarbīya)

Im ersten Schritt gilt es, gleichsam eine Säuberung vorzunehmen, alles Unislamische auszumerzen (taṣfīya), dann aber sind die Muslime im Sinne der Scharia zu Sitte und Anstand, zu rufen, zu Zucht und Ordnung (tarbīya).[18]

Der salafistische Vordenker Muhammad Nasiruddin al-Albani (1914-1999) wählte dieses programmatische Reinigen und Erziehen (at-Tasfiyya wat-Tarbiyya, purification and education) als Titel einer seiner Schriften.

Zwei propalästinensische, an Uthaimin, Bin Baz und al-Albani sowie am US-amerikanischen Konvertiten und Missionar Yusuf Estes (http://yusufestes.com/) orientierte Studenten aus Südostasien geben sich die typisch salafistischen, mit Abu beginnenden Kampfnamen Abu Nashiruddin (Abū Nāṣiru d-Dīn) und Abu Abdul Rahman und nennen ihren Internet-Blog Tasfiyyah wa Tarbiyyah, Purify-Educate.[19]

Wenn ein amerikanischer Salafist und Fernsehprediger malaysische Studenten der Agrarbiologie und der Mathematik („Konfession: manhaj Salaf Al-Ummah“, Die theologische Position der Ahnen der Umma)[20] beeinflusst, lässt sich feststellen: Allah und der Salafismus arbeiteten global. Und selbst Deutschland bleibt nicht außen vor:

Am 01.08.2008 traf der reisefreudige Yusuf Estes im norddeutschen Hannover auf den salafistischen Prediger Pierre Vogel,[21] zwei Tage später traten beide in Berlin auf.[22]

Am 20.04.2011 war Bilal Philips Ehrengast von Pierre Vogel in Frankfurt, am 29.05.2011 wird Vogel in Koblenz Abdur Raheem Green begrüßen. Philips und Green pflegen den Kontakt zu Zakir Naik, der vom indischen Mumbai aus gegen die Demokratie predigt und für al-Qaida Verständnis zeigt. Im Juni 2010 wurde Naik, dessen missionarischer Fernsehkanal Peace-TV das salafistische Weltbild unter den Muslimen Südasiens verbreitet, die Einreise nach Großbritannien und Kanada verwehrt.

Die erste an Medinas frühmittelalterlicher Urgemeinde ausgerichtete Moschee Lateinamerikas ist mit dem Centro Salafi de Méjico entstanden,[23] unter den fünf vertrauenswürdigsten Gelehrten (‘ulamā, Sg. ‘ālim) finden sich die Scheiche Uthaimin, Bin Baz, al-Albani und al-Fauzan.[24]

In Deutschland werden Texte von Uthaimin und Bin Baz auch durch Muhamed Seyfudin Ciftci (Braunschweig) vertrieben.[25] Tasfiyyah and Tarbiyyah, Purify and Educate bedarf der Handlungsanweisung; sofern der Koran nicht eindeutig vorgibt, was sauber und was schmutzig ist, wird es dem Gläubigen deswegen mit dem Werkzeug des islamischen Rechtsgutachtens (fatwā) verdeutlicht.

Der salafistische Scheich Ciftci (Islamisches Bildungs- und Kulturzentrum Braunschweig (IBKB e. V.), bis März 2011 Einladung zum Paradies e. V. (EZP), Internet-Scharialehrstätte ISLAMSCHULE, der aus dem EZP-Verlag entstandene Moschee-Verlag www.moscheeverlag.de) beantwortete 2010 auf seiner mittlerweile stillgelegten Seite ISLAM-FETWA: Islamische Rechtsgutachten (http://islam-fetwa.de/) Fragen wie „Ist es erlaubt, das Fleisch der Nichtmuslime zu essen?“ (fatwā Nr. 0042). Wenn das Tier von einem Atheisten geschlachtet worden ist oder wenn das Tier nicht geschächtet wurde, darfst du das Fleisch nicht essen. „Ist Red Bull ḥalāl?“ (Nr. 0067). In kleinen Mengen genossen, steht das besagte Erfrischungsgetränk deinem Einzug ins Paradies nicht entgegen.

Fatwa 0016 betrifft die Ehe, wozu der Braunschweiger im Hier und Jetzt die Meinung der unbegreiflichen Gottheit feststellt:

Im Islam gilt man als verheiratet, sobald der Vater des Mädchens zugestimmt hat, der Bräutigam es vor den Zeugen akzeptiert und die Brautgabe zahlt: Damit ist die Ehe in Kraft gesetzt und bei Allah gültig – auch ohne Standesamt!

Ciftci hat den Islam richtig verstanden, ohne Heiratsvormund kann die Jungfrau keine Ehe eingehen. Ja, ein gottloser Metzger gefährdet das Heil der Seele des fleischverzehrenden deutschen Schariapflichtigen.

Der Koran und die koranisch begründete Scharia, sagen diese Gottesfürchtigen, würden auf alle Probleme der Gegenwart die optimale Antwort bereithalten. Dieses Al-Islām huwa l-ḥall,[26] der Islam ist die Lösung, wurde den global agierenden, 1928 innerhalb des Salafismus entstandenen Muslimbrüdern politisch zum Kampfruf gegen die Gleichberechtigung der Frau und, ab 1948, gegen die allgemeinen Menschenrechte.

Zu den islamischen Erziehungsbemühungen der Moscheevereine treten die salafistischen Netzwerke in scharfe Konkurrenz um das Praktizieren des authentischen Islam, was in Deutschland bekanntlich zur Folge hat, das die drei großen Islamverbände den salafistischen Predigern von EZP (um Pierre Vogel) oder Die wahre Religion (DWR, um Ibrahim Abou-Nagie) den Zutritt zu ihren Moscheen verweigern. Wo sich allerdings hunderte oder sogar tausende von jungen Muslimen an einer salafistischen Kundgebung begeistern, ist jeder Verbandsislam für ein paar Stunden oder auch Tage abgemeldet.

Dass die Salafisten den Islam falsch verstanden hätten, lässt sich ohnehin nicht sagen, denn ihre Gelehrten haben in Saudi-Arabien die Scharia studiert und ihre Getreuen bemühen sich beeindruckend, die Vorgaben des Koran und der Gelehrten der Zeit vor dem Jahre 855, dem Todesjahr Ibn Hanbals, genau einzuhalten.

Für freiheitliche Demokraten ist wichtig, zu erkennen, dass der ernst genommene Koran der Frau eine erniedrigte Rolle zuweist. Das ist vielleicht die wichtigste Aufgabe, die wir säkularen Staatsbürger im Umgang mit „den Muslimen“ haben: Auf das Märchen von der gerechten Behandlung der Frau im Islam nicht herein zu fallen.

Denn einerlei, ob wir eine Gesellschaft nach den Vorstellungen von Ayatollah Chomeini, Necmettin Erbakan oder Scheich Bin Bāz bauen, ob die in Theorie und Theologie salafistische Muslimbruderschaft (MB) an der Politik beteiligt werden soll, die in Deutschland (nicht in Dänemark) verbotene Hizb ut-Tahrir („Befreiungspartei“)[27] oder die urgemeindlich ausgerichtete Missionsbewegung um Ibrahim Abou-Nagie oder Pierre Vogel: Die Frau im Islam ist ein emotional herabgewürdigter und juristisch diskriminierter Mensch, ein Mensch zweiter Klasse.

Solange die Scharia nicht abgelegt ist, können wir zwar die Muslime als Staatsbürger und Stadtbürger integrieren, nicht aber ihren Islam.

6. Rebellische Inseln kultureller Gegenmoderne. Salafismus als Verweigerung der universellen Menschenrechte

Kein DITIB- oder VIKZ-Imam kann sich theologisch grundsätzlich vom reisefreudigen Pierre Vogel und seinem Begleiter Muhamed Seyfudin Ciftci distanzieren oder die beiden Altmeister des deutschen Salafismus, Muhammad Ahmad Rassoul (Köln) oder Hassan Dabbagh (Leipzig) als Menschen bezeichnen, die den Islam falsch verstanden hätten. Islamverbandsfunktionäre und nichtmuslimische Aktivisten des Dialogbetriebs nutzen daher die ärgerlich vorlauten jungen Straßenmissionare für ihren Machtausbau: Pierre Vogel taugt ihnen bestens als böser Bube und Mainstream-Vertreter eines irgendwie kritikwürdigen „Salafismus“, dem man die leuchtenden Vorbilder Lamya Kaddor (Dinslaken) und Bajrambejamin Idriz (Penzberg) gegenüberstellt. Tatsachennah auszusprechen, dass Vorzeigepädagogin und Wissenschaftsfeindin Kaddor („Die Aufklärung ist für den Islam nicht übertragbar“) oder IESH-Fernstudent Idriz selbst engagierte Salafisten sind, würde die dialogische Harmonie allerdings stören. Die deutschen Islamverbände haben keine andere Scharia im Programm als Pierre Vogel und seine so genannten Salafisten.

Die derzeitige, von Kirchen und Bürgermeistern wie versehentlich mitgetragene Islamverteidigung lautet daher sinngemäß: „Wenn du gegen das Kopftuch und die Scharia argumentierst, stellst du Toleranz und Koexistenz in Frage und schürst künftige, ethnoreligiös begründete Gewalt.“ Dabei wird übersehen, dass in der säkularen Republik gar keine Religionsvölker leben, sondern Individuen, die dem Schutz des gleich behandelnden Grundgesetzes unterstehen und eben nicht dem „Schutz“ der ungleich behandelnden (diskriminierenden) Scharia. Auch ein schariabasiertes Personenstands- und Familienrecht wird immer gegen AEMR und GG verstoßen. Und um nichts anderes als um die durchgesetzte Rechtsverschiedenheit geht es dem politischen Islam, der in seinem gespaltenen „Kern“ dabei die Deklassierung der Frau erstrebt, emotional wie juristisch.

Den Charakter einer Rechtsreligion zu verstehen, fällt Europäern, die von bis zu vier oder fünf Jahrhunderten der Säkularisierung profitieren (Renaissance, Aufklärung, universelle Wissenschaftlichkeit, Psychoanalyse, Totalitarismuskritik), offensichtlich schwer. Man frage einen Bundesbürger zu den Begriffen Standesbeamter, Rechtssachverständiger und Familienrichter und wird eine einigermaßen vernünftige Antwort bekommen, doch es wird wohl kaum ein Befragter einen Zusammenhang zum Spirituellen oder zur „Religion“ herstellen. Dass aber Absolventen des salafistischen, dem europäischen Zweig der Muslimbrüder zuzurechnenden IESH (Château-Chinon) wie Amir Zaidan (Kamel-Fatwa) oder Bajrambejamin Idriz (Penzberg; Projekt ZIE-M) oder dass ein Scheich wie Muhamed Seyfudin Ciftci, der an der islamischen Universität zu Medina studierte, eine Ausbildung eben zum Rechtssachverständigen, Standesbeamten und Familienrichter durchlaufen haben könnten und für ihre Getreuen eine parallele Rechtsordnung durchzusetzen wünschen, überfordert unsere zum „Dialog mit dem Islam“ aufrufenden Kleriker und Politiker möglicherweise immer noch.

Der Salafismus als die Speerspitze des Gesamtislam ruft dazu auf, sich aus der kulturellen Moderne zurückzuziehen und erstrebt die Zerspaltung der Bevölkerung in Nichtmuslime und Muslime, was der Dhimmitude (Apartheid) des Kalifats zwar bestens entspricht, was wir als säkulare Staatsbürger jeder Religion, Ex-Religion oder Nichtreligion jedoch im Sinne der zu bewahrenden Rechtseinheitlichkeit verhindern dürfen.

Muslime sind keine Spezies, keine Sorte Mensch, in Deutschland leben keine Christenbürger und Muslimbürger, sondern Staatsbürger und Stadtbürger.

7. Die Erklärer des Weges. Mit Abdullahi Ahmed an-Na’im, Mathias Rohe und Mustafa Cerić in die religiös begründete Rechtsverschiedenheit einziehen

Die Scharia als ein abgestuft privilegierendes (mehrstufig diskriminierendes) Recht ist im Sinne universell gedachter Menschenrechte nicht reformierbar. Gleichwohl gibt es eine starke Lobby, die bestrebt ist, die Scharia in unser Recht zu implementieren.

Dabei sehen die einflussreichen Islamisten (einstweilen) vom schariatischen Strafrecht ab, von den Körperstrafen wie Steinigung und Auspeitschung, und reden von einer angeblichen Menschenrechtskompatibilität und Grundrechtsverträglichkeit des familienrechtlichen Teils der Scharia.

Unterschlagen wird, dass die Scharia ihrem Verständnis nach gar nicht teilbar ist, sondern ein kohärentes Gefüge bildet. Einzelne Teilgebiete des Islamischen Rechts außer Kraft zu setzen hieße, Allah den Mund zu verbieten. Wer also die ungeschmälerte islamische Eheschließung (nikāḥ) fordert, hat den Wali Mudschbir (walī muǧbir, Heiratsvormund mit Berechtigung zum Zwang) und die Pflicht zum weiblichen Schleier (ḥiǧāb) ebenso im Sinn wie die Legalisierung des islamischen Erbrechts, das nach Allahs Weisheit der Tochter genau halb so viel Erbe zubilligt wie dem Sohn.

Das Strafrecht mag etwas später hinzukommen. Die der Muslimbruderschaft nahe stehende Salafistin Eva el-Shabassy aus Aachen-Richterich etwa,[28] eine deutsche Grundschullehrerin, preist den Wert der Ehe und billigt für Ehebrecher die in der Scharia angeordnete Konsequenz, die Steinigung.

Einer der deutschen Vorreiter der Werbung für das Islamische Recht ist der Erlangener Jurist Dr. Mathias Rohe, der im Jahre 2009 als Gutachter im ersten Prozess um den Berliner Gebetsraum (Diesterweg-Gymnasium) tätig sein durfte. Rohe ist Verfasser von Das islamische Recht: Geschichte und Gegenwart.[29]

Tilman Nagel äußerte sich am 07.11.2009 in der Neuen Zürcher Zeitung (Lohn und Strafe im Diesseits und Jenseits) zu der von Mathias Rohe verschwiegenen Kopplung des irdischen Schariarechts mit dem vermeintlichen Verbleib in Hölle oder Paradies.[30]

Der staatsgründende Anspruch des Islamischen Rechts wird auch bei der Schariadiskussion unterschlagen, die uns der amerikanische Jurist Abdullahi Ahmed an-Na’im empfiehlt,[31] der eine teilweise Verträglichkeit der Scharia mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte entdeckt haben will. Die renommierte Emory School of Law scheint sich den aufregenden und vor allem lukrativen Forschungsgegenstand der Schariaimplementierung nicht entgehen lassen zu wollen. Das Islamische Recht duldet nicht, dass jemand den Islam verlässt. Die Scharia verbietet es einer Muslima, einen Nichtmuslim zu heiraten. Abdullahi Ahmed an-Na’im war geschäftsführender Direktor des Afrikabüros der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch.

Human Rights Watch (HRW) ermahnt den Irak dazu, die Scharia einzuhalten, damit Homosexuelle nicht mehr so oft misshandelt oder ermordet werden.[32] Zur Frage, ob die Scharia für die zwischen Tigris und Euphrat gelebte Schwulenfeindlichkeit nicht vielmehr ursächlich ist, schweigt die Organisation.

Human Rights Watch ehrt einen korantreu arbeitenden „Schariawissenschaftler“ aus Saudi-Arabien.[33] Im Namen der Menschenrechte (welcher?) fordert HRW nicht weniger, sondern mehr Islamisches Recht, denn nicht die Normen von Sunna und Scharia sind für HRW „despotisch“, sondern Saudi-Arabiens Justiz.

Faktenfern wird uns nahe gelegt, dass die auf Ungleichbehandlung der Dhimmis und Frauen beruhende Scharia „flexibel“ oder „wandelbar“ sei und von untreuen Richtern lediglich missbraucht werde („auf Grund rigider Interpretationen des Islamischen Rechts“). Wenn sie sich erst ein wenig gewandelt habe, so scheint man bei HRW zu hoffen, sei die mehrstufig diskriminierende Scharia mit den Standards der AEMR schon in beste Übereinstimmung zu bringen. Mittendrin im globalisierten Schariaverharmlosen: Professor an-Na’im aus Atlanta, Georgia.

Die Lobbyisten des Islam fordern überall auf der Welt mehr Islam, mehr Hidschab und weniger Gleichberechtigung der Frau. So weiß auch der bosnische Großmufti, dass der Ansatzpunkt der ersehnten Rechtsspaltung das Schambesetzte, Sexuelle und Familiäre ist, zugleich die islamische Deklassierung der Frau:[34]

f) opening the way for the Muslim law to be recognized in matters of personal status such as the Family Law;

Mustafa Cerić[35] war am 27.10.2007 Ehrengast der von den Laiendominikanern Thomas Lemmen und Ehefrau Melanie geprägten Christlich-Islamischen Gesellschaft (CIG)[36] und erhielt am 22.11.2008 im Beisein von Wolfgang Schäuble einen Preis der christlichen Eugen-Biser-Stiftung.[37]

Der bosnische Salafist und Großmufti ist Mitglied im European Center for Fatwa and Research (ECFR), einem Netzwerk, das der Muslimbruderschaft zuzurechnen ist und von Yūsuf al-Qaraḍāwī geführt wird.

Die beiden Ideologen der Muslimbrüder, Saiyid Quṭb (1906-1966; Milestones)[38] und Yūsuf al-Qaraḍāwī (The Lawful and Prohibited in Islam)[39] sind dem Stadtstaat von Medina und den rechtschaffenen Vorfahren, den salaf aṣ-ṣāliḥ verpflichtet und damit als Angehörige des islamischen Revivalismus zu beschreiben, als Salafisten. Von Indonesien bis Kanada, das Vorbild der Muslimbruderschaft oder die MB selbst spielt für die Arbeit an der Legalisierung des Islamischen Rechts und für das weltweite Anwachsen der islamischen Gegenmoderne eine ganz zentrale Rolle.

Wir können Bilanz ziehen und die gesellschaftliche Aufgabe erkennen.

Fazit, erstens: Urgemeindlich, „salafistisch“ argumentierende und praktizierende Muslime wie Pierre Vogel oder Tariq Ramadan haben den Islam nicht falsch verstanden. Zweitens: Wo kein säkularer Islam erwünscht ist, ist der Islam durch Demokraten auch nicht zu integrieren.

Unsere Aufgabe: Wir dürfen nicht zulassen, dass die Einheitlichkeit des gleich behandelnden Rechts außer Kraft gesetzt wird, auch nicht mit einer Begründung von Religion oder Tradition.

So sehr uns gründliche Argumente muslimischer Säkularer überzeugen, überall, wo die inhumanen Werkzeuge von Scharia und Fiqh nicht abgelegt sind, gilt: Salafismus ist der heiße Mokka aus Mekka, alles andere ist Nichtislam oder kalter Kaffee.

Edward von Roy

[1] „Das Thema dieser Arbeit ist aus zwei Gründen von höchster Wichtigkeit: Erstens handelt es sich hier um einer der wichtigsten Fundamente des Islams, nämlich die Eigenschaften von al-Wala`wa`l-Bara`, die die zwei Hauptvoraussetzungen für den wahren Glauben sind: al-Wala` ist das Zeichen für wahre Liebe zu Allah, Seinen Propheten und Seinen Gläubigen; al-Bara` auf der anderen Seite ist der Ausdruck für Feindschaft und Hass gegenüber der Unwahrheit und seinen Anhängern. Beides sind Beweise für Iman.“ Buchbeschreibung, zu: Scheich Muḥammad ibn Sa’īd al-Qaḥṭānī: »Loyalität und Lossagung im Islam. Nach der ‘Aqīda der Salaf«

http://www.scribd.com/doc/52735856/Said-al-Qahtani-Al-Wala-wal-Bara-Loyalitat-und-Lossagung-im-Islam-nach-der-Aqida-der-Salaf

[2] SPIEGEL-online, 22.09.2010 titelt: Wütende Anwohner gehen auf Galeriebesucher los. „Sie tranken Alkohol in der Öffentlichkeit: In Istanbul wurden Besucher einer Kunstveranstaltung angegriffen und verletzt. … „Sie haben uns angegriffen, weil wir auf der Straße etwas getrunken haben. Sie haben Allahu Akbar (Gott ist groß) gerufen“, sagte ein Zeuge dem privaten Fernsehsender NTV. „Wenn die Galerien nicht sofort die Rolläden heruntergelassen hätten, wäre es eine Art Lynchen geworden“, sagte der Künstler Antonio Cosentino … Anwohner reagierten empört. „Das waren die Religiösen von der Bruderschaft. Sie leben hier im Viertel“, sagte ein Verkäufer in einem Geschäft nahe der Galerie. Eine Kundin in einem Lebensmittelgeschäft sagte: „Das waren die Bärtigen. Ich lebe hier seit 60 Jahren. Das Viertel hat sich sehr verändert.“

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,719026,00.html

[3] Der stilsichere Herr am Niederrhein schätzt das saudische, rot-weiß karierte Kūfiya-Tuch: šimāġ, bei ZamZam Islamic Shop, € 9,00

http://www.zamzam-shop.de/product_info.php?info=p149_schmah—tuch-fuer-den-kopf–saudi-.html

Zamzam ist eine Quelle, die von Allah eigens dafür geschaffen worden sei, um Abrahams Zweitfrau Hāǧar und den gemeinsamen Sohn Ismā’īl vor dem Verdursten zu retten. Die Quelle mit dem als heilsam geltenden Wasser liegt in Mekka, etwas östlich der Ka’ba.

http://www.eyeoftraveler.net/up/makkah/zamzam.gif

Das Wasser der Quelle Zamzam ist Pilgern ein beliebtes Mitbringsel.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/91/Zamzambottle.jpg

[4] Tauhid

http://de.wikipedia.org/wiki/Tauh%C4%ABd

[5] Abu Talut, 05.03.1998

http://www.iol.ie/~afifi/BICNews/AbuTalut/AbuTalut4.htm

[6] Zum Schirk weiß die den Teheraner Mullahs treu ergebene Seite »al-Shia«: „Die erstgrößte Sünde von den großen Sünden ist Shirk (Vielgötterei/Polytheismus), also die Beigesellung von Göttern neben Allah.“

http://www.al-shia.de/artikel/shirk.htm

„Islamische Persönlichkeiten: Imam Khomeini, Imam Khamenei … Sayyid Hassan Nasrallah … Dr. Ali Schariati“

http://www.al-shia.de/persoenlichkeiten/index.htm

[7] Schirk

http://en.wikipedia.org/wiki/Shirk_%28Islam%29

[8] „Der Shirk des Urteilsgesuchs bei einem Kufr-Gericht“.

http://tawhidikhlas.info/index.php/2010/04/11/der-shirk-des-urteilgesuchs-bei-einem-kufr-gericht

Der Kufr der Loyalitätserklärung

http://tawhidikhlas.info/index.php/2010/04/02/der-kufr-der-loyalitaetserklaerung

Al-iḫlāṣ bedeutet absolute Ergebenheit, vorbehaltlose Treue und erfordert aus islamischer Sicht, Universum und Dasein als allahzentrisch zu begreifen sowie sein persönliches Leben tätig auf Allah zu fokussieren. Die Sure 112 trägt den Titel al-iḫlāṣ.

http://de.wikipedia.org/wiki/Sure_112

[9] Manhadsch oder Minhadsch? SalafiMedia titelt Al Manhaj wal Minhaj.

„The manhaj and minhaj in it’s origin meanings Tareeq ul wadih (the clear path) for Allah says, „for each of you we made shari’ah and minhaj.“ [EMQ 5:48], the shari’ah is the deen and the minhaj is the method of that deen.“

„The minhaj is the simple clear way (Al Tareeq Al Waadih Al Sahl).“

And Imam Shawkaani said the same thing and attributed it to the linguistic scholar ibn ul Mubarrid. As far as the juristic understanding, the Manhaj is „Al Deen Al Islam and it’s method.“ Therefore, the divine manhaj is Al Islam, which means the clear and simple path with the divine Sunnah by it’s main three pillars: (i) Holding to the revelation – the Qur’an and (ii) the Sunnah, (iii) following what the companions of the messenger Muhammad (saw) used to be upon.

http://www.salafimedia.com/salafiyah/item/639-al-manhaj-wal-minhaj.html

[10] Pierre Vogel: Mein Weg zum richtigen Manhadsch

http://www.youtube.com/watch?v=IhhhLHPrn-M

Der Standpunkt der Gefährten (al-manhāǧ aṣ-ṣaḥāba)

http://www.veoh.com/watch/v160597528gkZ65KZ

[11] Innenministerium NRW, zu Cemaleddin Kaplan:

Die Anhänger Kaplans fielen in der Öffentlichkeit oft durch ihre exotische Kleidung auf. Die Männer trugen Turban, weite Mäntel und Pluderhosen, die Frauen und Mädchen meist einen schwarzen Ganzkörperschleier. Die Presse verlieh Kaplan aufgrund seiner Sympathie gegenüber der iranischen Revolution die Beinamen „Kalif von Köln“ und „Khomeini von Köln“.

http://www.mik.nrw.de/verfassungsschutz/islamismus/personen/kaplan.html

[12] Koran 4:76, übersetzt von Abdul Majid Daryabadi

http://www.islamawakened.com/quran/4/76/default.htm

[13] Der Taghut

http://islamwissen.de.tl/Der-Taghut.htm

[14] Muhammad ibn Abd al-Wahhab: „Und wisse, dass der Mensch niemals den Glauben (ìmān) an Allāh verwirklicht hat, bis er den Unglauben (kufr) gegen den Taghut vornimmt.“ Der Beiname des erwähnten legendären Widersachers der frühen Muslime „Abu Dschahl“ (abū ǧahl, Vater der Unwissenheit) verweist auf die ǧāhilīya (anglisiert Jahiliyyah), die Unwissenheit, die beim Ideengeber der Muslimbruderschaft, Saiyid Quṭb (MILESTONES) konzeptionell so wichtig werden sollte.

http://www.al-muwahidun.com/aqida/mana-attaghut_ibnabdulwahab.pdf

Jahiliyyah. Sayyid Qutb popularized the term in his influential work Ma’alim fi-l-Tariq (Milestones), with the shocking assertion that „the Muslim community has been extinct for a few centuries“.

http://en.wikipedia.org/wiki/Jahiliyyah

Qutbism

http://en.wikipedia.org/wiki/Qutbism

[15] Koran 2:256, whoever disbelieves in Taghut and believes in Allah

http://quran.com/2/256

[16] Abu Hamzah al-Afghani, 28.01.2010, bei RISALATUN: Die Religion aller Propheten: Die Lossagung vom Taghut.

http://risalatun.com/buch/Taghut%20Online-Ausgabe.pdf

[17] „Abu Hamza al-Afghani gehört zu den Übertreibern im Takfir. Auf den ersten Blick erkennt man nichts falsches auf seiner Seite und das seiner Anhänger man findet Schriften über Tawhid und andere Bücher die alle dem Manhaj der Salaf entsprechen. Doch wer diese Leute näher kennenlernt und mit ihnen über verschiedene Themen spricht erkennt ihre Abweichungen vom Manhaj der Salaf.“ Gefunden auf: »Q&S. ISLAM NACH QURAN & SUNNAH UND DEM VERSTÄNDNIS DER SALAF AS-SALIH«, Kommentator: Abu Jihad, am 31.01.2010.

http://www.ahlu-sunnah.com/threads/26770-Abu-Hamza-al-Afghani

YouTube. Abu Hamza al-Afghani: Die Grundlagen des Schiitentums

http://www.youtube.com/watch?v=_XM4FABq2es

[18] It`s american! Living Like The Salaf! Postmodernes Saubermachen und Drillen direkt aus Kalifornien: at-Tasfiyah wat-Tarbiyah Magazine (Set 2008), $20.00. at-Tasfiyah wat-Tarbiyah Publications, 9852 W. Katella Ave. #276, Anaheim, CA 92804, USA. Man schätzt al-Albani.

http://store.twtpubs.com/index.php?main_page=product_info&cPath=66&products_id=198

RAMADHAN, Month Of Tarbiyah. Ramadhan is coming … perhaps it is the best time to do some changes.

http://fc05.deviantart.net/fs71/f/2010/215/a/f/ramadhan__month_of_tarbiyah__by_abuzayd.jpg

[19] Purify-Educate, Reinigen und Erziehen ist die Internetadresse, die Abu Nashiruddin und Abu Abdul Rahman ihrem Blog Tasfiyyah wa Tarbiyyah geben.

http://purify-educate.blogspot.com/2008/11/syaikh-abdul-aziz-ibn-baz-matanya-buta.html

[20] Abu Abdul Rahman studiert Mathematik und denkt den Islam urgemeindlich

http://www.blogger.com/profile/04980502288152667886

Salafisten in Nordamerika. Lehrzentren, Moscheen, Verlage.

http://www.islammexico.net/SalafiDir.htm

Mexikanische Salafisten: Mezquita „Muhammad Ibn Abdul Wahab“ Centro Salafi de México. Islam, Sunnah y Salafiyyah en español. PRIMER ORGANIZACION SALAFI DE AMERICA LATINA.

http://www.islammexico.net/

[21] Salafissimo sozusagen: Yusuf Estes trifft 2008 mit Pierre Vogel zusammen.

http://www.youtube.com/watch?v=15Heib5ShWk

[22] Estes und Vogel in Berlin

http://www.ahlu-sunnah.com/threads/18175-SHEIKH-YUSUF-ESTES-UND-PIERRE-VOGEL-INBERLIN-AM-3.8.08-INSH

[23] Mezquita: „Muhammad Ibn Abdul Wahab“. Primer Mezquita Salafi en America Latina.

http://www.islammexico.net/

[24] Gelehrsamkeit für Mexiko: Uthaimin, Bin Baz, al-Albani, Fauzan

http://www.islammexico.net/ulemah.htm

[25] Ciftci bewirbt den islamischen Sexualpädagogen und Frauenversteher Scheich Uthaimin

http://www.moscheeverlag.de/product_info.php?info=p519_natuerliche-blutungen-der-frauen—neu—von-scheikh-muhammad-salih-al-uthaimien–r-a–.html&XTCsid=8debaf97b454392f6fbef7aa26ba407c

Braunschweigs kleiner Scheich Ciftci empfiehlt den großen Bin Baz

http://www.moscheeverlag.de/product_info.php?info=p51_so-hat-der-prophet–sws—das-gebetverrichtet.html

[26] Zum Islam als Universalheilmittel vgl. Seite 220, zu Kapitel 6 FN 4, („al-hall“) in: Emmanuel Sivan, Menachem Friedman: »Religious Radicalims & Politics In The Middle East«

http://books.google.de/books?id=VukXiI6cvN4C&printsec=frontcover#v=onepage&q&f=false

[27] „Partei der Befreiung“ nenn sich eine in Deutschland verbotene, in Dänemark erlaubte Kalifatsbewegung: Hizb ut-Tahrir (ḥizba, Partei, Taḥrīr, Befreiung)

http://www.hizb-ut-tahrir.org/

DAS KALIFAT: „Hizb-ut-Tahrir ist eine politische Partei, deren Ideologie der Islam und deren Ziel die Wiederaufnahme der islamischen Lebensweise ist. Dies soll durch die Errichtung des Islamischen Staates geschehen, der die Ordnungen und Systeme des Islam umsetzt und die islamische Botschaft in die gesamte Welt hineinträgt.“

http://www.islam-projekte.com/kalifat/kalifat/_rubric/index.php?rubric=20

[28] EMMA: In NRW unterrichten Schriftgläubige

http://www.emma.de/hefte/emma-ausgaben-2004/maerzapril-2004/in-nrw-unterrichten-schriftglaeubige/

[29] Scharia angeblich reformfähig – Buchvorstellung mit Mathias Rohe

http://www.buchtest.de/blog/scharia-angeblich-reformfaehig-buchvorstellung-mit-mathias-rohe/

[30] Tilman Nagel: Lohn und Strafe im Diesseits und Jenseits, in: NZZ, 07.11.2009

http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/lohn_und_strafe_im_diesseits_und_im_jenseits_1.3981865.html

[31] Prof. Abdullahi Ahmed An-Na’im, originally from Sudan, is Charles Howard Candler Professor of Law at Emory Law School. An internationally recognized scholar of Islam and human rights, and human rights in cross-cultural perspectives, Professor An-Na’im teaches courses in human rights, religion and human rights, Islamic law, and criminal law.

http://www.flw.ugent.be/cie/CIE2/an-naimcv.htm

http://els449.law.emory.edu/aannaim/

http://www.youtube.com/watch?v=Yg3hLdJLrOY

http://www.youtube.com/watch?v=N9U0fwOzPXA

[32] HRW: Doch der Human Rights Watch-Bericht zeigt auch, dass die Morde – ausgeführt auf der Grundlage von Willkür und Vorurteilen, ohne Beweise oder rechtmäßige Prozesse – die Rechtsstandards der Scharia missachten. Diese beinhalten die Forderung nach einem rechtmäßigen Verfahren, dem Nachweis der Schuld sowie dem Schutz der Privatsphäre.

http://www.hrw.org/de/news/2009/08/17/irak-morde-homosexuellen-stoppen

[33] HRW: Abd al-Rahman al-Lahim’s Gerechtigkeitssinn wird durch seinen Einsatz für jene in Saudi-Arabien deutlich, die willkürlich aufgrund dubioser Interpretationen der Scharia (Islamisches Recht) verfolgt werden. Sein beständiges Streben nach mehr Gerechtigkeit und seine gründlichen Kenntnisse der islamischen Lehre sind wertvolle Katalysatoren auf dem Weg zu einem Wandel innerhalb des despotischen saudi-arabischen Rechts.

http://www.hrw.org/de/news/2008/09/14/f-nf-aktivisten-erhalten-human-rights-watch-awards

[34] Dr. Mustafa Ceric, Grand Mufti of Bosnia-Herzegovina. A DECLARATION OF EUROPEAN MUSLIMS BY MUSTAFA CERIC GRAND MUFTI OF BOSNIA

http://www.rferl.org/content/article/1066751.html

[35] Mustafa Ceric: THE CHALLENGE OF A SINGLE MUSLIM AUTHORITY IN EUROPE

http://springerlink.com/content/40280g3825750494/fulltext.pdf

[36] ECFR-Scheich Cerić beim 25jährigen Jubiläum der CIG, 27.10.2007.

http://www.chrislages.de/pdf/cig_mi_2007_1.pdf

[37] ECFR-Scheich Cerić bei der Eugen-Biser-Stiftung, 22.11.2008.

http://www.eugen-biser-stiftung.de/veranstaltungen_preis0.html

[38] Sayyid Qutb: Milestones

http://web.youngmuslims.ca/online_library/books/milestones/hold/index_2.htm

[39] Yusuf al-Qaradawi: The Lawful and Prohibited in Islam

http://www.witness-pioneer.org/vil/Books/Q_LP/

234. Frankfurt: Darf Pierre Vogel am Rebstock predigen?

6. Mai 2011

بيير فوغل

Pierre Vogel

Gabi Schmidt

Mönchengladbach

Präsident des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs, Kassel

Hessischer Landtag, Petitionsausschuss

Verwaltungsgericht Kassel

Verwaltungsgericht Gießen

Verwaltungsgericht Frankfurt am Main

Oberbürgermeisterin Petra Roth

Ordnungsamt der Stadt Frankfurt

Hessisches Ministerium des Innern und für Sport

Stadt Frankfurt, Dezernat V: Ordnung, Sicherheit, Stadtrat Volker Stein

Hessisches Landeskriminalamt

06.05.2011

Petition

Verbot der salafistischen Veranstaltung am 07. Mai 2011 in der Frankfurter Innenstadt, Umsetzung des gesetzlichen Kinder- und Jugendschutzes

Sehr geehrte Damen und Herren,

der vom Verfassungsschutz beobachtete Islamist Pierre Vogel kündigt für den morgigen Samstag, 07. Mai 2011, eine Großveranstaltung in der Frankfurter Innenstadt an. Das Thema der Kundgebung sei laut Vogels Homepage „Wie steht der Islam zum Terrorismus?“

Die Demokratie hält der Kölner Prediger für sittlich minderwertig gegenüber dem islamischen Gesetz, von Menschen erlassene Vorschriften sind für den Salafisten letztlich nicht wichtig, weshalb er und seine Gruppe Einladung zum Paradies die geltende Ordnung immer wieder kraftvoll ignorieren, indem sie beispielsweise, so geschehen im September 2010 in Mönchengladbach-Eicken, nächtliche und auch ungenehmigte Großgruppengebete auf dem Marktplatz organisierten.(1)

Im Jahr 2010 empfahl Pierre Vogel der Bundeskanzlerin, probeweise und lokal das verfassungswidrige islamische Strafrecht einzuführen.(2)

Um die Relevanz des Predigers zu bewerten, ist ein Blick auf dessen Veranstaltungen zweckmäßig. Zwei Ereignisse des Jahres 2011 seien hier betrachtet, Frankfurt am 20.04. und Koblenz am 29.05. Vogels Ehrengäste beider Tage verweisen auf den von Mumbay (Indien) aus aktiven Salafisten Zakir Naik.

Am 20. April 2011 kamen auf dem Roßmarkt 1500 Sympathisanten der extremistischen Missionare Pierre Vogel und Bilal Philips zusammen.(3) Etwa 1500 Menschen hörten den prominenten Salafisten zu, Menschenrechtsgruppen protestierten unweit davon gegen Islamismus und Scharia. Die behördliche Auflage, die Geschlechter nicht zwangsweise zu trennen, wurde umgangen,(4) für die Geschlechtertrennung sorgte eine Ordnerin:

„Alle Brüder bitte nach ganz links.“

Dem in Jamaika geborenen und in Kanada aufgewachsenen Philips wurde unmittelbar nach dem Auftritt auferlegt, Deutschland innerhalb von drei Tagen zu verlassen.

Bilal Philips hat Einreiseverbot in den USA, 2007 galt er in Australien als Nationales Sicherheitsrisiko und erhielt daher kein Visum. Philips rief in den Neunziger Jahren Konvertiten zum Islam dazu auf, in Bosnien „für die Muslime“ zu kämpfen. Der für seine schwulenfeindlichen Äußerungen bekannte Prediger hält Vorträge an der von Zakir Naik (s. u.) geleiteten Islamic Research Foundation im indischen Mumbai (Bombay). Der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) protestierte 2009 dagegen, dass Bilal Philips pauschal Homosexualität mit Pädophilie und Inzest gleichsetzt und als „Bedrohung für die Gesellschaft insgesamt“ zusammenfasst.(5),(6)

Philips soll mehrfach zur Ermordung von Homosexuellen aufgerufen haben.(7)

In Koblenz will Pierre Vogel noch in diesem Monat mit einem anderen international bekannten salafistischen Prediger auftreten, es geht um Abdur Raheem Green (http://www.islamsgreen.org/) aus England. Der aus Daressalam (Tansania) stammende Green ist ein weiterer prominenter Missionar der islamischen Gegenmoderne, die Salafismus genannt wird und welche die Lebensweise der Zeit zwischen 622 und 855 n. Chr. verherrlicht.

Auch Green begründet religiös, dass der Islam mit der Demokratie unvereinbar ist und dass das islamische Rechtssystem, die Scharia, einem jeden von Menschen ersonnenen Gesetz sittlich überlegen sei. Urheber des Islamischen Rechts ist für Salafisten bzw. orthodoxe Muslime Allah, der nicht nur innerseelisch, sondern auch in allen gesetzgeberischen Belangen Regent sein muss, Souverän.

Vor tausenden von Zuhörern predigte Green in Indien:

“Der Islam ist mit der Demokratie nicht kompatibel.”

In Indien ist Abdur Raheem Green vor vier Jahren Gast von Zakir Naik gewesen. Dr. Naik fordert die Todesstrafe für Glaubensabtrünnige und den Hidschab (Schleier(8)) für die Frau.

Die Unverschleierte, so der Mediziner, gerate in Gefahr, vergewaltigt zu werden. Die von ihm so genannte westliche Gesellschaft habe die Frau in den erniedrigten Status einer Konkubine herabgedrückt und verzerre die maskuline Identität in Richtung von hoffnungsloser Sinnsuche und barbarischem Sexkonsum. Erst der Islam hebe die Frau wieder hinauf zu ihrer eigentlichen Bestimmung und wahren femininen Würde. Zakir Naik verachtet die USA („America, the biggest terrorist“), bewundert Osama bin Laden theologisch und betreibt den Fernsehkanal Peace TV, der sich an die Muslime Indiens richtet. Tatsachenfern stellt das „Friedensfernsehen“ die New Yorker Terrorangriffe als antiislamisches Werk der US Regierung dar.(9)

Neben der Wertschätzung der Todesstrafe für Glaubensabtrünnige,

“People who change their religion should face the death penalty”,

fiel der gottesfürchtige Green-Gastgeber Naik durch sein Interesse am Dschihad auf:

„If Osama Bin Laden is terrorizing the enemies of Islam, I am with him. If he is terrorizing America, the biggest terrorist, then I am with him. Every Muslim should be a terrorist.“(10)

Im Januar 2010 wurden bei einer bundesweiten Razzia der Polizei in Privatwohnungen und in wahhabitischen bzw. salafistischen Moscheen gegendemokratisch und frauenfeindlich orientierte Bücher sowie Filme und CDs beschlagnahmt. Darunter war auch die vom saudi-arabischen Islamgelehrten Abd ar-Rahman asch-Schiha (Abdul Rahman al-Sheeha) verfasste Schrift Frauen im Schutz des Islam(11),(12), in der verheirateten männlichen Rechtgläubigen erlaubt wird, ihre widerspenstigen Ehefrauen erst zu ermahnen, dann im Ehebett zu meiden und zuletzt im Namen der Religion

„zu schlagen, ohne zu verletzen, Knochen zu brechen, blaue oder schwarze Flecken auf dem Körper zu hinterlassen, und unter allen Umständen vermeiden, ins Gesicht zu treffen.“

Bereits ein Jahr vor der Razzia war das Buch Frauen im Schutz des Islam durch ein Gremium der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien in die Liste der jugendgefährdenden Medien aufgenommen (15. Januar 2009).

Andere Schriften desselben Klerikers aus Saudi-Arabien wurden noch am 26.12.2010 in Mönchengladbach auf dem Außengelände der zeitweilig einen illegalen Kindergarten betreibenden, an jenem Tag allerdings behördlich versiegelten salafistischen Moschee verteilt.

Religiöses Frauenprügeln ist von Artikel 4 (2) GG Ausübung der Religion nicht gedeckt. Wer derartige Bücher verteilt, braucht die bundesdeutsche Verfassung offensichtlich nicht mehr, sondern will einen anderen Staat. Im Zusammenhang mit den beschlagnahmten Büchern vom Januar 2010 sind in der Presse die Namen Mohammed Ciftci (Braunschweig), Pierre Vogel (Köln) und Sven Lau (Mönchengladbach) genannt worden.

Bis Ende März 2011 war Scheich Muhamed Seyfudin Ciftci spirituelle Autorität beim Verein Einladung zum Paradies (EZP), dessen bekanntester Prediger Pierre Vogel ist. Auch am heutigen Tage verlinkt EZP (Sven Lau, www.ezpmuslimportal.de) zum Braunschweiger Ciftci („Scheikh Abu Anas“), zu Pierre Vogel, zum Al-Tamhid-Verlag (K. Benhsain, Bonn) und zur Islamic Online University (IOU) von Bilal Philips.(13)

Die Hannoversche Allgemeine (HAZ) beruft sich auf Landes- und Bundesverfassungsschützer, die wissen, dass das Ziel des an Ciftcis Braunschweiger „Islamschule“ gelehrten Salafismus die Abkehr von der Demokratie und die Hinwendung zum Gottesstaat ist. „Islamschule“ bietet ein Online-basiertes Fernstudium nach saudi-arabischem Lehrplan an, 200 Studenten sollen dort eingeschrieben sein und den salafistischen bzw. hanbalitisch-wahhabitischen Islam lernen. Ciftcis Scharia-Lehrstätte ist seit Jahren im Visier der niedersächsischen Verfassungsschützer, der im Sommer 2010 geplante Umzug nach Nordrhein-Westfalen (Mönchengladbach) wurde bislang nicht umgesetzt.

Volkssouveränität gelte, so die HAZ weiter, für Salafisten als unsittliche Weltanschauung:

Ziel des dort gelehrten Salafismus sei ein rigider „Gottesstaat“, wie er in der Frühzeit des Islam herrschte. Demokratie gelte für Salafisten dagegen als „falsche Religion“.(14)

Die WELT (20.01.2010) schreibt über die gezielt desintegrierende Arbeitsweise der Salafisten:

Sie schwören zwar der Gewalt ab, verfolgen aber unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit und Gesetzestreue antidemokratische Ziele. Mit propagandistischen Mitteln wird versucht, Vorstellungen und Werte in der hiesigen Gesellschaft zu verankern, die nicht nur laufende Dialog- und Integrationsbemühungen untergraben, sondern auch die Gültigkeit geltender Rechtsnormen aushebeln.

Die salafistischen Netzwerke, die von Verfassungsschützern teilweise dem dschihadistischen Spektrum zugerechnet werden, wollen also nicht die wichtige Integration, sondern die Abschottung, die Segregation, ihre Rede von religiöser Toleranz bedeutet geheiligte Frauenentrechtung, und wenn sie Koexistenz sagen, sollten wir Apartheid verstehen.

Salafisten verlangen von ihren Frauen eine extreme Weise der Verschleierung, grundsätzlich gelten Ganzkörperbedeckungen mit Niqab (Gesichtsschleier) als verpflichtend.

Anders als es die jenseitszentrierten Herren Ciftci, Vogel und Lau sehen, ist für uns Säkulare, also auch für die Muslime unter uns, Demokratie keine „falsche Religion“, sondern dient überhaupt nicht der Rettung der Seele. Erst die freiheitlich-demokratische Grundordnung und Lebensweise, die mit dem islamischen Recht nicht möglich ist, schafft die für jeden Einzelnen, auch für jede Frau, zugänglichen Grundrechte und Bürgerrechte.

Viele der Menschen, die der „Einladung zum Paradies“ auf den Leim zu gehen drohen, sind zwischen zwanzig und vierzig Jahre alt. Durch schlechte oder fehlende Schulabschlüsse sowie die allgemein schwierige wirtschaftliche Situation sozial und ökonomisch marginalisiert und von der gesellschaftlichen Teilhabe weitgehend ausgeschlossen, ist es einem hohen Prozentsatz dieser Menschen noch nicht gelungen, in der Gesellschaft sicher Fuß zu fassen. Besteht dann durch angespannte Familienverhältnisse wenig Rückhalt und Zuspruch, ist die Wahrscheinlichkeit einer Sinnkrise groß. Mit seinem manichäischen Schwarz-Weiß-Denken, den einfachen Erklärungsmustern, klaren Regeln, simplen Lösungen und nicht zuletzt durch die scheinbare Aufwertung des verletzten Egos bieten salafistische Netzwerke jungen Leuten, die nach Orientierung, Rechtleitung und Anerkennung suchen, einen aus Sicht der Angeworbenen plausiblen Ausweg aus ihrer Misere an. Jetzt gehört man zu Allahs auserwähltem Volk und steht als Rechtgläubiger endlich auf der Seite der Gewinner.(15)

Doch auch angehende Akademiker fallen in das Beuteschema der Missionare, vor allem weibliche Studierende. Vor zehn bis zwölf Monaten lagen Werbeflyer von Einladung zum Paradies in den Fluren und Aufenthaltsräumen der Hochschule Niederrhein aus, einer eigentlich zur weltanschaulichen Neutralität verpflichteten Institution.

Insbesondere Kinder und Jugendliche sind davor zu bewahren, von den Salafisten angeworben zu werden.

Im Mai 2010 ist ein zwölfjähriges Kind in einer Mönchengladbacher Arztpraxis von einem erwachsenen Islamisten, der religiöse Kleidung trug, zu sportlichen und erlebnisorientierten Veranstaltungen angeworben worden, dem Jungen wurde eine Visitenkarte von Einladung zum Paradies (EZP) zugesteckt.(16)

EZP betrieb am Nachmittag des 09.04.2011 in der Innenstadt von Mönchengladbach (MG Rheydt, Marienplatz) einen überdachten Infotisch. Dort fanden sich gegen 17:20 Uhr zwei Mädchen im Alter von schätzungsweise elf und sechs Jahren ein, die sich mindestens zwanzig Minuten lang mit den Aktivisten unterhielten und das ausliegende Informationsmaterial gemeinsam betrachteten. Bei dem sonnigen, warmen Wetter brachte ein Salafist ein Tablett mit Eisbechern heran, die Missionare und auch die beiden Kinder erhielten jeweils ein Eis. Das Anwerben von Kindern und Jugendlichen, die nicht in Begleitung ihrer Eltern sind, ist niemandem erlaubt und sollte allen erwiesenermaßen verfassungsfeindlichen Gruppen erst recht nicht gestattet werden.

Mit dieser Petition fordern wir die Abgeordneten des Hessischen Landtages, die Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth, die Frankfurter Stadtverwaltung und die Ratsmitglieder der Stadt Frankfurt dazu auf, deutlich zu sagen, dass eine an der Scharia orientierte Missionsveranstaltung auf dem Frankfurter Roßmarkt untersagt werden soll.

In Umsetzung der gesetzlichen Regelungen zum Kinder- und Jugendschutz sollte die Stadt Frankfurt dafür Sorge tragen, dass Kindern und Jugendlichen am 07.05.2011 der Zutritt zur Veranstaltung Pierre Vogels verunmöglicht wird.

Der gesetzliche Kinder- und Jugendschutz beinhaltet, Gefährdungen möglichst nicht entstehen zu lassen (struktureller Jugendschutz), über Gefährdungen aufzuklären und zur Bewältigung anzuleiten (erzieherischer Jugendschutz), den Umgang mit Gefährdungen zu regeln (gesetzlicher Jugendschutz).(17)

Hessische Landesregierung und Frankfurter Stadtverwaltung sollten die Öffentlichkeit aktiv und fundiert über den Salafismus informieren, jene jugendgefährdende, menschenfeindliche und dezidiert frauenverachtende Strömung des fundamentalistischen Islam.

Die Adressaten dieses Briefes sollen dazu beitragen, dass eine derartig misogyne und demokratiefeindliche Gruppe wie Einladung zum Paradies auf dem Frankfurter Stadtgebiet und im Bundesland Hessen in den nächsten Jahren keinen Infotisch aufstellen oder ähnliche Aktivitäten im öffentlichen Raum sowie in städtischen Einrichtungen durchführen darf.

Der Verein, in dem Pierre Vogel Mitglied ist, nennt sich Einladung zum Paradies und beansprucht die Deutungshoheit zum Islam. Alle anders ausgerichteten Muslime befinden sich demzufolge einem Irrweg, muslimische Säkulare wie Bassam Tibi oder Necla Kelek droht die Zuschreibung der Apostasie.

Für alle säkularen muslimisch geprägten Demokraten müssen wir uns einsetzen. Den Kindern und Enkelkindern sowohl der Konvertiten zum Islam als auch der muslimisch sozialisierten Einwanderer der Sechziger und Siebziger Jahre haben wir den Weg in die kulturelle Moderne offen zu halten. Frauenrechtlerinnen, gerade denen mit einem so genannten islamischen Migrationshintergrund, dürfen wir nicht in den Rücken fallen, indem wir zum Salafismus schweigen bzw. ihm Werbung ermöglichen.

Integration bleibt unsere wichtigste Aufgabe. Es ist unser Ziel, Bürgerinnen und Bürger zu integrieren: In den Arbeitsmarkt, in die Frauen und Atheisten gleich behandelnde Solidargemeinschaft, in Sprachfähigkeit und Sprachkultur. Hier wird deutlich: Wir integrieren in die universellen Menschenrechte (AEMR, 10.12.1948), nicht in die Scharia. Wir integrieren in das Grundgesetz, nicht in die religiös begründete Segregation und die Geschlechterapartheid des islamischen Fundamentalismus.

Der Adressat dieser Petition muss die für den morgigen Samstag (07.05.2011) geplante salafistische Kundgebung verbieten, denn der Kinder und Jugendschutz ist nicht zu gewährleisten, die Sicherheit aller Bürgerinnen und Bürger kann nicht garantiert werden, da am selben Tag in Frankfurt ein sehr großes Fußballspiel stattfindet und weil das erträgliche Maß, das eine freiheitliche Demokratie dulden kann und muss, überschritten ist.

Das vielfache gegendemokratische Reden Pierre Vogels und seiner von ihm geschätzten Gastredner Philips und Green, die Aggressivität seiner Ordner und Sympathisanten, ein Fotograf erhielt einen Schlag auf den Hinterkopf,(18) sowie das Umgehen mehrerer behördlicher Auflagen lassen die für morgen geplante Durchführung der Veranstaltung „Wie steht der Islam zum Terrorismus?“ nicht zu, eine Genehmigung der EZP-Kundgebung ist zu versagen.

Mit freundlichen Grüßen

Gabi Schmidt

Sozialpädagogin

Edward von Roy

Diplom-Sozialpädagoge (FH)

Quellen

(1) Rheinische Post, 10.09.2010, von Jan Drebes und Gabi Peters

http://www.rp-online.de/niederrheinsued/moenchengladbach/nachrichten/Salafisten-Demos-in-Gladbach_aid_905274.html

(2) „Ein Jahr Scharia, für Ehrenmord gibt es die Todesstrafe, für Klauen und Raub gibt es die Hand ab, da wollen wir mal gucken, wie das Ganze sich nach einem Jahr entwickelt“

BürgerZeitung Mönchengladbach

http://www.bz-mg.de/stadtbezirk-nord/eicken/salafisten-post-und-schroeren-fordern-innenminister-ralf-jager-spd-soll-tatig-werden.html

DER TAGESSPIEGEL, 20.12.2010, vom Ulrich Kraetzer

http://www.tagesspiegel.de/politik/radikaler-rueckschlag/3637256.html

(3) FOCUS, 20.04.2011

Nach Ansicht von Hessens Innenminister Rhein und dem Verfassungsschutz tragen radikal-islamische Prediger wie der deutsche Konvertit Vogel zur Radikalisierung junger Muslime bei. Ihre Thesen verbreiten durften sie dennoch.

http://www.focus.de/politik/deutschland/kundgebung-umstrittene-islam-prediger-sprechen-in-frankfurt_aid_620324.html

DER SPIEGEL, 21.04.2011

Die Sicherheitskräfte greifen durch: Der radikalislamistische Prediger Bilal Philips wird aus Deutschland ausgewiesen. Die Polizei habe ihm eine entsprechende Verfügung der Frankfurter Ausländerbehörde am Mittwochabend übergeben, teilte Polizeisprecher Jürgen Linker mit. Bilal, der als Hassprediger gilt, hatte zuvor mit dem salafistischen Konvertiten Pierre Vogel bei einer umstrittenen Veranstaltung zum Thema „Islam – die missverstandene Religion“ in der Frankfurter Innenstadt vor rund 1500 Menschen gesprochen.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,758369,00.html

(4) Frankfurter Rundschau Stefan Behr, 20.04.2011:

Das Verwaltungsgericht hatte zur Auflage gemacht, dass Männer und Frauen nicht voneinander getrennt werden dürfen. Aber die muss keiner trennen. Das macht das Publikum schon selbst. Rechts von der Bühne stehen die Frauen. Links von der Bühne stehen die Männer. Funktioniert bestens. Nur ganz hinten, wo das eher unorthodoxere Publikum steht, hilft eine Ordnerin sanft nach: „Alle Brüder bitte nach ganz links.“

http://www.fr-online.de/frankfurt/duestere-fronten/-/1472798/8365316/-/index.html

Süddeutsche, 21.04.2011

Trotz zahlreicher Proteste sind die radikalislamistischen Prediger Pierre Vogel und Bilal Philips in der Bankenstadt Frankfurt aufgetreten. Vor rund 1500 Menschen – streng getrennt nach Männern und Frauen – sprachen sie an diesem Mittwoch auf dem Roßmarkt in der Innenstadt etwa zwei Stunden über den „Islam – die missverstandene Religion“

http://www.sueddeutsche.de/politik/nach-auftritt-in-frankfurt-schwulenhassender-islam-prediger-ausgewiesen-1.1087848

(5) DER TAGESSPIEGEL, 11.06.2009

Der ebenfalls von der Moschee angekündigte Vortrag des islamistischen Konvertiten und Ex-Profiboxers Pierre Vogel findet offenbar statt. Die Al-Nur-Moschee gilt in Sicherheitskreisen als potenzieller Durchlauferhitzer für Muslime, die sich radikalisieren.

http://www.tagesspiegel.de/berlin/hassprediger-kommt-doch-nicht/1534432.html

(6) The consequence of AIDS is enough to prove that homosexuality is evil and dangerous to society.

The Prophet cursed men who imitated women and women who imitated men. The Western fashion industry is controlled by homosexuals who attempt to blur the distinction between males and females in order to make their behavior more acceptable. (Bilal Philips)

http://www.hidayat.org/blog/2007/03/09/islam-and-homosexuality/

(7) LSVD: In einem 18-minütigen, im Internet zugänglichen Video rechtfertigt Philips die Tötung Homosexueller.

http://www.lsvd.de/1178.0.html

Predigt von Bilal Philips zum Thema Homosexualität, ab Minute 16:00.

http://www.youtube.com/watch?v=AerCqUUxiUo

(8) Hidschab

The four major Sunni schools of thought (Hanafi, Shafi’i, Maliki and Hanbali) hold that entire body of the woman, except her face and hands – though a few clerics say face, hands – is part of her awrah, that is, the parts of her body that must be covered during prayer and in public settings.

http://en.wikipedia.org/wiki/Hijab#Dress_code_required_by_hijab

Hidschab oder Hijab (ḥiǧāb ‚Vorhang‘) ist der arabische Name einer islamisch begründeten Körperbedeckung für Frauen, die nicht nur den Kopf, sondern auch den Körper als Ganzes bedeckt. In Saudi-Arabien ist das Tragen des Hidschab Pflicht, Zuwiderhandlungen werden bestraft. …

Rechtsgelehrte wie z. B. Sayyid Abul Ala Maududi oder der ehemalige Vorsitzende der saudischen Ulama, Abd al-Aziz ibn Baz, vertreten hingegen einen strengeren Standpunkt. Nach ihrer Ansicht müssen auch Gesicht und Hände bedeckt werden.

http://de.wikipedia.org/wiki/Hidschab

In den Staaten Saudi-Arabien und Iran ist der Hidschab für Frauen aufgrund staatlicher Gesetze verpflichtend. Bei Nichtbeachtung der Vorschrift drohen empfindliche Strafen (u. a. Züchtigungen). In vielen muslimischen Staaten besteht für Muslimas praktisch die Verpflichtung zum Hidschab, etwa im Jemen, im Oman und den anderen kleinen Golfstaaten sowie in Afghanistan und neuerdings, nach der Machteroberung durch die Hamas 2007, auch im Gaza-Streifen, wo Frauen ohne Kopftuch bedroht werden. Im Irak werden Frauen, die kein Kopftuch tragen, oder sonst „unislamisch“ gekleidet sind, zunehmend Opfer von Gewalttaten bis hin zu Mord. Auch Angehörige anderer Glaubensrichtungen, etwa Christinnen, werden zum Tragen des Kopftuchs gezwungen.

Begründet wird der Zwang zum Hidschab mit der koranischen Vorschrift, das Rechte zu gebieten und das Verwerfliche zu verbieten. Nach klassischem islamischen Recht (scharia) sind Zwangsmittel dazu nicht nur erlaubt, sondern Pflicht.

http://de.wikipedia.org/wiki/Hidschab#Hidschab_als_Zwang

(9) Hassprediger Zakar Naik (Peace TV. Mumbai / Bombay, India) bewundert Osama bin Laden theologisch und fordert den weiblichen Schleier. In: THE TIMES (The Sunday Times), 30.05.2010. David Leppard: Muslim preacher of hate is let into Britain

Zakir Naik, an Indian televangelist described as a “hate-monger” by moderate Muslims and one Tory MP, says western women make themselves “more susceptible to rape” by wearing revealing clothing. … According to reports in the Indian media, his organisation, the Islamic Research Foundation in Mumbai, was where Rahil Abdul Rehman Sheikh, suspected of being commander of a series of train bombings in Mumbai, and other alleged terrorists spent much of their time before the attacks. …

Zakir Naik: “Western society has actually degraded [women] to the status of concubines, mistresses and social butterflies, who are mere tools in the hands of pleasure seekers and sex marketeers”

“People who change their religion should face the death penalty”

http://www.timesonline.co.uk/tol/news/politics/article7140235.ece

(10) Zakir Naik und der heilige Krieg der al-Qaida:

http://wikiislam.net/wiki/Rebuttals_to_Zakir_Naik#Support_for_Osama_Bin_Laden

Dr. Zakir Naik interviews Abdur Raheem Green

http://www.grandestrategy.com/2010/03/dr-zakir-naik-interviews-abdur-raheem.html

(11) Verfassungsschutz Baden-Württemberg zum Buch Frauen im Schutz des Islam (Abd ar-Rahman asch-Schiha) – Indiziertes Buch liegt an Informationsständen und bei Vorträgen in Baden-Württemberg aus

http://www.verfassungsschutz-bw.de/index.php?option=com_content&view=article&id=921:082009-indiziertes-buch-liegt-an-informationsstaenden-und-bei-vortraegen-in-baden-wuerttemberg-aus&catid=201:meldung&Itemid=327

WELT-online vom 20. Januar 2010 – Polizei stellt frauenfeindliche Islam-Bücher sicher

http://www.welt.de/politik/deutschland/article5921859/Polizei-stellt-frauenfeindliche-Islam-Buecher-sicher.html

(12) If that doesn’t work, he can „leave the wife’s bed.“ Finally, he may „beat“ her, though it must be without „hurting, breaking a bone, leaving blue or black marks on the body and avoiding hitting the face, at any cost.“ …

Such appalling recommendations, drawn from the book „Woman in the Shade of Islam“ by Saudi scholar Abdul Rahman al-Sheha, The notion of using physical punishment as a „disciplinary action,“ as Sheha suggests, especially for „controlling or mastering women“ or others who „enjoy being beaten,“ is common throughout the Muslim world.

http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2006/10/20/AR2006102001261.html

(13) Sven Lau (EZP) verlinkt am 06.05.2011 zur Islamic Online University (IOU) von Bilal Philips

http://www.ezpmuslimportal.de/index.php?option=com_weblinks&view=category&id=2&Itemid=94&lang=de

http://www.islamiconlineuniversity.com/

(14) Hannoversche Allgemeine vom 03. August 2010 – Umstrittene Islamschule in Braunschweig plant Umzug nach NRW

http://www.haz.de/layout/set/gallery/layout/set/gallery/Nachrichten/Politik/Niedersachsen/Umstrittene-Islamschule-in-Braunschweig-plant-Umzug-nach-NRW

(15) Diese deutsch- oder auch türkischsprachige Propaganda fällt dort, wo Jugendliche Identitätskrisen durchleben, auf fruchtbaren Boden: Mit Filmen, Vorträgen und Texten werden aufgrund ihrer einfachen, widerspruchsfreien und totalitären Aussagen gerade bei Jugendlichen immer wieder neue Anhänger für das salafistische Wertesystem gewonnen. Die Integration in salafistische Gemeinschaften wird dabei von einem Radikalisierungsprozess begleitet, der in mehreren Stufen verläuft und dazu führen kann, dass sich Einzelne zur Begehung von Gewalttaten entschließen (Jihadisierung).

Quelle: Verfassungsschutzbericht Baden-Württemberg 2009, Seite 37-38

http://www.sicherheitsforum-bw.de/x_loads/vsbericht_bw_2009.pdf

(16) Gabi Peters, Tina Stockhausen: Islamisten werben Jugendliche an. Rheinische Post, 06.08.2010.

„Der Junge war allein da, und meine Mitarbeiterin hörte, wie der Mann ihn einlud vorbeizukommen“, erzählt sie. „Es gebe dort tolle Sachen. So könne er zum Beispiel Boxen lernen.“ Die Visitenkarte vom Verein „Einladung ins Paradies“ (EZP), die der Mann dem Zwölfjährigen zusteckte, nahm sie an sich.

http://www.rp-online.de/niederrheinsued/moenchengladbach/nachrichten/Islamisten-werben-Jugendliche-an_aid_890623.html

(17) Gesetzliche Regelungen zum Kinder- und Jugendschutz

Sigmar Roll (überarbeitete Fassung, Stand: 01.01.2011).

http://www.familienhandbuch.phase4.de/rechtsfragen/kinderrechte/gesetzliche-regelungen-zum-kinder-und-jugendschutz

(18) Journal Frankfurt, 21.04.2011

Fotografen hatten hier nichts zu lachen: Rüde Ordner schreckten nicht davor zurück, die Presseleute anzugreifen, ein Fotograf erhielt einen Schlag auf den Hinterkopf. Andere wurden verbal bedroht.

http://www.journal-frankfurt.de/?src=journal_news_einzel&rubrik=2&id=12978

Frankfurter Rundschau, 20.04.2011, Stefan Behr:

Ein paar Meter weiter streitet sich eine verschleierte Frau mit den Polizisten, die sie kontrollieren wollen. „Islam – der Weg ins Paradies“ steht auf ihrem Schild. „Wir brauchen hier eine Frau an der Kontrolle, eine Polizistin“, brüllt ein Polizist in Richtung seiner Kollegen.

http://www.fr-online.de/frankfurt/duestere-fronten/-/1472798/8365316/-/index.html

233. Pierre Vogel und Abdur-Raheem Green in Koblenz

2. Mai 2011

كوبلنس

Koblenz

Gabi Schmidt

Mönchengladbach

Update: Islamistische Open-Air-Veranstaltung in Koblenz. Wie bei Thilo Becker am 21.05.2011 zu lesen ist, hat der Inhaber der Moorsberghalle mitgeteilt, dass die Veranstaltung mit Pierre Vogel und Abdur-Raheem Green für diesen Ort abgesagt worden ist. Am 22.05.2011 weiß der Bürgermeister von Höhr-Grenzhausen: „Auf seiner Homepage wird nun eine Veranstaltung unter freiem Himmel am 29.05.2011 in Koblenz angekündigt. … in der Schlusssequenz des Videos von Ibrahim Thomas Al Almani zu lesen.“

Herrn Oberbürgermeister

Joachim Hofmann-Göttig

Ratsmitglieder der Stadt Koblenz

Jugendrat Koblenz

Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion, Trier

02.05.2011

Offener Brief

29. Mai 2011: Koblenz muss die Propaganda salafistischer Prediger eingrenzen

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

sehr geehrte Damen und Herren,

der vom Verfassungsschutz beobachtete Missionar Pierre Vogel genannt Abu Hamza kündigt für den 29. Mai 2011 eine Dawa-Großveranstaltung in Koblenz oder im Koblenzer Umland an. Anders als in der Frankfurter Innenstadt, wo die Islamisten am 20. April 2011 auf einem innenstädtischen Platz zusammenkamen[1], soll der mittelrheinische Vortrag in einer großen Halle stattfinden, deren genaue Lage vom Veranstalter zur Stunde geheim gehalten wird.

In Frankfurt hörten 1500 Menschen dem Islamisten zu, Menschenrechtsgruppen protestierten unweit davon gegen Islamismus und Scharia. Die behördliche Auflage, die Geschlechter nicht zwangsweise zu trennen, wurde umgangen, für die Geschlechtertrennung sorgte eine Ordnerin. Ehrengast war der in Jamaika geborene und in Kanada aufgewachsene Hassprediger Bilal Philips, dem unmittelbar nach dem Auftritt auferlegt wurde, Deutschland innerhalb von drei Tagen zu verlassen.

Bilal Philips genannt Abu Ameenah hat Einreiseverbot in den USA, 2007 galt er in Australien als Nationales Sicherheitsrisiko und erhielt daher kein Visum. Philips rief in den Neunziger Jahren Konvertiten zum Islam dazu auf, in Bosnien „für die Muslime“ zu kämpfen. Der für seine schwulenfeindlichen Äußerungen bekannte Prediger hält Vorträge an der von Zakir Naik (s. u.) geleiteten Islamic Research Foundation im indischen Mumbai (Bombay). Der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) protestierte 2009 dagegen, dass Bilal Philips pauschal Homosexualität mit Pädophilie und Inzest gleichsetzt und als „Bedrohung für die Gesellschaft insgesamt“ zusammenfasst[2], [3]. Philips soll mehrfach zur Ermordung von Homosexuellen aufgerufen haben [4] FOCUS, 20.04.2011

In Koblenz will Vogel in diesem Monat mit einem anderen international bekannten salafistischen Prediger auftreten, es geht um Abdur Raheem Green (http://www.islamsgreen.org/) aus England. Der aus Daressalam (Tansania) stammende Green ist ein weiterer prominenter Missionar der islamischen Gegenmoderne, die Salafismus genannt wird und welche die Lebensweise der Zeit zwischen 622 und 855 n. Chr. verherrlicht.

Auch Green begründet religiös, dass der Islam mit der Demokratie unvereinbar ist und dass das islamische Rechtssystem, die Scharia, einem jeden von Menschen ersonnenen Gesetz sittlich überlegen sei . Urheber des Islamischen Rechts ist für Salafisten bzw. orthodoxe Muslime Allah, der nicht nur innerseelisch, sondern auch in allen gesetzgeberischen Belangen Regent sein muss, Souverän.

Vor tausenden von Zuhörern predigte Green in Indien:

“Der Islam ist mit der Demokratie nicht kompatibel.”

In Indien ist Abdur Raheem Green vor vier Jahren Gast von Zakir Naik gewesen. Dr. Naik fordert die Todesstrafe für Glaubensabtrünnige und den Hidschab (Schleier) für die Frau. Die Unverschleierte, so der Mediziner, gerate in Gefahr, vergewaltigt zu werden. Die von ihm so genannte westliche Gesellschaft habe die Frau in den erniedrigten Status einer Konkubine herabgedrückt und verzerre die maskuline Identität in Richtung von hoffnungsloser Sinnsuche und barbarischem Sexkonsum. Erst der Islam hebe die Frau wieder hinauf zu ihrer eigentlichen Bestimmung und wahren femininen Würde. Zakir Naik verachtet die USA („America, the biggest terrorist“), bewundert Osama bin Laden theologisch und betreibt den Fernsehkanal Peace TV, des sich an die Muslime Indiens richtet. Tatsachenfern stellt das „Friedensfernsehen“ die New Yorker Terrorangriffe als antiislamisches Werk der US Regierung dar[5].

Neben der Wertschätzung der Todesstrafe für Glaubensabtrünnige,

“People who change their religion should face the death penalty”,

fiel der gottesfürchtige Green-Gastgeber Naik durch sein Interesse am Dschihad auf:

„If Osama Bin Laden is terrorizing the enemies of Islam, I am with him. If he is terrorizing America, the biggest terrorist, then I am with him. Every Muslim should be a terrorist.“[6]

Im Januar 2010 wurden bei einer bundesweiten Razzia der Polizei in Privatwohnungen und in wahhabitischen bzw. salafistischen Moscheen gegendemokratisch und frauenfeindlich orientierte Bücher sowie Filme und CDs beschlagnahmt. Darunter war auch die vom saudi-arabischen Islamgelehrten Abd ar-Rahman asch-Schiha (Abdul Rahman al-Sheeha) verfasste Schrift Frauen im Schutz des Islam[7], [8], in der verheirateten männlichen Rechtgläubigen erlaubt wird, ihre widerspenstigen Ehefrauen erst zu ermahnen, dann im Ehebett zu meiden und zuletzt im Namen der Religion

„zu schlagen, ohne zu verletzen, Knochen zu brechen, blaue oder schwarze Flecken auf dem Körper zu hinterlassen, und unter allen Umständen vermeiden, ins Gesicht zu treffen.“

Bereits ein Jahr vor der Razzia war das Buch Frauen im Schutz des Islam durch ein Gremium der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien in die Liste der jugendgefährdenden Medien aufgenommen (15. Januar 2009).

Andere Schriften desselben Klerikers aus Saudi-Arabien wurden noch am 26.12.2010 in Mönchengladbach auf dem Außengelände der zeitweilig einen illegalen Kindergarten betreibenden, an jenem Tag allerdings behördlich versiegelten salafistischen Moschee verteilt.

Religiöses Frauenprügeln ist von Artikel 4 GG Religionsfreiheit nicht gedeckt. Wer derartige Bücher verteilt, braucht die bundesdeutsche Verfassung offensichtlich nicht mehr, sondern will einen anderen Staat. Im Zusammenhang mit den beschlagnahmten Büchern vom Januar 2010 sind in der Presse die Namen Mohammed Ciftci (Braunschweig), Pierre Vogel (Köln) und Sven Lau (Mönchengladbach) genannt worden.

Bis Ende März 2011 war Scheich Muhamed Seyfudin Ciftci genannt Abu Anas spirituelle Autorität beim Verein Einladung zum Paradies. Die Hannoversche Allgemeine (HAZ) beruft sich auf Landes- und Bundesverfassungsschützer, die wissen, dass das Ziel des an Ciftcis Braunschweiger „Islamschule“ gelehrten Salafismus die Abkehr von der Demokratie und die Hinwendung zum Gottesstaat ist. „Islamschule“ bietet ein Online-basiertes Fernstudium nach saudi-arabischem Lehrplan an, 200 Studenten sollen dort eingeschrieben sein und den salafistischen bzw. hanbalitisch-wahhabitischen Islam lernen. Ciftcis Scharia-Lehrstätte ist seit Jahren im Visier der niedersächsischen Verfassungsschützer gewesen, der im Sommer 2010 geplante Umzug nach Nordrhein-Westfalen (Mönchengladbach) wurde bislang nicht umgesetzt.

Volkssouveränität gelte, so die HAZ weiter, für Salafisten als unsittliche Weltanschauung:

Ziel des dort gelehrten Salafismus sei ein rigider „Gottesstaat“, wie er in der Frühzeit des Islam herrschte. Demokratie gelte für Salafisten dagegen als „falsche Religion“.[9]

Die WELT (20.01.2010) schreibt über die gezielt desintegrierende Arbeitsweise der Salafisten:

Sie schwören zwar der Gewalt ab, verfolgen aber unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit und Gesetzestreue antidemokratische Ziele. Mit propagandistischen Mitteln wird versucht, Vorstellungen und Werte in der hiesigen Gesellschaft zu verankern, die nicht nur laufende Dialog- und Integrationsbemühungen untergraben, sondern auch die Gültigkeit geltender Rechtsnormen aushebeln.

Die salafistischen Netzwerke, die von Verfassungsschützern teilweise dem dschihadistischen Spektrum zugerechnet werden, wollen also nicht die wichtige Integration, sondern die Abschottung, die Segregation, ihre Rede von religiöser Toleranz bedeutet geheiligte Frauenentrechtung, und wenn sie Koexistenz sagen, sollten wir Apartheid verstehen.

Salafisten verlangen von ihren Frauen eine extreme Weise der Verschleierung, grundsätzlich gelten Ganzkörperbedeckungen mit Niqab (Gesichtsschleier) als verpflichtend[10].

Anders als es die jenseitszentrierten Herren Ciftci, Vogel und Lau sehen, ist für uns Säkulare, also auch für die Muslime unter uns, Demokratie keine „falsche Religion“, sondern dient überhaupt nicht der Rettung der Seele. Erst die freiheitlich-demokratische Grundordnung und Lebensweise, die mit dem islamischen Recht nicht möglich ist, schafft die für jeden Einzelnen, auch für jede Frau, zugänglichen Grundrechte und Bürgerrechte.

Ein großer Anteil der Bevölkerung, die der „Einladung zum Paradies“ auf den Leim zu gehen drohen, ist zwischen zwanzig und vierzig Jahre alt. Durch schlechte oder fehlende Schulabschlüsse sowie die allgemein schwierige wirtschaftliche Situation sozial und ökonomisch marginalisiert und von der gesellschaftlichen Teilhabe weitgehend ausgeschlossen, ist es einem hohen Prozentsatz dieser Menschen noch nicht gelungen, in der Gesellschaft sicher Fuß zu fassen. Besteht dann durch angespannte Familienverhältnisse wenig Rückhalt und Zuspruch, ist die Wahrscheinlichkeit einer Sinnkrise groß. Mit seinem manichäischen Schwarz-Weiß-Denken, den einfachen Erklärungsmustern, klaren Regeln, simplen Lösungen und nicht zuletzt durch die scheinbare Aufwertung des verletzten Egos bieten salafistische Netzwerke jungen Leuten, die nach Orientierung, Rechtleitung und Anerkennung suchen, einen aus Sicht der Angeworbenen plausiblen Ausweg aus ihrer Misere an. Jetzt gehört man zu Allahs auserwähltem Volk und steht als Rechtgläubiger endlich auf der Seite der Gewinner[11].

Doch auch angehende Akademiker fallen in das Beuteschema der Missionare, vor allem weibliche Studierende. Vor zehn bis zwölf Monaten lagen Werbeflyer von Einladung zum Paradies in den Fluren und Aufenthaltsräumen der Hochschule Niederrhein aus, einer eigentlich zur weltanschaulichen Neutralität verpflichteten Institution.

Insbesondere Kinder und Jugendliche sind davor zu bewahren, von den Salafisten angeworben zu werden.

Im Mai 2010 ist ein zwölfjähriges Kind in einer Mönchengladbacher Arztpraxis von einem erwachsenen Islamisten, der religiöse Kleidung trug, zu sportlichen und erlebnisorientierten Veranstaltungen angeworben worden, dem Jungen wurde eine Visitenkarte von Einladung zum Paradies (EZP) zugesteckt[12].

EZP betrieb am Nachmittag des 09.04.2011 in der Innenstadt von Mönchengladbach (MG Rheydt, Marienplatz) einen überdachten Infotisch. Dort fanden sich gegen 17:20 Uhr zwei Mädchen im Alter von schätzungsweise elf und sechs Jahren ein, die sich mindestens zwanzig Minuten lang mit den Aktivisten unterhielten und das ausliegende Informationsmaterial gemeinsam betrachteten. Bei dem sonnigen, warmen Wetter brachte ein Salafist ein Tablett mit Eisbechern heran, die Missionare und auch die beiden Kinder erhielten jeweils ein Eis. Das Anwerben von Kindern und Jugendlichen, die nicht in Begleitung ihrer Eltern sind, ist niemandem erlaubt und sollte allen erwiesenermaßen verfassungsfeindlichen Gruppen erst recht nicht gestattet werden.

Mit diesem offenen Brief fordern wir den Koblenzer Oberbürgermeister, die Ratsmitglieder der Stadt Koblenz und den Jugendrat Koblenz dazu auf, sich von den gegendemokratischen Bestrebungen der Prediger Pierre Vogel und Abdur Raheem Green zu distanzieren und klar zu sagen, dass eine an der Scharia orientierte Missionsveranstaltung in Städtischen Räumen und im öffentlichen Raum nicht erwünscht ist und, gerade für Minderjährige, nicht empfohlen wird.

In Umsetzung der gesetzlichen Regelungen zum Kinder- und Jugendschutz sollte die Stadt Koblenz dafür Sorge tragen, dass Kindern und Jugendlichen am 29.05.2011 der Zutritt zur Veranstaltung der Islamisten Green und Vogel verunmöglicht wird.

Der gesetzliche Kinder- und Jugendschutz beinhaltet, Gefährdungen möglichst nicht entstehen zu lassen (struktureller Jugendschutz), über Gefährdungen aufzuklären und zur Bewältigung anzuleiten (erzieherischer Jugendschutz), den Umgang mit Gefährdungen zu regeln (gesetzlicher Jugendschutz)[13]

Die Koblenzer Stadtverwaltung, insbesondere das Amt für Jugend, Familie, Senioren und Soziales – Abteilung IV (Kinder, Jugend und Familie) sowie die Gleichstellungsstelle (Stabsstelle 07), sollten die Öffentlichkeit aktiv und fundiert über den Salafismus informieren, jene jugendgefährdende, menschenfeindliche und dezidiert frauenverachtende Strömung des fundamentalistischen Islam.

Die Adressaten dieses Briefes sollen dazu beitragen, dass eine derartig misogyne und demokratiefeindliche Gruppe wie Einladung zum Paradies auf dem Stadtgebiet und im Regierungsbezirk auch in den nächsten Jahren keinen Infotisch aufstellen oder ähnliche Aktivitäten im öffentlichen Raum sowie in städtischen Einrichtungen durchführen darf.

Der Verein, in dem Pierre Vogel Mitglied ist, nennt sich Einladung zum Paradies und beansprucht die Deutungshoheit zum Islam. Alle anders ausgerichteten Muslime befinden sich demzufolge einem Irrweg, muslimische Säkulare wie Bassam Tibi oder Necla Kelek droht die Zuschreibung der Apostasie.

Für alle säkularen muslimisch geprägten Demokraten müssen wir uns einsetzen. Den Kindern und Enkelkindern der Konvertiten zum Islam oder der muslimisch sozialisierten Einwanderer der Sechziger und Siebziger Jahre haben wir den Weg in die kulturelle Moderne offen zu halten. Frauenrechtlerinnen, gerade denen mit einem so genannten islamischen Migrationshintergrund, dürfen wir nicht in den Rücken fallen, indem wir zum Salafismus schweigen bzw. ihm Werbung ermöglichen.

Integration bleibt unsere wichtigste Aufgabe. Es ist unser Ziel, Bürgerinnen und Bürger in zu integrieren: In den Arbeitsmarkt, in die Frauen und Atheisten gleich behandelnde Solidargemeinschaft, in Sprachfähigkeit und Sprachkultur. Hier wird deutlich: Wir integrieren in die universellen Menschenrechte (AEMR, 10.12.1948), nicht in die Scharia. Wir integrieren in das Grundgesetz, nicht in die religiös begründete Segregation und die Geschlechterapartheid des islamischen Fundamentalismus.

Mit freundlichen Grüßen

Gabi Schmidt

Sozialpädagogin

Edward von Roy

Diplom-Sozialpädagoge (FH)

Quellen

[1] FOCUS, 20.04.2011

Nach Ansicht von Hessens Innenminister Rhein und dem Verfassungsschutz tragen radikal-islamische Prediger wie der deutsche Konvertit Vogel zur Radikalisierung junger Muslime bei. Ihre Thesen verbreiten durften sie dennoch.

http://www.focus.de/politik/deutschland/kundgebung-umstrittene-islam-prediger-sprechen-in-frankfurt_aid_620324.html

DER SPIEGEL, 21.04.2011

Die Sicherheitskräfte greifen durch: Der radikalislamistische Prediger Bilal Philips wird aus Deutschland ausgewiesen. Die Polizei habe ihm eine entsprechende Verfügung der Frankfurter Ausländerbehörde am Mittwochabend übergeben, teilte Polizeisprecher Jürgen Linker mit. Bilal, der als Hassprediger gilt, hatte zuvor mit dem salafistischen Konvertiten Pierre Vogel bei einer umstrittenen Veranstaltung zum Thema „Islam – die missverstandene Religion“ in der Frankfurter Innenstadt vor rund 1500 Menschen gesprochen.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,758369,00.html

[2] DER TAGESSPIEGEL, 11.06.2009

Der ebenfalls von der Moschee angekündigte Vortrag des islamistischen Konvertiten und Ex-Profiboxers Pierre Vogel findet offenbar statt. Die Al-Nur-Moschee gilt in Sicherheitskreisen als potenzieller Durchlauferhitzer für Muslime, die sich radikalisieren.

http://www.tagesspiegel.de/berlin/hassprediger-kommt-doch-nicht/1534432.html

[3] The consequence of AIDS is enough to prove that homosexuality is evil and dangerous to society. …

The Prophet cursed men who imitated women and women who imitated men. The Western fashion industry is controlled by homosexuals who attempt to blur the distinction between males and females in order to make their behavior more acceptable. (Bilal Philips)

http://www.hidayat.org/blog/2007/03/09/islam-and-homosexuality/

[4] LSVD: In einem 18-minütigen, im Internet zugänglichen Video rechtfertigt Philips die Tötung Homosexueller.

http://www.lsvd.de/1178.0.html

Predigt von Bilal Philips zum Thema Homosexualität, ab Minute 16:00.

http://www.youtube.com/watch?v=AerCqUUxiUo

[5] Hassprediger Zakar Naik (Peace TV. Mumbai / Bombay, India) bewundert Osama bin Laden theologisch und fordert den weiblichen Schleier. In: THE TIMES (The Sunday Times), 30.05.2010. David Leppard: Muslim preacher of hate is let into Britain

Zakir Naik, an Indian televangelist described as a “hate-monger” by moderate Muslims and one Tory MP, says western women make themselves “more susceptible to rape” by wearing revealing clothing. … According to reports in the Indian media, his organisation, the Islamic Research Foundation in Mumbai, was where Rahil Abdul Rehman Sheikh, suspected of being commander of a series of train bombings in Mumbai, and other alleged terrorists spent much of their time before the attacks. …

Zakir Naik: “Western society has actually degraded [women] to the status of concubines, mistresses and social butterflies, who are mere tools in the hands of pleasure seekers and sex marketeers”

“People who change their religion should face the death penalty”

http://www.timesonline.co.uk/tol/news/politics/article7140235.ece

[6] Zakir Naik und der heilige Krieg der al-Qaida:

http://wikiislam.net/wiki/Rebuttals_to_Zakir_Naik#Support_for_Osama_Bin_Laden

Dr. Zakir Naik interviews Abdur Raheem Green

http://www.grandestrategy.com/2010/03/dr-zakir-naik-interviews-abdur-raheem.html

[7] Verfassungsschutz Baden-Württemberg zum Buch Frauen im Schutz des Islam (Abd ar-Rahman asch-Schiha) – Indiziertes Buch liegt an Informationsständen und bei Vorträgen in Baden-Württemberg aus

http://www.verfassungsschutz-bw.de/index.php?option=com_content&view=article&id=921:082009-indiziertes-buch-liegt-an-informationsstaenden-und-bei-vortraegen-in-baden-wuerttemberg-aus&catid=201:meldung&Itemid=327

[8] If that doesn’t work, he can „leave the wife’s bed.“ Finally, he may „beat“ her, though it must be without „hurting, breaking a bone, leaving blue or black marks on the body and avoiding hitting the face, at any cost.“ …

Such appalling recommendations, drawn from the book „Woman in the Shade of Islam“ by Saudi scholar Abdul Rahman al-Sheha, The notion of using physical punishment as a „disciplinary action,“ as Sheha suggests, especially for „controlling or mastering women“ or others who „enjoy being beaten,“ is common throughout the Muslim world.

http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2006/10/20/AR2006102001261.html

[9] Hannoversche Allgemeine vom 03. August 2010 – Umstrittene Islamschule in Braunschweig plant Umzug nach NRW

http://www.haz.de/layout/set/gallery/layout/set/gallery/Nachrichten/Politik/Niedersachsen/Umstrittene-Islamschule-in-Braunschweig-plant-Umzug-nach-NRW

[10] WELT-online vom 20. Januar 2010 – Polizei stellt frauenfeindliche Islam-Bücher sicher

http://www.welt.de/politik/deutschland/article5921859/Polizei-stellt-frauenfeindliche-Islam-Buecher-sicher.html

[11] Diese deutsch- oder auch türkischsprachige Propaganda fällt dort, wo Jugendliche Identitätskrisen durchleben, auf fruchtbaren Boden: Mit Filmen, Vorträgen und Texten werden aufgrund ihrer einfachen, widerspruchsfreien und totalitären Aussagen gerade bei Jugendlichen immer wieder neue Anhänger für das salafistische Wertesystem gewonnen. Die Integration in salafistische Gemeinschaften wird dabei von einem Radikalisierungsprozess begleitet, der in mehreren Stufen verläuft und dazu führen kann, dass sich Einzelne zur Begehung von Gewalttaten entschließen (Jihadisierung).

Quelle: Verfassungsschutzbericht Baden-Württemberg 2009, Seite 37-38

http://www.sicherheitsforum-bw.de/x_loads/vsbericht_bw_2009.pdf

[12] Gabi Peters, Tina Stockhausen: Islamisten werben Jugendliche an. Rheinische Post, 06.08.2010.

„Der Junge war allein da, und meine Mitarbeiterin hörte, wie der Mann ihn einlud vorbeizukommen“, erzählt sie. „Es gebe dort tolle Sachen. So könne er zum Beispiel Boxen lernen.“ Die Visitenkarte vom Verein „Einladung ins Paradies“ (EZP), die der Mann dem Zwölfjährigen zusteckte, nahm sie an sich.

http://www.rp-online.de/niederrheinsued/moenchengladbach/nachrichten/Islamisten-werben-Jugendliche-an_aid_890623.html

[13] Gesetzliche Regelungen zum Kinder- und Jugendschutz

Sigmar Roll (überarbeitete Fassung, Stand: 01.01.2011).

http://www.familienhandbuch.phase4.de/rechtsfragen/kinderrechte/gesetzliche-regelungen-zum-kinder-und-jugendschutz

DER OBERBÜRGERMEISTER DER STADT KOBLENZ

Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig

Frau Gabi Schmidt

Mönchengladbach

Koblenz, 10. Mai 2011

Sehr geehrte Frau Schmidt,

vielen Dank für Ihr Schreiben und Ihren Hinweis, dass der Missionar Pierre Vogel, wie von Ihnen beschrieben, genannt Abu Hamza für den 29. Mai 2011 eine Veranstaltung in Koblenz oder im Koblenzer Umland angekündigt hat.

Wir haben uns deshalb aufgrund Ihres Schreibens zeitnah mit den zuständigen Behörden der Polizei und des Kommissariats des Staatsschutzes in Verbindung gesetzt, um mögliche Details und Kenntnisse in Erfahrung zu bringen. In diesem Rahmen hat uns das Kommissariat darüber informiert, dass die Veranstaltung definitiv nicht in der Stadt Koblenz stattfinden wird. An welchem Ort ein möglicher Auftritt geplant, wurde uns aus polizeilichen Gründen jedoch nicht mitgeteilt.

Ich werde diese Informationen auch an die Fraktionen des Koblenzer Stadtrates weitergeben. Ich bedanke mich noch einmal für Ihren unverzüglichen und hilfreichen Hinweis und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen

Joachim Hofmann-Göttig

232. Petition Bundestag, zu: Europäisch-Iranische Handelsbank (EIHB)

1. Mai 2011

Edward von Roy

DEUTSCHER BUNDESTAG

Sekretariat des Petitionsausschusses

Platz der Republik 1

11011 Berlin

14.04.2011

Pet 2-17-99-1030-023146

Petition

Der Deutsche Bundestag möge beschließen: Die Zusammenarbeit der Bundesrepublik Deutschland, damit auch der Deutschen Bundesbank, mit der Europäisch-Iranischen Handelsbank (EIHB; EIH-Bank) ist zu beenden, ein Betätigungsverbot gegen die EIHB wird erlassen, alle EIHB-Konten werden eingefroren.

Begründung

Die Islamische Republik Iran missachtet die Standards der am 10.12.1948 ratifizierten Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (AEMR) in schwerlich zu überbietender Weise. Das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland (GG) gründet auf der AEMR. Ein zentrales Werkzeug(1) der Menschenfeindlichkeit integrierenden Finanzpolitik des Iran ist seit 1994 die Europäisch-Iranische Handelsbank (EIHB), die 1971 als Deutsch-Iranische Handelsbank AG gegründet wurde.(2)

Hauptanteilseigner der EIHB ist die iranische Bank of Industry and Mine, die 52 Prozent an der EIHB hält, Minderheitsbeteiligungen sind die Bank Mellat, die Bank Tejarat sowie die Bank Refah, die drei letztgenannten sind iranischer Staatsbesitz. Trotz der 2006 verschärften Sanktionen des Weltsicherheitsrates konnte sich das Geschäftsvolumen der EIHB zwischen 2006 und 2009 mehr als verdoppeln.(3)

Um die sich im GG darstellenden Ansprüche der AEMR umzusetzen und zu erhalten, beantragen die Petenten, jede Zusammenarbeit Deutschlands, gerade auch der Deutschen Bundesbank,(4) mit der Europäisch-Iranischen Handelsbank (EIHB) so lange einzustellen, bis Innenpolitik und Außenpolitik des Iran den Standards der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte entsprechen. Dann wäre es der BRD beispielsweise nicht mehr möglich, mehrere Milliarden Euro, die aus dem Ölgeschäft Indiens stammen, anzunehmen und an die EIHB weiterzuleiten.(5) Es kann nicht angehen, dass dem Souverän (dem Volk) verborgen bleibt, wie viel indisches Geld durch die Bundesregierung angenommen und an den Iran weitergeleitet wird.

Deutschlands Politik darf das Menschenbild der AEMR, auf dem Artikel 1 GG beruht, nicht ironisieren, indem sie Geschäftsleute engagiert dazu ermutigt, mit dem heutigen Iran Handel zu treiben. Dieses trägt dazu bei, ein System an der Macht zu halten, in dem Frauen staatsprogrammatisch diskriminiert sind und Kritiker der Regierung oder des Islam wegen efsad-e fel-arz, Verderbenstiften auf Erden, oder moharebeh(6), (7), wegen eines Angriffs gegen Allah und seinen Propheten, mit der Todesstrafe rechnen müssen.

Neben dem Setzen der EIHB auf die Schwarze Liste(8) der vom Irangeschäft ausgeschlossenen Institutionen möge der Deutsche Bundestag beschließen, jede Tätigkeit der nach deutschem Recht eingetragen und organisierten Europäisch Iranischen Handelsbank auf deutschem Hoheitsgebiet vorläufig zu untersagen. Alle Konten der EIHB sind einzufrieren.

Mit freundlichen Grüßen

Edward von Roy

Gabi Schmidt

(1) IGFM, 07.04.2011:

„Nach Erkenntnissen der IGFM agiert die 1971 gegründete Europäisch-Iranische Handelsbank AG (EIHB) als eine der wichtigsten monetären Stützen der iranischen Regimes. Dieser für die Ahmadinedschad-Regierung wichtige, global agierende Akteur ist eine deutsche Bank mit iranischen Eigentümern.“

http://www.igfm.de/Detailansicht.384+M5d7dfc1ec1f.0.html

(2) eihbank, ohne Datum, abgerufen am 12.04.2011:

„Europäisch-Iranische Handelsbank AG has demonstrated such expertise throughout its 40 years of activity as a specialised bank: Convincing proof is provided by our creative solutions, flexible financing and professional assistance in processing business with Iran.“

http://www.eihbank.de/about.php

(3) Handelsblatt, 05.04.2011:

„Es stellte sich zudem die Frage, warum die Bundesregierung die in das Geschäft verwickelte Europäisch-Iranische Handelsbank (EIHB) nicht schon längst auf die Sanktionsliste der EU gesetzt habe“

http://www.handelsblatt.com/politik/international/die-hausbank-des-mullah-regimes/3995060.html

(4) Handelsblatt, 28.03.2011

„Das Geld, das Indien demnach nicht mehr an Iran, sondern an die Bundesbank überweist, fließt dann von Frankfurt an die Europäisch-Iranische Handelsbank.“

http://www.handelsblatt.com/politik/international/die-heimlichen-iran-geschaefte-der-bundesbank/3995078.html

(5) DER SPIEGEL, 05.04.2011

„Am Montag vergangener Woche war bekannt geworden, dass Indien und Iran Zahlungen für Öllieferungen über Deutschland abwickeln. Indien hatte die direkten Finanzbeziehungen zu Iran zuvor auf Druck der USA eingestellt. Nun sollten die Zahlungen von der indischen Zentralbank zunächst an die Bundesbank gehen, von dort weiter an die umstrittene Europäisch-Iranische Handelsbank (EIHB) mit Sitz in Hamburg. Die EIHB leitete das Geld nach Teheran weiter.… Wieviel Geld bisher von Indien über die Bundesbank an Iran geflossen ist, ist unklar.“

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,755141,00.html

(6) fidh: IRAN/death penalty, April 2009

“Moharebeh is the action of a mohareb (a warrior); efsad-e fel-arz (corruption on earth) is the action of a mofsed-e fel-arz (‘corrupt on earth’). By implication, a mohareb is a ‘mohareb baa Khoda or a theomachist, a ‘warrior against God’. A large number of members of the opposition groups were in various years, in particular in 1981 and 1988, executed for ‘waging war against God’.“

http://www.fidh.org/IMG/pdf/Rapport_Iran_final.pdf

(7) amnesty international, 28.02.2008

“Women in Iran face widespread discrimination under the law. They do not have equal rights with men in marriage, divorce, child custody and inheritance, for example. Iranian women’s rights defenders have courageously launched a campaign demanding an end to legal discrimination against women.

http://www.amnesty.org/en/library/asset/MDE13/027/2011/en/27ec2c50-346d-4943-a057-3f7c56ab3187/mde130272011en.html

(8) Süddeutsche, 08.09.2010:

„Das US-Finanzministerium hat die Europäisch-Iranische Handelsbank (EIHB) in Hamburg auf eine Schwarze Liste gesetzt. Die Bank, hinter der der Iran steht, für die aber die deutschen Aufsicht zuständig ist, soll Teheran beim Aufbau seines Atom- und Raketenprogramms geholfen haben.“

http://www.sueddeutsche.de/geld/europaeisch-iranische-handelsbank-ab-auf-die-schwarze-liste-1.997519

DEUTSCHER BUNDESTAG

Petitionsausschuss

Platz der Republik 1

Herrn

Edward von Roy

11011 Berlin, 07.07.2011

Pet 2-17-08-7601-023146

Betr.: Bankenwesen

Bezug: Mein Schreiben vom 17.05.2011

Anlg.: – 1 –

Sehr geehrter Herr von Roy,

ich komme auf Ihre Eingabe vom 14.04.2011 zurück und darf Ihnen anliegend die dazu vom Bundesministerium der Finanzen angeforderte Stellungnahme mit der Bitte um Kenntnisnahme übersenden.

Diese Stellungnahme geht sachlich zutreffend auf Ihr Anliegen ein und ist aus Sicht des Petitionsausschusses nicht zu beanstanden. Danach sind sämtliche Konten der Europäisch-Iranischen Handelsbank (EIHB) bei Kreditinstituten in der EU sowie alle Konten, welche die EIHB selbst führt, seit ihrer Listung am 24.05.2011 mit unmittelbarer Wirkung gesperrt.

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit diesen Ausführungen behilflich sein konnte.

Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag

(…)

Bundesministerium der Finanzen

An:

Deutscher Bundestag, Petitionsausschuss

15. Juni 2011

Betreff:

Bankenwesen;

Eingabe des Herrn Edward von Roy, vom 14.04.2011

Bezug:

Ihr Schreiben vom 12.05.2011 (Pet 2-17-08-7601-023146), hier eingegangen am 25.05.2011

Anlagen

1

GZ

VIII A 3 – WK 7031/11/10037

DOK

2011/04/0478094

I. Sachverhalt

In seiner Eingabe bezieht sich der Petent auf die Menschenrechtssituation im Iran. Mit dem Ziel, diese zu verbessern, strebt er eine Entschließung des Deutschen Bundestages im Hinblick auf die Geschäftstätigkeit der Europäisch-Iranischen Handelsbank AG (EIHB) an. Insbesondere fordert er, dass alle Konten der EIHB eingefroren werden. Dabei beruft er sich auf die „Bedeutung der EIHB für die deutsch-iranischen Handelsbeziehungen“.

Bei der EIHB handelt es sich um ein Kreditinstitut im Sinne des Kreditwesengesetzes mit Sitz in Hamburg, dessen Anteilseigner vier iranische Banken sind, darunter als Mehrheitsgesellschaft die Bank of Industry and Mine.

II. Stellungnahme

Die Bundesregierung setzt sich mit großem Nachdruck für eine Verbesserung der allgemeinen Menschenrechtslage sowie die Gewährleistung von politischen und bürgerlichen Freiheiten in Iran ein. Unter anderem unterstützt die Bundesregierung beispielsweise aktiv Sanktionen gemäß der Verordnung (EU) Nr. 359/2011 des Rates vom 12. April 2011 wie Kontensperrungen und Reiseverbote gegen iranische Offizielle in den Revolutionsgarden, der Polizei und Justiz, die in Menschenrechtsverletzungen verwickelt sind.

Neben den vorgenannten restriktiven Maßnahmen, bei denen das Augenmerk auf den Menschenrechtsverletzungen im Iran liegt, betreffen die Resolutionen des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen 1737, 1747, 1803, 1835 und 1929 sowie die in Deutschland unmittelbar geltende Verordnung (EU) Nr. 961/2010 des Rates vom 25. Oktober 2010 über restriktive Maßnahmen gegen Iran die unzureichende Kooperation Irans dabei, die Zweifel an der friedlichen Natur seines Nuklearprogramms auszuräumen.

Mit der am 24. Mai 2011 in Kraft getretenen Durchführungsverordnung (EU) Nr. 503/2011 des Rates, welche die Verordnung (EU) Nr. 961/2010 ergänzt, wurde die EIHB gelistet. In diesem Zusammenhang ist klarzustellen, dass die Europäische Union keine „schwarze Liste der vom Irangeschäft ausgeschlossenen Institutionen“ führt. Vielmehr ist mit Listung gemeint, dass das Vermögen der gelisteten Personen und Unternehmen eingefroren ist. Sämtliche Konten der EIHB bei Kreditinstituten in der EU sowie alle Konten, welche die EIHB selbst führt, sind seit ihrer Listung mit unmittelbarer Wirkung gesperrt. Zudem dürfen nun der EIHB nach dem sog. Bereitstellungsverbot weder unmittelbar noch mittelbar Gelder oder wirtschaftliche Ressourcen zur Verfügung gestellt werden oder zugute kommen.

Folge des Bereitstellungsverbots ist demnach, dass die EIHB nicht mehr werbend tätig werden, also kein Neugeschäft mehr betreiben kann. Da die Listung der EIHB im Rahmen des Nichtverbreitungs-Sanktionsregimes erfolgte, weisen die Gründe hierfür folgerichtig keinen Bezug zur Menschenrechtssituation in Iran auf.

Im Ergebnis sind jedoch die Forderungen des Petenten mit der Listung der EIHB bereits Realität; eine Entschließung des Bundestages zum Thema ist schon deswegen nicht angezeigt.

Soweit der Petent eine Zusammenarbeit der Deutschen Bundesbank mit der EIHB aus Presseberichten über Zahlungen hinsichtlich indischer Ölgeschäfte ableitet, ist folgendes festzustellen: Nach der Verordnung (EU) Nr. 961/2010 bedürfen Zahlungen von und an iranische Personen, Organisationen und Einrichtungen – wie der EIHB – ab einem Wert von 40.000 € der vorherigen Genehmigung durch die in dem jeweiligen Mitgliedsstaat zuständige Behörde. In Deutschland handelt es sich hierbei um die Deutsche Bundesbank. Nach der Verordnung (EU) Nr. 961/2010 ist die Genehmigung zu erteilen, sofern sich die Zahlung nicht auf verbotene, insbesondere proliferationsrelevante Lieferungen (Unterstützung des iranischen Nuklear- und Raketenprogramms) bezieht. Weder die Resolution des Sicherheitsrates 1929 (2010) noch die EU-Iran-Embargo-Verordnung verbieten Iran den Verkauf von Rohöl.

Im Auftrag

(Dr. Klaus Stein)


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