Archiv für Februar 2011

220. Sakineh Ashtianis Rechtsanwalt

27. Februar 2011

هوتن كیان

Houtan Kian

Nach dem Englischen der

Presseerklärung Nr. 120

25. Februar 2011

Dringender Appell für sofortige Freilassung von Houtan Kian

Hinrichtung von Sakineh Ashtianis Rechtsanwalt unmittelbar bevorstehend

Nach den neuesten Informationen, die dem Internationalen Komitee gegen Steinigung und dem Internationalen Komitee gegen die Todesstrafe vorliegen, hat die Justiz der Islamischen Republik Iran Herrn Houtan Kian vierfach zum Tode verurteilt! Drei dieser Verurteilungen sind aufgehoben worden, aber die vierte, deren Hinrichtungsform das Erhängen ist, soll ausgeführt werden. Herrn Kian ist mitgeteilt worden, dass seine Hinrichtung unmittelbar bevorsteht.

Kian wurde am 10. Oktober 2010 verhaftet, gemeinsam mit zwei deutschen Reportern und dem Sohn von Sakineh Mohammadi Ashtiani, Sajjad Ghaderzadeh. Anfangs noch in Täbriz inhaftiert, erfolgte bald seine Verlegung in Abteilung 209 des berüchtigten Teheraner Evin-Gefängnisses. Unsere neuesten Informationen über Herrn Kian sind, dass er lange andauernder schwerer Folter ausgesetzt worden ist und sein Körper mit Hämatomen und von mit Zigaretten zugefügten Verbrennungen bedeckt ist. Er ist inzwischen wieder in das Gefängnis von Täbriz verlegt worden, wo er hingerichtet werden soll.

Herrn Kians Mutter, die in Amerika wohnt und die sich zur Zeit im Iran aufhält, um die Freilassung ihres Sohnes zu erreichen, ist untersagt worden, mit Reportern zu reden oder das Land zu verlassen. Ihr Ehemann, Kian Houtans Vater, war 1981 durch das Regime der Islamischen Republik hingerichtet worden.

In einem neuesten Statement, das die Islamische Republik nach der Freilassung der deutschen Reporter abgab, betont die Islamische Republik bezüglich der vierten Verurteilung eine Schuld des Herrn Kian und hält die Verurteilung aufrecht.

Houtan Kian ist Rechtsanwalt. Er steht stellvertretend für alle politischen Gefangenen, denen im Iran die Todesstrafe droht. Sein bekanntester Mandant ist Sakineh Ashtiani.

Wir rufen alle Menschenrechtsorganisationen, lokal wie global tätige, sowie alle Gruppen und Individuen, die sich für Sakineh Ashtianis Freilassung eingesetzt haben, dazu auf, eindringlich an den Iran zu appellieren, die Freilassung von Houtan Kian und Sakineh Ashtiani sicherzustellen.

Wir sind tief besorgt, denn die Zeit läuft ab, Houtan Kian noch zu retten.

Internationales Komitee gegen Steinigung / International Committee Against Stoning

http://stopstonningnow.com

Internationales Komitee gegen die Todesstrafe / International Committee against Execution

http://notonemoreexecution.org

Sprecherin / Spokesperson: Mina Ahadi minaahadi@aol.com 0049-177-569-2413

Übersetzung ins Deutsche von Jacques Auvergne nach der von Soheila Nikpour angefertigten Englischen Fassung, wie sie am 25.01.2011 bei MISSION FREE IRAN veröffentlicht wurde:

http://missionfreeiran.org/2011/02/25/houtan-kian-execution/

Eine Petition zur Freilassung von Rechtsanwalt Houtan Kian kann hier mitgezeichnet werden: Wir, die Unterzeichnenden, appellieren an die Verantwortlichen aller internationalen Organisationen, der Europäischen Union, der Vereinten Nationen (UN) und aller Menschenrechtsorganisationen, von der Iranischen Regierung zu verlangen, Houtan Kian, seine Mutter sowie Sakineh Ashtiani bedingungslos frei zu lassen,

»We, the undersigned, call on the Heads of International Governments, the EU, UN and Human Rights Organizations to demand the Iranian regime immediately release Houtan Kian and his mother, as well as Sakineh Ashtiani, without charge.«

http://www.gopetition.com/petition/43372/sign.html

Foto, Houtan Kian (rechts) zeigend, auf: LA RÈGLE DU JEU (RDJ). Im Bild links: Sakineh Ashtianis Sohn, Sajjad Ghaderzadeh.

http://laregledujeu.org/files/2010/10/Sajjad-Houtan-Kian.jpg

Foto, Houtan Kian (rechts) zeigend, auf: STOP STONING NOW (links: Sakinehs Sohn Sajjad).

http://stopstonningnow.com/wpress/wp-content/uploads/2010/09/SajjadFinal.jpg

219. Christlich-Islamische Gesellschaft

26. Februar 2011

تبليغي

tablīġī

selbstlos dienend

missionarisch aktiv

Tief ins innerste Deutschland, auf Missionsreise für Papst und Mufti

Nachhaltige katholische Leugnung von Gegenaufklärung, Frauenfeindlichkeit und Kulturrassismus der Scharia benötigt neuartige Missionare. Um die freiheitliche (säkulare) Gesellschaft zu überwinden, gilt es, im tiefsten Deutschland für das koranbasierte Zusammenleben segregierter Religionsvölker zu werben. Jacques Auvergne fällt dem Laiendominikaner Thomas Lemmen ins Wort.

Ein dāʿī ist ein Prediger des Gesetzes Allahs, was er betreibt, etwa als Pierre Vogel, ist die daʿwa, eingedeutscht Dawa, die Islamverkündung, und damit, denn Islam ist Praxis und islamischer Glaube Gehorsam, die Islamisierung. Seit Gründung von CIG und KCID sind erste Laiendominikaner als unechte dāʿī tätig, als christliche Einweiser in eine schariakonforme „Gesamtgesellschaft“ (1).

Die katholische Basis einiger Kleinstädte ist über die seit Monaten zunehmende Anzahl der Burkas und Bärte einigermaßen beunruhigt. In den Briefkästen findet sie Werbematerial von Muhamed Seyfudin Ciftci bzw. Pierre Vogel (Einladung zum Paradies e. V. / ISLAMSCHULE). Zum kreuzbraven Hinterherdenken muss ein Vordenker her, und flugs wurde nach dem kircheneigenen Islamverteidiger Dr. Thomas Lemmen gerufen, der sich sofort bereit erklärt, ein knapp zweistündiges Plädoyer für Islam und Scharia abzuhalten, selbstredend bei Betonung des Wertes von Grundgesetz und Menschenwürde.

Bereits am nächsten Abend betritt der Orientierung zum Islam anbietende katholische Dawa-Gehilfe den Gemeindesaal und beginnt:

Religionsfreiheit gründet in der personalen Würde des Menschen.

Der parteiliche Christ unterschlägt natürlich, dass auch der Atheismus ein von Artikel 4 GG geschütztes Bekenntnis darstellen kann.

Dass Allahgott, wie Mohammed klarstellte, den Islamapostaten töten möchte, darf zum Auftakt einer christlich-islamischen Dialogveranstaltung nicht zur Sprache kommen, das würde die gute Stimmung beschädigen, das gegenseitige Vertrauen und den wechselseitigen Respekt.

Jeder Mensch muss frei sein von Zwang und menschlicher Gewalt.

Von stellvertretend (durch den Muslim als Kalifen) begangener göttlicher Gewalt ist nicht die Rede, nicht nur die Insassen des Teheraner Evin-Gefängnisses sind der Gewalt Allahgottes ausgesetzt.

Nach dem wegweisenden Papier Dignitatis humanae kann es keinen Zwang in Glaubensfragen geben.

Klebrig-zäh wie guter Fliegenleim versuchte die unter Papst Paul VI. (Giovanni Montini) am 07.12.1965 verabschiedete Erklärung, die aus dem katholischen Befehlsbereich in eine globale Spaßkultur zu entweichen drohenden Seelen wieder einzufangen, nicht ohne den etwa in der Sowjetunion marginalisierten Islam genau zu kennen. Vor allem im brutal antireligiös herrschenden Ostblock nämlich, so wird man gedacht haben, würde sich eine hörbare Toleranz gegenüber dem Islam günstig auf die Kirche, letztlich natürlich die Katholische Kirche, auswirken.

Vorläufig und angeblich in jede Richtung offen galt es also, von individueller Selbstbestimmung zu reden, zugleich schmiedete sich die machtpolitisch denkende Katholische Kirche mit einer ehernen Fessel an den Islam, eine sehr irdische Beziehungsfalle, aus der es inzwischen und bei kirchenintern durchgesetzter proschariatischer Doktrin kein Entrinnen mehr gibt. Der heutige katholische Endanwender hat die gewalttätige koranische Gottheit der Willkür und Frauenentwürdigung als den Einen Gott zu beschreiben, zu ehren, ja wahrscheinlich sogar anzubeten. Holocaust und kirchlicher Antisemitismus können nutzbar gemacht werden, um jede Kritik an der „jüngsten abrahamitischen Religion“ als Aufruf zum Religionskrieg und praktizierten Rassismus fehlzudeuten.

Dass sich das vatikanische „es kann keinen Zwang in Glaubensfragen geben“ nahezu wortgleich liest wie sein heimliches Original, wie das „Es gibt keinen Zwang in der Religion“ (Koran 2:256), muss uns Heutigen angesichts der weit gediehenen Verschmelzung von neokatholisch-repressiver Toleranzpraxis und unwandelbar brutalem Schariagesetz wie ein Zeichen des Unheils erscheinen.

Im Übrigen mag man es als antisemitisch und antijüdisch bezeichnen, wenn das himmlische Gespenst von Dschihad, Kindbraut, Schleierpflicht und Dhimmitude als mit dem Gott Abrahams identisch erklärt wird, was Nostra Aetate bereits fünf Wochen eher, am 28.10.1965 gegendemokratisch wie gotteslästerlich festgeschrieben hatte.

Der Inhalt des Nostra Aetate wurde von Islambeschwichtiger Georges Chehata Anawati (1905-1994) mit entworfen, einem ägyptischstämmigen Christen, der als Sechzehnjähriger von der Orthodoxen zur Katholischen Kirche konvertierte. Der Pharmazeut, Aristoteles- und Aquinforscher trat 1934 dem Orden der Dominikaner bei und studierte ab 1943 in Algier Arabisch und Islamwissenschaften. Mit den Gelehrten der allahkratischen Azhar kooperierte er ebenso wie mit der Arabischen Liga (Arab League, Ǧāmiʿat ad-Duwal al-ʿArabīya). Anawati wusste also genau um den die Nichtmuslime versklavenden Charakter jeder koranbasierten Theologie und begründete die katholische Tradition des Verschweigens von heilssichernder Frauendeklassierung und verpflichtendem Apostatenmord. Der rheinische Dialogaktivist und Kopftuchverteidiger Werner Höbsch aus Brühl bei Köln, der „60 Prozent der Scharia sind grundrechtsverträglich!“ schmettert und Tariq Ramadans Schrift »Radikale Reform: Die Botschaft des Islam für die moderne Welt« lauthals gegen jede Kritik an diesem den Schleier fordernden Salafisten öffentlich verteidigt, beruft sich gerne auf Georges Anawati.

Höbsch vernebelt, dass Pierre Vogel und Scheich Ciftci an der IU (Islamischen Universität zu Medina) studiert haben und wiegelt ab: „Diese Saudis, das sind doch Wahhabiten!“ Darauf hingewiesen, dass Hanbal, gestorben 855, der letzte echte Salaf war und dass es keinen Wahhabiten gibt, der kein Hanbalit ist und umgekehrt, meint er, Saudi-Arabiens Verfassung sei gar nicht an der Scharia ausgerichtet, sondern betone das lokale Stammesgesetz. Wer daraufhin den frommen Schariabezug aus der genannten Verfassung zitiert, erntet Höbschs überfordertes oder einfach nur dreistes Schweigen – der als Islamkenner und Dialog-Großmeister herumgereichte Mann will seinen Einfluss behalten, Fakten stören da nur.

Einer Dialogveranstaltung bei Werner Höbsch beizuwohnen lohnt sich dennoch, seiner oft etwa einstündigen, theologisch brilliant gedachten und stilistisch vorbildlich vorgetragenen Theorie kann man meistens völlig zustimmen, erst im Diskussionsteil wird, sobald schariakritische Fragen auftauchen, der dialogische „Harmonismus“ erkennbar und beginnt Werner Höbsch dutzendfach zu flunkern und zu bagatellisieren und dutzendfach bei eben diesem Nebelwurf in aller Öffentlichkeit enttarnt zu werden. Neben Lemmen ist Werner Höbsch die zweite islamverteidigende Wunderwaffe des Bistums Köln.

Das im einschüchternden Dialog mit dem Islam so oft bemühte lā ikrāha fī d-dīn, kein Zwang in der Religion, pflegt den offensichtlich unangenehmen Folgevers zu unterschlagen, wo uns Allahgott seinen Kulturrassismus durchaus eindeutig erklärt: „Gott ist Freund derer, die gläubig sind. Er bringt sie aus der Finsternis hinaus ins Licht. Die Ungläubigen aber haben die Götzen zu Freunden“ und braten, wie wir wissen, auf ewig in der Hölle.

Innerislamisch und da vor allem innerfamiliär ist Gottesbefehl 2:256 ein Freibrief auf Gewaltanwendung. Bezogen nicht zuletzt auf die Maßgabe der Ḥisba kannst du deine Ehefrau oder Tochter bzw. kann der Hodscha seinen Koranschüler gar nicht genug zum islamisch erwünschten Wohlverhalten prügeln, das islampädagogische Objekt steht ja schließlich ganz „allein vor Gott“ und bekennt die Schönheiten von Koran und Sunna wie zufällig mit der selben Inbrunst wie das ebenfalls verprügelte oder sich vor dem Teufel fürchtende Nachbarkind.

Schariadurchsetzung (Ḥisba) ist Pflicht jedes Muslim und basiert auf dem Grundsatz al-amr bi ʾl-maʿrūf wa ʾn-nahy ʿani ʾl-munkar, das Gute gebieten und das Schlechte verbieten (vgl. Koran 3:110, gerichtet an die „beste aller Gemeinschaften“).

Die Ḥisba ist nicht zu diskutieren, sie ist deine dich vor der Hölle rettende gewaltbereite Gleichschaltung des Verhaltens aller Schariaverpflichteten (Muslime) in deinem räumlichen Umfeld, für eine Frau das Treppenhaus, für den Jungen der Schulhof, dem Mann der halbe Straßenzug.

Um noch einmal auf die oft zu vernehmende sinngemäße Aussage, dass jeder Muslim völlig frei (gleichsam autistisch) lebe, zurückzukommen, lohnt sich zu betrachten, wie der nordrhein-westfälische Schariapolitiker Muhammet Balaban (LAGA NRW; Integrationsbeirat der Stadt Essen (2)) den sexualmagischen und vor dem Höllenfeuer rettenden Hidschab verteidigt:

„Ab der Pubertät steht jeder eigenverantwortlich vor Gott. Die Mädchen entscheiden dann selbst, wie sie sich kleiden.“

Thomas Lemmen:

Religionsfreiheit bedeutet, dass niemand gezwungen werden darf, gegen sein Gewissen zu handeln.

So ein Unsinn, was ist denn mit dem Gottesfürchtigen, der seine Tochter steinigen will?

Dass Thomas Lemmen an einem ernst gemeinten Einsatz für die Gewissensfreiheit aller Menschen auch gar kein Interesse hat, wird darin deutlich, dass er sich für die Belange der Ex-Muslime nicht einsetzt. Auch gegen Tariq Ramadans Schleierpflicht, Griechenlands islamische Verheiratung schwanger in Düsseldorf auftauchender kleiner Mädchen oder die schafiitische FGM schweigen die von ihm verantworteten Dialogkonzerne CIG und KCID beredt.

Ganz grundsätzlich lässt sich sagen: Religionsfreiheit gibt es für den Einzelnen und für die Gruppe, Religionsfreiheit betrifft das Private und das Öffentliche.

Das stimmt, aber darum geht es beim Thema Islam nicht, sondern um das Beibehalten des für alle geltenden, einheitlichen und gleich behandelnden Rechts, um Gesetze und Verordnungen, die das Zusammenleben regeln, nicht den Aufenthalt in Paradiesgarten oder Höllenfeuer.

Der orthodoxe Islam (der separatistische und revolutionäre Islam) will die Rechtsspaltung, und Kirchenvertreter wie Rowan Williams oder Thomas Lemmen wissen das. Muslimintern muss man auf die Privilegierung der Männer und, na so was, auf die Diskriminierung der Frauen bestehen, außerhalb davon sind Christen, Juden, Hindus, Buddhisten und Atheisten emotional mit Ekel zu befrachten und juristisch bzw. ökonomisch herabzusetzen bis zum Status eines Sklaven (Dhimmis) oder zu tötenden Stellvertreter Satans (Atheisten), das alles ist kein Islamismus, das ist Islam – jener Islam, den der elitär erwünschte, schariakonforme Bundesbürger als „im Kern friedliche Religion“ zu bezeichnen hat, wie Hans-Gert Pöttering (3) und Horst Köhler (4) tatsachenwidrig betonen.

Pluralismus und Globalisierung rahmen oder akzentuieren das Geschehen auch um die rechtliche Integration des Islam in Deutschland.

Die Seelen rettende Gewalt des Wali mudschbir (Heiratsvormund mit der Berechtigung zum Zwang) gegen seine Tochter und die religiös legitimierte Gewalt des Ehemannes gegen seine Frau sind öffentlich zu loben und rechtlich zu verstaatlichen, auch wenn Thomas Lemmen das katholische Publikum gerne dahingehend anschwindelt, dass es im Islam keinen Zwang zum Hidschab gebe und keine Unterdrückung der Frau.

Wer mit Organisationen wie dem erklärtermaßen an Abdoldjavad Falaturi und dem ZMD orientierten Christlich-Islamischen Verein Hochrhein e.V. (CIVH, Rheinfelden, ein Islamisierungsprojekt der Alperenler-Moschee (DİTİB, über Bedri Karakılınç dem Avrupa Diyanet bzw. Diyanet İşleri Başkanlığı Aylık Dergiler verbunden (5)) zusammenarbeitet oder sich als Nürnberger Pfarrer und Dekanatsislambeauftragter Hans-Martin Gloël („Köprü – Brücke“) mit Millî-Görüş-Funktionären an den Dialogtisch setzt, darf von uns AEMR-orientierten, säkularen Weltbürgern doch wohl als Proislamist bezeichnet werden. Rheinfeldens CIVH und Nürnbergs Köprü sind Mitglied in Lemmens KCID, Lemmen selbst hat nichts dagegen, das der über den ECFR dem Umfeld der global aktiven Muslimbrüder zuzurechnende bosnische Großmufti eine gesamteuropäische muslimische oberste Behörde (a single Muslim authority in Europe) und die Rechtsspaltung im Familien- und Personenstandsrecht (opening the way for the Muslim law to be recognized in matters of personal status such as the Family Law) realisiert wissen möchte.

Ehrlicherweise bekennt sich der CIVH zum diskriminierenden Islamischen Recht: „Als Bürger dieser Gesellschaft, in Anbetracht der Grundsätze der Menschenrechte und Demokratie wie auch der Dynamik des islamischen Rechts und der kollektiven Vernunft besteht für uns keine Unvereinbarkeit zwischen Grundgesetz und Scharia (6).“

Das Kalifat pflegt bekanntlich einen ganz besonderen Parlamentarismus und dazu weiß man am deutschen Hochrhein: „Im Qur´an spricht Gott selbst von der Notwendigkeit von »schura«, also der politischen Partizipation der Gesellschaftsmitglieder, welche in unserer heutigen Gesellschaft am besten durch einen demokratischen Willensbildungsprozess zu gewährleisten ist. Es war eine der zentralen Leistungen des Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm) in der Stadt Medina einer Gesellschaft in Chaos und Rechtlosigkeit eine Rechtsordnung gegeben zu haben, womit die Schaffung von Rechtsstaatlichkeit ein ursprüngliches Anliegen des Islam ist.“ Der frauendeklassierende und judenmordende, göttlich erleuchtete Stadtstaat (622 – 855 n. Chr.), im Islam das absolute Referenzmodell für sittliches Zusammenleben, gilt den Neochristen und Quasi-Salafisten von CIG und KCID offensichtlich als akzeptables Vorbild.

Allahgott will den Gotteslästerer oder sonstigen Islamapostaten ermordet wissen, das allein sichert den Muslimen im Diesseits und Jenseits das Heil, was der glitschig lächelnde CIVH allerdings so darstellt: „Gott verpflichtet uns zur Erhaltung des Lebens und verbietet uns das Töten.“

CIVH-Chef ist Werner Ross. Für die Gewalt gegen Ägyptens Kopten macht der Pfarrer aus Rheinfelden Staatspräsident Hosni Mubaraks feindseliges Verhalten den ägyptischen Muslimbrüdern gegenüber verantwortlich: „In Ägypten sind es für mich auch innenpolitische Gründe, weil Präsident Mubarak auch die Muslim-Bruderschaft unterdrückt, gibt es Spannungen, die sich jetzt an den Christen entladen (7).“ Lemmen fährt fort:

Individuelle und kollektive Religionsfreiheit: Über die individuelle Religionsfreiheit hinaus gibt es ein Recht der Gemeinschaft auf Religionsfreiheit. Wegweisend ist uns Katholiken die Schrift des Bistums Essen aus dem Jahre 2001.

Solange jeder Islamverband die Scharia lehrt und fordert, wird das Individuum, zumal das weibliche, angesichts von Sunnagehorsam (Islam) und Schariagesetz (auch Islam) auf der sprichwörtlichen Strecke bleiben.

Der Arbeitskreis Integration des Bistums Essen veröffentlichte im September 2001 einen Ratgeber („Religion ist keine Privatsache“ (8)) zu Moschee-Neubau und Muezzinruf, dem niemand, der in Kirchenkreisen Karriere machen will, widersprechen kann. Der Arbeitskreis empfiehlt zur postsäkular-bewusstseinsverändernden Lektüre das Basiswissen Mohammed von Autorin Melanie Miehl (9), Miehl ist Lemmens Ehefrau.

Aufgabe der Religion ist es, das gesellschaftliche Gemeinwohl zu fördern und eine eigene Vervollkommnung als ein Leben in größerer Fülle zu erreichen.

Der Dreikonsonantenwurzel ṣ-l-ḥ, „Heil, heilssichernd“ zugehörig, heißt Gemeinwohl in der Scharia istiṣlāḥ. Auch Lemmens „Leben in größerer Fülle“ widerspricht dem nach klassisch islamischer Auffassung und nach Allahs Ratschluss jedem Menschen vorherbestimmten Konvolut an erworbenem Wissen und irdischem Erfolg nicht.

Dass irdische Glückseligkeit mit Islam zusammengehe, predigen nicht nur Katholiken. Die Eliten des Reformierten Weltbundes (World Alliance of Reformed Churches (WARC)) beispielsweise trafen sich, irgendwie betroffen, im an Armut und Islamismus leidenden Afrika (Ghana, Accra 2004) unter dem Motto „Auf dass alle ein Leben in Fülle haben“ und billigen offensichtlich das Leben jeder Muslima, ihr Leben unter der brutalen Scharia, als völlig „erfüllt“ und voll von „Fülle“. Die globalen Calvinisten vom WARC überschlagen sich schier vor Freude über den Dawa-Text A Common Word Between Us And You (10).

Das vom Reformierten Weltbund gelobte jordanische Königliche Institut für Islamisches Denken will die globale Transzendierung („Salafisierung“, Hanbalisierung) der vier sunnitischen Rechtschulen und bekennt bzw. erkennt diese innerislamische Fusionsarbeit (globales Kalifat) als konsequente Anwendung der Scharia (11).

Die Artikel 4 und 140 regeln die Trennung von Staat und Religion. Diese ist nicht ganz vollzogen, sondern unvollkommen oder, wie man sagt, hinkend.

Allah hinkt allerdings nicht und der Strafparagraph 166 (Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen) lässt sich ja vielleicht schon bald als Hebel zum islam-revolutionären Putsch verwenden. Die in Absatz (2) beschriebene gotteslästerliche Relevanz („die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören“) kann sich als Instrument erweisen, jeden Kritiker von Koran und Scharia anzuklagen und in ein Gefängnis zu sperren. Jemand wie Werner Höbsch, der in einem katholischen Gemeindesaal anlässlich einer von ihm selbst geführten Dialogveranstaltung aufschreit „Ich lasse nicht zu, dass der Islam und damit alle Muslime diskriminiert werden!“ wird vielleicht gar nichts dagegen haben, jedenfalls verweigert der Zuckergussrhetoriker aus 50321 Brühl den Dialog mit Ex-Muslimen bereits seit vielen Jahren ganz gezielt und sorgt dafür, dass auf den dialogüblichen Büchertischen die Werke von Mina Ahadi, Necla Kelek oder Seyran Ateş durch Abwesenheit glänzen, während die Bücher des Salafisten Tariq Ramadan, von Fundamentalistin Rabeya Müller und von Gegenaufklärerin Lamya Kaddor, selektiv tolerant, Zugang haben.

Anders als für Werner Höbsch sind für gründlich denkende Menschen rationale Islamkritik und praktische Muslimfeindlichkeit auch zwei recht verschiedene Dinge und werden BGB und Straßenverkehrsordnung, auch im wunderlichen Rheinland bzw. Brühl, nicht von „Muslimen“ bzw. „westlich kulturalisierten Christen“ eingehalten, sondern von Staatsbürgern, ausländischen Mitbürgern staatenlosen Mitbürgern. Grundgesetz und AEMR schützen schließlich (in erweiternswerten Grenzen) auch die Illegalen (sans papiers), ob sie schon mal zur Ḥaǧǧ in Makka al-Mukarrama (Mekka die Ehrwürdige) waren oder ob sie Marx und Feuerbach auf Persisch lesen.

Besonders gerne tritt Werner Höbsch mit dem jugendbewegten Umfeld der dem Salafismus zuzurechnenden Muslimbruderschaft auf, so mit Rajaa Chehab von der islamistischen Muslimischen Jugend in Deutschland (MJD (12)).

Am 02.04.1924 erkannte und benannte ein gewisser Peter Panter (Kurt Tucholsky, 1890-1935) den Vorläufer von 166 StGB als „mittelalterlichen Diktaturparagraphen“ (13).

Religionsfreiheit umfasst nicht nur das Recht, zu glauben oder nicht zu glauben. Der Einzelne hat das Recht, sein ganzes Leben an der Religion auszurichten.

Nur ein halbierter Islam kann auf Schleier und Imam-Ehe verzichten, Thomas Lemmen ruft also nach Hidschab und Zweitfrau.

Doch ohne Steinigung ist der Islam unvollständig.

Wir sehen, dass in den USA oder in Europa ein Muslim den Islam nicht umsetzen darf, den Islam nicht leben kann, und dass der prominente Kölner Vertreter der nichtklerikalen Dominikaner (Fraternités laïques dominicaines, Fraternità Laica di San Domenico) soeben entweder dialogüblich-unverbindlichen Unsinn geredet hat oder das Grundgesetz abschaffen will.

Das Grundgesetz gewährt Religionsfreiheit als spezifischen Ausdruck von Artikel 1.

Genau, das GG gewährt Religionslosigkeit und Religionskritik als spezifischen Ausdruck von Artikel 1.

Islam ist Religion im Sinne des Grundgesetzes.

Ja, eine Religion, die nicht in Gänze praktiziert werden darf, da sich ihre Praxis gegen die Verfassung richtet. Und weil nach Maßgabe des tauḥīd weder Allah halbiert werden darf noch Allahs umma oder das göttliche Gesetz, lässt sich, sofern man die Ansprüche eines Maududi, Qutb oder Chomeini ernst nimmt, sagen, dass der Islam in einer freiheitlichen Gesellschaft überhaupt nicht gelebt werden kann.

Kitman-Großmeister Lemmen, der Bosniens höchstem Himmelswächter gerne die Hand schüttelt, kennt den Islam und will das Publikum dahingehend manipulieren, sich den Streitern für möglichst viel Schariapraxis anzuschließen:

Opening the way for the Muslim law (Mustafa Cerić, Zagreb 24.02.2006).

Religionswechsel ist Teil der Religionsfreiheit.

Der „differenziert“ denkende Allahgott schränkt die zulässigen Konversionsrichtungen allerdings doch etwas ein.

Weil sich Religionsfreiheit von der AEMR ableitet und nicht vom GG, gilt sie auch für Ausländer.

Das erste stimmt. Dass die ewige Scharia auch gegen die AEMR verstößt und nicht lediglich gegen das GG, verschweigt Lemmen auch an dieser Stelle gekonnt.

In einem anspruchsvollen interreligiösen Dialog gilt das nicht zwangsläufig reziprok, können wir nicht gleichsam automatisch erwarten, dass uns Kirchenbau in Afghanistan oder im Sudan gestattet wird, bevor wir unseren Einwanderern aus diesen Staaten bei uns Religionsfreiheit gewähren.

Ok. One law for all. Aber nicht morgen und schon gar nicht auf Dauer wird die koranbasierte Dhimma und Frauenherabwürdigung unwidersprochen weitergehen können: Die AEMR muss, nimmt sie sich ernst, global durchgesetzt werden. Thomas Lemmen will die Globalisierung der AEMR allerdings offensichtlich nicht, die „uns so Fremdartigen, die Fremden“ sollen aus katholisch-religionspolitischer Sicht „anders“ bleiben dürfen, schariatisch sprich kulturrassistisch und misogyn leben. Den aus der „islamischen Welt“ (Höbsch) „in den Westen“ (Höbsch) zugewanderten Menschen ist ein Leben ohne Gewissensbisse, das heißt ein Leben mit der (familienrechtlichen, nur wenig später wohl auch erbrechtlichen) Scharia zu gestatten – auf Anfrage eben in unseren Städten und Straßenzügen.

Sie verlassen den Amerikanischen Sektor (14), demnächst heißt es ja vielleicht: Sie verlassen den menschenrechtlichen Sektor, willkommen in Berlins Schariaviertel.

Religionsfreiheit gilt nicht nur für den Einzelnen, sondern auch für Gemeinschaften.

Zu einer Zwangsverheiratung, schafiitischen FGM oder islamischen Steinigung gehören mindestens zwei Menschen.

Dass Sunnaüberwachung und Schariastaat Täter und Opfer schaffen, hat der Laiendominikaner übergangen, Hauptsache scheint ihm zu sein, dass der Islam irgendwie gemeinschaftlich ist, „sozial“.

Lemmens Kitman (lying by omission, Lügen durch Verschweigen) liegt also darin, nicht zu sagen, dass der Islam ungleich behandelt (diskriminiert).

Prinzip Lemmen: Mission plus Omission (15).

Es ist allerdings noch viel schlimmer: Omission ist kein Kitman, da sie ein informiertes ganzes Publikum voraussetzt, um als Witz oder Stilmittel gesteigerter Spannung (Krimi) überhaupt wirksam zu sein, während das islamische Lügen durch Auslassen die unterschiedlichen Grade an Informiertheit des Auditoriums allahkratisch gezielt (die Islamisierung befördernd) ausbeutet. Omission informiert (bildet) und macht potentiell alle frei, Kitman diskriminiert absolut und zielt auf zunehmende Versklavung eines Bevölkerungsteils, damit jemand hienieden die Arbeit macht und der Hölle dort der Brennstoff nicht ausgeht.

Es gäbe natürlich die Möglichkeit, dass der überdurchschnittlich gebildete (moralisch potentiell stärker schuldige) Thomas Lemmen das Märchen vom friedlichen und frauenfreundlichen Islam wirklich glaubt. Nun, betrachten wir die Religionspolitik in seinem weiteren Umfeld und Bereich des Einflusses: Leute wie Lemmen reden seit Jahren mit Tariq Ramadan und Mustafa Cerić, sie sind zur Scharia also genau informiert.

Nein, die Kirche von heute, etwa um Erzbischof Rowan Williams (The Archbishop of Canterbury says the adoption of certain aspects of Sharia law in the UK „seems unavoidable“), weiß genau, was Islam ist und setzt auf eine postsäkulare, sprich jenseitszentrierte, brutalisierte und sozial segregierte Welt von morgen: Ohne durchsetzbare AEMR, auf eine Europäische Union, die Türkei dabei als EU-Vollmitglied, der religiös begründeten Rechtsverschiedenheit, auf eine Beendigung des staatlichen Gewaltmonopols (Staatssouveränität, GG 20 (2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus). Wer das jetzt nicht glauben möchte und frommer Kirchenchrist ist, der versuche doch, in seinem nächsten Gemeindebrief einen kritischen Brief zum islamischen Minderheiten-Familienrecht Griechenlands unterzubringen, Allahs Düsseldorfer schwangere Kindbräute inbegriffen, oder in kirchlichen (oder städtischen) Räumlichkeiten zu einem AEMR-verhafteten Vortrag über die Londoner Scharia-Gerichtshöfe einladen zu lassen.

Weil sie wenig Religion hat, braucht die Frau aus Allahgottes Blickwinkel einen Vormund, den walī, welcher, sofern sie Jungfrau ist, ihr unversehrtes Hymen und bedecktes Haupthaar wird so zum Politikum allerersten Ranges, als walī muǧbir (türk. mücbir veli, von aǧbara, zwingen) in die erste Ehe zwingen kann.

Ein seltener Name der Gottheit des Mehrstufenrechts ist al-Ǧabbār (16), das Partizip Aktiv von aǧbara: „Der, dem nicht widerstanden werden kann“ (L`Irrésistible … trop fort pour être défait). Der Ehemann ist seiner Frau und der Vater seiner Tochter ein unbesiegbarer Statthalter des Männerrechts, sie hat ihrem Vormund (walī, türk veli) Folge zu leisten, wenn sie folgsam (islamreligiös) ist, geht das inschallah ohne Gewalt.

Totalitäre Seelenrettung darf und muss sich als heilsame Gewalt verstehen, umfasst also auch die Bedeutungsebene des aus der Medizin bekannten Begriffes vom (schmerzlich schmerzbefreienden) Einrenken, die aǧbara im Arabischen ebenso hat wie das ǧ-b-r der Mathematik in unserem Fremdwort Algebra.

Prinzip Gewaltgott, „in Einklang bringen“. Den Menschen islamisch (politisiert) gleichschalten. Die muslimische Frau ist im doppelflächigen Molekülgitter des Kristalls der umma nur ein halber Mensch, sie ist mit halbem Erbe und halber gerichtlicher Aussagekraft ausreichend privilegiert. Eine islamische Gleichberechtigung der Muslima ist daher eine Ungerechtigkeit, katholisch-dogmatisch gesprochen eine peccata clamantia (eine der Himmelschreienden Sünden, sins that cry to heaven (17).

Sehr geehrter Herr Lemmen, ob Ihr Gott wirklich mit Allahgott identisch ist, oder ist er es nicht und ist nicht viel eher das heutige katholische Schweigen zur schariatischen Herabsetzung des Dhimmis, des Ex-Muslims und der Frau (Catechismus Catholicae Ecclesiae, Città del Vaticano 1997: KKK 1867 die Klage der Fremden, der Witwen und Waisen (18), KKK 2268 Der Mörder und seine freiwilligen Helfer (19)) eine veritable peccata clamantia? Herr Lemmen: Wenn Sie schon so wenig für Ihr christliches Seelenheil tun möchten, so sollten Sie sich, als ein Weltbürger (zivilisierter Mensch), zumindest schämen. Bei einem der wenigen Seelsorger, der Kulturrassismus und Frauenfeindlichkeit des Islam nicht schönredet, können Sie Ihre jahrelange, das Leiden anderer Menschen billigende Verteidigung der barbarischen Scharia aufrichtig beichten.

Bald nach dem Anwerbestopp von 1973 begannen sich die deutschen Arbeitsmigranten in Moscheevereinen zu organisieren, die regelmäßig die Rechtsform eines eingetragenen Vereins annahmen. Zweck eines solchen Moscheevereins ist zunächst die Schaffung einer Gebetsstätte.

Etwa in München, wo am 24.08.1973 nach dreizehn Jahren Planungs- und Bauzeit das so genannte Islamische Zentrum, IZ (München) eröffnet wurde und sehr bald Ghaleb Himmat die Leitung übernahm. Der Schwiegersohn des Dschihadtheoretikers und Gründers der Muslimbruderschaft (MB) Ḥasan Aḥmad ʿAbd ar-Raḥmān al-Bannā, Muslimbruder Said Ramadan, organisierte vom Genfer Centre Islamique (de Genève) den Aufbau des Münchener IZ mit, seine Söhne Hani und Tariq Ramadan sind führende heutige Islam(aktiv)isten.

Said Ramadans kühne Vision war, dass eine Kette von MB-treuen Islamischen Zentren (IZ) der Islamisierung Europas dienen solle.

Als Führer des deutschen Zweiges der Muslimbrüder, sprich der IGD, war Ghaleb Himmat Amtsvorgänger von Ibrahim el-Zayat, mit Youssef Nada (20) leitete Himmat die im Dorf Campione (Campione d’Italia, eine Exklave Italiens im Schweizer Kanton Tessin) gelegene al-Taqwa-Bank (21), Herr Zayat war dort als Aktionär geführt. Nada kann als langjähriger Finanzierungsstratege der Muslimbrüder gelten. Wenige Wochen nach den Terroranschlägen vom 11. September, am 07.11.2001 wurden die Villen der Banker Himmat und Nada wegen des Verdachts auf Terrorfinanzierung durchsucht, ein aufgefundener brisanter Text ist als »The Project« bekannt geworden (22).

Es ist eine Pflicht für muslimische Männer, das Freitagsgebet gemeinschaftlich zu verrichten.

Der schuldhafte Verweigerer des ṣalāt al-ǧumʿa ist ein Apostat, das ist ja das Schlimme. Der Gebetsverweigerer brennt nach islamischer Auffassung in der Hölle, und Lemmen scheint nichts dagegen zu haben, diesen Angriff auf Vernunft, Lebenslust und Meinungsvielfalt, diese, auf Kinder und Jugendliche bezogen, Schwarze Pädagogik (Katharina Rutschky) flächendeckend im durch Politik und Kirche leider ersehnten Islamischen Religionsunterricht lehren zu lassen.

Arbeitsunterbrechung in jeder Fabrik, damit der Teufel keine Chance hat, und das punktgenaue Gebet „von Allah angenommen wird“, gültig ist, Waschräume für Männer in jeder Hochschule, damit das Gebet nicht ungültig ist, Gebetsräume für Frauen, damit das Gebet der leicht ablenkbaren Männer nicht verdirbt und ungültig wird, Umkleideräume zum Anlegen der Gebetskleidung, da ohne Sakralgewand das Gebet vielleicht nicht gültig ist, was für ein Gelaufe, Waschräume für Frauen, damit auch ihr Gebet nicht ungültig ist.

Eine Tyrannis des islamisch korrekten Betens kann anheben, jeder hat jeden „Bruder“ zu überwachen, jeden Schludrigen zu ermahnen und beim Sittenwächter anzuschwärzen oder ihn als Religionswächter einzuschüchtern. Die orthopraktische islamische Faschisierung des öffentlichen Raums beginnt beim Beten, beim gebetsvorbereitenden Waschen, was für ein Gerenne, beim gebetsbegleitenden Geschlechtertrennen, beim außeralltäglichen Frauenverschleiern von Alltags-Hidschab auf Gebetshidschab (prayer hijab (23)) und beim Mobben der Gebetsverweigerer. Horch, der Muezzin ruft! Es ist Zeit!

Auch im sündigen Europa bezeugen deine Allah wohlgefälligen und den Teufel ärgernden Textilien die überlegene Moral. Was für eine Lebenskunst ist es doch, als ehrbarer Mann, gottesfürchtig und stilsicher zugleich, dem verruchten Westen mit der Kleidung des ehrbaren Ostens zu trotzen und die muslimischen Geschwister zur einzig sittlichen Seinsweise, zur medinensischen (islamrevolutionären) Staatlichkeit zu rufen, these tunic shirts are perfect for those living in the West who want to maintain their Islamic identity (24).

Betreibe die Sichtbarwerdung des Islam im öffentlichen Raum, lebe sendungsbewusst und weise die nichtislamische Kleidung zurück. Tief ausgeschnittenes Décolleté und körperbetonte Jeans werde dem Objekt islamischer Gewalt (Dschihad) bzw. sexualisierter islamischer Gewalt (Vergewaltigungsdschihad) namens Dhimmi zu einer Art von Ghettozeichen (sg. zanara, zinnar, pl. zunnār, zanānīr) bzw. Judenfleck. Ein Sklavenschrei nach Freiheit wie Tear off the zunnār (25) kann allenfalls die textil bekundete de-facto- (oder echte) Konversion zum Islam bedeuten. Auch innermuslimisch kommt zuerst die Sonderkleidung (des Nachlässigen und der Frau) und dann die Apartheid (zu Lasten der männlichen Säkularen und aller Frauen), ohne Tuch und Nähmaschine keine Islamische Revolution.

1919 wurde in der Weimarer Republik die für die heutige BRD spürbare Trennung von Staat und Kirche vollzogen, aber nicht ganz, denn Religionsunterricht und Anstaltsseelsorge bedeuteten die Übertragung hoheitlicher Aufgaben: Wichtig ist das Gemeinwohl, sind die Werte, die die Gesellschaft stärken.

Dialogfachleute und andere Schamanen zitieren hier gerne Ernst-Wolfgang Böckenförde, der 1964, publiziert 1976, sein „Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann“ äußerte und natürlich mitsamt seinen unautorisierten proschariatischen Nutzbarmachern völlig richtig liegt, denn auch Sonnenlicht, Sauerstoff, Spracherwerb, Zivilcourage, Mutterliebe, Partnerfindung und kindliches Urvertrauen kann der steuerfinanzierte Verwaltungsapparat nebst Polizei und Bundeswehr nicht vertraglich garantieren. Wenn die deutsche Mehrheit die Scharia will, wird Deutschland Kalifat, aber zur religiös begründeten Rechtsspaltung oder zur Überwindung der AEMR hat der Staatsrechtler und Rechtsphilosoph ja auch gar nicht aufgerufen.

Ein religiös begründetes Menschenopfer ist verboten, da das Grundgesetz vom Recht auf Leben berührt ist, da es beschädigt wird.

Das war Lemmens einziger zweckmäßiger Satz des Abends, der Laiendominikaner beliebte allerdings an dieser Stelle zu grinsen, als habe er einen raffinierten Witz gemacht. Sein letztes Wort:

Die Kirchen können zu einer Versachlichung der Debatte beitragen.

Das mag in hundert Jahren ja der Fall sein. Einstweilen sollte man am kirchlichen guten Willen, die universellen Menschenrechte weltweit und für jeden durchzusetzen, eben auch für die muslimische Frau, und an der Aufrichtigkeit der kirchlichen islambezogenen Darstellung doch wohl besser zweifeln.

Wir beenden hier den Lemmenschen islambezogenen Nebelwurf. Was bleibt einem säkularen Religiösen oder freiheitlichen Atheisten?

Der Leser des Blogs Sägefisch mag zu einer kirchlichen Dialogveranstaltung gehen und im Sinne der AEMR schariakritisch hörbar werden. Er wird spüren, zu welchem hohen Ausmaß an Gewalt sich Klerus und Gemeindeälteste berufen fühlen, um das Bild vom friedlichen Islam durchzusetzen.

***

Tablīġī (Tablighi) gehört zu bāliġ, „reif“, und heißt im Zeichen der globalen Islamisierung eigentlich, möglichst vielen Menschen die „Reife“, die Fülle des Lebens (des islamischen Lebens) zu bringen und die eigene Seele zu veredeln und zu schärfen. So ist beispielsweise die 1926 gegründete Tablighi Jamaat, auch Jamaat-i Tabligh und abgekürzt TJ, eine mittlerweile auch in Deutschland tätige, aus Indien und Pakistan stammende Missionsbewegung, der ein Kölner Laiendominikaner natürlich gar nicht angehören kann.

Auch Götter können fusionieren, mit bisweilen fürchterlichen Folgen für die Erdbewohner. Mit katholischer Hilfe entsteht aus Christus und Allahgott das himmlische Ungeheuer des Zeitalters der Postsäkularität (Nachdemokratie), angerufen als der „Eine Gott“, der „abrahamische“ oder der „lebendige Gott“. In diesem, das Nebeneinander (Kalifat) voneinander abgeschotteter Glaubensnationen befördernden Sinne ist Thomas Lemmen längst ein tüchtiger Missionar für die ex-christliche neuartige bzw. unverändert islamische Gottheit. Allah kann seitens der Muslime praktischerweise beibehalten werden, die in ihrem Selbstverständnis formlos und bleich gewordenen Katholiken erklären sich den Schariagott, sehr gewaltsam, als Jahwe oder auch als Jesus, je nachdem wie bzw. solange überhaupt noch Bedarf an einer christlichen Sprachoberfläche besteht. Unter den glitzernden Wellen des unchristlichen Gewässers namens Dialog mit dem Islam lauert der Gott von Zweitfrau, Kindbraut, Steinigung und Apostatenmord.

Sozusagen vom Kölner Dom aus reist Theologe Lemmen durch halb Deutschland zu Vorträgen und befreit den katholischen Endanwender von eventuellen letzten Gewissenbissen. In einer, letztlich keinen Widerspruch duldenden, Atmosphäre zwischen Schläfrigkeit und Extase wird ein Zerrbild des Jesus von Nazareth zum Original erklärt. Wer Lemmen widerspricht, ist als antimuslimischer Rassist zu brandmarken und im Namen des friedlichen Zusammenlebens der Religionen so lange im Alltag zu diskriminieren, bis er sich dem Wohlverhalten erneuerter Inquisition fügt.

Islamisierung ist ein nahezu vierzehn Jahrhunderte alter Vorgang. Der stets auch auf Gewalt und Willkür gründende Islam ist noch immer für eine Überraschung gut gewesen. Warum also soll ein grenzenlos mächtiger Weltenlenker sich im Rheinland keiner katholischen Peitsche bedienen?

Der Taqīya durchaus verwandt, ist der Kitman ein Lügen durch Auslassung, Kitman means to leave out part of the truth (26)). Wie der Kölner Experte für angewandten Kitman zeigt, lässt sich mit der Verteidigung der ungleich behandelnden (diskriminierenden) Scharia bestens Karriere machen.

Die ins hedonistische Ungefähr zu versickern drohenden Kirchenmitglieder lassen sich in ein erneuertes Mittelalter einsperren. Mit der Legalisierung der Scharia, sprich mit der Legalisierung der heilssichernden islamischen Gewaltpraxis gegen die Frau, lassen sich die Abirrungen von Renaissance und Humanismus, Aufklärung und Wissenschaft neokatholisch überwinden. Das Zeitalter der verflixten Säkularität wird zum Intermezzo. Der künftige Europäer werde Angehöriger einer Glaubensnation, aus der es kein Entrinnen gibt, schon gar nicht für die muslimische Frau.

In der Manier der Inquisition und im Namen des Dialogs der Religionen ist ein Christentum, das sich der Ethik des Nazareners verpflichtet weiß, ab sofort kirchlich zu bekämpfen, weil der christliche Gedanke mit dem Anspruch der zum 10.12.1948 geschaffenen AEMR voll verträglich ist. Dass in deutschen kirchlichen Gemeindebriefen seit Jahren kein vor der Scharia warnender Text erscheinen darf, hätte uns das erneuerte Autodafé längst erkennen lassen müssen.

Denken war gestern, so ermuntert Tablighi Lemmen uns sinngemäß, jetzt kommt die islam-missionarische Trance. Der Dialog mit dem Islam wird das Ex-Individuum im Wurzelgrund der Gegenmoderne verankern, Orientalen und Westler, anders gesagt: Muslime und Christen seien einander kulturell und sittlich wenn nicht auf ewig so doch bis zum Tage der Auferstehung wesensfremd.

Die Überwindung der säkularen Gesellschaft und mit ihr das Zerbrechen des staatlichen Gewaltmonopols, die „gesamtgesellschaftliche“ Apartheid repressiver Religionsführungen kann beginnen.

Jacques Auvergne

(1) Wem an der Rechtseinheitlichkeit gelegen ist, sollte die im Zusammenhang mit dem Islam benutzten Worte gesamtgesellschaftlich bzw. Gesamtgesellschaft als Chiffre für die schariakonform vollzogene Rechtsspaltung begreifen.

ISLAMRAT FÜR DIE BRD: „KRM fordert die Bekämpfung von extremistischen Einstellungen als eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung zu begreifen“

http://www.islamrat.de/index.php?option=com_content&view=article&id=47:krm-fordert-die-bekaempfung-von-extremistischen-einstellungen-als-eine-gesamtgesellschaftliche-herausforderung-zu-begreifen&catid=34:pressemitteilungen&Itemid=58

Islamrat Vorstand

Ali Kizilkaya [Kızılkaya], Ratsvorsitzender

Burhan Kesici, Generalsekretär

Fuat Mansuroglu [Mansuroğlu], stellvertretender Vorsitzender

Sükrü Bulut [Şükrü Bulut], Religionsangelegenheiten (Scheich ul-Islam) [Šaiḫu l-Islām / Şeyh-ül islam der Bewegung der Jam'at-un Nur oder Nurculuk-Bruderschaft]

Metin Aydin [Metin Aydın], Schatzmeister

http://www.islamrat.de/index.php?option=com_content&view=article&id=44&Itemid=53

(2) Koranfreund Muhammet Balaban will keinesfalls hören, dass muslimische Eltern ihre Kinder zum Kopftuchtragen zwingen. „Ab der Pubertät steht jeder eigenverantwortlich vor Gott. Die Mädchen entscheiden dann selbst, wie sie sich kleiden.“ Düsseldorfer Kopftuchstreit, Anne-Frank-Realschule.

http://www.express.de/regional/duesseldorf/hier-sind-kopftuecher-unerwuenscht/-/2858/765606/-/index.html

Kopftuchfreund Muhammet Balaban begründet auch seinen Kampf gegen die Homosexualität islamisch:

Der seit dem 28. April 1995 amtierende Vorsitzende der »Allianz der Essener Türken«, Muhammet Balaban, äußerte vor kurzem zur Homosexualität u. a.: »Diese Gesellschaft muss Homosexualität bereits im Vorfeld bekämpfen. Es ist wichtig, dass junge Männer von Homosexuellen ferngehalten werden, damit sie sich normal entwickeln können. Schließlich tragen wir eine Verantwortung, auch gegenüber Gott.« Weiter führte er aus: »Die Homosexuellen bilden sich ein, dass es ihnen gut geht, und sie meinen sogar, dass sie ein besseres Leben führen. Doch das stimmt nicht.« aus: Deutscher Bundestag: Drucksache 13/2063 vom 24.07.1995 – Kleine Anfrage der Abgeordneten Ulla Jelpke und der Gruppe der PDS: Rechtsextremistische und islamisch-fundamentalistische türkische Gruppen in der Bundesrepublik Deutschland

http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/13/020/1302063.asc

Essen, Integrationsratswahlen, Allianz gegen die Diskriminierung von Ausländern, Alfaruq Moschee (Islamisches Zentrum Essen) Bersonstraße 11 (Essen-Nordviertel). Jörg Maibaum berichtet am 18.06.2010 in DER WESTEN:

„Für den ermittelnden Staatsschutz-Beamten der Essener Polizei ist es „ein Angriff auf die Grundfesten der Demokratie“: Der Verdacht des Betrugs bei der Brief-Wahl zum Integrationsrat der Stadt (die NRZ berichtete) hat sich erhärtet. … Nach NRZ-Informationen wird gegen die drei Vorstandsmitglieder des arabisch-islamischen Moscheevereins Alssalam e.V. wegen des Verdachts des Betrugs und der Urkundenfälschung ermittelt. Die Männer aus Essen und Mülheim stehen unter dem Verdacht, bei der Stadt im großen Stil Briefwahlunterlagen angeblich im Namen wahlberechtigter Ausländer an die Adresse ihrer Alfaraq-Moschee an der Bersonstraße geordert zu haben. Um an die Dokumente zu kommen, sollen sie die Unterschriften auf eidesstattlichen Erklärungen gefälscht und anschließend ihre Stimme im Namen von Wählern abgegeben haben, die vermutlich von all dem nichts wussten. So zumindest lautet der Vorwurf.“

http://www.derwesten.de/staedte/essen/Wahlfaelschern-auf-der-Spur-id3339474.html

(3) Nachvollziehbarkeit war gestern jetzt kommt iKfR (im Kern friedliche Religion). DOMRADIO über Hans-Gert Pöttering: „Der Präsident des Europaparlaments, Pöttering, hat sich gegen eine Vorverurteilung des Islam gewandt. Der Islam sei eine im Kern friedliche Religion.“

http://www.domradio.de/news/artikel_41461.html

(4) Schariakritiker sind Gemeinschaftsfeinde, mahnt das proislamische Mantra von der iKfR (im Kern friedlichen Religion). Horst Köhler: „Ich kenne den Islam als im Kern friedliche Religion, die in sich ruht, ihre eigene Berechtigung und Geschichte hat. Respekt muss uns leiten, wenn wir über den Islam diskutieren.“

http://www.bundespraesident.de/-,2.663792/Friedensstiftende-Begegnungen-.htm

(5) Diyanet Türkei und Europadiyanet, der türkische Staatsislam und der Raum Karlsruhe. Die Alperenler-Moschee (DİTİB) ist über Bedri Karakılınç dem von der Türkischen Regierung und von Ankara aus betriebenen Nachrichtennetzwerk Avrupa Diyanet bzw. Diyanet İşleri Başkanlığı Aylık Dergiler („Monatszeitschrift“) verbunden. (Rheinfelden) Bedri KARAKILINÇ

http://karlsruhedinateseligi.com/dernek_baskanlari.asp

Neo-Osmanisch Europa verwalten: Avrupa Diyanet. Sankt Petersburg. Tschuwaschien, die turkstämmigen Tschuwaschen sind ein mehrheitlich christliches Volk an der oberen Wolga.

http://www.diyanet.gov.tr/turkish/DIYANET/avrupa/2011/ocak/index.HTM

Osmanischer Seelenfang in den südwestlichen bzw. südlichen Niederlanden. Seeland und Nordbrabant.

http://www.diyanet.gov.tr/turkish/DIYANET/avrupa/2011/ocak/index.HTM

(6) Der CIVH („keine Unvereinbarkeit zwischen Grundgesetz und Scharia“) ist Mitglied im KCID (Thomas Lemmen). Der Verein aus Rheinfelden fordert die Scharia (heilssichernder Kulturrassismus), die Schura (kalifatisches Regieren) und das prekäre islamische „Recht auf Leben“ (den angelegentlichen Harbi- und Apostatenmord). Mitgliederbrief 2/2005 vom 29.08.2005, gezeichnet Werner Ross und Ingeborg Omer.

http://www.civh.de/downloads/mitgliederbriefe_2005/mitgliederbriefe-02-05.PDF

(7) Am 05.01.2011 fordert Schariafreund und Pfarrer Werner Ross in der BADISCHEN ZEITUNG und im SÜDKURIER („Muslime müssen zu Wort kommen“) vom ägyptischen Staat mehr Mitsprache für die Muslim Brotherhood. Die MB sei Opfer, die MB verdiene unser Mitleid, perfider geht es kaum: Weil Muḥammad Ḥusnī Mubārak die Muslimbrüder unterdrückt, müssen ägyptische Christen Gewalt erleiden:

„Es ist in der Tat traurig zu sehen, wie es den Christen in Ländern des Vorderen Orients zum Teil geht, da geht es den Muslimen hier bei uns schon viel besser. Am ehesten können Christen noch im Libanon, Syrien und in Jordanien frei leben und auch Kirchen bauen. Die Gründe, warum in islamischen Ländern die Zahl der Christen immer mehr abnimmt, sind allerdings vielfältig. Viele Christen verlassen ihre Heimatländer aus wirtschaftlicher Not, weil sie woanders bessere Perspektiven haben. In Ägypten sind es für mich auch innenpolitische Gründe, weil Präsident Mubarak auch die Muslim-Bruderschaft unterdrückt, gibt es Spannungen, die sich jetzt an den Christen entladen.“

http://www.suedkurier.de/region/hochrhein/rheinfelden/-bdquo-Muslime-muessen-zu-Wort-kommen-ldquo-;art372615,4659339

„Im Irak konnten die Christen vor dem Bush-Krieg ihren Glauben unbehelligt praktizieren, jetzt kriegen sie die Konsequenzen aus dem Krieg zu spüren, vor dem Christen aus der ganzen Welt gewarnt hatten. In Ägypten sind es für mich auch innenpolitische Gründe, weil Präsident Mubarak auch die Muslim-Bruderschaft unterdrückt, gibt es Spannungen, die sich jetzt an den Christen entladen.“

http://www.badische-zeitung.de/rheinfelden/muslime-muessen-zu-wort-kommen–39600561.html

(8) Bistum Essen, Arbeitskreis Integration: »Religion ist keine Privatsache. Orientierungshilfe des Bistums Essen zu Moscheebauten und Muezzin-Ruf«, Essen 2001

http://www.fremden-begegnen.de/ak-integration.htm

Ganz ökumenisch und angeblich ausländerfreundlich, gemeint ist schariafreundlich, empfiehlt auch die Evangelische Sinn- und Seelenverwaltung das Essener »Religion ist keine Privatsache«

http://www.ekd.de/interkulturellewoche/images/WAMHeft2003.pdf

(9) Der Katholik aus dem Ruhrpott darf über den Islam lesen … Auserlesenes: Basiswissen Mohammed (Melanie Miehl), Basiswissen Islam (Thomas Lemmen), Miteinander leben, Christen und Muslime im Gespräch (Miehl und Lemmen) sowie zwei Bücher der Islamverherrlicherin Annemarie Schimmel

http://www.fremden-begegnen.de/literatur.htm

(10) Das jordanische Royal Aal al-Bayt Institute for Islamic Thought ist Herausgeber der Replik auf die Regensburger Rede von Papst Benedikt. Der Reformierte Weltbund vergeht am 15.10.2007 schier vor Dankbarkeit und lobt das an der irdischen Durchsetzung der Scharia interessierte Papier A common word between us and you.

http://www.acommonword.com/index.php?page=responses&item=33

(11) Globale Islamische Revolution heißt Transzendierung (Salafisierung) der vier sunnitischen Rechtschulen im Sinne einer konsequenten Anwendung der Scharia. The Royal Aal al-Bayt Institute for Islamic Thought:

Article (4) F: To enhance dialogue and cooperation among the Islamic madhahib (schools of thought), and to bring them nearer together to achieve maximum rapprochement among their adherents in accordance with Shari’ah rules and its basic principles.

http://www.aalalbayt.org/en/law.html

(12) Projekt DIALOGBEREIT. Schariafreundliche (extremismusfreundliche) Erklärung: Gemeinsamer Einsatz für Kinder und Jugendliche), unterzeichnet von: Rajaa Chehab (Kerpen-Horrem, die Schleierträgerin ist Medizinisch-Technische-Assistentin und arbeitet in der Molekularen Herz- und Kreislaufforschung an der Uniklinik Aachen) von der Muslimischen Jugend in Deutschland (MJD) und Georg Bienemann von der Katholischen Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NW e.V.

http://www.muslimische-jugend.de/sites/default/files/Gemeinsamer%20Einsatz%20f%C3%BCr%20Kinder%20und%20Jugendliche.pdf

Die Katholischen Gemeinden zu antisäkularen Diskussionen und interreligiösen Verhandlungen mit den Parteigängern von Scharia und Kalifat ermuntern. Muslimische Jugend in Deutschland (MJD) und die Katholische Kirche in NRW. Unter Katholiken bitte kein schlechtes Wort über MB-Seelsorger Yūsuf al-Qaraḍāwī und Euro-Islamisierer Tariq Ramadan. NRW und das gegendemokratische und daher boykottierenswerte Projekt DIALOGBEREIT.

http://www.dialogbereit.de/

Mohammad Gharaibeh (Islamwissenschaftler aus Bonn), Georg Bienemann (Katholischer Diplom-Theologe, Münster), Uschi Hacket (Düsseldorf), Anna Fischer (Diplom-Theologin, Bonn und Paderborn, Mitglied in CIG und Forschungskolloquiums Christentum-Islam (FKCI)), Nadja Homsi ist Nadya Homsi (Vlotho und Herford), Uschi Hacket (Diplom-Soziapädagogin, Düsseldorf).

http://www.thema-jugend.de/pdf/BausteinDialogbereit.pdf

Rajaa Chehab mit sittsamer Verhüllung von Haupthaar und Schulterpartie. Schariafreund und Iranverteidiger Werner Höbsch („rheinische Frohnatur“) darf nicht fehlen.

http://www.dialogbereit.de/html/vernetzung7.html

Als Katholik Chomeini und besser verstehen. Paderborn: Zentrum für Komparative Theologien und Kulturwissenschaften (ZeKK). Anbahnung von Dialogstrukturen zum Aufbau der islamischen Theologie und Religionspädagogik. Kontakte zu Projektpartnern an den Theologischen Hochschulen in Teheran, Qom und Mashhad. Anna-Maria Fischer und Hamideh Mohagheghi.

http://www.uni-paderborn.de/mitteilung/74971/

Hamideh Mohagheghi, Lehrbeauftragte für Islam

http://kw.uni-paderborn.de/institute-einrichtungen/institut-fuer-evangelische-theologie/personal/mohagheghi-hamideh/

„Die beiden Institute für Evangelische und Katholische Theologie der Universität Paderborn bieten ab diesem Semester mit der neuen Lehrbeauftragten Hamideh Mohagheghi wieder regelmäßig ein qualifiziertes Lehrangebot zu islamischer Theologie an“

http://www.uni-paderborn.de/ru/mitteilung/2092/

mjd 2010. Bei der Podiumsdiskussion „Gerechtigkeit braucht Helden“ standen die Meinungen von Jugendlichen mit unterschiedlichen Hintergründen im Fokus. Teilnehmer der Podiumsdiskussion waren die UN-Jugenddelegierte Clara Leiva Burger, Tuba Isik-Yigit (Ṭūbā „Frohe Kunde“ Işık-Yiğit) vom Aktionsbündnis muslimischer Frauen, Ali Aslan Gümüsay vom Netzwerk junger engagierter Muslime und Yasmina Gandouz von der MJD dabei.

http://www.mjd-net.de/pressemitteilung-helden-gesucht

Tuba Isik-Yigit (Işık-Yiğit). Universität Paderborn, Fakultät für Kulturwissenschaften, Institut für Katholische Theologie

http://kw.uni-paderborn.de/institute-einrichtungen/institut-fuer-katholische-theologie/personal/isik-yigit/

Tuba Isik-Yigit, Paderborns akademisch-katholische Islamerklärerin, organisiert mit der islampolitischen Multifunktionsträgerin Maryam Weiß (Maryam Brigitte Weiß) das in 50389 Wesseling ansässige Aktionsbündnis muslimischer Frauen (amf).

http://www.muslimische-frauen.de/impressum/

(13) Kurt Tucholsky und die deutsche Paragraphenwerdung des Gotteslästerns. Als Peter Panter: »Wie Gott in Frankreich«, erschienen in: DIE WELTBÜHNE, 02.04.1929

http://www.textlog.de/tucholsky-liebe-frankreich.html

(14) Berlin als Vier-Sektoren-Stadt.

http://www.hablaba.com/blog/uploaded_images/Berlin-Wall—You-are-Leaving-the-American-Sector-792259.JPG

Checkpoint Charly. Sie betreten den Amerikanischen Sektor.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d7/Checkpoint_Charlie_Sign.JPG

Geschichtsbewusstes Irritieren oder nur ein kaltes Herumgealber zunehmender Barbarei und schwindender Erinnerung? Allemal besser als Burka: Stadtgeschichte als T-Shirt-Aufdruck.

http://www.priups.com/riklblog/mar09/090330-berlin-t-shirt.jpg

(15) Omission ist kein Kitman, da sie ein informiertes ganzes Publikum voraussetzt, während das islamische Lügen durch Auslassen die unterschiedlichen Grade an Informiertheit gezielt (die Islamisierung befördernd) ausbeutet. Omission informiert (bildet) und macht alle frei, Kitman diskriminiert und zielt auf zunehmende Versklavung eines Bevölkerungsteils.

http://de.wikipedia.org/wiki/Omission

(16) al-Dschabbâr

http://lh6.ggpht.com/_9mJFrTpLl0E/SpPBAiec-1I/AAAAAAAABQ8/R7QFtBP28oY/9.jpg

Allahgott ist … Der, dem du nicht widerstehen kannst

http://sphotos.ak.fbcdn.net/hphotos-ak-ash2/hs060.ash2/36370_135667096449659_118337881515914_380079_7470874_n.jpg

Shaykh ibn ‘Uthaymeen: „Allah, may He be glorified and exalted, is al-Jabbaar, the One Who compels the tyrants and overwhelms them by His power and might. Every tyrant, no matter how powerful he is, is subject to the power of Allah, and his power is in His hand.“

http://www.facebook.com/note.php?note_id=130729026949512

Die neunundneunzig Namen Allahs

Al-Jabbâr: Celui qui domine et contraint, le Contraignant, le Reducteur

http://gadir.free.fr/fr/99/html/fre/dieu/noms.html

Al-Jabbar – The Compeller: He who repairs all broken things, and completes that which is incomplete. Das ist heilsame Gewalt, also eher die Bedeutungsebene des aus der Medizin bekannten Begriffes vom (schmerzlich schmerzbefreienden) Einrenken, die aǧbara ebenso hat wie das ǧ-b-r der Mathematik in unserem Wort Algebra. Prinzip Gewaltgott: „in Einklang bringen“ (islamisch politisiert: gleichschalten).

http://home.mweb.co.za/ka/kayef/asmaaulgusnaa.htm

(17) Peccata clamantia, “sins that cry to heaven”. In einem nachchristlichen Zeitalter kann der der (islamische) Apostatenmord katholisch akzeptabel werden.

http://www.vatican.va/archive/ccc_css/archive/catechism/p3s1c1a8.htm#1867

(18) Catechismus Catholicae Ecclesiae. Die Klage der Fremden, der Witwen und Waisen.

http://www.vatican.va/archive/DEU0035/_P6J.HTM

(19) Katechismus der Katholischen Kirche. Der Mörder und seine freiwilligen Helfer.

http://www.vatican.va/archive/DEU0035/_P86.HTM

(20) Youssef Nada, Youssef Moustafa Nada

http://en.wikipedia.org/wiki/Youssef_Nada

(21) al-Taqva Bank

http://en.wikipedia.org/wiki/Al_Taqwa_Bank

Mitgründer: François Genoud, Altnazi, Proislamist und Terrorfinanzier. Genoud verkaufte Waffen an Palästinenser und stand der Volksfront zur Befreiung Palästinas (um George Habash, vgl. die israelische Operation Entebbe) nahe.

http://en.wikipedia.org/wiki/Fran%C3%A7ois_Genoud

(22) DAS PROJEKT („Bericht S/5/100, 01.12.1982“) der Muslimbruderschaft. Das unter Verschluss gehaltene Programm der Muslimbruderschaft fand sich am 07.11.2001 bei einer antiterroristischen Razzia in der Villa des Herrn Nada und ist, viel zu wenigen, als »The Project« oder »Das Projekt« bekannt. Übersetzung ins Deutsche nach der französischen Übersetzung von Jacques Auvergne.

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2010/06/13/169/

(23) Alltägliches Verschleiern der Frau reicht nicht für Gebet und Koranlektüre. Damit die v. a. männlichen Angehörigen in den Himmel kommen und die Frau selbst vielleicht auch, braucht die Muslima den Gebetshidschab. Prayer hijab.

http://farm3.static.flickr.com/2018/1513568046_f04c5eb877.jpg

http://i.ytimg.com/vi/l4DiIfW1sbA/0.jpg

The best hijab style when performing salat.

http://4.bp.blogspot.com/_qddpmToNnm0/TSj1L5iWSGI/AAAAAAAAACY/B3_laREA2PE/s1600/hijabstyleduringsalat.jpg

Schleierkontrolle! So geht das aber nicht! (Iran. Foto: creative commons)

http://cdn.wn.com/pd/96/02/99083640b6453976bbe2dec584e9_grande.jpg

Iran. Moralpolizei setzt Schleiergesetze strenger um. Ein Foto von Majid Saeedi

http://3.bp.blogspot.com/_eaNQoRr4jww/TMg9Q0v2pZI/AAAAAAAABFY/eojDytynrJM/s1600/Morality+police+enforce+hijab+laws.jpg

Gebet wirkt ins Leben zurück, Frau, dein weiß verschleiertes Beten diszipliniert dich auch im Alltag – beispielsweise schwarz verschleiert.

http://www.fashionclothingtoday.com/wp-content/uploads/2010/08/Hijab-Niqab-Baurqa.jpg

http://survivorsareus.files.wordpress.com/2009/05/full-hijab.jpg?w=480&h=640

http://www.essenceofblack.com/n33.htm

(24) Dem verruchten Westen mit der Kleidung des ehrbaren Ostens widerstehen, these tunic shirts are perfect for those living in the West who want to maintain their Islamic identity.

http://www.essenceofblack.com/islamic_mens_shirts.htm

(25) Prinzip Zinargürtel. Tear off the zunnar! The Zunnar, sometimes translated Zonnar or Zonar, are distinctive cloth forced upon the Dhimmi, Christians and Jews, to signify their inferior and submissive status to Muslims as required by Sharia Law.

http://zunnar.blogspot.com/

Sklave in Sicht: Der Dhimmigürtel. Zunnār, zanānīr (pl.), zanara, zinar (sg.), a belt worn around the waist by non-Muslims.

http://vb.arabsgate.com/archive/index.php/t-421944-p-3.html

Wahrnehmungspsychologisch gilt: Ohne Grund keine Figur. „Das ‘Coming-out’ der Muslime im öffentlichen Raum, das ungewohnte Sichtbarwerden von Religion im säkularen Staat erregt Aufsehen“, nun ja, und wie zufällig bedeutet die Sichtbarwerdung des Islam: Sklave in Sicht.

Nilüfer Göle (Hg.), Ludwig Amman (Hg.): »Islam in Sicht: Der Auftritt von Muslimen im öffentlichen Raum«, Transcript, Bielefeld 2004.

http://de.qantara.de/webcom/show_article.php/_c-469/_nr-326/i.html

Steuerfinanziert distribuiert die bpb die Texte postsäkularer Staatsräson. Thomas Lemmen, Claus Leggewie, Mathias Rohe, Werner Schiffauer, Janbernd Oebbeke, Ludwig Amman (Cola und Koran. Das Wagnis einer islamischen Renaissance), Nilüfer Göle.

http://www.bpb.de/themen/G1RPNN,4,0,Was_ist_Islam.html

(26) Es lohnt sich, Thomas Lemmen zuzuhören, den man den katholischen Großmeister des Kitman nennen darf, des kalkulierten Auslassens.

Zum Kitman weiß das CSPI:

“Kitman means to leave out part of the truth. When you take an oath in court, you not only swear to tell the truth but the whole truth. When a Muslim tells a partial truth, that is kitman. Here is a famous kitman: Muslims say that the real jihad is the inner struggle, the greater jihad. But in the Hadith, only 3% of the doctrine even mentions this inner struggle. So the Muslim who tells you that the real jihad is inner struggle is leaving out the other 97%. He is practicing kitman. One more kitman example: After 9/11 an imam was asked about the 72 virgins to be given to a jihadist in Paradise. He said that the 72 virgins were part of a medieval tale and not really Islamic doctrine. What he did not reveal was that the Koran says the jihadists will get virgins in paradise, but does not say how many.”

http://www.cspipublishing.com/pdfs/WebSitePDF/SelfStudy_Political_Islam_ReadMe.pdf

CSPI, Center for the Study of Political Islam

http://www.cspipublishing.com/

218. Davutoglu. Mit Strategischer Tiefe ins Kalifat

10. Februar 2011

انفصالي

infiṣālī

separatistic

sezessionistisch

Religionspolitik als Sezession aus dem Universellen

Zum »Alternative Paradigms. The Impact of Islamic and Western Weltanschauungs on Political Theory« des Ahmet Davutoğlu. Jacques Auvergne übersetzt und kommentiert den an Koran und Scharia orientierten langjährigen außenpolitischen Berater von Recep Tayyip Erdoğan.

Ob der bärtige Schweizer Missionar Nicolas Blancho (1) von der Steinigung redet oder der am französischen IESH ausgebildete bayerische Schariagelehrte Bajrambejamin Idriz vom Islam, sei es auf der Deutschen Islamkonferenz oder im lokalen interreligiösen Dialog, muslimische Religionsführer provozieren den in Ausdünnung befindlichen säkularen Staat kraftvoll im Namen der vor dem ewigen Verderben zu rettenden muslimischen Seele und vor allem im Namen des angeblich so andersartigen Orients.

Mit Orient oder orientalisch ist seit Ali Schariati („Gharbzadeghi“ für „Westitis, Okzidentose“) freilich „anti-westlich“ gemeint oder vielmehr gegenmodern, denn sinngemäß bekennt jeder Schariafreund: Mein Nein zum Okzident ist mein Nein zur AEMR. Koranbasiert glaubensbewegte (islamisch revolutionäre) Szenen vermarkten ihre Kontrastkultur des Hasses auf die Meinungsfreiheit und die Gleichberechtigung der Frau gekonnt als charmanten Jugendprotest oder als einfältig fromme Suche nach den sozialen und seelischen außereuropäischen, sprich medinensischen, Ursprüngen, das Ziel dieser Islampolitiker bleibt, solange es eine freiheitliche Demokratie gibt, das religiös begründete Sonderrecht, die Rechtsspaltung.

Der so genannte Westen dient dabei lediglich als willkommenes Mittel der Erweckung von Schuldgefühlen (die Kreuzzüge, die Kolonialzeit), und dass sich nichtmuslimische Nationalisten und sonstige, oft rechts- oder linksradikale Kritiker der offenen Gesellschaft zunehmend auf dem Gleis des Abendländischen oder des Europäischen zu bewegen beginnen, erleichtert dem Islamischen Revolutionär bekanntlich die Arbeit (2). Wer das famose Abendland verteidigt und nicht die AEMR, wer seine Werte „europäisch“ nennt und nicht universell, baut fleißig mit am Kalifat.

Wissenschaftlichkeit beispielsweise ist nicht westlich oder christlich, schließlich fällt ein angehobener und dann losgelassener Stein in Pjöngjang oder Teheran nicht anders nach unten als in Paris oder Köln. Wir haben die Gleichberechtigung der Atheisten oder Frauen auch unter kurdischen Jesiden oder orthodoxen Hindus durchzusetzen und würden den global denkenden Islamisten durchaus dienen, wenn wir Koranlästerung oder Apostatenmord lediglich als unabendländisch oder unchristlich erklären, zumal Jesus in der Tat noch keine Lizenz zum Töten hatte, weil der Dīn noch nicht vollständig herab gesendet worden war.

Gelebter koranbasierter Glaube (ad-Dīn) ist die Herabsetzung der Frauen, die emotional wie juristisch durchzusetzen ist. Scharialobbyisten wissen: Die am 10.12.1948 mit weltweitem Anspruch aufgestellte Norm der Gleichbehandlung ist religiös begründet zu überwinden, sie werden sagen: Meine Damen und Herren, anders als Hitler und Honecker haben Sie doch nichts gegen Religion?

Zu Beginn der Neunziger Jahre und damit zum Auftakt einer Tätigkeit als Assistenzprofessor an der Islamischen Universität von Malaysia begann der Ahmet Davutoğlu (3) damit, Gedanken zur angeblichen Wesensverschiedenheit von Islam und Okzident zusammenzufassen. Sie wurden 1994 als »Alternative Paradigms. The Impact of Islamic and Western Weltanschauungs on Political Theory« publiziert, wobei der größere Teil seiner philosophischen Gottesbeweise bereits in der 1990 beendeten Doktorarbeit erschienen ist.

Davutoğlu:

1. Lange Zeit waren viele Gelehrte und Politiker davon überzeugt, dass der übliche westliche Lebensstil, Denkstil und Politikbetrieb leicht und rasch von den Muslimen adaptiert werden würde, ohne dass diese ihr Islamisches Glaubens- und Regelsystem abschwächen oder gar aussetzen würden oder müssten. Doch zum allgemeinen Erstaunen begannen gerade diejenigen muslimischen Intellektuellen, die die westlichen Lebensweisen und Theorien besonders gründlich studiert hatten, sich dezidiert zu ihrer persönlichen Einbindung in ihre spirituellen und soziokulturellen Normen des Islam zu bekennen.

Qutb, Maududi, Schariati, Erbakan.

Davutoğlu verschweigt diese vier Namen bewusst, und deutet an, das Verschmähen der AEMR sei eine Art von Naturgesetz. Unhinterfragbar wird die Menschheitsbevölkerung in Nichtmuslime („der Westen“) und Muslime gespalten, in zwei globale Kollektive mithin, die einander auf ewig religiös und kulturell wesensfremd zu bleiben hätten, um nur ja ihre „Wurzeln“ nicht zu verlieren, ihre „Identität“.

In den 1980er Jahren erschienen dann auch die ersten Bücher zum Thema dieses „Islamischen Revivalismus“ (Esposito 1980 und 1983, Mortimer 1982, Pipes 1983).

Der professionelle Schariaverharmloser John Esposito (4) sitzt heute in der rechtsspaltend aktiven United Nations Alliance of Civilizations (AoC), gemeinsam mit Hodschatoleslam Chatami, den der deutsche Wissenschaftsrat (WR) für Sommer 2010 skandalöserweise nach Köln eingeladen hatte (5).

Begriffe wie fundamentalistisch oder radikal, wie sie die Orientalisten so gerne verwenden, um aus der Masse der simplen Muslime diejenigen Gruppen abzuheben, die dezidiert darauf hinarbeiten, eine Islamische Seinsweise, einen Islamischen Way of Life in einem ganzheitlichen, umfassenden gesellschaftlich-politischen Rahmen zu verwirklichen, offenbaren lediglich die Unschärfe und damit Unbrauchbarkeit dieser beiden Begriffe.

Salafismus als Lifestyle klingt für manch einen nichtmuslimischen enthemmten Fremdenfreund alternativ und protestkulturell, exotisch und aufmüpfig. Das Kalifat als Way of Life.

Ahmet Davutoğlu leitet damit über zum wortreich und raffiniert, aber letztlich wenig überzeugenden Darstellen einer „semantischen Kluft“, die den „Westen“ schlicht dazu unfähig belasse, den Islam als Zivilisation auch nur exakt zu beschreiben. Europäern, Nichtmuslimen jedenfalls, fehle das Vokabular und damit das Werkzeug, die Scharia angemessen zu würdigen. Aus dieser sprachlichen Unzulänglichkeit resultiere die Unfähigkeit des wissenschaftlich verhafteten Denkens über die Schönheit und Harmonie der Islamischen Gesellschaftsordnung.

Nichtislam sei ein Herausreißen aus der Harmonie kosmischer Zusammenhänge. Ratio und rational begründete Justiz ist für Davutoğlu damit eine Art von Grausamkeit, allemal eine seelische Kälte.

2. In Wesen und Angelegtheit ist der Islam als eine Weltanschauung zu bezeichnen, die als eine ganz grundsätzliche Alternative zur philosophisch-politischen Tradition des Westens anzusehen ist.

Murad Wilfried Hofmann, zwischen 1987 und 1994 war der Jurist, konvertierte Muslim (1980) und Bundesverdienstkreuzträger (1984) deutscher Botschafter in Algerien und Marokko, wählte das Propagieren des unterdrückerischen und frauenfeindlichen Islam als Alternativkonzept und Kontrastkultur gleich zum Buchtitel: Der Islam als Alternative (6).

Auch Allahs Diplomat zauberte mit dem Trick, dabei Wittgenstein missbrauchend, dass die reale menschliche Erkenntnisfähigkeit, bedingt durch ungenaue oder unzutreffende Wortwahl oder jedenfalls Sprache, allzu oft nicht in der Lage sei, die überlegenen Werte des Islam anzuerkennen.

Dass ein in den USA oder in Europa bereits halbwegs vollumfänglich (Familienrecht, Erbrecht) gelebter originärer Islam den Ausstieg des Muslims aus einem jeden AEMR-basierten Recht bedeutet, sollen die Nichtmuslime, so locken Davutoğlu und Hofmann, also bitteschön sehend „tolerieren“ oder gerne auch übersehen.

Du brauchst nicht so genau hinzuschauen, Demokrat, der Schariafreund sieht für dich. Erkenntnistheoretisch kannst du dich seines empfindsamen Bewertens von Frauenrechten sowieso nicht annähern. Mach es dir nicht so schwer und betrachte Mohammed einfach als den eigentlichen Feministen.

Oder denke anders und behalte deine Gesetze und lass uns Muslime ein „alternatives“ (gesondertes) Recht sprechen. Ohne Zweitfrau und neunjährige Ehefrau laufen wir schließlich in Gefahr, unsere andersartig angelegte kulturelle (islamische) bzw. religiöse (islamische) „Identität“ zu verlieren.

Einerseits begegnen uns simplifizierende Erklärungen der Islamischen Wiederbelebung (Islamic Revival). So meinte Pipes (1983) ernsthaft, dass nur der aktuelle Ölboom für die scheinbar weltweite politische Machtzunahme des Islam ursächlich sei, das Islamic Revival sei damit nichts als ein flimmerndes Phantom, eine optische Täuschung und Fata Morgana. In jedem Fall, so argumentiert Pipes weiter, könne der [aktiv demokratieverweigernde] politische Islam nur von kürzester welthistorischer Dauer sein.

Davutoğlu liegt richtig. Der geschmeidige Schönredner und Leiter des Middle East Forums Daniel Pipes, zu Harvard-Studienzeiten war sein eigener Vater dort Professor, hat vom Islam, den er krampfhaft vom Islamismus abgrenzt, nach Jahrzehnte währender Beobachtung immer noch keine Ahnung oder arbeitet, kapitalismusnah und königlich saudifreundlich, auf ein globalisierungstaugliches Zwei-Nationen-Modell hin, das die AEMR der Scharia im Zweifelsfall höflich nachordnet. Wer die neokonservative Freundschaft zwischen den USA und Saudi-Arabien ebenso verteidigen muss wie diejenige zwischen den USA und Israel, muss wohl genau dort landen, wo Daniel Pipes thront und uns, etwas verbissen, das Märchen vom demokratiefähigen Islam verbreiten.

Herumgereichte Placebo-Islamkritiker gibt es damit nicht nur von politreligiöser („islamistischer“) Seite, man denke an die schariatreue Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi oder die kopftuchlose Kämpferin für den Schleier Emel Zeynelabidin, sondern auch von Kfz- (Abdullahi an-Na’im, sponsored by FORD) bzw. Erdöllobby, reaktionärer Kirchenpolitik (Rowan Williams) sowie von wertkonservativ daherkommenden Türkeiverstehern (Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS)). Das islamwissenschaftlich ausgebildete derzeitige KAS-Mietmaul ist Mathias-Rohe-Schüler Michael Kiefer, einer der mittlerweile zahlreichen einflussreichen Befürworter eines Islamischen Religionsunterrichts an staatlichen Schulen.

2. Ziel dieses Buches ist die Entwicklung einer vergleichenden Analyse zwischen der Westlichen und der Islamischen Politiktheorie und Gesellschaftsbetrachtung. … Die Frage, wie und durch welche Prozesse diese beiden alternativen Gesellschaftskonzepte, jeweils vermittelt durch ein Gefüge von unlösbar tief verankerten Werten, auf die politischen Vorgehensweisen wirken, ist der besondere Schwerpunkt dieses Buches.

Ahmet Davutoğlu ist der Ansicht, dass eine Wertedebatte unter Nichtmuslimen für alle Zeit zu anderen Ergebnissen führen muss als eine innermuslimische. Eine gemeinsame Werteordnung brauche und könne es nicht geben (es sei denn, die islamische).

In Fortsetzung der Kulturpolitik des Wegbereiters der Islamischen Revolution Ali Schariati sind auch für den türkischen Kulturkreistheoretiker und jetzigen Außenminister Schariavolk und westlich Geprägte abhäsiv wie Öl und Wasser, verfeindet wie Hund und Katz.

Es gibt zwei Sorten Mensch. Koranbasierter Kulturrassismus, geeignet, die USA und Europa so zu zerlegen wie den indischen Subkontinent.

Ohne Schariaverweigerer (Nichtmuslime) gibt es keine Muslime, das Höllenfeuer dort braucht schließlich Brennmaterial und der Sittenwächter der Ḥisba auf Erden einen berechtigten Anlass, zuzuschlagen. Islam ist Feindbildbedürftigkeit.

3. Das Problem der Nomenklatur (nomenclature) und des konzeptionellen Rahmens (conceptual framework)

Ihr Nichtmuslime missversteht uns und unseren Islam, eure Übertragung des Begriffes vom Dīn, von der Religion, ist falsch:

Im Zentrum jeder vergleichenden Untersuchung zwischen der Islamischen und der Westlichen Zivilisation begegnet uns das Problem der Nomenklatur, der unterschiedlichen Benennung.

Angesichts der unaussprechlich erhabenen islamischen Pracht ist und bleibt der nichtmuslimische Passant verwirrt. Allahgott als Hütchenspieler bzw. sein türkischer Kalif Davutoğlu bringt, bei Nutzbarmachung der Herren Schleiermacher, Tillich und Husserl, den Abendländern das korrekte Denken bei.

Zum Zwecke der Überwindung der Wissenschaft und der wissenschaftlich fundierten AEMR muss ein zweifaches kontrolliertes Vokabular her, den Dhimmis und den Schariafreunden ihr jeweils eigenes Glossar. Im Glücksfall reicht eine Chiffre gleich für beide Anwendergruppen: „Sichtbarwerdung des Islam“ (Nilüfer Göle), „Verkörperte Alterität im öffentlichen Raum“ (Simonetta Tabboni), „Komplementarität der Religionen“ (Pfr. Dr. Reinhard Kirste), „kulturelle Differenz“ (Barbara John), „Flexibilität der Scharia“ (Ömer Özsoy), „Islam heißt Frieden“ (Zaqzouq, IGD, ZMD, ENFAL, „Familialismus, Virginität“ (Ursula Boos-Nünning), „im Kern friedliche Religion“ (Hans-Gert Pöttering, Horst Köhler) oder „religionsbezogene Wissenschaften“ (Wissenschaftsrat (WR)). Solches lässt man die Dhimmis plappern, während unsere Koranfreunde von Hidschab, Scharia und Kalifat wissen.

In seinem Roman 1984 (verfasst 1946/47, erschienen 1949) nannte George Orwell eine kalkulierte Sprachveränderung durch die politisch Mächtigen Newspeak, Neusprech.

Klares Reden würde Davutoğlus Gejammer über die Begrifflichkeit allerdings rasch als faulen Zauber entlarven. Der Dschihad der Nomenklatur bedarf daher zunächst der Zerstörung der Deutschen (und Französischen und Englischen) Sprache. Wer dann noch klar denkt, wird öffentlichkeitswirksam als Brunnenvergifter etikettiert, der Lächerlichkeit preisgegeben oder solange niedergeschrieen, bis er sich („funktional, tolerant“) anpasst. Als Islamstratege macht man das, bevorzugt, noch nicht einmal selber, sondern lässt nichtmuslimische Liebhaber des Amorphen und Antietatistischen (Sabine Schiffer) bzw. des organisierten Christentums (Rowan Williams, Jean-Louis Tauran) diese Rolle übernehmen oder greift zurück auf bewährt schariatreue echte oder angebliche Nichtmuslime wie Jörg Lau (verheiratet mit Mariam Lau, der Tochter von Bahman Nirumand), Mathias Rohe (Gesellschaft für Arabisches und Islamisches Recht (GAIR)) oder Thorsten Gerald Schneiders (Ehemann von Lamya Kaddor).

7. Auf der anderen Seite waren die muslimischen Gelehrten nicht untätig und versuchten, in Epistemologie und Methodologie, das von Verwestlichung geprägte Selbstverständnis der jeweiligen [orientalischen] Eliten zu überwinden. Die hohe Anzahl an Zeitschriften und Büchern, welche die [zeitlos-korangemäßen] religiösen Wahrheiten gerade angesichts der neuesten technisch-wissenschaftlichen Erfindungen und Erkenntnisse verteidigen, lässt sich sicherlich durch diesen Zugzwang erklären.

Davutoğlu nennt leider keine Namen. Wir dürfen ihm unterstellen, Hamidullah, Maududi, Qutb und Schariati im Sinne zu haben, wenn er von muslimischen Gelehrten (Muslim scholars) spricht.

Das Buch der Bücher muss eine Erklärung für jede neue Entdeckung bieten. Allahs türkischer Außenminister fordert von jedem treuen Muslim die Islamisierung der Wissenschaften. Wer sich ihr in den Weg stellt, ist „verwestlicht“ und damit ein Verräter an Islam und Türkentum.

Wie nebenbei ist die Wissenschaft damit halbiert oder auch verdoppelt worden, ab sofort gibt es eine wahre (islamische) und eine trügerische (nichtislamische) Wissenschaft. In seiner Weisheit schenkt Allahgott den Ungläubigen das falsche Wissen, den Geist des Unglaubens.

11. Grundlegend für den westlichen intellektuellen Diskurs der Nachrenaissance ist die Konstruktion einer Metaphysik, welche die Grenzen der menschlichen Erkenntnisfähigkeit, die letztlich der Sinneswahrnehmung zugänglich sind, nicht verlässt.

Das ist korrekt, seit Voltaire und Sigmund Freud, nach Herder und Hegel allerdings bereits seit Protagóras (keine Gottheit, sondern der Mensch trifft die Entscheidung zwischen den wirklichen und den unwirklichen Dingen) und dem platonischen Sokrátes (das die Mitmenschen überzeugende philosophische Leben couragierter Geistesfreiheit als höchster Sinn, ohne vor religiös argumentierenden irdischen Richtern Angst zu haben), hat sich der forschende menschliche Geist von den das Forschen doch eher behindernden Geistern emanzipiert. Ja, seit Renaissance und Aufklärung, mit den erwähnten griechischen Denkern letztlich seit 24 Jahrhunderten, ist der Teufel arbeitslos und haben die vielleicht noch viel älteren Kobolde und Elfen ihren Anspruch auf gesellschaftliche Rücksichtnahme verloren. Den Koran allerdings umschwirren Engel und Dämonen, jedenfalls meinte Mohammed das allen Ernstes, der in Sachen Jenseitsverwaltung keinen Spaß verstand.

Gegenaufklärer Davutoğlu hat jetzt das Problem, den Nordamerikanern und Europäern zu vermitteln, dass nur eine in Justiz und Wissenschaft integrierte Scharia den Anspruch auf liberale Meinungsvielfalt, Pluralität der Lebensformen und legal garantierte Religionsfreiheit umsetze. Gleichsam mit der Brechstange will Davutoğlu in die für ihn offensichtlich schier unerträglich glatten und sterilen Wände von götterfreier (säkularer) Pädagogik und wissenschaftlich begründetem Recht eine Nische für die Anderswelt stemmen, eine Bresche schlagen für Weltgericht und Schöpfergott.

Was in der kulturellen Moderne allenfalls, und meinetwegen gerne, das Individuum beflügeln und der relativ kleinen jeweiligen Religionsgemeinschaft zum nicht totalen Ritus werden darf, soll dem muslimischen Kollektiv die Verweigerung des nüchternen Denkens sichern und den so genannten Muslim in den „Schutzraum“ von medinensischem Wohlverhalten (Sunna) und angewandter islamischer Rechtslehre (Fiqh) einsperren.

Der koranbasierten und damit prinzipiell gewaltbereiten zweiten Staatlichkeit leistete Kurienkardinal Jean-Louis Tauran mit seinem nachchristlichen „Der Islam bringt Gott zurück nach Europa“ unnötigerweise Hilfestellung. Auch der anglikanische Spitzen-Religionsstratege und Erzbischof Rowan Williams sehnt sich nach der Integration der seelenrettenden Diskriminierung. Die AEMR allerdings muss zum Intermezzo werden, wenn mit kirchlicher Hilfe das islamische Jenseits verstaatlicht werden soll.

13. Agnostische, polytheistische und pantheistische Lehren oder Bruchstücke formten das Amalgam der Seinslehre Platons.

Die mutigeren Griechen jonglierten couragiert mit den allseits bekannten Sprachebenen, eben weil sie die Rache der erzürnten Göttinnen und Götter gar nicht mehr befürchteten. Anaxagóras allerdings erlebte eine, uns Heutigen aus dem Iran bemerkenswert vertraute Reaktion der lokalen Himmelswächter, und wurde angeklagt, der Tatvorwurf lautete Gottlosigkeit. Zwar konnte Periklēs ihn vor der Hinrichtung retten, doch musste der Athener Denker, der die blasphemische Vermutung ausgesprochen hatte, dass der heilige Mond nicht selbst leuchte, sondern das Sonnenlicht reflektiere und dass die als Gottheit verehrte Sonne ein profaner glühender Stein sei und dabei etwas größer als der Peloponnes, den Rest seines Lebens in Verbannung in Lámpsakos (heute türk. Lapseki) verbringen, am Ostufer der Dardanellen. Um 500 v. Chr. hatte Anaxagóras in Klazomenaí (heute Kilizman) an der liberalen ionischen Küste unweit von Smyrna (İzmir) das Licht der Welt erblickt. Luciano De Crescenzo verglich einmal die am Westufer Kleinasiens gelegenen griechischen Kolonistenstädte Ioniens (Ionía) mit dem dynamischen New York bzw. mit der „Neuen Welt“ und Athen mit dem konservativen London.

Bürgerlichkeit (Säkularität) ist erst erreicht worden, als der Einzelne ungeschmälerten Lebenssinn in Liedern wie Der Mai ist gekommen oder Im Frühtau zu Berge finden konnte und nicht ausschließlich in Maria, breit den Mantel aus (katholisch, Innsbruck 1640) oder Ein feste Burg ist unser Gott (evangelisch, Martin Luther wohl vor 1529). Und das heißt ja gar nicht, dass der Bürger diese Lieder nicht jederzeit singen kann, sondern dass er keine Angst davor hat, langfristig bzw. dauerhaft im Höllenfeuer zu brennen, wenn er nächsten Sonntagvormittag in den Gemeindegesang eben nicht mit einstimmt, sondern genüsslich im Wald spazieren geht, wo er zwar nicht die Engel, aber die kleinen Vögel jubilieren hört.

Bereits im Jahr 1910 mag der polnischstämmige deutsche Steinkohlearbeiter mehr Lebensfreude aus Brieftaubenzucht und Schrebergarten bezogen haben als aus dem Rosenkranzgebet, während seinem norddeutschen Zeitgenossen die Lektüre der Heimat- und Naturbeschreibung eines Hermann Löns nicht mehr zwanghaft das sofortige Absingen von Psalmen aufnötigte, um den lauernden Gehörnten fern zu halten. Und trotzdem konnten sich beide als Christen verstehen, eine Weise der säkularen (demokratietauglichen) Religiosität, die unter Muslimen leider noch viel zu selten ist.

Der Wissenschaftsrat (WR) nimmt es anscheinend tolerant in Kauf, dass die minderjährigen „Nichtmuslime“ beim Schulgartenprojekt oder Wandertag (Lernen am Modell; global denken – lokal handeln) an Rüdiger Nehbergs Einsatz für die einstweilen nichtislamisierten Yanomami am oberen Orinoco denken, während ihre auf den Koran zu verpflichtenden Klassenkameraden das Tun der ostafrikanischen Umweltaktivistin Wangari Maathai nur als sinnvoll verstehen können, weil aufgeforstetes Land intensivieren Dienst an Allahgott und Kalifat ermöglicht. Das den Biologieunterricht besuchende Duisburger oder Kölner Dhimmikind darf künftig also bei der Wasserbestimmung am Teich, neugierig wie Maria Sibylla Merian oder Alexander von Humboldt, nach Wasserlinse und Libellenlarve fahnden, während seine sittlich einwandfreie Mitschülerin verschleiert am Tümpel steht und „naturkundlich“ über die Größe Allahs sinniert.

Eine schariatische Arbeitsteilung im Klassenzimmer wäre das durchaus, denn ohne in ausreichender Anzahl in der Ǧahannam (downstairs) verbrennende Menschen ist es in der Ǧanna (upper class) ewiger Nähe zu Allāh nicht angenehm temperiert.

Ewige Fußbodenheizung, sozusagen.

17. Die Umwandlung des Christentums von einer messianischen Religion semitischen Ursprungs zu einem allumfassenden Gemisch von Glaubenssystemen geschah innerhalb des synkretistischen Weltgefühls der Pax Romana.

Was geschichtsbewusste Christen ja gar nicht abstreiten, Priester, Bischof und Papst sind sicherlich ebenso wenig jesuanisch wie Trinitasdogma, Kirchenarchitektonik und Weihnachtsbaum. In der Manier islamischer Revolutionäre wie Āyatollāh Ḫomeinī oder Saiyid Quṭb schmäht Erdoğan-Berater Ahmet Davutoğlu das Christentum als Mischmasch, als verunreinigt. Er versäumt dabei leider, den Islam als Mischwesen aus manichäischem Weltekel, ostafrikanischem Geisterglauben, jüngerer mediterraner Frauenverachtung, orientalischer Tyrannis und antiker Sklavenökonomie zu bezeichnen, die Sunna das reinste Flickwerk zu nennen und Allahgott als den Wolpertinger unter den Schöpfergöttern.

Man kann den nach seinem Verständnis makellos „reinen“ Islam freilich auch anders würdigen, als konsequentestes Theoriegebäude des Hasses auf das Fremde und das Gemischte, als hemmungslosesten religiösen Freibrief auf Sadismus für die kultgläubigen (muslimischen) Männer, als globales Gefängnis für alle Nichtmuslime und Frauen.

47. Wichtigster Grundsatz der theozentrischen Kosmologie des Islam ist der Glaube an den Tauḥīd.

Größtmögliches (Allāh wohlgefälliges, denn er alleine ist akbar) Glück im Diesseits und Jenseits vermag den Menschen, inschallah, alleine der tauḥīd zu garantieren, der Dreierlei ist: Die Unteilbarkeit Allahs, seiner Umma und seines Gesetzes. Wer nach dem tauḥīd ruft, hat damit ebenso sein und dein persönlich bejahtes und gelebtes Schariagesetz (ʿaqīda) gemeint wie das durch eine Elite gesellschaftlich angewandte Schariarecht (fiqh). Ohne energisch erstrebten und durchgesetzten Schariastaat (Kalifat) schließlich ist dein Gerede vom tauḥīd kalter Kaffee, und ob du in Sachen Eingottglaube (at-tauḥīd) zu den Strebsamen (way to Allah) oder den Nachlässigen (way to hell) zu rechnen bist, kannst du gar nicht wissen, sondern beantwortet dir dein Scheich oder Großmufti.

Der negative Aspekt des Tauḥīd meint die Zurückweisung jeder anderen Quelle von Transzendenz oder Herrschaft, während der positive Aspekt den Gehorsam aller Wesen gegenüber dem Fokus des Absoluten bedeutet, gegenüber Allāh. In der allumfassenden Islamischen Weltanschauung (in the holistic Islamic Weltanschauung) ist Tauḥīd der Hauptstrom von der Theorie zur Praxis, vom Glauben zum Leben und vom Ideal zur Realität.

Das [Tauḥīd] zugrunde liegende Verb ist waḥḥada, als ein Einziges erklären, hier also Gott als den Einen und das Eine zu bekennen. Die Wurzel von Islām ist salima, das bedeutet aufgeben, sich ausliefern, sich unterwerfen, gemeint ist, sich bedingungslos der Herrschaft Allahs zu unterwerfen. Derjenige, der sich völlig aufgibt und ganz unter Allahs Willen unterwirft, wird Muslim genannt.

Wörtlich heißt waḥḥada vereinen, vereinheitlichen. Nur der koranische Gott ist Souverän, nichts darf die Größe Allahs schmälern. Konsequent (salafistisch) verstanden kommt die Anwendung menschengemachter Gesetze einem Götzendienst gleich.

60. Die zivilisatorische Aufbauleistung mit [den Werkzeugen von] ʿaqāʾid und uṣūl ad-dīn als den beiden Kodifizierungen des Islamischen Glaubens sowie die Entwicklung des kalām als die theologische Systematisierung standen am [erfolgreichen] Ende der Bestrebungen, den Herausforderungen des sozialen Wandels trotzend, eine korantreu bleibende Ontologie zu reproduzieren.

Als das perfekte Geschöpf gestorben war und, nach 855 n. Chr., als sogar die dritte der rechtschaffenen Generationen die Sozial- und Staatspolitik der umma nicht mehr heilssichernd steuern konnte, begann die Ära der Hadithjongleure (Kodifizierer der prophetischen Legenden) und Sunnavirtuosen (Orthopraktiker, „Salafisten“). Diese Kräfte, einander durchaus antagonistisch, sowie die weiteren Gegenspieler der Mystiker (taṣauwuf, Sufismus) und „islamischen Rationalisten“ (muʿtazila, allahzentrische Ratio; was islamische Vernunft ist, kann der vernünftigsten Handlungsanleitung nicht widersprechen, dem Koran), bestimmen die innerislamische (schariatreue) Debatte bis heute.

Der im Jahre 1111 verstorbene al-Ġazālī verbrachte dann die Meisterleistung, diese vier Zerrkräfte zu bändigen und die letzten Sphären des menschlichen Daseins „zu schariatisieren“, dem Islamischen Gesetz einzuschreiben, Mutaziliten und Sufis allerdings waren als Kulturpädagogen des Kalifats in den gemeinschaftlichen („sunnitischen“) Dienst zu stellen oder zu töten. Ohne Herrschaft gewährende Hadithverwaltung sollte Islam auch unter Schiiten nicht mehr funktionieren.

Kalām ist lediglich schöngeistiger Disput innerhalb der ehernen Banden der Scharia, eine ihren Namen verdienende Theologie kann es im (nicht reformierbaren) Islam nicht geben. Bemerkenswert ehrlich nennt Ahmet Davutoğlu die von dir in deinem Leben zu erwerbende innere (ʿaqīda, pl. ʿaqāʾid) und die auch von dir der Politikwerdung zuzuführende äußere (uṣūlu d-dīn) Sphäre der Scharia die zwei „Kodifizierungen des Islamischen Glaubens“. Und den Nichtmuslimen erzählt man immer noch, die Scharia sei nicht erlernbar und auch nicht nachzulesen. An der Islamic University In Madinah (IU, www.iu.edu.sa), der Darul Uloom Deoband (www.darululoom-deoband.com, www.darululoom.org.uk) oder am burgundischen IESH (www.iesh.org) wird Scharia, wird Islam, so sorgsam gelehrt und so eifrig gelernt, dass al-Ghazali und sicherlich sogar Mohammed zufrieden sein könnten.

Offenbarung als Bedeutungsvermittlung ist im Islam etwas Fortwährendes, genauer: etwas, von Ādam bis Muḥammad, wiederholt Auftretendes.

Um der verstandesmäßig doch sehr unterbelichteten Menschheit das zur Seelenrettung unabdingliche Lernpensum zu vermitteln, benötigte der fürsorgliche Gott namens Allāh ein Curriculum, das sich über viele Jahrhunderte und viele Propheten erstreckte.

Wer Muḥammad nicht akzeptiert, tut Ādam Unrecht und vergeht sich nicht zuletzt an ʿĪsā bin Mariam, den die Fehlgeleiteten Christus nennen.

Der Medinastaat bleibt der Menschheit das unübertrefflich intensive Laboratorium sittlicher Menschwerdung. Gegen Ausbildungsende gab der höchste Lehrmeister, der unverständliche Gott der Ungleichbehandlung und Willkür, mit Sure 5:3 bekannt:

Heute habe Ich euch eure Religion vervollkommnet und Meinen Dienst an euch vervollständigt und euch den Islam als Religion auferlegt (7).

82. Wertetheoretische Normativität: Einheit von Leben und Gesetz (axiological normativeness: Unity of life and law)

Sittliches Zusammenleben ist angewandtes Gottesgesetz, Staatlichkeit ist realisierte Scharia. Aus Sicht des Absoluten (aus Sicht Allahs) bist du ein Islamisches Paragraphenzeichen.

Grundlegendes Merkmal Islamischer Wertenorm (Islamic axiological normativeness) ist ihre Deutung der Verantwortlichkeit des Menschen auf Erden im Sinne der Einheit von Leben und Gesetz. …

Damit erweist sich das Islamische Verständnis der moralischen Verantwortlichkeit des Menschen als unmittelbar mit seinem seinstheorethischen Standort im Weltganzen verknüpft.

Selbst die Naturgesetze verlassen die schariatischen Bahnen nicht. Dein Denken, dein Handeln, dein Herzschlag ist Scharia. Einerlei, ob du Gehorsam oder Frevel übst, bei Bedarf ist eben dein Gesteinigtwerden oder deine Höllenqual Scharia.

85. Damit kennzeichnen das Islamische Göttliche Gesetz, verglichen mit anderen [von Menschen ersonnenen] Gesetzeswerken, einzigartige Wesensmerkmale.

Genau: Praktische Frauenentwürdigung, Versklavung der Nichtmuslime, göttliche Willkür, Lizenz auf Sadismus. Erregende Lebensangst, hochnäsiger Weltekel und herrschaftliches Sendungsbewusstsein.

Die [gelehrigen] Darstellungen der Ziele der Scharia widerspiegeln die [äußerst] umfassende wertetheoretische Basis des Islamischen Gesetzes.

Menschliches Dasein ist Göttliches Recht. Es gibt kein Entrinnen.

123 Was die politische Legitimation im Islam betrifft, so ist sie, im Gegensatz zur Vorgehensweise des Westens, in ihrer gesellschaftswissenschaftlichen und erkenntnistheoretischen Basis unmittelbar den ureigenen Vorgängern verpflichtet.

Und das sind die Salaf aṣ-Ṣāliḥ, die rechtschaffenen Ahnen. Muslim und Nichtmuslim entstammen zwei unterschiedlichen Bautypen oder Versuchsreihen des Schöpfergottes, der eben nur ein einziges Mal die ungeschmälerte sittliche Seinsweise offenbarte. Jesus etwa durfte noch nicht töten, denn die wahre Religion war noch nicht herangereift.

123 Der Glaube an die Einheit der menschlichen Verantwortung und die Einheit des Lebens entspringt unmittelbar dem Glauben an die transzendentale Einheit Allahs.

Der säkulare Muslim kämpft gegen diese Einheit des Lebens, er tanzt aus der Reihe und ist dementsprechend als unsozial auszurufen und zum koranisch korrekten Handeln zu zwingen. Eine halbierte Scharia würde Allahgott halbieren, angreifen.

123 Der prägnanteste Charakterzug der Islamischen Weise von Legitimation ist sein normativer Charakter.

Glauben heißt gehorchen.

Allahs Faschismus wird vom Schweizer Professor Reinhard Schulze als »iN« etikettiert, verpackt und vertrieben, als »islamische Normativität« (Scharia). Dr. Schulze: „Auch soll erörtert werden, wie die islamische Normativität – der Begriff wurde von Baber Johansen (8) in den 1980er Jahren zunächst eingeführt, um eine passende Übersetzung des arabischen Begriffs sharî’a zu finden – zum „gesatzten Recht“ (sharî’a) wurde und wie das Verhältnis von moralischen Normen und Rechtsnormen gestaltet war. … In diesem Masterseminar geht es um Geltungsansprüche, die mit der islamischen Tradition begründet werden und die den Islam als „normative Ordnung“ definieren. … Schließlich wird es darum gehen, den aktuellen Status der islamischen Normativität in öffentlichen Geltungsansprüchen zu analysieren. Hier wird zu fragen sein, wie das religiöse Selbstverständnis muslimischer Gemeinschaften auf moderne Prinzipien der Normativität wie liberale und demokratische Prinzipien der Rechtstaatlichkeit sowie rationale Standards und theorieüberprüfende Kriterien der empirischen Wissenschaften reagiert.“

Davutoğlus gleich erfolgender Ruf nach dem Kalifat, sein Aufruf zur muslimischen Sezession aus der Universalität von Wissenschaftlichkeit und Menschenrechten, steht in der Tradition von Ḥasan Aḥmad ʿAbd ar-Raḥmān al-Bannā (1906-1949). Seelenrettung statt Vernunft, Scharia statt Gleichberechtigung der Frau. Der Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen (2005, Seite 30) zitiert den Gründer der Muslimbruderschaft:

„Die Ausrüstung des Orients ist Sitte und Glauben; wenn er diese beiden verliert, so verliert er alles, wenn er zu ihnen zurückkehrt, so kehrt alles zu ihm zurück. … Daher werden sich die Führer des Ostens um die Festigung des Geistes und um die Wiedergewinnung seiner verlorenen Moral bemühen, denn dies ist der einzige Weg zu einer echten Renaissance. Diesen Weg aber werden sie nur finden, wenn sie zum Islam zurückkehren und an seiner Lehre festhalten.“

Multikulturelle Europäer werden nervös und möchten so gerne glauben, dass der ihnen irgendwie unangenehme „politische Islam“, gemeint ist der organisierte Islam, eine Art von Überreaktion auf den Kolonialismus oder gar auf den Nationalsozialismus sei. Wer al-Ghazali, al-Dschauzi (Abū al-Faraǧ ibn al-Ǧawzī, 1116-1201) oder Ibn Taimiya (1263-1328) liest, weiß jedoch, dass Ḥasan al-Bannā den Islam völlig richtig verstanden hat.

124 So ist das Kalifat als die ultimative religiös-politische Institution ein in seinem Ursprung ganz und gar Islamisches sozio-politisches Gebilde. … Sir Thomas W. Arnold (The Caliphate (9)) ist zuzustimmen, dass das Kalifat keine Nachahmung irgendeiner bereits bestehenden Zivilisation bzw. politischen Organisation war, sondern der Ausfluss von [selbst] für die Araber völlig unvertrauten Umständen, der jenen Charakter anzunehmen begann, der diesen [zeitlichen und örtlichen] Umständen vollkommen angepasst war. Damit wurde das Kalifat als politische Organisation [durchaus] zum Kind seiner Zeit und verstand sich nicht als ein Wiederaufleben (revival) irgendeiner politischen Institution früherer Epochen. So konnte es im Rahmen der Islamischen Expansion in das ganze Gebiet zwischen Nil und Oxus [zwar] eine [jeweils charakteristische] Institutionalisierung geben, die [gleichwohl] der spezifischen erkenntnistheoretischen und wertebezogenen Dimension [des Islam] verpflichtet blieb.

Allah ist schließlich kein Nachäffer, sondern absolut originell. Folgerichtig hat eine Wiederbesinnung auf Islamische Werte, etwa in der Türkei oder in der Diaspora in Europa, ein „Revival“ des authentischen Kalifats (632-855 n. Chr.) darzustellen. Das Kalifat, einst unabgestanden und unverstaubt, sei erneuert und verjüngt und „an Zeit und Ort“ angepasst.

Islam ist kein Traditionsverein, sondern Salafismus, korantreue Jugendbewegung. Scharia in alter Frische sozusagen, oder, frei nach Karl Marx bzw. Leo Trotzki: Der Islam als permanente Revolution. Ob die Familie des Mordopfers das ewige Blutgeld (diyya) akzeptiert, bleibt im irdischen Kollektiv der Paradiesanwärter damit weiterhin spannend.

Die koranisch verbürgte, religiös getrieben Hände und Köpfe abhackende Säbelklinge bleibt ewig scharf, muss aber nicht unbedingt zum Einsatz kommen inschallah. Alles eine Frage des Einzelfalls.

Kadi und Mufti sind damit auch in Sarajevo (Mustafa Cerić) oder Braunschweig (Muhamed Seyfudin Ciftci) so wenig von Arbeitslosigkeit bedroht, wie es tausend Jahre vor Mohammed die delphische Orakelbeantworterin war, Pythía (10).

125 Heutzutage besteht das grundlegende Problem für die Muslimischen Gesellschaften, vor allem für ihre durch den Westen geprägten Eliten, darin, dass moderne, westliche soziopolitische und sozioökonomische Standards deren [nichtislamische, eben westliche] Werte reproduzieren. Muslime stehen damit vor der entscheidenden Frage, entweder ihre ewigen Werte zu verraten oder der Verfremdung zu widerstehen. Die erste Runde im Kampf mit dieser zivilisatorischen Herausforderung schien ein Sieg der westlich orientierten Eliten dazustellen, aber auf längere Sicht begann sich die geheime Kraft der ewigen Werte als Quelle für jenen Widerstand zu erweisen, den die traditionelle soziopolitische Kultur [des Kalifats] einst aufbaute.

Tunesiens Säkulare oder die türkischen Kemalisten werden als Feinde des „muslimischen“ Volkes dargestellt. Der gottesfürchtige Türke hat Ankaras Elite zu boykottieren.

Der iranische Schriftsteller Jalal Al-e Ahmad (Ǧalāl Āl-e Aḥmad, 1923-1969), Sohn eines schiitischen Klerikers und dem Vernehmen nach in 30. Generation vom Fünften Imam der Zwölfer Schiiten Muḥammad ibn ʿAlī al-Bāqir (681-733 (11)) und damit vom einzigen vollkommenen irdischen Wesen abstammend, warf den Verrätern am Iranisch-Eigenen und Islamisch-Eigenen in einem 1962 illegal erschienenen Buch sinngemäß an den Kopf, westlich infiziert zu sein und an Vergiftung durch den Imperialismus zu leiden sowie an Euromanie (12).

Nach dem Zweiten Weltkrieg noch Kapitalistenhasser und global denkender Kommunist, später Schahgegner in der Nationalen Front (Jebhe Melli) um Mossadegh und zuletzt Mitstreiter an Chomeinis Islamischer Revolution, konnte der Theoretiker der Verweigerung universeller Menschenrechte die angeblich ewige Wesensverschiedenheit von Orient und Okzident immer klarer herausarbeiten und die genannten Vorwürfe im auch von Ali Schariati aufgegriffenen Makel ultimativer Gesinnungslumperei verdichten, der sich als Westitis oder Okzidentose wiedergeben lässt: Gharbzadegi!

Mit dem sadistischen Seitenhieb auf die gescheiterte prowestliche Elite verhöhnt Ahmet Davutoğlu natürlich den ab 1934 als Atatürk bekannten Mustafa Kemal (1881-1938) und seine im heutigen Beamtenbetrieb von Ankara noch tonangebende Anhängerschaft. Politologe Davutoğlu, Absolvent des rein staatlichen Istanbuler Gymnasiums (İstanbul Lisesi (13)), einer durch die deutsche Kultusministerkonferenz anerkannten Deutschen Auslandschule, an dem bereits im Jahr 1914 22 deutsche Lehrer eingestellt worden waren, wirbt für ein weiteres Zurückdrängen der Säkularen in der Türkei, für eine Schariatisierung oder sogar Salafisierung des Landes.

Am 1884 gegründeten İstanbul Lisesi gingen die einstigen türkischen Ministerpräsidenten Mesut Yilmaz und Necmettin Erbakan zur Schule.

151. Seinstheoretisch legitimierte Politik (Ontologically justified political power)

In einem [absoluten] Kontrast zur Westlichen [gesellschaftlichen] Erfahrung beinhaltet die Islamische Tradition eine allumfassende theozentrische Auffassung und Rechtfertigung politischer Macht (a complete theocentric interpretation and justification of political power). …

Diese starke und unmittelbare Verbindung zwischen ontologischer Transzendenz und politischer Macht wurzelt in Koran und Hadith als den beiden Quellen von ʿaqāʾid [(muslimischem Glauben und Schariagehorsam, sg. ʿaqīda)] und fiqh [(geheiligter und heilssichernder Rechtssprechung)].

Eine auf Teufelsabwehr und Seelenrettung verzichtende Politik ist für Ahmet Davutoğlu der „islamischen“ Türkei keinesfalls zuzumuten, der Staat des Modernisierungsdiktators Kemal Atatürk ist demzufolge islamisch umzugestalten, zu „entwestlichen“. Wer als Türke den koranbasierten Staat nicht will, begeht Verrat an der nationalen und religiösen Sache.

152. Die Vorstellung, dass die Gesamtheit von Macht und Autorität allein Allāh zusteht, impliziert zugleich die Zeitbezogenheit und Relativität des jeweiligen irdischen wirtschaftlichen und staatlichen Systems.

Vieles ist islamisch möglich, flunkert Herr Davutoğlu, Kalifat könne alles Mögliche sein. Korrekt ist, dass auch Maududi oder Ayatollah Chomeini, gespielt bescheiden, nur ihr Bestes geben können, da nur Allahgott allmächtig ist. Der Kalif kann also religiös begründet ein wenig Parlamentarismus spielen oder massenhaft morden, das ist letztlich gar nicht so wichtig, da nur das Jenseits zählt und dein Gehorsam dem Islam gegenüber. Um den so genannten Westen zu irritieren und das eigene zu muslimisierende Fußvolk gleich mit, lässt sich die „Zeitbezogenheit und Relativität“ (Davutoğlu) von Ökonomie und Administration auch als Demokratiefreundlichkeit darstellen.

Wie man es halt gerade braucht: Den Radikalen sendet man die Botschaft von der zeitlosen Verpflichtung auf das Kalifat, den Säkularen erzählt man das („auf Zeit und Raum bezogene“) Märchen von der islamischen Toleranz. Allāh ist ausgesprochen anpassungsfähig.

Soweit zu Ahmet Davutoğlu. Der 1959 in Konya geborene zeitweilige Gastdozent an der türkischen Militärakademie spricht fließend Deutsch.

Wenn in Jahrhunderten von einer Höhlendecke ein spitzer Tropfstein gewachsen ist, ein Stalaktit, und sich von Zeit zu Zeit ein einzelner Wassertropfen löst, wird auf einem darunter befindlichen unterirdischen Weiher eine konzentrische Welle entstehen, die uns gleichnishaft für die ideellen, musischen, intellektuellen und politischen, kurz: Für die zivilisatorischen Äußerungen einer Menschengemeinschaft stehe. Uns Universalisten reicht dabei eine Menschheit und entsprechend eine Zivilisation, uns reicht ein gleichnishafter Tropfstein und ein einheitliches und gleich behandelndes Recht. Den Rassisten bzw. Kulturrassisten jedoch und ihrer linksradikalen bzw. wertevergessen-linken Spielart der Multikulturellen ist das nicht genug, sie brauchen einen zweiten Tropfstein, damit die Staatlichkeit und Kultur werdende Welle der exotisierten Anderen auf Dauer einen anderen Mittelpunkt hat und die Bereiche der Wellenkollision durch allgemeines Nichthandeln oder durch islamisches Handeln zu lösen sind.

Der kulturelle und zivilisatorische Impuls der so genannten Muslime stamme schließlich aus einer anderen Sphäre oder Quelle als derjenige der Nichtmuslime, ein gemeinsamer Rechtsrahmen für die deutschen oder europäischen Christen und Muslime sei daher widernatürlich, jedenfalls unmenschlich. Die Rechtsspaltung sei attraktiv und unvermeidlich, sie sei ebenso alternativ wie alternativlos. Das von Ahmet Davutoğlu im Titel verwendete Wort alternativ ist, im Sinne einer Entweder-oder-Entscheidung (lat. alter als der zweite von zweien), eng geführt zu lesen (un choix entre deux possibilités distinctes), wenn wir im Wort alterNATiv nicht gar das lateinische nāscentia, Geburt bzw. nātus est, Geborensein (naître, être né) entdecken wollen. Der Muslim wäre dann der zivilisatorisch Andere, der Andersgeborene, die NPD oder Tariq Ramadan hätten sicherlich nichts dagegen einzuwenden, und die Multikultis lässt man beim Reden von der alternativen Scharia noch ein wenig an Daseinsfreude und Lotterleben der Hippiezeit denken.

Scharialobby, Neonazis und linke Multikultiszene sind sich bemerkenswert einig darin, dass der famose Orient das Recht wenn nicht die Pflicht hat, anders zu sein die angeblich abendländisch verwurzelten Europäer. Imame ermuntern die Christen zur Einhaltung der biblischen Gebote.

Nur in einem säkularen Staat hat oder hätte die Religion frei von ökonomischen und machtpolitischen Interessen sein können, der inzwischen beschworene „eine Gott“ des Dialogs mit dem Islam jedoch ist die ungleich behandelnde Gottheit der Dhimmitude. Jean-Louis Taurans politischer Kultgott ist die Gottheit der Zweitfrau und der Steinigung, der Gott von Hidschab und Dschihad. Der Kurienkardinal und Vorsitzende des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog erleichtert Europas Kopftuchlobby die Arbeit und erschwert Europas muslimischen Säkularen das Leben.

Am 01.05.2009 löste Ahmet Davutoğlu seinen Amtsvorgänger Ali Babacan ab und wurde Außenminister der Türkei. Im Folgejahr traf er zwei Mal, im Januar und im Juli 2010, mit seinem deutschen Amtskollegen Guido Westerwelle zusammen (14).

Solange nichts zur Vermutung Anlass gibt, dass der heutige Davutoğlu von seinem 25 Jahre alten Streben nach Scharia und Kalifat abgerückt ist, dürfen wir sein Konzept der Stratejik Derinlik (Strategic Depth, „Strategische Tiefe“) als Fahrplan ins Kalifat verstehen.

Man sollte Davutoğlu den Said Ramadan Kleinasiens nennen, den türkischen Schariati.

Jacques Auvergne

(1) „Der Neo-Muslim, damals erst 22-jährig, sorgte mit verfassungsfeindlichen Äusserungen für Aufsehen. Die Scharia, liess er verlauten, stehe «im Zweifelsfall» über dem Schweizer Recht. Und was den Dschihad betreffe, den heiligen Krieg für den Islam, so sei er «noch nicht auf dem Niveau», um ihn glaubhaft führen zu können. … Frauen gehörten «von Natur aus» ins Haus, sagte Blancho in der Sendung «Schweiz aktuell». … Zu den Stargästen des Seminars gehörten der deutsche Prediger Pierre Vogel, auch er ein Konvertit, dem zuvor mehrmals die Einreise in die Schweiz verweigert worden war, und Abu Anas alias Mohammed Ciftci. «Allah sagt: ‹Ihr sollt eure Frauen schlagen, wenn sie nicht gehorchen›», mit dieser und ähnlichen Aussagen ist Anas in Internetvideos zu sehen.“, von: Philip Gut, aus: Bin Laden in Biel, in: DIE WELTWOCHE, 07.04.2010.

http://www.weltwoche.ch/index.php?id=538019

Schweizer Hanbalismus (Salafismus) firmiert als Islamischer Zentralrat der Schweiz (IZRS). Abu Ammar Abdullah = Nicolas Blancho. Abu Nusaybah = Abdel Azziz Qaasim = Patric Illi. Oscar Bergamin = Oscar Assadullah Mukhtar Bergamin.

Reto Wissmann: Islamisches Zeltlager am Bielersee, in: DER BUND, 09.06.2010.

http://www.derbund.ch/schweiz/standard/Islamisches-Zeltlager-am-Bielersee/story/23350288/print.html

(2) Nach Auffassung das pakistanischstämmigen Ṣiddīq Ġurūb ist jede Politik werdende Berücksichtigung von Islamgott inklusive Islamteufel, auch der parteibildende Kampf gegen derlei Magie und Barbarei, selber ein Steigbügelhalter des Kalifats, sei es als den Islam großzügig verwendender Nationalismus oder Faschismus oder aber als Kartell panischer Fehlgeleiteter und als, muslimbruderseits hoch erwünschte, verschreckte Schafherde von Dhimmis:

Eine rechte Allianz gegen den Islam? Warum eine jede konservative Partei antiislamischen Selbstverständnisses das Werk der Muslimbruderschaft fördert. Ein Gleichnis von Edward von Roy.

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2010/02/06/161/

(3) Ahmet Davutoğlu

http://turkeymacedonia.files.wordpress.com/2010/04/ahmet_davutoglu.jpg

Bei: Turkey Macedonia – Turkish and Macedonian friedship. „This blog is dedicated to the ongoing struggle for human rights in Greece in regards to the recognition of the Turkish and Macedonians minorities that live in the country, who have been for many years denied the right to self identification.“, wo man zu Batı Trakya Birliği Bonn (West-Thrakien, Griechenlands Scharia im Familienrecht mit legaler Kindbraut) in die alte deutsche Bundeshauptstadt verlinkt.

http://www.westtrakien.com/batitrakya/index.html

(4) The Alliance of Civilization (AoC) was established in 2005, at the initiative of the Governments of Spain and Turkey, under the auspices of the United Nations. Prof. John Esposito (United States). H.E. Hojjatoleslam Seyyed Mohammad Khatami (Iran).

http://www.unaoc.org/content/view/160/197/lang,english/

Siegfried Kohlhammer: „Wesentlichen Anteil an Ramadans Erfolg bei den nicht-muslimischen Europäern hat – neben den üblichen Unverdächtigen und Apologeten des Islamismus wie Reinhold Schulze oder John Esposito – die Linke.“, aus: Kohlhammer: Pyromanischer Feuerwehrmann, in: DIE WELT, 20.05.2006.

http://www.welt.de/print-welt/article218074/Pyromanischer_Feuerwehrmann.html

(5) Hodschatoleslam Chatami, darf mit begeisterter Billigung des Wissenschaftsrats (WR) die künftigen deutschen universitären Islamischen Studien weiterhin ebenso kraftvoll beeinflussen wie Ägyptens Schariaminister Zaqzouq: „So hat Professor Mahmoud Zakzouk, Minister für Religiöse Angelegenheiten in Ägypten, angekündigt, bei der „Verwirklichung dieser Pläne (gemeint ist die Einrichtung von Islamischen Studien) mit Rat und Tat mitzuhelfen“. Auch der ehemalige Staatsminister des Iran, Seyed Mohammad Khatami, bewertet unser Vorhaben und unsere Tagung als „sehr wichtig im Sinne einer konstruktiven Zusammenarbeit zwischen der islamischen Welt und dem Westen.“

http://www.wissenschaftsrat.de/download/archiv/Strohschneider_Begruessung.pdf

(6) »Der Islam als Alternative« (Murad Wilfried Hofmann 1992), analysiert von Jacques Auvergne.

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2009/10/05/144/

(7) Sure der Tisch, Sūratu l-Māʾida, Sure 5:3. Sahih International übersetzt: This day I have perfected for you your religion and completed My favor upon you and have approved for you Islam as religion.

Muhsin Khan übersetzt: This day, I have perfected your religion for you, completed My Favour upon you, and have chosen for you Islam as your religion.

http://quran.com/5/3

Muhammad Muhsin Khan. Anerkannter Koranübersetzer und renommierter Mediziner (Herzkrankheiten). Lebensweg: Pakistan (Provinz Panjab; Lahore), Großbritannien (Wales), Saudi-Arabien (Taif (aṭ-Ṭāʾif); Medina (al-Madīna al-munawwara, „die erleuchtete Stadt“)).

http://en.wikipedia.org/wiki/Muhammad_Muhsin_Khan

(8) Baber Johansen, Karlsruhe 26.-28.04.2002. Auf dem Rechtspolitischen Kongress der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) hält der gebürtige Berliner Baber Johansen einen so genannten Festvortrag, der dem auf Seelenrettung ausgerichteten Kulturrassismus namens Scharia huldigt („Diesen Prozess der Normenfindung nenne ich die islamische Normativität. … Mit den anderen [ägyptischen] Verfassungsprinzipien müssen die der islamischen Normativität , wie das Gericht ausführt, „eine organische Einheit“ bilden.“). Der offensichtlich sozialdemokratisch verträgliche Karlsruher Vortrag lautete: »Das juristische Erbe des Islams in der Moderne. Offenbarte Normen, staatliche Gesetze und globales Recht«. Zur engagiert realisierten Scharia (iN) wusste der damals in der französischen Hauptstadt lehrende Studienleiter der Hochschule für Sozialwissenschaften im Jahre 2002, der drei Jahre später als Professor für Islamische Religionsstudien an der Divinity School (Harvard, US-MA) zu arbeiten begann:

„Die Juristen des Heiligen Rechts unterscheiden zwischen den Offenbarungsgrundlagen des Rechts, der shari’a, und den juristischen Qualifikationen von Handlungen und Institutionen, die aus diesen Offenbarungsgrundlagen durch menschliche – und daher fehlbare – Anstrengungen abgeleitet sind.

Sie trennen auch zwischen dem Recht als religiöser Norm einerseits und den Regulierungsmassnahmen der politischen Herrscher, die diese als Teil ihrer Leitungs- und Steuerungskompetenz wahrnehmen.

Der Begriff der shari’a verweist also zum einen auf die unfehlbaren Offenbarungsgrundlagen der von den Juristen erarbeiteten islamrechtlichen Normen, zum anderen auf den offenen Prozess mit stets ungewissem Ausgang, in dem aus diesen Offenbarungsreferenzen durch die Vernunftanstrengungen von Juristen Normen zu finden und zu formulieren sind, die dann kontrovers zwischen den Juristen diskutiert werden.

Diesen Prozess der Normenfindung nenne ich die islamische Normativität.

Ich grenze ihn ab gegen die Summe der so gewonnenen Normen und der sie stützenden Argumentationen, die in der Rechtswissenschaft, dem fiqh, von den einzelnen Rechtsschulen rezipiert, dokumentiert und zur Schuldoktrin erhoben wird.

Diese Normen nenne ich die islamrechtlichen Bestimmungen.

Beide sind deutlich abgegrenzt gegen die politischen Regulierungsmassnahmen.

Die Juristen produzieren einen Überschuss an konfligierenden Lehrmeinungen zu jeder Frage und aus diesem Reichtum einander widersprechender Lehrmeinungen wählen die juristischen Autoren und Lehrer die aus, die ihnen am einsichtigsten sind.

Es gibt keine Institution, die in letzter Instanz für alle Juristen entscheiden kann, welche Norm rechtens ist.

Die Autorität der Rechtsnormen bleibt, im Prinzip, an die personale Autorität der Juristen gebunden.

Hier setzt die spezifische Funktion der Rechtsschulen ein: sie wählen Lehrmeinungen aus, deren Autorität im Rahmen der Schule anerkannt wird.

Sie lehren solche Doktrinen und stabilisieren sie durch ihre Weitergabe, so dass die Kontinuität des juristischen Denkens gewährleistet ist.

Sie begrenzen zugleich die Kompetenz des einzelnen Juristen zur freien Rechtsfindung“

http://www.fes.de/rechtspolitischer-kongress/koo/fest-3.htm

Baber Johansen was appointed Professor of Islamic Religious Studies at Harvard Divinity School in 2005. His research and teaching focus on the relationship between religion and law in the classical and the modern Muslim world. He served as Directeur d’Atudes at the Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales (Centre d’Atude des normes juridiques), Paris (1995-2005), and Professor for Islamic Studies at the Freie Universitat Berlin (1972-1995). In 2006 he was appointed Affiliated Professor at Harvard Law School and Acting Director of its Islamic Legal Studies Program for 2006 to 2010. In 2007 he was affiliated with the Department of Near Eastern Languages and Civilizations.

http://fora.tv/speaker/9597/Baber_Johansen

Schariaverharmloser Reinhard Schulze und die totalitäre iN (islamische Normativität), Kurs W6224, 17.9.2009 – 17.12.2009, 8:00 – 10:00, Falkenplatz 11, Bern, Schweiz

http://evub.unibe.ch/pievub/?KursID=3475026&KursNr=W6224&UeberschriftID=504035&page=detail

(9) Thomas W. Arnold, The Caliphate (London 1924)

http://www.scribd.com/doc/27709844/The-Caliphate-Sir-Thomas-Arnold

(10) Rechtleitung, noch schariafrei, verschafft uns Pythía (Πυθία), die seherische Priesterin zu Delphi. Priestess of Delphi (1891), Öl auf Leinwand 160 x 80 cm, Gemälde von John Collier (1850–1934)

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/25/Collier-priestess_of_Delphi.jpg

Fatwa-Vorläufer, noch dem Rätselhaften verhaftet. Was kommt morgen, Karrieresprung oder Karriereknick? Göttin Themis, zeitweise Chefin am delphischen Orakel, klärt den Aigeus auf. Attische Kýlix (κύλιξ, vgl. lat. Calix; Kelch), rotfigurig, um 435 vor Christus.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/79/Themis_Aigeus_Antikensammlung_Berlin_F2538.jpg

The Pythia (1917), Jacek Malczewski (1854-1929), Öl / Lwd.

http://www.mlahanas.de/Greeks/images/PythiaMalczewski.jpg

(11) Muhammad al-Baqir, der Fünfte Imam

http://en.wikipedia.org/wiki/Muhammad_al-Baqir

(12) JALAL AL-I AHMAD: OCCIDENTOSIS: A Plague From the West. Translated by R. Campbell, Annotations and Introduction by Hamid Algar. Zu Gharbzadaghi (Westitis, Occidentosis) 26 Treffer.

http://multiworldindia.org/wp-content/uploads/2010/05/occidentosis.pdf

Hamid Algar, der schariafreundliche Professor aus dem kalifornischen Berkeley. Mit Begeisterung übersetzte der Islamkonvertit die Schriften Ayatollah Chomeinis ins Englische: „One person who had heard of the concept of velayat-e faqih was Hamid Algar, the man who had translated Khomeini’s lectures on the subject into English. When Algar, a British-born convert-to-Islam and Khomeini supporter”, aus: Elmer Swenson: »What Happens When Islamists Take Power? The Case of Iran«

http://gemsofislamism.tripod.com/khomeini_promises_kept.html

(13) İstanbul Lisesi – Türkocağı Caddesi No: 4 Cağaloğlu / İstanbul

http://www.istanbullisesi.k12.tr/

Noch fühlt man sich Atatürk verpflichtet

http://www.istanbullisesi.k12.tr/#PageID259

Ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr wünscht die Deutsche Abteilung des Istanbul Lisesi allen Leserinnen und Lesern unserer Website.

http://www.istanbullisesi.net/

(14) Rheinische Post, 07.01.2010. „Am Abend wurde er in Istanbul erwartet, wo am Freitagmorgen Gespräche mit dem Staatsminister für Europa, Egemen Bagis, sowie mit dem griechisch-orthodoxen ökumenischen Patriarchen Bartholomäus I. geplant sind. Am Nachmittag reist er weiter in die Golfstaaten. Begleitet wird der Außenminister von deutschen Wirtschaftsvertretern.“

http://www.rp-online.de/politik/deutschland/Westerwelle-schuert-EU-Hoffnung_aid_803849.html

NZZ, 28.07.2010. Westerwelle trifft mit seinem türkischen Amtskollegen Ahmet Davutoglu zusammen

http://www.nzz.ch/westerwelle_trifft_mit_seinem_tuerkischen_amtskollegen_ahmet_davutoglu_zusammen_1.6956146.html

DER WESTEN, 28.07.2010. Daniel Freudenreich: Westerwelle demonstriert Schulterschluss mit der Türkei

http://www.derwesten.de/nachrichten/politik/Westerwelle-demonstriert-Schulterschluss-mit-der-Tuerkei-id3297291.html


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