Archiv für September 2009

142. Tag der Deutschen Einheit

29. September 2009

ديمقراطية

dīmuqrāṭīya

Demokratie

Eine hervorragende und für unsere freiheitliche Lebensweise ausgesprochen dienliche Idee kommt von der grundsätzlich unterstützenswerten BPE / Bürgerbewegung Pax Europa:

Hiermit laden wir Sie herzlich zu folgender Veranstaltung von der Bürgerbewegung Pax Europa e. V. (BPE) ein:

»Für Menschenrechte – Gegen Unterdrückung«

Wann: Samstag, den 3. Oktober 2009, 14:00

Wo: Berlin, Breitscheidplatz (Gedächtniskirche)

Bitte kommen Sie und bringen Sie Ihre Verwandten und Freunde mit nach Berlin zu dieser Kundgebung Für Menschenrechte – Gegen Unterdrückung. Alle Freunde, Mitglieder, Sympathisanten und freiheitsliebenden Menschen sind dazu eingeladen, sich an dieser Veranstaltung zu beteiligen und mit uns gemeinsam gegen Totalitarismus, Menschenrechtsverletzungen, Antisemitismus, Unterdrückung und Scharia zu demonstrieren und so unseren Willen zum Erhalt unserer Freiheit und unseres demokratischen Rechtsstaates zu bekunden!“ (BPE)

Für Menschenrechte – Gegen Unterdrückung

Mitten in Europa fürchten Islam – Aussteiger um ihr Leben. Muslimische Frauen und Kinder werden durch Ehemänner und Verwandte brutal unterdrückt. Ehrenmorde, Zwangsheiraten, Genitalverstümmelungen und körperliche Gewalt sind noch immer an der Tagesordnung. Moslemische Gegengesellschaften werden durch überdimensionierte Moscheebauten und Zwangsverschleierung gefördert. Der Druck, der seitens der meist aus dem Ausland gesteuerten islamistischen Verbände sowie ihrer Funktionäre und Helfer auf die zugewanderte und die einheimische Bevölkerung ausgeübt wird, nimmt stetig zu und behindert die erfolgreiche und dauerhafte Integration dieser Menschen von Generation zu Generation zunehmend. Immigranten, die den Zwängen der menschenverachtenden Scharia in ihren Heimatländern entkommen sind, werden mitten in Europa wieder von ihr eingeholt durch geduldete Schariagerichte und sogar eine Amtsrichterin, die es für richtig erachtet, dass Frauen sich von ihren Männern schlagen lassen müssen, falls sie Muslime sind. Während die Unterstützung islamistischer Organisationen, wie der HAMAS, mit „Juden ins Gas“-Rufen auf Demonstrationen straffrei bleibt, wird allein das Zeigen einer israelischen Fahne an gleicher Stätte hierzulande neuerdings wieder mit Geldstrafe bedacht.

Die BÜRGERBEWEGUNG PAX EUROPA e.V. setzt ein Zeichen dagegen. Wir laden alle freiheitsliebende Demokraten ein, sich an der Kundgebung: „Für Menschenrechte – Gegen Unterdrückung“ am 3. Oktober in Berlin zu beteiligen:

Breitscheidplatz (Gedächtniskirche) ab 14 Uhr.

Wir werden dort gemeinsam unseren Willen zum Erhalt unserer Freiheit und unseres demokratischen Rechtsstaates dadurch bekunden, dass wir gegen Totalitarismus, Menschenrechtsverletzungen, Antisemitismus, Unterdrückung und Scharia gemeinsam demonstrieren.

Bitte beachten Sie folgende Hinweise:

Plakate, Fahnen und sonstige Werbung für alle politischen Parteien sind untersagt.

Fremdenfeindliche und antisemitische Propaganda wird nicht gestattet.

Plakate, die dem Ziel der Kundgebung entsprechen, sind ausdrücklich erwünscht.

Es gibt Hinweise darauf, dass rechte und linke Extremisten, Sympathisanten des iranischen Gewaltherrschers und Holocaustleugners Ahmadinedschad, unsere Veranstaltung stören und behindern möchten. Dass die Erben der Mauermörderpartei zusammen mit nationalistischen Antisemiten Unfreiheit und Diktatur befürworten und sich so zu Steigbügelhaltern der Islamisierung machen, macht uns traurig, verwundert aber insgesamt nicht. Vor fast achtzig Jahren war es der gleiche Typus des „unfreien Menschen“, der in vorauseilendem Gehorsam die braunen Hemden der SA überstreifte, um mit der „neuen Zeit“ zu gehen.

Aber gerade die Bürger der ehemals geteilten Stadt Berlin wissen genau, was heißt, mit Unfreiheit, Totalitarismus und staatlicher Willkür zu leben. Alle freiheitsliebende Menschen, die hier auf dem Breitscheidplatz zusammenkommen werden um ein Zeichen zu setzen, werden später stolz sein und sagen können: „Ich war damals dabei!“ und im Gedenken an J.F.Kennedy: „Ich bin auch ein Berliner!“

Deshalb: Kommen Sie bitte zahlreich! Setzen Sie ein Zeichen für die Freiheit! Gegen Unterdrückung! Für unsere Zukunft!

Conny A. Meier

BPE- Bundesgeschäftsführer

update: 25. September 2009: Der bekannte Publizist und Religionswissenschaftler Robert Spencer aus den USA hat seine Teilnahme als Hauptredner der Veranstaltung zugesagt.

Nachtrag und wichtiger Hinweis:

Uns erreichen besorgte Anrufe und Mails, die uns auf die Gefahrenlage hinweisen, weil nun auch Islamisten von Milli Görüş bzw. von Milli Görüş nahe stehenden Organisationen die Gegendemonstration unterstützen.

Die Kundgebung wird selbstverständlich in enger Abstimmung mit erfahrenden staatlichen Sicherheitskräften vorbereitet und auch durchgeführt.

Nicht nur aus den Gesprächen sind wir davon überzeugt, dass die Berliner Polizei alles tun wird, damit es nicht zu Auseinandersetzungen mit Teilnehmern der Gegenveranstaltung kommt.

In diesem Zusammenhang weisen wir nochmals deutlich darauf hin, dass uns an einer friedlichen Kundgebung mit einer sachlich vorgetragenen Kritik an der totalitären, ideologischen Zielsetzungen der Politik-Religion Islam sehr gelegen ist.

Diejenigen, denen es auf den spirituellen und friedlichen Aspekt dieser Religion ankommt, haben die Gelegenheit mit uns gemeinsam gegen Unterdrückung und Menschenrechtsverletzungen einzutreten.

Wir fordern alle Extremisten auf, unsere Kundgebung nicht für Ihre Zwecke zu missbrauchen und dieser fernzubleiben. Wir weisen auf unser Hausrecht hin.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

Quellen:

http://www.buergerbewegung-pax-europa.de/

http://bpeinfo.wordpress.com/

141. Penzberg

27. September 2009

بافاري

Bayern

Allah in Penzberg

Von Jacques Auvergne

Fünfzig Kilometer südlich der bayerischen Hauptstadt im beschaulichen Landkreis Weilheim-Schongau (131.000 Einwohner) liegt die 16.000-Seelen-Gemeinde Penzberg. In der oberbayerischen Ortschaft gibt es tausend Menschen muslimisch sozialisierter Großeltern sowie eine preiswürdige (1), außergewöhnlich moderne und dabei sehr hübsche Moschee mit einer raffinierten Fassade aus dezenten grauen Steinflächen und gewaltigen, Offenheit symbolisierenden Wandelementen aus Bruchglas. Und es gibt viele knallbunte Kopftücher nebst den dazugehörigen Frauen und Mädchen, denn nackte Frauenhaare führen die islamisch politisierte Gemeinschaft in den diesseitigen und jenseitigen absoluten Schrecken.

Die Moscheegemeinde von Penzberg wird längst auch außerhalb Bayerns von Islamoptimisten wie Rauf Ceylan und in Dutzenden angestrengt höflicher Presseberichte mit hektischer Begeisterung als weltoffen und unabhängig gehandelt (2). Kunsthistoriker Christian Welzbacher, Autor von „Euroislam-Architektur. Die neuen Moscheen des Abendlandes“, kümmert sich nicht um die Scharia oder Europas Hassprediger, sondern sieht Moscheebau ganz als Ästhet (3). Europas Presse verfällt gerne in jenen nicht nur für Moscheebaudiskussionen typisch gewordenen, überwältigenden Islamoptimismus, aus dem Kopftuchgegner den Unterton eines gewissen Zischens heraushören möchten, das den noch so vorsichtigen Zweifler am Allahs Sexualtheologie als xenophobe Spaßbremse anzufahren bereit ist (4). Folge dieser angespannten Islamverteidigung ist, dass unsere Landtagsabgeordneten, Kleriker, Pädagogen und Sozialarbeiter zu islamfreundlichen Seminaren („Religious Diversity“, „Interkulturelle Öffnung der Verwaltung“, „Anstößiger Monotheismus“) rauschen und gleichsam erlöst darauf verzichten, Europas muslimisch geprägten Einwanderer menschenrechtliches und staatsbürgerliches Lernen zuzumuten oder gar das hörbar werdende Bekenntnis nach zulässiger Islamapostasie und Gleichberechtigung der Frau. Denn schließlich sollen Muslime ihre Andersartigkeit und Besonderheit leben, so ist man sich einig.

Dass Penzberg ein Vorbild für einen transparenten, demokratiefreundlichen deutschen Islam sei findet auch Sandra Tjong, die in die genannte, im Journalismus etwa des Jahres 2008 gehäuft auftretende, dabei kenntnisferne und etwas gequälte Islambegeisterung verfällt. Tjong beschuldigt Münchens Moscheebaugegner und Europas Islamkritiker großzügig der notorischen Fremdenfeindschaft und bricht am 23.02.2007 in der WELT-online in den Jubelruf aus: „Integration statt Kulturkampf: Am geplanten Moscheebau in München hat sich ein erbitterter Streit entzündet. Wie unnötig das ist, zeigt sich in Penzberg.“ (5). Darauf, dass Europas Islamisierer Arbeitsteilung betreiben und Penzberg ein Schaufenster für schariarechtliche Projekte in der Münchner Innenstadt sein könnte, kommt Islamfreundin Tjong natürlich nicht. Weiterhin verschweigt die Journalistin oder weiß es nicht, dass Allahs Gesetz einen Kampf der zur Herrschaft berufenen Muslime gegen die sittlich und rechtlich stufenhaft herabgewerteten Kulturen der Nichtmuslime vorsieht, der Islam damit ein 1.400 Jahre alter heiliger Kulturkampf ist. In Bayern herrscht Zuversicht.

Der Verfassungsschutz des Freistaats wusste 2007 von der damals vierzehn Jahre alten und mit Hilfe der extremistischen Millî Görüş gegründeten Islamischen Gemeinde Penzberg e. V. (IGP; Imam ist Benjamin Idriz, Vorsitzender Bayram Yerli) und ihrem Umfeld zu melden: „Die IGMG bildet die Auslandsorganisation der Milli-Görüş-Bewegung. Der Sitz der IGMG-Zentrale befindet sich in Kerpen / Nordrhein-Westfalen. … Das Bemühen der IGMG um gesellschaftliche Akzeptanz führte bei mehreren „Ortsvereinen“ zur Annahme von neutralen Bezeichnungen. Solche Vereine geben sich Satzungen, die formal keine Rückschlüsse auf die IGMG mehr zulassen. Beziehungen zur IGMG lassen sich aber aufgrund von internen Mitgliedslisten oder durch bekannt gewordene persönliche Mitgliedschaften führender Funktionäre herstellen. So hat sich der Verfassungsschutz im Berichtsjahr mit der Islamischen Gemeinde Penzberg e.V. befasst. Dieser 1994 gegründete Verein erschien noch für den Zeitraum 2003/2004 auf Mitgliedslisten der IGMG, die bei einer polizeilichen Durchsuchung der Münchner IGMG-Moschee aufgefunden wurden. Inzwischen hat der Vereinsvorsitzende ein Schreiben vorgelegt, mit denen er um Streichung des Vereins aus dem IGMG-Register bittet und seine persönliche Mitgliedschaft ab März 2006 kündigte (6).“

Der gottesfürchtige Penzberger Erste Vorstandsvorsitzende hatte bereits 1999 ein wenig staatsbürgerlichen Nachhilfeunterricht erhalten, indem, hoch das lebenslange Lernen, die das geltende Grundrecht schützende Behörde Herrn Bayram Yerli über die Verfassungswidrigkeit der Millî Görüş belehrt hatte. Seine Ehefrau Gönül Yerli wurde auch im rheinischen Köln beim fundamentalistischen Institut für Islamische Pädagogik und Didaktik (IPD, Köln, um die aus dem Eifelstädtchen Mayen stammende Konvertitin Rabeya Müller) zur islamischen „Religionspädagogin“ ausgebildet und dressiert heute die Penzberger Spezies Muslimmädchen sexualpädagogisch nach der frauenfeindlichen und kulturrassistischen Scharia. Frau Yerli wird vom „Islamischen Forum (Penzberg)“, wie sich die IGP auch nennt, als Vize-Direktorin und Referentin für Interreligiösen Dialog gehandelt. Als Führerin durch die Moschee durfte die Mantelträgerin dem damaligen bayerischen Landtagspräsidenten Alois Glück (CSU) ihr Gesicht zeigen, doch bleibt zumindest der außerfamiliären Welt ihre Haarfarbe unbekannt, wofür ein den islamideologischen „fraulichen Schambereich“ von Kehle, Nacken und Ohren abschirmendes Tuch sorgt, was Frau Yerli selbstverständlich völlig freiwillig trägt. Der Münchner Verfassungsschutz war überrascht, festzustellen, dass Herr Yerli im Jahre 2005 immer noch Mitglied der extremistischen Millî Görüş (IGMG) war, sicherlich hatte der Islamaktivist es versäumt, aus dem international tätigen „Verein“ auszutreten, welcher das geistige und politische Erbe des Islamrevolutionärs Necmettin Erbakan hütet. Im Vorjahr (2004) wurde Gönül als Vorsitzende der Penzberger IGMG-Frauenarbeit genannt.

Um sich demokratiefreudig sprich schariaskeptisch zu geben, ließen Allahs Penzberger Kalifen im Juli 2009 GRÜNEN-Spitzenpolitiker Cem Özdemir feierlich den Schalter zur Inbetriebnahme einer auf das Dach des Moscheezentrums montierten solarthermischen Anlage umlegen, laut Imam Idriz komme eine ergänzende Photovoltaik-Anlage in Kürze dazu.

FOCUS Nr. 39 2006 (Hartmut Kistenfeger, in: „Alles super, Hodscha?“) hatte drei Jahre vorher zu berichten gewusst, wie sich der zur Menschenrechtswidrigkeit der Scharia schweigende fußballbegeisterte Imam von Penzberg geziert einfältig und mit fein dosiertem Gejammer beim in Qaṭar (Katar) lebenden „zeitweiligen“ Muslimbruder Yūsuf al-Qaraḍāwī (türk. Dr. el-Karadâğî) darüber beschwere, warum es noch keinen deutschen Chef für das ECFR (European Council for Fatwa and Research) gebe und warum dieser al-Qaradawi als oberster Fatwa-Vergeber denn um des Himmels Willen auch für Europa, Deutschland und Bayern im Amt bleiben müsse. Aber Herr Imam, oberster Chef ist natürlich nicht al-Qaradawi, oberster Chef ist Allah.

Im Ernst: Der im mazedonischen Skopje als Sohn eines türkischen Vaters und einer albanischen Mutter geborene Benjamin Idriz bejaht also die vormodernen Fatwen des gegendemokratischen Scharia-Islam, von denen manch ein fragewütiger Konsument (mustaftī, seine Anfrage heißt istifta, der den Weg ins Paradies durch den Aufruf zum islamkonformen Wohlverhalten ebnende Adressat und Ersteller der fatwa ist der der muftī) abhängig wird wie von einem Rauschgift. Ein an einem autonomen Handeln und einer selbstgeschriebenen Biographie ausgerichtetes Gewissen ist dafür überflüssig, vielmehr wird jene rigide Außensteuerung durch Überwachung und Bedrohung, die etliche Stammesreligionen, aber auch viele gegenmoderne Sekten oder manch destruktiven Psychokult kennzeichnen, zu etwas sehr Islamischem. Der Grad deines Gehorsams, so definieren Orthodoxe wie Islamisten den Kult um Koran und Mohammed, entspricht dem Grad deiner Gläubigkeit.

Unter weitgehendem Verzicht auf ein gereiftes staatsbürgerliches Bewusstsein baut die permanente Wohlverhaltenskontrolle durch Familienoberhaupt, Großfamilie und Moscheegemeinde eine Lebensführungsdiktatur, letzte Zweifel beseitigt die deine Gehorsamspflicht einfordernde fatwa, weshalb das politreligiöse Kartell aus al-Imam, al-Muftī, al-Qāḍī und aš-Šaiḫ von uns Säkularen als veritabler islamischer Klerus bezeichnet werden darf, wenn auch sämtliche deutsche Islamapologeten seit zwanzig Jahren laut schnatternd verneinen („Der Muslim steht allein vor Gott“), dass es im Islam einen Klerus gebe oder gar Konformitätsdruck („Kein Zwang im Glauben“).

Der Baumeister der bayerischen und europäischen Parallel- und Lebensführungsdiktatur Benjamin Idriz empfiehlt sich als „Dipl.-Theol.“ und schreckt, wie wir gesehen haben, nicht davor zurück, mit dem Israelhasser, Terrorfreund, FGM-Verteidiger und obersten Seelsorger der Muslimbrüder zu korrespondieren. Der bayerische Imam behauptet weiterhin, die einzelnen Europavertreter und Deutschlandvertreter des ECFR nicht zu kennen, da können wir Abhilfe schaffen, für Allahgottes Knechte in der Bundesrepublik sind das, sehr geehrter Herr Idriz, drei bis vier echte Scheichs und dabei vielleicht Nichtmuslimbrüder: Sheikh Muhammed Siddique (Muhammed Sıddîk), Sheikh Dr. Muhammed Al-Hawari (Dr. Muhammed el-Havârî), Sheikh Nihad Abdul Quddous Ciftci (Nihat Abdülkuddûs Çiftçi) und neuerdings oder auch nur für Österreich Scheich Mustafa Mollaoglo (Mustafa Mollaoğlu), aktuelle Telefonnummern könnte Ihnen ja vielleicht die IGMG nennen, von der Sie sich am 13.07.2007 vor Innenstaatssekretär Georg Schmid distanziert haben, was sehr zu loben ist.

Wenn kein Innenstaatssekretär im Zimmer ist, sind die Berührungsängste ins radikalislamische Lager nicht so hoch: Die Penzberger Schariafreunde lassen auf ihrer Seite gerne Frau Silvia Horsch schreiben, die Germanistik und Arabistik studierte und auf ihrer Homepage al-sakina zu konsequent islamischen Kreisen verlinkt wie Deutschsprachiger Muslimkreis (DMK) Berlin, zur dem Dunstkreis der Muslimbruderschaft zuzurechnenden Gesellschaft Muslimischer Sozial- und Geisteswissenschaftler (GMSG) sowie zur Seite nafisa, die von drei Islamkonvertitinnen und Hidschabträgerinnen betrieben wird, neben der genannte Silvia Horsch sind das die Ethnologin und „Trainerin für Religious Diversity“ Nina Mühe sowie die angehende Islamwissenschaftlerin und Arabistin Kathrin Klausing. Nafisa verlinkt zum gegenmodernen Islamologischen Institut (Fuhrmannsgasse 12/2, A-1080 Wien) sprich zum radikalen Schariafreund Amir Zaidan, dem einst in der deutschen Islamischen Religionsgemeinschaft Hessen (IRH) tätigen berüchtigten Schöpfer der Kamel-Fatwa. Die um die Erbakan-Nichte Sabiha el-Zayat (Sabiha el-Zayat-Erbakan) angeordnete GMSG (www.gmsg.de) wirbt seit langer Zeit auf ihrer Internetseite mit einem Einladungsplakat zur Tagung für April 2007 in die Uni Köln, auf dem Plakat sind gleich fünf schariakonforme Integrationsfreunde im Bild dargestellt: Navid Kermani, Klaus Lefringhausen (Kuratorium Islam-Archiv Deutschland, Annemarie-Schimmel-Forum; Lefringhausen verstarb am 17.04.2009 bei einem Autounfall in Namibia gemeinsam mit dem für den Islam-Dialog ebenfalls wichtigen Jörgen Nieland), Tariq Ramadan, Nadeem Elyas und Ali Kizilkaya, dicht unterhalb sind auf dem selben Plakat die Namen von Reinhard Kirste (INTR°A), Udo Tworuschka (Uni Jena), Sabiha el-Zayat (GMSG) und Bekir Alboga (DITIB) angefügt. Die genannten Namen auf dem Plakat bieten einen guten ersten Überblick über die Gesichter der in verlässlich geringer Distanz zur Muslimbruderschaft stattfindenden Islamisierung Europas. Penzberg ist selbstverständlich demokratisch, modern und völlig autonom und hat mit der Muslimbruderschaft nichts, aber auch gar nichts zu tun.

GMSG stellt Texte von Tariq Ramadan und vom Ex-Diplomaten und amtierenden Allahkraten Murad Wilfried Hofmann ein und verlinkt zu Islamic Relief, Haus des Islam (Lützelbach; um Siddiq = Borgfeldt), Islamische Föderation Berlin (IFB; der Quasi-Landesverband der Millî-Görüş; Stichwort Emel Abidin-Algan = Tochter des Muslimbruders Yusuf Zeynel-Abidin; Islamische Grundschule = Fereshta Ludin) sowie zum Islamischen Zentrum Hamburg (schiitisch, den Teheraner Ayatollahs treu ergeben). Da ist für uns dieses muslimische Streben nach Integration und Demokratie doch körperlich spürbar. Hat aber nichts mit Penzberg zu tun, in šāʾa llāh.

Die oberbayerische Islamische Gemeinde ist so fortschrittlich und unabhängig, dass im Jahre 1429 pardon 2008 (21. November) Allahs Stellvertreter in Sarajevo, der „Reisu-l-Ulama“ und Großmufti Dr. Mustafa Cerić die Penzberger Freitagspredigt übernahm. In Bosnien war ein berühmter Träger des Titels „oberster Rechtsgelehrter der Muslime“ oder Reisu-l-Ulama (von al-ʿulamāʾ Singular ʿālim, die Wissenden, die Gelehrten) Džemaludin Čaušević (1870-1838), der nach absolviertem Besuch der Medrese von Bihać im osmanischen Istanbul an der Scharia-Rechtsakademie Mekteb-i Hukuk ausgebildet wurde und für kurze Zeit im ägyptischen Kairo Vorlesungen beim Panislamisten Muḥammad ʿAbduh hörte. ʿAbduh war Schüler des 1897 im türkischen Istanbul gestorbenen gebürtigen Persers und Salafiyya-Begründers Sayyid Ǧamāl ad-Dīn al-Afġānī. Čaušević wird gerne als Modernisierer des bosnischen Islams ausgegeben und äußerte sich in der Tat gegen den entmenschenden Gesichtsschleier (an-niqāb), präzisierend, dass die Frau ihr Haar und ihre Scham zu bedecken habe (7), und was Schambereich (ʿawrah, ʿaura) ist, erklären den nichtmuslimischen und muslimischen Penzbergern die „Wissenden“ von Millî Görüş oder vom ECFR um Scheich al-Qaradawi, mit dem Imam Idriz den theologischen Briefwechsel pflegt. Modern ist es aus Sicht des säkularen Teils der Menschheit doch wohl eher nicht, den Frauen das „Recht“ auf die Ganzkörperverschleierung (al-ḥiǧāb; Frau Idriz, Frau Yerli) vorzuschreiben und das Verhalten jeder so genannten muslimischen Verweigerin des Kopftuches wehklagend als „Ungerechtigkeit“. Wir wünschen der Ortschaft Penzberg bei Sarajevo wenn überhaupt Islam dann einen befreiten, textkritischen und nachschariatischen Islam, die Lebenshilfe des ECFR oder des Penzberger Imams sollten Europas Muslime dankend ins Mittelalter zurückweisen. Großmufti Cerić hat einen weißen Turban und einen Sitz im European Council for Fatwa and Research (ECFR), damit ist Allahgott sein erster und der „moderne“ Islamgelehrte, Fernsehprediger und Schriftsteller Yūsuf al-Qaraḍāwī sein zweiter Vorgesetzter und der traditionsbewusste Mitjugoslawe Benjamin Idriz sein Anweisungsempfänger. Nun, Oberbayerns Weltoffenheit … aber eine architektonisch bemerkenswerte Moschee.

Und Islam wird Staat: Zum 03. Juni 2009 lud die Berliner Katholische Akademie unter Weihbischof Dr. Hans-Jochen Jaschke Herrn Cerić (ECFR) und den deutschen Juristen und Werbefachmann für islamische Sexualpolitik und islamische Staatsgründung Prof. Dr. Mathias Rohe (GAIR, CIG) zu einem Kongress. Die Veranstaltung trug den uns einen Vorgeschmack auf Europas Nachdemokratie gebenden Titel „Sharia and Muslim Social Contract in Europe“, es moderierte Jörg Lau. Hier die Einladung zur angeblich diskutierenswerten Theologisierung der Politik (8) und hier ein Teilnehmerbericht von Islamkritiker »mag«, den dankenswerterweise das Blog Politically Incorrect veröffentlicht (9).

Zurück nach Penzberg, wo man die fromme Kunst der listigen Sprache (kitman, tawriya/īhām, taqiyya) pflegt. Wie ein Sesam-öffne-dich verwendet die Moscheegemeinde unter Benjamin Idriz jene Vokabeln, die bei uns Säkularen so gut ankommen. So spricht das Islamische Forum Penzberg davon, muslimische Minderheit und europäische Mehrheitsgesellschaft seien vor „neu zu definierende Aufgaben“ gestellt. Das besänftigt Verwaltungsbeamte, doch im Klartext heißt das ja vielleicht ganz zufällig, das Religionsvolk der Nichtmuslime und die edlere Spezies Muslime (Nation of Islam) hätten islamische Sonderrechte staatsvertraglich abzuschließen, was wiederum ganz zufällig mit den kreativen Vorschlägen von Tariq Ramadan oder der FIOE (Europas Muslimbrüder) verträglich wäre.

Taqiyya. Harmlos seelsorgerlich und wertorientiert mag es erscheinen, wenn davon die Rede ist, es gehe keineswegs „um ein Aufgeben der religiösen Identität, sondern darum, im Einklang mit der Umgebung [ein] überzeugter, praktizierender Muslim und gleichzeitig angekommener Europäer zu sein“. Hierbei ist die explizite Erwähnung des „immerwährenden“ (Mustafa Cerić) Anspruches auf die Implementierung des islamischen Gesetzes nach dem Konzept des kitman, der Lüge durch Auslassung, geschickt umgangen worden, vielmehr wird implizit die Forderung nach durchgesetzter Kopftuchpflicht und schariatischer Sexual- und Familienpolitik dreist als „in Europa angekommen“ bezeichnet, so kann man die Landnahme für den Islam natürlich auch nennen. Es gelte, so Idriz, Yerli und seine kleinen bayerischen Kalifen weiter, diesen irgendwie schrecklich belastenden Widerspruch zwischen „Muslimsein und Bürgersein“ aufzuheben. Der deutsche Gutmensch denkt an Integrationsbereitschaft und übersieht dabei, dass gar nicht gesagt worden ist, wer sich hier verändern muss, damit diese Kluft geschlossen ist: Die Säkularen sollen diese Arbeit aufbringen und „den Muslimen“ gefälligst ungestört ein Leben nach der gegenmodernen und frauenfeindlichen Scharia ermöglichen, damit diese angeblich so Integrationswilligen ihr „Bürgersein“ erreichen und nicht länger ausgegrenzt werden.

Taqiyya. Die Religion Allahs fordere ferner ein gemeinschaftsbezogenes Denken? Ja, sicherlich, der Muslim hat sich aus fundamentalistischer Sicht auf die nach der Scharia lebenden Orthodoxen oder Islamisten hin auszurichten und daneben noch die fürs Höllenfeuer bestimmte „Gemeinschaft der Ungläubigen“ zu verachten, das ist dann gleich doppelt gemeinschaftsbezogen. Der Islam verlange aktive Beteiligung an der Gesellschaft? Selbstverständlich, das Kalifat baut sich nicht vom Zuschauen und der Teufel ist auch nicht untätig, da heißt es, die Muslimisierten auszumachen und zur Ordnung zu rufen (ḥisba) und in den Dhimmis (ḏimam, erniedrigte „Schutzbefohlene“, Sg. ḏimmī) das Schuldgefühl zu erwecken, sie seien nicht ausreichend fremdenfreundlich. Die Erben der alten Achtundsechziger wie Penzbergs Bürgermeister Hans Mummert (SPD) fühlen sich so gern schuldig, um den edlen Wilden (Imam) dann und wann um Absolution bitten zu können.

Wir fassen zusammen: Die angeblich unabhängige islamische Gemeinde Penzberg blickt auf ein Jahrzehnt der erheblichen organisatorischen Nähe zur extremistischen Millî Görüş zurück und hat nichts gegen die spirituelle Rechtleitung durch den populären Islamistenscheich al-Qaradawi einzuwenden, das mit der Modernität und Autonomie sollten wir in Penzberg noch ein wenig üben. Immerhin, zum Fatwa-Erwerb brauchen die Penzberger „unabhängigen Muslime“ ab sofort nicht mehr in die Golfstaaten zu schreiben oder telefonieren, außer zum Geldgeber in Schardschah (ein Emirat in den VAE; hocharabisch aš-Šāriqa, lokal gesprochen aš-Šārǧa). Der dortige, spendable Emir hat ihnen ja schließlich die drei Millionen Euro teure Penzberger Moschee bezahlt, die der aus Bosnien stammende, begabte Augsburger Architekt Alen Jasarevic (südslawisch vielleicht Jašarević (10)) so eindrucksvoll gestaltet hat und die 2005 eröffnet werden konnte. Ein ästhetisch hochwertiges Sakralgebäude gefährdet allerdings gleichwohl die freiheitliche Demokratie, wenn darin die šarīʿa gelehrt wird sprich die Wesens- und Rechtsungleichheit von Mann und Frau sowie sittlich sauberem Muslim und ekligem, fürs Höllenfeuer bestimmten Nichtmuslim. Da helfen auch Hans Mummerts Islamoptimismus und die das (islamrechtlich) Himmlische nach Oberbayern tragenden, betörend blauen Fensterscheiben nichts.

Nun will der großzügige arabische Seelsorger und Sulṭān („Herrscher“) von Schardscha, Scheich (šaiḫ, „Ältester“) bin Mohamed al-Qāsimī III, in seinem Reich auch jugendbewegter oberster Scout (Pfadfinder), ein »Zentrum für Islam in Europa« aufbauen (11), (12), ausgerechnet in Bayern, weshalb der Landtagsabgeordnete Martin Neumeyer zusammen mit seinem Landtagspräsidenten Alois Glück ins sonnige aš-Šārǧa jettete. Ziel des zu unserem freiheitlich-demokratischen Glück noch nicht realisierten Projektes ist die authentische islamische Ausbildung von Imamen und Religionslehrern, erklären Neumeyer und Glück (Nomen est Omen?) uns begeistert. Neumann ist Vorsitzender der Arbeitsgruppe Integration und Islam der CSU-Landtagsfraktion, zeigt sich vom Reichtum des Emirates beeindruckt, schweigt zur barbarischen, frauenfeindlichen Gesetzgebung der Scharia, findet die am Golf in Erscheinung tretenden rabenschwarz gewandeten und gesichtsverschleierten Frauen etwas unheimlich und benötigt dringend ein Konzept für die islamische Religionsunterweisung in Bayern: „Als christlich geprägter Mensch ist mir der Dienst am Nächsten der wichtigste Beweggrund für politisches Handeln“. Recht so, Herr Neumeyer, die Gottesebenbildlichkeit jedes Menschen und damit sogar des weiblichen ist eine feine Ethik, nur Allahgott sieht das wesentlich differenzierter: für den sind Sie als Dhimmi emotional und juristisch der Übernächste und wären als Islamapostat oder Islamkritiker der bleibende Letzte. Jede Frau wird im orthodoxen Islam, den die Herren Neumeyer und Glück mit original-arabischer Hilfe in Bayern lehren lassen wollen, herabgewürdigt und entrechtet.

Inzwischen waren Allahs gehorsame Diener in Penzberg nicht untätig. Im Dschihad um ein makelloses Erscheinungsbild kauft man sich denn auch mal die Leistungen eines guten Anwaltes ein, schließlich bejaht man den Rechtsstaat und will der bundesdeutschen Bevölkerung Ängste nehmen. Um gegen den Freistaat Bayern und seinen Innenminister auf Herausnahme auch aus dem jüngsten Verfassungsschutzbericht (2008) zu klagen, wählte das Penzberger Islamische Forum den einstigen Bundestagsabgeordneten (FDP) Hildebrecht Braun. Die aus islamrechtlicher Sicht ungerechte, ja gotteslästerliche Einschätzung der Verfassungsschützer, die Islamische Gemeinde Penzberg (IGP) als „Beispielsfall für formal nach außen hin vollzogene Distanzierungsbemühungen“ zu nennen, möchte Allahs Stellvertreter in Oberbayern Imam Idriz nicht hinnehmen (13).

Der gelernte Erzieher und Diplom-Sozialpädagoge (FH) Cem Özdemir, der, wenn er überhaupt einmal die universellen Menschenrechte bespricht, „dem Westen“ Doppelmoral vorwirft und die Islampolitik der Teheraner Mullahs, saudischen Wahhabiten, Kairoer al-Azhar und der Muslimbruderschaft in bester GRÜNEN-Manier mit keinem Wort erwähnt, bagatellisierte die Scharia einst verantwortungslos und bewies damit, dass er vom selbstverständlich an der Scharia orientierten europäischen, nicht zuletzt deutschen Verbandsislam keine Ahnung haben kann: „Im besten Fall wird Leitkultur negativ definiert: als Absage an einen Kulturrelativismus, der es Muslimen erlaubt, ungestraft die Scharia anzuwenden – als ob dies in Deutschland oder einem anderen Mitgliedsland der EU möglich wäre und die Muslime selbst daran ein Interesse hätten.“ Diese in der Zeitung Neues Deutschland am 03.12.2004 erschienene Islamverharmlosung richtet sich womöglich ein wenig gegen den bewundernswerten Demokraten Bassam Tibi (Bassām Ṭībī). Der herausragend gründlich denkende Politikwissenschaftler Tibi prägte den Begriff „europäische Leitkultur“ und hat die Säkularität stets gegen die Theokratie, selbstverständlich vor allem die der Scharia verteidigt. Folgerichtig setzt sich der mutmaßliche Taqiyya-Künstler und Islamisierer Cem Özdemir für die staatliche türkische Zulassung des Kopftuches der dortigen Schülerinnen, Lehrerinnen und weiblichen Staatsangestellten ein: „Entsprechend sollte das Kopftuchverbot gelockert und die Gesetzeslage an die westeuropäischen Länder angepasst werden“ (Welt am Sonntag, 23.09.2007 in: Die Türkei ist stark genug, das Kopftuch zu ertragen).

Kopftuchfreund Özdemir spielt den Frauenversteher und das multikulturelle Unschuldslamm, macht sich in der Türkei und in Deutschland zum Helfer der nach politischer Macht strebenden Scharia-Doktrin und arbeitet damit, vielleicht ja unbeabsichtigt, gegen die Gleichberechtigung von Mann und Frau und alle anderen Standards der kulturellen Moderne.

Fundamentalistische Muslimas schaufeln sich im Leben ihr eigenes symbolisches Grab der konkreten Entwürdigung und Entrechtung, um in den imaginierten Islam-Himmel zu gelangen. Die Penzbergerinnen Idriz und Yerli betätigen sich in diesem Sinne ganz als Trainerinnen nach Allahgottes frauenfeindlicher Sexualpolitik. Das islamrechtliche Jungfernhäutchen, so sorgen sich die beiden sexualmagisch orientierten Mädchenarbeiterinnen, darf auch beim Besuch beim Frauenarzt keinesfalls zerrissen werden. Ob es vor Gott Allah Sünde ist, dem nach genitaler Vereinigung lüsternen Ehemann den Sex zu verweigern, sinnieren die beiden Damen vor einer noch aus der Neuzeit stammenden Reporterin. Die Virginität (Boos-Nünning) sprich das unzerstörte und zum vorgeschriebenen (arrangierten) Zeitpunkt blutende Hymen ist ein islamrechtlich äußerst wichtiges Thema, zu dem es viele fromme Rechtsgutachten gibt, die Cem Özdemir zu feige ist anzusprechen.

In einem sind sich die am Platz im Paradies interessierten Damen Nermina Idriz und Gönül Yerli ganz sicher: Muslimmädchen dürfen nur noch zum Schwimmunterricht, wenn das Bad zur männerfreien Zone geworden ist und auch kein maskuliner Schwimmlehrer in Sichtweite (14).

In den nächsten wenigen Jahrzehnten wird Europa eine konsequente Islamisierung (Islamische Revolution) nach dem Beispiel des Iran wohl nicht erleben, doch für den Fall, dass sich die Lebensweise der Penzberger Moscheegemeinde ausbreitet, was bei fortgesetzter Unterstützung beziehungsweise Duldung durch Staat, Jugendamt, Schulen und Kirchen wahrscheinlich ist, werden auf Deutschlands muslimisch sozialisierte Kinder und besonders Mädchen sehr bald schwere Zeiten zukommen.

Weltweit ist ein auch nur nennenswert wirksames Kartell von Institutionen der Scharia mit Presse- und Meinungsfreiheit noch nie verträglich gewesen. Auch in Deutschland wird manch einer öffentlich geäußerten Kritik am frauenfeindlichen Lebensführungskult des Islam mit Verächtlichmachung oder Einschüchterung begegnet.

Europa muss beginnen, den Islam ernst zu nehmen.

Am Wahltag den 27.09.2009, Jacques Auvergne

(1) Penzberg, die Vorzeigemoschee gewinnt Architekturpreis

http://www.wessobrunner-kreis.de/programm/P_IslamischesForum-Er.htm

http://www.kresslesmuehle.de/akademie/pdf/IntAka-Moscheebauten.pdf

(2) Christian Welzbacher, Kunsthistoriker: »Es ist höchste Zeit, die Diskussion über den zeitgemäßen Moscheenbau zu beginnen. Wir müssen weg vom „Moscheenstreit“ – hin zur „Kulturdebatte“. Mit Maß und Ziel – aber ohne Emotionen.« In einem haben Sie ganz Recht, sehr geehrter Herr Welzbacher, auch im Kalifat muss es Kunsthistoriker geben. Bitte verfassen Sie eine Expertise über die Schönheit des Klosters Mor Gabriel und der Buddha-Statuen von Bamyan, im Sudan oder in Pakistan dürfte das allerdings kein Bestseller werden

http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/51/74/dokument.html?titel=Kuppel+oder+Kubus%3F&id=60734715&top=SPIEGEL&suchbegriff=islam&quellen=&vl=0

(3) Christian Welzbacher bei: Islamische Zeitung (IZ).

»Die Islamische Baukunst hat eine große Tradition. … « Richtig, die kleinasiatischen Armenier haben sich, Sakralbauten betreffend, seit neunzig Jahren als nachlässig erwiesen, und die Einfallslosigkeit, mit der Christen, Juden und Bahá’í seit dreißig Jahren ihre Sakralgebäude im Iran und auf der Arabischen Halbinsel umsetzen, ist nachgerade schlampig zu nennen

http://www.islamische-zeitung.de/?id=10814

(4) Allah naturgeschützt, in Bonn und Umgebung. Der empfindsame und bedrohte Islam verdient unser journalistisches Beschwichtigen und unbedingtes Verteidigen, bedarfsweise bar jeder Kenntnis der Scharia. Islamkritiker sind als unglaubwürdig darzustellen. Anwendungsbeispiel: Sandra Kreuer: »Die Moschee, Witterschlick und „die heile Welt“«

http://www.general-anzeiger-bonn.de/index.php?k=loka&itemid=10001&detailid=442400

(5) Penzberg und die gequälte Islambegeisterung von Sandra Tjong

http://www.welt.de/muenchen/article732504/Integration_statt_Kulturkampf.html

(6) Bayern zur Moscheegemeinde Penzberg. Verfassungsschutzbericht 2007

http://www.verwaltung.bayern.de/Anlage2988706/VerfassungsschutzberichtBayern2007.pdf

Canan Topçu: Streit um Islamisches Forum in Penzberg

http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/?em_cnt=1720993&

(7) Bosnien um 1900: Reisu-l-Ulema contra Niqab, pro Hidschab, Seite 32:

http://books.google.de/books?id=2bpyhY4gWWAC&printsec=frontcover#v=onepage&q=&f=false

(8) Berlins Katholiken sehr kultursensibel: halbierte Menschenrechte der frommen Muslima

http://www.katholische-akademie-berlin.de/Flyer/sharia_and_muslim.pdf

(9) Die Katholische Kirche lässt die islamkonforme Rechtsspaltung bewerben. Bei: Politically Incorrect

http://www.pi-news.net/2009/06/grossmufti-ceric-erklaert-die-scharia/

(10) Mehr Scharia für Bosnien, eine Medrese für Tuzla. Die Haarmode der Frau Jašarević. Behram-begova medresa u Tuzli

http://www.medresatz.edu.ba/?jezik=BS&dio=svrsenici&generacija=279

(11) ZIE / ZIEM bei Süddeutsche. Ausbildung für Gelehrte des Islams

Zentrum für Islam in Europa: Ausbildung für Gelehrte des Islams. Süddeutsche, 03.08.2007

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/275/366093/text/

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/275/366093/text/2/

(12) ZIE / ZIEM bei FAZ. Dienstanweisung top down: Allah, der arabische Emir, der bayerische Imam. Errichtung eines „Zentrums für Islam in Europa“ in München

http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~EFDAF555396064F4D974CBED9FE589F63~ATpl~Ecommon~Scontent.html

(13) ZIE / ZIEM. Der Freistaat dazu

http://www.stmi.bayern.de/presse/archiv/2007/262.php

(14) Muslimas schaufeln sich ihr eigenes Grab, um in den imaginierten Islam-Himmel zu kommen: Die mittelalterlich inspirierten Frauen Idriz und Yerli als Trainerinnen für Allahs frauenfeindliche Sexualpolitik

http://www.welt-der-frau.at/index.htm?http://www.welt-der-frau.at/viewcat.asp?ID=2253&cat=3

140. Ibrahim el-Zayat und die Charta der FIOE

20. September 2009

اتحاد المنظمات الإسلامية في أوروبا

al-ittiḥād al-munaẓẓamāt al-islāmiyya al-urubbā

FIOE. Federation of Islamic Organisations in Europe

UOIE. Union des Organisations Islamiques en Europe

FIOE. Föderation Islamischer Organisationen in Europa

Charta der Muslime Europas

In diesem Text findet sich die deutsche Übersetzung der am 10. Januar 2008 in Brüssel verabschiedeten, 26 Punkte umfassenden »Charta« der Federation of Islamic Organisations in Europe (FIOE), des europäischen Teils der subversiv agitierenden, 1928 von Ḥasan Aḥmad ʿAbd al-Bannā gegründeten und für die Etablierung der antiaufklärerischen Gegengesellschaft längst weltweit aktiven al-iḫwān al-muslimūn oder Muslimbruderschaft. Uns liegt die Charta in Französisch und Englisch vor, beide fremdsprachigen Texte wurden hier herangezogen, um dem fragwürdigen Anliegen der gottesfürchtigen Gegendemokraten möglichst gerecht zu werden.

Aus Sicht der FIOE stellt die textlich-propagandistisch seit mindestens fünf bis zehn Jahren entwickelte, sorgsam geplante Charta sozusagen den Lissabon-Vertrag des sich realisierenden Islam (Staatswerdung des Islam) dar und soll Grundlage der mit der Europäischen Union abzuschließenden Sonderrechte bilden. Ließe man den 1928 gegründeten, in Praxis beziehungsweise Theorie teilweise gewaltbereiten Geheimbund der Muslimbrüder und den ihr im allgemeinen treu ergebenen Verbandsislam, der versteht, sich auf die Religionsfreiheit zu berufen, ungehindert gewähren, würde es ein postsäkulares, einem ethno-religiös definierten Apartheids- oder Kastensystem gleichkommendes Europa geben, in dem für den nichtmuslimischen Staatsbürger ein anderes Familienrecht und Erbrecht gilt als für den „Muslimischen Staatsbürger“. Es hat den Anschein, als ob der auf Rechtsspaltung zielende und hinauslaufende, einstweilen einem Planspiel gleichende Kontraktualismus, den die Charta der FIOE den Europäern völlig ernsthaft anbietet, von diesen nicht verstanden wird. Gelangweilt haben Europas Politiker, Pädagogen und Kirchenleute des englischen, französischen und niederländischen Sprachraumes dieses Dokument islamischer Vertragstheorie, mehr noch, Vertragspraxis zur Seite gelegt, zu hoffen bleibt, dass niemand die Charta ebenso selbstverliebt wie desinteressiert unterschrieben hat.

Vorbild und Europas Zukunft wäre dann der sehr schariakompatible „Rechtspluralismus“ (Christian Giordano, Schweizer Sozialanthropologe) der Modelle Indonesien, Indien oder Ägypten. Bereits heute stellt die britische Nasiha Education Foundation (Homepage www.nasiha.co.uk) ihre Arbeit unter den uns allen angeblich Frieden bringenden Leitgedanken der Muslimischen Staatsbürgerschaft: „based on Islam and Citizenship (or Islamic citizenship) to promote cohesion and diversity“. Bei der Klangwerdung der Wortkombination Kohäsion und Diversität gucken Deutschlands Islamversteher aus Politik, Pädagogik und Kirche glücklich entrückt, eine Ex-Muslimische Staatsbürgerschaft wird von ihnen nicht eingefordert.

Am 04. Mai 2004 gab es in London eine Podiumsdiskussion „Citizenship, Islam and the West“ mit 1.100 Teilnehmern und dem prominenten Diskutanten Sheikh Hamza Yusuf. Scheich Yusuf ist der 1960 geborene und bis zu seinem siebzehnten Lebensjahr griechisch-orthodox und katholisch aufgewachsene Mark Hanson, der nach seinem Übertritt zum Islam zehn Jahre lang in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Mauretanien und Marokko lebte, wo er die Scharia studierte. Zurück in den USA wurde Scheich Yusuf Gründer des kalifornischen, sunnitischen Zaytuna Institute. Die in London 2004 bemerkenswert unauffällig proklamierte, aus rechtsstaatlicher Sicht völlig unsinnige Spaltung in „Islam und Westen“ soll Europas islamrechtlich Unbedarfte oder enthemmte Fremdenfreunde ermuntern, der angestrebten Rechtsspaltung aufgeschlossen gegenüber zu stehen. Ein säkularer Staat braucht natürlich keine taoistische Staatsbürgerschaft oder buddhistische Staatsbürgerschaft, sondern Bürgerrechte, Religionsfreiheit sowie die Bewertung von Frauen, „Ungläubigen“ und übrigens auch Muslimen als Menschen erster Klasse, was mit der Scharia nicht funktioniert, was wiederum der angebliche Kopftuchkritiker Hamza alias Hanson nicht sagt. Das englische Wikipedia (Abdalqadir as-Sufi) belehrt uns, dass Yusuf Hamza Student bei Abdalqadir as-Sufi (Ian Dallas) war, dem Gründer der sehr konsequent islamischen Bewegung der Murabitun, welcher der Herausgeber der Islamischen Zeitung Andreas Abu Bakr Rieger nahe steht. Zurück zur Muslimbruderschaft sprich FIOE.

400 Organisationen sollen die Charta unterschrieben haben, wer genau, ist nicht bekannt. Der Europäische Rat für Fatwa und Forschung (ECFR, European Council for Fatwa and Research, Chefideologe ist Yusuf al-Qaradawi) und die niederländische Millî Görüş haben möglicherweise behauptet, nichts mit der Bekundung der FIOE (wichtiger Name: Ibrahim el-Zayat) zu tun zu haben, wenn die Behauptung stimmt, dürfen wir an der angeblichen Unwissenheit zweifeln. Transparenz ist anders? Islam ist das Prinzip Hinterzimmer.

FIOE

Federation of Islamic Organisations in Europe (FIOE) nennt sich die am 01.12.1989 mit dem Wohlwollen Saudi-Arabiens ins Leben gerufene Dachorganisation konsequent islamischer (antidemokratischer) europäischer Islamverbände. Präsident der FIOE ist Chakib ben Makhlouf, Nachfolger von Ahmed al-Rawi, Emad Al-Banani ist Generalsekretär und Ibrahim el-Zayat Vorstandsmitglied. Zunächst ein wenig zur Bedeutung der FIOE.

1992 war die FIOE an der Gründung des in Mittelfrankreich bei Château-Chinon in Burgund gelegenen Institut Européen des Sciences Humaines beteiligt, an dem die Muslimbruderschaft Imame ausbildet. Erster Generalsekretät der FIOE war Salah el-Din el-Gafrawi. Die Islamische Gemeinschaft in Deutschland e.V. (IGD) war 1989 an der Gründung der FIOE beteiligt, für FIOE wie auch IGD ist der 1968 in Marburg geborene und mit einer Nichte von Necmettin Erbakan verheiratete Ibrahim el-Zayat wichtig, langjähriger Vorsitzender der 1964 in München entstandenen Muslim Studenten Vereinigung in Deutschland e. V. (M.S.V.), in welcher auch der 1967 geborene Erbakan-Enkel Mehmet Sabri Erbakan führend tätig war.

Mehmet Sabri Erbakan war Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG), einer islamistischen und dabei nationalistisch-türkischen Bewegung, die, außerhalb der Türkei und Mitteleuropas, auch in Australien, Nordamerika und Zentralasien tätig ist und die das Leben nach der šarīʿa (Scharia) fordert. Die scheinbar komplexe, jedoch eigendynamisch nach Kohärenz und Totalität strebende šarīʿa ist der doktrinäre Kulturrassismus der konsequent gelesenen Texte des al-qurʿān, des Koran und der aḥādīṯ, der Hadithen. Frauen wie Nichtmuslime werden durch eine implementierte šarīʿa in allen (dann) „islamisch geprägten Teilen der Erde“ ideologisch entwürdigt und juristisch entrechtet. Vollkommen schariatisch zu leben ist seit etwa einem Jahrtausend dem Muslim eine heilige Verpflichtung, was den durchzuführenden oder jedenfalls zu duldenden Aufbau der islamischen Gesellschaft (Ḫilāfa, Kalifat) umfasst. Konsequent gelebter Islam ist vom Begriff der Religionsfreiheit nicht abgedeckt.

Die Millî-Görüş-Bewegung strebt das vollumfänglich installierte Islamische Recht (fiqh, šarīʿa) sprich eine Allahkratie an, ihre Funktionäre dürfen nicht in die Bundesrepublik Deutschland eingebürgert werden. Für Berlins Innensenator Ehrhart Körting und die langjährige dortige Ausländerbeauftragte Barbara John war das kein Hindernis, im September 2009 der Einladung von IGMG-Generalsekretär Oğuz Üçüncü Folge zu leisten, am ʿĪdu l-fiṭr oder ifṭar, am Fest des Fastenbrechens der Extremisten von der IGMG teilzunehmen und sich dort die Klage des um „Frauenrechte“ besorgten Vorsitzenden des Berliner IGMG-Landesverbandes Siyami Öztürk anzuhören, kopftuchtragende Muslimas in Deutschland würden seit „Nine-Eleven“ (11.09.2001) diskriminiert, eine „Ungerechtigkeit“, die es zu rasch beheben gelte und wofür „alle Seiten“ miteinander zu kooperieren hätten. Der überzeugte Muslim und Hamburger Terrorist Muḥammad ʿAṭṭā ist womöglich nicht nur für sein persönliches Seelenheil in den New Yorker Twin-Tower geflogen, sondern auch für islamisches Sonderrecht und islamische Sexualpolitik, für Scharia und Kopftuch. Körting und John werden nicht darüber nachdenken wollen, dass die Mörder an 3.015 bis 3.018 in New York getöteten Menschen uns Säkulare keinesfalls dazu erpressen können dürfen, jenes die Kopftuchverweigerin als Nutte stigmatisierende Dressurinstrument des ḥiǧāb zu verharmlosen.

Europas Islamisierung begann vor einem halben Jahrhundert mit Said Ramadan (Saʿīd Ramaḍān). Ramadan (1926-1995) lebte in Kairo, München, Köln, London und Genf, gründete 1962 in Mekka die saudisch gesteuerte „Rabita“, die Islamische Weltliga (Muslim World League) und blieb der Europabeauftragte der Muslimbruderschaft, Näheres auch auf dem Blog Sägefisch als »108.« zu Said Ramadans Leben (5) und »109.« zu seinem Buch „Das islamische Recht“ (6).

Politischer Islam (7) beziehungsweise Islamisierungspolitik greift mit Korruption und Einschüchterung das Lebensgefühl des etwa vorhandenen Weltvertrauens an und verlangt nach dem manichäischen Weltekel, dem Weltmisstrauen, der Scharia-Islam muss ferner ebenso das Menschenbild des Gleichheitsfeminismus oder der allgemeinen Menschenrechte zerstören, was mit Sexualpolitik sprich Kopftuchpolitik einhergeht und rasch auf Sondergesetzlichkeit im Familienrecht sowie in Schul- und Erziehungspolitik zielt. Der islamgerecht (Gerechtigkeit im Islam) zu entwürdigende Frauenleib wird zum Politikum, deshalb der Kopftuchdschihad der zeitweiligen Führerin der Muslimischen Jugend in Deutschland (MJD) Fereshta Ludin.

Die einstige Berliner Ausländerbeauftragte Barbara John ist aus islamkritischer Sicht leider beratungsresistent zu nennen, sie hat an der Scharia (ḥisba, Erziehungsziel Hass auf die Dhimmis, Apostasieverbot, frauenentrechtende Imam-Ehe, walī muǧbir, schafiitische FGM, FGM der Kaoroer al-Azhar) kein Interesse und forderte, wie es am 15.04.2004 auf der Homepage der IGMG („Barbara John (CDU) warnt vor Kopftuchverbot“) veröffentlich wurde, auf der Pressekonferenz der niedersächsischen GRÜNEN (!) dazu auf, gegen das damals anstehende Lehrerinnenkopftuchverbot zu stimmen. Zum freiheitlich-demokratischen Glück entschied sich der Landtag in Hannover kurz darauf gegen das Lehrerinnenkopftuch und ist die Missionarin für schariakonforme Textilien John vergebens angereist.

Vor 2004 gehörte allerdings auch der mittlerweile verstorbene Johannes Rau zu denen, die sich für das „Recht“ der im Staatsdienst stehenden Lehrerinnen, ihr Haar „freiwillig“ zu bedecken stark machten. Ein Lebensmotto des evangelisch-freikirchlich gebundenen, der SPD entstammenden achten Bundespräsidenten Deutschlands war „versöhnen statt spalten“, und wer das wirklich ganz und gar will, der wird auch den Rechtsstaat mit dem Gottesstaat versöhnen wollen, der verteidigt mit weicher Stimme Tschador und Burka oder greift Kopftuchkritiker verbal an. Anders als „Bruder Johannes“ hatte die Bevölkerung einen besser entwickelten Sinn für die drohende Gewalt und Frauenerniedrigung, die der politische Islam darstellt. Wie das Meinungsforschungsinstitut Allensbach (1.065 Befragte, Januar 2004, Gesamtdeutschland; Allensbach-Archivnummer 7015) berichtete, hatten zwar 82 % der Deutschen von der Kopftuchtoleranz ihres Präsidenten gehört, doch nur 28 % ihrem kopftuchfreundlichen Präsidenten zugestimmt. 2009 sind in jedem zweiten deutschen Bundesland Lehrerinnenkopftücher nicht zulässig, in Frankreich dürfen auch die Schülerinnen staatlicher Schulen den alle Frauen und Mädchen als wankelmütig und Sünde bringend beschuldigenden sowie „religiös“ sexualisierenden, dabei alle Männer und Jungen als geborene Vergewaltiger oder Belästiger stigmatisierenden Blickschutz namens ḥiǧāb oder Kopftuch nicht tragen.

Von Deutschland in das nördliche Belgien, nach Flandern, wo nach sexualpolitischen Mobbingkampagnen (al-ǧiḥād al-ḥiǧāb) gegen Kopftuchverweigerinnen am 11.09.2009 der Rat für den schulischen Unterricht beschlossen hat, das Tragen jeglicher religiöser oder anderer weltanschaulicher Symbole an staatlichen Schulen mit Beginn des kommenden Jahres zu untersagen (1), (2). Dieser Einsatz für Säkularität, Frauenrechte und Schulfrieden führte allerdings Antwerpen-Hoboken zu schariatisch motiviertem Vandalismus (Kopftuchdschihad) und zur mit Sprühfarbe angebrachten Kriegserklärung: „Kein Kopftuch, keine Schule!“, acht wohl überwiegend männliche und marokkanischstämmige Aktivisten wurden von der Polizei verhaftet, ein paar mobilisierte weibliche Verschleierte (jemand sprach liebevoll von Pinguinen) verzichteten auf ihre Demonstration (3). Auf Transatlantic Forum berichtet Martin Riexinger über das belgische Kopftuchverbot. (4). Für katholische Schulen gilt dieses Verbot eben auch des Schülerinnenkopftuches nicht, die südbelgische, frankophone Wallonie bevorzugt einstweilen, dem Direktor der jeweiligen Schule ein Verbot oder Nichtverbot zu überlassen. Nun zur Charta.

Charta der Muslime Europas

Wer ist gefragt worden? Vereinnahmen und einsperren.

Die bedeutendsten muslimischen Institutionen Europas erklären mit dieser Charta die Grundlagen und Vorgehensweisen, welche die nachhaltige Teilhabe der Muslime mit ihren Staaten und Gesellschaften gewährleisten.

Ihr Nichtmuslime wollt uns partizipationswilligen Schariafreunden doch nicht etwa die Chancengleichheit nehmen? Wer als muslimische Gemeinschaft nicht zur FIOE gehört, ist unbedeutsam.

Präambel. Die vorliegende Charta verdeutlicht einige grundlegende Prinzipien des genauen Verständnisses des Islam im europäischen Kontext. Gleichfalls schlägt sie vor, das Fundament des positiven Austausches in der Gesellschaft zu stärken.

Wer hier spricht, maßt sich die Deutungshoheit zu „Islam“ an, die säkularen Muslime sind abgemeldet. Thinking positive.

A. Islam verstehen

1. Unser Verständnis des Islam gründet auf unveränderlichen Prinzipien, die aus den authentischen Quellen des Islam stammen: dem Koran und der Sunna (der prophetischen Tradition), eingerahmt vom Konsensus der Berücksichtigung der jeweils zeitbedingt gewandelten Umgebung als auch der Besonderheiten der europäischen Wirklichkeit.

Koran und Sunna sind, sofern ernst genommen, ein Angriff gegen die Demokratie. Europäische Wirklichkeit ermuntert zum kalkulierten Tricksen, es gilt, die Wirklichkeit in Richtung Gottesstaat zu verändern.

2. Jenes handelnde Verständnis, das den wahren Gehalt des Islam am treffendsten beschreibt, lautet „Ausgewogenheit“ oder „rechtes, mittleres Maß“ in Bezug auf die ganz allgemein, allumfassend betrachteten Ziele und Güter (Maqasid, maqāṣid). Diese ausgleichende Mäßigung vermeidet sowohl Schludrigkeit als auch Übertreibung und lässt sich vom Lichte der Vernunft und der Offenbarung gleichermaßen rechtleiten. Das gelingende Leben des Menschen wird dabei in der berücksichtigten Gleichwertigkeit von materiellen und spirituellen Bedürfnissen gewährleistet, damit sowohl die Existenz im nächsten Leben als auch die konstruktive Arbeit im Diesseits versöhnt bleiben.

Das berüchtigte Konzept von der wasatiyya (al-wasaṭīya), wörtlich Mittigkeit, nach der ein noch so radikaler Islam stets im Zentrum ethischer Norm und sozialer Harmonie steht, die Position einer anderen Religion oder gar der Islamkritik jedoch als exzentrisch, abnorm und als ebenso volksverhetzend wie ketzerisch einzustufen ist. Wer Allahs irdische Harmonie stört begeht Hochverrat, Kritik am Kalifen, Mufti, Ayatollah Chomeini oder Präsidenten Ahmadinedschad ist beides, Volksverhetzung und Gotteslästerung.

Die FIOE tut fromm und plappert vom nächsten Leben? Die radikalislamischen (an der Scharia orientierten und dabei gewaltbereiten) Muslimbrüder missbrauchen das sehr menschliche und eben auch unter Muslimen vielfach vorhandene Bedürfnis nach Spiritualität, Ritual und seelsorgerlicher Leitung und bieten sich als Begleiter auf der Reise ins ewige Heil der ǧanna an. Wer allerdings der Scharia sprich der FIOE, der Millî Görüş bzw. dem ECFR widerspricht, wird unendlich qualvoll im Höllenfeuer der ǧahannam brennen? In der Tat wagt es in Deutschland kein VIKZ-Funktionär oder DİTİB-Imam, Sayyid Quṭb oder Yūsuf al-Qaraḍāwī als fehlgeleitet zu bezeichnen, sei es aus Feigheit, Machtkalkül oder fundamentalistischer Überzeugung.

Zum als reformislamisch angepriesenen Konzept des maqāṣid (Maqasid), was eigentlich Ziele oder Intentionen bedeutet, grübelt der islamrechtlich durchaus gelehrte wordpress-Blogger Abdullah Hasan. Darf eine Frau Auto fahren? Das von Mathias Rohe in: Das islamische Recht (2009) begeistert erwähnte Konzept des sadd aḏ-ḏarāʾiʿ – des Versperrens der Mittel oder Zugänge [die zur unerlaubten Handlung führen], englisch: Blocking the means – gestattet es dem Muslimen, jemanden auf eine islamrechtlich eigentlich verbotene Weise davon abhalten, etwas noch Verboteneres zu tun. Schariakonformes Tricksen für Allāh soll die freiheitlich-demokratische Moderne retten?

„For example, in the name of blocking the means, women are prohibited from driving cars, travelling alone, working in radio or television stations, serving as representatives, and even walking in the middle of the road”, sperrt die leicht verführbaren Weiber beim unumgänglichen Auslauf in Stoffkäfige und haltet sie am besten in den Häusern. Frauen sind schwach und neigen von Natur aus dazu, sich ihren Emotionen und unmoralischen Neigungen hinzugeben, „women are weak and prone to succumb to their emotions and to immoral inclinations. If they are allowed to drive, then they will be freed from appropriate oversight, supervision, and from the authority of the men of their households.”

Das Märchen vom gerechten Maqasid-Konzept erzählt uns auch der indonesische Frauenversteher und Vizedirektor des in Jakarta ansässigen und in Indonesien, Malaysia, Bangladesch, Thailand und den Philippinen arbeitenden International Centre for Islam and Pluralism (ICIP), Herr Syafiq Hasyim (Šafīq Hāšim). Als Autor von „Understanding Women in Islam. An Indonesian Perspective (2005)“ durfte Hasyim im März 2009 in Jakarta im Beisein des United Nations Development Fund for Women (UNIFEM) seine Rede »Patriarchal fiqh, The Use of Maqasid and Gender Equality« halten (siehe unter Quellen).

3. Getreu seiner Prinzipien, Regeln und Werte prägt sich der Islam in drei Bereichen aus. Erstens ist das der Glaube (al-’aqidah, al-ʿaqīda) mit seinen sechs Punkten: Glaube an Gott, an die Engel, an die offenbarten Schriften, an die Propheten, an das Jenseits und an die Vorbestimmung. Zweitens ist das die sakrale Gesetzgebung der Scharia, die sowohl den Kultus als auch das alltägliche Leben betrifft. Drittens sind das die moralisch-ethischen islamischen Regeln, die den Weg des allein zum Heil führenden Wohlverhaltens weisen. Diese drei Dimensionen oder Seinsbereiche, einander ebenso verbunden wie komplementär, bezwecken, die dem Allgemeinwohl (Maslaha, maṣlaḥa) dienenden Interessen der Menschheit und des Einzelnen umzusetzen und Schaden von ihr und ihm abzuwehren.

Alles, was verdächtig modern erscheint sprich nicht eindeutig in Koran und Hadithen geregelt ist, gestattet oder verbietet dir als Muslim, falls du kein Schiit bist, die gesetzesreligiöse, einem Klerus gleichkommende sunnitische Elite der Scheichs und Muftis der ägyptischen al-Azhar, der dogmatischen hanbalitischen Richtung (al-Wahhābīya) des heutigen Mekka oder des ungefähr fünfunddreißig Scheichs versammelnden European Council for Fatwa and Research (ECFR). Nur dein durch Außensteuerung (Einschüchterung, Schläge) erworbenes islamkorrektes Verhalten macht dir den Weg ins Paradies, vielleicht, frei, und wie viele von uns werden für immer im Höllenfeuer brennen.

Es weiß die dem Traditionalismus (as-salafiyya) verpflichtete Seite Muttaqun OnLine, For Those Who Fear Allah, zu finden unter http://muttaqun.com/bida.html

Ḥadīṯ. Muslim. Überliefert von Ǧābir ibn ʿAbdallāh. „… die beste Rede ist die an das Buch Allahs gebundene und die beste Rechtleitung ist die Rechtleitung, die Muḥammad uns gab. The most evil affairs are their innovations, and every innovation is an error, die schlimmsten Dinge sind die Neuerungen, und jede Neuerung ist ein Fehler.“

Überlieferung, berichtet von Qāsim al-Lālikāʿī (263) und Ibn Battah (439), ṣaḥīḥ isnād, gesicherte Überlieferungskette: al-Fudayl ibn Iyād sprach: “ Whoever sits with a person of innovation has not been given wisdom, wer auch immer neben einem Menschen der Neuerung sitzt, dem ist keine Weisheit zuteil geworden.“

Ḥadīṯ. Berichtet von Ibn Battah, in: al-Ibānatul-Kubrā (486), Ǧaʿfar ibn ʿAwn sagte: „Whoever sits with the people of innovation is worse than them, wer immer mit den Leuten der Neuerung zusammensitzt, ist schlechter als sie.“

Die äußerlich gelegentlich ewiggestrig, aber stets scheinbar aufrichtig daherkommende Salafiyya und sogar der von den Salafisten abgelehnte, angeblich spirituell orientierte Sufismus (taṣauwuf) arbeitet den als modern gehandelten, islamverbandlichen Nichtgegnern der Muslimbruderschaft zu.

Zu diesen angeblichen Islamreformern gehört der 1962 geborene Tariq Ramadan (Ṭāriq Ramaḍān), dessen Bruder Hani (Hānī) 1991 sein die „Differenz“ von Mann und Frau betonendes Werk La femme dans l`Islam veröffentlichte und der sich 2002 öffentlich (La Charia incomprise, in: Le Monde) zur islamrechtlichen Möglichkeit der Steinigung (frz. lapidation) bekannte. Tariq Ramadan ist der Enkel des Gründers der Muslimbruderschaft Ḥasan al-Bannā. Der zweite wichtige so genannte Islamreformer ist Ibrahim el-Zayat, der 1968 geborene Sohn einer Ostpreußin und eines ägyptischen Imams.

Mit fragwürdigen Menschen wie Ramadan und el-Zayat betreiben Europas Politiker und Kirchenfunktionäre, gerührt von ihrer eigenen Fremdenfreundlichkeit, den berüchtigten Dialog mit dem Islam.

Multifunktionsträger el-Zayat verwaltet als Generalbevollmächtigter die rund 300 deutschen Millî-Görüş-Moscheen, war nacheinander oder nebeneinander führend in FIOE, FEMYSO (Jugend und Studenten), WAMY (Muslim Youth), Islamic Relief Deutschland (IR) oder ISESCO prominent aktiv. ISESCO ist die Internationale Islamische Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Gründer war im iranischen Revolutionsjahr 1979 die OIC, jene mittlerweile 57 muslimisch dominierte Staaten umfassende Organisation der Islamischen Konferenz, die 1990 durch ihre dem Schariavorbehalt unterliegende Charta der Menschenrechte im Islam bekannt wurde. Weiter war el-Zayat führend tätig in den Organisationen IZK (das einstige, IGD-nahe und im Haus des IGMG-Vorläufers, Erbakan-Clan, ansässige Islamische Zentrum Köln, gegründet 1978, aufgelöst 2001), IESH (Imam-Ausbildungszentrum im französischen Château-Chinon), IKD (Islamisches Konzil in Deutschland, saudisch gegründet), IGD (ganz ungefähr: Deutschlands organisierte Muslimbruderschaft), GMSG (Gesellschaft Muslimischer Sozial- und Geisteswissenschaftler/Innen e. V, ZMD (kurz genannt Zentralrat), KRM (Stichwort Islamkonferenz) und FIOE.

Im Frühling 2008 mogelte Ayyub Axel Köhler den vom bundesdeutschen Verfassungsschutz längst sorgsam betrachteten Herrn el-Zayat in ein Regierungsgebäude und in die Deutsche Islamkonferenz (DIK) unseres Staates. Niemand wagte, den anscheinend auch vom unrechtsstaatlichen ägyptischen Geheimdienst sehnsüchtig vermissten Islamfunktionär aus dem Saal zu werfen. Mit el-Zayats Führungsrolle in der FIOE gelangen wir wieder zur Charta von 2008, wobei anzumerken ist, dass die FIOE den Europäischen Rat für Fatwa und Forschung (ECFR) mitgründete, spirituelles Oberhaupt ist Yūsuf al-Qaraḍāwī. Bedauerlich, dass sich die ursprüngliche Kultur, Religion sowie die Weise der Ernährung und Bekleidung der kurz genannten alten Deutschen und Ostpreußin in der Säure der Scharia aufgelöst hat, der repressive (orthodoxe, politische) Islam ist eine Art melting pot, Schmelztiegel. Ayaan Hirsi Ali erkannte die Rolle der Frau im Islam und sprach von zoontjesfabriek, Söhnchenfabrik.

4. Zu der Wertschätzung des Menschlichen, wie sie der Islam aufzeigt, gehören die gesetzgeberische Flexibilität sowie sein Anerkennen der Vielfalt und der naturgegebenen Unterschiedlichkeit zwischen den Menschen.

Folgendes legt Bosniens Großmufti Mustafa Cerić vom Europäischen Rat für Fatwa und Forschung (ECFR) allen Muslimen Europas ans Herz: Die Scharia ist fortdauernd, nicht verhandelbar und unbefristet. „The sharī’ah … is perpetual, it is not negotiable and it is not terminable“.

Die Scharia ist die alle Lebensbereiche umfassende, vollständigen Gehorsam erfordernde Pflichtenlehre, der letztlich auch alle Nichtmuslime (Dhimmis, Harbis) zu unterwerfen sind, daneben wird die Scharia den von jedem Muslim wohlwollend zu duldenden Aufbau einer islamischen Gerichtsbarkeit (Scharia-Gerichte, engl. Shariah courts) bedeuten.

Wer die Scharia ganz und gar will, und eine unvollständige Scharia ist von Allahgott womöglich nicht vorgesehen, wird den säkularen Rechtsstaat als Hybris und Blendwerk, letztlich als Frevel an der Gottheit verachten müssen.

„Naturgegebene Unterschiedlichkeit“ heißt hier unterschiedliche Wertigkeit. An der „differenzierten“ Höhe des Blutgeldes (diyya) etwa wird ablesbar, wie der Islamapostat im Islam weniger wert ist als der Harbi (Buddhist, Hindu), dieser weniger wert als der Dhimmi (Christ, Jude). Der Letztgenannte, sofern männlich, ist nach der Scharia wahrscheinlich immer noch mindestens so ekelerregend wie Hund, Kot, muslimische Frau ohne Kopftuch, Schwein oder schwangere muslimische Frau. Solch einen sakralen Kulturrassismus und Europas Blick auf denselben nennt die FIOE islamrechtlich einwandfrei das „Anerkennen der Vielfalt“.

5. Der Islam ehrt den Menschen als Gestalter und Verwalter des Irdischen, jenen Menschen, der Mann oder Frau ist. Diese Ehre umfängt unterschiedslos alle Kinder Adams, männliche und weibliche. Beim Bestärken dieser Ehre wird gewährleistet, dass menschliche Wesen vor Allem bewahrt werden, was ihre Würde verletzen könnte oder was ihre psychische oder körperliche Gesundheit beschädigt, denn dem Menschen sollen seine Rechte nicht vorenthalten bleiben. Der gegebenen, grundsätzlichen Anfälligkeit und Verletzlichkeit des Menschen wird Rechnung getragen.

Der schafiitischen Rechtsschule ist die weibliche Genitalverstümmelung verpflichtend vorgeschrieben, das ist den Muslimbrüdern der FIOE eben „Ehre“ und „Würde“. Muslimischen Frauen ist der ḥiǧāb (hierzulande meist noch als Kopftuch, eigentlich der Ganzkörperschleier) aufzuzwingen, andernfalls ist die Rebellin (našiza) in dieser menschenverachtenden Logik des islamischen Rechts der šarīʿa, die angewendet als Sakraljurisprudenz des fiqh wirksam wird, ehrlos und unwürdig.

6. Der Islam betont die soziale Dimension sehr und ruft zu Mitgefühl, wechselseitiger Unterstützung, Kooperation, Solidarität und Geschwisterlichkeit auf. All diese Werte beziehen sich ganz besonders auf die Rechte, die man den Eltern, Verwandten, Nachbarn, den Armen, Bedürftigen und Kranken sowie den Älteren schuldig ist, ohne Ansehen von Rasse oder Glaubenszugehörigkeit.

Antirassismus kommt im heutigen Europa so gut an. Der viele Jahrhunderte betriebene arabische Sklavenhandel wird ebenso verschwiegen wie die islamische Verachtung der „blasphemischen“ Nation der Nichtmuslime.

Gehorsam den Eltern gegenüber wird zur gottesdienstlichen Übung.

7. Innerhalb des Rahmens wechselseitigen Respekts ruft der Islam zur Gleichheit zwischen Mann und Frau auf. Er bedenkt ein gerechtes, ausgewogenes Leben als eines der harmonischen und komplementären Beziehung zwischen Mann und Frau. Der Islam weist jede Haltung oder Handlung zurück, die Frauen entwürdigt oder herabsetzt oder die ihnen ihre legitimen Rechte vorenthält, ungeachtet gewisser Bräuche und Gewohnheiten einiger Muslime. Energisch widersetzt sich der Islam der Ausbeutung von Frauen und ihrer Behandlung lediglich als Lustobjekt.

Die Frau wird vom Islam als ein ihren schwankenden Stimmungen ausgeliefertes, unzuverlässiges Wesen definiert und unterliegt einer bereits im frauenfeindlichen Koran festgelegten und durch die Hadithen bestätigten, einem Sakrament gleichkommenden Entrechtung. Diese halbierten Rechte für die Frau (halbes Erbe, halbe Stimme vor Gericht) verkauft uns die FIOE als „gerecht, ausgewogen“. Für ein Bekenntnis gegen Prostitution reicht es dann doch nicht, vielleicht ist die unter burqa und niqāb (Gesichtsschleier) verhüllte Frau ja „kein Lustobjekt“, was allerdings heißen würde, dass die Kopftuchverweigerin als Nutte oder Schlampe anzusehen ist.

8. Der Islam bewertet die Familie, wie sie durch die Heirat zwischen einem Mann und einer Frau erstellt wird und gesichert bleibt, als die natürliche und notwendige Umgebung des Aufwachsens künftiger Generationen. Die Familie ist die Keimzelle individuellen Lebensglücks und gesellschaftlicher Stabilität. Infolgedessen betont der Islam die Wichtigkeit, alle Maßnahmen zu ergreifen, die Familie erneut zu stärken und sie vor allem zu schützen, was ihre Rolle schwächen oder verringern würde.

Hier bekennt sich die FIOE zum walī muǧbir, zum Recht des Vaters, seine Tochter in erster Ehe notfalls auch gegen ihren Willen zu verheiraten. Familie oder Großfamilie wird dem (verhinderten) Individuum zum Gefängnis. Im Islam ist die Ehefrau ihrem Mann gehorsamspflichtig und schuldet ihm, „und wenn das Brot im Ofen verbrennt!“, jederzeit zum Sex zur Verfügung zu stehen. Der muslimische Ehemann hat das Recht auf bis zu drei weitere Ehefrauen und eine ungegrenzt hohe Zahl an nicht geheirateten weiblichen Sexualpartnern (Konkubinen). In der familiären „islamischen Harmonie“ sprich Unterwerfungskultur bildet sich das Kalifat im Kleinen ab, der Ehemann darf die unbotmäßige Frau schlagen, damit sie (und: er) doch noch in den Himmel gelangt. Lebensglück.

9. Der Islam respektiert die Menschenrechte und wünscht die Gleichheit aller Menschen, weist jede Form der Rassendiskriminierung zurück und betont die Bedeutung von Freiheitlichkeit. Dementsprechend verurteilt er jeden Zwang im Glauben und gestattet dem Individuum Bekenntnisfreiheit und Gewissensfreiheit. Weiterhin ermutigt der Islam den Menschen höflich dazu, seine Freiheit in Übereinstimmung mit den moralischen Werten und bei Beachtung des Gesetzes zu leben, damit weder die eigene Integrität noch die Rechte anderer verletzt werden.

Allen Menschen wünscht der Islam das gleiche, differenziert diskriminierende Recht. Die muslimische Frau ist insofern gleichberechtigt, als dass sie demselben Recht unterliegt, mit dem ihr zwangsverheiratender Vater (walī muǧbir) oder prügelnder Ehemann (Koran 4:34) sie auf Befehl Allahgottes erniedrigt.

10. Der Islam ruft zur Eintracht zwischen den Völkern auf sowie zum Dialog und zur Zusammenarbeit zwischen den Völkern und Nationen, um friedliche Koexistenz zu erreichen und den Weltfrieden zu sichern. Die in den islamischen Texten genannte Konzeption des Dschihad bedeutet, sich jede Anstrengung zum Guten zuzumuten und dabei stets damit zu beginnen, an sich selbst zu arbeiten, um Wahrheit und Gerechtigkeit zwischen den Menschen und Völkern zu verbreiten. Dschihad im Verständnis von Kriegsführung wird als das äußerste der dem muslimischen Staat zur Verfügung stehenden Mittel betrachtet, um sich gegen bewaffnete Angriffe zu verteidigen. Auf ein solches Verständnis von Dschihad gegründet, weist der Islam Gewalt und Terrorismus zurück und unterstützt, nicht anders als es die internationalen Abkommen zulassen, lediglich das Recht jedes Volkes, sich mit legitimen Mitteln zu verteidigen.

Was legitime Verteidigung eines Volkes und Weltfrieden bedeuten, sagte uns 19.01.2009 die in Deutschland ebenso aktive wie offiziell verbotene Organisation Ḥizb at-Taḥrīr (Hizb ut-Tahrir, HuT):

„Ist es für euch nicht an der Zeit zu erkennen, dass allein das Kalifat euch retten und euch Macht verleihen kann und dass eure Herrscher nicht eure Beschützer sondern die Beschützer eurer Feinde sind? … Reichen all die Katastrophen, die euch Muslime heimsuchen, all die Erniedrigung und Schmach, mit der euch eure Regenten besudelt haben, nicht aus, dass ihr euch mit eiserner Willenskraft, mit Fleiß und Eifer für die Wiedererrichtung des Kalifats einsetzt? … Sühnt eure Untätigkeit, eure unterlassene Hilfeleistung für die Menschen in Gaza, indem ihre euch ernsthaft für die Errichtung eines Kalifats einsetzt und euch dadurch Macht und Ehre im Diesseits wie im Jenseits zuteil wird.“

11. Der Islam ruft Muslime dazu auf, ehrlich zu sein und ihr Ansinnen und ihre Lebensleistung wertzuschätzen. Er verbietet dem Muslim Betrug und List. Der Islam auferlegt Vorzüglichkeit im Umgang mit anderen Menschen und der Schöpfung.

Der īhām, die taqīya, der kitman.

Der Nebel der listigen religiösen Täuschung, die das herrschaftskulturelle System des Islam umwölkt, ist īhām zu nennen, man kann sich auf den koranischen Gott Allah als den Ränkeschmied berufen. Viel īhām wabert in christlich-islamischen Dialogveranstaltungen, nicht viel weniger beim Angraben einer nichtmuslimischen Frau durch einen jungen männlichen Ausübenden von Bezness (1001Geschichte), Weibchenfang. Die taqīya (taqiyya) sei angeblich nur im äußersten Notfalle zulässig, vielleicht gerät ein diensthabender Gottesfreund aber besonders schnell in Not oder trifft Vorsorge, um „mit einem kleinen Übel ein größeres Übel abzuwenden“, ein geheiligtes islamisches Konzept, das sadd aḏ-ḏarāʾiʿ (sadd al-dharai) genannt wird, englisch „blocking the means“ – das Versperren der Zugänge. Der kitman ist die Lüge der Auslassung, eine nahöstliche Spezialität, eines aufrichtigen Menschen unwürdig, unter Islamfunktionären und Imamen ja möglicherweise einmal auszumachen.

Das waren jetzt nur drei oder vier Konzepte der Vielfalt („diversity“) islamischer Flunkerei. Keine andere Hochreligion gestattet es ihren Anhängern, Andersgläubige derart hemmungslos zu narren, über den Tisch zu ziehen und auszuplündern. Was ist denn eigentlich an der Scharia spirituell? Islam ist ein repressiv sexualpolitischer, raubökonomischer und militärischer Kult, mögen Kenner der Religionen der Menschheit denken.

Schüchtern tuend, geziert gehemmt erlaubt die Scharia „mit Blick auf das Jenseits“ die „irdische“ Lüge. Das mag daran liegen, dass Gott Allāh beziehungsweise dass der Scheich, Imam oder das Familienoberhaupt als sein irdischer Stellvertreter mit seinen Anvertrauten nicht viel besser umspringt, andererseits dient die schariakonforme List zielgerichtet der Ausbreitung der glücklichen dār al-islām (islamischer Humanismus, schariatisiertes Territorium) auf Kosten der eklen dār al-ḥarb (dāru ʾl-ḥarb, nichtislamisch sprich widernatürlich verwaltetes Territorium, Herrschaft des vermuteten Teufels oder der „barbarischen“ Unwissenheit der al-ǧāhiliyya).

12. Im Verständnis der Werte der Konsultation (al shoura, Shura) und eingedenk der menschenmöglichen Erfahrung zur politischen, gesetzgeberischen und verfassungsmäßigen Struktur und Entwicklung anerkennt der Islam die Prinzipien der Demokratie, die auf Pluralismus, freier Wahl des Souveräns und friedlichem Machtwechsel gründen.

Auch ein Schuravorbehalt ist ein Schariavorbehalt.

Demokratie sei Umweg, Abweg oder Irrweg der natürlichen Lebensordnung, ein Notbehelf und Islamsubstitut. Wir Islamkritiker dürfen aus „Machtwechsel“ die Islamische Revolution heraushören, zumal aus Sicht der glühendsten Schariaverehrer sogar der militante, tötende ǧiḥād ein Friedenmachen sprich „friedlicher Machtwechsel“ ist.

13. Der Islam bittet den Menschen dringlich, die Natur in verantwortungsvoller Weise zu nutzen, was den Schutz der Umwelt vor Zerstörung und Verschmutzung erfordert sowie wie vor allem, was das ökologische Gleichgewicht stört. Demzufolge verlangt der Islam den Schutz aller Lebensgrundlagen und verbietet Grausamkeit an Tieren, Übernutzung und Ressourcenverschwendung.

B. Muslimische Präsenz in der Gesellschaft. Die Grundlagen intermuslimischen Lebens

14. Ungeachtet ihrer ethnischen und kulturellen Vielfalt und ihrer Eingebundenheit in die verschiedenen islamischen Rechtsschulen bilden alle Muslime Europas, geeint durch den Rahmen der unveränderlichen islamischen Prinzipien und der Brüderlichkeit, ein religiöses Ganzes. Wo immer in Europa sie auch ihren Wohnsitz haben, teilen sie miteinander die Tatsache, dem jeweiligen Staat zuzugehören. Jede möglicherweise aufkommende Diskriminierung zwischen ihnen, die auf ethnischer Herkunft beruht, widerspricht den Werten des Islam, der die Einigkeit betont.

Al-islam huwa al-hall, der Islam ist die Lösung.

15. Gegründet auf den Prinzipien ihrer Religion und den gemeinsam geteilten Interessen sind die Muslime Europas gehalten, zusammenzukommen und das Streben ihrer verschiedenen Institutionen und Organisationen zu koordinieren. Damit soll die unter ihnen gegebene natürliche Vielfalt nicht unberücksichtigt bleiben, solange sie dem unveränderlichen äußeren Rahmen des Islam verpflichtet bleibt, wie ihn der islamische Konsensus allgemein gestattet.

Die Muslimbrüder rufen laut und fordernd nach Treue und Gefolgschaft. Man gibt sich pluralistisch, die Daumenschrauben werden später angezogen werden. Schluss mit dem Lotterleben, der Kalif sagt, wo es lang geht, einstweilen das ECFR.

16. Zusätzlich zu ihrer durch den Wohnort bedingten Staatsangehörigkeit und ihrem Erwerb und Wahrnehmen einer Staatsbürgerschaft sind die Muslime Europas geschwisterlicher Teil der islamischen Weltgemeinschaft (Umma). Ihre starke Verbindung zu den Muslimen aller Welt ist Kraft ihrer Zugehörigkeit zum selben Glauben gegeben. Diese Zugehörigkeit und naturhafte Bindung der europäischen zu den außereuropäischen Muslimen gilt es ebenso bewusst zu machen, wie jede Form der wechselseitigen Unterstützung zwischen den Völkern Ermutigung verdient.

Vordergründig scheint es um Zeiten und Räume für religiöse Kultur im säkularen Staat zu gehen, in welchem Islamfunktionäre oder bildungsferne Einwanderer aber vielleicht innerlich niemals angekommen waren. Theokraten indes sagen: Niemand kann zwei Herren dienen, der Gottheit und dem Satan. Europas Scharialobby wird vom muslimischen Endverbraucher verlangen, den größeren Teil der Loyalität auf den Islam zu beziehen. Das scheint Wolfgang Schäuble nicht zu verstehen.

C. Anforderungen der Staatsbürgerschaft

17. Siebzehn Millionen europäische Muslime anerkennen die Gesetze und Autoritäten des Landes, in dem sie leben. Das sollte sie, wie es jedem Staatsbürger gestattet ist, nicht davon abhalten, ihre Rechte bei Bedarf individuell oder kollektiv zu verteidigen, vielmehr dürfen Europas Muslime ihrer Meinung als Religionsgemeinschaft oder in einem ihrer Rolle als Staatsbürger betreffenden Sachverhalt öffentlich politischen Ausdruck verleihen. Immer, wenn es in Bezug auf gewisse, mit den islamischen Praktiken und Regeln kollidierenden Gesetze oder Angelegenheiten einen Konflikt gibt, sollten die zuständigen Parlamente oder Behörden mit dem Ziel des Erreichens angemessener und gangbarer Lösungen angerufen werden.

Gewisse Praktiken und Regeln seien mit dem Rechtsstaat inkompatibel? In der Tat, die von Hani Ramadan genannten Steinigungen, das islamische Vergeltungsrecht einschließlich des allahgottgefälligen Handabhackens, die schafiitische FGM, die auch vom ECFR vertretene Kopftuchpflicht, die schwarze Pädagogik (Rutschky) des Angsterweckens vor den imaginierten Höllenqualen, das Verprügeln der Ehefrau und das Zwangsverheiraten der Töchter (und Söhne) nach der Logik des Tochtertausches bringt den Islam mit dem Rechtsstaat in Konflikt.

18. Die Muslime respektieren das Prinzip der Säkularität, welches die neutrale Haltung des Staates allen religiösen Angelegenheiten gegenüber nach sich zieht. Das impliziert die gerechte Behandlung aller Religionsgemeinschaften und garantiert den Gläubigen sowohl als Individuen als auch als Gruppe die praktizierte Religionsausübung, wie es durch die europäischen und internationalen Menschenrechtserklärungen und Verträge garantiert worden ist. Auf dieser Grundlage haben die Religionsgemeinschaften der Muslime das Recht, Moscheen zu bauen, religiöse, erzieherische und wohlfahrtliche Institutionen ins Leben zu rufen, um ihre tagtäglichen Angelegenheiten in Bezug auf Nahrung, Kleidung und anderen Bedarf zu decken.

Um Hidschab, Scharia, Dhimma, Dschihad und Kalifat blühen und gedeihen zu lassen, muss der europäische Staat in der Tat „neutral“ sein. Das Gewaltmonopol hat er anschließend allerdings nicht länger.

Eine Fehleinschätzung oder bewusste Lüge ist, den Scharia-Islam, so nennt ihn Bassam Tibi, als von den Menschenrechtserklärungen Europas oder der UN gebilligt anzusehen.

19. Als europäische Bürger betrachten es die Muslime Europas als ihre Pflicht, für das gesellschaftliche Allgemeinwohl zu arbeiten, ihre Begeisterung hierfür soll nicht geringer sein als ihre Begeisterung, ihre Rechte zu verteidigen. Es ist ihnen bewusst, dass es in einem authentischen Verständnis des Islam von ihnen erwartet werden kann, eine aktive Rolle in der Gesellschaft zu übernehmen, sich einzubringen, die Initiative zu ergreifen und danach zu streben, anderen Nutzen zu bringen.

Allgemeines Wohl bedeutet im orthodoxen Islam und damit auch für die Muslimbruderschaft, dass das islamische Heiratsalter für die Frau neun Jahre beträgt. Da ist die in einer Imam-Ehe geheiratete zehnjährige Ehefrau selbstverständlich auch schon mal schwanger, das ist gemäß der Scharia das gute Recht aller muslimischen Eltern demnächst Großeltern. Fälle von muslimischen schwangeren kindlichen Bräuten sind aus Italien, Griechenland und Deutschland bekannt geworden, vielleicht möchte sich ja das zum 01.01.2009 ganz zufällig islamkonform geänderte Personenstandsrecht der Bundesrepublik Deutschland dem zugewanderten oder durch Konversion installierten Körpergefühl und Menschenrechtsverständnis anpassen.

Lästige, von der kulturellen Moderne angekränkelte Menschenrechtsorganisationen drohten in dieser Frage, die ehrbaren saudisch-wahhabitischen Hüter der Heiligen Stätten mit bidʿa, Neuerung, vom rechten Pfad abzubringen, fitna dräute gar, Streit. Im September 2008 sprach darum die höchste spirituelle Autorität Saudi-Arabiens ʿAbd-ul ʿAzīz bin ʿAbdullāh Āl aš-Šaiḫ ein Machtwort: „girls as young as 10 years old can be married“, der Bräutigam darf mit der Zehnjährigen den islamisch korrekten Geschlechtsverkehr ausüben (8). Schäuble und Merkel wissen gar nicht, was sie zum menschenrechtswidrigen und grundrechtswidrigen Prinzip Kindbraut sagen sollen, Piening weilt augenblicklich bei Millî Görüş, Thierse weiht die neue Moschee der Ahmadiyya ein und FDP-Köhler ist längst Muslim. Geht doch.

Es lebe der Dialog.

20. Europas Muslime sind aufgerufen, sich auf positive Weise in die betreffende Gesellschaft einzubringen, wobei es gilt, ein harmonisches Gleichgewicht zwischen dem Bewahren ihrer Identität und ihren staatsbürgerlichen Pflichten zu erzielen. Jede Integration, die es den Muslimen verweigert, ihre islamische Persönlichkeit zu schützen und ihren religiösen Pflichten nachzukommen, wird sich als ungeeignet erweisen und kann daher weder im Interesse der Muslime noch im Interesse der betreffenden europäischen Gesellschaften sein.

Zur islamischen Persönlichkeit der Frau gehört es, ihren Leib mit einem Schleier zu bedecken. ʿAbd-ul ʿAzīz bin ʿAbdullāh Āl aš-Šaiḫ stellt klar: „Unveiled women are root of all evil“, unverschleierte Frauen sind die Wurzel alles Bösen und Schlechten“ (9).

21. Wir ermutigen die Muslime Europas, als aktive Bürger am politischen Prozess teilzunehmen. Wahrhaftige Staatsbürgerschaft beinhaltet politisches Engagement, beginnend mit der Wahlbeteiligung und fortschreitend mit der Mitarbeit in Parteien und Verbänden. Das wird erleichtert, wenn sich die Institutionen für alle Menschen und Gruppen der Gesellschaft zu öffnen beginnen, eine Öffnung, die endlich alle Kompetenzen und Ideen nutzbar machen wird.

Die derzeitigen europäischen Institutionen würden Muslime diskriminieren und müssten sich islamkonform umbauen. Wir werden die in diesen Jahren gehandelten Konzepte „interkultureller Öffnung der Verwaltung“ genau zu beobachten haben.

22. Die Muslime Europas bekunden ihre Hochachtung gegenüber jenem Pluralismus und jener religiösen und philosophischen Vielfalt, welche die multikulturelle Gesellschaft in der sie leben kennzeichnet. Sie sind davon überzeugt, dass der Islam die zwischen den Menschen existierende Unterschiedlichkeit anerkennt und diese multikulturelle Vielfalt keineswegs eingrenzt. Ganz im Gegenteil ruft der Islam alle Menschen der Gesellschaft dazu auf, einander kennen zu lernen und sich durch das jeweilige Anderssein kulturell zu bereichern.

Zweifelsohne anerkennt der Islam die säkulare Demokratie, und zwar als sittlich minderwertig.

D. Der Beitrag des Islam an Europa

Welchen Beitrag dürfen die Atheisten, Christen, Juden und Bahá’í an Pakistan, Iran, Syrien oder Ägypten leisten?

23. Die universellen humanistischen Prinzipien des Islam befördern das versöhnliche Miteinander aller Menschen, so lange die Rechte und Interessen der Völker respektiert werden und die Grundsätze des fairen ökonomischen Wettbewerbs eingehalten werden, damit Ausbeutung und hegemonial ausgerichteter Machtmissbrauch verhindert bleiben. Daher betrachten es die Muslime Europas als ihre Pflicht, die Beziehungen zwischen Europa und der muslimischen Welt zu befestigen. Dies erfordert, dass wir einander von bestehenden Vorurteilen und negativen Bildern befreien, die den Islam und den Westen voneinander trennen, um Brücken fruchtbarer Begegnung und Bereicherung zwischen den Zivilisationen zu bauen.

Zivilisationen im bemerkenswerten Plural: Der Islam benötigt zur Staatswerdung den Aufklärungshumanismus beziehungsweise die kulturelle Moderne nicht, die säkulare Lebensform wird vom Islam herablassend toleriert und als gegnerisch respektiert. Im Europa der Muslimbrüder wird es dann eben zwei Zivilisationen geben, eine parallelgesellschaftliche sakrale Sexualpolitik (Scharia), zwei getrennte Rechtssysteme.

24. Der Islam als Träger eines reichhaltigen kulturellen Erbes und Sachwalter einer anerkennenswerten Humanität kann für das Europa der Gegenwart dazu beitragen, wichtige Werte wie Freiheit, Brüderlichkeit, Gleichheit und Solidarität noch bewusster zu machen und zu befestigen. Der Islam stellt humane Werte ebenso obenan wie wissenschaftlichen, technischen und wirtschaftlichen Fortschritt. Zweifelsohne wird dieser Beitrag des Islam für die Gesamtgesellschaft nutzbringend und bereichernd sein.

„Humanität“ ist das barbarische Menschenbild der Scharia, wie es in den „humanen“ Allahkratien Libyen, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate, Iran, Somalia und Pakistan zum Staat wird. „Solidarität“ bedeutet Tugendterror nach innen und Verachtung der Nichtmuslime nach außen.

„Gesamtgesellschaft“ setzt die Parallelgesellschaft, die schariatische Gegengesellschaft voraus. Die Scharia ist fortdauernd, nicht verhandelbar und unbefristet”, „perpetual, not negotiable and not terminable“, bringt Muftī Cerić (The challenge of a single Muslim authority in Europe) die konsequent islamische Sache auf den Punkt (10).

25. Mit dem Ziel des Weltfriedens ruft der Islam zum Dialog zwischen den verschiedenen Konfessionen und Weltanschauungen auf und betrachtet die muslimische Anwesenheit in Europa als Schlüsselelement, um eine bessere Kommunikation und Koexistenz zwischen den verschiedenen Religionen und Glaubensgemeinschaften aufzubauen.

Ruhestörer, die gegen die göttliche Diktatur in Teheran oder Riad demonstrieren, sind bei der von der FIOE gehegten Vision von „Weltfrieden“ offensichtlich nicht vorgesehen. Pax Islamica. Die Scharialobbyisten geben sich als Friedensbewegung aus.

26. Durch ihre religiöse und kulturelle Berufung und durch ihre Anwesenheit in den unterschiedlichen Staaten Europas stellt der Islam einen Baustein dar, der Idee und Realität der Europäischen Union stärkt. Gerade seine religiöse und kulturelle Diversität wird Europa dazu befähigen, der Welt ein wichtiger zivilisatorischer Wegweiser zu sein und die Stabilität zwischen den Weltmächten zu sichern.

Diversität dürfen wir mit Rechtsspaltung, Apartheid und Dimmitude dechiffrieren.

»Oh ihr Menschen, Wir haben euch als Mann und Frau geschaffen und Wir haben euch in verschiedene Nationen und Stämme aufgeteilt, auf dass ihr einander erkennen möget (Koran, 49:13)«

Die Gottheit der Scharia will die Segregation, nicht die Integration, parallelrechtlich bleiben die reale muslimische Frau und der propagierte Nichtmuslim Menschen minderen sittlichen und rechtlichen Wertes.

Brüssel 2008. Am 10. Januar 2008 wurde in der belgischen Hauptstadt in der Hausnummer 34 der Rue de la Pacification durch die schariatreue FIOE das hier wiedergegebene und islamkritisch kommentierte, jahrelang gehegte Projekt einer Europäischen Charta (Muslims in Europe Charter Project) verabschiedet. Selbstbewusst will man seine Anwesenheit in Europa bekunden, was freilich auch bedeutet, dass die FIOE die Deutungshoheit und Meinungsführerschaft zu allem beansprucht, was in Europa Islamlobby (bei Innenminister Schäubles DIK, 2006-2009, sagte man Islamverband) sein möchte.

Seitens der FIOE betonte man auch 2008, dass der Scharia-Islam in Vergangenheit und Gegenwart eine Bereicherung der europäischen Kultur sei und dass die europäische Zivilisation der islamischen Rechtskultur und Wissenschaft viel verdanke. Ganz im Sinne von Tariq Ramadan, dem Sohn des Muslimbruders Said Ramadan will uns die FIOE die Notwendigkeit weismachen, mit der eine muslimische Staatsbürgerschaft zunächst durch Administration und Verbände hörbar werden müsse, heute provisorisch, kontraktualistisch-experimentell, und morgen staatsvertraglich-real zu regeln sei, was dem freiheitlich-demokratischen Europa unterstellt, es bestünde keine Religionsfreiheit. Muslime selbst müssten mit Blick auf das zusammenwachsende Europa und seine absehbare Ausdehnung künftig noch stärker zusammenarbeiten, die Richtung dürften dabei FIOE und Europäischer Rat für Fatwa und Forschung (ECFR) vorgeben wollen.

Man gibt sich gemäßigt und wolle den Extremismus ebenso verhindern wie die Exklusion „der“ Muslime, was eine typisch islamische, zart erpresserische Note hat: Wer das Beanspruchen von Privilegien seitens der islamistisch verwalteten Spezies der Euro-Muslime weiterhin „entfremdet, marginalisiert, exkludiert“, brauche sich über einen Extremismus der Empörten nicht zu wundern. Europas Muslime werden zur Sorte Mensch, der Weg wird frei gemacht, im Namen der Religionsfreiheit die Bürgerrechte für muslimische Frauen zu erodieren oder, im Falle von Zwangsverheiratungen, häuslicher Gewalt und Apostasieverbot, schlicht zu verhindern. Bürgerrechte namentlich Frauenrechte werden angeätzt, sie rosten und verwittern, bleiben verhüllt oder dämonisiert oder waren den Einwanderern auch gar nicht erst bekannt. Der „sich muslimisierende“ Teil unserer Ausländerbeiräte beziehungsweise Integrationsräte lügt sich die Sache dann schön mit Sätzen wie „arrangierte Ehen sind meistens keine Zwangsheiraten“, wobei enthemmte Fremdenfreunde wie Barbara John oder Ursula Boos-Nünning die schariatische Sache des Eheanbahnens seit drei Jahrzehnten absegnen und als „gleichwertige, anerkannte Lebensform“ durchsetzen wollen.

Im Arabischen ist ein muṣḥaf eine Sammlung von beschriebenen Blättern als die Mehrzahl von aṣ-ṣaḥīfa, wörtlich das Blatt, die Vertragsseite. Al-madīna ist ganz schlicht die Stadt. Der Islam bietet Nichtmuslimen einen Vertrag an. Dieser Staatsvertrag, die ṣaḥīfah al-madīna, ist etwas sehr Klassisches und bezieht sich auf die nachfolgend umbenannte arabische Siedlung Yathrib. Referenzmodell eben auch der FIOE-Charta von 2008 ist jener Vertrag, der im Englischen Islamic social contract (Ozay Mehmet 1990), The Constitution of Medina (R. B. Serjeant, William Montgomery Watt 1964 und bereits 1956), Social Contract of Medina oder Charter of Medina genannt wird, der Vertrag von Medina.

Jacques Auvergne

Fußnoten

(1) Flandern, Belgien: »La Flandre interdit le port du foulard islamique dans les écoles publiques« Kopftuchfreie Schule, auch für Schülerinnen!

http://fr.news.yahoo.com/3/20090911/twl-belgique-flandre-ecoles-foulard-0ef7422.html

(2) Le voile islamique interdit dans les écoles belges

http://www.centerblog.net/information/106365-6578999-le-voile-islamique-interdit-dans-les-ecoles-belges-

(3) Antwerpener Schariaroblematik durch randalierende beziehungsweise radikalislamische Schulverweigerer: „Kein Kopftuch, keine Schule!“. Islamproblematiek in Antwerpen: ‘Geen hoofddoek, geen school’

http://www.bbrussen.nl/2009/09/08/islamproblematiek-in-antwerpen-geen-hoofddoek-geen-school/

(4) „Flämischer Kopftuchstreit“, Martin Riexinger auf Transatlantic Forum zum belgischen Kopftuchverbot

http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2009/7569/flamischer-kopftuchstreit/

(5) Said Ramadan. Leben und Bedeutung für Europa

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2009/04/02/108/

(6) Said Ramadan: Das islamische Recht (1961)

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2009/04/06/109/

(7) Sicherheit heute: Weltweit vernetzter politischer Islam

http://demo.ebiz-today.de/personen/personen,217,Weltweit_vernetzter_politischer_Islam,news.htm

(8) ʿAbd al-ʿAzīz bin ʿAbdullāh Āl asch-Schaich: girls as young as 10 years old can be married

http://www.saudigazette.com.sa/index.cfm?method=home.regcon&contentID=2009011526744

(9) ʿAbd al-ʿAzīz bin ʿAbdullāh Āl asch-Schaich: Unveiled women are root of all evil

http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/middleeast/saudiarabia/1452317/Unveiled-women-are-root-of-all-evil-says-Saudi-cleric.html

(10) Mustafa Cerić, in: European View (2007) 6:41-48: The challenge of a single Muslim authority in Europe

http://springerlink.com/content/40280g3825750494/fulltext.pdf

Quellen

Charta offiziell, hier bei der menschenrechtlich ausgerichteten Seite www.aidh.org (pdf)

http://www.aidh.org/txtref/2008/Images/Charte_francais_def.pdf

Die Charta, beim Blog Laiciste

http://laiciste.over-blog.com/article-6345092.html

auf der italienischen Seite Osservatorio delle libertà ed istituzioni religiose (OLIR)

http://www.olir.it/news/archivio.php?id=1471

bei der Mosquée d`Escaudin

http://www.mosquee-escaudain.fr/charte-pour-les-musulmans-d-europe.html

Die Union des organisations islamiques de France (UOIF) unterschreibt … für den Conseil français du culte musulman (CFCM), der darf den Muslimbrüdern zugucken und applaudieren

http://www.islamlaicite.org/article822.html

Stichwort maqasid, maqāṣid, Ziele und Güter in der Pädagogik, Frauenfrage und Finanzpolitik der Scharia. Das Weltganze islamisch zivilisieren, erbeuten, verwalten, nutzbar machen, maqasid asch-scharia (maqāṣid aš-šarīʿa)

http://www.scribd.com/doc/3460468/Usul-alFiqh-Maqasid-aschscharia-und-alQawaid-alFiqhijja

http://maqasid.wordpress.com/category/maqasid-shariah/

Stichwort maqasid. Die Allahkratie und der Feminismus der Vereinten Nationen: Syafiq Hasyim bindet der UNO den Bären vom gerechten Maqasid-Konzept auf, Jakarta 2009, Tagung des United Nations Development Fund for Women (UNIFEM). »Patriarchal fiqh, The Use of Maqasid and Gender Equality«

http://www.unifem-eseasia.org/docs/agewems/09_Syafiq%20Hasyim.pdf

Syafiq Hasyim studied Philosophy and Theology at the Faculty of Ushuluddin of Syarif Hidayatullah State Islamic University in Jakarta in the 1990s. … As a person born to a Nahdlatul Ulama (NU) family 35 years ago and educated at the Matholi’ul Huda pesantren (Islamic boarding school) in Jepara, Central Java, for seven years, Syafiq is undoubtedly familiar with Islamic tradition and kitab kuning (classical texts).

http://alphaamirrachman.blogspot.com/2006/11/syafiq-hasyim-gender-specialist-within.html

Indonesiens ICIP (International Center for Islam and Pluralism) begleitet die radikale Islamisierung des Pazifik und Südostasiens sehr gutherzig

http://www.indonesiamatters.com/320/eighteen-regencies-sharia-bound/

ICIP („Islam und Pluralismus“, also Kalifat plus Dhimma) gebärdet sich als der Pancasila-Doktrin treu ergeben, um islamisch-großmütig die Ahmadiyya zu verteidigen

http://www.indonesiamatters.com/1681/ahmadiyah-banned/

139. Von der Weltpfadfinderidee zur differenzierten Diskriminierung

9. September 2009

الإتحاد الدولي للكشافة المسلمين

al-Ittiḥād ad-Dawlī al-Kaššāfa al-Muslimīn

The International Union of Muslim Scouts

Das WSIS Kampala 2009 boykottieren!

Boykottaufruf betreffend das Dritte World Scout Inter-religious Symposium (WSIS). Verfasst von Cees van der Duin

Ugandas um 1890 gegründete Hauptstadt Kampala hat heute 1,4 Millionen Einwohner, das Handels- und Dienstleistungszentrum des ostfrikanischen Binnenstaates liegt nahe am Viktoriasee. Kampalas Name leitet sich von den zehn so genannten Antilopenhügeln (kasozi k’empala) her, die das Relief der äquatornahen, ganzjährig durch ein mildes Klima begünstigten und das Umland der auf 1100-1200 Metern Meereshöhe liegenden Metropole prägen. In Uganda leben 10 % Muslime beziehungsweise 10 % mehr oder weniger muslimisch sozialisierte Menschen. Die Obrigkeit der Umma, der muslimischen Weltgemeinschaft, beginnt sich um diese Seelen rührend zu kümmern.

Auf der deutschsprachigen Seite der international tätigen, türkisch-radikalislamischen Bewegung Milli Görüş (hierzulande: IGMG) berichtet uns Ömer Faruk Yıldız am 27. Januar 2009 von der wohltätigen „Opfertierkampagne“ sprich Islamisierungskampagne der IGMG aus Ugandas Hauptstadt Kampala, wo er die Zentralmoschee (New National Mosque, aufgrund ihrer Lage in der Altstadt genannt Old Kampala Mosque) besucht. Der einschüchternd mächtige Sakralbau auf dem Mengo Hill, die größte Moschee südlich der Sahara, wird nach dem libyschen „Führer der Völker, Brother Leader“ auch Gaddafi-Moschee genannt, schließlich hat der libysche Diktator den Bau bezahlt. Der Leiterin des Goethe-Instituts sowie dem deutschen Konsulat überreichte der türkischstämmige deutsche Freund des Gedankenguts von Necmettin Erbakan jeweils einen Koran.

Neben dem ugandischen Baumeister Allahs und Sponsor der für die genannte Moschee jährlich in Höhe von 200.000 US-Dollar anfallenden Kosten für Unterhalt und Reparatur Muammar al-Gaddafi und neben der deutschen, vom Verfassungsschutz als extremistisch eingestuften Milli Görüş sorgen sich also weitere gottesfürchtige Kreise um das Seelenheil der ostafrikanischen Muslime. So traf sich im Jahre 2008 die Organisation of the Islamic Conference (OIC) im milden, grünen Kampala, jene OIC, welche die allgemeinen Menschenrechte ablehnt (Kairo 1990) und, völlig im Einklang mit Koran und Hadithen, halbierte Rechte für die Frauen und Nichtmuslime fordert.

OIC, Milli Görüş, al-Gaddafi, bei der Islamisierung (heiligen Kolonialisierung) Afrikas scheint es also einiges Gerangel der politreligiösen saudi-arabischen, türkischen und libyschen Goldgräber zu geben, letztlich aber wird man sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner namens Scharia und Kalifat einigen können. Ebenso wie in Europa Tariq Ramadan und Mustafa Cerić den absoluten Schariavorbehalt sprich die Rechtsspaltung „legalistisch“ (demokratieüberwindend) durchsetzen wollen, bringt die „Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam“ die Eliten um al-Gaddafi und Milli Görüş keineswegs in einen Gewissenskonflikt.

Ugandas einstiger Gewaltherrschschaft unter Idi Amin fielen 250.000 bis 500.000 Menschen zum Opfer, dem Diktator selbst gelang 1979 die Flucht über Libyen in den Irak, sein Exil (und seinen Tod am 16. August 2003) fand der Massenmörder im saudi-arabischen Dschidda (Jeddah). Der Flughafen der 35 Kilometer von Kampala entfernten ehemaligen Hauptstadt Entebbe war 1976 Ort einer mit Hilfe Idi Amins durch überwiegend palästinensische Terroristen ausgeübten Entführung eines Flugzeuges der Air France. Die Maschine sollte von Tel Aviv nach Paris fliegen, wurde von der an Bord gelangten Gruppe von Terroristen gekapert und gewaltsam wenig zufällig ins „revolutionäre“ Libyen umgeleitet, wo sie auftanken durfte. Ziel der Geiselnahme war es, inhaftierte PLO-Aktivisten in Deutschland, Frankreich, Israel und der Schweiz zu befreien, ein Erpressungsversuch, der durch die Armee Israels (Operation Entebbe, später auch Operation Jonathan genannt) am 4. Juli 1976 glücklich durchkreuzt werden konnte. Unter den getöteten Entführern befanden sich zwei deutsche Linksterroristen der Revolutionären Zellen, darunter eine Studentin der Pädagogik.

Die 1907 gegründete, weltweit konzipierte Pfadfinderbewegung (Scouting, arabisch al-kashafa, al-kaššāfa) ist in über 200 Staaten der Erde aktiv und fasst weltweit 38 Millionen Kinder und Jugendliche zusammen. Nichtkonfessionelle und konfessionelle Verbände arbeiten hierbei im Sinne der Jugenderziehung durch Gruppenerlebnis und Naturerlebnis. Zu den ehrenwerten ethischen Zielen des Scouting gehören Selbstvervollkommnung, Mitgefühl, Nächstenliebe, Gemeinwesenarbeit, Religionsfreundlichkeit und religiöse Toleranz sowie Völkerverständigung und Weltfrieden. Pfadfindertum ist mit einem säkularen Islam problemlos kompatibel. Scouting geht jedoch nicht mit der Scharia und dem schariatischen Fiqh (das islamische Recht) zusammen, in dem Menschenklassen verschiedener (Minder-)Wertigkeit geschaffen werden und die Frau einer geheiligten Entwürdigung und Entrechtung unterliegt. Das Weltpfadfinderbüro sieht das seit Jahrzehnten und schweigt, vielleicht hofft man ja auf eine Islamreform.

WSIS 2009

Vom 21. bis zum 25. Oktober tagt das 3RD WORLD SCOUT INTER-RELIGIOUS SYMPOSIUM im zehn Kilometer außerhalb von Kampala liegenden Speke Resorts, Munyonyo. Organisator ist das World Scout Inter-religious Forum (WSIF), nach eigener Aussage ein informelles Netzwerk religiöser Gruppen/Organisationen der Pfadfinderbewegung.

Gemeinschaftlicher ausgerichtet wird das interreligiöse pfadfinderische Treffens in Uganda von der religionspolitisch im Scharia-Islam eingekerkerten International Union of Muslim Scouts und der demokratiefähigen, traditionsreichen, im Jahre 1915 gegründeten Uganda Scouts Association. Die IUMS hat ihren Sitz in Idi Amins Todesort Dschidda, im frauenentrechtenden und gottgefällig hinrichtenden Saudi-Arabien. Innerhalb der letzten zwanzig Jahre wurden in Saudi-Arabien mehr als zweitausend Menschen hingerichtet, ungefähr tausend von ihnen waren ausländische Gastarbeiter, die das barbarische klassisch-islamische Blutgeld (diya) nicht bezahlen können. Von diesen „Hütern der Heiligen Stätten“ (Mekka und Medina), Anklagepunkt als todeswürdiges Verbrechen sind neben Mord und Drogenschmuggel auch Hochverrat, Ehebruch, Hexerei und Gotteslästerung, lässt man sich als Muslim Scout ungern oder auch gerne sein Zeltlager finanzieren. Gut Pfad.

Als gesetzesislamische geistliche Autorität steht der IUMS Dr. Abdullah Omar Naseef nahe oder vielmehr vor, religionspolitischer Führer der Muslim World League (MWL). Dr. Abdullah Omar Naseef hat gegen das Gedankengut der Ideologen der Muslimbruderschaft wie Abu l-A’la al-Mawdudi, Sayyid Qutb und Said Ramadan offenkundig nichts einzuwenden und war 1988 Gründer des nach US-amerikanischer Auffassung als Terrororganisation einzustufenden Rabita Trust.

Die International Union of Muslim Scouts (IUMS) entstand vor 28 Jahren. Aus der wahhabitisch-saudischen Gastfreundschaft in Tayef heraus fassten die versammelten Majestäten, Exzellenzen, Herrschaften und Präsidenten der islamischen Staaten den Entschluss, dass mehr für das leibliche, „wertebezogene“ und „spirituelle“ Wohl der Jugend getan werden müsse.

„Werte“ sind dabei selbstverständlich die sexualmagischen und antiaufklärerischen Werte der totalitären islamischen Pflichtenlehre (Scharia), „Spiritualität“ steht im Einklang mit der repressiven hanbalitischen Rechtsschule. Im Folgejahr antwortete die Qatar Scout Association (Doha 1982) mit der Ausrichtung eines schariatisch-scoutistischen Kongresses (1st Islamic Conference & Jamboree).

Die Doppelpackung politislamisch-pfadfinderisch ist bis heute beibehalten worden und widerspiegelt sich auch 2009 im zusammenaddierten, ungleichen Pärchen IUMS plus Uganda Scouts Association. Der die islamische Radikalisierung und die ethnoreligiöse Segregation wünschende Politislam betreibt die Nutzbarmachung des sportiv, kreativ und sozial gemeinten Pfadfindertums.

Wiederum ein Jahr darauf, im September 1983 wurde die zweite Doppeltitelveranstaltung des auch von Dhimmi-Seite zunehmend schariakonform veränderten Scoutismus veranstaltet. Das Treffen titelte als Islamic Conference and Jamboree, Gastgeber war die nordafrikanische islamisch-sozialistische Theokratie Libyen. Zeitgleich fand im Unrechtsstaat des Auftraggebers eines 259 Tote fordernden Terroranschlags (Sprengung eines Flugzeugs über dem schottischen Lockerbie am 21.12.1988), des amtierenden Präsidenten der Afrikanischen Union (African Union, Union africaine) Muammar al-Gaddafi das fünfzehnte Arabische Pfadfinder-Welttreffen, das 15th Arab Scout Jamboree statt.

Bemerkenswerterweise beschloss das Arab Scout Committee im Jahre 1984, Islamic Scout Jamboree und Arab Scout Jamboree voneinander zu trennen.

Im Jahr des deutschen Mauerfalls und der deutschen Wiedervereinigung 1989 erfolgte in dieser Tradition die Ausrufung der International Union Of Muslim Scouts (IUMS) auf dem gemeinsamen Treffen auf Gruppenleiterebene namens 3rd International Muslim Scouts Conference & 5th Islamic Scout Jamboree.

August 1992: Pakistan lädt zur Sechsten Islamischen Pfadfinderkonferenz (6th Islamic Scout Conference). Im 2009 heute leider revolutionär-radikalislamisch unterwanderten, korrupten Polizeistaat Pakistan (Bewohner zu 96 % Muslime, meist streng hanafitische Barelwis oder ultraorthodoxe Deobandis) sind Nichtmuslime wie etwa Christen, Hindus, Parsen und Kalasha seit Jahrhunderten Menschen zweiter Klasse, die man bestehlen und belästigen darf.

Sozusagen pakistanisch-volksislamisch unterliegen gerade die pakistanischen Christen seit Jahrzehnten eher unvorhersehbaren, sozusagen anfallsweise initiierten Pogromen, sie werden, deutsche Zeitungen schreiben darüber zumeist nicht, nach lautstark geäußerten, wenig glaubwürdigen Vorwürfen (den Propheten beleidigt, den Koran geschändet) angegriffen, vergewaltigt oder ermordet, ihre Häuser werden niedergebrannt. Der labile Staat Pakistan könnte vor einer Islamischen Revolution nach iranischem Modell stehen, er hat die militärpolitische Kontrolle über gewisse Stammesgebiete wie das Swat-Tal verloren. Der Staat des Islamisten, Generals, Putschisten und langjährigen Regierungschefs Zia-ul-Haq (1977) ist seit der erfolgreichen Spionage eines in einer muslimischen Mittelschichtfamilie in Indien geborenen Muslims im Besitz von Nuklearwaffen. Aufgrund schlampiger Sicherheitsvorkehrungen gelang es dem Ingenieur Dr. Abdul Qadeer Khan, im niederländischen Atomforschungszentrum von Almelo im Laufe der Jahre 1972-1976 in den Besitz von Bauplänen für Zentrifugen für Urananreicherung zu kommen. Allahs pakistanischer Statthalter Zia-ul-Haq nannte die erstrebenswerte Gesellschaftsordnung Islamische Ordnung (nizam islami), führte die Scharia vollumfänglich ein und ließ Dieben folgerichtig die Hand abhacken, unter den Islamisten aller Welt wurde Pakistan so das Referenzmodell für einen „gerechten“ (islamischen) Staatsentwurf.

Auf der 33 Konferenz der höchsten Funktionäre der Weltpfadfinderverbände (weiblich WAGGGS und männlich WOSM), 33rd World Scout Conference, stellte sich die IUMS öffentlich vor beziehungsweise erklärte ihre künftige Anwesenheit bei allen Veranstaltungen und wurde Stunden später, Pfadfinder sind höflich und fremdenfreundlich, offiziell anerkannt. Das geschah im thailändischen Bangkok des Jahres 1993. In Thailand leben 5 % Muslime und ist der Buddhismus (Theravada) de facto Staatsreligion, lediglich im äußersten Süden (Provinzen Yala, Pattani, Narathiwat) stellen sie 30 % der über 15jährigen Bevölkerung, wo in den letzten Jahren leider dschihadistische Milizen grausame Morde an Nichtmuslimen begangen haben.

Das marokkanische Casablanca war im Juli 1994 Ort der 7th Islamic Summit Conference, dort wurde man inhaltlich: „Integrate spiritual with scouting understanding in all Muslim scout activities and programs and make them have strong believe in God.“ Während der grandiose Optimist und pragmatische, etwas pantheistische Weltbürger und Sportsgeist Lord Baden-Powell ganz selbstverständlich religiös empfand und niemandem auf der Welt sein Gottesbild wegnehmen wollte, wird hier von einer „Integration des Spirituellen mit dem Pfadfinderischen“ gesprochen. Scouting war also nicht „spirituell“ genug.

Fundamentalismuskritikern ist so etwas ganz ungefähr aus gewissen kleinen, christlich-fundamentalistisch geprägten pfadfinderischen Organisationen bekannt. Mit „strong believe in God“ aber könnte die Islamische Revolution gemeint sein und müssen wir eine auffällig angestrengte Umschreibung (kitman, Lügen durch Auslassung) der Worte Hisba, Fiqh und Scharia vermuten. Der muslimische Pfadfinder, auch der französische oder britische, soll also künftig der politreligiösen Gehorsamspflicht unterliegen, und was darunter zu verstehen ist, sagen ihm die saudischen Wahhabiten beziehungsweise wissen ja vielleicht auch die weltweit agitierenden Brüder der al-ichwan al-muslimun, der Muslimbruderschaft, von denen sich die IUMS selbstverständlich ebenso wenig distanziert wie von Yusuf al-Qaradawi.

Vorangestellt war der Satz „Select and train scout leaders according to clear understanding of Islamic teachings and scouting requirements for youth“. Die nicht schariakonformen Gruppenleiterinnen und Gruppenleiter sollen also ausgesiebt werden, das ganzheitlich-kreative (sportlich-musisch-soziale) Programm der seit 1907 typischen Scout-Jugendarbeit ist demgegenüber dezidiert nachrangig.

Wird denn nicht überall da, wo von Religionsfreiheit, Schutz von Nichtmuslimen, Säkularisierungsprozessen und (fundamentalismuskritischer; islamkritischer) Pressefreiheit gar nicht erst die Rede ist, die Formel „Peace to cover the hole world and scouting work for better world under the umbrella of One World One Law and One Promise“ ein wenig zum Ruf nach dem Kalifat? Ist „Peace“ denn dann nicht vorzugsweise Islamic Peace und „One Law“ etwas anderes als das Sharia-Law?

Mädchen islamverbandlich einsperren, Frauen bändigen: „Provide union coverage to the formation of Muslim girls guide under umbrella of IUMS.“ Weib, der (pfadfinderische) Kalif ist erstens männlich und weiß zweitens, wo es lang geht. Schluss mit dem pfadfinderischen Lotterleben.

Ein müdes „Encourages cooperation between Muslim and non-Muslim scout“ setzt die berüchtigte Islamsensibilität voraus sprich den Verzicht an jeder Kritik des Nichtmuslimen am orthodoxen beziehungsweise politischen Islam. Zusammenarbeit mit islamkompatiblen Nichtpfadfindern, „cooperation with non-scout organizations of similar nature“ hingegen wird, tolerant herrschend, akzeptiert.

Zu dem seinerzeit Sünder öffentlich auspeitschenden oder hinrichtenden König Fahad Ibn Abdul-Aziz († 2005) bekennt sich die International Union Of Muslim Scouts (IUMS), die eigentlich, man kann das überlesen, die islamisch-spirituelle das bedeutet repressiv-religionspolitische Führung über alle muslimischen Pfadfinder weltweit („representing Muslim Scouts all over the world“) beansprucht, was bereits heute das Pfadfindertum in Frankreich und Großbritannien und in nicht ferner Zukunft auch die Jugendarbeit vieler Staaten Europas meinen wird.

2009 bedeutet die Unterstützung der IUMS ein Befördern des politreligiösen Ansinnens der FEMYSO (Forum of European Muslim Youth and Student Organisations), deren erster Präsident Ibrahim el-Zayat hieß. Die deutschen Jugendverbände der FEMYSO sind die Jugendabteilung der Milli Görüş (IGMG) und die 1994 im Haus des Islam (HDI) in Lützelbach, Odenwald, durch Mohammed Siddiq Borgfeldt mitgegründete Muslimische Jugend in Deutschland (MJD). Die im Juni 1996 von WAMY (World Assembly of Muslim Youth, Dachverband von 450 Organisationen, Vertretungen in 35 Staaten) und FIOE (Federation of Islamic Organisations in Europe, das ist ungefähr die Muslimbruderschaft Europas) gemeinschaftlich gegründete FEMYSO kann für freiheitlich-demokratische und damit auch für pfadfinderische Jugendverbände kein Kooperationspartner sein. Die Namensähnlichkeit des im englischen Wikipedia unter Europäischer Fatwa-Rat (ECFR) Nummer 25 genannten „Sheikh Muhammed Siddique (Germany)“ mit dem gerade genannten MJD-Mitgründer, dem Odenwälder Herrn Muhammad Siddiq (Wolfgang Borgfeldt) aus Lützelbach ist bemerkenswert, zumal Wikipedia deutsch unter MJD ausführt: „MJD-Gründer Muhammad Siddiq ist Mitglied des ECFR, dessen Vorsitzender Yusuf al-Qaradawi ist“. Ob Scheich oder Nichtscheich, die treue FEMYSO möchte ihr Leben offiziell nach den Weisungen des Fatwa-Rates (ECFR) ausrichten.

Zu ihrer politreligiösen Einbindung bekennt die IUMS: „Active member of World Assembly of Muslim Youth“.

Ob das selbstbewusste Weltweite islamische Pfadfindertum („To motivate and promote Islamic Scouting on global basis“) etwas anderes als eine weltweite Islamisierung wünscht? Die Gefahr der globalen muslimischen Gegengesellschaft sollten WAGGGS und WOSM beachten, die Unvereinbarkeit von Scharia und Allgemeiner Erklärung der Menschenrechte (AEMR) müssen Pfadfinderinnen und Pfadfinder endlich hörbar betonen, um sich nicht länger mitschuldig zu machen, den religiösen Nichtmuslimen, säkularen Muslimen und Ex-Muslimen in islamisch geprägten Ländern und längst auch in Europa die mühselig errungene Freiheit zu rauben.

Die Kooperation mit der IUMS gefährdet die Glaubwürdigkeit der Weltpfadfinderbewegung als eine mit der kulturellen Moderne und der freiheitlichen Demokratie kompatible Form der Jugenderziehung und Jugendbildung. Nicht zuletzt geht es um universelle, gleichheitsfeministisch gedachten Frauenrechte, denn die hier erwähnte Traditionslinie der IUMS, ihre offenkundige Loyalität zur Wahhabiyya, zur Muslimbruderschaft, zu Muammar al-Gaddafi (Libya 1983) und zu womöglich ja auch zum in Katar lebenden, unter Sunniten hoch angesehenen Yusuf al-Qaradawi („Qatar took the initiate and held the first Muslim Scout Conference, Doha 1982″) tritt das zivilisatorische Streben der einen Menschheit nach der Gleichberechtigung der Frau mit Füßen.

Auch ist davon auszugehen, dass die politreligiösen Funktionäre der in die WAMY eingebundenen IUMS glühende Israelhasser sind. Als veritabler deutscher Zweig der radikalislamischen Muslimbruderschaft kann die Islamischen Gemeinschaft in Deutschland (IGD, vgl. Islamisches Zentrum München) gelten, der einstige IGD-Vorsitzende Ibrahim el-Zayat ist in der WAMY führend aktiv (Vertreter für Westeuropa). An alle, die in der Pfadfinderarbeit Verantwortung tragen, sei die Frage gerichtet, ob folgendes denn etwa die Ethik des gut hundertjährigen Scouting ist, was WAMY zum Thema Kindererziehung predigt: „Lehrt unsere Kinder zu lieben, dass Rache an den Juden und den Unterdrückern genommen wird und lehrt sie, dass unsere Jugend Palästina und Al-Quds [Jerusalem] befreien wird, wenn sie zum Islam zurückkehren und den Jihad um der Liebe Allahs wegen ausüben.“

Das Blog für Pfadfinderische Islamkritik „Eifelginster“ beobachtet die Re-Fundamentalisierung der muslimisch geprägten Individuen, Großfamilien und Staaten mit großer Sorge und richtet an die europäischen und eben auch deutschen Pfadfinderverbände die dringende Bitte, am interreligiösen Treffen 3RD WORLD SCOUT INTER-RELIGIOUS SYMPOSIUM, 21 -25 OCTOBER 2009, SPEKE RESORT MUNYONYO, KAMPALA – UGANDA nicht teilzunehmen. Den in den pfadfinderischen Verbänden organisierten Kindern und Jugendlichen sei die offene islamismuskritische und schariakritische Diskussion, Meinungsbildung und innerverbandliche Meinungsvertretung empfohlen.

Statt die gesetzesislamischen, durchweg faschistoiden bis faschistischen Staatskonzepte und Menschenbilder, statt die Islamvorstellungen der Wahhabiten und Muslimbrüder weiterhin zu bagatellisieren oder zu beschweigen, sollten Europas in WAGGGS bzw. WOSM organisierte Jugendverbände die Zusammenarbeit mit denjenigen muslimischen, außereuopäisch-christlichen sowie israelischen Strömungen vertiefen, die sich auf Pressefreiheit, Wissenschaftlichkeit, Säkularität und universelle Menschenrechte hinzu bewegen.

Das Pfadfindertum des Nahen Ostens hat eine reiche Geschichte. Während die erste türkische Pfadfindergruppe an der Istanbuler Imperial Galatasaray High School und noch im Osmanischen Reich durch den englisch-türkischen Lehrer Ahmet Robinson ins Leben gerufen wurde, der auch die türkischen Worte für „Pfadfinder, Pfadfinderei“ (Izci, Izcilik) prägte, standen die armenischen Pfadfindergruppen bereits vor dem antiarmenischen Völkermord (1915-1917) zumeist der 1918 in Istanbul von Shavarsh Khrissian und Hovhannes Hintlian gegründeten, patriotisch-sportiven Homenetmen-Bewegung (HoMenEtMen) nahe.

Im Bereich der Weltsprache des Arabischen war es vermutlich der Hochschullehrer Mamduh Haqqi aus dem nordsyrischen Aleppo (arab. Halab, 15-20 % der Einwohner sind Christen verschiedener Bekentnisse), der im Jahre 1929 als Erster das Buch »Scouting for Boys« als »al-Kashafa« ins Arabische übersetzte. Im Vorjahr hatte Hassan al-Banna in Ägypten die dezidiert antimoderne, radikalislamische Muslimbruderschaft gegründet, nachmaligen Wurzelgrund etlicher Terrorgruppen. Es wäre schön, wenn der Geist des »Scouting for Boys« (… and Girls) zur Demokratisierung des nahen Ostens und Afrikas beitragen kann, und ganz anders als Kulturrassist Hassan al-Banna hat Pädagoge Mamduh Haqqi seinen Beitrag für die Jugenderziehung des arabischen Sprachraumes geleistet. Die israelische Pfadfinderbewegung der für alle Kinder und Jugendlichen, auch für christliche und muslimische, offen stehenden, durchweg koedukative Hit’ahdut HaTzofim VeHaTzofot BeYisrael kurz: „Tzofim“ entstand 1919 und feiert dieses Jahr stolz ihr neunzigjähriges Jubiläum. Seit Jahren aber feuern radikalislamisch orientierte Palästinenser Kassam-Raketen aus dem Gaza-Streifen aufs israelische Sderot ab. Welchen Umgang mit dem das Weltpfadfindertum offensichtlich gezielt und menschenrechtswidrig beeinflussenden politischen Islam sind Europas und gerade auch Deutschlands Pfadfinderverbände denn unseren jüdischen Pfadfinderverbänden etwa der USA, Kanadas, Frankreichs und Israels schuldig, damit das 1907 gestiftete Ideal von der weltweiten Bruderschaft auch in Zukunft glaubhaft erfüllt werden kann?

Was für ein Islambild hat und wünscht die offizielle Pfadfinderbewegung sieben Jahrzehnte nach dem erscheinen des pfadfinderischen Handbuches »Scouting for Boys / al-Kashafa«, wenn ihr im Jahre 2009 auf dem interreligiösen Treffen in Kampala sogar wahhabitisch finanzierte und Muammar al-Gaddafi wie auch der Muslimbruderschaft kaum verhohlen nahe stehende Gruppen als annehmbare Dialogpartner gelten? Es gibt unter muslimisch sozialisierten Menschen weit mehr an Weltbürgertum und gutem Geschmack als lediglich die ewiggestrigen Rufer nach der frauenfeindlichen islamischen Orthodoxie oder die Parteigänger der die Pressefreiheit, Religionsfreiheit und Menschenrechte verhindernden islamistischen Politreligion.

Zivilcouragierte muslimische Frauen und Männer gibt es schließlich auch, und gerade für diese, die allgemeinen Menschenrechte verlangenden und damit auf die weitgehende Trennung von Religion und Politik angewiesenen Menschen haben WOSM und WAGGGS einzustehen, nicht für die Architekten der Gegenmoderne und Gottesherrschaft.

Cees van der Duin, 09. September 2009

zum Weiterlesen:

Lagerfeuer und Köpfen für Allah, Scouting & Hadd-Strafen. Al-kashafa al-arabiyya. Königlich Saudi-Arabische Botschaft in Tokio, Japan

http://www.saudiembassy.or.jp/Ar/EmbNews/Kashafa.htm

Lake Victoria, Pfadfinderfunktionäre und Polit-Islam. Homepage des luxuriösen Tagungszentrums Speke Resort, Munyonyo, Kampala, Uganda

http://www.spekeresort.com/

Gaddafi-Moschee, Kampala

http://www.world66.com/africa/uganda/kampala/lib/gallery/showimage?pic=africa/uganda/kampala/new_national_mosqu

http://www.zeast.com/blogs/ac/2007/07/friday-prayers-in-kampala.html

Organisation der Islamischen Konferenz (OIC), 18.-20. Juni 2008, Kampala / Uganda

http://www.oic-oci.org/35cfm/english/index.html

Ugandas Präsifent Yoweri Kaguta Museveni eröffnet mit Muammar el-Gaddafi die größte Moschee südlich der Sahara

http://allafrica.com/stories/200803200007.html

OIC bei OIC. Member States, et al.: Albanien, Surinam, Uganda

http://www.oic-oci.org/member_states.asp

Kairoer Erklärung … der Menschenrechte … im Islam!

http://www.soziales.fh-dortmund.de/Berger/Forschung/islam/Kairoer%20Erkl%C3%A4rung%20der%20OIC.pdf

http://de.wikipedia.org/wiki/Kairoer_Erkl%C3%A4rung_der_Menschenrechte_im_Islam

Dschihadismus in Thailand. VORSICHT, die Ergebnisse der Internet-Bildsuche unter „thailand jihad“ sind ERST AB 16 JAHREN GEEIGNET

http://www.longwarjournal.org/cgi-bin/mt-search.cgi?tag=Thailand&blog_id=7

http://littlegreenfootballs.com/article/26895_Zombie-_The_Thailand_Jihad

Operation Entebbe

http://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Entebbe

Einladung zum WSIS 2009, bei Weltpfadfinderverband (WAGGGS / WOSM)

http://www.scout.org/en/information_events/events/wsis/3rd_wsis

Einladung zum WSIS 2009, bei: Internationale Konferenz des Katholischen Pfadfindertums (IKKP) / International Catholic Conferenz of Scouting (ICCS) / Conférence Internationale Catholique du Scoutisme (CICS)

http://www.cics.org/html/download/circular_letter/Circulair_Letter__Apr09_ENG.pdf

IUMS, bei WSIS

http://www.wsis2009.org/scouting_iums.php

Dr. Abdullah Omar Naseef

http://www.historycommons.org/entity.jsp?entity=abdullah_omar_naseef_1

Rabita Trust

http://www.satp.org/satporgtp/countries/pakistan/terroristoutfits/Rabita_Trust.htm

WAMY

http://demo.ebiz-today.de/personen/personen,217,Weltweit_vernetzter_politischer_Islam,news.htm

http://www.discoverthenetworks.org/groupProfile.asp?grpid=6425

http://www.geocities.com/johnathanrgalt/FBI_was_frustrated.html

militantislammonitor.org/article/id/2050

http://article.nationalreview.com/?q=ODgwMGNkNzM0MTNiMWMyZGM3ZWJlYTYxYzczNGNhMmU= </

http://de.wikipedia.org/wiki/World_Assembly_of_Muslim_Youth

Ibrahim el-Zayat

http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~E01016036B44C421C90293F71616657F0~ATpl~Ecommon~Scontent.html

FEMYSO

http://de.wikipedia.org/wiki/Forum_of_European_Muslim_Youth_and_Student_Organizations

Islamische Gemeinschaft in Deutschland e.V. (IGD)

http://de.wikipedia.org/wiki/Islamische_Gemeinschaft_in_Deutschland

Pfadfinderfunktionäre flirten mit dem Polit-Islam, Baden-Powell wäre womöglich stocksauer. Das 1923 gegründete Internationale Pfadfinderzentrum im Schweizer Kandersteg, Weltzentrum des WOSM, lädt zum WSIS Uganda 2009

http://www.scout.org/en/information_events/events/wsis/3rd_wsis

Anmeldung bei den tunesischen Pfadfindern, Scouts Tunisiens (al-Kachāfa at-Tūnisiyya) der Teilnehmerbetrag ist nach Jeddah (Dschidda) zur IUMS zu überweisen. Bitte ausfüllen: 12. Experience in working with Scouting and Spiritual Development, 13. Have you participated in an inter-religious dialogue before? If yes, briefly explain your experience

Applications to be sent to: Mr. Hussain Sahal, Deputy General Secretary, International Union of Muslim Scouts (IUMS), P.O. Box 9141 Jeddah 21413, Kingdom of Saudi Arabia. (Deadline for the application to reach us: 20th July 2009)

http://www.scouts.org.tn/pages/Registration-3rd-WSIS-En.pdf

The Hebrew Scout Movement, Israel (Hebrew)

http://www.zofim.org.il/

Friends of Israel Scouts. Tzofim

http://www.chetz-vkeshet.org.il/

Catholic Scouts Association in Israel (CSAII)

http://www.csaii.org/en/

Gaza, Hamas, Kindererziehung. Bei: Spirit of Entebbe

http://spiritofentebbe.wordpress.com/2009/09/03/gaza-stimmen-fur-den-frieden/

138. Mathias Rohe: Das islamische Recht

6. September 2009

حصان طروادة

ḥiṣān ṭarwāda

Trojanisches Pferd

Trojanisches Pferd

Zum neuen Buch des schariakonformen Regierungsberaters Mathias Rohe: »Das islamische Recht – Geschichte und Gegenwart«. Eine Islamkritik von Jacques Auvergne

Herr Mathias Rohe aus dem mittelfränkischen Erlangen sieht in Deutschland „jeden Tag“ die Scharia (šarīʿa) angewendet und hält das auch noch für völlig unproblematisch (1). Beides ist zwar ziemlicher Unsinn, doch der knapp 50jährige ist Juraprofessor, hat seit drei Jahrzehnten den Nahen Osten bereist und darf in unseren gemäßigt islambegeisterten Regierungskreisen verkehren, wo er mit mehr oder weniger esoterischen Krümeln seiner Erkenntnis den Verfassungsschutz berät. Warum beschönigt Rohe die Frauenentrechtung und den Kulturrassismus des orthodoxen Islam? Von Rohe abgesehen ist ein deutscher Richter islamrechtlich wahrscheinlich uninformiert, und das ist auch gut so, er kann also die diskriminierende šarīʿa in seiner Berufstätigkeit nicht anwenden und will es hoffentlich auch nicht. In der Bundesrepublik Deutschland gelten säkulare, von recht gründlich ausgebildeten Menschen im Laufe von Jahren und Jahrzehnten ersonnene und demokratisch bestätigte Gesetze, oberster Souverän in der Bundesrepublik ist damit das Deutsche Volk, nicht die Gottheit Aphrodite oder Jupiter. Wenden wir zunächst einen Blick auf das islamfreundliche Umfeld des 1959 in Stuttgart geborenen Juristen.

Mathias Rohe ist Mitglied des Kuratoriums der seit 25 Jahren die Scharia verharmlosenden Christlich-Islamischen Gesellschaft (CIG). Ehrenamtlich tätiger geschäftsführender Direktor der CIG ist seit 2001 der katholische Theologe Dr. Thomas Lemmen, 2003-2007 Referent für Islamfragen beim deutschen Innenministerium. Die Koranfreundin Melanie Miehl ist Thomas Lemmens Ehefrau und war gemeinsam mit Murat Aslanoğlu 2003-2008 Vorsitzende des Dachverbandes aller Dialogbetreiber namens Koordinierungsrat des christlich-islamischen Dialogs (KCID) und sagt, wie ihr Mann, niemals etwas Abschätziges über den ḥiǧāb repressiver Sexualmagie oder die Sakraldoktrin der šarīʿa.

Der 1972 geborene Aslanoğlu lebt im beschaulichen südwestdeutschen Korb bei Waiblingen im Rems-Murr-Kreis. Anlässlich einer Veranstaltung mit Dr. Udo Ulfkotte in Waiblingen (2), zu welcher der Evangelische Arbeitskreis der CDU/CSU, Kreisverband Rems-Murr mit dem CDU Stadtverband Waiblingen eingeladen hatte, warnte Aslanoğlu („Wie Feindbilder im Menschen wirken“) am 13.03.2007 aus dem mit weit über 200 Menschen gefüllten Zuhörerraum heraus vor einer mit der nationalsozialistischen Judenverfolgung vergleichbaren Muslimen-Verfolgung in naher Zukunft, ein kalkuliert erpresserisch entworfenes Schreckensszenario, das 2009 auch der sich Abu Hamza nennende salafistische Prediger Pierre Vogel bedient. Der Journalist Dr. Udo Ulfkotte, zeitweiliger Dozent für Sicherheitsmanagement an der Universität Lüneburg und vieljähriger Nahostexperte, konnte im Rahmen der Veranstaltung sein damals ganz neues, auch heute unbedingt lesenswertes, bei Eichborn, Frankfurt am Main 2007 erschienenes Buch zur subversiv agitierenden Muslimbruderschaft »Heiliger Krieg in Europa. Wie die radikale Muslimbruderschaft unsere Gesellschaft bedroht (3)« vorstellen, als unerwartet ein jüngeres weibliches Wesen in ihrem politischen schwarzen Stoffkäfig (burqa, ḥiǧāb) das Podium betrat, das sich darüber empörte, dass ihre schamlosen nichtmuslimischen („christlichen“) Altersgenossinnen im Sommer immer wieder bauchfrei und im knappen T-Shirt in die Schule gekommen waren. In der Tat schauen wir nichtmuslimischen, ex-muslimischen oder säkular muslimischen Europäer lieber selbstbewusste halbnackte Menschen an als islamrechtlich zwangsverheiratete Bekleidete oder islamrechtlich gesteinigte Bekleidete.

Aslanoğlu, der ernsthaft behauptet, Islam, Demokratie und Menschenrechte seien miteinander verträglich, rief die baden-württembergische Landesregierung und ihren Staatssekretär Wicker am 22.09.2008 zu einem religionspolitischen, explizit theozentrischen Denken auf. Ganz ausdrücklich will Aslanoğlu den Menschen aus dem Zentrum des politischen Handelns entfernen und eine die Politik bestimmende Gottheit an seine Stelle setzen, wobei er mit „Schöpfer“ selbstverständlich den koranischen Allah meint: „Geld allein macht nicht glücklich und der Mensch ist nicht das Maß aller Dinge. Die aktuelle Bankenkrise führt uns das wieder deutlich vor Augen. … Ich wünsche mir, dass wir endgültig das 20. Jahrhundert hinter uns lassen, das von menschenverachtender Massenvernichtung und ausuferndem Kapitalismus geprägt war. Und im 21. Jahrhundert ankommen, in dem wir den Sinn des Lebens erkennen und uns unseres Schöpfers und unserer Selbst besinnen (4).“

Am 21. Januar 2007 hielt Murat Aslanoğlu in Stuttgart auf dem Weltreligionstag eine fromme Rede, in der er Allah durch das Wort Gott zu ersetzen beliebte und den politischen, sexualpolitischen und herrschaftskulturellen Anspruch des Islam ebenso höflich zu erwähnen vermied wie dessen leider weltweit nach wie vor den Ton angebenden Fundamentalismus und das immense Potential an islamischer Demokratiegefährdung (5). Murat Aslanoğlu kritisiert die unmenschliche Doktrin der šarīʿa und das gegenmoderne fiqh-Recht keineswegs, sondern erzählt bietet uns unverbindlich das Phantom eines Kitsch-Islam an. Sollte denn der Aktivist im interreligiösen Dialog von der Scharia noch nie etwas gehört haben? Die ihrem Anspruch nach ewige, kohärente und den Muslim zu ihrem Einhalten verpflichtende šarīʿa ist 1990 völlig islamisch als Grundlage der verlässlich frauenentrechtenden und kulturrassistischen Kairoer Erklärung der Menschenrechte erkannt worden (44). Kennt Herr Aslanoğlu den Politik werdenden Islam, das Islamische Recht des fiqh nicht, das der Federation of Islamic Organisations in Europe (FIOE) so sehr am Herzen liegt (6), (45)? Der Diplom-Betriebswirt, ältester Sohn türkischer Einwanderer, ist Fachreferent für Finanzen und Controlling bei einem großen deutschen Autohersteller, gehörte sechs Jahre lang dem Stuttgarter Jugendhilfeausschuss an und war Teil jener kleinen Gruppe von Muslimen, die von Papst Benedikt XVI. beim Kölner Weltjugendtag 2005 empfangen wurde.

Seit 2006 hat der gelernte Pädagoge und derzeitige Anwendungsprogrammierer Wilhelm Sabri Hoffmann den Vorsitz der CIG inne. Hoffmann besetzt in seiner Heimatstadt Rheine den Posten des ersten stellvertretenden Vorsitzenden des Integrationsrates. Mit der Geschichte der ältesten und größten deutschen Dialoggesellschaft untrennbar verbunden ist der Name von Scheich Bashir Ahmad Dultz.

Sufi-Scheich Dultz, 1935 im ostpreußischen Königsberg geboren, Sohn eines angeblichen Islamkonvertiten, beteiligte sich 1951/52 an der Gründung der Deutschen Muslim-Liga, die Anhörungsrecht im Präsidium des Deutschen Bundestages hat und aus der sich in den Achtzigern die Deutsche Muslim Liga Bonn (DML Bonn) abspaltete, auf deren Homepage man zum schariakonform ausgerichteten Zentralrat der Muslime (ZMD), zu www.sufi-tariqah.de und zu www.bendorferforum.de verlinkt. Die Islamkonvertitin und Diplom-Psychologin mit Zusatzausbildung in Gestalt-, Gesprächs- und Hypnotherapie sowie in NLP Frau Coletta Latifa Damm ist Vorstandsmitglied des Bendorfer Forums für ökumenische Begegnung und interreligiösen Dialog (Bendorfer Forum), Mitglied der DML Bonn, der Sufi-Bewegung Tariqah Safinah sowie Vorstandsmitglied der CIG.

Staatsbürger Dultz, das einstmalige Flüchtlingskind, hat Höheres im Sinne und lässt sich im Allgemeinen nur mit „Schech Bashir“ anreden. Aussteiger Dultz verbrachte drei Jahrzehnte lang in Libyen unter königstreuen Beduinen und ist als Scheich der Tariqah as-Safinah Teil der radikalislamisch-mystischen Strömung der ṭarīqa aš-šāḏilīya oder Tariqa asch-Schadhiliyya (7), (8), (9) einer Jahrhunderte alten nordafrikanischen Bewegung, die auf Sheykh Abu-’l-Hassan ash-Shadhili (Sidi Belhassen Chedly, † 1258) zurückgeht. Diesem Sufi-Orden fühlten sich in Europa bereits der schwedische impressionistische Maler Ivan Aguéli (Sheikh ‘Abd al-Hadi Aqhili, 1869-1917) und der französische Sinnsucher René Guénon (1886-1951) verpflichtet, zwei verspätete Romantiker oder verfrühte Hippies. In den USA vertrat der mittlerweile im jordanischen Amman lebende Ex-Katholik, Fachmann für schafiitisches Recht und Sufi-Scheich Nuh Ha Mim Keller den Orden (aṭ-ṭarīqa) der šāḏilīya deutsch Schadhiliyya (10). Herr Dultz, ehrfürchtig zu nennen „Schech Beshir“, war Gründungsmitglied und ist Vorstandsmitglied des erwähnten Bendorfer Forums, 2008 wurde ihm für seine angeblich verdienstvolle Arbeit um den interreligiösen (schariakonformen) Dialog das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Orientverliebten Narzissten wie Aguéli, Guénon und Dultz waren beziehungsweise sind Pressefreiheit und universelle Menschenrechte nicht so wichtig, die gespielt schamhafte irdische Machtergreifung bei laut beschworener himmlischer Mystik geht diesen Schariafreunden auf ihrem Ego-Trip nun einmal vor. Anders als Europas Orientfreunde das vermuten mögen, ist Sufismus (arab. taṣauwuf, pers. erfan) seit Abū Ḥāmid Muḥammad bin Muḥammad al-Ġazālī († 1111, deutsch auch al-Ghazali oder Algazel), mitnichten ein irgendwie befreiter Islam, sondern eine alles Individuelle auslöschende Selbsthypnose, die sich die kulturrassistischen Sklavenketten des Korans und der ḏimma solange schönlügt, bis die Unterwerfung unter Allah und Hadithe als Befreiungserlebnis gefühlt wird. Soweit zu Rohes Umfeld, nun zu Rohe.

Mathias Rohes neues Buch nennt sich, vielleicht ja in bewusster Erinnerung an das gleichnamige Werk des Muslimbruders Said Ramadan (Saʿīd Ramaḍān) „Das islamische Recht“. Rohes die Zwangsverheiratung, den Apostatenmord und die Steinigung bagatellisierendes Buch (Rohe: „Auch islamisches Recht ist Recht“) wurde durch die Gerda Henkel Stiftung gefördert, die im Sommer 2009 den Themenschwerpunkt „Islam, moderner Nationalstaat und transnationale Bewegungen“ mit großzügigen Stipendien zu unterstützen gedenkt (die Ex-Muslime bekommen selbstverständlich nichts), die Stiftung beauftragt Prof. Dr. Mihran Dabag mit der wissenschaftlichen Leitung (11). Mihran Dabag hat zu Völkermord und Kolonialismus geforscht, der Bundesverdienstkreuzträger ist armenischer Abkunft und fordert richtigerweise die Anerkennung des Völkermordes an den Armeniern (1915-1917) durch die heutige Türkei. Mathias Rohe:

3. Auch islamisches Recht ist Recht.

Auch Faustrecht ist Recht.

3. Streben nach Gerechtigkeit ist Leitmotiv aller Rechtsordnungen.

Gottesfreund Rohe unterlässt es, zuzugeben, dass der „gerechte“ Islam nach Ungerechtigkeit strebt, nach geheiligter Diskriminierung: Frauen gelten im Islam als unzuverlässig sowie dümmlich und werden daher islamrechtlich entmündigt, sie sind als eklig und als satanisch besudelt anzusehen und gelangen recht leicht in die ewigen Flammen der Hölle. Dhimmis (Dhimam, ḏimam, wörtlich: Schutzbefohlene) sind Menschen zweiter Klasse, Autor Rohe aber, seltsamerweise argumentiert der Mann zum Thema Islam oftmals wie ein Muslimbruder, verschweigt uns den Kulturrassismus der Dhimmitude. Der im fränkischen Erlangen lehrende Jurist findet es also irgendwie gerecht, wenn der Islamapostat aus Gründen der „islamischen Gerechtigkeit“ ermordet wird.

Das Islamische Recht ist ein Fossil der Menschheitsgeschichte, ein menschenfressender Dinosaurier. Wir haben šarīʿa und fiqh, Gebiet um Gebiet, letztlich weltweit außer Kraft zu setzen. Rohe aber will die Scharia, Rohe will die Islamischen Gerichte.

3. Insofern gibt es Unterschiede zwischen religiös ausgerichteten und säkularen Rechtsordnungen; erstere enthalten auch eine transzendente, jenseitsbezogene Dimension.

Jurist Rohe wirbt für den Glauben an eine womöglich ersponnene zweite, göttlich-jenseitige Welt und stellt den nach diesem kosmisch halbierten Weltbild widergöttlich zu nennenden Parlamentarismus neben die „ganzheitliche“, von Abū l-Aʿlā al-Maudūdī (1903-1979) und diesem nachfolgend von Sayyid Quṭb beschworene ḥakimīya allāh, den Rechtsstaat äquidistant neben die Allahkratie. Diese Forderung nach dem Tolerieren der Gottesherrschaft hält Rohe konsequent durch und lässt sie auch alle seine Interviews prägen (12), (13).

In einer freiheitlichen Demokratie ist es schlicht unerheblich, ob ich dieselbe Göttin oder denselben Gott verehre beziehungsweise verspotte wie mein Bürgermeister, Arbeitgeber, Polizeipräsident, General, Staatspräsident oder Erlangener Jura-Professor. Im Jahre 1553 und in der Stadt Genf war das allerdings noch anders, da durfte Jurist und Theologe Johannes Calvin den Juristen und Theologen Michel Servet nach zehnwöchiger Kerkerhaft auf feuchtem Laub verbrennen lassen, weil der zweite das staatlich vorgeschriebene Dogma der Trinität leugnete und der erstgenannte nicht nur Staatsoberhaupt, sondern auch bereit war, seine etwas wahnsinnige Religion zum angewendeten Recht werden zu lassen sprich für seinen imaginierten (fraglos pervertierten) himmlischen Jesus irdisch zu töten (14).

Wer mit Prügel und Einschüchterung zum Glauben an die Hölle und den Teufel aufruft, das taten Machthaber wie Muḥammad und Calvin mit einigem Genuss und das machen leider die meisten Koranschulen, der verdient es doch sicherlich, als Kultivierer eines leicht wahnhaften Weltbildes bezeichnet zu werden.

Will Rohe mehr Toleranz zur Verschärfung des überholten Straftatbestandes der Gotteslästerung?

Soll, wie Necmettin Erbakan (* 1926), Mustafa Cerić (* 1952) und Tariq Ramadan (Ṭāriq Ramaḍān, * 1962) es wünschen, säkulares (nichtislamisches) Recht auch in Europa nur noch für Nichtmuslime gelten, soll die Glaubensnation (umma) der europäischen Muslime ihr eigenes, frauendiskriminierendes Familienrecht (mit Eherecht und Personensorgerecht) sprechen dürfen?

Dass ein deutscher Jurist und Richter es überhaupt wagt, in einem von der Gerda Henkel Stiftung geförderten Buch, das ja womöglich den Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erhebt, das Wort „Jenseits, jenseitig“ zu benutzen, sollte auch die religiös empfindenden Menschen unter uns wütend werden lassen. Im wissenschaftlichen Sinne – und auch im juristischen Sinne, sehr geehrter Herr Dr. Rohe – gibt es kein Jenseits. Rohe hätte vom anerzogenen beziehungsweise stimmungsbedingten Albtraum der Hölle, von der konstruierten oder der imaginierten Hölle und von der Heilserwartung oder Vision des Paradieses sprechen können. Auf die deformierenden psychischen Folgen ausgewachsener Höllenangst hinzuweisen wäre dabei zweckmäßig gewesen.

Die Steinzeit sickert in die prekäre kulturelle Moderne, die Götter halten Einzug in unsere Kindergärten, Schulen, Jugendämter, Krankenhäuser, Parlamente und Gerichtssäle.

Wir werden sowohl Rohe als auch die bei ihm ausgebildeten Islamwissenschaftler wie Michael Kiefer und die von ihm beratenen Politiker wie Wolfgang Schäuble genau beobachten müssen.

3. Auch wer vom islamischen Recht kaum etwas weiß, hat nicht selten präzise Vorstellungen davon.

Rohe verspottet die Kaste der muslimischen und vor allem nichtmuslimischen fiqh-Unkundigen. Er selbst sei islamisch rechtskundig, ob sein (bekennend niedergeschriebenes) Wissen über das demokratische Online-Lexikon Wikipedia hinausgeht, werden wir gleich hören.

An dieser Stelle gibt der Islambeschöniger der deutschen Bevölkerung zwei Freibriefe, erstens: Dhimmi, du brauchst über das Islamische Recht nichts zu wissen, das erledigt der Herr Rohe für dich. Und zweitens lässt sich mit „Mufti“ Rohe nun sagen: Wer behauptet, das Islamische Recht zu kennen, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ein veritabler Phantast, ein präziser Spinner.

Ressourcenschonend kalkuliert. Die Effizienz der Islamisierung.

3. Handabhacken, Auspeitschen oder Steinigen von Ehebrechern, Tötung Andersgläubiger und Benachteiligung von Frauen sind einige der am weitesten verbreiteten Stereotype.

„Stereotype“ suggeriert gezielt: Wer das sagt, hat keine Ahnung vom Islam. Zugleich schweigt der bekennende tägliche Schariaverwender Mathias Rohe dreist zu der Frage, ob denn Auspeitschungen nicht islamrechtliche Möglichkeiten sind. Das deutsche, sprich das gierig nach Krümeln wohlschmeckender Islambeschönigung lechzende Publikum hat Rohes Erlaubnis, über jeden Islamkritiker verbal herzufallen.

Wer wird es nach Rohes trickreicher oder dümmlicher Islambewerbung noch wagen können, zu sagen, die Peitschenhiebe im saudi-arabischen Riad (ar-Riyāḍ), indonesischen Banda Aceh oder pakistanischen Kandahar (Qandahār) seien Politik gewordene islamische Religion, seien der zum geltenden Recht gewordene Islam?

Die realen Apostatenmorde in Somalia und Pakistan, die Steinigungen im faschistischen „Gottesstaat“ Iran als Stereotype zu bezeichnen ist eine Unverschämtheit und eines Richters auch in seinem Märchenbücher schreibenden Privatleben nicht würdig.

4. Die moderne Rechtsentwicklung [des fiqh] nimmt gegenüber der frühen und klassischen Entwicklung einen vergleichsweise geringen Raum ein. Auch unter Wissenschaftlern dominiert deshalb eine historisierende Sicht …

Für mich ist ein Richter dann wenig historisch-kritisch, wenn er, um ein Urteil zu fällen, erst in einem 1.400 Jahre alten Buch blättern muss und das Werk auch noch allen ernstes als vom Himmelsgott herabgesendet hält.

Aber vielleicht hat der Fachmann für „klassischen, gerechten“ und „modernen, anpassungsfähigen“ fiqh die Herren Abū l-Aʿlā al-Maudūdī, Āyatollāh Ruḥollāh Ḫomeinī, Necmettin Erbakan oder Yūsuf al-Qaraḍāwī im Sinne, wenn er vom religionsrechtlichen Entwicklungspotential des Islam schwärmt.

4. Als Beleg hierfür seien die Ausführungen des bedeutenden hanafitischen Juristen al-Saraḫsī (gest. 483/1090) zu Tötungsdelikten genannt. … jenseitige Bestrafung [böte keine ausreichende Abschreckung]. Zur wirksamen Abschreckung sei deshalb das Regime der diesseitigen Strafe (ʿuqūba) und entsprechender Vergeltungsmechanismen (qiṣāṣ) eingeführt worden.

Dass sich das säkulare Recht aus vormodernen Kongressen namens Palaver, Thing oder Paw-Waw entwickelt hat mithin aus dem Dialog und vor allem aus der Konkurrenz zwischen Häuptling und Schamane mag ja so gewesen sein und verdient unsere Aufmerksamkeit – im Fach Geschichte oder Ethnologie, nicht aber im Bereich der Verhandlung über die Leitlinien unserer bundesdeutschen Institutionen. Das Grundgesetz ist auch mit ehrenwerten Medizinmännern, Gurus oder steinigenden „unfehlbaren“ iranischen Ayatollahs nicht verhandelbar.

Wir Staatsbürger wollen keine Theologisierung der Politik und schon gar keine politisch einflussreichen Geistlichen, deren antiquiertes Rechtsverständnis dem Talionsprinzip (Vergeltungsrecht, qiṣāṣ), der Kulturstufe der bronzezeitlichen Blutrache, oder dem eisenzeitlichen Wergeld (angelsächsisch weregild, arabisch dīya) entspricht.

Die šarīʿa und der fiqh sind nicht reformierbar, weil die extrem kulturrassistischen Hadithe (aḥādīṯ) nicht geändert werden können und auch der qurʾān in Sachen Recht auf Leben, Erbe für Frauen, Rechtsfähigkeit für Frauen, Religionsfreiheit oder Islamkritik alles andere als uneindeutig ist. Letztlich aber, weil die Verlautbarungen der berühmten Gottheit Allāh auf ein gestuftes Entrechten der Frauen und der verschiedenen Menschenklassen hinausgelaufen sind.

Auf der Seite www.islam101.com nennt Dr. Abid Hussain das grundsätzlich ewig diskriminierende islamische Erbrecht als von göttlicher Gerechtigkeit und göttlichem wertschätzendem Ausgleich (The divine justness and equitability of the Islamic laws of inheritance) geprägt (15). Dr. Rohe scheint mit der Rechtsauffassung des Herrn Hussain keine ethischen Schwierigkeiten zu haben.

Islamisches Recht (Politik gewordener Islam) wird etwa stets mehr oder weniger frauendiskriminierend sein müssen und wird jeden Islamkritiker an Gesundheit beziehungsweise Leben bedrohen. Doch selbst eine heute nur ein bisschen frauenentrechtende gerichtliche Urteilsbildung kann uns beziehungsweise kann die Allgemeinen Menschenrechte (1948) und das auf ihm begründete Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland nicht zufriedenstellen. Rohe lehrt die juristische Barbarei (16).

4. Aspekte des Minderjährigenschutzes

Das islamische Heiratsalter für Mädchen beträgt neun Jahre. Nach Islamischem Recht kann auch heute die Zehnjährige oder Neunjährige Braut von ihrem als walī muǧbir fungierenden Vater gegen ihren Willen verheiratet werden, was Professor Rohe weiß und aus schwer nachvollziehbarer Motivation verschweigt.

Erst im Dritten Teil meint Rohe zum Verstoß gegen den ordre public:

354. Die Eheschließung Vierzehnjähriger wird hingegen schon als derartiger Verstoß hinzunehmen sein. Ein Mindestalter von zwölf Jahren ist keineswegs hinnehmbar.

Der nötigende Heiratsvormund heißt walī muǧbir, die islamrechtliche potentielle Zwangsheirat wilayāt-al-iǧbar englisch wilayat al-ijbar.

Wer über die schariatische Doktrin oder den die Scharia verwirklichenden fiqh schreibt und dabei unterlässt, für die längst in Europa nachweisbaren zwangsverheirateten elfjährigen oder zehnjährigen (schwangeren) Ehefrauen sein Mitgefühl sowie seine Wut über die schuldigen Erwachsenen auszudrücken, der hat das Thema „Das Islamische Recht“ aus pädagogischer, sozialarbeiterischer und politischer Sicht verfehlt. Lediglich „das darf man hier zur Zeit aber nicht machen“ zu schreiben ist etwas dürftig, zumal wir uns die Frage nach den künftigen Mehrheitsverhältnissen gerade unserer Innenstädte machen müssen, wo sich der säkulare, am Grundgesetz und an der AEMR orientierte ordre public in naher Zukunft zu verflüchtigen droht. Für den geschmeidigen Professor aus Erlangen ist das kein Problem, dann gibt es eben einen neuen ordre public, der Allahs Kindbraut bejaht.

Wesentlich deutlicher als Herr Rohe sagt uns das Familienministerium von Malaysia, was Islamisches Recht ist:

»1. Ist das Einverständnis der Braut in ihre Heirat erforderlich?

Ja, für jede Heirat ist das Einverständnis der Braut erforderlich. Bei einer noch nie verheirateten Frau (Jungfrau) kommt das Einverständnis von ihrem wali mudschbir [Heiratsvormund mit der Berechtigung zum Zwang].

2. Kann das jungfräuliche Mädchen durch den wali mudschbir auch ohne ihre Zustimmung in eine Ehe gezwungen werden?

Ein jungfräuliches Mädchen kann durch den wali mudschbir auch ohne ihre Zustimmung in eine Ehe gezwungen werden, soweit die eheliche Verbindung sekufu [standesgemäß] ist und sie für die Braut keine dharar [Beschädigung] ihrer syarie [schariarechtlichen Verpflichtungen] darstellt.

6. Wer ist wali mudschbir?

Wali mudschbir ist der biologische Vater des Mädchens oder der Großvater väterlicherseits (17).«

6. So verweisen auch die meisten Verfassungsordnungen des vom Islam geprägten Kulturraums in der einen oder anderen Form auf die Scharia als Ganzes (was immer das sein mag) oder doch auf ihre (tragenden) Prinzipien als maßgebliche Rechtsgrundlage.

Wieder Rohes Trick, die Scharia, gerne schreibt er sie dazu in Anführungszeichen, als unverbindlich-verspielte Konstruktion, als harmloses Phantom darzustellen und damit jeden Schariagegner als unglaubwürdig. Das Islamische Recht indessen sei „law in action“, flexibel und modernisierbar, was leider falsch ist, da Koran und Hadithe eindeutig und zwar eindeutig diskriminierend sind. Wir sollten Mustafa Cerić ernst nehmen, der die „Weltanschauung“ (sic!) Scharia als unverhandelbar bezeichnet („Hence, this Islamic covenant, the sharī’ah, is perpetual, it is not negotiable and it is not terminable“). Islamoptimist Rohe setzt auf die Modernisierbarkeit und Humanisierbarkeit des barbarischen Islamischen Rechts. Woher er seine Zuversicht nimmt und ob er die Säkularität der universellen Menschenrechte gegen die Allahkratie verteidigen möchte, erfahren wir leider nicht.

Den Säkularisten und Menschenrechtlern erweist der die šarīʿa letztlich leugnende Erlangener Jurist keinen Gefallen, biedert sich dagegen bei den Scheichs der Golfstaaten oder denjenigen der Kairoer al-Azhar an und denkt nicht daran, dazu aufzurufen, das gegenmoderne Wirken der britischen Scharia-Gerichtshöfe oder der mit ihnen personell und islampolitisch verbundenen theokratischen Herrschaftsordnung des ECFR (Yūsuf al-Qaraḍāwī, Mustafa Cerić) einzugrenzen.

107. Die Diversität des Islamischen Rechts …

Ganz viele kleine Scharias, oder sagt man Scharien?

Menschenrechte sind universell. Der voraufklärerische politische Kult in der Nachfolge von Abū l-Aʿlā l-Maudūdī, Said Ramadan (Saʿīd Ramaḍān) und Necmettin Erbakan wird für die Staaten der kulturellen Moderne zur Herausforderung und zur kulturellen Überlebensfrage, als Jurist und Regierungsberater hier lediglich vom Islam im Plural zu reden verharmlost die demokratiegefährdende Macht etwa der Milli-Görüş-Bewegung oder der Muslimbruderschaft.

Rohe schweigt zum islampolitischen Ziel des Kalifats und übersieht, was die Re-Fundamentalisierung für die leider weniger oft in sich säkularisierende als vielmehr in sich islamisierende Großfamilien eingesperrten Individuen bedeutet. Die in Europa aufwachsenden, mehr oder weniger muslimisch sozialisierten Mädchen und Jungen möchten ja vielleicht auch an den uneingeschränkten Freiheitsrechten teilhaben, von denen unser reiselustiger und orientbegeisterter Dozent Rohe ein Leben lang gesundheitlich, emotional und finanziell profitieren durfte.

9. Das “Recht” lebt maßgeblich von seiner weltlichen Befriedungsfunktion …

Unser Professor entrückt nebenberuflich ins Paradies. Ein Mittelfranke naht sich der Gottheit.

9. Charakteristisch ist also die im Diesseits erzwungene Durchsetzung.

Na, geht doch. Peitschenhiebe als Gottesdienst. Demnächst auch in Erlangen.

9. Religiöse Vorschriften zeichnen sich hingegen dadurch aus, dass ihre Achtung im Diesseits nicht rechtsförmig, sondern allenfalls durch sozialen Druck erzwingbar ist und ihre Missachtung in aller Regel nur jenseitige Folgen hat.

Hat Mathias Rohe den Islam als Gesetzesreligion par excellence denn gar nicht verstanden? Der Muslim ist absolut gehorsamspflichtig, ein Schariaverweigern gefährdet aus islamischer Sicht angeblich das Seelenheil der Großfamilie, weshalb nicht nur (übrigens islamrechtlich) geprügelt werden darf, sondern beispielsweise auch die von Gott Allah persönlich bei Alkoholgenuss vorgesehenen vierzig bis achtzig Peitschenhiebe zu verabreichen sind.

Völlig fälschlich sagt Rohe: Religionsvorschriften sind KEIN Recht.

Richtig muss es heißen: „Religiöse Vorschriften [im Islam] zeichnen sich [leider nach wie vor] dadurch aus, DASS sie rechtsförmig sind.“

Das Islamische Recht IST die Islamische Religion, von der Minderheit säkularer muslimischer Intellektueller einmal abgesehen, denen der die Scharia und den fiqh verharmlosende fränkische Islamwissenschaftler allerdings das Leben schwer macht.

Belügt uns der radikale Schariaverfechter und angebliche tägliche Schariaanwender Professor Mathias Rohe ganz bewusst oder, so etwas gibt es leider, kommt bei dem Herrn in Hirn, Herz und Gewissen schlicht nichts an?

Die gleichheitsfeministisch-säkulare und universell-menschenrechtliche Zeitschrift EMMA, die den mittelfränkischen radikalen Schariaverfechter nicht als verdeckten Konvertiten bezeichnen darf, zitierte bereits vor sieben Jahren den Islamwissenschaftler Hans-Peter Raddatz: „Erste Schritte in Richtung einer Rechtssprechung im Sinne des Islam sind erkennbar, beherzt verstärkt vom Erlangener Juristen Rohe, der richtungsweisend für das Entstehen eines parallelen Rechtswesen werden könnte (18).“

10. [Die] Scharia … verweist neben den auch diesseitsbezogenen Bewertungen menschlichen Verhaltens als „geboten” wāǧib bzw. „Pflicht“ (farḍ), „erlaubt“ (mubāḥ) und verboten (ḥarām) [ferner auch] jenseitsorientierte Bewertungen wie „empfohlen“ (mandūb, mustaḥabb) und „missbilligt“ (makrūh) …

Korrekt, das ist das Kristallgitter der Scharia, dem letztlich der Binärcode Himmelsgott – Teufel beziehungsweise islamisch Allāh – ʿAzāzil (Allāh – Iblīs) zugrunde liegt. Mit den Worten der bisweilen von Weltekel geschüttelten Sufis gesprochen geht es um den Ausgang aus der besudelten, dämonisch angekränkelten dunya (Diesseits) hinein in die wahrere Wirklichkeit der āḫira (Jenseits als Ort des göttlichen Gerichtes), geht es um die endgültige Weichenstellung in ǧanna (Himmel im Islam) und ǧahannam (Hölle im fundamentalistischen Islam).

Irdisch wiederspiegelt sich ǧanna – ǧahannam im islamistischen Binärcode dār al-islām wa dār al-ḥarb, der territorialpolitischen Zweiheit des Reinen und Unreinen, auf der individuellen körperlichen Ebene im Dualismus aṭ-ṭahara wa an-naǧāsa, welcher Körperorgane, Körperflüssigkeiten sowie Handlungen, Monats- und Tageszyklen in himmlisch kompatibel und vom Satan verunreinigt zerspaltet. Nichtmuslime sind stets ziemlich besudelt, was wesentlich schlimmer ist als lediglich verschmutzt. Man darf im Kulturrassismus der Schariapolitik Hund, Schwein, Kot, Weib oder ḏimmi (Dhimmi, halbfreier Monotheist sittlich geringeren Wertes) nicht berühren, sonst ist das nächste Gebet ungültig. Reinigungsrituale kommen also zum Einsatz.

Nicht korrekt ist es, muslimischen fundamentalistischen Kunden oder Endverbrauchern von Scharia-Islam (nach Tibi) oder fiqh zu unterstellen, zwischen einer diesseitsbezogenen und einer jenseitsbezogenen Handlung einigermaßen klar unterscheiden zu dürfen oder auch nur zu können. Der Muslim hat sein gesamtes Leben auf al-āḫira und Allāh auszurichten, es gilt der totale Jenseitsvorbehalt.

Um ein Wort aus der Sprache der Evangelischen Kirche zu benutzen ergibt sich das islamische Welt- und Lebensgefühl radikaler „Heilsungewissheit“ aus dem vermeintlichen Wissen, dass letztlich nur die undurchschaubar brutale Gottheit über den Eingang ins Paradies entscheiden kann. Zugleich hat der Muslim als Gottesknecht (ʿAbd Allāh, als Vorname: Abdallah) das Verhalten des Propheten geradezu sklavisch zu imitieren und dabei die Vorgaben von Vater, maḥram, walī (hier Heiratsvormund), Ehemann (als Frau), imām, muftī (19), šaiḫ (Scheich (20) und maḏhab (Rechtsschule) sklavisch zu befolgen (die Pflicht zum taqlīd), sofern diese nicht eindeutig gegen die Scharia verstoßen, um überhaupt die Chance auf den Eingang in die ǧanna der ewigen Rettung zu gelangen und der ewigen qualvollen Erniedrigung zu entfliehen.

11. [Der gebürtige Sudanese] Abdullahi al-Naʿim, der in den USA lehrt, lehnt die Durchsetzung der Scharia-Regeln durch Gesetzgebung schlechthin ab …

Sehr geehrter Herr Dr. Rohe, so empört und lautstark hat „al-Naʿim“, er lebt in Atlanta, Georgia und nennt sich Abdullahi Ahmed an-Na’im, dann doch nicht gegen den Schariavorbehalt der älteren pakistanischen und vor allem der jüngeren irakischen und afghanischen Verfassung protestiert. Auch geht der gebürtige Afrikaner, Islambeschöniger und angebliche Islamreformer an-Na’im weder zur göttlichen islamischen Diktatur des Iran noch zum Europäischen Fatwa-Rat (ECFR) glaubhaft auf Distanz.

11. [an-Na'im, al-Naʿim] „Unter Scharia verstehe ich das religiöse Normensystem des Islam. … weil … die Scharia nicht gesetzlich verordnet werden und zugleich ein religiöses Normensystem bleiben kann.

Was für ein scheinheiliger Trick, das ist doch taqīya pur und zielt auf das Kalifat: Die imaginierte Gottheit Allah erschuf nach islamischer Doktrin die Scharia, der Mensch könne sie weder gänzlich verstehen noch abändern. Zum Anwenden der Scharia sprich zum Case Law des fiqh hat die Menschheit in den Grenzen von Koran und Hadithen einige Befugnis. Die Scharia gilt dem politischen (orthodoxen) sunnitischen Islam als eher unbegreifbar und als völlig unverfügbar, zum Aufbau der Scharia-Gerichte aber will der orthodoxe Islam verpflichten. In der kulturellen Moderne bedeutet das Rechtsspaltung.

Orthodox angewendete islamische Religion ist fiqh. Die Scharia gehört dem politisch denkenden imaginierten „himmlischen“ Allahgott, der fiqh, das Islamische Recht, obliegt der islamrechtlich ausgebildeten „irdischen“ Elite. Beidem absolut zu gehorchen, Scharia und fiqh, obliegt dem muslīm. Islamischer Rechtsgehorsam ist, um ein Wort aus der Sprache der Katholischen Kirche zu verwenden, gleichsam ein sakramentales Handeln.

Abdullahi Ahmed an-Na’im (21), seltener al-Na’im oder el-Na’im, wünscht die Aussöhnung („synergy and interdependence“) von Menschenrechten, Religion und Säkularität, was im Klartext bedeutet, dass er das Kalifat wünscht. Der bei Rohe zitierte korankonforme Menschenrechtler und Meister der taqīya war von 1993-1995 US-amerikanischer Geschäftsführender Direktor der bekanntermaßen kopftuchfreundlichen und übermäßig israelkritischen so genannten Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, hatte den Wiarda Chair am Menschenrechts-Institut der Universität Utrecht inne und lehrt heute Recht im Zentrum für Recht und Religion an der Emory University School of Law in Atlanta, Georgia (22).

Vor den radikalislamischen Putschisten aus der Hauptstadt Khartum (al-Ḫarṭūm) musste an-Na’im als Anhänger der „reformislamischen“, zaghaft geschlechtergerechten (vgl. Rabeya Müller) und „islamsozialistischen“ (vgl. Muʿammar al-Qaḏḏāfī) beziehungsweise „islamdemokratischen“ (vgl. Recep Tayyip Erdoğan) Bewegung um den aufgrund angeblicher Islamapostasie hingerichteten mystischen Lehrmeister und charismatischen Gründer ordensähnlicher Bewegungen Maḥmūd Muḥammad Ṭaha aus dem Sūdān fliehen, kann aber, o Wunder, inzwischen wieder in den radikalislamischen, terrorismusfreundlichen Staat der afrikanischen Muslimbrüder einreisen. Der in hohem Maße an der koranzentrierten Theologie („der entwicklungsfähige Koran“) des von einem subjektiven Offenbarungserlebnis (Die zweite Botschaft des Islam, (23)) motivierten Maḥmūd Muḥammad Ṭaha orientierte Professor an-Na’im sinniert über den Koran des US-Präsidenten Jefferson (24) und lässt sich von der 1936 gegründeten Ford Foundation ein Forschungsprojekt über das Islamische Familienrecht finanzieren (25).

Die šarīʿa, so Rechtsprofessor an-Na’im, müsse man nur modernisieren und dann korrekt anwenden, es komme auf den gerechten Einsatz der Scharia an (26). Den kulturellen Rassismus von Koran und Hadithen leugnet der angesehene Professor, der ja vielleicht ein Optimist und Islamreformer ist, ein glaubensbewegter Theozentriker oder bewusster Islamisierer sprich Lügner. Rohes Begriff von Scharia scheint maßgeblich auf an-Na’im sowie auf den leicht zu durchschauenden Parteigänger von scharī&#703a;, taqlīd und fiqh Professor Ömer Özsoy zurückzugehen.

Der 1963 im türkischen Bünyan (Kayseri) geborene Ömer Özsoy (27) streut die uns sattsam bekannte, ziemlich billige islamische Lüge „Frauen und Männer sind im Koran gleichberechtigt“ und übt allerlei frommes Nebelwerfen, um den sexualpolitischen ḥiǧāb (das Politikum Kopftuch) sowohl in Kleinasien als auch in Europa durchzusetzen: „Ich halte es für völlig verkehrt, die Kopftuchdebatte in Deutschland mit den Ereignissen in der Türkei zu vermischen (28).“

Özsoy, der erst 2004 als Islam-Professor für tafsīr (Koranexegese) ausgebrütet wurde, konnte nur zwei Jahre später an der Universität Frankfurt, Fachbereich Evangelische Theologie, einen Lehrstuhl erhalten. Auf Steuerzahlerkosten also hat man diesem den Kulturrassismus der šarīʿa und die islamgesetzlich vorgeschriebene Frauenentrechtung des fiqh leugnenden Theokraten 2006 eine Stiftungsprofessur angeboten. Die ebenso betörende wie erregende Märchenerzählung vom demokratiefähigen Islam, den Bau einer optimistischen Kulisse, ohne den ein Türkeibeitritt zur Europäischen Union schlecht vermittelbar ist, lässt man sich offensichtlich einiges kosten.

14. der Koran als oberste Normenquelle …

… wird gleiche Frauenrechte und Bürgerrechte für alle Zeit erfolgreich verhindern, weshalb die kulturelle Moderne ihre muslimisch sozialisierten Menschen oder Islamkonvertiten dazu zu bewegen hat, ihr als heilig geltendes Buch und dessen textgewordene Derivate (ḥadīṯ, tafsīr, „muslimischer Katechismus“: İslâm İlmihali (türk.), die geheiligten islamischen Gerichtsurteile des fiqh, die fatāwā nebst der zum fatwā gehörenden Literaturgattung „Adab al-muftī wa-l-mustaftī“, wörtlich: Das gute Benehmen des Muftis und des Ratsuchenden) nicht als für heute gültiges Gesetz zu verstehen. Rohe sieht das anders und will den gesamten fiqh … zunächst: lehren lassen und dazu 2009 den Kulturrassismus jedes fiqh auf 606 Buchseiten verschleiern (29).

15. Menschenrechtsverletzungen zum Beispiel in Saudi-Arabien und im Iran

Allerdings, aber da fehlt etwas, denn es geht in diesen „göttlichen“ Staaten explizit um islamische Menschenrechtsverletzungen. Das islamische Gottesrecht, das Islamische Recht verletzt die universellen Menschenrechte.

16. Die Scharia ist nicht etwa ein Gesetzbuch … Abū Isḥāq al-Šāṭibī [lebte] im 14. Jahrhundert [und stellte die Frage nach den] Zwecken (maqāṣid) [dieser Normen (ʿilla)] der Scharia [und findet diese Zwecke] im Schutz von fünf allgemeinen, unter allen Völkern anerkannten Gütern („Notwendigkeiten“, ḍarūrīyāt): Religion, Leben, Nachwuchs, Eigentum und Verstand.

Der in radikalislamischen Kreisen bis heute hoch verehrte „Imam“ Abū Isḥāq aš-Šāṭibī stellt die wesensgemäß kulturrassistische und frauendiskriminierende Scharia nicht in Frage, sondern gehört (im theozentrischen fiqh-Islam: notwendigerweise) zu den rechtlichen Tricksern (30). Dass der „Nachwuchs“ (Rohe) immer ein „Eigentum“ (Rohe) des Ehemannes ist und die Kinder der verstoßenen Ehefrau der Sippe des Mannes gehören, dulden sowohl der spätmittelalterliche islamische Gelehrte als auch der Erlangener Rechtsprofessor Rohe. Vielleicht möchte sich Mathias Rohe dem fiqh-Konzept des auf den Philippinen und in Indien einflussreichen, in Jamaika geborenen und in Kanada aufgewachsenen islamischen Predigers Abu Ameenah Bilal Philips anschließen? Herr Philips schwärmt von der angeblichen Entwicklungsfähigkeit des Islamischen Rechts („The Evolution of Fiqh“), (31).

Der islamisch fromme Autor und Prediger Abu Ameenah Bilal Philips fordert, The Evolution of Fiqh, unsere Toleranz für die nach dem Vorbild des Propheten erlaubte Verheiratung neunjähriger Mädchen, fordert die Todesstrafe für Schiiten und Homosexuelle und hat Einreiseverbot in die USA.

16. [Laut Abū Isḥāq al-Šāṭibī würden] die Normen (arab. adilla, „Zeichen“) der Scharia nicht dem Verstand widersprechen können, weil ja die verstandesmäßige Erfassung Voraussetzung für ihre Verbindlichkeit (im Sinne konkreter Anwendbarkeit, arab. taklīf) sei.

Das Wort taklīf bedeutet „mit einer Bürde oder Last beladen“ und meint die unlustvolle Belastung des Menschen mit den strengen Vorschriften Scharia. Diese dezidiert schmerzliche Bürde wagt Rohe mit „konkreter Anwendbarkeit“ zu übersetzen, was reichlich sarkastisch ist und dem menschenverachtenden oder jedenfalls die Individualität und den freien Willen auszulöschen drohenden Spruch „Allah gibt niemandem mehr zu tragen, als er ertragen kann“ entspricht.

In der göttlichen Diktatur Iran wird mit taklīf (takleef) die sexualmagische, staatlich angeordnete Initiationsfeier der islamisch reifen (heiratsfähigen) sprich neunjährigen Mädchen zelebriert, die sich zu diesem Zwecke in weiße Schleier (Kopftücher und Gewänder) zu hüllen haben (32). Das „religiös erwachsene“ Mädchen ist mukallaf, hat ihr Dasein als Kind und Mädchen zu beenden und muss von nun an das unmenschliche Dressurmittel des ḥiǧāb (persisch pardā) tragen (33).

Was das Kopftuch als Dressurmittel und Zeichen der religionspolitischen Machtergreifung betrifft, versteckt sich Jurist Rohe hinter der šarīʿa: „Wenn Muslime glaubhaft sagen, das Tragen des Kopftuchs sei ein religiöses Gebot, dann müssen wir Juristen das akzeptieren (34).“ Rohe ist also bereit, ein jedes Handeln irgendwie „zu akzeptieren“, wenn es nur recht eindeutig als religiös etikettiert wird. Mit dieser bizarren und potentiell grundrechtsfeindlichen Einstellung müsste der Professor aus Erlangen einem an die Gottheit Huītzilōpōchtli glaubenden Mexikaner gestatten, andächtig seine religiösen Menschenopfer durchführen zu lassen, einem Somalier oder indonesischen Schafiiten, seine Tochter am Genital zu verstümmeln und einem iranischen Imam oder Mufti, islamrechtliche Steinigungen durchzuführen.

Ein in einem säkularen Staat tätiger Jurist hat überhaupt gar keine Bewertungen zu angeblich einzuhaltenden „religiösen Geboten“ (Rohe) eines Staatsbürgers vorzunehmen, sollte sich aber beispielsweise durchaus fragen, welchem Konformitätsdruck eine in einem fundamentalistisch geprägten Straßenzug wohnhafte Kopftuchverweigerin ausgesetzt ist.

Dabei macht sich der kopftuchbegeisterte Professor im selben Interview durchaus Gedanken um das menschliche Seelenleben, wenn es nur darum geht, dass ein Dhimmi ausreichende Islamsensibilität an den Tag legt sprich der Scharia nicht im Wege steht: „Wir sollten uns eher um einen Konsens im Gespräch bemühen und fragen: Was macht uns Angst, wenn muslimische Frauen ein Kopftuch tragen?“

Wie selbstverständlich geht Rohe nicht vom Buckeln der muslimischen, sondern der nichtmuslimischen Seite aus und lässt eben nicht fragen: „Warum haben wir Muslime Angst vor der Säkularität und der Gleichberechtigung der Frau?“ Wobei die wie zufällig eingeworfene, sehr islamische Vokabel „Konsens“ (iǧmāʿ bis auf die Hanbaliten eine der Rechtsquellen der Scharia) letztlich auf den Abschluss eines Staatsvertrages hinausläuft, wie ihn der ehemalige Geschäftsführer der so etwas Ähnliches wie den Landesverband Berlin der extremistischen Milli Görüş (IGMG; Necmettin Erbakan, Muslimbruder Dr. Yusuf Zeynel-Abidin) namens „Islamische Föderation Berlin“ und Sprecher der hauptstädtischen „Islamischen Religionsgemeinschaft“ Abdurrahim Vural gefordert hat (35).

Der bei Rohe erwähnte „Verstand“ bleibt auch sechs Jahrhunderte später völlig unverbindlich oder aber zerstört zwar nicht die Scharia, sondern ironisiert zynisch den Verstand, denn auch der Demokrat in der Diktatur „versteht“ das System, das ihn gängelt oder versklavt.

48 Erste und vornehmste Rechtsquelle ist unstreitig der Koran (qurʾān, das häufig zu rezitierende Buch. …

Für einige Bereiche finden sich im Koran detaillierte Rechtssätze. Dies gilt etwa für das Erbrecht, das Ehe- und Familienrecht und einige Strafbestimmungen …

Die Frau erbt die Hälfte, der Nichtmuslim, dem es gilt, Unterwerfung und Demütigung (ṣāġirūn; saghiroon) spüren zu lassen, nichts, der Islamapostat ist zu töten. Ohne rot zu werden bringt Islamfreund Mathias Rohe solches in scheinheilige Verbindung mit dem Wort „vornehm“.

58. Der Idschma (arab. iǧmāʿ) – der Konsens aller relevanten Gelehrten … Die Schiiten sind denn auch zu einer eigenständigen Form des Konsenses gelangt, der sich insbesondere nicht gegen die Auffassung des unfehlbaren Imam richten kann.

Der islamverliebte Jurist verzichtet bezeichnenderweise wieder einmal auf die indirekte Rede oder auf ein anderes Kenntlichmachen der fragwürdigen Konstruktion des islamischen Herrschaftskultes. Rohe hätte über einen jeden hohen schiitischen Āyatollāh selbstverständlich „des als unfehlbar geltenden Imam“ schreiben müssen. Den extrem antidemokratischen Elitarismus einer Herrscherkaste von höchsten Geistlichen kritisiert der multikulturelle Erlangener gar nicht erst.

66. Der allgemeine Nutzen (istiṣlāḥ) … Texthinweise (naṣṣ)

Umstritten bleibt die … Kategorie, für die keine Texthinweise (naṣṣ) vorliegen.

Alles hat sich iǧmāʿ (Konsensus) und qiyās (Analogieschluss) unterzuordnen (ohne Hanbaliten, die akzeptieren nur die Schriften), wiederum alles den Texthinweisen (naṣṣ, auch die Hanbaliten). Den schwachen aḥādīṯ (Hadithen, den gesammelten Überlieferungen zum Leben des als perfektes Geschöpf geltenden Mohammed) sind die starken (ṣaḥīḥ) Hadithe über- oder vorgeordnet, den Hadithen ist der der als Allahgottes Offenbarung geltende Koran vorangestellt. Innerhalb des Koran gehen nach dem Prinzip der Abänderung oder Abrogation (nasḫ) den aufgehobenen (mansūḫ) Koranversen die aufhebenden (nāsiḫ) Verse voran. Und das letzte Wort hat die halbwegs willkürliche Gottheit.

Ganz nachgeordnet ist das uns von Mathias Rohe verkaufte islamrechtliche Konzept des allgemeinen Nutzens (istiṣlāḥ), der auf einem Begriff von Gemeinwohl basiert, was Rohe genau weiß, der sich keinesfalls gegen die Erlaubnis zum zwangsweisen Tochterverheiraten und die Pflicht zum Apostatenmord richten darf.

66. Notwendigkeit (ḍarūra) wird solchermaßen als eine Art von Rechtsquelle akzeptiert.

Zum Beispiel beim ǧihād gegen Nichtmuslime, bei dem aus purer Notwendigkeit (ḍarūra) der Waffenstillstand (hudna) zulässig ist, jedoch kein Friedensvertrag. Mit der hudna, man vergleiche den Krieg der ḥamās gegen Israel, hat es allerdings eine besondere Bewandnis, denn die Waffenruhe darf nur so lange eingehalten werden, bis nachgerüstet ist und die Muslime sich nicht länger in der Position der Schwäche befinden, danach haben Allahgottes irdische Stellvertreter (Kalifen) den Krieg nämlich wieder aufzunehmen.

Die kulturelle Moderne als das theokratisch belagerte Troja. Der geschmeidige Jurist aus Erlangen rollt das hölzerne Pferd der islamischen Sakraljurisprudenz vor die Mauern der freiheitlichen Demokratie.

70, 71. „Das Versperren der Mittel“, sadd al-ḏarāʾiʿ

Rohe scheint das Konzept des sadd aḏ-ḏarāʾiʿ (des Versperrens der Mittel oder Zugänge [die zur unerlaubten Handlung führen], englisch: blocking the means to evil, als humanisierendes, demokratisierungsfreundliches islamisches Potential anzusehen, womit er doch wohl die sofortige Auflösung der Scharia-Gerichte und Ausweisung aller Scharia-Richter aus freiheitlich-demokratischen Staaten meinen müsste.

Islamrechtlich (islamisch) ist mit sadd aḏ-ḏarāʾiʿ gemeint, dass, was auch immer zu verbotenem Tun führen könnte, verbaut, verstellt, versperrt werden darf, und zu diesem übergeordneten heiligenden Zweck kleine Regelverstöße akzeptabel sind.

Vielleicht gestattet es ja das islamrechtliche Versperren der Zugänge, in der letzten europäischen Ramadanwoche einen riesigen, leeren Schulbus vor einem Süßwarenladen und Café abzustellen, um den Sünde schaffenden Verkauf vor Sonnenuntergang, übrigens recht erfolgreich, abzustoppen? Vielleicht gehört zum Versperren sündigen Handelns ja auch, als 8- bis 16jähriger muslimisch sozialisierter Junge vor städtischen Bussen dergestalt über die Straßen zu springen, dass sie sehr deutlich abzustoppen gezwungen sind, um das männliche Kind oder den männlichen Jugendlichen nicht zu töten, der Fahrer hat halt ein wenig Angst und besinnt sich auf die wahre Religion?

Der Rechtskniff sadd aḏ-ḏarāʾiʿ stütze sich auf Koran 2:104 und 6:108 sowie 20:43 ff.

74. Gutachten (arab. fatāwā oder fatāwī, Sing. fatwā)

Al-Šāṭibī [verlangt von] Gutachten: Es müsse ein Mittelweg (wasaṭīya) zwischen Nachgiebigkeit (taraḫḫuṣ) und übermäßiger Strenge (tašaddud) gewählt werden, wie die Scharia insgesamt durch Mäßigung (Suche nach dem Mittelweg) ausgezeichnet sei.

Dass sich Rohe nicht schämt, uns hier diesen sattsam bekannten islamischen Trick anzubieten, mit der sich die Doktrin der unhinterfragbaren geheiligten Beherrschung und Erniedrigung (ṣāġirūn; saghiroon) aller Frauen und Nichtmuslime als wasaṭīya, wörtlich „Mittigkeit“, als Weltbild und Seinsweise angeblicher Ausgewogenheit und Kompromissbereitschaft bezeichnen lässt. Ali Schariati führte zur umma (Weltgemeinschaft der Muslime) wasaṭīya aus:

„Thus we have made you an ummatan wasatan (middle community), so that you may be shuhada (witnesses) over mankind, and the Apostle may be a shahid (witness) over you”, Quran 2:142-143. … ummatan wasatan, community justly balanced … ummatan wasatan refers to a moderate society (36).“

Schariafreundin Prof. Dr. Gudrun Krämer schließt sich Rohes Begeisterung für die „community justly balanced“ beziehungsweise „The umma of wasaṭīya“ an und bittet uns, auf die irgendwie Hoffnung erweckende und humane ägyptische „Neo-Ikhwan, Neo-Muslimbruderschaft“ (Muslimbruderschaft) hereinzufallen, die schließlich so nett war, eine Abteilung Hizb al-Wasat, „Partei der Mitte“ oder Zentralpartei zu nennen (37).

Vielleicht wäre Partei der Mitte für die junge KPdSU oder die werdende NSDAP ein durchaus passender Name gewesen, vom kalkuliert erreichten (wohlausgewogenen) Zentrum der Macht aus lassen sich die politisch abzudrängenden Randgruppen leichter marginalisieren, und „Ausgewogenheit, Mitte“ klingt doch so bieder, so ehrbar und verlässlich.

Eine in jedem Sinne zentrale Rolle spielt der Begriff bei dem aus dschihadistischer Sicht ja vielleicht moderat denkenden Scheich Yūsuf al-Qaraḍāwī.

Der noch so radikale Islam ist immer wohltemperiert, der aufrührerische Schariagegner (Hochverräter) ist folglich nicht lediglich exzentrisch und pervers, sondern auch extrem. Soweit zu Rohes „Mittelweg“.

75. In der Gegenwart breitet sich das Gutachtenwesen weltweit aus.

Und nun? al-fiqh huwa al-hall? Wer vor dem (zugegebenermaßen vorhandenen) fatwā-Wildwuchs warnt, bietet der freiheitlichen Demokratie einen Köder an: Hier, im ungebändigten Fatwawesen liege das Problem, mit der politischen Duldung von mehr „offiziellem“ fiqh, möglicherweise ja harmonisch abgestimmt mit der Islamischen Weltliga (Muslim World League, (38)) oder dem Europäischen Fatwa-Rat (European Center for Fatwa and Research) würden wir die Entspannung der Lage erreichen. Europäer, ihr wollt doch kein Chaos? Xenophobe Europäer, duldet fortan gefälligst offizielle fiqh-Räte und Scharia-Gerichte.

Gegenwärtig breitet sich der politische Islam in der Tat weltweit aus, und die größere Gefahr ist seit Said Ramadan der politisch werdende fiqh (Das Islamische Recht), gegen den die Fatwas der mehr oder weniger „islamische Autorität“ genießenden Gutachter selbstverständlich niemals nennenswert verstoßen.

75. Das Gutachtenwesen wurde später bei den Sunniten oft dergestalt institutionalisiert, dass für einen bestimmten Herrschaftsbereich ein oberster Gutachter (muftī) eingesetzt wurde. Ein Beispiel ist der osmanische Šeyḫ ul-Islām in Istanbul.

Ursprünglich war der Scheich (Šayḫ) das Stammesoberhaupt der Beduinen. Šayḫ al-Islām bedeutet Oberhaupt des Islam.

Die osmanische Institution des Šeyḫ ul-Islām oder Şeyhülislam währte ein halbes Jahrtausend, von 1424 bis 1922, und legitimierte die kulturrassistische Apartheid der bis 1856 gültigen, Millet-System genannten Variante der ḏimma, der Dhimmitude. Es scheint unter manchen Türken als sozusagen klassisch türkisch zu gelten, dem Şeyhülislam hinterher zu trauern.

Von der Nostalgie bis zum Wunsch nach einem neuen Şeyhülislam ist es vielleicht nicht so weit. Dieses restaurative Ansinnen wird allerdings längst von der orthodox islamischen beziehungsweise radikalislamischen (Ḥizb at-taḥrīr (HuT), Partei der Befreiung; Hilafet Devleti, Kalifatsstaat) Forderung nach Wiedereinrichtung des Kalifats als der islamisch (islamrechtlich) einzig legitimen Herrschaftsform überlagert. Und ist denn ein Kalif nicht des einzig wahre Oberhaupt des Islam? Mathias Rohe kann dann mitten in Europa als sehr entrechteter ḏimmi vegetieren … oder als muslīm.

Für eine eventuell gewünschte Rechtsspaltung, einen neuen Šayḫ ul-Islām und für ein ordentlich „institutionalisiertes“ (Rohe) europäisches islamisches Gutachtenwesen bieten sich Yūsuf al-Qaraḍāwī und sein europäischer Stellvertreter Mustafa Cerić an. Der letztgenannte ist sogar Großmufti, sein Herrschaftsbereich heißt Europa, wie sich am Namen European Center for Fatwa an Research (ECFR) unschwer erkennen lässt und der Buchstabe F von ECFR steht sogar für fatwā. Im Scherz: Das hat aber nichts mit dem Islamischen Recht zu tun und wahrscheinlich noch nicht einmal mit dem Islam. Herr Cerić („I see the greatest challenge to establishing a European Muslim imamate as a way of institutionalising Islam in Europe“) aus dem bosnischen Sarajevo wird nichts dagegen einzuwenden haben, die Aufgabe des ranghöchsten muslimischen Geistlichen in Europa einzunehmen. Ach, im Islam gebe es ja keinen Klerus, jeder Muslim stehe allein vor der Gottheit, so raunen die ḏimam (Plural von ḏimmī).

Dem bloßen Namen nach existiert der Titel Oberhaupt des Islam mindestens in Aserbaidschan und Pakistan. Aserbaidschan, ab 1920 bzw. 1922 Teil des sowjetischen Imperiums, war bis 1991 stark säkularisiert, es besteht eine Schulpflicht von acht Jahren. Das von extremer Korruption gebeutelte Land hat 8,2 Millionen Einwohner, seine Wahlen verlaufen undemokratisch. Die Bewohner sind nahezu alle Muslime, von der winzigen jüdischen Minderheit abgesehen gibt es 32 % Sunniten und 68 % Schiiten, Vorsitzender des Caucasian Muslims Office ist der Sheik-al-Islam Allahshukur Pashazadeh. Pakistan: Shaykh-ul-Islam Dr. Muhammad Tahir ul-Qadri ist das amtierende Oberhaupt der sunnitischen, oftmals hanafitischen, von Ahmed Rida Khan (Ahmad Raza Khan, 1856-1921) gegründeten Sufi-Bewegung der Barelwi (Barelvi).

74. Muftis waren allerdings nicht selten in die Lösung von Rechtsstreitigkeiten eingeschaltet.

Und der muslimische Endverbraucher wird keine Chance haben, dem muftī zu widersprechen oder gegen das Gutachten des Muftis oder hier eben sogar gegen dessen rechtsislamisches Urteil anzureden.

Der Muslim ist gehorsamspflichtig, Auflehnung gegen die „soziale Harmonie“ (Chomeini für den Iran: Welayat-e-faghih, Velayat-e faqih, Herrschaft des Obersten Rechtsgelehrten) bringe das Seelenheil aller Beteiligten in Gefahr, weshalb der politische Rebell oder die sexuelle Rebellin (A woman who commits nushuz is referred to as nashiz or nashiza) zum Gehorsam gezwungen werden darf und gezwungen werden wird, islamrechtlich einwandfrei oder mit dem Faustrecht der aufregenden islamrechtlichen Grauzone.

79. Auch im Personenstands-, Ehe- und Familienrecht finden sich Abweichungen zwischen den Auffassungen verschiedener Rechtsschulen, im Einzelnen zudem innerhalb ein und derselben Schule.

Dabei ist es in der Universität Erlangen, Fachbereich Jura, inzwischen nicht mehr so wichtig, dass jede dieser vielseitigen „Auffassungen“ die Frau, den Nichtmuslim und den Ex-Muslim systematisch diskriminiert.

79. Die gänzlich wirksame Übertragung von Rechten und Pflichten setzt Volljährigkeit … voraus. Erst dann wird man zum mukallaf, zum vollen Träger von Rechten und Pflichten.

Was taklīf bedeutet, wissen wir bereits, einerseits die „ausgewogen schmerzliche“ (zu: wasatiyya, wasaṭīya, „Mittigkeit“) Belastung (taklīf) mit der Bürde des Islamischen Gesetzes beziehungsweise der Last der einzuhaltenden schariatischen Pflichtenlehre, andererseits ist taklīf (takleef) das Staatsprogramm gewordene Kultfest für alle neunjährigen (heiratsfähigen, erwachsenen) Mädchen im barbarisch grausamen iranischen Gottesstaat.

Das Mädchen, da hätte Herr Rohe ja ganz recht, darf in erster Ehe und als islamstaatlich geprüfte Jungfrau (Schwiegermutter begutachtet das Bettlaken) von ihrem Vater auch ohne ihre Zustimmung verheiratet werden, der Vater oder Großvater väterlicherseits macht dann eben von seinem von Allahgott verbürgten und einer Weihehandlung gleichkommenden Recht Gebrauch, die Jungfrau zwangsweise zu verheiraten.

Ein geistiges oder auch nur emotionales höheres Alter als das einer Neunjährigen gesteht die Gottheit Allah samt seiner einer Priesterkaste gleichkommenden Elite der Muftis und Scheichs der lebenslang als sehr unmündig geltenden muslimischen Frau nicht zu. Da hätte, wie gesagt, Islamfreund Rohe ganz recht … wenn er uns die vorzivilisatorischen, menschenrechtswidrigen und grundrechtswidrigen Folgen des Daseins als mukallaf nicht vorenthalten würde.

80. Im Mittelpunkt des Familienrechts stehen Eingehung und Auflösung der Ehe. Die Ehe ist ein rein weltlicher Vertrag

Seit einem runden Jahrtausend sind alle Bereiche des Lebens Teil der (totalen) šarīʿa, eben auch die muʿāmalāt (oft vereinfacht: mu’amalat) genannten zwischenmenschlichen Beziehungen (fiqh al-muʿāmalāt). In einer Gesellschaft des an der Scharia orientierten Familialismus und der gehorsamspflichtigen Ehefrau von „rein weltlich“ (Rohe) zu sprechen ist auch außerhalb der beiden allahgöttlichen Diktaturen Iran und Saudi-Arabien geschmacklos.

Die Frau hat nach Koran und Hadithen dem Mann jederzeit sexuell gehorsam zu sein, der Islam heiligt damit die eheliche Vergewaltigung, beginnend mit der Hochzeitsnacht. Jeder Ungehorsam der Ehefrau gefährdet für die muslimische Familie (und eben nicht nur für die Frau selbst) den Platz im Paradies, weshalb der konkrete geometrische Raum des Schlafzimmers die Urzelle des Islamstaats (Kalifats) ist. Schariapolitik startet auf dem ehelichen Kopfkissen, auf dem bis zu vier Ehefrauen Platz haben, Konkubinen nicht mitgezählt. Das unzerstörte Jungfernhäutchen dürfen wir doch wohl als veritablen islamrechtlichen Kult bezeichnen.

Rohe will uns weismachen, dass die islamische Ehe völlig unislamisch jedenfalls unreligiös sei, dazu muss er uns natürlich das Prinzip der Verstoßung, aţ-ţalāq (oft vereinfacht: talaq), unterschlagen. Wobei wir auch noch verlangen dürfen, dass ein juristisch gebildeter Sprössling der freiheitlichen Demokratie den schariatischen (islamrechtlichen) Tugendterror als misogyn, antidemokratisch und barbarisch erklärt.

Die sexualpolitische islamische Doktrin der gerade auch von der Muslimbruderschaft vertretenen männlichen Vorrangstellung in der Ehe nach dem Konzept der qawama (wörtlich Pfeiler) meint die koranische, islamische Entrechtung der dem Mann zum Dienst verpflichteten Ehefrau und kommt der Sache schon näher, um die es zwar „irdisch“, aber sehr islam-religiös geht, das von Prof. Dr. Gudrun Krämer (dort unter: Muslimbrüder; qawama) beschönigte Schlafzimmerkalifat (39).

84. Die Zwangsverheiratung von Mädchen … (zawāǧ al-ǧabr bzw. wilāyat al-iǧbār) durch ihren Vormund war nach klassischem Eherecht unter bestimmten Bedingungen zulässig.

Etwas auffällig angestrengt schiebt Rohe den nötigenden Heiratsvormund in die Vergangenheit. Wir sollten doch besser vom heutigen walī muǧbir sprechen, von der beschämenswerten, vorzivilisatorischen islamrechtlichen Institution des nötigenden Heiratsvormundes.

Mit der Vergangenheitsform „war“ betreibt Rohe dreisten kitman, Lüge durch Auslassung, denn das ewige Islamische Recht will den ewigen walī muǧbir, türkisch mücbir veli (40), selbstverständlich auch in Deutschland.

85. Zudem wird allgemein, gestützt auf Prophetenüberlieferungen, das Schweigen einer Jungfrau auf einen Heiratsantrag hin als Zustimmung qualifiziert.

Macho-Gegrinse im Hörsaal? Herr Rohe, wir finden das nicht komisch.

Anerkennenswert, wenn auch etwas entlarvend, dass Rohe nun die Gegenwartsform verwendet.

88. Häufig findet sich die Aussage, dass der Ehemann grundsätzlich immer Recht auf Geschlechtsverkehr habe …

Islamisch ist der Ehemann zum Sex „around the clock“ berechtigt. Und Rohe hat überhaupt nichts dagegen.

Fatwā. Der unter Sunniten weltweit hoch anerkannte Scheich Yūsuf al-Qaraḍāwī beruft sich auf at-Tirmiḏī (825-892, Schüler des bedeutenden Hadithsammlers al-Buḫārī) dieser auf Muḥammad und der wieder auf Allahgott. Liebe Nichtmuslime und Muslime, mehr islām geht nicht (41):

„Wenn ein Mann mit seiner Ehefrau verkehren möchte, muss sie ihm gehorchen, selbst wenn sie beim Backen ist [selbst wenn das Gebäck im Ofen verbrennt]…. Falls ein Mann seine Ehefrau in sein Bett ruft und sie ihm nicht gehorcht und ihn (dadurch) ärgert, wird sie bis zum Sonnenaufgang (die ganze Nacht) von den Engeln verflucht werden.“

88. Zugespitzt lassen sich die Pflichten als „Übernahme von Verantwortung“ für den Ehemann und „Gehorsam“ (ṭāʿa) für die Frau benennen.

Die Ehefrau ist gehorsamspflichtig, bei Zuwiderhandlung darf sie im islamischen Diesseits (ad-dunya, „illusorische materielle Welt“) ermahnt, verschmäht und geschlagen werden (Koran 4:34) beziehungsweise brennt im islamischen Jenseits (al-āḫira, englisch geschrieben akhirah, islamisch für: die letzte Realität) auf immer und ewig in den Flammen der Hölle.

89. Bei Verstößen verliert die Frau als Rebellin (nāšiza) ihren Unterhaltsanspruch.

Englische Schreibweise nashiza: The disobidient and rebellious wife. Nachzulesen in: Jamal J. Nasir (1986, 1990): The Islamic Law of Personal Status (42).

90. Viele Gelehrte rücken die Ehe sogar in die Nähe gottesdienstlicher Handlungen (ʿibādāt).

Allerdings, die islamische Ehe, damit: die Gehorsamspflicht der muslimischen Ehefrau gehört zum ausgeübten Respekt der grimmigen Gottheit gegenüber.

102. Neben der ungleichen Behandlung der Geschlechter gibt es weitreichende Beschränkungen des interreligiösen Erbrechts.

Neben der geheiligten Entrechtung der Frau gibt es im Islamischen Recht die einem Sakrament gleichkommende Diskriminierung der Nichtmuslime.

195. Gegen eine gedankenlose Übernahme jeglicher Überlieferung wendet sich auch Yūsuf al-Qaraḍāwī. Er stellt sich hierbei gegen die Tendenz, aus jeglichem Handeln des Propheten und seiner Nachfolger einen dauerhaft gültigen Präzedenzfall zu konstruieren. Vielmehr seien Ort, Zeit und Umstände des Handelns zu berücksichtigen.

Sehr richtig Herr Rohe, Scheich Yūsuf al-Qaraḍāwī, der den Holocaust für das gerechte Strafgericht Allahgottes hält und Juden für die Feinde Allahs, schreibt der Muslima das Tragen des Ganzkörperschleiers, des ḥiǧāb vor. Doch ist der unter Sunniten leider hoch anerkannte Geistliche flexibel, denn es ist der muslimischen Frau, örtlich-zeitlich angepasst, gestattet, das Kopftuch abzunehmen und die Haare zu entblößen, nämlich beim Ausführen einer Märtyreroperation.

Gelegentlich gebärdet sich der radikale, die vollumfänglich eingeführte Scharia und das politische Kalifat erstrebende Prediger al-Qaraḍāwī als Friedensstifter, der die muslimischen Extremisten und Dschihadisten bändigen wolle. Scheich Yūsuf al-Qaraḍāwī betreibt einen womöglich wenig ausgereiften Club namens „Internationale Vereinigung Muslimischer Rechtsgelehrter“ (The International Association of Muslim Scholars, IAMS), der angeblich nichts sehnlicher wünscht als das friedliche Zusammenleben aller religiös definierten Menschenklassen. Zugleich billigt der Vorsitzende des Europäischen Fatwa-Rates, des ECFR, dabei im Rahmen der palästinensischen Selbstmordattentate auftretende Tötungen von Zivilisten (43).

Der 1926 in Ägypten geborene, im arabischen Emirat Qaṭar lebende Scheich betreibt die weltweit viel gelesenen Homepages www.qaradawi.net (arabisch) und www.islamonline.net (auch englisch), wurde durch seine zahlreichen religiösen Fernsehsendungen weltweit bekannt, erlaubt bekanntermaßen allen muslimischen Männern, ihre widerspenstigen Ehefrauen zu schlagen (das Islamische Recht) und will Homosexuelle, die er für fehlgeleitet und pervers hält, islamrechtlich mit hundert Peitschenhieben bedenken. Yūsuf al-Qaraḍāwī tritt für das koranisch verbürgte männliche Recht auf Vielweiberei ein und betrachtet die weibliche Genitalverstümmelung als islamische sprich islamrechtliche Möglichkeit (das Islamische Recht) und unser Rechtsprofessor Rohe würdigt, dass der Scheich „Zeit, Ort und Umstände des Handelns“ sorgfältig bedenkt.

Herr Rohe, geht`s noch?

Ebenso wie das niemandem, noch nicht einmal einem männlichen Muslim Rechtssicherheit bietende Islamische Recht (fiqh) ist auch Rohes gleichnamiges Buch eine Gefahr für die freiheitliche Demokratie. Das Islamische Recht ist ein trojanisches Pferd, das gerade auch von Mathias Rohe vor die Mauern der global gesehen leider immer noch sehr begrenzten Räume der Säkularität und der allgemeinen Menschenrechte gezogen wird. In weiten Teilen der Thematik von Scharia und fiqh unterschreitet Rohes Buch gründliches Lexikonwissen wie es etwa Wikipedia bereit hält, wir haben ihm vorzuwerfen, fiqh und Scharia in Europas und Deutschlands Parlamenten, Ministerien und Rathäusern salonfähig machen zu wollen.

Integration wird mit dem Tolerieren eines differenziert diskriminierenden „göttlichen“ Rechts verhindert. Worte, die auf ein bürgerrechtliches Engagement, gerade auch für säkulare Muslime oder Ex-Muslime schließen lassen, haben wir von Mathias Rohe nicht zu erwarten. Zu einem inneren Beteiligtsein mit dem Los der Hunderttausenden von islamrechtlich Ermordeten, Gesteinigten, Zwangsverheirateten und Eingeschüchterten ist Rohe seit sehr vielen Jahren schlicht unfähig, weshalb uns nur übrig bleibt, vor dem Schariaverharmloser und (damit) Funktionär der Islamisierung Europas zu warnen.

Islam ist die Einheit von Allahgottes himmlischer Doktrin (Scharia) und der den Menschen auferlegten Pflicht, das geheiligte Recht (fiqh) sprechen zu lassen und die den Weg ins Paradies vermeintlich weisenden fiqh-Urteile selbstverständlich auch einzuhalten. Was dem Allah die Scharia ist, ist dem Muslim der fiqh.

Dem US-amerikanischen Rechtswissenschaftler Abdullahi Ahmed an-Na’im und dem Islambeschwichtiger Mathias Rohe aus Erlangen geht es darum, eben diesen Zusammenhang, diese wenn nicht Identität so doch Kohärenz von barbarischer Sakraldoktrin (44) und barbarischer Sakraljurisprudenz (45) der amerikanischen und europäischen Öffentlichkeit gegenüber zu verschleiern.

Jacques Auvergne

(1) „In Deutschland wenden wir jeden Tag die Scharia an“ – im Interview mit der Frankfurter Rundschau: Deutschlands unheimlicher Schariafreund Mathias Rohe

http://www.bpb.de/themen/FE53LX,0,In_Deutschland_wenden_wir_jeden_Tag_die_Scharia_an.html

(2) Dr. Ulfkotte in Waiblingen

http://www.cdu-rems-murr.de/index.php?ber=&topic=news&nr=654&sid=&uid=

(3) Udo Ulfkotte: »Heiliger Krieg in Europa. Wie die radikale Muslimbruderschaft unsere Gesellschaft bedroht«, Eichborn, Frankfurt am Main 2007

http://www.eichborn.de/eb/eichborn/buecher/kategorie/sachbuch-1/titel/heiliger_krieg_in_europa/

(4) Murat Aslanoglu, Rede beim Iftar-Empfang der baden-württembergischen Landesregierung am 22.09.2008 in der Villa Reitzenstein in Stuttgart, Amtssitz von Ministerpräsident Günther Oettinger

http://islam.de/11475_print.php

(5) Murat Aslanoglu erzählt uns den verkitschten Islam, den Bambi-Islam

http://www.weltreligionstag.de/Aslanoglu%20Bedeutung%20des%20Gebets%20Weltreligionstag%202007.pdf

(6) FIOE. Die Föderation Islamischer Organisationen in Europa, eigentlich Federation of Islamic Organisations in Europe (FIOE), ist die Dachorganisation europäischer schariatischer Organisationen und kann der internationalen radikalislamischen Bewegung der Muslimbruderschaft zugezählt werden

http://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%B6deration_Islamischer_Organisationen_in_Europa

(7) The Shadhili Tariqa

http://shadhilitariqa.com/site/

(8) Shadhili Teachings

http://www.shadhiliteachings.com/

(9) Fassiyathush Shazuliya

http://www.shazuli.com/

(10) Nu Hah Mim Keller

http://www.islamfortoday.com/keller01.htm

(11) Institut für Diaspora- und Genozidforschung an der Ruhr-Universität Bochum. Ausschreibung des Förderschwerpunkts bei der Gerda Henkel Stiftung: „Islam, moderner Nationalstaat und transnationale Bewegungen“, konzipiert in Kooperation mit der Gerda Henkel Stiftung, Düsseldorf

http://www.ruhr-uni-bochum.de/idg/

(12) Orakelpriester Rohe zu der ihrem Anspruch nach ewigen, kulturrassistischen Scharia: „Wenn man wirklich erfassen will, was die Scharia ist, muss man die historische Dimension des islamischen Rechts berücksichtigen. … Muslime, die nach der Scharia rufen, sollten sich klarmachen, dass die Wahlfreiheit in Deutschland ein hohes Gut ist.“

http://de.qantara.de/webcom/show_article.php?wc_c=469&wc_id=1029

(13) Rohe nicht contra Scharia und pro Lehrerinnenkopftuch

http://www.tagesspiegel.de/politik/deutschland/Mathias-Rohe-Islam-Kopftuch;art122,2856026

(14) Johannes Calvin: Töten für Jesus! Zum Mord an Michel Servet

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2009/05/23/121/

(15) Dr. Abid Hussain: Islamic Laws of Inheritance

http://www.islam101.com/sociology/inheritance.htm

(16) Professor Rohe lehrt den barbarischen Rechtsislam

http://www.zr2.jura.uni-erlangen.de/lehre/material/seminare/semWS07.pdf

(17) wali mudschbir, walī muǧbir, wali mujbir: Familienministerium Malaysia

»1. Is consent from the bride required before a marriage can be carried out?

Yes, consent from the bride is required for any marriage. For a woman who has never been married before (virgin), the consent comes from her Wali Mujbir (guardian)

2. Can a virgin girl be forced to enter into a marriage without her consent by the Wali Mujbir?

A virgin girl can be entered into a marriage without her consent by the Wali Mujbir on the condition that the marriage is sekufu and the marriage will not bring dharar syarie to the bride.

6. Who is a Wali Mujbir?

Wali Mujbir is the natural father (father by birth) or grandfather on the father’s side.«

http://www.kpwkm.gov.my/new_index.php?page=faq_content&code=4&faqtitleID=5&lang=eng

(18) EMMA zu Mathias Rohe. Cornelia Filter, EMMA September/Oktober 2002

http://www.emma.de/was_wird_hier_verschleiert_5_020.html

(19) Europas doppelter Boss. Papst und Großmufti

http://blogs.reuters.com/faithworld/files/2008/11/ceric-and-pope1.jpg

(20) Scheich, engl. Sheykh. Hier mindestens dreißig Exemplare. Europas Fiqh-Rat, Europäischer Fatwa-Rat:

http://en.wikipedia.org/wiki/European_Council_for_Fatwa_and_Research#Members_of_the_ECFR

(21) Abdullahi Ahmed An-Na’im

http://en.wikipedia.org/wiki/Abdullahi_Ahmed_An-Na%27im

Abdullahi Ahmed An-Na’im, Homepage

http://www.law.emory.edu/aannaim/

(22) Emory University School of Law

http://en.wikipedia.org/wiki/Center_for_the_Study_of_Law_and_Religion

(23) Thomas Schmidinger: Die zweite Botschaft des Islam. Eine Menschenrechts- und Sozialismuskonzeption aus dem Sudan

http://www.trend.infopartisan.net/trd0301/t380301.html

(24) Islamisator an-Na’im (al-Na’im, el-Na’im) über die USA, den Koran und Präsidenten Jefferson: „Thomas Jefferson, Islam and the State“

http://www.huffingtonpost.com/abdullahi-ahmed-annaim/thomas-jefferson-islam-an_b_92533.html

(25) Ford-Stiftung finanziert Forschungsprojekt zum Islamischen Familienrecht

http://www.law.emory.edu/ifl/

(26) Eine modernisierte Scharia versöhnt säkulare Demokratie und Islam, träumt oder flunkert Jurist an-Na’im

http://de.qantara.de/webcom/show_article.php/_c-469/_nr-544/i.html

(27) Ömer Özsoy

http://www.evtheol.uni-frankfurt.de/download/oezsoy_lebenslauf.pdf

(28) Die Schariafreunde von Qantara (d. h. Goethe-Institut, Bundeszentrale für politische Bildung usw.) über Ömer Özsoy

http://de.qantara.de/webcom/show_article.php/_c-469/_nr-743/i.html

(29) Fiqh. Fields of jurisprudence

http://en.wikipedia.org/wiki/Fiqh#Fields_of_jurisprudence

(30) Imam Shatibi’s Theory of the Higher Objectives and Intents of Islamic Law (Imam ash-Shatibi)

http://www.onlineislamicstore.com/b8832.html

(31) Die Entwicklungsfähigkeit des fiqh. Abu Ameenah Bilal Philips

http://www.onlineislamicstore.com/b8934.html

(32) k-l-f, at-taklīf, wörtlich „Belastung, Auferlegen der Bürde“, bezeichnet auch die sexualmagische Kultfeier um das islamrechtlich verstaatlichte Mädchengenital. Schiitischer Islam, einsetzende Schambehaarung und „Religiöse Reife“.

http://www.eslam.de/begriffe/r/religioese_reife.htm

(33) Das Mädchen ist (mit der Bürde der Scharia) „belastbar“, heiratsfähige Frau, (k-l-f, zu taklīf) mukallaf

http://www.eslam.de/begriffe/r/religioes_erwachsen.htm

(34) Rohe will Kopftuch, Tschador und Burka allüberall dulden, solange sie nur als „religiöses Gebot“ bezeichnet werden

http://www.bpb.de/themen/FE53LX,0,In_Deutschland_wenden_wir_jeden_Tag_die_Scharia_an.html

(35) Ein etwas korrupter Kalifatsfreund klagt auf Staatsvertrag: Abdurrahim Vural, ehemals IFB (sehr nah der islamistischen IGMG verwandt), später für eine zwielichtige so genannte Islamische Religionsgemeinschaft tätig

http://www.welt.de/print-welt/article199909/Berlins_Muslime_wollen_Verhandlungen_ueber_Staatsvertrag_vor_Gericht_erzwingen.html

(36) Ali Shariati, ummatan wasatan

http://www.iranchamber.com/personalities/ashariati/works/jihad_shahadat.php

(37) Gudrun Krämer: Hizb al-Wasat

http://www.verfassung-und-recht.de/vrue/hefte/Aufsatz_VRUE_05_03.pdf

(38) Islamische Weltliga (Muslim World League)

http://demo.ebiz-today.de/personen/personen,217,Weltweit_vernetzter_politischer_Islam,news.htm

(39) Prof. Dr. Gudrun Krämer: qawama

http://www.verfassung-und-recht.de/vrue/hefte/Aufsatz_VRUE_05_03.pdf

(40) mücbir veli (kızın babası), zur Zwangsverheiratung berechtigter Vormund (der Vater des Mädchens)

http://www.haznevi.net/icerikoku.aspx?KID=303&BID=6

(41) Der Gott Allāh sagt es dem Engel Ǧibrīl, dieser dem Araber Muḥammad, von dem erfährt durch gesicherte Überlieferung at-Tirmiḏī (825-892, Schüler des bedeutenden Hadithsammlers al-Buḫārī), was wiederum die geachtete islamische Autorität Yūsuf al-Qaraḍāwī zur islamischen (religionspolitischen), das prekäre Seelenheil bei folgsamer Einhaltung sichernden Feststellung bewegt. Fatwā: Der Ehemann hat das Recht auf Sex, jederzeit und überall, die muslimische Ehefrau muss dem brünstigen Rechtgläubigen zu Willen sein

http://www.islaminstitut.de/Anzeigen-von-Fatawa.43+M59902e1143b.0.html

(42) Die widerspenstige, rebellische Ehefrau, Gegnerin an der islamischen Ordnung. Die našiza, siehe unter: nashiza

http://books.google.de/books?id=N4WmwikqudIC&printsec=frontcover&source=gbs_v2_summary_r&cad=0#v=onepage&q=&f=false

(43) Der ECFR-Vorsitzende Scheich Yūsuf al-Qaraḍāwī billigt palästinensische Selbstmordattentate, die auch Zivilisten töten dürfen

http://de.qantara.de/webcom/show_article.php/_c-468/_nr-323/i.html

(44) Die ihrem Anspruch nach ewige, kohärente und den Muslim zu ihrem Einhalten verpflichtende šarīʿa ist Grundlage der verlässlich frauenentrechtenden und demokratiegefährdend kulturrassistischen Kairoer Erklärung der Menschenrechte von 1990

http://de.wikipedia.org/wiki/Kairoer_Erkl%C3%A4rung_der_Menschenrechte_im_Islam

(45) FIOE: fiqh

http://www.euro-muslim.com/En_u_Foundation_Details.aspx?News_ID=343


Follow

Get every new post delivered to your Inbox.