Archiv für Juni 2009

128. Nedā no longer lives on Meshkini-Street

25. Juni 2009

ندا صالحی آقا سلطان

Neda

Nedā Sālehi Āġā-Soltān; 1982 – June 20, 2009

Diese der ermordeten Neda gewidmeten Zeilen fand Ü. K. auf dem Blog »Tazahorate Ma«, der über die Proteste im Iran berichtet

To my Iranian sisters

They tried to put you down by veiling your hair,

but they can never veil your mind.

They tried to weaken you by beating your body,

but they can never weaken your will.

They tried to make you silent by taking your rights,

but they underestimated your silent screams.

And now you fight back,

with all the bravery that is inside you

and with all the patience that helped you to survive.

We will never forget

what you have done for your people,

what you have done for us,

and the next generation will think of you

in love and the deepest respect.

They tried to put you down,

but instead they gave you wings.

And they will regret.

Quelle: http://tazahorate-ma.blogspot.com

http://tazahorate-ma.blogspot.com/2009_06_01_archive.html

127. Marg bar Dictator!

25. Juni 2009

ولايت فقيه

velāyat-e faqīh,

der Führerstaat der islamischen Juristen

Velāyat-e faqīh, sakrale Diktatur

Jacques Auvergne, 24. Juni 2009

Die Weltöffentlichkeit erkennt erschüttert, wie seit sieben Tagen das private und öffentliche Leben in allen Städten der seit 1979 brutal herrschenden reaktionären Theokratie des Iran von Angst und Verhaftungen, von prügelnden Sicherheitskräften und vor allem von den von Zehntausenden und sogar Hunderttausenden von Menschen getragenen Demonstrationen bestimmt wird. Das iranische Volk bekundet seinen berechtigten Protest gegen eine gefälschte, ohnehin scheindemokratische „Wahl“ eines alten oder neuen Präsidenten und protestiert mittlerweile auch gegen die Verhaftungen und gegen die Morde durch die uniformierten oder zivilen Schergen des Gottesstaates, Morde, denen in der letzten Woche fünfzig Menschen zum Opfer gefallen sind.

Stimmen nach Abschaffung der vordemokratischen Verschmelzung von Justiz und Religion werden laut, jener barbarischen, velāyat-e faqīh genannten Konzeption, die der angeblich unfehlbare Theofaschist Rūhollāh Chomeinī stiftete und nach der heute Ayatollah Seyyed Alī Chāmene’ī beispielsweise über die Verfolgung von Gotteslästerung gebietet sprich die staatliche Pressezensur vergöttlicht oder durch ein von ihm 1990 gegründetes Inquisitionstribunal namens „Sondergerichts für die Geistlichkeit“ jeden nonkonformistischen Prediger zum Schweigen bringen darf.

Nach drei Jahrzehnten einer ‘geheiligten’ Frauenentrechtung und permanenten Überwachung und Einschüchterung, nach 30 Jahren Gottesstaat (schiitische Allahkratie) ohne Rechtssicherheit, Meinungsfreiheit oder Pressefreiheit wird nun endlich international wahrgenommen, dass die Regierung vom Volk nicht länger getragen wird. Eine Regierung oder besser ein Repressionsapparat in der Nachfolge des Ayatollah Chomeini und damit in der antiaufklärerischen Tradition der Islamischen Revolution und des der kulturrassistischen Scharia verpflichteten Wächterrates.

Die Wahl vom Juni 2009 war eine Farce, denn es hat aufgrund der allgegenwärtigen Überwachung niemals darum gehen können, die sich auch in Blasphemiegesetzen und Steinigungen darstellende geheiligte Diskriminierung, wie sie jeder Scharia nun einmal innewohnt, in Frage zu stellen. Das Recht auf Leben, und nur das Leben sollten wie als heilig anerkennen, ist in einer islamischen Theokratie, sei sie nun sunnitisch oder schiitisch, gemäß der Scharia für Gotteslästerer oder viele Straftäter nicht gegeben. Die jeder kulturellen Moderne zugrunde liegende Trennung von Staat und Religion ist nach der islamischen Pflichtenlehre konzeptionell verhindert, es gilt, wie mittlerweile übrigens auch in Afghanistan und im Irak, nicht der Vorbehalt der universellen Menschenrechte, sondern der Schariavorbehalt.

Eine in der manichäischen (und leider auch zutiefst islamischen) seelischen Zerrissenheit vom imaginierten Kampf des Lichtes gegen die Finsternis sowie vom endzeitlichen göttlichen Kriegsführer des so genannten Mahdi redende iranische Regierung greift nach der Atombombe. Doch auch ohne den Besitz von Nuklearwaffen ist die Menschenrechtssituation im Iran für die politische Lage eben auch Europas und Deutschlands von großer Bedeutung, denn der politische Islam als eine aggressive, weltweit vernetzte Bewegung preist den Teheraner Gottesstaat und die Islamische Revolution von 1979 als Referenzmodell der gesellschaftlichen ‘Umgestaltung’. Der weltweite Islamismus ist bestrebt, die Islamische Republik Iran als eine bei der iranischen Bevölkerung angeblich hoch anerkannte Staatsform darzustellen, um der vormodernen und gegenmodernen Lebensweise nach Sunna-Fundamentalismus und Scharia-Doktrin im Libanon, in der Türkei und nicht zuletzt auch in der Europäischen Union zu gesteigerter Geltung zu verschaffen.

Das Wort des Verteidigungsministers Peter Struck aus dem Jahre 2002 mag uns einfallen, die Sicherheit Deutschlands werde auch am Hindukusch verteidigt. Wovon allerdings womöglich weder die schiitischen Frauen Afghanistans, denen Präsident Hamid Karzai die juristische Sexpflicht auferlegen wollte, etwas gemerkt haben, noch die unter der Fahne ‘Schwarz-Rot-Gold’ im Nordosten Afghanistans arbeitenden Bundeswehrsoldaten, die und deren Vorgesetzte wahrscheinlich gar nicht wissen, was politischer Islam oder was Scharia ist. Nicht einmal Wolfgang Schäuble bringt es über die Lippen, sich von der Scharia zu distanzieren, genau das aber haben wir von einem deutschen Innenminister jederzeit erfolgreich zu verlangen.

Seit mehr als einer Woche ist die iranische Bevölkerung den Angriffen der brutal vorgehenden Antiaufruhrpolizei ausgesetzt, täglich fallen irgendwo Schüsse und die von Passanten mit ihren Digitalkameras oder Mobiltelefonen aufgenommenen Fotos von prügelnden Polizisten oder Milizionären, von verletzten oder getöteten Frauen und Männern gelangen außer Landes, während die offiziellen ausländischen Journalisten in ihren Hotels auf Regierungsbefehl hin eingesperrt bleiben und an jeder Berichterstattung gehindert werden.

Kleinere Gruppen aus der Bevölkerung sind genötigt worden, an einer volkspädagogischen Jubelveranstaltung für den öffentlich redenden Mahmūd Ahmadīnedschād teilzunehmen und wurden mit Bussen etwa zum Vali-Asr-Square gekarrt. Der Valiasr-Platz und die zwanzig Kilometer lange Valiasr-Straße, die den ärmeren Süden Teherans mit dem wohlhabenderen Norden der Stadt verbindet, sind erst nach der Islamischen Revolution von 1979 so benannt worden und verweisen auf den für fromme Schiiten bedeutenden verborgenen ‘Zwölften Imam’, den die iranische Verfassung von 1979 immerhin als Staatsoberhaupt benannte, dann aber doch vorzog, die Regierungsgeschäfte stellvertretend schon einmal anzupacken.

In diesen Tagen verweigern Hunderttausende von Menschen ihre Teilnahme an einem jeden organisierten Hofschranzentum und wissen, dass sie nicht für den Holocaust-Leugner und Israelhasser Ahmadinedschad, sondern für einen der beiden Gegenkandidaten, für den vor allem in Europa schon mal als Reformer gehandelten, im Iran recht beliebten Mir Hossein Mussawi oder für den reformfreudig daherkommenden Kleriker Mehdi Karrubi gestimmt zu haben.

Mussawi war Premierminister der Islamischen Republik Iran von 1981-1989, zu seiner Amtszeit erfolgten viele Verhaftungen, Misshandlungen und Hinrichtungen, gleichwohl verbinden 2009 mit dessen möglicher Wahl zum Präsidenten viele Menschen Hoffnung und bekunden das seit Wochen durch grüne Schleifen und grüne Armbinden. Eine grüne Welle des friedlichen Protests schwappt durch die Stadt Teheran.

Karrubi war lange Jahre prominenter Vertreter im Verband der kämpfenden Geistlichkeit (Majma’-e Rowhāniyūn-e Mobārez), lehnt als Kleriker die wesensgemäß politische Scharia ebenso erklärlicherweise wie bedauerlicherweise nicht hörbar ab und wird mit einer vom Volk eventuell einmal gewünschten Trennung von Staat und Religion persönliche Schwierigkeiten haben.

Ohne Trennung von Staatsapparat und organisiertem Islam nämlich, und das gilt für jedes islamisch geprägte Land, wird es keine Gewaltenteilung geben können und damit keine freiheitliche Lebensweise also auch kein Klima, in dem Pressefreiheit, Religionsfreiheit oder Gleichberechtigung von Mann und Frau wachsen können.

Die Scharia (der orthodoxe Islam) entrechtet die Frau systematisch, und zwar ihrem totalitären, undemokratischen Anspruch nach weltweit und ewig, auch wenn Ihnen das Cerić, Erdoğan, Bekir Alboğa oder Schäuble so deutlich nicht sagen mögen. Islam muss säkular werden, Islam darf nie wieder Staat werden und jeder einzelne Muslim hat zu lernen, den „Ungewissheitsvorbehalt“ (Thomas Meyer: Fundamentalismus. Aufstand gegen die Moderne, 1989) der kulturellen Moderne dem ‘Schariavorbehalt’ (Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam, 1990) des wesensgemäß nach politischer Macht strebenden islamischen Fundamentalismus als übergeordnet akzeptieren.

Die eingeschränkte Auswahl der Gegenkandidaten ist bedauernswert und beweist Demokratiemangel. Ein nachhaltiger Ausstieg aus dem totalitären Gottesstaat ist auch mit einem Sieg beispielsweise Mussawis nicht zu erzielen. Doch die Demonstrationen, die sich jeden Tag im Iran auf den Straßen und Plätzen versammeln, sagen der ganzen Welt: Die Menschen im Iran wollen den Wandel! Das iranische Volk geht auf die Straße, geht im wahrsten Sinne des Wortes seine eigenen Wege und demonstriert lautstark gegen den Noch-Präsidenten und für eine Wahlwiederholung oder gar für einen umfassenden Systemwechsel und gegen den politischen Islam. Die Lager sind pluralistisch und könnten gleichsam vorausahnend ein künftiges pluralistisches System, ein freiheitliches Mehrparteiensystem und einen rechtsstaatlichen Parlamentarismus erlebbar machen. Ohne die in der Verfassung festgeschriebene Gleichberechtigung von Mann und Frau jedoch wird es für den Iran keinerlei Freiheit geben.

Manche Menschen in Deutschland mögen sich der für Wahlfreiheit demonstrierenden Mannen an den Ruf „Wir sind das Volk!“ erinnert fühlen, der den glücklichen Mauerfall von 1989 einläutete. Großayatollah Hossein Ali Montazeri befand gar, die Staatsordnung sei in Gefahr, womit der mittelalterlich Empfindende auch noch völlig recht hat, soweit er die nun endlich in die greifbare Nähe gerückte Beendigung eines für sein eigenes Volk zum Gefängnis gewordenen „heiligen Staates“ und die Hinwendung zu einem an Aufklärungshumanismus, Wissenschaftlichkeit und Gleichberechtigung orientierten Staatswesen geht. Die Männer und Frauen im Iran lassen sich nicht vorschreiben, an eine „unfehlbare, göttlich inspirierte“ Führungsschicht zu glauben und rufen: »Weg mit der Diktatur!«

Auch im heutigen Deutschland debattiert man gelegentlich, mit dem berechtigten Ziel der Erhöhung der Lebensqualität, die Frage: »In welcher Gesellschaft wollen wir leben?« Heribert Prantl beantwortete diese Frage 2006 mit der Nennung von drei Qualitätskriterien: Demokratie, Rechtsstaat, Grundrechte. Die Menschen jedoch im Iran, ob Männer oder Frauen, seien sie jung oder alt, ob ihre Eltern mit der persischen, aserbaidschanischen, kurdischen, lurischen oder armenischen Sprache aufgewachsen sind und als orthodoxer oder säkularer Muslim, Zoroastrier, Bahai, Jude, Christ oder als ein Atheist sozialisiert worden waren, sie alle wünschen ein Leben in einer ‘anderen Gesellschaft’ und sie fordern es und sie haben alles Recht der Welt, den Wandel des gesellschaftlichen Systems jetzt zu ergreifen. Genau so, wie die antifaschistischen oder Hitler-kritischen, teilweise im Untergrund, im Exil oder in der inneren Emigration lebenden Deutschen oder Angehörigen nationalsozialistisch besetzter europäischer Gebiete des Jahres 1943 oder 1944 alles Recht der Welt hatten, auf das Ende des schrecklichen Diktatur zu hoffen. Der Nationalsozialismus wurde schließlich bezwungen und auch der Theofaschismus der Mullahs wird zu Ende gehen und ein politisch, sexuell und religiös selbst bestimmtes Leben in Sicherheit und Freiheit ermöglichen.

Sei es in Tabriz, Isfahan oder Schiraz, in der eine starke arabische Minderheit aufweisenden Stadt der Erdölförderung Ahvaz, in der zweitgrößten iranischen Stadt Maschhad oder in Rascht und Babol am Kaspischen Meer, ob im kurdisch geprägten Kermanschah mit seinen 1,8 Millionen Einwohnern, in der Wüstenstadt Yazd oder im dreitausend Jahre alten Hamedan (antik Ekbatana), ebenso wie in der Hauptstadt Teheran demonstriert die Bevölkerung seit einer Woche jeden Tag in allen diesen und vielen anderen Städten. Ohne erst die autoritären Staatsorgane um Erlaubnis zu fragen und damit unter höchstem persönlichen Risiko. Die Machthaber vielmehr ließen Polizei oder paramilitärische Einheiten Teheraner Studentenwohnheime überfallen und verwüsten. Studentinnen und Studenten sind festgenommen und eingesperrt worden, ihre Freunde sind in einen Streik getreten und verweigern unter hohem Risiko die Prüfungen, viele Professoren haben sich mit den Studenten solidarisch erklärt.

Einige der inhaftierten Frauen und Männer sollen in das berüchtigte Evin-Gefängnis verbracht worden sein, dessen an Grausamkeit unübertreffliche Foltertradition in die Zeit des SAVAK-Geheimdienstes der sechziger und siebziger Jahre zurückreicht und die nach 1979 in Form von Steinigungen und anderen Hinrichtungen sowie von Folter und Vergewaltigung beibehalten worden ist, wie es etwa Marina Nemat (Ich bitte nicht um mein Leben) aus eigener Erfahrung beschreibt.

Ein Mittel der Herrschaft ist die nach 1979 gegründete „Pāsdārān“, jene einen Staat im Staate bildende „Iranische Revolutionsgarde“. Die Pasdaran-Garde stand ursprünglich einem radikalislamischen und zugleich extrem militanten Aschura-Märtyrertum nahe, Opferbereitschaft bis zum Märtyrertod gehören zur (verachtenswerten) männerbündischen Pasdaran-Ethik und -Ästhetik. Dieser Pasdaran-Garde ist eine wenige Millionen Menschen zählende halb militärische, halb polizeiliche Volksmiliz namens „Bassidsch“ (Bassidj) untergeordnet, von denen 500.000 Männer als militärisch geschulte Kämpfer ausgebildet sein sollen. Die Bassidsch sind gelegentlich bewaffnet und führen bis heute als Nichtprofis, als Freizeitmilizionäre Spitzeldienste oder auf ‘Tugendhaftigkeit und Wohlverhalten’ zielende öffentliche Kontrollen der Bekleidung durch, so genannte Moralisierungs-Wochen. Die Pasdaran unterhält zudem einen Geheimdienst, die nach Jerusalem (arab. al-Quds) benannten Ghods-Brigaden, der international denkt und möglicherweise den Mord an drei kurdischen Politikern im österreichischen Wien des Jahres 1989 zu verantworten hat, in den möglicherweise ein 32jähriges Pasdaran- und Ghods-Mitglied namens Mahmud Ahmadinedschad verwickelt war.

Deutschland Ostdeutsche über 40 werden das zerstörerische Gift des ständigen Misstrauens allen Behörden und Nachbarn gegenüber aus der DDR-Zeit noch kennen, die ältesten Deutschen gar aus dem Dritten Reich. Auch die Bevölkerung des Iran hat in drei Jahrzehnten Diktatur und bei vorausgegangenem SAVAK-Terror lernen müssen, beispielsweise jeder Berichterstattung in der Zeitung zu misstrauen. SAVAK organisierte auch die Pressezensur und Buch-Zensur, verboten war jede Kritik an der Religion oder an der Monarchie. Kaiser und Papst, Krummstab und Krone.

Es ist unschön, dass im Juni 2009 seitens der europäischen Medien die heterogen zusammengesetzten iranischen Demonstranten eines 70-Millionen-Volkes immer wieder pauschal als Mussawi-Anhänger bezeichnet werden, doch noch ärgerlicher stimmt es mich, wenn ein europäischer Nachrichtensprecher die iranischen Demonstranten in einer dreißig Sekunden dauernden Meldung schlicht in die Ecke der Rowdies und Krawallmacher schiebt.

Vielleicht müssen, solange Wolfgang Schäuble mit den Managern der reaktionären deutschen Islamverbände plaudert und damit eine jede Kritik am politischen Islam und an der frauenfeindlichen Scharia nicht opportun ist, also noch für eine ganze Weile, die Europäer diese Überlebenstechnik von den Menschen im Iran lernen: Zwischen den Zeilen zu lesen. Privat mag ein Mensch ja gerne atheistisch oder spirituell oder sogar tief religiös empfinden, das ist ein Bürgerrecht und ein Freiheitsrecht kultureller Moderne. Islam jedoch ist wesentlich anderes und wesentlich mehr als eine Religion und das Ereignis von 1979 kann den manchmal allzu koranbegeisterten Türken oder Deutschen einen Vorgeschmack auf die radikalislamische Variante des ‘Entdecke die Möglichkeiten’ bieten.

Irans derzeitigen menschenverachtenden Machthaber stützen sich in diesen Tagen auf die Zuarbeit von Zivilen, den so genannten Weißhemden, die mit Tränengas, Knüppeln, Ketten und Eisenstangen ausgerüstet sind und die als ehrenamtlich tätige Hilfspolizisten (Bassidsch) Demonstranten auseinandertreiben und zusammenschlagen dürfen, während mit Schlagstöcken bewaffnete, in schwarze Uniform gehüllte Polizeibeamten (Antiaufruhrkräfte) auf Motorrädern in die Menge hinein fahren und die Menschen zusätzlich einschüchtern.

Die weltweit gerade bei der jüngeren Generation beliebte Weise des Nachrichtenaustausches mit der SMS ist von der iranischen Regierung abgeschaltet worden. Nur subversiv und in ständiger Angst vor schwatzhaften Nachbarn oder falschen Freunden kann das Internet genutzt werden. Europas Medien von Zeitung bis Radio tun sich mit Kritik an der iranischen Staatsführung und mit dem Berichten über die von großen Teilen der Bevölkerung getragenen Massendemonstrationen schwer, was nicht lediglich an der in Teheran entworfenen, gezielten Desinformation liegen kann.

Mittlerweile soll Ahmadinedschad seine Gegner als „Abfall und Unkraut“ bezeichnet haben. Das allerdings war nicht besonders klug, denn siebzig Millionen Iranerinnen und Iraner lassen auch durch ihren Präsidenten nicht ohne Folgen als „Abfall und Unkraut“ beschimpfen.

Nach wie vor besteht das rückwärtsgewandte System der Staatswerdung der Theologie, der so genannten ‘Islamischen Republik’, ein Anachronismus und heiliger Faschismus. Ein schreckliches Fossil der Menschheitsgeschichte mit seinen „gottesfürchtigen“ barbarischen Strafprozessen, massenhaften Hinrichtungen auch an zum Zeitpunkt der Tat noch jugendlichen Menschen wie beispielsweise der am ersten Mai 2009 hingerichteten Delara Darabi.

Wie eine Kriegsflagge flattert ein Stück Stoff diesem zum Staat gewordenen Islam voran und beansprucht der totalitären, kohärenten und expansiven Scharia, beansprucht der Frauen (und Männer) juristisch und emotional diskriminierenden Scharia in Ankara, Paris, Brüssel und Berlin ebenso Geltung wie in Kabul oder Teheran: Die „parda“ oder arabisch „hidschab“ genannte Geschlechtertrennung und Verschleierung des sexistisch ideologisierten weiblichen Leibes mit einem möglichst großen Tuch. Das Instrument der Dressur namens Kopftuch ruft zur Errichtung einer Staatsform oder Gegengesellschaft auf, in der die Apartheid der Frau mit Religion begründet wird. Das Kopftuch ist ein Politikum.

So könnten Iraner sprechen: »Nicht „Dschomhūrī-ye Eslāmī“ (Islamische Republik) oder „Rahbar-e enqelāb“ (Oberster Rechtsgelehrter), weder der reaktionäre Wächterrat noch der folternde Geheimdienst ist der Iran, den wir wollen und zu dulden bereit sind. Nicht Religionspolizei oder die im Sommer 2009 auf Demonstranten einprügelnden Weißhemden sind Iran, nicht Pasdaran oder Bassidsch.«

So könnten Iraner sprechen: »Weder Herr Diktator Ahmadīnedschād noch Herr Gottkönig Chāmene’ī ist der Iran. Nein, wir, die regierungskritischen iranischstämmigen Menschen im Iran selbst oder im Exil, wir sind der Iran, mag die Diktatur uns auch als „Abfall und Unkraut“ bezeichnen und uns die gleichgeschaltete politische Geistlichkeit als „Feinde des Glaubens“ benennen und uns damit nahezu als Apostaten diffamieren. Dann wären wir ja einige Millionen Glaubensfeinde oder gar Apostaten und der verstaatlichte Teufel (iblīs, offenbar ein Teheraner Regierungsangesellter) hätte im Juni 2009 viel Arbeit.«

Gespräche mit Exil-Iranern geben mir Zuversicht, dass ein ganzes Volk zu erkennen beginnt, dass die vom politischen Islam und von der 1979 errichteten göttlichen Diktatur verhinderte Trennung von Religion und Staat gründlich verstanden und nachhaltig durchgesetzt werden muss. Die Menschen im Iran spüren immer genauer, dass sie die in der Nationalhymne erwähnten Werte Unabhängigkeit und Freiheit (esteqlāl, āzādī) nur bekommen können, indem sie den auf Koran und Scharia beruhenden heiligen Faschismus der so genannten Islamischen Republik (dschomhūrī-ye eslāmī) in die barbarischen zwanziger Jahre des siebten nachchristlichen Jahrhunderts zurückweisen.

Der geheiligte Kulturrassismus des frühmittelalterlichen Stadtstaates von Medina ist die Urform jenes Totalitarismus, wie er vor drei Jahrzehnten im Staat gewordenen Wahn der iranischen dschomhūrī-ye eslāmī Gestalt annahm und der als möglicher Exporteur von weiteren Islamischen Revolutionen durchaus auch für andere Teile der Welt eine große Gefahr ist, wie die von Teheran mit 2.000 Soldaten unterstützte Hisbollah im Libanon zeigen mag. Bereits der schiitische Geistliche Fazlollah Nuri (1842-1909) hatte den schiitischen Gottesstaat gefordert, Chomeini knüpfte an Fazlollah Nuri und überhaupt am orthodoxen Scharia-Islam an.

Heute sind es auch marokkanische und türkische Islamisten in Deutschland, mithin Sunniten, die öffentlich Chomeini verteidigen oder die wahrheitswidrig behaupten, dass das iranische Volk seine Regierung lieben würde und die auf diese und andere Weise bekennen, dass sie die schiitische Allah-Diktatur mit ihren regelmäßig laut werdenden Hassparolen gegen Israel und gegen den angeblich verderbten Westen für sich als ein Vorbild erwählt haben.

Wie jede Wissenschaft auf Vorläufigkeit beruhen muss und nicht auf „endgültig offenbarter Weisheit“, so hat auch der säkulare Staat nicht die Glaubensgewissheit, sondern den Zweifel, das individuelle Zweifeln jedes Staatsbürgers zu verteidigen. Ein frei gewählter, freiheitlich demokratisch denkender Präsident ist eben kein Vertreter des „Wahren“, wie es der vormoderne Diktator Hitler („Die Vorsehung“) oder wie es Gottkönig Echnaton über sich verkünden ließ oder wie es jeder Politiker in Bereich eines installierten Schariavorbehalts zu sein hat.

Morgen, am 25. Juni 2009 tritt die Deutsche Islam-Konferenz (DIK) zum letzten Mal zusammen. Wir haben diese gefährliche Veranstaltung drei Jahre lang sehr genau beobachtet. Die reaktionären Islamverbände wollen der frauenentrechtenden Scharia politische Macht verschaffen. Jeder Scharia-Islam will die sexualpolitische Religionsdiktatur mit Pressezensur und Einschüchterung aller Kritiker des islamischen Kultes durch „tugendhafte“ formelle und informelle Sittenwächter, erst parallelgesellschaftlich, dann rasch mit staatsvertraglich geregelter Rechtsspaltung. Der hidschāb oder pardā ist die Kriegsflagge der Parteigänger der Scharia, ist das Zeichen des Angriffs der Tugendterroristen gegen die kulturelle Moderne: Das Kopftuch!

Wird Islam zum Staat, und genau das will er seit der von den heutigen Islamisten, Wahhabiten, Salafisten oder den einstigen Kölner Kaplan-Anhängern verehrten medinensischen Epoche eines angeblichen Zeitalters der Glückseligkeit (asr as-sa’adet), dann ist der Staat heilig.

Wird Islam zum Staat, ist jede politische Kritik zugleich eine Gotteslästerung. Europas säkulare Muslime sowie Europas Exil-Iraner sind leider womöglich Experten für Europas und Deutschlands nahe Zukunft. Vielleicht werden unsere Bürgerrechte 2009 bereits gar nicht mehr von den Herren Struck und Schäuble verteidigt, sondern von couragierten Iranerinnen und Iranern auf dem Vali-Asr-Square?

Unterstützen Sie den Protest des iranischen Volkes gegen die jetzige iranische Regierung. Einerlei, ob jemand Sie zu Unrecht oder zu Recht als Muslim oder als Ex-Muslim oder Nichtmuslim benennt, wehren Sie sich gegen einen jeden zu Staat oder Politik gewordenen islamischen Kult. Bezeichnen Sie mit vielen Menschen auf der ganzen Welt die iranischen Wahlen vom Juni 2009 laut vernehmbar als das was sie sind, als Farce. Unterstützen Sie die Forderung nach Abschaffung der Todesstrafe und nach Freilassung aller politischen Gefangenen im Iran.

Auf den Müllhaufen der Weltgeschichte mit dem velāyat-e faqīh genannten heiligen Faschismus der schiitischen Islam-Juristen.

Weg, weg, weg – die Scharia muss weg.

Jacques Auvergne

126. Karakaşoğlu 1999

19. Juni 2009

الـشَّـرِيعَـة

aš-šarī’a

Frau Karakaşoğlu und die Grenzen der Toleranz

In ihrer am 9. Juni 1999 in Frankfurt gehaltenen Rede »Wer definiert die Grenzen der Toleranz? Kopftuch, Koedukation und Sexualkundeunterricht« verteidigt die Bremer Erziehungswissenschaftlerin Dr. Yasemin Karakaşoğlu-Aydın (damals Universität GH Essen) ganz offensichtlich das orthodoxe islamische Menschenbild und den islamistischen Gesellschaftsentwurf.

Jacques Auvergne 2009

Religiosität nach Koran und Hadithen wird wohl auch einmal nützliche Lebenshilfe persönlicher Spiritualität sein, doch in erster Linie ist der orthodoxe Islam leider weltweit und nach wie vor wenig mehr denn der Wohlverhaltensterror einer durch Nachbarschaft, Großfamilie und durch die umma der islamischen Weltgemeinschaft kultivierten Lebensführungsdiktatur, die mit großen Teilen der allgemeinen Menschenrechte oder der deutschen Grundrechte schlicht nichts anzufangen weiß. Wie Lernforscher sagen, muss Wissen anschlussfähig sein, doch Autonomie oder Emanzipation, Frauenrechte oder Religionskritik sind im heutigen Islam sozusagen unfunktional jedenfalls eher überflüssig. Der orthodoxe (politische) Islam braucht die Demokratie nicht und noch nicht einmal die Wissenschaft, welche er gebraucht, nicht braucht, die er verwendet, nicht benötigt. Der ländliche orthodoxe Muslim oder der städtische Islamist guckt sekundenlang mit großen Augen völlig erstaunt, wenn das säkular muslimische oder ex-muslimische Gegenüber ihm universelle Menschenrechte oder Gleichberechtigung der Frau anbietet, um dann sehr rasch äußerst aggressiv zu werden. Derlei fundamentalistische Weltbildbegrenzung und antimoderne Lernverweigerung ist dem homo sapiens mitnichten angeboren, sondern bedarf fein gesponnener Netze des Einschüchterns und Überwachens.

Islam ist ebenso Politik wie Recht. Unter Baustein 109. hat der islamkritische Blog Sägefisch einige Auszüge aus dem 1961 erschienenen Buch »Islamic Law« (Das islamische Recht) des Panislamisten (jemand, der das weltweite Kalifat anstrebt) und Muslimbruders Saïd Ramadan (Ramaḍān) analysiert, dessen islamisches juristisches Werk multikultureller Rechtsspaltung seine Söhne Tariq (Ṭāriq Ramaḍān) und Hani (Hānī; Steinigung als gottgefälliges Tun) bis heute treu fortführen.

Islam kennt etwa die diyya, das geheiligte Blutgeld, welches dem qisas, das heißt dem Wiedervergeltungsrecht zugehörig ist das im Koran in Sure 2:178 verankert ist. Der diyya Entsprechendes wurde im germanischen, die Blutrache tolerierenden Recht Weregild oder Wergeld genannt, so etwas pflegen wir aber heute nicht mehr. Anders die islamische Jurisprudenz (fiqh), die seit tausend Jahren jede juristische (religiöse) Änderung verweigert hat und derlei Recht, wir Säkularen müssten eigentlich Unrecht sagen, als eine Religion benennt. Islam ist weniger eine Religion, sondern überwiegend ein sexualpolitischer und militärpolitischer Kult.

Das islamische Recht bietet, wie sich am Beispiel der am 1. Mai 2009 im Iran hingerichteten Delara Darabi beziehungsweise der verweigerten Annahme der diyya sehen lässt, systematisch noch nicht einmal den Muslimen Rechtssicherheit und diskriminiert Frauen und diskriminiert die verschiedenwertigen Nichtmuslime oder Islamapostaten. Islam erniedrigt die schutzvertraglich erklärten Dhimmis, das sind Juden und Christen, oder die schutzlosen Polytheisten genannt Harbis (vogelfrei, können getötet werden, ferner ist auch ein sich auf islamischem Gebiet aufhaltender ḏimmī ohne einen aman genannten Schutzvertrag als ein ḥarbī zu betrachten). Islam diskriminiert die islamrechtlich beiläufig zu tötenden Islamapostaten verschiedenartig, Allāh erniedrigt eben unterschiedlich.

Scharia diskriminiert differenziert. Völlig glaubenskonform verkündete die Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) in ihrer Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Jahre 1990 folgendes zum Recht auf Leben: „Das Leben ist ein Geschenk Gottes … es ist verboten, einem anderen das Leben zu nehmen, außer wenn es die Scharia verlangt“ (Artikel 1). Die „ewige und unverhandelbare“ (Mustafa Cerić) Scharia führt auch Ihre und meine Meinungsfreiheit als Buchdrucker, Evolutionsforscher, Musiker, Maler, Karikaturist, Regisseur, Publizist oder Religionswissenschaftler in die Bahnen göttlicher wie sozialer Harmonie: „Jeder hat das Recht, den Erfolg seiner wissenschaftlichen, literarischen, künstlerischen oder technischen Arbeit zu genießen, … vorausgesetzt, dass die Werke nicht den Grundsätzen der Scharia widersprechen (3).“

Rechtssicherheit sogar für Frauen und Gotteslästerer sowie vor allem Rechtseinheitlichkeit soll in der Bundesrepublik Deutschland der so genannte »ordre public« derart sichern, dass wesentliche Grundsätze des deutschen Rechts auch durch das islamische Recht der Scharia (šarī’a, islamische Religion) nicht unterlaufen werden. Der deutsche ordre public ist jedoch sozusagen geduldig und möchte erst dann eingreifen, wenn sagen wir einmal das islamische Personenstandsrecht, Aufenthaltsbestimmungsrecht oder überhaupt das islamische Familienrecht „mit wesentlichen Grundsätzen des deutschen Rechts offensichtlich unvereinbar ist“.

Da fragt man sich doch, ab wann denn bitte die korangemäß zu verprügelnde muslimische Ehefrau, die hierzulande eigentlich verbotene Vielweiberei oder die mit mehr oder weniger viel Zwang verbundene, ebenso vorislamisch-traditionelle wie orthodox-islamische „arrangierte Ehe“ denn den Kernbestand der inländischen Rechtsordnung antastet. Bildung, Sprache, Ausstiegswilligkeit und technische Ausstiegsfähigkeit aus dem Kerker der Großfamilie gehören sicherlich dazu, um erlittene Nötigung oder Zwangsverheiratung erst einmal bei einer staatlichen Behörde (hoffentlich nicht bei einem parallelgesellschaftlichen, islamischen religiösen Gericht) anzuzeigen. Vielleicht sollten wir uns an dieser Stelle daran erinnern, dass eine gewisse arabischstämmige Gottheit den seine Tochter oder Enkelin nötigenfalls unter Anwendung von Zwang verheiratenden muslimischen Vater oder Großvater vorsieht (arab. walī muğbir, türk. mücbir veli), dass bereits seit vielen Jahren Migrationsforscher wie Ursula Boos-Nünning (1) oder Erziehungswissenschaftler wie Yasemin Karakaşoğlu (2) die arrangierte Ehe öffentlich und professionell bagatellisieren, beschönigen und, letztlich, verteidigen.

Mit dieser öffentlichen Verteidigung des oft mit einem Cousin und immer wieder für die sechzehn- oder fünfzehnjährige oder noch jüngere Tochter „die Ehe arrangierenden“ Vaters oder Großvaters sorgen Boos-Nünning und Karakaşoğlu dafür, dass die frauenentrechtende Scharia sprich: Dass der politisch gewordene (angewendete) Islam in Jugendamt, Schulministerium und Hochschullandschaft zu wirken beginnt. Diesen Beitrag zur Islamisierung leistet man dann besonders nachhaltig, wenn man das Wort Scharia oder wali mudschbir nicht ausspricht.

Ein Grund zur Besorgnis ist der mit dem Beginn des Jahres 2009 in Kraft getretene Wegfall der so genannten Voraustrauung, der nach Meinung von Familialismus-Gegnern und Scharia-Kritikern der Zwangsheirat, Kinderheirat und der Polygamie womöglich „Tür und Tor geöffnet“ hat (Seyran Ateş), vgl.: Petition gegen das Personenstandsrechtsreformgesetz (PStRG) Petitions-Aktenzeichen Pet 1-16-06-211-046040 vom 08.12.2008 etwa auf Blog Schariagegner beziehungsweise Blog Sägefisch Petition: 077.; ein Kommentar zur Sache: 078. Petition gegen das Personenstandsrechtsreformgesetz (PStRG) Petitions-Aktenzeichen Pet 1-16-06-211-046040 vom 08.12.2008

Vielleicht ist es ja reiner Zufall, dass Karakaşoğlu und Boos-Nünning bei ihrem Verteidigen des elterlichen „Rechts“, die Kinder arrangiert zu verheiraten, ganz im Einklang mit Artikel 22 („Jeder hat das Recht auf freie Meinungsäußerung, soweit er damit nicht die Grundsätze der Scharia verletzt“) oder vor allem mit Artikel 7 der islamischen Erklärung der Menschenrechte (Kairo 1990) tätig sind: „Eltern haben das Recht, für ihre Kinder die Erziehung zu wählen, die sie wollen, vorausgesetzt, dass die Erziehung mit den ethischen Werten und Grundsätzen der Scharia übereinstimmt (3)“, die Muslimbruderschaft jedenfalls kann mit einer derartigen wissenschaftliche Betreuung der bundesdeutschen, seit zwanzig Jahren katastrophal scheiternden Arbeit der eigentlich wichtigen Integration sehr zufrieden sein.

Der eigentlichen, im Sommer 1999 an der Frankfurter Universität gehaltenen Rede wurde fünf Monate später ein von Matthias Proske und Frank-Olaf Radtke angefertigtes und signiertes Vorwort vorangestellt, welches der Intention von Frau Karakaşoglu-Aydın derart (verantwortungslos) gerecht wird, dass die Urheberschaft der deutschtürkischen Bremerin zu vermuten ist.

3. [Proske/Radtke] Das Kopftuch. … Sobald es ernst wird und institutionelle Selbstverständlichkeiten in Frage gezogen werden, kehrt sich die Forderung nach Anerkennung, Wertschätzung und Bewunderung der kulturellen, linguistischen und religiösen Differenz um. Nun sind es die Minderheiten, denen Toleranz und Respekt vor den Traditionen der Mehrheit abverlangt wird. Diese merkwürdige Umkehrung der Toleranzidee …

Die xenophoben Alteingesessenen würden sich hinter ihren verkrusteten Institutionen verstecken? Dann also auf zum „Marsch durch die Institutionen“ im Stile der rebellischen Studentenbewegung der siebziger Jahre, nun allerdings als schariatisch orientierter Legalist. Frau Karakaşoglu-Aydın, unsere Grundrechte sind in der Tat nicht verhandelbar.

Indirekt wird die bundesrepublikanische Gesellschaft als minderheitenfeindlich dargestellt und die Parteinahme für die Scharia mit dem Charme des Jugendbewegten und Gegenkulturellen umgeben. „Sobald es ernst wird“ heißt ungefähr „ihr spielt mit uns“, ein Vorwurf allerdings, der in Teilen leider stimmt und den die Schariafreunde aus der Deutschen Islamkonferenz (DIK) durchaus an Gastgeber Wolfgang Schäuble richten könnten: „Ihr Scheindemokraten redet doppelzüngig von Religionsfreiheit, doch sobald wir die familienrechtliche Scharia fordern mit Allahs Zwangsheirat, mit der dreizehnjährigen Braut, mit Polygamie und mit der geheiligter Verstoßung der Ehefrau, dann enthaltet ihr uns entfremdeten und marginalisierten Einwanderern die grundgesetzlich garantierte Religionsfreiheit vor!“

3. [Proske/Radtke] Weil die Aufgabe der Schule traditionell darin gesehen wird, den Zusammenhalt der Gesellschaft zu gewährleisten fällt ihr der Umgang mit Differenz besonders schwer.

So weit Karakaşoglu-Aydın mit „Differenz“ den eingewanderten Fundamentalismus meint, ist dieses den Lehrerzimmern und Kultusministerien attestierte Unbehagen („fällt schwer“) durchaus zu begrüßen.

Scharia wird trickreich umetikettiert zur „Differenz“, was in den Alteuropäern ganz gezielt Schuldgefühle erwecken soll. Wer jetzt noch länger den Ansprüchen der islamischen Orthodoxie widerspricht, kann ja nur eurozentrisch und fremdenfeindlich motiviert sein.

3-4. [Proske/Radtke] Gesucht werden Ordnungsmodelle, die den Bereich der gesellschaftlich-politischen Gemeinsamkeit zuverlässig von der Sphäre privater Besonderheit trennen, aber auch in der Lage sind, einvernehmliche Lösungen für die neuralgischen Überschneidungszonen bereitzustellen.

Fordert die Autorin beziehungsweise fordern Proske und Radtke mit ihrem Aufruf nach Neubestimmung der Grenzen zwischen „dem Privaten“ und „dem Öffentlichen“ das parallelgesellschaftliche Außerkraftsetzen des Grundgesetzes im Bereich des patriarchalischen Familiengefängnisses nach dem Motto: „Haltet euch da raus, das ist unsere Kindererziehung und Sexualpolitik!“? Dann wäre Karakaşoglu-Aydın neben Amir Zaidan, Nilüfer Göle und Tariq Ramadan zu den exponiertesten europäischen Vorkämpfern der Schariatisierung zu rechnen. „Einvernehmliche Lösungen“ könnte auf einen Staatsvertrag hinauslaufen. Die Bremer Autorin will die Rechtsspaltung und sollte sich schleunigst auf den Boden des (für alle geltenden, sogar für Frauen!) Grundgesetzes zurück bewegen.

4. [Proske/Radtke sagen über die Autorin] Ihre Hoffnung setzt sie auf „dialogische Vermittlung“, deren Ziel neue regulative Ideen, deren Voraussetzung aber Rechtsgleichheit und gegenseitige Anerkennung wären.

Hier wird mit den Worten „Rechtsgleichheit“ und „gegenseitige Anerkennung“ vordergründig harmlos klingend nach „Chancengleichheit“ und „Gleichberechtigung für alle“ gerufen, was wir gut zu finden haben und sogar gut finden. Kenner der differenziert diskriminierenden Scharia hingegen sind alarmiert und müssen selbstverständlich ausrufen: „Keine geheiligte Frauendiskriminierung, keine Rechtsspaltung in Zonen islamischen Rechts!“ Erkennbar wird, dass Proske und Radtke vom Islam ganz offensichtlich keine Ahnung haben. Staatsvertraglich geregelte „gegenseitige Anerkennung“ mit einer intoleranten, antidemokratischen (islamischen) Rechtsordnung darf es niemals geben. Wir können auch anders: Wir anerkennen den orthodoxen (politischen) Islam – als Antimoderne, „wir anerkennen“ heißt dann aber: Wir haben zu verhindern.

So weit das von Dr. Matthias Proske und Prof. Frank-Olaf Radtke (beide Fachbereich Erziehungswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt) im November 1999 angefertigte jedenfalls unterzeichnete Vorwort zur im Rahmen des Seminars »Die Grenzen der Toleranz in der Einwanderungsgesellschaft« am 9. Juni 1999 gehaltenen Rede der Bremer Erziehungswissenschaftlerin.

Nun zur Rede der Frau Dr. Karakaşoglu-Aydın »Wer definiert die Grenzen der Toleranz. Kopftuch, Koedukation und Sexualkundeunterricht«.

5. In der gegenwärtigen pädagogischen Debatte ist es durchaus umstritten, ob eine durchgängige Koedukation tatsächlich die Gleichberechtigung der Geschlechter fördert.

Dem stimmen wir als langjährige Praktiker einer gleichheitsfeministisch und aufklärungshumanistisch orientierten, reflektierten Mädchenarbeit und einer ebensolchen Jungenarbeit bedingt zu, obwohl wir uns gerade im Bereich der Pädagogik als Gegner der Autorin vermuten müssen. Dass Dr. Karakaşoglu-Aydın an einer Gleichberechtigung der Geschlechter außerhalb der von Allahgott vorgeschriebenen Grenzen überhaupt Interesse hat, würden wir sehr begrüßen.

Mädchen und Jungen ist die wechselseitige Anwesenheit auch beim Mathematikunterricht oder Sportunterricht ebenso zuzumuten, wie sie auch einmal ein paar Stunden lang ohne das andere Geschlecht auskommen können. In der Erlebnispädagogik gilt es etwa, das dem Patriarchat entsprungene Klischee des „die Mädchen kochen, die Jungen bauen das Zelt auf“ ganz bewusst aufzubrechen und die Jungen „weibliche Tätigkeiten“ (Speisezubereitung, Putzen) machen zu lassen beziehungsweise den Mädchen traditionell als „männlich“ deklarierte Rollen (wie eine Fahradtour oder Bergwanderung ohne Jungs) einüben zu lassen. Eine „blinde Koedukation“ beseitigt Geschlechterklischees und Sexismen in der Tat keineswegs.

Redet sie denn wirklich so undeutlich zu uns, will Erziehungswissenschaftlerin Karakaşoglu-Aydın denn überhaupt das in der kulturellen Moderne erstrebenswerte gemischtgeschlechtliche Großraumbüro oder das von Frauen wie Männern jeder Religion, Ex-Religion oder Nichtreligion gleichzeitig benutzte öffentliche Schwimmbad? Die Autorin mag es uns doch einfach erklären. Oder verkauft sie uns die islamische, an der kulturrassistischen und sexualmagischen Scharia ausgerichtete Geschlechtertrennung als Beitrag zur nützlichen geschlechtssensiblen Pädagogik? Das allerdings wäre doch wohl eher ein Missbrauch der wesensgemäß mit gegengewichtsartiger Zeitweiligkeit, gesamtgesellschaftlicher Integration, gleichheitsfeministischem Aufklärungshumanismus und wissenschaftsorientierter Emanzipation zunehmend einhergehenden, von Frau Dr. Karakaşoglu-Aydın zur Untermauerung der eigenen Argumentation kalkuliert herangezogenen geschlechtsspezifischen Jungenarbeit beziehungsweise geschlechtsspezifischen Mädchenarbeit.

5-6. Von einem [bewussteren] Ansatz geht die mittlerweile als pädagogischer Ansatz grundsätzlich anerkannte parteiliche Mädchenarbeit aus, die dem Koedukationsparadigma den geschlechtsspezifischen Ansatz entgegensetzt.

Genau dieses machen wir jeden Tag, dabei die Kinder aus säkular-christlichen, aus eher atheistischen, muslimischen, jüdischen oder ex-muslimisch geprägten Familien in die Mädchengemeinschaft oder aber in die Jungengruppe integrierend. Dabei wollen wir die Koedukation und berücksichtigen das koedukative Lernen jedes jungen Menschen recht genau.

6. Wichtiger Bestandteil dieser Arbeit ist, dass Jungen nicht mit einbezogen werden und die Arbeit nur von weiblichen Fachkräften durchgeführt wird.

Das ist selbst uns als Praktikern des nonkoedukativen Ansatzes zu muffig und vor allem ohne Bekenntnis zu einer Struktur der bewussten Ergänzungen zur lebensweltlichen Koedukation (!). Für Kinder und Jugendliche sind die Nachmittage, Wochenendreisen und Sommerfreizeiten der Selbsterfahrung und des Gemeinschaftserlebnisses mit den ungefähr gleichaltrigen Wesen der eigenen Geschlechtsklasse als den „Menschen des eigenen Selbst“ ein hervorragender Trittstein, Fairness eben auch mit dem anderen Geschlecht zu erlernen, nämlich die „weiblichen“ und „männlichen“ Seelenanteile in sich selbst auszubauen und ihre kulturell und traditionell ererbten Dogmen zu hinterfragen. Die damit durchaus auch einer Meditation ähnelnden Zeiten der gleichgeschlechtlichen und dabei durchaus ganz bewusst dem Abbau von Machismo, weib-weiblicher Aggressivität à la Zickenterror sowie beziehungsweise damit dem Abbau von Homophobie dienenden ausgleichenden Gegengewichte zur wünschenswerten Norm (und schlichten Realität) des gemischtgeschlechtlichen weltbürgerlichen Alltags des Kindes oder Jugendlichen setzt die Mädchen- und Jungenarbeit bewusst ein, um gegen Geschlechterchauvismismus, Gruppenchauvinismus und Fundamentalismus zu immunisieren, nicht zuletzt dem islamischen.

„Jungen nicht mit einbezogen“ (Autorin) wird diesem genannten Anspruch womöglich in keiner Weise gerecht, denn der nationalsozialistische BdM war, derartig vordergründig betrachtet, ja auch „geschlechtsspezifischer Ansatz“. Auch die extremistische, sehr zu Recht vom Verfassungsschutz beobachtete und der Muslimbruderschaft nicht allzu fern stehende Milli Görüş um Necmettin Erbakan (*1926) und Dr. Yusuf Zeynel Abidin (1939-1986, Muslimbruder, Europarepräsentant der Muslimbruderschaft, Vater von Emel Abidin-Algan genannt Emel Zeynelabidin) betreibt auf den ersten Blick eine solche irgendwie „grundsätzlich anerkannte parteiliche“ getrenntgeschlechtliche Mädchenarbeit und Jungenarbeit. Denn auch Milli Görüş, von deren leider nach wie vor einflussreicher, sexualisierter und antimoderner Pädagogik sich Erziehungswissenschaftlerin Karakaşoglu-Aydın nicht hörbar distanziert, lässt unter Berufung auf die Wohlverhaltensdoktrin Allahs ganz gerne „die Arbeit nur von weiblichen Fachkräften“ durchführen. Wahhabiten oder Taliban sind dann die berufensten Experten für jene bewusst zum islamischen Fundamentalismus und zum ersehnten Gottesstaat erziehende Geschlechtertrennung, welche die Sozialpädagogik einer nachhaltigen kulturellen Moderne allerdings nun gar nicht wollen kann.

Herr Tariq Ramadan hat Einreiseverbot in die USA. Ramadan ist zugleich der höchstrangige europäische Funktionär des organisierten, etwa ein Jahrhundert alten Islamismus (mit Thomas Meyer: Fundamentalismus als „Aufstand gegen die Moderne“). In der dem faschistoiden Islamismus arbeitsteilig zugeordneten, nicht weniger herrschaftskulturellen Pyramide der dem vorindustriellen, klassischen Islam entstammenden Orthodoxie und Theokratie entspricht ihm Bosniens Großmufti Mustafa Cerić.

Herr Ramadan folgte am 04.04.2009 der Einladung der deutschen Milli Görüş zum „Uniday 2009“ in die Dortmunder Westfalenhalle. Der Sohn des Muslimbruders Said Ramadan rief die 3.000 (Islamische Zeitung: 4.000) Anwesenden ja womöglich zur Etablierung der islamischen Gegenkultur und Gegenmoderne auf mit Sätzen wie: „Wir sind europäische Muslime und nicht Muslime in Europa. Wir haben multiple Identitäten und müssen dazu stehen“, „Wo immer ihr seid, habt ihr eine Verpflichtung. Ihr müsst vermitteln“ oder: „Wir wollen endlich von dem Begriff Integration weg – zu dem Begriff Partizipation! (4)“ Die Islamische Zeitung (um den Konvertiten Andreas Abu Bakr Rieger entstanden) zitiert Ramadan unter dem Hinweis auf die laut Ramadan wünschenswerten „multiplen Identitäten der Muslime in Europa“ so: „Muslime sollen sich integrieren, aber ihre eigene Identität beibehalten. Es wird nicht bei der Integration bleiben! (5)“

Ermunterte uns Frau Dr. Karakaşoglu-Aydın 1999 in Frankfurt ja womöglich, über genau die Fragen nachzudenken, die ein Tariq Ramadan zehn Jahre später in Dortmund beantwortet? „Erneuerung durch Wiederholung“ jedenfalls hieß das Motto des zweiten Uniday (2009), zu dem Celal Tüter (IGMG) ausführte: „Wer nicht wiederholt und zurückblickt kann sich nicht erneuern, sich nicht bessern. Eine gesunde Beziehung zur Vergangenheit wird zu einer optimalen Zukunftsgestaltung führen! (5)“ Die IGMG verwendet die Pädagogik des Kopftuchs und die Pädagogik der Geschlechtertrennung, die imaginierte unsichtbare Scharia umflattert die ganze Sache wie Allahs mahnend erhobener Zeigefinger und fordert die teilweise Selbstaufgabe und permanente Verhaltenskontrolle. Celal Tüter ist Leiter der Jugendabteilung der Milli Görüş und damit pädagogisch tätig (taz: Jugendarbeit im Dienste Allahs (6)). Auch Herr Tüter vertritt ja vielleicht genau jenen „geschlechtsspezifischen Ansatz“, den die erziehungswissenschaftliche Akademikerin Karakaşoğlu-Aydın uns wärmstens zu tolerieren empfiehlt.

7-8. Die türkisch-muslimische MigrantInnengesellschaft

Dieses große „i“ wirkt ja sehr modern und feministisch, da gibt der Durchschnittsintegrationsbeauftragte sogleich das weitere Denken an der Abendkasse ab. Ich vermisse die „türkisch-atheistische MigrantInnengesellschaft“. Sind denn säkulare Muslime mit gemeint, und wie säkular dürfen diese dann sein? Und überhaupt, was glauben die Kinder und Enkelkinder dieser von Karakaşoglu-Aydın umrissenen Sorte oder Klasse Mensch namens muslimische Türken oder türkische Muslime? Und wie türkisch sind die Passdeutschen der zweiten oder dritten Generation? „Türkische Muslime“ lautete es im Buchtitel der Autorin aus dem Jahre 1994, herausgegeben von einem nordrhein-westfälischen Ministerium.

Glaubenswechsel ist hier womöglich nicht vorgesehen, könnte man meinen, damit aber wäre ein Anspruch der Scharia erfüllt und ein Artikel des Grundgesetzes (Religionsfreiheit) übergangen.

Wir müssen beides tun, „kulturalisieren“ mit dem Ziel der Integration sprich Demokratisierung aller (leider realen und sehr wirksamen) ethnisch-religiösen Kollektive, gerade auch familiäre Gewalt, familiären oder milieubezogenen Fundamentalismus, Jugendkriminalität oder einheimischen wie zugewanderten Antisemitismus und Extremismus betreffend, und wir müssen gleichzeitig „nicht kulturalisieren“, um die für jede Präventionsarbeit oder Integrationsarbeit notwendigen Nullpunkte der Koordinatensysteme oder durchschnittlichen Normwerte zu bestimmen. Gegen die Verwendung des Begriffs „türkisch-muslimische MigrantInnengesellschaft“ ist nicht grundsätzlich etwas einzuwenden. Doch gegen die beispielsweise von den Integrationsräten und Ausländerbeiräten wie der LAGA NRW (7) vertretene Werbung für die „multikulturelle“ Gesellschaft möchten an den universellen Menschenrechten orientierte Sozialarbeiter warnen, da damit die Zunahme an ethno-religiöser Segregation (kalifatsähnliche Struktur) verschleiert oder bagatellisiert wird.

Die nordrhein-westfälische LAGA distanziert sich nicht von der Scharia, sondern kehrt die wünschenswerte Verhinderung der (fundamentalistischen, familialistischen) Parallelgesellschaft und der schariatischen (kulturrassistischen) Gegengesellschaft gekonnt um, indem sie jede bloße Benennung (Denken heißt Unterscheiden) der prekär integrierten Milieus als „Ethnisierung“ und „Kulturalisierung“ in die Ecke des deutschen Nationalismus und der rassistischen Fremdenfeindlichkeit schiebt (7). Die LAGA nimmt uns die Sprache, das Handwerkszeug. Integrationserfolg und Integrationsmisserfolg wird so nicht länger messbar.

Damit tun die Integrationsräte und Ausländerbeiräte, vielleicht ohne das zu beabsichtigen, den Deutschland ganz grundsätzlich willkommenen Einwanderern nun allerdings gar keinen Gefallen. Es muss uns darum gehen, Zwangsheiraten und Ehrenmorde zu verhindern, dazu gehört auch die Aufklärung über die islamische arrangierte Ehe mit den durch ihr Schweigen oder Weinen zustimmenden hanafitischen Importbräuten oder extrem minderjährigen Bräuten zuzüglich gelegentlicher Zweitfrauen. Dazu gehört die Forschung und das Informieren über den patriarchalischen namus-Ehrbegriff (nāmūs) mit der archaischen Logik des Tochtertausches und der Zwangsverlobung der Kinder. Auch zum entwürdigenden Jungfräulichkeitskult von altorientalischem namus wie orthodox islamischer Scharia schweigt die LAGA „differenziert“ und „kultursensibel“. Der Nebelschleier der politisch korrekten Sprachlosigkeit beginnt die zu scheitern drohende Integration zu umwölken. Vorwärts, avanti, venceremos, auf zum Integrationsfest …

Dr. Klaus Gebauer (8) wirbt in einer LAGA-Publikation mit dem Aufsatz „Islamischer Religionsunterricht – Es wird Zeit! Wir brauchen ihn!“ (Titel wie genannt, in: Aus vielen Quellen schöpfen. Mehrsprachigkeit, religiöse und kulturelle Identität – eine Bereicherung für diese Gesellschaft, Seite 51-64) für den flächendeckend einzuführenden islamischen Religionsunterricht. Diesen stellt sich Gebauer erfreulicherweise als mündig machend, zur Kritik befähigend, das Überwältigungsverbot garantierend vor. So einen Islamunterricht stellen wir uns ja vielleicht auch vor. Das Wort Scharia erwähnt Gebauer nicht. Beim Suchlauf nach „islam“ ergeben sich in der LAGA-Veröffentlichung „Aus vielen Quellen schöpfen“ mehr als 150 (in Worten: hundertfünfzig) Treffer, das klingt ja richtig herzhaft islambegeistert, indessen finden wir beim Suchen nach „scharia“ „sunna“, „kopftuch“, „fiqh“, „fatwa“ jedes mal 0 Treffer, in Worten: Null; nichts, nothing, rien, niente, nada. Ich vermute, nach wali mudschbir brauchen wir nicht zu suchen. Was für einen Islam beschwört der freundliche Herr Gebauer uns denn da und schmuggelt uns die LAGA in Schule, Rathaus und Jugendamt hinein?

Gebauer arbeitet am in Soest ansässigen Landesinstitut für Schule und ist seit dem iranischen Revolutionsjahr, pardon, seit 1979 (seit drei Jahrzehnten) im Auftrag des Kultusministeriums mit der Erstellung „eines Curriculums für die religiöse Unterweisung von Schülern islamischen Glaubens“ befasst. Wie gesagt, das Wort „Überwältigungsverbot“ stimmt etwas hoffnungsvoll. Das reicht aber nicht. Denn andererseits: Dreißig Jahre Islam befördern – und von Scharia kein Wort gehört? Warum verschweigt uns Gebauer die Scharia beziehungsweise distanziert sich nicht hörbar von der Scharia? Gebauer dozierte im September 2004 auf dem 29. Deutschen Orientalistentag der Deutschen Morgenländische Gesellschaft zum Thema „Islamunterricht in Nordrhein-Westfalen – Ein Modellversuch“, ohne Frage der geeignete Referent (8). Nun ja, dann eben Islam ohne Scharia. Müsste mir eigentlich ganz recht sein.

Vorsitzender der LAGA NRW ist Tayfun Keltek, Mitautorin der erwähnten Broschüre („Aus vielen Quellen schöpfen“) war Sanem Kleff von der Lehrergewerkschaft (GEW Berlin) und war die wiederholte Verteidigerin der Kopftücher und der arrangierten Ehen Prof. Dr. Ursula Boos-Nünning (mündlich: „Die werden nicht unterdrückt!“). Sanem Kleff leitet die bundesweite Aktion „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, gibt die auf den ersten Blick verhalten antideutsch, antietatistisch und proislamisch wirkende Schülerzeitung Q-rage heraus (Auflage eine Million). Q-rage lästert zwar nicht über die Hamas oder Muslimbruderschaft, dafür jedoch über evangelikale Christen, die sie im November 2008 unter Verzicht von Korankritik und Schariakritik mit den terrornahen Islamisten verglich (9). Pädagogin, Interkulturalitätsfachfrau und GEW-Funktionärin Kleff ist seit einem halben Jahrzehnt eher für das Lehrerinnenkopftuch und eher gegen Korankritik aktiv, dabei aber ganz entschieden gegen Rassismus und für Toleranz (10).

7-8. Das Grundgesetz als „imperative“ (L. Berger 1997) Vermittlungsinstanz zwischen den Positionen. … Im Gegensatz zur imperativen Vermittlung … [der staatlichen Gerichte und ihrer Urteile will die] „pragmatische“ Vermittlung [spontan ausdiskutieren und beschließen und die] „dialogische Vermittlung“ … normative Unterschiede direkt aufgreifen und nicht nur nach einem pragmatischen sondern ideenbildenden Kompromiß suchen

Good vibrations, legalize it, Weihrauch- oder noch ganz anderer Pflanzenduft durchströmt die Hippie-Kommune. Oder vielmehr ein Hauch von Rechtsspaltung? Wenn wir konzeptionell und organisiert bundesweit Foren außergerichtlicher Vermittlung stiften, nähern wir uns de facto der Schaffung einer zweiten Ebene von Gerichten, nur dass dort eben kein „imperativer“ (hach, wie repressiv und ewiggestrig!) säkularer bundesdeutscher Paragraph länger bemüht werden muss, sondern ein multikultureller Mix aus Bauchgefühl, Wut, Kreativität und Scharia-Islam.

Wir sind Utopia, so benannte Dichter Stefan Andres (1942) einen großartige Roman zum Thema menschlicher Freiheit und Schuld, in dem der idealistische, innerlich fraglos autonome Held Paco, Matrose, nun Gefangener, vormals jedoch Mönch, dem Lagerkommandanten die Beichte abnehmen soll und dabei die Gelegenheit hätte, ihn zu töten wie auch seine Mitgefangenen zu befreien. Was er nicht tut und woraufhin er von seinem seltsamen, religiös symbolischen und minutenlang realen Schützling und wochenlangen grausamen Wächter hingerichtet wird. Es betrat Paco „Utopia“ und Zerstörung zugleich, dieser Freund der uns von Pädagogin Karakaşoglu-Aydın ans Herz gelegten Rechtsfindungspraxis „dialogischer Vermittlung“, Das Beispiel passt nur mäßig, denn anders als der Strafgefangene in einer Diktatur „Paco“ verspielen wir unsere in vielen Generationen errungene säkulare Freiheit vor dem zugewanderten geheiligten Kulturrassismus (šarī’a, fiqh) einstweilen ohne jede Not, sondern eher aus „dialogischer“ Langeweile, aus geradezu suchthafter und dabei in der Sache eher unkundiger Xenophilie, aus Karrieregeilheit oder aus masochistischer Lust an der Unterwerfung. Vielleicht bereits aus Machtkalkül, schon bald Mitmensch und Mitsadist im durchaus möglichen Kalifat zu werden.

8. Ziel [der dialogischen Vermittlung] ist es, die Parteien zu der Erkenntnis zu bringen, dass die jeweilige ’Gegen’-Partei ebenso legitime Identitäts- und Existenzansprüche vorbringt wie sie selbst.

Ich als Schiffbrüchiger mit nur einem Menschen auf der Insel, der Kannibale hat Hunger. Wetter ok, Strand super, nächste Fähre in zwei Wochen sicher, bis dahin Fisch und Obst satt. Aber nein, der Mann ist legitimer Menschenfresser, existenzieller Kannibale. Und dem Mann knurrt der Magen.

Wir wissen, dass der Scharia-Islam Existanzansprüche stellt, die allerdings die FdGO anknabbern. Die Scharia mag ja vor Allahgott legitim sein, das jedenfalls ist islamisches Recht. Islam ist Recht, aber kein deutsches. Das Menschenbild der Scharia ist mittelalterlich oder in Teilen (schafiitische FGM bzw. al-Azhar-FGM) sogar in ihrer Wurzel vorgeschichtlich. Über eine Art von geheiligtem Faschismus wird sich die angewendete Scharia nicht hinaus entwickeln können. So einer Lebensweise brauchen wir nicht die „ebenso“ gleichen Entfaltungsmöglichkeiten einzuräumen wie den deutschen Grundrechten (1948) und allgemeinen Menschenrechten (1949).

Karakaşoglu-Aydın wirbt für genau jene multikulturelle (diskriminierende) Rechtsfindung, wie sie im Londoner Stadtteil Leyton betrieben wird. Dort in der Straße Francis Road Hausnummer 34 ist genau jene alternative Instanz der die staatlichen Gerichte vermeidenden Vermittlung ansässig, die sich unsere Bremer Erziehungswissenschaftlerin vorstellt: Islamic Sharia Council. Wohlverhalten zeitigt auch gleich noch den Platz im Paradies, da kann das säkulare Gericht zugegebenermaßen nicht mithalten. Witzig ist die Sache indes gar nicht, denn die Angst vor der Höllenstrafe beziehungsweise vor sozialer Ächtung wird es den jungen Frauen schwer machen, aus der parallelen Welt der Rechtsfindung heraus zu kommen und den Weg zu Polizei, Rechtsanwalt, Frauenhaus und Staatsanwalt zu finden.

Für solche womöglich demokratiegefährdenden Gedankenspiele, wie Frau Karakaşoglu-Aydın sie betreibt, sollten wir unsere Erziehungswissenschaftler eigentlich ganz bewusst nicht bezahlen.

8. Nicht selten wird auf das Selbstverständnis des Islam als „Der Islam ist Religion und Staat“ hingewiesen und damit eine grundsätzliche Unvereinbarkeit mit westlichen Vorstellungen von Demokratie unterstellt.

„Nicht selten“? Leider etwas zu „selten“. „Unterstellt“ ist durchaus möglich und wäre dann sogar noch völlig richtig! Damit hätte Frau Karakaşoglu-Aydın, kaum zu fassen, zum Thema politischer (orthodoxer) Islam auch mal einen Treffer gelandet. Und dabei auch noch die passende Formel zitiert, al-islām dīn wa daula, die in ihrer Kürze und Wortfigur zwar dem neunzehnten Jahrhundert entstammen soll, sich jedoch auf nahezu eineinhalb Jahrtausende Geschichte berufen kann und auf die real existierenden heutigen Islamverbände, Moscheegemeinden und Muslimbrüder gleich mit.

Im Übrigen besteht in Deutschland Religionsfreiheit und kann hier jeder ein Gebet zu einer Göttin oder einem Gott seiner Wahl sprechen. Die Autorin scheint gezielt den Eindruck erwecken zu wollen, in der Bundesrepublik Deutschland würde das Grundrecht auf Religionsfreiheit mit Füßen getreten und wären Muslime eine diskriminierte religiöse Minderheit. Ein paar fromme Gebete irgendeiner Lehre zwischen Taoismus, Zarathustra und Bahá’í oder ein paar unfromme Verse der Herren Feuerbach, Marx oder Nietzsche, an ein paar Engel oder Teufelchen auch Orishas des Santería glauben oder an die Wiedergeburt oder auch Atheist sein, das alles ist in Europa für jeden möglich und du darfst sogar jedes Jahr eine neue Religion haben wenn es dir Spaß macht. Anders als in Pakistan oder Somalia und übrigens auch anders als von Koran und Hadithen vorgesehen! Der Spruch al-islam din wa daula ermahnt uns säkulare oder sonstige Weltbürger:

Islam ist daran zu hindern, Staat zu werden.

Sehr gehrte Frau Karakaşoglu-Aydın, hier in Deutschland ist das Volk oberster Souverän, nicht die Gottheit. Das Konzept des Demokratiehassers Sayyid Qutb von der gesellschaftlichen hakimiyyat allāh möchten wir „citoyens et citoyennes“ gemeinsam mit den Ex-Muslimen oder den dissidenten und gefährdeten säkularen (antischariatischen) Muslimen keinesfalls tolerieren müssen, nur weil eine wissenschaftlich vergütete Bremer Universitätsprofessorin im Februar 2006 in den Schmerzensschrei „Gerechtigkeit für die Muslime!“ ausbrach (12).

10. Unterrichtsbefreiung aus religiösen Gründen

Antrag abgelehnt. Es gilt die Schulpflicht.

Buddhisten, Fußballspieler, Muslime, Atheisten oder Taubenzüchter stehen nicht unter Naturschutz, sie alle müssen bei „Rot“ an der Ampel warten, ihre Steuererklärung beim Finanzamt einreichen und alle werden bei unterlassener Hilfeleistung belangt oder haben Krankenwagen im Einsatz beziehungsweise fahrende Busse nicht anzugreifen.

Bekannt sind die Klagen von Pädagogen und Pädagoginnen über den Widerstand eines Teils der muslimischen Eltern gegenüber der Teilnahme ihrer Kinder auch am Biologie-Unterricht (vor allem wegen den Unterrichtseinheiten zur Sexualkunde und der Evolutionstheorie), und der Versuch, die Kinder vom Besuch dieses Unterrichts zu befreien.

In der Tat wird uns der von den Parteigängern der politischen Scharia verweigerte oder staatlicherseits durchgesetzte schulische Bildungsauftrag noch jahrelang beschäftigen. Kinder aus Familien der bibeltreuen Zwölf Stämme, der Zeugen Jehovas oder evangelikaler Kreationisten unterliegen ebenfalls diesem Druck der Familie, dem wissenschaftlich ausgerichteten Denken und Lernen Scheuklappen anzulegen.

Im Mai 2005 wies das Verwaltungsgericht Düsseldorf die Klage der einem orthodoxen Islam anhängenden Eltern eines Jungen ab und beschloss, dass dem Jungen der koedukativ erteilte Schwimmunterricht zuzumuten sei (13). Im Mai 2008 verkündete das Verwaltungsgericht Düsseldorf, dass eine Tochter aus orthodox-islamischem Elternhaus am koedukativ erteilten Schwimmunterricht teilnehmen muss (14).

Erziehungswissenschaftlerin Karakaşoglu-Aydın unterstützt ganz offensichtlich jene europaweit vernetzten und hart agitierenden Legalisten, die mit Rechtsanwälten wie dem Bonner Konvertiten Yahya Martin Heising versuchen, unter Berufung auf Religionsfreiheit und bei Darstellung eines angeblichen Gewissenskonfliktes, den (angeblichen) islamischen Wohlverhaltenskodex gegen den staatlichen Erziehungs- und Bildungsauftrag durchzusetzen (15).

11. Zur Frage des Sexualkundeunterrichts gibt es von islamischer Seite Vorschläge, wie ein Kompromiß zwischen den Positionen erreicht werden könnte.4 [siehe auch Fußnote 4]

Fußnote 4 gibt eine Lektüreempfehlung dessen, was Dr. Yasemin Karakaşoğlu unter der „islamischen Seite“ versteht: Adnan Aslan: „Geschlechtererziehung in den Schulen und die islamische Haltung“, Institut für islamische Erziehung (Hg.), Stuttgart 1996. Adnan Aslan wird unter kitapshop.de vertrieben (16), dort empfiehlt man lesefreudigen Glaubensbrüdern und -schwestern, die Veröffentlichungen folgender Publikationsorte zu studieren: Islamisches Zentrum Hamburg (Schia), Islamisches Zentrum Aachen (jetzt ZdM, vorher IGD, noch vorher Muslimbruder Issam el-Attar), Islamisches Zentrum München (heute ZdM, früher IGD, einstiger Leiter war der mittlerweile oberste Führer der Muslimbruderschaft Mohammed Mahdi Akef), das nur zum Buchstaben „i“, kitapshop empfiehlt damit Schriften der deutschen Unterorganisationen der weltweiten Muslimbruderschaft (MB) und der Teheraner Mullahs gleich mit. Das ist schön vollständig, doch sollte eine Erziehungswissenschaftlerin uns ein paar Worte der Kritik am Erziehungsansatz und Menschenbild der MB um Akef (Dschihad, FGM, Kalifat, Streben nach der Vernichtung Israels) und an der Pädagogik des Staates Iran seit Chomeini (Allahkratie, Apostatenmord, Wunsch nach der Zerstörung Israels) bekunden.

Herr Aslan wird auch unter buchara-versand.de verkauft, etwa seine Werke „Religiöse Erziehung der muslimischen Kinder“ und „Geschlechtererziehung in den öffentlichen Schulen“ (17). Der klassisch islamisch ausgerichtete Online-Handel hält das Frauenbild und die Ehevorstellung des im Jahre 1111 verstorbenen Extrem-Theokraten al-Ghazali (Das Buch der Ehe – Kitab adabi n-nikah) für islamisch und verkauft es uns in deutscher Übersetzung. Mit einem wörtlich genommenen al-Ghazali sind universelle Menschenrechte, Gleichberechtigung der Frau oder Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland schlicht unvereinbar. Beim Buchara-Versand ist der Risale-i Nur (Bediüzzaman Said Nursi) ebenso erhältlich wie die Schrift „Muslime im Westen“ (Tariq Ramadan), ferner sind dort die fundamentalistischen Machwerke des Leugners der Evolutionstheorie Harun Yahya zu erstehen.

Auch das Buch „Gleichwertigkeit der Geschlechter im Islam“ des gebürtigen Ägypters und emeritierten kanadischen Professors, des begeistert homophoben Verteidigers der Polygynie Dr. Jamal Badawi aus Halifax, Nova Scotia, darf in diesem Buchversand nicht fehlen. Jamal Badawi ist Mitglied im kanadischen fiqh-Rat ISNA, sein reaktionäres: „Gender Equity in Islam“ ist auf Englisch zu lesen unter: soundvision.com/Info/gender. Wir dürfen uns sicherlich erlauben, Karakaşoglu-Aydın als brave Nachfolgerin (taqlīd) der Herren Tariq Ramadan und Jamal Badawi zu betrachten, wann immer sie von „muslimischer Mann“, muslimische Frau“ und, im Bereich Schule und Erziehung, von „muslimischer Junge und muslimisches“ Mädchen spricht. Wer als gebildete Muslima Ramadan oder Badawi lobend zitiert, stellt sich hinter das Konzept der nikah, der frauenentrechtenden Imam-Ehe. Wir warnen alle Leser dringend vor der reaktionären, theokratischen und repressiven „islamischen Religionspädagogik“ der Herren Dr. Ramadan und Dr. Badawi, die mit persönlicher, autonomer Spiritualität oder mit dem Ungewissheitsvorbehalt jeder Wissenschaft sehr wenig, dafür mit Kollektivismus, Modernitätsverweigerung, Familialismus, Wohlverhaltenskontrolle und Schariavorbehalt sehr viel zu tun hat.

Karakaşoğlu, inzwischen (2006) als Kämpferin (Gerechtigkeit für die Muslime) gegen die mutigen Menschenrechtsaktivistinnen Seyran Ateş, Necla Kelek oder Ayaan Hirsi Ali bekannt geworden empfiehlt uns 1999 als islamische Autoritäten zu Erziehungsfragen, öffentlichem Schulwesen, Bildungspolitik und Integrationspolitik die Funktionäre aus dem Dunstkreis der Muslimbruderschaft, die mit ihren europäischen Unterorganisationen wie FIOE, FEMYSO, UOIF (französisch) und IGD (deutsch) einer allumfassenden (totalitären) Scharia zum Durchbruch verhelfen will mindestens im Sinne einer staatsvertraglich geregelten Rechtsspaltung. Als Nahziel sieht die Muslimbruderschaft das eigene Scharia-Familienrecht für die „Nation der Gläubigen“ vor, daher das auffällige, Europäern vielleicht gar nicht nachvollziehbare Interesse nahezu aller islamischen oder islamistischen Autoritäten von Milli-Görüş-Bewegung bis ECFR für die Themen islamische Rolle der Frau, „muslimische Gleichberechtigung“ und durchgesetzte Verschleierung.

Das Kopftuch ist nicht erst politisiert worden, es ist immer hoch politisch gewesen. Politikum Kopftuch.

Prof. Dr. Adnan Aslan wurde 1959 im nordostanatolischen Bayburt geboren. Gute zwei Jahrzehnte später habe er in Krefeld und Köln Sozialwesen studiert (1981-82) und habe sein Diplom als Sozialpädagoge in Esslingen erworben. Aslan sei nacheinander für die Arbeiterwohlfahrt Stuttgart, das Sozialamt Tübingen und das Deutsche Rote Kreuz Heilbronn tätig gewesen und habe in der Erwachsenenbildung gewirkt. Heute leitet der Schariafreund das Institut für islamische Erziehung (Schwerpunkt: Entwicklung von Lehrplänen für den Islamischen Religionsunterricht, Entwicklung islampädagogischer Lehrerdidaktik). Mit einer Arbeit zur religiösen Erziehung muslimischer Kinder in Österreich und Deutschland habe er 1996 einen akademischen Titel im österreichischen Klagenfurt (Kärnten) erworben. Seine Homepage adnan-aslan.com titelt: Islamische Religionspädagogik und Didaktik, Prof. Dr. Mag. Adnan Aslan.

Heute lebt Aslan in Wien, und wer im Internet nach „Neustiftgasse 117“ sucht, erfährt, dass man sich dort (www.islamologie.info) zwar nicht zur Fortbildung in Islamwissenschaft (historisch-kritische Methode, Ratio) anmelden kann, dafür gleich zur Ausbildung in „Islamologie“ (fundamentalistische Methode, Esoterik) und dass im selben Haus die Islamische Religionspädagogische Akademie (IRPA) ansässig ist.

IRPA (Neustiftgasse 117) denkt weltweit. In die Räumlichkeiten der IRPA lud der Direktor des Islamischen Religionspädagogischen Instituts (IRPI, Adresse ebenfalls Neustiftgasse 117, Träger: IGGiÖ sprich Anas Shakfeh) namens Herr Mag. Amir Zaidan im April 2006 zu einem Kongress europäischer Imame und islamischer Seelsorger. Auf der Rednerliste für den Kongress, deren Eröffnung unverständlicherweise im Wiener Rathaus stattfinden durfte, standen Ayatollah Seyyed (Sayed) Abbas Ghaemmaghami als der Präsident (2004-2008) des den iranischen Mullahs (Religionspolizei, Steinigung, Blutgeld) treu ergebenen, schiitischen Islamischen Zentrums Hamburg, der österreichische Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel, der radikalislamische Theoretiker Dr. Murad Wilfried Hofmann, die EU-Kommissarin Dr. Ferrero-Waldner, Schariafreund Dr. Axel Ayyub Köhler vom deutschen ZdM, Dr. Ursula Plassnik als die österreichische Außenministerin sowie Generaldirektor Abdul Aziz-Altuajiri (auch: Abd al-Aziz ‘Uthman al-Tweijri, Abdulaziz Othman Altwaijri) von der in Marokko ansässigen Islamischen Wissenschafts-, Erziehungs- und Kulturorganisation ISESCO und schließlich Generalsekretär Mohammed Ahmed Sherif (auch: Mohammad Abd al-Ghaffār al-Sharīf; 1998-2002 Professor für Scharia an der Universität von Kuweit) von der World Islamic Call Society. Die letzten beiden, Altuajiri (Altwaijri) und Sherif (al-Sharif) gehören zu den Unterzeichnern des offenen Briefes an Papst Benedikt. Über die Wiener „Konferenz Europäischer Imame und SeelsorgerInnen 2006“ berichtete etwa die spanischsprachige Internetseite webislam.com (18).

Der gebürtige Syrer Amir Zaidan (19) war Mitunterzeichner der berüchtigten, auf schulische Desintegration und Islamisierung des Schulalltages zielenden „Kamel-Fatwa“, scheiterte dabei, im Rahmen der Islamischen Religionsgemeinschaft Hessen (IRH) für die ihr unterstehenden Muslime eine Art von paralleler Rechtsordnung zu installieren und hat dazu beigetragen, über die intransparente Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) den Einfluss der Muslimbruderschaft auf Österreichs Schulsystem zu vergrößern.

Die im Sinne des Islam auf Tugendhaftigkeit hin orientierte World Islamic Call Society (WICS) ist ganz bewusst auch frauenpolitisch aktiv. Nein, nicht gleichheitsfeministisch, das war die entfremdete kulturelle Moderne, jene materialistische Epoche der Dekadenz und Gottlosigkeit. Jetzt startet die befreite Menschheit in die Ära der Spiritualität und nun möchte auch die WICS die Frauen von der Last befreien helfen, den Männern nacheifern zu müssen und damit ihr einzigartiges weibliches Wesen zu verlieren.

Am 29. Januar 2009 besuchte der bereits im Februar 2008 durch seine Forderung nach teilweiser Einführung der Scharia ins britische Rechtssystem bekannt gewordene Erzbischof Rowan Williams die World Islamic Call Society, redet im Beisein von Dr. Mohamed Achmed Sherif (Secretary General of the WICS) von Gottesbewusstsein und echtem Dialog sowie von dem Juden, Christen und Muslime angeblich irgendwie verbindenden Stammvater Abraham (20). In der angegebenen Quelle wird lobend erwähnt, dass Rowan Williams sich Weihnachten 2008 als Gegner der „israelischen Aggression gegen Palästina“ erklärt hatte, gemeint ist, dass er es als Oberhaupt der Anglikanischen Kirche für verachtenswert hält, dass die Israelis sich gegen den monatelangen Beschuss mit aus dem Gaza-Streifen abgefeuerten Kassam-Raketen wehrten. Moment mal, lieber Erzbischof, „der Führer spricht“ hier, und auch da ist schon wieder auf der WICS-Seite (islamic-call.net) von „Brother Leader“ die Rede, Rowan Williams mittendrin, Bruder Führer vorneweg, und hier, The Leader`s Speech, „Führerrede“? Wer ist der Bruder Führer, wer ist der Führer (21)?

Muammar al-Gaddhafi! (Mu’ammar al-Qaḏḏāfī) gründete unter großzügiger Mitwirkung der WICS die unter Führung Libyens stehende World Islamic Peoples Leadership und lässt in seiner Barmherzigkeit zu, eben auch in den Kreisen der WICS als „Leader“ bezeichnet zu werden. Der deutsche Islamratsvorsitzende Hasan Özdoğan war 1989 an der Gründung der Deutschen Sektion der libysch finanzierten WICS beteiligt, gelegentlich werden beide Organisationen sinnvollerweise wie eine einzige, etwa als „WICS / WIPL, Tripolis“ genannt, deren Ziel als eine da’wā-Organisation (Missionsorganisation) es ist, den Islam besonders in Afrika und grundsätzlich weltweit zu intensivieren und auszubreiten. Im Dezember 1999 hielten der Islamrat und die Weltkonferenz der Religionen für den Frieden (WCRP) eine Tagung in Bad Neuenahr ab, auf welcher der Generalsekretär der WICS sprechen dufte (22). In dieser Zeit kooperierten im Islamrat neben Hasan Özdoğan auch Ali Kızılkaya sowie Abu Bakr Rieger.

Alles … „von islamischer Seite“.

11-12. Bedenken der muslimischen Eltern, die Sexualkundeunterricht vor allem als Angelegenheit der Familie und nicht der Schule betrachten, richten sich vor allem gegen die Intention des Unterrichts, Kinder auch auf außereheliche Beziehungen vorzubereiten, Mädchen und Jungen in der gleichen Klasse mit dem Thema Geschlechtlichkeit zu konfrontieren und entsprechend realistisches Bildmaterial zu verwenden. Adnan Aslan schlägt vor, eine Form des Unterrichts zu verwenden, die auch den Ansprüchen der islamischen Sicht auf den Unterricht gerecht wird. Das heißt, er fordert die Beteiligung der muslimischen Seite im Hinblick auf die Unterrichtsgestaltung ein (Aslan 1996, S. 50-54) und macht damit im Sinne Bergers ein Angebot zur diskursiven Verständigung.

Adnan Aslan, der sich mit Murad Wilfried Hofmann, Axel Ayyub Köhler und dem nach eigener Aussage dem Gedankengut der Muslimbruderschaft nahe stehenden Amir Zaidan zu umgeben pflegt, mache also der säkular gedachten Demokratie „im Sinne Bergers ein Angebot zur Verständigung“?

Wohl weniger „im Sinne Bergers“, schon eher im Sinne Allahs.

Karakaşoğlu will, dass wir mit der „islamischen Sicht“ der Islamisten Tariq Ramadan und Muammar al-Gaddhafi sowie mit derjenigen des erwiesenen Umfeldes der Muslimbruderschaft (Islamrat, Milli Görüş, IRH, IGGiÖ) „Verständigung“ suchen! Die Bremer Erziehungswissenschaftlerin möchte damit, dass wir uns großzügig („tolerant“) über die Erkenntnisse des hessischen Landesverfassungsschutzes hinwegsetzen. Die Behörde attestierte der von Adnan-Aslan-Freund Amir Zaidan (einst IRH, jetzt IGGiÖ) geführten Islamischen Religionsgemeinschaft Hessen, insgeheim verfassungsfeindliche Ziele zu verfolgen und recht offen eine Lebenspraxis zu kultivieren, die die Freiheits- und Grundrechte besonders von Frauen massiv einschränkt (23).

12. Der Staat ist … nicht befugt, zu bewerten, ob eine Religion ihrem Angehörigen eine bestimmte Kleidung vorschreibt oder nicht. … Dies gilt auch für Schülerinnen, die das Gesicht mit Ausnahme der Augen völlig verschleiern.

Die multikulturell tolerierte Schleierpflicht des vom Terrorismusverteidiger Yusuf al-Qaradawi oder vom der Diktatur des Iran geforderten hidschab, was für ein reiner Wahnsinn aus dem kulturellen Mittelalter! Eine westfälische (1999), inzwischen ostfriesische (2009) Erziehungswissenschaftlerin fordert von Deutschlands Lehrerinnen und Lehrern allen Ernstes, in den Klassenzimmern staatlicher Schulen den sexualisierenden ḥijāb fallweise auch als entmenschenden niqāb zuzulassen: Unfasslich, Karakaşoğlu-Aydın (mittlerweile nennt sie sich meist kurz Karakaşoğlu) will nicht nur den Tschador jeder in der BRD schulpflichtigen Schülerin zulassen, sondern auch ihren Gesichtsschleier (peçe auf türkisch, mit Tschador kombiniert: Çarşaf). Die Autorin weiß, dass im Einklang mit der antidemokratischen Scharia bis heute viele hoch angesehene islamische Autoritäten in ihren Schriften oder islamische Rechtsgelehrte in ihren Fatwas von jedem männlichen Gläubigen fordern, an ihren untergebenen Töchtern oder Ehefrauen den hidschab oder mindestens das Kopftuch notfalls mit Prügel durchzusetzen. Unter der Burka sieht man die blauen Flecken auch nicht, seelisch stabilisierender für die „Islam heißt Frieden“ singenden bundesdeutschen Pädagogen.

In der Fußnote 5 verweist die Autorin auf Seite 13 lobend auf die „Vielzahl von konkreten Beispielen“, die eine Untersuchung biete, die 1996 von der Deutschsprachigen Islamischen Frauengemeinschaft (DIF) „zur Situation muslimischer Kinder und Jugendlicher in Schule und Ausbildung“ angefertigt worden sei. Beim Lesen von Helmut Zenz (helmut-zenz.de/hzisla12.html) wird uns klar, wer unter DIF in der Meerheimer Straße 229 in Köln residiert: Milli Görüş, die vom Verfassungsschutz observierte Islamistenbewegung des Entwurfs der die Ära der Menschenrechte (batil düzen, nichtige Weltordnung) siegreich verlassenden Gegendemokratie eines türkisch-nationalistischen und radikalreligiösen Islamstaates (adil düzen, gerechte Weltordnung), wie ihn Necmettin Erbakan erträumte. Karakaşoğlu verweist grundsätzlich anerkennend („eine Vielzahl von Beispielen“) auf die in radikalislamischem Umfeld erstellte Studie „Schleierhaft. Dokumentation zur Situation muslimischer Kinder und Jugendlicher in Schule und Ausbildung (Köln 1996)“, ohne es offenbar für nötig zu halten, sich vom extremistischen Gedankengut der Milli Görüş zu distanzieren. Damit wird sie zur Komplizin der Erbakan-Doktrin und jener geheiligten Frauenfeindlichkeit, wie sie im größten türkischen organisierten dschihād gegen die kulturelle Moderne Gestalt annimmt. Ein Foto auf der selben Seite („Illustration 2“) zeigt fünf im Stile der Milli Görüş verschleierte Frauen.

Milli Görüş gehört ideell und personell ganz dicht zur durch staatliche Verbote unterbrochenen Traditionslinie legalistischer (die Demokratie zu überwinden strebender) Parteien wie Fazilet Partisi (Tugendpartei, 2001 verboten) und Saadet Partisi (Partei der Glückseligkeit). Laut Ursula Spuler-Stegemann aber wollte die der Erbakan-Lehre treu ergebene Tugendpartei „die Regierung übernehmen und die Scharia einführen“ (24). Für Karakaşoğlu ist eine solche politisierte Theologie (oder Theologisierung und Schariatisierung der türkischen Politik) offensichtlich kein Problem.

Die islamische Kleidung oder eben auch das Kopftuch mag ja für vieles stehen, für den empfundenen Ekel gegenüber Nichtmuslimen und Menstruationsblut, für nachbarschaftlichen Tugendterror und Gerangel um den Platz im Paradies oder für den Wunsch nach einem Leben wie zu Zeiten des Propheten, jedoch ist Kopftuch immer auch Werbung zur Errichtung einer radikalislamischen Politik. Islampolitik (Islam) ist theozentrisch, das bedeutet, das Volk ist nicht länger oberster Souverän, Allahgott ist es bzw. dessen Emire, Muftis, Ayatollahs und Imame sind es (angeblich gibt es ja keinen Klerus, so die taqiyya). Kopftuch ist der unhörbare Kampfschrei nach Errichtung eines hierarchischen und repressiven Staates islamischer Pflichtenlehre (Kalifat).

15. Der Fall „Fereshta Ludin“ … zeigt, [dass es darum gehen muss, dass sich alle Bürgerinnen und Bürger] an den Grundwerten der Verfassung orientieren [und nicht darum gehen kann, ob Zuwanderer] in ihrem Lebensstil den ’common sense’ der Mehrheit (als eine Art ’Nationalkultur’) übernommen haben.

Erbakan, al-Qaradawi, Zaidan und Ramadan haben hidschāb und islām keineswegs verfälscht oder fehlinterpretiert, und Frau Karakasoglu hat Kopftuch und Scharia ebenso wenig missverstanden. Die Scharia widerspricht den „Grundwerten der Verfassung“ sehr und widerspricht der grundgesetzlich verankerten Gleichberechtigung von Frau und Mann ganz und gar. Kindern und Jugendlichen die Angst vor der imaginierten Hölle anzudressieren als die Hauptaufgabe der Erziehung und Bildung zu betrachten ist wohl auch nicht ganz der Geist der von der Autorin bemühten Verfassung, eher der Geist der Inquisition und Hexenverbrennung.

15. Hierin offenbart sich die diesem Integrationsverständnis innewohnende Aufforderung der kulturell-religiösen Assimilation, die die Zugewanderten von der aktiven Beteiligung an einem Wandel des gesellschaftlichen ’common sense’ ausschließt.

Jammerei. Solch eine freiheitliche Gesellschaft wie in Westeuropa findet Schariafreundin Karakaşoğlu zwischen Marokko und Malaysia nicht so rasch. Also Deutsch lernen, Deutscher werden, wählen dürfen, Steuern zahlen und durchschnittlich begeistert gesetzeskonform leben. Wer freilich die islamische Revolution anstrebt oder eine andere Art von Faschismus, der ist von „einem Wandel des gesellschaftlichen ’common sense’“ fern zu halten. Das genau nämlich IST der common sense: Keine Toleranz der Intoleranz.

Raffiniert mogelt die Autorin ins schläfrige Halbbewusste der bundesdeutschen Integrationsdebatte, „die Ausländer“ (eben nicht!) oder vielmehr „die Muslime“ (aha!) würden diskriminiert, ins Abseits gedrängt, an der Mitbestimmung gehindert. Seitens von Frau Karakaşoğlu-Aydın eine ziemliche Unverschämtheit, der Mehrheitsgesellschaft ein solches undemokratisches Verhalten zu unterstellen, zugleich ist uns die Dreistigkeit der Autorin kaum nachweisbar, denn wer wird denn vor einem Lehrerinnenkopftüchlein Angst haben oder einem melodiösen Gebetsruf, und das Wort Scharia oder Kalifat spricht die Dame nicht aus.

Schon wieder hat die Autorin die Ex-Muslime vergessen, oder die säkularen muslimischen Gegner einer zur (kalifatsähnlichen) Politik gewordenen Scharia. Diese Menschen vor den orthodoxen Patriarchen und antimodernen Extremisten zu schützen, das ist demokratischer, pluralistischer common sense, besser: Das ist ordre public.

Privat mag Fereshta Ludin ihr Kopftuch ja tragen, im Staatsdienst und als professionelles Vorbild für Minderjährige nicht.

18. [Kapitel 4.1. ist überschriftet mit] Islam als Hindernis für selbstbestimmte weibliche Lebensentwürfe

Was für ein erfreulicher Titel.

19. [Schule, Lehrer seien gegen das Kopftuch aktiv tätig] Der unbedeckte Kopf soll den Mädchen helfen, sich in der Mehrheitsgesellschaft zu integrieren.

Genau das soll er. Und das erreicht er. Und das Ganze ist auch wesentlich besser, als dass sich ein unbedeckter Mädchenkopf verschleiern müsste, um sich in die wahhabitisch-saudische oder mullah-iranische Gesellschaft zu integrieren. Die äquidistante, entgrenzt kulturrelativistische Autorin sieht das ja vielleicht anders.

Gute Pädagogen wollen die eine die orientalische Sexualisierung (‘aura engl. awrah als Befrachtung des weiblichen Leibes mit geheiligtem nādschis-Ekel) vermeidende Kleidung, wollen eine nicht segregierende (dhimma, islamische Apartheid) Kleidung als äußeres Zeichen ernst gemeinter Gleichstellung. Die vollen Freiheitsrechte und Bürgerrechte gelten auch für Ex-Muslime und sogar für Muslime, selbst für weibliche Muslime.

21. … in der westlichen Moderne …

Falsch, es muss heißen: In der „kulturellen Moderne“, nicht in der „westlichen Moderne“. Nationalsozialismus, Vietnamkrieg, DDR-Unrechtsregime mit Mauerbau und Schießbefehl sowie dem Stasi-Gefängnis „Bautzen II“ oder das Camp Delta in Guantanamo Bay wären durchaus Teil dieser Neuzeit, das sie sich zeitlich nach der Französischen Revolution und der Erfindung von Dampfmaschine und Glühbirne ereignet haben.

Universelle Menschenrechte, Rechtsstaat, Parlamentarismus, Pressefreiheit, Religionsfreiheit, Bürgerrechte, alles mit Gleichberechtigung für Frauen, Apostaten irgendeiner Glaubenslehre oder für Religionskritiker, das jedoch ist kulturelle Moderne, die wir auch in Japan oder Israel vorfinden. Kulturelle Vormoderne ist beispielsweise, wenn und solange die Schafiiten kleinen Mädchen im Genitalbereich geheiligte Amputationen durchführen. Die Journalistin Stephanie Sinclair hat dieses islamische Handeln des Genitalverstümmelns der schafiitischen Rechtsschule, durchgeführt von der hoch angesehenen indonesischen Assalaam-Foundation, dankenswerterweise dokumentiert (25). Wir wünschen unverstümmelte indonesische Mädchen in Bandung, West Java. Die von der Autorin angeführte „Moderne“ ist nicht westlich, sondern eine Lebenswirklichkeit politischer, religiöser und sexueller Selbstbestimmung.

Ein typischer Trick der Islamisten ist es, die freiheitlichen Demokratien als „westlich“ zu bezeichnen, damit wollen sie erreichen, dass der islamisch geprägte Teil der Erde von kulturell-politischer Modernisierung (Demokratisierung, Pressefreiheit, Religionsfreiheit, Gleichberechtigung der Frau) verschont bleibt. Konsequent ist es in dieser fundamentalistischen Logik zudem, die Demokratisierung mit „Christianisierung“ gleichzusetzen, das ist auch unter deutschen Muslimen gar nicht so selten: „Eure Demokratie ist eine Form von Christentum“.

Manch ein islamischer Hadith (ḥadīṯ, aḥādīṯ) spricht: Wenn du schneidest, übertreibe nicht, „ashimmi wa-la tanhaki“, das ist angenehmer, „ahza“ für den Mann. Die Beschneidung des weiblichen Geschlechtsteils macht das Gesicht der Frau strahlender, „ashraq“ und ist besser, „ahab; abha“ für den Mann. Nimm nur ein wenig [Genitalgewebe, mit dem Messer] weg und zerstöre nicht. Übertreibe es nicht, „la tanhaki“. Die Beschneidung, „khafdh; khifadh“ ist verpflichtend, „sunnah“ für der Mann und ehrenwert, „makrumah“ für die Frau. So weit der islamische Hadith, hier genannt als ein Beispiel für ein Textdokument aus der kulturellen Vormoderne.

Modern ist nicht gleich westlich. Menschenrechte jedoch sind universell oder sie sind nicht. Mittlerweile ist FGM auch in Europa kultiviert worden, damit ist die FGM ja vielleicht westlich, nicht aber modern, Frau Karakaşoğlu. Auch die ersten Gesichtsschleier sind in Deutschland zu sehen gewesen, das erste Hundert am Namus-Ehrkonzept orientierten Frauenmorde („Ehrenmorde“). Auch Burka und Niqab sind damit womöglich „deutsch“ oder „westeuropäisch“ oder „westlich“ zu nennen, jedenfalls als europäisches oder deutsches Integrationsproblem, sie entstammen allerdings anderen Jahrhunderten (Jahrtausenden) – kultureller Vormoderne.

Die Heirat einer (traditionell islamisch: Die Verheiratung einer) patrilateralen Parallelcousine, arabisch: bint ‘amm, wörtlich Tochter des Vaterbruders, galt zwar auch den Herren Isaak (19. Jahrhundert … ) und Jakob (18. Jahrhundert … ) als besonders ehrenvoll, doch sollte man bedenken, dass die beiden frommen Juden nicht NACH der Geburt des Juden Jesus von Nazareth ihre aus damaliger Sicht juristisch, pädagogisch und religiös einwandfreie Cousinenehe kultivierten, sondern im genannten Jahrhundert VOR Christus. Familienseits gewünschte Cousinenehe muss von modern denkenden (selbstverständlich auch von muslimischen!) Pädagogen doch wohl hörbar zurückgewiesen werden. Karakaşoğlu schweigt auffallend. Arrangierte Ehe haben wir grundsätzlich ebenso zurückzuweisen, und die elf-, zehn- oder neunjährige Braut erst recht (das Letztgenannte gilt der Moderne gottseidank auch juristisch als inkorrekt). Karakaşoğlu schweigt schon wieder. Solange Europäischer Fatwa-Rat (ECFR), Milli Görüş, die Kairoer Azhar und die Muslimbruderschaft mit der kulturellen Moderne ein geheiligtes (totales) Problem haben, darf und muss die Moderne (meinetwegen auch: Darf „der Westen“) mit der so genannten Religion des Islam ein säkulares (rechtliches, journalistisches, pädagogisches) Problem haben.

Wir haben die Gegengesellschaften der Einwanderermilieus zu analysieren, um Bürgerrechte und Frauenrechte für jeden einzelnen Menschen durchzusetzen. Das ist etwas völlig anderes als die womögliche Empfehlung der Erziehungswissenschaftlerin, die kulturelle Vormoderne des Scharia-Islam (Islam) und Fiqh-Islam (auch Islam) mit ihren Apostatenmorden, Gesichtsschleiern und Zwangsheiraten in die kulturelle Moderne zu integrieren. Karakaşoğlu promovierte 1999, im selben Jahr also, aus dem dieser ihr Text stammt, als Wissenschaftlerin, und mag sich künftig doch bitte klarer verständlich machen, wie sie zu den universellen Menschenrechten und zur menschenrechtswidrigen Scharia steht.

25. Mit dem Kopftuch bzw. entsprechend verhüllender Kleidung [erreichen] muslimische Frauen, die dies freiwillig aus religiöser Überzeugung tun, … die ansonsten in räumlicher Trennung ausgedrückte Geschlechtertrennung (Innenraum – Raum der Frauen, Außenraum – Raum der Männer) zu durchbrechen und sich gemeinsam mit Männern im öffentlichen Raum außerhalb des Hauses aufzuhalten.

Frauen sollen in die Häuser gesperrt werden? Parlamente, Rathäuser und selbst öffentliche Versammlungsorte als männerbündisches Refugium? Was für ein kulturelles Mittelalter, und zwar orientalisches, oder auch Bronzezeit, allerdings wohl weder slawische noch keltische Bronzezeit. Und ist die muslimische Frau, die den öffentlichen Raum unverschleiert betritt, ein Stück Dreck?

Der Islam steckt in einer kulturellen Sackgasse und hat erklärlicherweise Angst, „sein Gesicht zu verlieren“ und als System barbarischer Sexualpolitik (Wächter mahram, Stoffgefängnis hidschāb, Verkauftwerden nikāh, Verstoßenwerden talaq) sowie als Konzept kulturrassistischer (ḏimma, Ḫilāfa) ethnoreligiöser Politik enttarnt zu werden. Diese Blamage kann die kulturelle Moderne (damit auch: Kann die Psychologie oder kann die Erziehungswissenschaft) weder Recep Tayyip Erdoğan noch Yasemin Karakaşoğlu-Aydın ersparen.

30. In einer säkularisierten Gesellschaft wie derjenigen der Bundesrepublik erscheinen religiös begründete Argumente als unzeitgemäß, weil irrational, ja sogar gefährlich, da Fundamentalismus- und Extremismus-verdächtig.

Das kommt vor. Bisweilen bewahrheitet sich der erwähnte Verdacht sogar.

Weil die Autorin die Milli-Görüş-Bewegung ebenso kennt wie deren Bewertung durch die deutschen Sicherheitsbehörden nicht als „Extremismus-verdächtig“, sondern ganz klar als extremistisch, dürfen wir vorläufig annehmen, dass Frau Karakaşoğlu die pädagogischen Ansätze der verfassungsfeindlichen Milli Görüş zu den „religiös begründeten Argumenten“ rechnet.

30. Die Diskussion um die Rolle der Religion in Deutschland hat durch die muslimischen Zuwanderer und ihre lauter werdenden Ansprüche, in allen Bereichen der Gesellschaft gleichberechtigt zu partizipieren, neuen Auftrieb bekommen.

Wie bereits 1994 beruft sich die Autorin auch 1999 auf das Buch Die Stellung der Frau zwischen Islam und westlicher Gesetzgebung (München 1993) des Sunna-Fundamentalisten und Allahkraten Salim el-Bahnassawy („das islamische Lebenssystem … kann niemals geändert werden“, 207), der sich auf über 200 Seiten um die islamistenseits neuerdings dreist „Frauenfrage“ genannte Gängelung jeder einem besonders fundamentalistischen Islam unterworfenen Frau bekümmert, weil für den Islam alle Frauen wankelmütig, hilfsbedürftig und verhältnismäßig unmündig sind (26).

Wer definiert die Grenzen der Toleranz? Das macht, Seite 204, Salim el-Bahnassawi: „Der Islam betrachtet Ehe und Familienleben als eine heilige Institution, gerichtet auf das Allgemeinwohl aller Beteiligten und der Gesellschaft im allgemeinen. Im umfassenden und vollständigen islamischen Familiensystem wird Gehorsam als eine Angelegenheit der Loyalität und Treue betrachtet. Es ist aber kein Indikator für die Unterlegenheit oder Inferiorität der Frau. Es ist schlicht eine Verpflichtung gegenüber der Familie und für den andauernden Erfolg der Ehe.“ Der fromme Mann predigt also, dass die Frau gehorsam sein muss, ohne sich unterlegen zu fühlen, andernfalls würde sie völlig unverantwortlich handeln. Mit noch anderen Worten: Weib, du hast zu gehorchen, nur so bist du nicht unterlegen. Man sollte von Erpressung reden, zumal ein Verstoß gegen die als Loyalität und Treue schönzulügende Gehorsamspflicht den Platz im Paradies verspielt, da sie nach orthodox islamischem Weltbild die Frau ins ewig lodernde Höllenfeuer führt und ihre eigenen Kinder gleich mit. Sie kann es natürlich nicht verantworten, das Seelenheil ihrer Kinder zu zerstören: Nur deshalb gehorcht die orthodox denkende Muslima ihrem Ehemann total, von der „motivierenden“ Prügel abgesehen.

Was meint Prof. Dr. Yasemin Karakaşoğlu-Aydın, wenn sie von „der Westen“ oder von „Gleichberechtigung von Mann und Frau“ spricht? Das hören wir auf Seite 204 bei Salim el-Bahnassawi: „Im Islam wurde die Gleichberechtigung von Mann und Frau vom Qur’an ausdrücklich garantiert und stellte kein Problem dar. Mit dieser Gleichberechtigung war nicht gemeint, dass die Frauen die Männer überbieten sollten, oder das westliche bzw. östliche Konzept von Freiheit und Gleichberechtigung zu übernehmen, das der Frau den Boden entzog und sie mehr und mehr entfeminisierte. Vielmehr wurde ständig im Auge behalten, dass Mann und Frau gleich, aber nicht dasselbe sind.“

Da müssen wir säkularen Muslime, Ex-Muslime oder Noch-nie-Muslime uns also Sorgen machen, dass unsere Bremer Erziehungswissenschaftlerin nicht den Boden unter den pädagogischen Füßen verliert und sich, im verderbten Westen lebend, maskulinisiert. Im Islam erbt die Frau lediglich 50 %, doch sie ist nicht ungleich, sondern gleich, ihre Aussage vor Gericht gilt die Hälfte, doch gerade das macht sie gleich. Frauen aller Länder, auf in die Bodenhaftung und Feminisierung!

Leider wird in Bezug auf die hinsichtlich der heiligen Gehorsamspflicht die Frau islamisch diskriminierenden Scharia-Gleichberechtigung der genannte Herr el-Bahnassawi, der in Kairo islamisches Recht studiert hat und nun als Richter in Kuweit tätig ist, mittlerweile offensichtlich völlig unkritisch bei der Friedrich-Ebert-Stiftung verbreitet, wo ihn Frau Dr. Menekşe Gün (Bad Salzuflen) in: „Religion und Sexualität in muslimischen Gemeinschaften“) verbreiten darf (27).

Damit jedoch das Grundgesetz erhalten bleibt, sollten wir die vormoderne, angeblich gottgegebene, uns irdischen Staatsbürgern jedoch keine Rechtssicherheit bietende Scharia als sehr weitflächig vorstellen, die Fläche der Religionsfreiheit aber wesentlich begrenzter: Die ihrem eigenen Bekunden nach (Großmufti Cerić) maßlose, kohärente und zeitlose Scharia lappt hier also ungeheurer über! Völlig folgerichtig wurde am 15.01.2003 die an einem radikalen Islam (an der politischen Scharia) orientierte, leider längst auch europaweit aktive Hizb ut-Tahrir durch den Bundesinnenminister an der weiteren Betätigung („ihre lauter werdenden Ansprüche“) gehindert (28).

Jene von Karakaşoğlu sicherlich nicht übersehenen „muslimischen Zuwanderer“ der Hizb ut-Tahrir nämlich, die noch im Jahre 2002 Besuch des geschwisterlich denkenden sprich grundgesetzwidrig orientierten NPD-Vorsitzenden Udo Voigt erhalten hatten haben in einem nachhaltigen Rechtsstaat die selbe Chance, „in allen Bereichen der Gesellschaft gleichberechtigt zu partizipieren“ wie alle anderen Staatsbürger auch.

Aus Sicht der freiheitlichen Demokratie sind der orthodoxe Islam und seine Scharia wesentlich mehr als bloße Religion. Im Übrigen gilt für jeden Menschen in Deutschland die Gewährleistung der ungestörten Religionsausübung, die Autorin möge dazu doch gerne im Grundgesetz unter Artikel 4 (2) nachlesen.

Jacques Auvergne

(1) Verwandt, verlobt verheiratet! Von Janine Flocke. Migrationsforscherin Boos-Nünning verteidigt die arrangierte Ehe mit Zähnen und klauen, weil diese ja keine Zwangsehe sei

http://www.zeit.de/online/2007/12/verwandtenehe?page=all

(2) Erziehungswissenschaftlerin Karakaşoğlu zitiert uns zu Integrationsproblemen und Ehefragen nicht das Grundgesetz, sondern den Koran. Karakaşoğlu gibt das Vorhandensein von mehr oder weniger starkem „Druck“ also Zwang der Eltern gegen ihre Kinder zu, in eine der unter deutschen Türkeistämmigen „sehr weit verbreiteten“ arrangierten Ehen einzuwilligen

http://www.wdr.de/themen/politik/1/integration_muslime/zwangsehe.jhtml

Islam ist … wali mudschbir (walī muğbir), der zwingende Heiratsvormund

http://de.wikipedia.org/wiki/Wali_mudschbir

(3) Der Allahgott kann Menschenrechte, islamische Menschenrechte. Die Kairoer Erklärung der OIC (1990), hier in der englischen Fassung </p

http://www.religlaw.org/interdocs/docs/cairohrislam1990.htm

(4) Die islamistische Milli Görüş lässt Tariq Ramadan reden, Uniday 2009 in der Westfalenhalle in Dortmund. Bei Milli Görüş

http://www.igmg.de/index.php?id=582&no_cache=1&type=98

(5) Auch die Islamische Zeitung (um Rechtsanwalt Andreas Abu Bakr Rieger, Rieger gehört zur radikalislamischen Sekte der Murabitun um den schottischen Ex-Hippie Ian Dallas, welcher konvertiert nun Abdalqadr as-Sufi heißt) schreibt zu Tariq Ramadans Rede im April 2009 in Dortmund

http://www.islamische-zeitung.de/?id=11827

(6) IGMG erzieht mit und zu Kopftuch und Geschlechtertrennung. taz: Jugendarbeit im Dienste Allahs.

http://www.taz.de/index.php?id=archivseite&dig=2004/09/29/a0269

IGMG für feminine Kleidungsvielfalt? Da sei Allah vor

http://www.berlin-igmg.de/bolge/resimler/2008/alemlere_rahmet/2008Alemlere_Rahmet-25.jpg

Männerfreie Zone, Karakasoglu-Aydin nennt es „geschlechtsspezifischer Ansatz“

Ohne Sitte kein Way to Allah. Scharia: Heiratsalter neun Jahre

http://www.berlin-igmg.de/bolge/resimler/2008/alemlere_rahmet/2008Alemlere_Rahmet-5.jpg

(7) Und das werdende Kalifat wird unsichtbar: Mythos Multikultur. LAGA NRW nennt ungefähre Normen, auf die hinzu integriert werden soll, nationalistisch und fremdenfeindlich. Damit sagt die LAGA: Lass die Fremden, sie sie sind, wende keine „deutschen“ (keine grundgesetzlichen?!) Normen auf die „Anderen“ an und bewerte (beobachte) beide nicht. Der die zu scheitern drohende Integration umwölkende Nebelschleier des islamverbandlich auferlegten Schweigens oder der politisch korrekten Selbstzensur wird dichter

http://www.laga-nrw.de/xd/public/content/index._cGlkPTU4_.html

(8) Islam bereits demokratisiert? Islam jetzt ohne Scharia? Islamkritiker nun beschäftigungslos? Dem Herrn Dr. Gebauer geht das Wörtchen Scharia nicht über die Lippen, doch referiert er auf dem 29. Orientalistentag (DMG) über seine drei Jahrzehnte Curriculums-Entwicklung für IRU (links unter „Teilnehmer“ klicken)

http://www.dot2004.de/orientalistentage.php

(9) Die in Ankara geborene Deutsch-Türkin Sanem Kleff von der GEW ist Autorin von „Islam im Klassenzimmer“ und organisiert seit 2001 die bundesweite Sektion der europäischen Aktion „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ (SOR-SMC)

http://de.wikipedia.org/wiki/Sanem_Kleff

(10) Kleff (GEW) elegant und fürsorglich pro Fereshta Ludin (GEW), aber gegen Islamismus. In dieser Quelle bemerkenswert, dass die schariatreue Kollegin Ludin behauptet, nicht zu wissen, dass ihr Arbeitgeber, die Islamische Grundschule der Islamischen Föderation Berlin (IFB) zu Milli Görüs gehöre – natürlich taqiyya vom Feinsten; indes, die beobachtende Kleff zitiert uns die ganze Sache seltsam genüsslich und womöglich lückenhaft. Islamkritiker, beobachte den Beobachter …

http://www.gew-berlin.de/2564.htm

(11) Staatlich-säkulares Gerichtsurteil war gestern, willkommen in der Postmoderne, Ihr Scharia-Gerichtshof. Islamic Sharia Council

http://www.islamic-sharia.org/

(12) Was für eine herzzerreißende Wehklage aus den barbarischen Germanien: Gerechtigkeit für die Muslime! Drei mutige Frauen namens Seyran Ates, Necla Kelek und Ayaan Hirsi Ali kann man da schon mal öffentlich verunglimpfen. Gemeinsam mit Mark Terkessidis, von Yasemin Karakasoglu

http://www.zeit.de/2006/06/Petition

Diesem arg demokratieverdrossenen Gejammere gegen die „ungerechte“ Säkularität und vielleicht ja für die irgendwie „gerechtere“ Ordnung der Scharia entgegnete Alice Schwarzer

http://www.emma.de/514.html

(13) AZ 18 K 74/05 – Allahgottes kleiner Sohn muss Schwimmen lernen wie alle Jungen und Mädchen der bergischen Stadt Wuppertal. Denn unsere Kinder aus Familien jeder Religion, Ex-Religion und Nichtreligion sollen gesund und lange leben und nicht im Bach oder Teich ertrinken

http://www.vg-duesseldorf.nrw.de/presse/pressemitteilungen/archiv/2005/19_050530/index.php

(14) AZ 18 K 301/08 – Allahgottes kleine Tochter muss Schwimmen lernen wie alle Mädchen und Jungen der bergischen Stadt Remscheid. Denn uns. Kinder a. Familien jed. Religion, Ex-Religion u. Nichtreligion sollen gesund u. lange leben u. nicht i. Bach o. Teich ertrinken

http://www.vg-duesseldorf.nrw.de/presse/pressemitteilungen/archiv/2008/20_080507/index.php

(15) Ein deutschstämmiger, zum Islam konvertierter Rechtsanwalt betreibt die Homepage muslimeandeutschenschulen.de und unterstützt Eltern, die ihre Tochter oder ihren Sohn vom Schwimmunterricht oder Sportunterricht abmelden möchten

http://www.muslimeandeutschenschulen.de/recht_schwimmunterricht.php

(16) Adnan Aslan

http://www.kitapshop.de/Verlage/I/Institut-fur-islamische-Erziehun

(17) Adnan Aslan: „Religiöse Erziehung der muslimischen Kinder“, „Geschlechtererziehung in den öffentlichen Schulen“, beide bei: Buchari-Versand

http://www.bukhara-versand.de/index.php?manufacturers_id=54&XTCsid=tcke7qi2moq7gq3ou10j93r22ju4qri4

(18) webislam.com

http://www.webislam.com/?idn=5372

Bis ins ferne japanische Tokyo für die Sache Allahs im Einsatz: Dr. Abdulaziz Othman Altwaijri (ISESCO; in Wien und Spanien auch geschrieben: Abdul Aziz-Altuajiri)

http://www.unu.edu/dialogue/papers/Altwaijri-ss.pdf

(19) „Der Autor der Kamel-Fatwa als Ausbilder islamischer Religionslehrer in Deutschland?“ Von Jörg Lau

http://blog.zeit.de/joerglau/2007/03/27/405_405

(20) Rowan Williams bei der WICS

http://www.islamic-call.net/english/modules/news/article.php?storyid=639

(21) Islamic Call

http://www.islamic-call.net/english/modules/news/article.php?storyid=716

(22) Andreas Lenz, Stephan Leimgruber (Hg.), Lernprozess Christen Muslime

http://books.google.de/books?id=Nt2a9WA4xugC&pg=PA80&lpg=PA80&dq=gaddafi+wics&source=bl&ots=R22TgnTFAE&sig=VqSP56AdIAHi-2R9K3s-dS-EGvM&hl=de&ei=YD84SrXALty2sgaTzqWrCw&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=1#PPP1,M1

(23) Karl Pfeifer auf haGalil über Amir Zaidan (einst IRH, jetzt IGGiÖ).

http://www.hagalil.com/01/de/Europa.php?itemid=1299

(24) Die 2001 zwangsaufgelöste Tugendpartei wollte die Türkei in einen an der Scharia ausgerichteten, mehr oder weniger islamischen (undemokratischen) Staat umformen

http://www.buergerimstaat.de/4_01/muslimelorga3.htm

(25) Geheiligte Genitalverstümmelung an Frauen ist auch im größten muslimischen Staat der Erde eine Selbstverständlichkeit. Dokumentation

http://www.nytimes.com/2008/01/20/magazine/20circumcision-t.html

(26) Rechtleitung für die hilfsbedürftige, ständig von Unmoral bedrohte muslimische Frau erteilt Herr Salim el-Bahnassawi: Die Stellung der Frau zwischen Islam und westlicher Gesetzgebung, München 1993.

http://www.scribd.com/doc/4447641/Die-Stellung-der-Frau-Salim-el-Bahnassawi

(27) Menekse Gün darf bei der Friedrich-Ebert-Stiftung das Scharia-Konzept der die Frau diskriminierenden islamischen Gleichberechtigung von Mann und Frau bewerben und el-Bahnassawi unkritisch zitieren. Politischer Dialog, Islam und Gesellschaft Nr. 7: Karin Brettfeld, Menekse Gün, Bernd Simon: Religion und Sexualität in muslimischen Gemeinschaften, dort als der Aufsatz: Individualität, Pluralität und sexuelle Selbstbestimmung bei sunnitischen Muslimen in Deutschland

http://library.fes.de/pdf-files/akademie/berlin/06007.pdf

(28) Januar 2003, Verbot der (beispielsweise auch durch Nähe zur gleichfalls anti-demokratischen und antisemitischen NPD aufgefallenen) radikalislamischen Hizb ut-Tahrir.

http://www.hamburg.de/archiv/231958/rechtsextremisten-kontakte-hizb-ut-tahrir-artikel.html

125. Karakaşoğlu 1994

13. Juni 2009

حسبة

hisba

Rückblick auf eineinhalb Jahrzehnte Islamisierung der bundesdeutschen Sozial- und Bildungspolitik

Von Jacques Auvergne, 2009

Den arabischen Begriff hisba könnten wir mit „Normenumsetzung“ oder „Qualitätskontrolle“ übersetzen, sollten jedoch wissen, dass hisba bedeutet, zur Installation der sozialen (genauer: Der antisozialen) Ordnung Allahs aufzurufen, zur Errichtung der an scharī’a und fiqh ausgerichteten „islamischen Gesellschaft“. Wenn Islam auf diese Weise politisch (zum Staat) werden darf, und jeder Muslim ist nach der Formel al-amr bi-’l-ma’rūf wa-’n-nahy ‘ani ‘l-munkar, „zu gebieten, was recht ist, und zu verwerfen, was unrecht ist“, eben dazu verpflichtet, dann werden Wortgläubigkeit, Gehorsamskultur und damit Antimoderne nach innen, zur Nation der Gläubigen, zunehmend total (islamischer Fundamentalismus als politischer Totalitarismus). Aus dieser geheiligten Gegengesellschaft wird ein zunehmend sadistisch gefärbtes Empfinden und Handeln nach außen die ebenso islampädagogisch (sadistisch) erwünschte wie verlässliche soziale (antisoziale) Folge sein, das selbstverständliche Erziehen zum Ekel gegenüber der moralisch dreckigen (nādschis) Nation der Ungläubigen (kuffār, zu: kufr, Unglaube). Die gotteslästerlichen Angehörigen des kufr einzuschüchtern, zu beklauen und nahezu permanent zu belügen nämlich soll die magisch-vormodern (neurotisch) beschworene „Existenz“ der dschahannam, der Hölle sinnlich erfahrbar machen und gilt im orthodoxen (politischen) Islam als ein gleichsam reinigendes, jedenfalls gottgefälliges Tun. Allerdings, es könnte und es sollte einen anderen Islam geben.

In den Jahren 1994 und 1995 ließ die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen, Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales, kräftig und auf Ihre und meine Kosten (dschizya?) für den Scharia-Islam werben, sprich hisba betreiben. Das entstandene Buch umfasste gute 190 Seiten Islambeschönigung, nannte sich „Türkische Muslime in Nordrhein-Westfalen“ und fungierte als so genannter Endbericht einer Studie mit dem hochtrabenden Titel: „Dialog mit einer neu etablierten religiösen Minderheit in NRW, türkische Muslime und deutsche Christen im Gespräch. Unter besonderer Berücksichtigung einer Bestandsaufnahme des christlich-islamischen Dialogs und der türkischen Dachorganisationen“.

Diese Studie wiederum war von dem für sein unwissenschaftliches Arbeiten bekannt gewordenen „Zentrum für Türkeistudien“ (ZfT, Essen) erstellt worden, als absolutistisch herrschender Leiter des ZfT präsidierte 23 Jahre lang (1985 – 2008) ein gewisser Dr. Faruk Şen (1). Nach wenig ruhmreichen Enthüllungen über verprasste Geldmittel und alkoholisch begeisterte Zechgelage auf Steuerzahlerkosten entschwand der über nahezu ein Vierteljahrhundert hoch angesehene und hoch bezahlte Herr Volkswirt und Direktorprofessordoktor Şen nach Istanbul, wo er in den lebenslangen Genuss deutscher Pensionen kommen wird. Den Kuratoriumsvorsitz im Zentrum für Türkeistudien hatte, wundert uns das jetzt, NRW-Integrationminister, Moscheebaubefürworter und Schariaverharmloser Armin Laschet.

Laut Landesrechnungshof verkonsumierte das Zentrum für Türkeistudien 1998 an einem interkulturellen Konferenzabend auf Kosten des Steuerzahlers mit 14 Personen 17 Flaschen Wein und etliche Campari und Martini, an einem anderen wissenschaftlichen Arbeitstreffen zu 16 Personen 12 Flaschen Wein und Etliches an Hochprozentigem. Herrn Dr. Şen und seine islamismusfreundlichen Zechkumpanen müssen wir an dieser Stelle einmal vor einem genossenen Übermaß an alkoholischen Getränken warnen, denn als frommen Muslimen sollte ihnen klar sein, dass sie spätestens dann Gefahr laufen, schirk (Beigesellung, Polytheismus) zu betreiben, wenn sie vor lauter Wein, Pils und Martini den eifersüchtigen Allahgott gleich doppelt sehen.

Keine zehn Tage vor einer geplanten Demonstration türkischer Nationalisten in Berlin leugnete Hochschullehrer Faruk Şen am 9. März 2006 in einer Radiosendung den schrecklichen, wahrscheinlich 1,2 Millionen Ermordete umfassenden Völkermord an den christlichen Armeniern als einen solchen (nämlich Genozid, Völkermord) und sprach in türkisch-nationalistischer Manier von „Massaker“ (2). Zum Sachverhalt des Genozids von 1915-1916 verfasste die deutsche Bundesregierung auf Antrag aller vier großen bürgerlichen Parteien (Drucksache 15/5689 vom 15.06.2005) eine Resolution (3). Hält man die türkischen Zeitungen wie Vatan und Hürriyet für repräsentativ, dann streitet die Mehrheit der Türken in einem nationalistischen Rausch, der jederzeit in einen islamistischen Rausch kippen kann, den gegen die Türken erhobenen Völkermordvorwurf ab. Gemeinsam mit dieser Mehrheit der auf wissenschaftliche geschichtliche Forschung oder auf Selbstkritik keinen gesteigerten Wert legenden Türken streitet auch Islamist Abdullah Gül (AKP) den Völkermord an den Armeniern ab (4). Inzwischen hat Bundesverdienstkreuzträger Faruk Şen die Lage der Muslime im heutigen Deutschland mit derjenigen der Juden im Nationalsozialismus verglichen, was ihm dann endlich öffentlich doch etwas krumm genommen werden musste und hat seine Dienstverpflichtung mit dem Land Nordrhein-Westfalen im, wie es so schön heißt, „gegenseitigen Einvernehmen“ gelöst (5).

Das ebenso kostspielige wie wissenschaftsferne Essener Zentrum für Türkeistudien (ZfT) leistete seinen multikulturellen (parallelgesellschaftlichen) Beitrag zum Migrationsforschung genannten Verschleiern der anwachsenden Integrationskatastrophe, indem es Yasemin Karakaşoğlu damit beauftragte, die Broschüre „Türkische Muslime in Nordrhein-Westfalen“ zu erstellen. Im Dezember 1994 war das Werk dann angefertigt, unter ganz geringfügigen und hier vernachlässigbaren Fehlerkorrekturen, Ergänzungen und Abänderungen erschien es als 2. Auflage im Juni 1995.

Wie uns das Impressum belehrt, ist das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen „Herausgeber“ des Buches „Türkische Muslime in Nordrhein Westfalen“. Der seitens unserer xenophilen Ministerien mit NRW-Verdienstorden und Professorentitel behängte gelernte Volkswirt, angebliche Islamkenner, Sektgelage-Veranstalter und (das muss man zugeben) Feinschmecker Faruk Şen hatte die „Projektleitung“, Islamismusverharmloserin Karakaşoğlu fand Einsatz im Bereich „Wissenschaftliche Bearbeitung“, die womögliche Diplom Übersetzerin (statt beispielsweise Dipl.-Übers. (FH) jedoch als dipl Übers.) Sabine Gomm sowie ein bis heute am ZfT tätiger Andreas Goldberg (statt M. A. allerdings als M.A.) sind als „Mitarbeiter“ genannt. Goldberg ist wohl Ethnologe und veröffentlichte inzwischen zum unter Gesichtspunkten der Rechtsspaltung, Abschottung und der menschenrechtswidrigen, gegengesellschaftlichen Finanzwelt (Scharia-Banking) mehr als problematischen Begriff „Ethnische Ökonomie“.

Welchen Anteil Goldberg, Gomm oder der feudal herrschende und nationalistisch argumentierende Professor Faruk Şen (SPD-Mitglied) an dem Buch haben, wird wohl ewig unklar bleiben. Damit dürfen wir die inzwischen zur „ersten Bremer Professorin für interkulturelle Bildung“ berufene Yasemin Karakaşoğlu als die Autorin („wissenschaftliche Bearbeitung“) der 1994 erschienenen Druckschrift betrachten. Zu deren Vorwort sich Minister Franz Müntefering hergab, der das Machwerk allen deutschen Erziehern, Lehrern und Sozialarbeitern ans Herz legt: „Wissen über den Islam, … Hintergrundinformationen über die islamische Religion. … Die Studie soll durch Informationen zur Versachlichung der Diskussion und damit zum Abbau von Ausländerfeindlichkeit beitragen, die häufig nur auf Unkenntnis beruht.“

Der irgendwie versachlichte Müntefering beweist uns eigentlich nur, dass man mit völliger Unkenntnis über den Islam durchaus auch ein Ausländerfreund sein kann. Solange der Ausländer nur kein Ex-Muslim oder gar Islamkritiker ist.

Zur Analyse:

[Titel] Türkische Muslime in Nordrhein-Westfalen

Keine Gastarbeiter mehr, keine Türken, sondern Muslime. Eine eigene Sorte Mensch. Der Titel ist gar nicht selbstverständlich, zumal das Ministerium jetzt eine Studie „Türkische Ex-Muslime in Nordrhein Westfalen“ publizieren müsste oder „Türkeistämmige Christen“ und das Zentrum für Türkeistudien nun gar nicht Zentrum für Muslimstudien heißt. Wir haben darauf zu achten, dass das Kollektiv der „Muslime“ hier, gedruckt mit Landeswappen und dem Schriftzug des Ministeriums, keinesfalls zu einer Sorte Mensch heranwächst, zu einer ethnoreligiösen Kaste mutiert, die gesonderte Rechte beanspruchen darf.

20. Die Scharia bestimmt das politische und private Leben jedes einzelnen muslimischen Gläubigen.

Keine indirekte Rede? Kein „die vormoderne, undemokratische Doktrin der Scharia beansprucht, das politische und private Leben … zu regeln“?

Die Scharia verstößt gegen die allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948 und gegen das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland von 1949 (6).

Der Islamkenner und gründliche deutsche Integrationsforscher Professor Bassām Ṭībī (Der Islam und Deutschland. Muslime in Deutschland) benennt fiqh-Islam und scharī’a-Islam als mit Europas Demokratien völlig inkompatibel.

Ruft Vorwort-Schreiber Franz Müntefering Nordrhein-Westfalens Muslime jetzt zu einem Leben nach der grundrechtswidrigen, beispielsweise frauenfeindlichen Scharia auf? Plädiert „Münte“ für den zwingenden Heiratsvormund (mücbir veli, walī mudschbir) und für at-talaq, die Verstoßung der Ehefrau? Sofern SPD-Genosse und Minister Müntefering das Machwerk überhaupt gelesen hat, hat er es nicht verstanden.

Leute wie Müntefering, Şen und Karakaşoğlu sind bei ihrem Einsatz für den orthodoxen (politischen) Islam nicht ohne Erfolg gewesen: Inzwischen hat bereits das Oberhaupt der Anglikanischen Kirche für die teilweise Einführung der Scharia plädiert (7).

Auch der differenziert (menschenrechtswidrig) denkende Schweizer Professor Christian Giordano beschönigt die familienrechtliche Rechtsspaltung als „Rechtspluralismus“. Christian Giordano will offensichtlich die neunjährige Ehefrau, den geheiligten Kult ums politisch gewordene weibliche Genital (Kontrolle der Ware auf intaktes Jungfernhäutchen, äußeres Zeichen: Der hidschāb, das Kopftuch) und die islam-ehevertraglich dazugekaufte Zweit- bis Viertfrau (8).

21. 3.2.7. Beitritt. Für einen Beitritt zum Islam bedarf es keiner offiziellen Riten.

Was zwar ziemlich gelogen (taqiyya) ist, der vor zwei Zeugen zu vollziehende Ritus des Übertritts in den Islam nennt sich schahāda und ist immerhin so amtlich („offiziell“), dass er die erste der so genannten Fünf Säulen darstellt. Einen anderen Ritus der „offiziellen Riten“ verschweigen uns Minister Müntefering, der wundersame Direktor Şen und Buchschreiberin Karaşoğlu hier ganz bewusst, das offizielle Austrittsritual namens irtidād (ridda), eine religiöse Köstlichkeit Arabiens, bei der nach Maßgabe des wasatiyya (al-Qaraḍāwī: „Islam als Religion der Mitte“) bzw. des „Wege zum Gleichgewicht“ (Al Gore) fliegende Steine oder niedersausende Schwertklingen zum kommunalpolitischen (ordnenden, Natur herstellenden) Einsatz kommen (9). Wer nämlich aus dem Islam Austritt, den darf jeder Muslim töten.

21. Aufgrund des Gleichheitsprinzips aller Muslime vor Gott gab es ursprünglich keinen Priesterstand, der zwischen Gott und den Menschen vermittelt. Es gibt auch keinen unfehlbaren Leiter der Gemeinde. Auch Mohammed sah sich selbst als einen einfachen, fehlbaren Menschen an.

Eine ausgesprochen kalkulierte Bescheidenheit womöglich. Denn abgesehen davon, dass der selbst ernannte Stellvertreter Allahs die jüdische Reihe der Propheten ja erst einmal klauen musste und mit hochkulturellen iranisch-manichäischen (Licht-Finsternis-Dualismus) oder altorientalischen Mythen (göttliches Weltgericht) sowie mit den uralten afropazifisch-sexualmagischen Vorstellungen (der Kult um das Menstruationsblut und die männliche Beschneidung) zu verschmelzen wagte: Mohammed herrschte absolut.

Frau Karakaşoğlu hat als wenig spirituelle dafür ziemlich fundamentalistische Muslima natürlich keine Schwierigkeiten damit, den Befehlsgeber vieler Auftragsmorde und den Gründer eines kulturrassistischen Staatswesens (Medina, vormals Yathrib) als bescheidenen Sozioreformer und Sozialarbeiter darzustellen, was natürlich auch in der SPD gut ankommen dürfte.

Der Weg ins Paradies verläuft für eine jede muslimische Frau über ihren Mann, dem sie absolut zu gehorchen hat – damit hat ihr (nicht sein) ehelicher Gehorsam den Rang eines Gebets und zugleich Sakraments. Entsprechend ist für den Ehemann das herrische (in Wirklichkeit bis an den Größenwahn heranreichende enthemmte und selbstherrliche, angeblich jedoch, wie laut beklagt wird, besorgt, bekümmert und verantwortungsvolle) Befehlsgeben an die Ehefrau sozusagen ein Sakrament. Desgleichen ist das Kontrollieren und Einschüchtern der Frauen mit gelegentlich vorkommendem Ehrenmord beileibe nicht lediglich Relikt aus der orientalischen Stammeskultur, sondern purer Islam.

Der Grad an Selbstauslöschung ins Kollektiv hinein ist für den muslimischen Endverbraucher, namentlich den weiblichen, gleichbedeutend mit dem Grad an Religiosität. Männer können zusätzlich noch ein paar Dhimmis quälen oder militärisch (dschihād) Territorium erwerben, um als tugendhaft (Platz im Paradies) zu gelten. Für die Günstlinge der „islamischen Geistlichen und muslimischen Gelehrten“ (der Einflussreichen beziehungsweise Brutalen) stehen zwar mehr Chancen offen als für die Unterschichten der von Bestechlichkeit geprägten islamischen feudalen Ordnungen mit ihren, einem Kastensystem ähnelnden Schichtungen verschiedenen Zuganges zu den Privilegien. Islam ist stets ein ausgesprochen korruptes Feudalsystem. Doch haben auch die Privilegierten den obersten Stellvertretern Allahs zu gehorchen, es sei denn, sie schwingen sich zum Emir auf (symbolischer oder auch konkreter Königsmord) und ordnen Frömmigkeit (totalen Gehorsam) an. Islamische Mystik ist seit al-Ghazali (al-Ġazālī, gest. 1111) oft nicht viel mehr als die Lehre der Kunst der Selbstverleugnung oder Gehorsamskultur. Faustregel seit eineinhalb Jahrtausenden: Überall, wo totaler Gehorsam zum geheiligten Kult wird, könnte Islam der Fall sein.

Schariakonformer Gehorsam ist im Islam geheiligte Handlung: Die Tochter, die sich vom Vater zwangsverheiraten lässt und die in der Hochzeitsnacht sakral entjungfert wird, sie folgt dem geheiligten Muster der fälschlich als „naturhaft, gesund“ etikettierten islamischen gesellschaftlichen Ordnung. Die Handlungsvorschriften der Sunna einzuhalten und ihre Handlungsempfehlungen überzuerfüllen gilt als der Schlüssel zum Paradies, insofern gelangt der muftī als der Schreiber einer fatwā (islamisches Rechtsgutachten, Mz. fatāwa) sehr wohl in den Rang eines Priesters – nur dass du angeblich nicht ihm gehorchst, sondern dem Willen Allahgottes. Der kadi (al-qāḍī) als der islamische Richter hat in der Gehorsamsreligion Islam sehr wohl priesterliche Funktion, denn dem islamischen Gesetz Gehorsam zu verweigern zieht sowohl soziale Ächtung (bis zum islamrechtlichen Apostatenmord) als auch verhinderten Eintritt ins Paradies nach sich.

Wenn hochrangige (einflussreiche) Muslime den Nichtmuslimen weismachen wollen, der Islam sei egalitär und habe kein Priestertum, dann geht es schlicht darum, die Macht der Scharia-Gerichte und Fatwa-Räte (ECFR) oder den Führungsanspruch von Milli Görüş und Muslimbruderschaft zu verschleiern und der säkularen Demokratie jene totale Angst (islampädagogisch erwünscht, vor der Höllenstrafe) geheim zu halten, die eine etwa gewagte Gehorsamsverweigerung nach sich zieht.

Einerseits also geht es um die verhinderte fitna für die soziale Basis der pyramidengleich hierarchisierten islamischen Gesellschaft: Der Mensch im orthodoxen Islam ist wie ein Molekül im Kristallgitter, orthodox islamisierte Menschen sind ausgerichtet wie die angetretenen Soldaten auf dem Exerzierplatz. Kein Priester steht zwischen dem Muslim und Gott, in der Tat nicht: Die gesamte umma steht zwischen dir und Allahgott! Hinauf ins Paradies bedeutet damit und auf den ersten Blick egalitär anmutend: Hinein in die „soziale Mitwelt“ der umma. Und nur fühllos erloschen, nur entwürdigt, entsubjektiviert zum „man“, nur willenlos erlangst du Anteil an der umma (in der dunya, der niederen Erdverhaftetheit, und gegen sie) sprich am Paradies (im hehren Jenseits von al-’āchira, englische Schreibweise akhirah).

Islam ist „andererseits“ (Islam ist genuin) anti-egalitär: Das tödliche (qadar, türk. kismet) Gerangel um die Führung des Kalifats mit dem Ziel der vermiedenen fitna, nur eben für die Spitze der Pyramide findet sein Spiegelbild im Konkurrenzkampf zweier Kalifen, zweier Islamverbandsfunktionäre, Imame, Brautwerber, Großfamilien, zweier Nachbarn, Brüder, zweier Kinder. Dieser Konkurrenzkampf vermag, das ist im „verlässlich unzuverlässigen“ Islam sozusagen eingebaut, zwischen Spiel und Krieg nie klar zu unterscheiden, alle Friedensverträge oder auch Kriegsdrohungen sind dramatische Taschenspielertricks. Mit Scharia Richtern, vorsäkularen Imamen, schariafreundlichen Islamverbandsvertretern oder „Wissenschaftlern“ wie Faruk Şen und Yasemin Karakaşoğlu kann und darf die kulturelle Moderne keinen „Frieden schließen“, jedenfalls nicht, ohne Teil des ewigen, kosmischen dschihād sein zu wollen – und zwar als Verlierer, als Brennstoff fürs Höllenfeuer. Echte Begegnung zwischen Nichtmuslim und Muslim (noch nicht einmal gelingender Dialog zwischen zwei Muslimen) kann auf der Grundlage der Scharia niemals stattfinden, einseitiger oder komplizenhaft geteilter Sadismus sehr wohl.

Es gibt bereits säkulare und zugleich spirituelle Muslime, vielleicht hat es sie in geschützten Nischen stets gegeben, doch die werden, weil sie Scharia und fiqh zurückweisen müssen, nicht selten von ihren „eigenen“, leider nach wie vor massenhaft vorhandenen Fundamentalisten bedroht.

[noch zu] 21. Aufgrund des Gleichheitsprinzips aller Muslime vor Gott. … Auch Mohammed sah sich selbst als einen einfachen, fehlbaren Menschen an.

Automatisiertes „tugendhaftes“ Verhalten zu üben (Frauen, Kinder, Niederrangige) beziehungsweise diese Lebensführungsdiktatur aufzubauen (Ehemann, Familienoberhaupt, Staatsoberhaupt) ist gewissermaßen Gebet. Dem Kalifen (Ayatollah, Mufti, Stammesführer, Yūsuf al-Qaraḍāwī, Islamverbandsfunktionär, großen Bruder) zu gehorchen ist im Islam veritabler Gottesdienst. Einen anderen Weg ins Paradies als die totale Unterwerfung (Islam) unter das gesetzlich (auch Islam) vorgeschriebene Wohlverhalten steht dem Muslim nach orthodoxer Lesart gar nicht zu.

Der dem Mohammed oder seinen Offizieren den Gehorsam verweigernde, sprich: Der anti-islamische Gesetzesbrecher wird von einem „einfachen, fehlbaren“ Menschen wie dem Propheten selbst gesteinigt. Wie rührend, was für fromme, bescheidene Hand- und Kopfabhacker.

23. Der Islam und die Frauen. Alle Verhaltensweisen von Muslimen gegenüber Frauen lassen sich nicht automatisch aus dem Islam ableiten.

Wer hätte das gedacht, bereits 1994 wurde dieser Trick verwendet, der gezielt dazu ermuntert, den „eigentlichen“ Islam als moralisch unbefleckt und als frauenfreundlich zu betrachten. Eine das Grundgesetz verteidigende Frau Karakaşoğlu hätte jetzt die Gelegenheit, ein wenig Korankritik und Schariakritik zu betreiben oder etwa die als Pflicht angesehene, islamische FGM der indonesischen Schafiiten oder die Bejahung der alltäglichen ägyptischen Genitalverstümmelung (Klitoridektomie) seitens mehrerer Azhar-Theologen wie Scheich Youssef al-Badri (1997) oder die bejahte FGM der islamischen, ebenfalls an der Kairoer Azhar lehrenden Rechtsgelehrten wie Dr. Muhammad Wahdan (2006) zu kritisieren. Frau Karakaşoğlu, wollen Sie, gemeinsam mit Youssef al-Badri und Muhammad Wahdan, wollen Sie die FGM?

Islamverharmloserin Karakaşoğlu hätte die Möglichkeit, beispielsweise die Imam-Ehe oder die koranisch garantierte Polygynie als frauenentrechtend zu benennen oder die klassisch islamische Forderung nach halbiertem Erbe für eine jede Frau gegenüber ihrem Bruder und nach lediglich halber Stimme vor Gericht. Karakaşoğlu schweigt bis heute, vielleicht ja im Dienste der Wissenschaft.

Schariafreundin Karakaşoğlu hingegen erzählt uns, ohne rot zu werden:

23. Der Islam geht von der völligen Gleichwertigkeit von Mann und Frau vor Gott aus. … Dieser völligen Gleichheit als Gläubige vor Gott steht die Vorstellung der sich gegenseitig ergänzenden Teile gegenüber. Mann und Frau haben im Alltagsleben völlig verschiedene Aufgaben und Pflichten zu erfüllen …

Geht`s noch? Unsere multikulturelle ostfriesische Turkologin beschönigt die Entrechtung und Geringerstellung der orthodoxen islamischen Frau unter ihren Vater, der die Tochter auch gegen ihren Willen verheiraten darf sprich zwangsverheiraten darf (türk. mücbir veli, arab. walī mudschbir) sowie unter ihren Ehemann, dem sie lebenslangen Gehorsam schuldet.

Man ist geneigt, vor Verzweiflung in ätzende Ironie zu verfallen, sarkastisch zu reagieren, wenn man Frau Karakaşoğlu lesen muss. Sicherlich, der von Allāh mit dem Verprügeln seiner widerspenstigen Ehefrau beauftragte muslimische Ehemann steht seiner Frau „gleichwertig“ gegenüber. Die ihre koranische Prügel empfangende Frau ist noch im Augenblick des koranischen Prügelns ihrem Mann in komplementärer Harmonie gegenübergeordnet, und das islamische Leben ist ein Geben und Nehmen.

Nur ist es im Islam halt immer der Mann, der die Prügel austeilt und die Frau, die die Prügel einsteckt, die eingesperrt wird, verstoßen wird, zwangsverheiratet. Dieser prickelnden, sexuell wie spirituell erregenden Dualität „der sich gegenseitig ergänzenden Teile“ (Karakaşoğlu) gilt es, endlich auch im eurozentrischen, fremdenfeindlichen Deutschland Geltung zu verschaffen, damit „Türkische Muslime in Nordrhein-Westfalen“ (Buchtitel) in die türkische cennet, arabische dschanna gelangen, ins Paradies.

Nicht außer Acht zu lassen ist die Rolle der Mutter bei der kulturellen Reproduktion des (misogynen) Familiarismus. Die Mutter bringt ihren Kindern, und zwar den Söhnen bis zum vielleicht zehnten Lebensjahr wie vor allem auch den Töchtern mindestens bis zu deren Verheiratung, das schariakonforme, frauenentwürdigende Verhalten bei … und wehe, sie tut es nicht.

Mann und Frau haben im Alltagsleben völlig verschiedene Aufgaben und Pflichten zu erfüllen

Frau darf das Haus nicht länger verlassen, keiner Berufstätigkeit nachgehen. Frau braucht keine Schulausbildung, kein Bankkonto. Sie hat Jungfrau zu sein und hat verheiratet zu werden. Sie hat in der Hochzeitsnacht zu bluten, gehorsame Ehefrau und gehorsame Haushaltshilfe der Schwiegermutter zu sein und der Großfamilie ihres Ehemannes Kinder, vorzugsweise Söhne zu gebären. Söhnchenfabrik (zoontjesfabriek, Ayaan Hirsi Ali).

24. In Arabien hat der Islam die Stellung der Frau in vielen Punkten verbessert. …

Der Mythos mit den vergrabenen Neugeborenen, jaja. Schwachsinn. Unsere Turkologin redet wissenschaftlich Unhaltbares, und gedruckt wird derartige Geschichtsverfälschung und Islamverherrlichung auf Steuerzahlerkosten.

Die vorislamisch sozialisierte Araberin Chadīdscha bint Chuwaylid war Unternehmerin und suchte sich einen pfiffigen, erfolgreichen Karawanenführer und Händler fürs Haus und Ehebett. Der junge Kerl hieß Muhammad und wurde größeren Kreisen bekannt durch seine nachmalige nebenberufliche Tätigkeit als Prophet.

24. Darüber hinaus enthält der Koran zahlreiche Regelungen, die die Behandlung von Frauen in Fragen von Mitgift, Heirat, Polygamie, Sorgerecht, Eherecht, Zeugenschaft, Kleidung und Erbe betreffen. Auch wenn sie aus heutiger Sicht Mann und Frau nicht die gleichen Rechte einräumen, …

Karakaşoğlu redet von der im Koran von Allahgott jedem männlichen Muslim erlaubten Polygamie, dass aber die Frau natürlich nicht vier Männer haben kann, übergeht die Erziehungswissenschaftlerin (laut Wikipedia) dezent. In der Sache ist der Koran hier einmal wenigstens ungefähr richtig wiedergegeben, wenn auch nur in einem Nebensatz und auch dort nur mit dürren Worten. Doch wir lesen dieses in einer Druckschrift eines Landesministeriums einer (noch) freiheitlichen Demokratie. Was bedeutet das? Empfiehlt uns die Autorin nun, die Polygamie (genauer: Vielweiberei, Polygynie) in der Bundesrepublik Deutschland einzuführen, nur weil sie im geheiligten Buch der Muslime aufgeschrieben ist?

„Sorgerecht“ hat im Scharia-Islam stets der Mann, die verstoßene Frau verliert ganz selbstverständlich die Kinder. „Zeugenschaft“ bedeutet, Frau Turkologin will da nicht ins Detail gehen, dass ein weibliches Wesen juristisch lediglich halbe Portion ist, für den Nachweis ihrer Vergewaltigung braucht sie sogar vier Zeugen, andernfalls hat sie wegen angeblicher Verleumdung Körperstrafen zu erhalten.

Auch zu „Kleidung“ wären doch ein paar Worte mehr ganz hilfreich gewesen, der nichtmuslimische Rest der Welt, aber auch die muslimischen Kopftuchgegnerinnen erhoffen ja vielleicht, dass sich die Bremer Autorin von den in Saudi-Arabien, im Iran oder bei den afghanischen Paschtunen vorgeschriebenen, ganzkörperverschleiernden Gewändern (‘abāya; tschādor, pardā; burqa) distanziert. Wer also weiß, nach der Lektüre der ministeriell abgesegneten Broschüre, wer weiß jetzt Rat zum Thema „Kleidung“? Erbakan, al-Qaraḍāwī oder Ṭāriq Ramaḍān?

24. Nach islamischer Auffassung wird die Frau fast ausschließlich im Kontext ihrer Rolle in der Familie gesehen.

Frau, Ehefrau ist die vom Stamm für das jeweilige, zur Heirat vorgesehene Bürschchen gekaufte Kindergebärerin, die dem Ehemann bedingungslos zu gehorchen hat (Frömmigkeit der Muslima, Religion der Muslima) und ihm beispielsweise den Sex zu keiner Stunde ihres Lebens verweigern darf. Frau wird vom walī (hier in der Bedeutung: Heiratsvormund) verheiratet, kann aus der Ehe jederzeit verstoßen werden, hat lebenslang islamisch damit zu rechnen, dass ihr Ehemann ab morgen mit einer Zweit- oder Drittfrau im Nachbarzimmer vögelt und verliert im Falle der Verstoßung (at talaq) für alle Zeit ihre Kinder, die nämlich „ihm“ sprich seinem Stamm gehören. Sie muss zur „entehrten“ Herkunftsfamilie zurückkehren sofern sie noch lebt und dort als Verachtete niedere Dienste tun oder der Verheiratung mit einem anderen, sozial wohl recht ausgegrenzten Kerl entgegen sehen. In der Tat, Frau Turkologin, wir können es nicht besser sagen, als Sie es hier tun:

Nach islamischer Auffassung wird die Frau fast ausschließlich im Kontext ihrer Rolle in der Familie gesehen.

So eine „islamische Frau“ bestimmt ihre Lebensgeschichte, bestimmt ihre Sexualität in nahezu keiner Weise selber, sie hat keinen Anteil an der freiheitlichen Demokratie. Yasemin Karakaşoğlu jedoch will dieses vormoderne, fremdbestimmte Leben für die, man vergleiche den Buchtitel, Frauen unter den „Türkischen Muslimen in Nordrhein-Westfalen“ durchgesetzt wissen. Ob sie selber auch so lebt? Verstößt die Autorin etwa gegen den Islam, oder lebt sie „islamisch“ sprich familialistisch?

Gemeinsam mit dem windigen Großmeister des Pfründesicherns (steuerfinanziertes Monatsgehalt 8.180 €) und der Geldmittelveruntreuung im großen Stil und über nahezu 25 Jahre (10) Faruk Şen ist Yasemin Karakaşoğlu, das wird Kennern der Scharia an dieser Stelle klar sein, 1994 eigentlich ein ganz großer Wurf gelungen: Ein deutsches Ministerium für den Familialismus der Scharia und für die islamische Imam-Ehe (an nikāh) werben zu lassen, das nenne ich mal Einsatz für die Sache. Der seinerzeit und vielleicht ja bis heute völlig islamunkundige Franz Müntefering unterschreibt die Sache dann auch noch.

Vielleicht ist es nur wenig überspitzt, zu sagen, dass Genosse Franz Müntefering mit seiner Signatur und seinem Vorwort für den bundesdeutschen familienrechtlichen Islam wirbt und für die auch in NRW „zu integrierende“ Frauenpolitik der Scharia. Zu dieser entgrenzten Toleranz des Ministers und Schariaverharmlosers ließe sich durchaus auch ein Motiv nennen. Am 8.11.2006 schrieb der FOCUS: „Müntefering will Türkei in der EU sehen. [Müntefering] sei zuversichtlich, dass das Land auf längere Sicht EU-Mitglied werde“. Die anderen Parteien sehen das überwiegend leider ebenso und wollen den raschen und rechtlich vollwertigen Türkeibeitritt.

Architektonisch oder infrastrukturell mag es ja erstaunliche Fortschritte in der (westlichen) Türkei geben, eines hat sich jedoch gerade mit der Regierungspartei AKP nicht geändert: Die Akzeptanz des vormodernen Menschen- und Frauenbildes der Scharia durchzieht die gesamte Türkei. Wer wie Müntefering (SPD) oder die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung auch 2009 immer noch die Vollmitgliedschaft Kleinasiens in der Europäischen Union propagiert, der hat Familienrecht, Religionsfreiheit und die Gleichberechtigung der Frau betreffend nun allerdings ein Problem: Die Scharia, die erst einmal „gekippt“, entsorgt, überwunden, glaubhaft abgelehnt werden müsste. Premier Recep Tayyip Erdoğan hingegen bezeichnete sich noch 1994, also im Jahr der Veröffentlichung dieses Machwerks, in einem Interview mir der Zeitung Milliyet als Anhänger der Scharia.

Ex-Erbakan-Nachfolger und Immer-noch-Islamist Gül: „Der Islam regelt die weltliche Ordnung. Ich als Moslem glaube daran (11).“ Islamist Erdoğan, auch einstiger Erbakan-Gefolgsmann: „Gottseidank sind wir Anhänger der Scharia. Unser Ziel ist der islamische Staat (11).“

25-26. Der Schleier ist der sichtbare Ausdruck für die Trennung der Gesellschaft in Räume für bestimmte Geschlechter, Frauen sollen in der Öffentlichkeit „unsichtbar“ für die Männer sein.

Müntefering wirbt für die Gender-Apartheid. Oder Karakaşoğlu? Oder beide.

Der Sache nach stimmt es auch noch, Frauen sollen ganz und gar aus der Öffentlichkeit vertrieben werden. Der Markplatz den Männern, das gründlich islamisierte Eheweib sei in Küche und Schlafzimmer eingesperrt.

Das Recht auf gemischgeschlechtliche Großraumbüros, koedukative universitäre Hörsäle und geschlechtsgemischte Klassenzimmer werden wir gegen die Parteigänger der Scharia verteidigen müssen! Das gilt auch für Klassenfahrten, Turnen und Schwimmen. Dass sich ein Kollektiv hier völlig abschotten möchte (Prinzip islamische Gegengesellschaft) dürfen wir nicht begrüßen, auch nicht im Namen der „Toleranz“ oder „Multikulturalität“.

25. In der Familie gehen Frauen und Männer aus einem Verwandtenkreis miteinander um.

Das kurdisch-muslimische oder türkisch-muslimische Mädchen darf also noch nicht einmal seine Freundin nach Hause einladen. In sehr fundamentalistischen oder auch „nur“ in extrem patriarchalischen Familien ist das leider wirklich so.

25. Hat die Frau in diesem Bereich Besuch von Freundinnen, die nicht zum Verwandtenkreis gehören, muss der Mann sich in dem (kleineren) Männertrakt aufhalten, wo er auch seine männlichen Besucher empfängt.

Wie geil, sei ich züchtiges Mägdelein oder brünstiger Kerl, mein Genital wird politisch. Erst gemeinwesenpolitisch, später kommunalpolitisch. Zuletzt preisen die Gottheit islamische kulturelle Errungenschaften wie ‘abāya, tschādor, pardā und burqa als äußeres Zeichen der verstaatlichten Vagina.

25. [Die Verschleierung hat ja vielleicht die] Funktion, Frauen vor den begehrlichen Blicken der Männer zu schützen

Frauen können genau so lüstern („begehrlich“) gucken wie Kerle – und sie sollen es. Die kulturelle Moderne lässt Männer wie Frauen tagtäglich begehrlich blicken – ohne, dass diese Leute vergewaltigend übereinander herfallen.

Blicke töten nicht. Gesichtsverätzende Batteriesäure, ägyptische oder irakische oder pakistanische Gruppenvergewaltigungen, aus Gründen der nāmūs Ehre zugefügte Messerstiche oder richterlich angeordnete fliegende Steine, sie töten bisweilen.

Einen Gesichtsschleier für Turkologin Yasemin, mit integriertem Mikrophon, damit wir die keusche Dozentin trotzdem hören.

25 [Die Verschleierung ist möglicherweise ja ein] Mittel … mit dem vermieden werden soll, dass die der Frau zugeschriebene Attraktivität den Mann vor der Erfüllung seiner Aufgaben in der Gesellschaft abhalten könnte.

Frau Karakaşoğlu ist auch Verhaltensbiologin? Oder Arbeitspädagogin, oder um das zugegeben prekäre Bruttosozialprodukt besorgt? Die interkulturelle Bremerin mag mit gutem Beispiel voran gehen und sich in einen ostfriesischen Kartoffelsack hüllen.

Übrigens – sind islamisierte Männer so unattraktiv? Müssen diese Männer dann nicht den Gesichtsschleier tragen, damit Dozentin Karakaşoğlu nicht auf dumme Gedanken kommt?

25. Die Verschleierung muss nicht, wie aus westlicher Sicht oft interpretiert, „Unterdrückung“ der Frauen bedeuten …

Falsch. Verschleierung ist Unterdrückung der Frauen durch die Männer, und das nicht lediglich aus „westlicher Sicht“, vielmehr aus universell-menschenrechtlicher Sicht.

Die juristische Entrechtung der Frau (islamisches Recht), die familiäre Gewalt gegen Frauen, die Vergewaltigungen an frei herum laufenden Unverschleierten zwischen Marokko und Malaysia sowie die Verachtung der Frau durch die islamischen Theologen von vierzehn Jahrhunderten sollten eigentlich auch die „wissenschaftliche Verteidigerin des Glaubens“ Frau Karakaşoğlu eines Besseren belehren.

Hier endet die sozialpädagogische Analyse von „Türkische Muslime in Nordrhein-Westfalen“, für das wir Yasemin Karakaşoğlu verantwortlich machen dürfen. Die 1994 im Auftrag des nordrhein-westfälischen Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales (Minister Franz Müntefering) herausgegebene Broschüre lässt uns recht genau erkennen, wie die Integration scheitern musste.

Nach wie vor werben islamfreundliche Mitglieder von kommunalpolitisch aktiven türkischen Vereinen oder gar von Ausländerbeiräten für die arrangierte Ehe als völlig akzeptablen Lebensentwurf, und seit eineinhalb Jahrzehnten übt sich die elitäre politische Kaste von SPD wie CDU und üben sich hochrangige Kirchenvertreter in der hohen Kunst, uns die kulturrassistische und frauenentrechtende islamische Scharia als demokratiekompatibel zu verkaufen und die Türkei (keine Meinungs- und Pressefreiheit, teilweise extremer Patriarchalismus, den Völkermord an den Armeniern leugnend, Kurdistankonflikt, gerade auch mit der AKP zunehmend radikalislamisch und gottesstaatlich geprägt) als europatauglich schönzulügen.

Von den universellen Menschenrechten oder den deutschen Bürgerrechten wird bei derlei Toleranz sehr rasch nicht viel übrig bleiben, und wir überlassen es dann dem Zufall oder dem Faustrecht (Islam), ob ein Mädchen oder eine junge Frau den Weg in die kulturelle Moderne oder „einfach nur“ den Fluchtweg in ein Frauenhaus wirklich findet.

Münteferings Ministerium nannte sich „… für Arbeit, Gesundheit und Soziales“. Und spätestens bei „… Soziales“ sollten wir als Deutschlands Sozialarbeiter uns angesprochen fühlen, gerade angesichts des Scherbenhaufens gescheiterter Integration sprich zunehmender islamischer Parallelgesellschaft. 2009 sollten wir Sozialarbeiter und Sozialpädagogen unsere Klienten und Kollegen dazu aufrufen, dem bereits 1994 von Yasemin Karakaşoğlu vertretenen, am Sunna-Fundamentalismus statt an der kulturellen Moderne, an der Scharia-Doktrin statt am Gleichheitsfeminismus orientierten Gedankengut entgegen zu treten, wo immer und sobald wir ihm begegnen.

Dass unsere, die Scharia verharmlosenden Gegner nicht nur in Islamverbänden und Moscheegemeindevorständen sitzen, wo man sie ja vermuten muss, sondern als Dozenten in den Fachschulen oder Hochschulen für Soziale Arbeit, als sozialpädagogische Mitarbeiter in Stadtjugendämtern, als Integrationsbeauftragte in Wohlfahrtsverbänden und Ministerien oder als Islambeauftragte in den beiden christlichen Großkirchen tätig sind, macht unsere Rolle nicht weniger bedeutsam.

Nach ein bis drei Jahrzehnten professionell betriebener Islambeschönigung im Stile der Damen Boos-Nünning und Karakaşoğlu braucht die Gesellschaft, will sie freiheitlich demokratisch sprich säkular sprich kulturell modern bleiben, eine islamkritische Pädagogik und Sozialpädagogik. Diese alleine würde den von Karl Jaspers (Selbstsein, Selbstwerdung, Selbstverwirklichung), Hannah Arendt (Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft), Bassām Ṭībī (Leitkultur bürgerrechtliche Säkularität, Islamismus als regressiver „Traum halbierter Moderne“) und nicht zuletzt den vom Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland gesetzten Anspruch an qualitativ wertvolle Bildungsarbeit und Soziale Arbeit erfüllen. Erziehung, Schule, Jugendarbeit und Integrationsarbeit haben eine den Fundamentalismus und die „autoritäre Persönlichkeit“ eingrenzende Pädagogik und Sozialpädagogik zu realisieren statt dem zugewanderten theozentrischen Totalitarismus des auf Frauenentwürdigung und Gottesstaat zielenden politischen Islam den Weg zu bereiten.

Ablehnende Kritik an Scharia und fiqh muss von uns als inhaltlicher Bestandteil der staatlichen Anerkennung sowie des Kodex Sozialer Arbeit begriffen werden, um als Sozialarbeiter oder Sozialpädagoge in der bereits heute von Sunna-Fundamentalismus, islamischer „schwarzer Pädagogik“ oder schariakonformen Zwangsheiraten geprägten Gegenwart professionell arbeiten zu können.

Wünschenswert wäre, dass auch in unseren Arbeitsverträgen mit der Stadt oder dem Wohlfahrtsverband schriftlich abgesichert ist, dass wir unseren Klienten gegenüber umfassende Kopftuchkritik und Kritik am politischen (orthodoxen) Islam äußern dürfen – andernfalls können wir, um ein paar Hoheitszeichen oder Firmenlogos zu nennen, für Bundesadler, Landeswappen, Stadtsiegel, AWO-Symbol oder auch Kirchenkreuz nicht ernsthaft tätig sein, sondern sind im Falle der Begegnung mit islamischen Schönheiten wie Zwangsverlobung, imam-nikāh, judenfeindlichen Hadithen, vormoderner Mädchen- oder Jungenbeschneidung, Kopftuchterror oder verweigerter Teilnahme an der Klassenfahrt beziehungsweise am Evolutionskunde- und Sexualkundeunterricht nicht viel mehr als der Pausenclown der Scharia, der Harlekin des Kalifats und noch nicht einmal der Dokumentation fähig (weil unser Arbeitgeber ja vielleicht den Islam toleriert).

Große Teile der wörtlich genommenen, durchweg frauenfeindlichen Hadithen und ein kohärent begriffenes (islamisch begriffenes) Verständnis von scharī’a sind weder vom elterlichen Erziehungsrecht noch von der grundgesetzlich verbürgten Religionsfreiheit abgedeckt. Diesem mittelalterlichen Instrumentarium der Weltbildbegrenzung, der islamogenen Persönlichkeitsverzerrung und der kalkulierten Einschüchterung gleichwohl Geltung zu verschaffen bedarf es eines aufrüttelnden Rufes nach der Normensetzung der Theokratie. Bedarf es der eingangs beschriebenen hisba – als eines Kriegsrufes zum Angriff gegen die kulturelle Moderne und gegen die Chance auf ein autonom geführtes Leben.

Auch politische Bildung ist Teil gründlicher Sozialpädagogik. Erzieher, Lehrer und Sozialarbeiter sollten es sich zur Aufgabe machen, für ein selbstbestimmtes Leben in Freiheit zu werben.

Jacques Auvergne

(1) Über das wenig wissenschaftliche Zentrum für Türkeistudien und seinen Direktor Faruk Şen als Steuergeldverschwender

http://europenews.dk/de/node/3578

(2) Völkermord an den Armeniern, Faruk Şen leugnet ihn

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/477850/

(3) Völkermord an den Armeniern, Resolution des Deutschen Bundestags

http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/15/056/1505689.pdf

(4) Schariafreund (AKP) Gül leugnet den Völkermord

http://www.welt.de/politik/article1254952/Tuerkei_warnt_USA_vor_dem_Begriff_Voelkermord.html

Türkei fühlt sich beleidigt und ruft Botschafter aus den USA zurück

http://www.welt.de/politik/article1256500/Tuerkei_ruft_Botschafter_aus_USA_zurueck.html

(5) Mariam Lau: Zentrum für Türkeistudien. Faruk Sen und sein finsteres Deutschlandbild.

http://www.welt.de/politik/article2179999/Faruk_Sen_und_sein_finsteres_Deutschlandbild.html

(6) Karakasoglus Scharia in Somalia

http://www.ksta.de/html/artikel/1226645449203.shtml

Münteferings Scharia in Pakistan

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,493928,00.html

(7) Islamfreund und Theokrat Rowan Williams will die Scharia! Kein Kopfabhacken oder Auspeitschen, noch nicht, Mister Erzbischof wirbt lediglich für das frauenentrechtende Familien- und Personenstandsrecht der Scharia

Thomas Kielinger in DIE WELT online:

„Scharia in Großbritannien? Inakzeptabel!“

http://www.welt.de/politik/article1648955/Scharia_in_Grossbritannien_Inakzeptabel.html“

Noch zu Archbishop Rowan Williams. „Streit um Zulassung der Scharia: Erzbischof erzürnt die Briten“

http://www.sueddeutsche.de/politik/571/432321/text/

(8) Christian Giordano will die von ihm Rechtspluralismus genannte Rechtsspaltung

http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Freiburger-Professor-will-Scharia-einfuehren/story/15342529

(9) ridda, Islamapostasie. Das islamtheologische Austrittsritual

http://de.wikipedia.org/wiki/Apostasie_im_Islam

(10) Nordrhein-Westfalens Steuergrab hieß „ZfT“ (Zentrum für Türkeistudien). Landesrechnungshof: „außergewöhnliche Verschwendung“

http://www.ksta.de/html/artikel/1195247802324.shtml

(11) Türkei 1994. Ministerpräsident Erdoğan fordert die Islamisierung der Politik will eine an der Scharia orientierte Lebensweise und Gesellschaft

http://www.welt.de/politik/article1042341/Das_System_von_Recep_Tayip_Erdogan.html“>

124. Warum die Integration gescheitert ist

7. Juni 2009

شريعة

scharī’a

Die Scharia ist die reaktionäre,

differenziert diskriminierende

islamische Pflichtenlehre

Düsseldorf 2000:

Jugendministerin

duldet Scharia

Von Jacques Auvergne

Nordrhein-Westfalen im Juni 2009, neun Jahre sind vergangen, dass die damalige Ministerin für Frauen, Jugend, Familie und Gesundheit, Frau Birgit Fischer drei wenig transparent erwählte Experten damit beauftragte, den Text „Multikultiviert oder doppelt benachteiligt? Die Lebenslage von Mädchen und Frauen aus Arbeitsmigrationsfamilien in Nordrhein-Westfalen“ zu erstellen. Die so genannte Expertise zum 7. Kinder- und Jugendbericht der Landesregierung Nordrhein-Westfalen wurde denn auch angefertigt von den „Expertinnen“ Ursula Boos-Nünning, Berrin Özlem Otyakmaz und Yasemin Karakaşoğlu-Aydın.

Keine unbekannten Namen: Die Kopftuchverteidigerin und zeitweise Rektorin der Universität Essen Boos-Nünning (die Tunahan-Beschweigerin und Sunna-Verkitscherin ist derzeit mit der Erstellung eines empirisch orientierten Freundschaftsgutachtens zu den Schülerwohnheimen des radikal schariatischen VIKZ befasst) und die 1965 in Wilhelmshaven geborene Karakaşoğlu, Mitverfasserin des offenen Briefes „Gerechtigkeit für die Muslime!“, jenen gemeinsam mit Mark Terkessidis verfassten und von 60 so genannten „Migrationsforschern“ (dabei: Ursula Boos-Nünning, Christoph Butterwegge, Hannelore Faulstich-Wieland, Barbara John) unterzeichneten, dabei den politischen Islam verniedlichenden wenn nicht verteidigenden Text, der auf widerliche Weise die mutigen Islamkritikerinnen Necla Kelek und Seyran Ateş angriff und auf den Alice Schwarzer im Stil erfrischend und in der Sache intelligent reagierte: „Offene Antwort. Das Klima wird kühler für die Multi Kultis. Und die Pfründe weniger“.

Sich mit einem neun Jahre alten Text ausgewiesener Integrationsverbauer zu befassen ist auch Rückschau auf eine bundesdeutsche verfehlte und leider im Wesentlichen nach wie vor verfehlt andauernde Einwanderungs-, Europa- und Bildungspolitik, ist Spurensuche im Wurzelgrund fahrlässig zugelassener (und durch Beschweigen oder Bagatellisieren von scharī’a und fiqh fortdauernder) Islamisierung, ist das Freischaufeln der sprichwörtlichen „Anfänge“ des „Wehret den Anfängen“.

Die Scharia ist die reaktionäre, differenziert diskriminierende islamische Pflichtenlehre. Der Erlanger Jurist und Islamwissenschaftler Mathias Rohe, Mitglied der Deutschen Islamkonferenz (1), mag das ja vielleicht anders sehen, für uns fundamentalismuskritische, an den universellen Menschenrechten orientierte Lehrer und Sozialarbeiter bleibt die Scharia das vormoderne, unveränderliche islamische Religionsgesetz, gründend auf sakralem Ekel gegenüber dem Leib der Frau und auf geheiligtem Kulturrassismus gegenüber den Nichtmuslimen. Jede Islampädagogik (Moschee, Koranschule, islamischer Religionsunterricht) muss noch auf Jahrzehnte die territorial dominante oder parallelgesellschaftlich segregierte und dann dort dominante Sexualpolitik der Frauenentwürdigung und Frauenentrechtung (imam nikāh, walī mudschbir; Gerichtsaussage; Erbe) wollen. In der Scharia wird das Genital politisch, Zeichen dafür ist das iranisch pardā, arabisch hidschāb genannte Dressurmittel islamischer Sexualpolitik, der Kopf- oder Körperschleier: Islampolitik ist Schariapolitik ist Kopftuchpolitik. Bereits in seinen familienrechtlichen Aspekten ist die Scharia grundrechtswidrig, von ihrer Wohlverhaltensdressur und Erziehung schwarzer Pädagogik hin zu Weltekel und Selbstekel sowie zum geheiligten Verachten der Nichtmuslime wird sich die Pädagogik und Sozialpädagogik kultureller Moderne zu distanzieren haben. Birgit Fischer distanziert sich keineswegs von der Scharia, sondern erklärt im Vorwort: „Der 7. Kinder- und Jugendbericht der Landesregierung hat die vielfältigen Veränderungsprozesse beschrieben und Schlussfolgerungen für die Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe gezogen. Zur Vorbereitung des Berichtes sind Expertisen zu spezifischen Themenschwerpunkten in Auftrag gegeben worden. Sie liefern aktuelle und weiterführende Anregungen für den laufenden Reflexionsprozess der Jugendhilfe und Jugendpolitik.“ Nun aber zur ministeriell verantworteten Expertise.

19. Die islamischen Vereine, selbst die Moscheen, sind ebenfalls nicht so homogen, wie sie oft wahrgenommen und beschrieben werden. … selbst innerhalb der Gruppe der Sunniten bestehen verschiedene Richtungen. Neben den bundesweiten Organisationen etablieren sich in steigender Zahl regionale und lokale Vereinigungen. Zu nennen sind hier vor allem die türkischen Elternvereine, die sich um Bildungsfragen der Kinder kümmern, und die türkischen Lehrervereine.

Dass der orthodoxe Islam mit den Grundrechten der Bundesrepublik Deutschland oder mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte in großen Teilen nicht in Übereinstimmung zu bringen ist, übergehen die drei Autorinnen. Gewisse sunnitische „Vereine“ haben Nähe zum radikalislamischen Gedankengut von Fethullah Gülen (Kelek nennt die Gülen-Bewegung richtigerweise: „Sekte mit Konzernstruktur“) oder Necmettin Erbakan, zu demjenigen der Murabitun oder gleich zur Muslimbruderschaft. Die leider ungenannt bleibenden „Vereine“ fordern in der Realität ganz überwiegend das Leben aller türkeistämmigen Einwanderer, ihrer Kinder und Enkel nach Sunna und Scharia.

Wohl kein „Verein“ hat jemals die Scharia zurückgewiesen, und wer, wie manche Aleviten, einmal nicht Necmettin Erbakan, Süleyman Hilmi Tunahan oder Yūsuf al Qaradāwī lobend erwähnt, der steht womöglich Ayatollah Chomeini und dem iranischen Gottesstaat nahe.

Oder als Nichtalevit oder Nichtkommunist den rechtsradikalen, zugleich radikalislamischen Bozkurtlar, den so genannten Grauen Wölfen als den Mitgliedern der MHP (Gründer Alparslan Türkeş). Die MHP oder Ülkücü-Bewegung (Idealistenbewegung) firmiert in Deutschland etwa unter dem Namen „Föderation der türkischen Idealistenvereine in Deutschland“ und europaweit auch mal kurz als „Türk Federasyon“, eine im Mai 1988 in Koblenz ausgerufene Abspaltung nennt sich Union der türkisch-islamischen Kulturvereine e. V.“

Den ermordeten armenischen Intellektuellen Hrant Dink verhöhnte ein der MHP prominent angehöriger Rassist und Volkssänger. Ozan Arif (geboren als Arif Şirin, Homepage: www.ozan-arif.net) fertigte 2007 einen entsprechenden Liedertext an. Zwischen 1980 (Militärputsch) und 1991 musste der Volksverhetzer und Folkloremusiker allerdings aus der Türkei flüchten – in Sicherheit, nach Almanya, nach Frankfurt am Main. Wieder in der Türkei, schrieb und vertonte der Nationalist die keinesfalls „poetischen“, vielmehr sadistischen Verse: „Die Entscheidung gehört dem Volk – Soll Abu Öcalan gehängt werden oder nicht?“ Mit Mordlust macht man in der Türkei offensichtlich erfolgreich Popmusik.

Weiter zum von den Expertinnen angesprochenen „Vereinsleben“ der türkeistämmigen Einwanderer in Deutschland:

Manch ein Kurde steht der der kurdischen PKK (inzwischen genannt Kongra-Gel) nahe, deren durchweg frauen- und demokratiefeindliche Funktionäre, was man beim kriegsähnlichen Konflikt des türkischen Staates gegen die Kurden übersehen könnte, mit der Scharia noch nie persönliche Probleme hatten.

Manch ein Deutschtürke sympathisiert mit der ebenso völkisch rassistischen wie islamisch-extremistischen Alperen-Bewegung der ultranationalistischen Büyük Birlik Partisi (BPB, Gründer ist der gelegentliche Billiger antikurdischer Lynchjustiz Muhsin Yazıcıoğlu) und ihrem Jugendverband Alperen Ocakları, die hierzulande den, bezogen auf seinen Namen, harmlos klingenden „Verband der türkischen Kulturvereine in Europa“ (Avrupa Türk Birliği, ATB) unterhält. Kurden werden vereinnahmt sprich als „Brüder der Türken“ gleichsam geschluckt. Kostprobe aus dem Kreis der Alperen-Bewegung bzw. der Partei BPB?

„Wer seine Religion leugnet, ist nichts, wer seinen Stamm leugnet, ein Bastard.“ – „Nationalismus ist unser Blut, das Wesen des Grauen Wolfes unser Stamm, auf dem Wege ALLAHs ist unser Weg eins. Wir sind die ALPERENs, die Enkel der Osmanen. Für die rote Fahne mit dem Halbmond und Stern geben wir unser Leben.“ – „Unser Weg ist der Weg Allahs, unser Weg ist der Weg des Koran, unser Weg ist der Weg des „Ideals“. Soweit als dieser „Verein“, die Bewegung um BPB / Alperen.

Die bedeutendste und demokratiefeindlichste islamische Strömung ist freilich die deutsche Sektion der international agierenden Milli Görüş (IGMG). Ihr Gründer war der ein Kalifat erstrebende Necmettin Erbakan. Milli Görüş arbeitet seit etwa vierzig Jahren gegen jede säkulare Ordnung in der Türkei und für die Installation eines türkischen Gottesstaates. Dazu bedient sie sich einer politischen Partei namens Saadet-Partisi. Saadet-Partei bedeutet wörtlich Partei der Glückseligkeit, vorher hieß sie Fazilet-Partisi also Tugendpartei, Verbot 1998, diese wiederum gehörte vorher der Refah-Partei das bedeutet Wohlfahrtspartei an, Verbot auch 1998, Refah ging aus der Milli Selamet Partei hervor, Verbot 1971.

Milli-Selamet-Partei war damit die älteste Partei der am radikalen sunnitischen Islamisten Erbakan orientierten Milli-Görüş-Bewegung. Gerade die Milli Görüş in Deutschland und da besonders in Berlin (Islamische Föderation Berlin; Islamische Grundschule; Islamischer Religionsunterricht) steht der Muslimbruderschaft (MB) nicht sehr fern, Deutschlandssektions-Gründer Dr. Yusuf Zeynel Abidin war Muslimbruder. Printmedium ist die der Saadet Partei zugeordnete türkische und eben auch deutsche Zeitung Milli Gazete, eines der über wenige Jahrzehnte wirkmächtigsten Werkzeuge der Re Islamisierung der Türkei. 2003 und 2008 wurde bekannt, dass die extremistische Organisation Stipendien (lediglich) an jene dem islamischen Wohlverhalten folgenden türkischen Studentinnen vergibt, die mit Kopftuch im Ausland studieren wollen. Hintergrund: In der Türkei sind Kopftücher an allen Schulen und Universitäten – noch – verboten.

Die DITIB (Diyanet) als der größte Moscheeverbund Deutschlands darf uns als Auslandsorganisation des recht schariafreundlichen türkischen Staats Islam um die Herren Erdoğan und Gül gelten. Müssen wir befürchten, dass auch dieser, Ankaras Regierungspartei AKP nahe stehende Islamverband für alle Türken (Diyanet) und Deutschtürken (DITIB) ein fundamentalistisches Leben nach Koran und Hadithen beziehungsweise nach den Fatwas der Muftis und Scheichs (Verschleierungspflicht für Frauen) und den Gerichtsurteilen der Kadis (etwa zur Scheidung einer Imam Ehe) empfiehlt und energisch anstrebt?

Den Lesern der NRW-Broschüre wird empfohlen, „die islamischen Vereine, selbst die Moscheen“ für „nicht so homogen“ zu halten. In der Tat, Richtung gewisser Islamischer Zentren (etwa München, zur MB) oder etwa in Richtung des VIKZ (Tunahan) mit seinen zeitweise illegal betriebenen deutschen Internaten, Schülerwohnheimen und Nachhilfevereinen gibt es noch vieles, was „nicht so homogen“ ist. Obschon – eine einzige Scharia, ein Allāh, eine universelle Kopftuchpflicht: Ist der Islam etwa doch homogen?

19. Das Ghetto gibt den Menschen mit Migrationshintergrund als Gruppe die Kraft und dem einzelnen die Möglichkeit, sich dem ständig statt findenden Assimilierungsdruck der deutschen Gesellschaft zu entziehen oder ihm zumindest etwas entgegenzusetzen. Der hohe Anteil an Zugewanderten einer Nationalität oder Sprache erleichtert u. U. die Selbstorganisation.

Im Auftrag des britischen Center for Social Cohesion forschten James Brandon und Salam Hafez wesentlich gründlicher zu der hier verharmlosten, ja beschönigten muslimischen parallelen Gesellschaft: Mädchen werden in Pakistan eingekauft, nach England zwangsverheiratet, aus der Ehe flüchtende Frauen werden landesweit verfolgt und eingefangen.

Mitten in deutschen Stadtkernen sind uns Sozialarbeitern Familien persönlich bekannt, die noch 2000 oder gar 2005 ihren vier- oder fünfjährigen Kindern das Erlernen der deutschen Sprache zielgerichtet zu verhindern wussten oder ihre fünfzehnjährigen Töchter in den sommerlichen Schulferien in der Türkei zwangsverheirateten.

Gleichheitsfeministische Ansprüche sind, leider, im Ghetto der Sunna wenig funktional, insofern „erleichtert“ die Kultur der Abschottung dem Objekt seiner Sippe (eben nicht: Dem autonom denkenden und handelnden Subjekt) die genannte „Selbstorganisation“.

19. Trotz des sozialen Konfliktpotentials dürfen die positiven Funktionen des Lebens im Ghetto nicht außer Acht gelassen werden. Segregierte Wohngebiete ermöglichen Familien mit Migrationshintergrund einen Rückzug aus sonst vorhandenen Konfliktbereichen und machen es ihnen möglich, sich den Forderungen der deutschen Gesellschaft auf Anpassung durch Orientierung auf die eigene Kultur zu entziehen. Segregierte Gebiete wie auch die ethnischen Communities helfen den Menschen mit Migrationshintergrund, sich vertraute Räume zu schaffen, die eine Grundlage für nationale, ethnische und kulturelle Zusammenschlüsse darstellen können, die zunächst Schutz bieten können gegen Marginalisierung und Diskriminierung.

In der Tat, das Jugendamt will (hoffentlich) keine zwangsverheirateten Jugendlichen („Konfliktbereiche“) und durch den erwähnten „Rückzug“ in die „eigene Kultur“ hat die (diskriminierte, marginalisierte?) Scharia endlich mehr Raum zur Entfaltung … parallelen Rechts. Boos-Nünning, Karakaşoğlu-Aydın und Otyakmaz werben für die Stadtgeographie europäischer Zukunft, das Ghettokalifat. Apartheid für alle … als Vorgeschmack auf den totalen politischen Islam.

Dass ein großer Teil der muslimisch sozialisierten Menschen auf vielleicht mehrere Jahrzehnte relativ weit oder nahezu völlig neben der europäischen Kultur leben wird und dass sich diese Integrationsverweigerung der Clans (die Kinder namentlich Mädchen werden eingesperrt) auch in ethnoreligiös segregierten Stadtvierteln abspielt, ist ebenso bedauerlich wie in der Sache richtig. Dass aber der Islam mit der ihm wesenseigenen Dynamik (hisba) stets zur immer noch totaleren Einschüchterung, Kontrolle und Hegemonie strebt und dass sich kein deutscher Moscheeverein gegen die Scharia ausspricht, unterschlagen uns die drei Expertinnen multikulturell erleuchtet. Mit ministerieller Erlaubnis.

Islamverniedlicherin Houriya Ahmed arbeitet in der Recherche des oft sehr lobenswerten Center for Social Cohesion (CSC) und behauptet am 3. Mai 2009 auf guardian co.uk., die edle Scharia im pakistanischen Swat-Tal sei von den „unislamischen“ Taliban „verfälscht, pervertiert“ worden. Falsch, Frau Ahmed, hier ist die grausame, differenziert diskriminierende Scharia einfach einmal konsequent installiert worden (2).

Der weibliche Vorname Houriya bedeutet wörtlich Freiheit, al huriyya. Und die aus Qatar stammende Houriya Ahmed nahm sich die Freiheit, kein Kopftuch zu tragen und möchte dennoch ein spiritueller Mensch jedenfalls eine Muslima sein. Möge sie in ihrer Kopftuchkritik Einfluss und Erfolg haben. Ahmeds Tun wäre allerdings lobenswerter, wenn sie sich beispielsweise von dhimma (geheiligte Rechtsspaltung bei Entrechtung der Nichtmuslime), nikāh (frauenentrechtender Islam-Ehe) und ridda (irtidād, geheiligte Doktrin des Apostasieverbots bei „reinigender“, sakramentähnlicher Apostatentötung) distanzieren würde. Immerhin berichtet sie, dass der verweigerte hidschāb im öffentlichen Raum von Qatar dem sozialen Freitod („sozial suicide“) gleichkäme (3).

Die orthodoxe islamische al-houriyya („Freiheit“) erklärt uns der hoch angesehene angeblichen Gelehrten und Mystiker ibn ‘Arabī (gest. 1240) als „vollendete Knechtschaft“ (perfect slavery). Sufismus lehrt sinngemäß: „Dein Wohlverhalten ist gebetgleiche „Schönheit“, nur „vollendetes“ Einfügen in Sippe, Stamm und ummah (ins Kosmische aufgeblähter Super-Stamm, soziale Opfer konstruierend und quälend) mag dich vor der ewigen Hölle bewahren. Und der barmherzige Allahgott ist am größten.“ Andrew G. Bostom entschleiert den huriyya-Begriff islamischer „Freiheit“ als nichtmuslimisches (dhimmī, harbī) oder muslimisches (Abdallah, Gottesknechtschaft) Sklavendasein (4).

Noch gibt es alte, traditionell Arabisch sprechende orientalische Christen, stets wird es durch die Jahrhunderte Bagdads und Kairos heimliche Islamgegner gegeben haben und neuerdings melden sich arabischsprachige Intellektuelle wie ibn Warraq oder Wafa Sultan zu Wort, weshalb wir uns die arabische Sprache keinesfalls vom orthodoxen (politischen) Islam klauen lassen müssen. Eine nach-sufistische, ent-islamisierte, an den universellen Menschenrechten orientierte und aufklärerisch-demokratische „al huriyya“ wird, trotz aller Erfolge der Islamisten, für mehr und mehr Menschen spürbar, und eine ebenso verstandene türkische „Hürriyet“.

Damit der Mädchen- und Frauenname Houriya wirklich schön wird zum Namen einer Frau, die ihren Lebensweg, ihre Sexualität und ihre Spiritualität zunehmend autonom entdeckt und weitgehend selbst steuert. Damit bald auch das türkische Hürriyet mehr ist als der Name einer eher gegenaufklärerischen türkischen Zeitung. Necla Kelek („Freiheit ist nicht Hürriyet“) berichtet über ihre Jugend, dass ihre Mutter den drängenden Wunsch der Tochter nach baldiger Freiheit überhaupt nicht verstehen konnte, da Freiheit für sie mit „vogelfrei sein, schutzlos sein“ gleichkam (5).

22. Mädchen mit Migrationshintergrund schränken ihren Spielraum in der Freizeit nicht selten durch „freiwilligen“ Verzicht ein und Begrenzungen durch die Eltern führen nicht notwendiger Weise zu familiären Auseinandersetzungen oder zu Konflikten.

Was sollen die Anführungsstriche, der familiäre Druck verdient ein solches, verschwörerisch-neckisches Augenzwinkern keinesfalls. Mädchen gehen also „freiwillig“ nicht zum Volleyballspielen oder mit der atheistischen oder hinduistischen Freundin zum Bummeln ans Rheinufer, natürlich, weil es ihnen durch die orthodoxe Sippe untersagt worden ist. In der Tat spülen sie für Mutter, Tante oder Schwiegermutter das Geschirr und räumen für ihre herumstrolchenden Brüder das Zimmer auf. Ach so, Tante „oder“ Schwiegermutter: Die Tante wird dem orthodoxen oder traditionellen muslimischen Mädchen nicht selten zur Schwiegermutter. Die drei Autorinnen jedoch kritisieren die in vielen islamisch geprägten Teilen der Welt nicht nur sozial geduldete, sondern sogar erwünschte und auch in Deutschland seit vier Jahrzehnten parallelgesellschaftlich praktizierte Cousinenehe nicht. Und verschweigen uns auch den sexualmagischen, entwürdigenden und dabei völlig religiösen (islamischen) Kult um das heile Jungfernhäutchen, Alibi wie Anlass des durch unsere Expertinnen „wissenschaftlich-witzig“ verschleierten Wegsperrens der Mädchen aus dem (sexualpolitisch sprich schariatisch gespaltenen) öffentlichen Raum.

Und wenn, aus begründeter Angst vor weiteren Prügelstrafen beziehungsweise aus geglaubter Angst vor Allahgottes Höllenflammen, das Kind verschüchtert kuscht, dann gibt es, völlig richtig, keine „familiären Auseinandersetzungen“ oder „Konflikte“ mehr.

Sowohl der zwangsverheiratende (türk. mücbir veli, arab. walī mudschbir) patriarchalische Clan als auch die das Existieren angeblicher Teufel und Dämonen lehrende Koranschule sind Nukleus einschüchternden Staatswesens, prügelndes Mikro Kalifat. Sind dem Läutern des Irdischen verpflichtet (dschihād), dem „differenzierenden“ Diskriminieren für Allah, dem geheiligten Mobbing (auch dschihād) gegen alle Islamgegner.

Islam ist geglaubte Angst. Es sollte ein anderer Islam mehrheitsfähig werden, allerdings, doch der wird sich beispielsweise vom mittelalterlichen Theologen Abū Hāmid al Ghazālī (1058-1111) und vom hoch anerkannten zeitgenössischen Prediger, radikalislamischen Schriftsteller, Muslimbruder und Vorsitzenden des European Council for Fatwa and Research (ECFR) Yūsuf al Qaradāwī (* 1926 in Ägypten, Wohnsitz mit Staatsbürgerschaft in Qatar) zu emanzipieren haben. Mit den heutigen, durchweg an einer ehrgeizig in die Politik drängenden Sunna und Scharia orientierten, das bedeutet: Extrem reaktionären Islamverbänden Deutschlands ist dieser allenfalls in schüchternen Ansätzen sichtbare, wünschenswerte, demokratiekompatible und grundrechtsverträgliche Islam nicht zu machen. Zu Deutschlands Islamverbänden wie IGMG (Erbakan) oder VIKZ (Tunahan) finden Ursula Boos-Nünning, Berrin Özlem Otyakmaz und Yasemin Karakaşoğlu-Aydın kein Wort der Kritik.

31. [Junge Frauen in Familien mit Migrationshintergrund] Selbstverständlich wird in Familien mit Migrationshintergrund nicht nur über die elterlichen Anforderungen gestritten, sondern es wird ihnen ebenfalls nicht immer Folge geleistet. … Die einen akzeptieren scheinbar die elterlich gesetzten Normen und unterlaufen sie heimlich …

Der Kerker der traditionellen muslimischen Großfamilie ist am zwanghaft nachzuahmenden islamischen Wohlverhaltenskodex (sunna, sīra als die überlieferte prophetische Verhaltensweise) mit seinen gelegentlich unverschämt frauenverachtenden männerbündischen Hadithen ausgerichtet sowie am antiindividuellen Ehrbegriff des nāmūs.

Der nāmūs ist die orientalische familiäre Ehrbarkeit, die als männliche Allmacht über Stammesbesitz und Stammesherrschaft sowie als patriarchalisch kontrollierte, geheiligt dosierte Frauensexualität zu Norm und Lebensgefühl wird. Der unhinterfragbare nāmūs ist die archaische familiäre Sexualpolitik, deren Verletzung den Ehrenmord nach sich ziehen kann, die Scharia ist die mittelalterlich theologische Sexualpolitik, deren Regelverstoß (Apostasie, Ehebruch) im klassischen islamischen Recht die Steinigung nach sich ziehen mag.

Das in der ministeriellen Expertise beschriebene, tochterseits praktizierte „heimliche Unterlaufen“ der Familienregeln ist ein Spiel auf Leben und Tod

Hier muss Veränderung her, die von den drei Migrationsforscherinnen geäußerten Vertraulichkeiten und Kichereien tragen indes vielleicht eher dazu bei, wachsende Gewalt gegen Frauen zuzulassen.

Muslimische männliche Spielsucht ist in seiner psychischen Genese einerseits als Symbol für das manichäische Drama permanenter kosmischer Entmischung des trügerischen, offen oder verborgen gespaltenen Weltganzen hinein in Himmel (Gottes Geometrie, islām) und Hölle (verweigerte Scharia, kufr) sowie andererseits als Reinszenierung der das islamische Lebensgefühl charakterisierenden Ungewissheit der Bewertung einer jeden sozialen Situation als tödlich oder eben als spielerisch gleichfalls durchaus als sehr islamisch anzusehen. Männliche Kinder muslimisch sozialisierter Eltern müssen ja auch irgendwie zu gewaltbereiten Machos dressiert werden, die bedarfsweise die aufmüpfige Ehefrau oder Schwester schlagen (Koran Sure 4 Vers 34) oder ermorden.

Der orientalische Mann darf den Besitz (gebe Brautpreis, bekomme Ehefrau) der Sippe ermorden:

Durch mehrere Kopfschüsse hingerichtet von einem ihrer Brüder, weil sie aus der Zwangsehe in Kurdistan floh, in ein Berliner Frauenhaus flüchtete, die Schule erfolgreich abschloss, eine Ausbildung begann, das Kopftuch ablegte und alleine leben wollte, um ihr Kind ohne Einfluss des Stammes zu erziehen: Hatun Sürücü 2005 in Berlin-Tempelhof. Weil sie einen deutschen Freund hatte und Angst vor der Zwangsheirat, nach einer zehntägigen Flucht vor ihrer eigenen Familie von ihrem Bruder vor der ihr und ihrem Freund als Zuflucht dienenden Gartenlaube erschossen: Gönül Karabey 2005 in Wiesbaden. Vor den Augen der vierjährigen Tochter erstochen von ihrem getrennt lebenden Ehemann: Sevgi I. 2006 in Wiesbaden. Erstochen aus Gründen der „Gekränktheit“ und orientalischen Ehre: Die mit dem Tunesier Aimen A. verheiratete Deutsche Sandra N. 2007 in München-Lehel. Nach der familiengerichtlichen Sorgerechtsverhandlung durch den polizeilich gesuchten Ex Ehemann vor ihrer Haustüre erschossen: Rukiye Peşter und ihre Tochter Derya Peşter 2007 in Mönchengladbach-Rheydt. Erstochen von ihrem Bruder, weil sie selbst als gebürtige Afghanin leben wollte wie eine Deutsche: Morsal Obeidi 2008 in Hamburg. In der Sylvesternacht nach einer Familienfeier für einen verweigerten Kuss und ein ausgestelltes Mobiltelefon von ihrem kurdischen Ehemann als dem ihr zwangsweise anverheirateten Cousin erst erstochen und dann mehrfach überfahren: Mizgin Baytekin 2009 in Gütersloh-Harsewinkel. Weil sie nicht den väterlichen Lebens- und Glaubensvorstellungen entsprach gemeinschaftlich von Vater und Bruder auf einen einsamen Feldweg gelockt und totgeknüppelt: Gülsüm Semin 2009 in Rees.

Diese und viele weitere Ehrenmorde sind von Rechtsanwältin Gülşen Çelebi bei www.ehrenmord.de sorgfältig belegt und archiviert worden. Eine schwere dokumentarische Arbeit, für die jeder dankbar sein sollte, dem Frauenrechte, Gleichberechtigung und universelle Menschenrechte etwas bedeuten.

Ja, sehr geehrte Frau Boos-Nünning, Sie meinen diese „elterliche Anforderungen“, die in der Tat, sehr geehrte Frau Karakaşoğlu, durch die eine nonkonformistische, wenig patriarchalische und antischariatische (unislamische) Lebensweise wählenden Frauen ganz offen oder auch „heimlich“ „unterlaufen“ worden waren.

32. Die Nichteinhaltung von familiären Vorgaben wird in den einzelnen Familien mit unterschiedlichen Sanktionen belegt.

Die „Nichteinhaltung“ und die dazugehörigen Nichteinhalterinnen: Hatun, Gönül, Sevgi, Sandra, Rukiye & Derya, Morsal, Mizgin, Gülsüm.

32. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Normen der Eltern das Leben der Mädchen und jungen Frauen nicht so rigoros reglementieren, wie gemeinhin angenommen wird.

Für die Mädchen und jungen Frauen ist alles ist in schönster Ordnung? Wozu eigentlich finanzieren wir dann noch Integrationsarbeit?

Die Autorinnen unterstellen der Bevölkerung der Bundesrepublik, mehrheitlich falsch zu liegen, und, vielleicht aus dumpfem eurozentristischem Ressentiment oder aus der mangelnden Fähigkeit, kultursensibel zu differenzieren. Sie legen dem Rest der Welt nahe, dass die türkisch-kurdischen Einwanderermilieus trotz aller gelegentlich vielleicht vorhandener extrem patriarchalischer Traditionen und radikalislamischen Ideologien irgendwie ganz anders sein müssen als gedacht, so leicht, so frei. Ob es gar Kopftuch und Scharia selber sind, die inzwischen die Mädchen und jungen Frauen, anders als „gemeinhin angenommen“, von den reglementierenden „elterlichen Normen“ befreit?

62. Kulturkonflikt. Dabei werden die Kulturen nicht prinzipiell als gleichwertig betrachtet, sondern werden nach eurozentristischen Maßstäben in einer Hierarchie einander zugeordnet.

Ach was, Scharia-Islam und fiqh-Islam betrachten Dhimmis und Muslime, betrachten dār al-islām und dār al-harb, halāl und harām neuerdings als gleichwertig? Gar das Kalifat und die säkulare Demokratie? Ich habe mir einen Scherz erlaubt.

Der tausend Jahre alte orthodoxe Islam (fiqh, Scharia) ist ein Staatspolitik gewordener Kulturrassismus, welchen wir heutigen, freiheitlichen Demokraten ebenso wenig als „prinzipiell gleichwertig“ zu betrachten brauchen wie die kulturellen Errungenschaften der nur dem Feingeist spirituell erspürbaren, sinnlich umzusetzenden Kopfjagd der Batak (auf Sumatra) oder Dayak (Borneo). Legt uns die nordrhein-westfälische Ministerin mit ihrer Expertise nahe, die geheiligten Menschenopfer für Erdgöttin Tlazoltéotl (nur Frauen, und nur gehäutet) beziehungsweise Sonnengott Huītzilōpōchtli (ganzen Gruppen von völlig grau bemalten männlichen Feinden wurde das Herz entnommen) als dem säkularen Parlamentarismus gleichwertig zu betrachten, die Standards der höchst politischen Religion der Herren Savonarola (Florenz um 1497), Jan van Leyden (Münster um 1534) oder Calvin (Genf um 1553) als auf kultureller Augenhöhe mit dem sozialen Rechtstaat?

Auch Maoismus oder Nordkoreas heutige Schreckensherrschaft (nicht eurozentrisch, also irgendwie gut?) möchte ich nicht in die Bundesrepublik hinein integrieren in der Weise von gleichberechtigten sonderkulturellen Familientraditionen, Straßenzügen oder Stadtvierteln. Auch nicht die politische Frömmigkeit der Ayatollahs aus Teheran. Bin ich jetzt ein Eurozentriker? Vielleicht eher weniger, denn die gute alte, garantiert europäische Rechtssprechung der dänischen Region Jütland möchte ich ebenso wenig integriert wissen, ich meine die der juristisch einwandfreien Verurteilung der Dame aus Elling (Tod durch Erwürgen) und des Mannes von Grauballe (Tod durch fachmännischen Kehlschnitt), die um 200 bis 300 vor Christus öffentlich und andächtig im Moor versenkt wurden: Europa pur. So viel zum Vorwurf des Eurozentrismus, der gegen Islamkritiker gelegentlich erhoben wird.

82. Mit der ‚Parteinahme für Mädchen’ einerseits und dem Hinweis auf die wichtige gemeinschafts- und gesundheitsfördernde Funktion des Sportunterrichts andererseits werden orthodoxe Eltern bedrängt, ihre Töchter am koedukativen Sportunterricht teilnehmen zu lassen.

Werden sie, in der Tat, denn es gilt die Schulpflicht und unsere Lehrer spalten ihre Schülerschaft nicht in nonkoedukative Muslimkinder und koedukative Christenkinder. Kein ethnoreligiös definierter Teil der Schülerschaft steht unter Naturschutz.

82. In einigen Fällen werden auch in der Sitzordnung des Klassenzimmers neue Normen gesetzt, indem geschlechtsgemischte Sitzgruppen zur Pflicht erhoben werden.

Was sich seit vielen Jahren sehr bewährt hat. Es erscheint uns wirklich als wertvoll, gegen Geschlechterapartheid anzuerziehen, bei Bedarf eben auch gegen diejenige der Scharia. Auch auf die Gefahr hin, gegen den islampädagogischen Ekel gegenüber dem Körper der Mädchen beziehungsweise der kuffār (Pl. von kāfir, Ungläubiger) zu verstoßen, Pädagogik und Schariapädagogik sind offensichtlich zwei verschiedene Ansätze. Die staatliche Schule kann die geheiligte Beschuldigung, nādschis zu sein (rituell unrein, politreligiös besudelt; engl. Schreibweise najis) keinesfalls akzeptieren.

Die rituelle Reinheit wiederherzustellen, ist nach dem islamischen Reinheitsterror und Wohlverhaltensfundamentalismus gar nicht so einfach (6).

82. [Multikulturell gewordene Gesellschaften] Vor diesem Hintergrund muss der Erziehungsprozess Partikularitäten der Werte in kleinen Gemeinschaften anerkennen und darf nicht derart gegen die Erziehungsrechte der gesellschaftlichen Gruppen und Lebenswelten intervenieren, „dass er Einheit zu erzwingen sicht“ (Tenorth 1994).

Integration bedeutet, dass aus Teilen ein Ganzes wird, eine Einheit. Im Rahmen der für alle gültigen Gesetze selbstverständlich auch durch mehr oder weniger sanften Zwang. Schafiitische Genitalverstümmelung an kleinen Mädchen, die islamischen Würdenträger der Kairoer Azhar billigen die Klitoriskappung oder Klitorisamputation, sollten die europäischen Staaten nicht als Wertepluralismus oder Wertewandel „tolerant“ durchgehen lassen. Halten die drei Verfasserinnen den zwangsverheiratenden Vater islamischen Rechts, die Imam-Ehe, die erste bis dritte Zweitfrau oder die neunjährige Ehefrau für „elterliche Erziehungsrechte“? Oder den aufgezwungenen hidschāb (von Tschador bis Kopftuch)?

84 [Bezüglich des religiösen Selbstverständnisses] auf eigenen Vorstellungen diesbezüglich zu bestehen. … Sie beziehen sich auf unterschiedliche Weise auf ein spezifisches Körper- und Sexualitätskonzept, das seine Entsprechung im islamischen Raumkonzept findet.

Halāl wird respektiert, halāl diskriminiert. Konkurrenzorientiert dem „pak“ (tāhir) hinterherhecheln, das ekle „nādschis“ öffentlichkeitswirksam verachten. Das weibliche Genital und das streng sittenkonforme Verhalten der Frau zur öffentlichen Angelegenheit machen.

Väter, Brüder und Söhne, die ihre Frauen bewachen, als Braut ein- und verkaufen und im Auftrag der Stammesehre (nāmūs) maßregeln (bis zum Ehrenmord). Zum etwas raunend beschworenen „islamischen Raumkonzept“ schreibt unsere Frau Ministerin ein Vorwort? Raumpolitik, islamisch befreite Zonen, quer durch Beirut, Kairo, London und Paris verlaufen neue Grenzen zwischen dār al-islam versus dār al-harb und umreißen viele kleine, von den dschāhiliyya-Ghettos segregierte scharī’a-Ghettos. Und auch im Klassenzimmer sollen muslimische Kinder ja von nichtmuslimischen getrennt sitzen dürfen, jedenfalls, wie die Expertise ausdrücklich fordert, Mädchen von Jungen.

„Islamisches Raumkonzept“ ist theologische Raumordnungspolitik, Kalifat.

85. [Sexualität ist zu kontrollieren, ansonsten drohe fitna, Chaos] Alle außerehelichen geschlechtlichen Beziehungen gelten daher als Bedrohung und werden strikt abgelehnt.

Die sexuelle Revolution, wie sie die Achtundsechziger forderten, bekommt nun endlich seinen neuen Sinn. Islamische Sexualpolitik wird paralleler Standard. Parallelgesellschaftlich betriebene islamische Revolution.

Scheinheilig können sich die drei Autorinnen freilich hinter der Erklärung verstecken, sie würden lediglich beschreiben, was die Orthodoxie fordert. Pädagogik, Psychologie, Journalismus und Rechtssprechung sollten die (gebilligte oder zitierte, wie auch immer) Forderung nach Verbot außerehelichen Geschlechtsverkehrs als reaktionär, fundamentalistisch und grundrechtswidrig ablehnen.

Der als Legitimation genannte el-Bahnassawi wird in Kreisen zitiert, die das Kopftuch für ein sozusagen feministisches islamisches Mittel der Befreiung der Frau („Liberation by the Veil) halten (7). Salem el-Bahnassawi verfasste das gegenaufklärerische, mit den universellen Menschenrechten kaum in Übereinstimmung zu bringende Werk Die Stellung der Frau zwischen Islam und weltlicher Gesetzgebung (8). Es ist möglich, diesen schariatischen Frauenversteher als ein Beispiel islamistischen Denkens zu erwähnen, doch hat sich ein im Auftrag eines deutschen Ministeriums erstellter Ratgeber zur Integrationsarbeit sicherlich hörbar zu distanzieren.

85, 86. Auch wenn Sexualität und Körperkontakt im Prinzip als etwas Positives gesehen werden, so ist ihnen doch ein Rahmen gesetzt. … Das generelle Ordnungsprinzip muslimischer Gesellschaften und die Erziehung der Geschlechter baut auf diesem Verständnis von Geschlechtertrennung auf. D. h. Frau und Mann sollen ihre Geschlechtlichkeit nicht negieren, sondern … kontrollieren. Islamische Erziehung ist … die Identifikation mit dem eigenen Geschlecht als komplementär zum Gegengeschlecht.

Keine indirekte Rede: „Es sei ihnen ein Rahmen gesetzt“? Wer setzt denn bitte den Rahmen? Der Schöpfer der Scharia, Allāh.

Das Stück: Männlein ist nicht Weiblein spielen wir Menschen alle, seit Jahrtausenden. Aber inzwischen doch hoffentlich mit der Möglichkeit, sehr stark selbst zu wählen, wie man seine Geschlechtsklassenzugehörigkeit am Arbeitsplatz, auf der Familienfeier, beim Flanieren in einer Innenstadt oder unter der Bettdecke kultiviert.

Komplementär heißt für die Parteigänger der Gender-Apartheid: Der Mann hat nichts Weibliches aufzuweisen, die Frau nichts Männliches. Macho und Zicke im harmlosesten Falle, vermeintlich geborener Vergewaltiger und gekaufte, sexuell gewaltsam unterworfene Braut als Schlafzimmernutte (bis zu vier sind dem Mann erlaubt) als islamische theologische Möglichkeit. Die Autorinnen scheinen nichts gegen die schreckliche Verstoßung (talaq) oder die koranisch gebilligte Polygamie zu haben. Hauptsache komplementär! Hach, Islam ist „komplementär“, wie aphrodisierend, aufgeilend.

86. Der als allgegenwärtig verstandenen Sexualität wird Einhalt geboten durch eine klare Geschlechterrollenaufteilung und gleichzeitige räumliche Aufteilung in Frauen- und Männerräume. … Im Islam soll die Kleidung der Menschen und das Verhalten (Meiden des Körper- und Sichtkontaktes zum anderen Geschlecht) … bewirken, … [dass sich] Mann und Frau dennoch begegnen können.

„Im Islam“ also werden Frauen in eigene Räume gesperrt und in Stoffkäfigen gefangen gehalten? Das kommt nun leider vor. Wie viel „Islam“ bitte verträgt denn unsere Universität, Fachhochschule oder Schule? Warb bereits das Nordrhein-Westfalen des Jahres 2000 für die Burka, wie es 2009 die Stadt Nürnberg (Das berüchtigte Burka-Plakat des Norbert Schürgers) tat?

Hier hätte Ministerin Fischer darauf bestehen müssen, dass diese Form von „Islam“, soweit das staatliche Bildungswesen und in geringerem Maße auch der öffentliche Raum gemeint ist, allenfalls in geringer Dosis geduldet werden kann. Kulturelle Moderne fühlt sich vom weiblichen Genital nicht permanent und fundamental verunsichert. Und kein in der freiheitlichen Demokratie innerlich angekommener Mann, ob Nichtmuslim oder Muslim, fällt vergewaltigend über eine unverschleierte Frau her, wenn auch gewisse unter Muslimen hoch angesehene islamische Geistliche wie Scheich und Holocaustleugner Taj el-Din al-Hilali dieses wie beiläufige Vergewaltigen jeder Verschleierungsverweigerin für sittlich akzeptabel jedenfalls völlig plausibel halten.

87. Der Unterschied ist jedoch derjenige, dass die Minderheiten als Neuzugänge der Gesellschaft mit offenbar nicht mehr zu hinterfragenden kulturellen Standards der Mehrheitsgesellschaft konfrontiert werden, an deren Weiterentwicklung und Festlegung sie nicht beteiligt waren.

In der Tat hat der islamisch geprägte sprich frauenfeindliche und Nichtmuslime unterdrückende Teil der Erde zu den „kulturellen Standards“ Nordamerikas oder Europas bislang noch nicht viel beigetragen, von ein paar Ex-Muslimen oder anderen Islamkritikern abgesehen. Insofern „waren sie nicht beteiligt“ und müssen ja auch nicht unbedingt in einem Territorium leben, in dem Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit und universelle Menschenrechte gelten. Standards, die wir allerdings, sehr geehrte Frau Boos-Nünning, „nicht mehr hinterfragen“ wollen.

Einen ein Jahrzehnt alten Text zu betrachten ist zwar noch keine archäologische Ausgrabung in der Frühgeschichte der teilweise katastrophal misslungenen Integration, doch durchaus ein Blick in die Geschichte der immer noch jungen Bundesrepublik, eine Nachlese. Der betrachtete Text der drei so genannten Expertinnen für Migration vermag durchaus, uns Heutigen die Gründe der gescheiterten Einwanderungspolitik erkennen zu lassen, die Ursachen aufzuspüren für die zugelassene Abschottung muslimischer Gegengesellschaft und ihre nachfolgend gehäuft aufgetretenen Ehrenmorde und sicherlich massenhaften Zwangsheiraten.

Yasemin Karakaşoğlu-Aydın: Die gebürtige Ostfriesin ist Tochter aus deutsch-türkischen Elternhaus und gehört neben Mark Terkessidis zu den irgendwie sozialistischen jedenfalls hedonistisch-heiteren Säulenheiligen der Szene der „wissenschaftlichen“ Multikultur.

Karakaşoğlu-Aydın ist mittlerweile, 2004, zur Professorin für „Interkulturelle Bildung“ berufen worden. Die Essener Professorin Ursula Boos-Nünning, wie eingangs gesagt dieser Monate damit befasst, den an der grundrechtswidrigen Scharia orientierten VIKZ auf demokratikompatibel zurechtzubürsten, sie und Professorin Karakaşoğlu machen Jahr für Jahr damit weiter, eine Haltung und eine Sprache im bundesdeutschen Wissenschaftsbetrieb zu verbreiten, die zunehmende Segregation und verbesserte islamistische Infrastruktur als gesellschaftlichen Wandel verharmlost. Insofern: Zehn Jahre Zuverlässigkeit.

Prinzip Wanderzirkus. The show must go on (10).

Jacques Auvergne

(1) Liefert Islamkenner Mathias Rohe die deutschen Kinder und Enkel muslimisch sozialisierter Einwanderer dem islamischen Fundamentalismus aus? Professor Rohe will die rasche Anerkennung des an der frauenfeindlichen Scharia orientierten Verbandsislam als öffentlich-rechtliche Körperschaft, verschweigt uns Yūsuf al Qaradāwī und die Grundrechtswidrigkeit der laut Bosniens Großmufti Mustafa Cerić „unverhandelbaren und ewigen“ Scharia sowie plädiert für einen sanfteren Umgang des Staatsschutzes mit der radikalislamischen, als extremistisch eingestuften Milli Görüş, wie uns WELT-onlineim April 2007 mitteilte.

Professor Rohe studierte Rechtswissenschaft in Tübingen sowie Islamwissenschaft in Tübingen und Damaskus, seit 1999 ist er Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung an der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), Mitbegründer und Vorsitzender der Gesellschaft für Arabisches und Islamisches Recht (GAIR), Gründungsvorsitzender des einzurichtenden Zentrums für Islam und Recht in Europa an der FAU. Mathias Rohe nennt als seine Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte „Die rechtliche Stellung des Islam in Deutschland und Europa und seine Entwicklung im europäischen Kontext“ sowie „Islamisches Recht, insbesondere seine Entwicklung in der Gegenwart“. Rohe ist Mitglied des Kuratoriums der Christlich-Islamischen Gesellschaft.

http://www.welt.de/politik/article836172/Wir_muessen_den_Islam_gleichstellen.html

(2) Islamverniedlicherin Houriya Ahmed (CSC): Die edle Scharia im pakistanischen Swat-Tal sei von den Taliban „verfälscht, pervertiert“ worden. Quatsch:

http://www.guardian.co.uk/commentisfree/belief/2009/may/03/taliban-sharia-pakistan/print

(3) Immerhin: Houriya Ahmed gegen Schleierzwang

http://www.socialcohesion.co.uk/blog/2009/03/forced-into-hijab-a-response-to-katharine-quarmby.html

(4) Andrew G. Bostom (auf: FrontPage Magazine) entschleiert den huriyya-Begriff islamischer „Freiheit“ als nichtmuslimisches (dhimmī, harbī) oder muslimisches (Abdallah, Gottesknechtschaft) Sklavendasein

http://www.frontpagemag.com/readArticle.aspx?ARTID=5375

(5) Dr. Necla Kelek: „Freiheit ist nicht Hürriyet!“ Essay bei Perlentaucher am 27.11.2008, als Rede gehalten bei der Verleihung des Preises an Kelek „Preis Frauen Europas – Deutschland 2008“.

http://www.perlentaucher.de/artikel/5086.html

Zur Preisverlehung an Dr. Kelek. Bei ihrem bewährten Verleger von: Die fremde Braut (2005), Die verlorenen Söhne (2006), Bittersüße Heimat (2008). Man sollte diese drei Bücher unbedingt: Kaufen, lesen, lieben und weiterempfehlen!

http://www.kiwi-verlag.de/287-0-15-10-2008-necla-kelek-erhaelt-preis-frauen-europas-deutschland-2008.htm

(6) Nicht sauber, sondern rein: Afropazifisch-altorientalische Ekelpädagogik sickert in unsere Kindergarten und Klassenzimmer. Zum nādschis Begriff. Die dich von der Gottheit trennende Besudelung (Menstruationsblut, Kot, Blut, Hund, Urin, Schwein, Sperma, harbī, vielleicht auch dhimmī sprich Christ oder Jude), gilt es flugs abzuwaschen, um den Zustand ritueller Reinheit (pak; auch: tahāra, Substantiv, zum Adj. tāhir) wiederherzustellen.

Ohne überirdisch strahlende pak (tahāra) nämlich verbucht die womöglich an Zählzwang leidende Gottheit etwa dein Gebet nicht als himmlischen Pluspunkt (hasanat), sondern allenfalls als höllischen Minuspunkt (sayāt). Volksislamisch gesagt: Rechts von dir schreibt ein unsichtbarer Engel permanent deine guten Taten auf, links ein anderer deine bösen. Im Grab oder am Weltende wird fürchterlich abgerechnet, wie orthodoxe Juden oder Christen uns allerdings bisweilen ebenso versichern

http://english.bayynat.org.lb/Fatawa/s1ch6.htm

http://www.islam-watch.org/MuminSalih/AccountFromHell.htm

(7) Salem el-Bahnassawi, Kuwait: Dar ul Qalam 1985

http://www.al-islam.org/about/contributions/liberationbytheveil.html

(8) Salem el-Bahnassawi: Die Stellung der Frau zwischen Islam und weltlicher Gesetzgebung. Kairo

http://www.scribd.com/doc/4447641/Die-Stellung-der-Frau-Salim-elBahnassawi

(9) Scheich Taj el-Din al-Hilaly

http://en.wikipedia.org/wiki/Taj_El-Din_Hilalyhttp://en.wikipedia.org/wiki/Taj_El-Din_Hilaly

(10) Die Rockmusiker der Gruppe „Pink Floyd“ sangen es, sicherlich eher zufällig, im iranisch-islamischen Revolutionsjahr 1979, und danach verwendete auch die Band „Queen“ das Motto des Duchhaltewillens bis zum bitteren Ende: The Show Must Go On. Hätten Boos-Nünning und Karakaşoğlu vielleicht der Wissenschaft fern bleiben sollen und einen künstlerischen Beruf ausüben sollen?

http://en.wikipedia.org/wiki/The_Show_Must_Go_On_(Queen_song)

123. AStA Bochum scheut islamkritische Diskussion

7. Juni 2009

An die Studierenden der Uni Bochum. Offener Brief

Von Gabi Schmidt und Edward von Roy, 03. Juni 2009

Liebe Kommilitoninnen und Kommilitonen, sehr geehrte Damen und Herren,

mit einiger Verwunderung und großer Verärgerung haben wir die Absage der für den 27.05.2009 anberaumten Veranstaltung »Islamismus als religiöser Totalitarismus« vernommen.

Grundsätzlich stimmen wir ja zu, dass man verfassungsfeindlichen Extremisten keine Bühne bieten darf, im vorliegenden Fall ist die Kritik an dem eingeladenen Gastredner aber völlig überzogen. Islamkritiker mögen ja als politisch inkorrekte Spaßbremsen verspottet und deshalb nicht zu angesagten Gartenpartys eingeladen werden, damit allerdings können Gastgeber und Betroffene ganz gut leben. Es liegt vollkommen in der Natur der Sache, dass sich aus unabhängiger Untersuchungs- und Forschungsarbeit Ergebnisse herauskristallisieren können, die unseren Hedonisten die Spaßkultur vermiesen, kulturrelativistisches Gutmenschentum als menschenrechtswidrige N.I.M.B.Y. Ideologie (2) enttarnen und politisches Machtkalkül durchkreuzen. Solch wissenschaftlich hochwertige Forschung und deren jeweils evaluierbares Resultat richtet sich eben nicht nach der Meinung der Obrigkeit und fragt auch nicht nach einem Parteibuch.

Unangepasst kritisch denkende Gegner des orthodoxen Islam deshalb pauschal als Verfassungsfeinde zu diskreditieren, weil sie wissenschaftlich evaluierbar zu politisch inkorrekten Ergebnissen und Schlussfolgerungen kommen und diese zivilcouragiert auch öffentlich vertreten, schießt jedoch weit über unser gemeinsames Ziel hinaus, die Bundesrepublik vor faschistoidem Gedankengut und drohender Unterwanderung durch rechtsradikale Demagogen zu schützen.

Gesundes Misstrauen ist sicherlich gerechtfertigt, wenn Referenten, denen man sich bisher politisch verbunden gefühlt hat, bei Organisationen auftreten, die in dem Verdacht stehen, der konservativen Rechten nahe zu stehen. Ist deshalb jeder Redner, der einer Einladung einer solchen Vereinigung einmal folgte, gleich ein Sympathisant rechtsradikaler Ideologie oder Faschist? Die NPD lehnt den Türkei-Beitritt zur EU ab, die CDU ebenso. Deshalb ist die Bundeskanzlerin und Parteivorsitzende Angela Merkel doch keine rechtsextremistische Politikerin und sind die sind Christdemokraten keine demokratiefeindliche Partei. Einem sicherlich politisch eher links einzuordnenden Sozialwissenschaftler muss es doch erlaubt sein, seinen Redebeitrag auch vor einem potentiell eher konservativen Auditorium zur Diskussion zu stellen, um Fundamentalismuskritik aus dezidiert linker Sicht zur Sprache zu bringen, ohne in den Verdacht zu geraten, “politisch unzuverlässig“ zu sein. Goebbels Reichskulturkammer hat in einer freiheitlichen Demokratie genauso wenig zu suchen wie sozialistische Gesinnungsschnüffelei der Staatssicherheit.

Sicherlich liegt es im Ermessen eines Veranstalters und Gastgebers, jederzeit von seinem Hausrecht Gebrauch zu machen und den Referenten und damit auch sein Publikum kurzfristig auszuladen. Ein Blick auf den Veranstaltungskalender legt jedoch nahe, dass die Entscheidung, eine Veranstaltung, die seit Wochen angekündigt war, nicht aus den vom AStA-Vorsitzenden Karsten Finke vorgeschobenen Gründen wenige Stunden vor Beginn abgesetzt worden ist.

Bei der traditionsreichen Schlammschlacht um die Machtverhältnisse und Abhängigkeiten am AStA der Ruhr Uni Bochum, unter welcher Referent und Zuhörerschaft bereits im November 2008 zu leiden hatten, spielt ein an den AStA adressiertes Pamphlet der DKP Kreisvorstand Bochum eine herausgehobene Rolle, einer Partei also, die seit ihrer Gründung vom Verfassungsschutz beobachtet und als “eindeutig verfassungsfeindlich“ eingestuft wird.

Das plötzliche, aus unserer Sicht völlig unbegründete Auftritts- und Redeverbot im Mai 2009 stieß bei den Interessenten des Vortrags, die sich auf einen spannenden und lehrreichen Abend sowie eine kontroverse Diskussion gefreut hatten und deshalb aus verschiedenen Städten anreisen wollten, auf wenig Verständnis. Im abgewiesenen Publikum befanden sich auch kritische Linke, die zwar den Rechtskonservatismus ablehnen, trotzdem aber durchaus an den Sachargumenten zur religiösen Fundamentalismuskritik und am geplanten anschließenden, sicherlich sowohl spannenden als auch facettenreichen Streitgespräch interessiert waren.

Autoritäre Herrschaftssysteme sozialkritisch zu analysieren und religiöse Weltanschauungen und fundamentalistische Denkmuster zu untersuchen ist historisch gesehen zweifelsfrei Domäne linker Ideologie. Daher ist es selbst nach klassisch sozialistischem und kommunistischem Selbstverständnis nur folgerichtig, dass auch im 21. Jahrhundert nachhaltige Gesellschafts- und Fundamentalismuskritik aus der (demokratischen) politischen Linken kommen kann, soll und muss. Offensichtlich ist das autonome Denken, zivilcouragierte Darstellen und Verteidigen seiner begründeten Gegenpositionen bei den Genossen jedoch nur dann willkommen und geduldet, wenn die Argumente mit der Ideologie der patriarchalisch autokratischen Führungselite kompatibel sind. Selbst wissenschaftlich fundierte Kritik am Wohlverhaltenskodex von Sunna, fiqh Jurisprudenz und Scharia Doktrin wird undifferenziert als kulturrassistisch und faschistisch diskreditiert.

Es ist völlig widersinnig, dass gerade die vermeintlich antifaschistische Linke, die sich selbst gerne den Anschein des Rebellischen und Gegenkulturellen gibt, jedem Parteigenossen, Gleichgesinnten und Sympathisanten innerhalb des eigenen, nämlich linken politischen Lagers, das Recht abspricht, gegen den Strom zu schwimmen. Querdenker werden vielmehr als Verräter, Abtrünnige oder “Rassisten“ diffamiert. Das ist nicht links, sondern allenfalls link. Oberflächlich betrachtet mag es eine verlockende und entlastende Strategie sein, nonkonformistische, nachhaltige Fundamentalismuskritik dem rechtskonservativen Meinungsspektrum zu überlassen. Bloß nicht anecken, kein Missfallen erregen, nicht auffallen. In wirtschaftlichen Krisenzeiten ist das nach oben Buckeln, nach unten Treten eine vielfach kopierte, wenn auch fragwürdige und undemokratische Erfolgsstrategie. Sozialdarwinistische Hedonisten ziehen vor, einfach das Leben zu genießen und es sich gut gehen zu lassen. Wer nicht auf der Sonnenseite des Lebens steht, hat wohl etwas falsch gemacht und ist selber schuld. Sich in diesem just-world phenomenon (1) bestätigt zu sehen, schmeichelt ihrem (“linken“) Ego, gibt ihnen die Möglichkeit, arrogant auf machtpolitisch Schwächere herabzusehen, diese zu mobben und zu genüsslich exkludieren.

Sogenannte Linke können sich selbstgerecht in ihrem vermeintlich antifaschistischen Image sonnen. Sie werden das dieser Jahre selten günstige Klima nutzen, als ’politisch korrekter Gutmensch’ die persönliche Integrität unliebsamer Parteifreunde, politischer Gegner und Konkurrenten anzugreifen, um deren politischer beziehungsweise beruflicher Laufbahn zu schaden. Gelingt ihnen diese Kabale, stehen diese hinterhältigen Ränkeschmiede für die uninformierte Öffentlichkeit völlig unangefochten als politisch und persönlich integer auf der vermeintlich gerechten Seite. So behält man scheinbar saubere Hände und kann trotzdem die Pfründe weiterhin einstreichen.

Um jedoch politische Stabilität und gesellschaftlichen Frieden zu garantieren, ist es unumgänglich, dass alle demokratischen Parteien in gemeinsamer Verantwortung dazu beitragen, individuelle Handlungsfreiheiten und persönliche Gestaltungsspielräume für jeden Bundesbürger wenigstens zu erhalten, wenn nicht gar im rechtlich geschützten Rahmen auszubauen. Daher darf jeder seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei äußern, die Freiheit der Wissenschaft, der Forschung und der Lehre sind verfassungsrechtlich geschützt.

Auch die in Artikel 5 genannten Grundrechtsansprüche sind unschätzbare Qualitätskriterien der dem Aufklärungshumanismus verpflichteten säkularen Demokratien, die es unbedingt zu verteidigen gilt. Nie wieder dürfen Wissenschaft, Forschung, Lehre und Bildung durch antidemokratische, totalitäre Machtkartelle dazu missbraucht werden, inhumane rechts- oder linksradikale Herrschaftssysteme zu stützen. Ebenso sind diese Bereiche in wirtschaftlichen Krisenzeiten auch vor einer Privatisierung und Kommerzialisierung zu bewahren.

Politische Bildung gerade an Hochschulen und Universitäten muss von einer respektvollen Streitkultur und kritischem, eigenständigem Denken gekennzeichnet sein. Demokratische Gesprächskultur und Lernbereitschaft zeigt sich auch im Zulassen kontroverser Diskussion.

Weltweit beginnt ein erstarkender Fundamentalismus, antidarwinistischer Kreationismus und vormoderner Patriarchalismus Freiheitsrechte legalistisch auszuhebeln, frauenpolitische und wissenschaftliche Standards auszuhöhlen sowie persönliche Entwicklungschancen einzuschränken. Während die großen Kirchen weiterhin Mitglieder verlieren, erfreuen sich evangelikale Freikirchen wachsenden Zulaufs. Der Niederländer Jan Siebelink beschreibt in seinem 2007 erschienenen, teilweise autobiographischen Roman ’Im Garten des Vaters’, wie religiöser Fundamentalismus persönliche Freiheit, Selbstbestimmung und hedonistische Lebenslust rigide einschränkt. Der ’Atlas der Schöpfung’, Kölner Biologie- sowie Philosophielehrerinnen und lehrern kostenlos als Werbegeschenk zugestellt, zeigt, mit wie viel Aufwand die Lobby des Kreationismus versucht, für ihre Lehre zu werben (3). Genese und Rezeption der weltweit hart agitierenden fundamentalistischen Lobbies einer gründlichen Analyse zu unterziehen, sollte für alle politisch Interessierten, insbesondere auch für angehende Juristen, Soziologen, Theologen, Pädagogen und Sozialpädagogen Teil professioneller Identität sein.

Die jahrzehntelangen Fehlentwicklungen bundesdeutscher Integrationspolitik, die mittlerweile auch von Regierungsvertretern eingeräumt werden, nun mittels migrationswissenschaftlicher oder islamwissenschaftlicher Mietmäuler zu romantisieren und schönzulügen, trägt eher zur Erosion des Rechtsstaats und der offenen Gesellschaft bei. Fundamentalismus beziehungsweise religiös verbrämter Radikalismus jeder Couleur gefährdet die freiheitliche Demokratie und das selbstbestimmte Leben des Einzelnen. Totalitarismuskritik darf den orthodoxen Islam nicht verschonen.

Der Erfolg und die Qualität von Studium und Berufseinstieg werden wesentlich durch universitäre Lehre und bildungsorientierte studentisch organisierte Rahmenveranstaltungen bestimmt, was einen Standortvorteil auch für Bochum darstellen könnte (Ranking). 2009 kann ich die Ruhr-Uni Bochum meinen Abiturienten oder meiner Tochter beziehungsweise meinem Sohn nicht empfehlen.

Mit freundlichen Grüßen

Gabi Schmidt, Edward von Roy

(1) Die “just-world“-Theorie untersucht das Gerechtigkeitswahrnehmen des menschlichen, zu Viktimisierung oder Schicksalsergebenheit neigenden Weltwahrnehmens


http://en.wikipedia.org/wiki/Just-world_phenomenon

(2) Der Nimby sagt: Ja zum Problem, aber nicht in meiner Nähe

http://de.wikipedia.org/wiki/Nimby

(3) Helmut Frangenberg 2007 über den radikalislamischen Kreationisten Harun Yahya

http://www.ksta.de/html/artikel/1190059904825.shtml

>
> [Und so antwortet unsere künftige akademische Elite auf Kritik]
>
——– Original-Nachricht ——–
> Datum: Thu, 04 Jun 2009 11:21:05 +0200
> Von: Karsten Finke
> Betreff: Offener Brief
>
Sehr geehrte Gabi Schmidt, sehr geehrter Edward von Roy,

ich war ein wenig überrascht über Ihren Brief. Sie scheinen über die
internen Vorgänge im AStA ja sehr gut Bescheid zu wissen ;-)

Spass beiseite, leider konstruieren Sie hier ein sehr merkwürdiges und fast schon paranoides Luftschloss, ich weiß leider auch nicht, wie Sie auf solche Dinge kommen.

Wenn Sie möchten, können wir uns aber gerne mal zusammen setzen und über die Vorkommnisse reden. Teilen Sie mir bitte mit, wann Sie Zeit haben.

Alles Gute,

Karsten Finke
(AStA-Vorsitzender)

122. Monsieur Ibrahim et les Fleurs du Coran

7. Juni 2009

إبرَاهِيم

Ibrāhīm (arabisch),

hebräisch: Abraham

Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran

Zu Baustein 104. kommentierte Yuki am 3. Juni 2009. Antwort eines Angesprochen. Von Cees van der Duin

Als ob es um die Werbung für den Islam ginge. Mit diesem Buch wird lediglich gezeigt, dass es auch friedliche Muslime gibt. Jeder der einigermaßen nachdenkt sollte bemerken, dass es zwischen den Zeilen nicht um Religion geht.

Vielen Dank, Yuki, für Ihren Kommentar,

gestatten Sie mir als einem dankbar religiösen Menschen diese Spitze: tief religiöse Menschen (jeder Glaubenslehre) mögen vielleicht sagen, dass es immer und überall um Religion geht, also auch “zwischen den Zeilen”, wie Sie es nennen.

Nun aber ausgewogener, und Sie haben insofern völlig recht, als dass der Autor der romantisierenden Roman-Reihe ‘Cycle de l’invisible’ das Buch nicht geschrieben hat, um für den Islam zu missionieren, wie es etwa das pakistanische Missionswerk Tablighi Jama’at bezweckt oder wie es die jüngere Da’wat-e Islami praktiziert oder jeder Muslim gelegentlich tun verpflichtet ist.

Spätestens wenn wir die Etiketten der einzelnen, bei E.-E. Schmitt ‘verwendeten’ Weltreligionen einmal austauschen oder weglassen, wird sichtbar, dass durchaus moralische Orientierung im Buch vorkommt, es ist ja wirklich falsch, seinen Sohn zu vernachlässigen und zu belügen, und es liegt wahrlich etwas Bewegendes und Schönes darin, wenn ein Mann der schwierigen Rolle des Ersatzvaters oder väterlichen Weggefährten gerecht werden möchte und sogar gerecht wird. Arabische Klassische Musik, Unterhaltungsmusik und Volksmusik hat durchaus auch Hörenswertes, und vieles aus der arabischen Küche ist wohlschmeckend.

Autor Éric-Emmanuel Schmitt bedient sich der Romantik und dem Zauber religiöser Mystik, in der für ein auf gute Verkaufszahlen getrimmtes ‘abenteuerliches, politisch korrektes Jugendbuch’ gebotenen Oberflächlichkeit.

Recht geben kann ich Ihnen, dass der Autor nicht für die Theokratie wirbt (Islam als Staatsform) und wahrscheinlich den Anspruch der Scharia auf Totalität noch nicht einmal kennt. Von der Rolle der Frau in Pakistan (juristisch nach Staatsverfassung wie auch bezogen auf das Stammesrecht, letztes neuerdings bisweilen radikalislamisch ‘aufgefrischt’ wie im Swat-Tal) hätte er etwas wissen können, und das beispielsweise werfe ich dem Autor vor.

Schmitt ist menschlichen sprich (im eigentlichen, sage ich, oder auch im weitesten Sinne, sagen viele sehr parteilich Religiöse) spirituellen Dimensionen auf der Spur (oder weiß dieses Image zu verkaufen), das darf beispielsweise ein jeder historischer Roman. Hermann Hesse siedelte etwa Narziss und Goldmund im Mittelalter an und seinen Siddhartha im Indien der Zeit Buddhas, ein kühnes Tun, gleichwohl gelungen.

Je mehr sich ein Romanautor sich aber mit Religion befasst, desto mehr sollte er die feinen Charakterzüge (naja, schafiitische FGM oder iranische Steinigung ist wohl nicht gerade fein) der autorenseits als Vehikel oder Kulisse verwendeten Religion kennen. Schmitt ging ja sozusagen mit Jesus von Nazareth spazieren, indem er die Werke »Das Evangelium nach Pilatus« und »La Nuit des oliviers« anfertigte.

Vielleicht sollte ich das Buch in das Mischfeld von Phantasieroman und Kinderbuch ansiedeln. Dass es ein Plagiat zu Romain Gary (Du hast das Leben noch vor dir) sein soll, ist allerdings doch wohl eher wenig moralisch.

Der Sohn von zwei Sportlehrern Schmitt wuchs atheistisch auf und habe später eine persönliche Hinwendung zum Christentum gefunden, Moϊse ‘Momo’ könnte dann auch ein wenig Éric-Emmanuel sein.

Schmitt, Experte für den französischen Aufklärer Diderot und erfolgreicher Theaterstückschreiber, bemühe sich um die Annäherung der Weltreligionen. Sein Buch Milarepa etwa befasst sich mit dem Buddhismus Tibets. Genau hier dürfen wir uns zwar auch mal verzaubern lassen, doch sollten wir die Herrschaftskulte gewisser Glaubenslehren (ähnliches gab es auch bei Savonarola oder Calvin) wie nun ausgerechnet dem Scharia-Islam mit seiner fiqh-Rechtssprechung niemals verharmlosen.

Und das Islambeschönigen und Islamverkitschen (der Islamkritiker Auvergne spricht köstlich von “Bambi-Islam”), das macht der aus dem französischen Elsass stammende Schmitt mir eindeutig allzu sehr. Der soll sein süßes Christentum mal auf dem Marktplatz von Dschiddah, Karachi oder Daresalaam bekennen. “Hach, wie koranisch blumig, dar as-salaam (Somalias Hauptstadtname Daresalaam) bedeutet “das Haus des Friedens”, da muss die nächste Reise von meinem kleinen Moische-Momo vorbei führen, all different, all equal!” Nein, das hat Schmitt gar nicht gesagt.

Ich habe das Glück, Muslime zu kennen, die mit (trotz) ihrer Religion sehr reife Persönlichkeiten geworden sind – Islam als persönliche Spiritualität oder auch als gemeinschaftlich begangenes Ritual (Begräbnis, Pilgerfahrt nach Mekka) war und ist für viele Menschen Bereicherung, Kraft- und Sinnquelle. Das traditionelle islamische Frauenverbot am Begräbnis selbst einer Frau ist nicht nur mir aber bereits widerwärtig.

Seit Mohammed, al-Ghazali oder ibn-Taimiyya ist Islam jedoch etwas ganz anderes, als lediglich ein Weg der Lebenshilfe für sinnsuchende Weltbürger oder als eine Sammlung von mehr oder weniger frommen Mythen für einfache Bauern: Islam ist Staat! Islam ist totaler Tugend-Staat, Islam ist Sexualpolitik, geheiligtes Herabsehen auf die Nichtmuslime, permanente Kontrolle des weiblichen ‘politischen Genitals’. Staatsflagge der theologisch als moralisch höherwertig definierten Nation der Gläubigen ist das keusche Kopftuch, die ekle Nation der Ungläubigen lässt ihre Frauen unbewacht frei herum laufen und gestattet es ihnen, schamlos nacktes Haar tragen.

Islam ist Ekelbefrachtung des Frauenleibes und rechtliche Geringerstellung der Frau! Wer etwas anderes sagt kennt diese so genannte Religion nicht oder belügt uns. Islam ist geheiligtes Apostasieverbot mit theologisch berücksichtigter Todesfolge. Islam ist Todesstrafe, es gibt, ist Islam erst einmal Staat geworden, kein Recht auf Leben, kein Recht auf körperliche Unversehrtheit.

Éric-Emmanuel Schmitt hat mit abgehackten Händen kein spirituelles Problem. Im „religiös“ gewordenen sprich islamisierten Norden Nigerias, Zamfara State, ist dem dreifachen Fahrraddieb Lawali Isa in Allahs Auftrag die rechte Hand amputiert worden, meldete BBC am 19. Dezember 2002, der Mann hat erst jetzt zu Allahgott zurückgefunden uns fühlt sich resozialisiert und integriert. Auch das englischsprachige Wikipedia bemerkt unter Zia ul-Haq’s Islamization, dass seit 1979 der angeblich so blumige und an Weisheit reiche Islam Strafrecht geworden ist und gemäß der islamischen Pflichtenlehre die, man ist modern, von einem Chirurgen vorzunehmende Amputation rechten Hand vorzunehmen verlangt, im Wiederholungsfall zusätzlich des linken Fußes. Dann und wann eine verstümmelte Gestalt zu erblicken stärkt die Moral der Gesamtgesellschaft: Dieses spezielle sakrale Körperbewusstsein der Muslima und des Muslimen kann letztlich durch nichts anderes gefördert und gefordert werden als durch jene soziale (verstümmelnde) Antwort bei hudūd-Vergehen (hadd, die Verletzung von Allahs Grenzsetzung). Islam ist die geheiligte öffentliche Auspeitschung, die Scharia zeitigt mir oder Ihnen für den Genuss von Wein vierzig Peitschenhiebe oder aber die Scharia fordert für den Genuss von Wein achtzig Peitschenhiebe (Flexibilität der Scharia).

Islam ist Antijudaismus. Islam ist die sexualmagische Entfernung des maskulinen Praeputium (man lese zum Thema männliche kultische Beschneidung Sigmund Freud oder Bruno Bettelheim). Islamisch eTradition ist die mit dem blutigen Bettlaken öffentlich erlebbare Prüfung auf unversehrtes Jungfernhäutchen, moderner Islam zwar ohne Bettlaken, dafür mit unversehrtem Jungfernhäutchen. Islam ist wali mudschbir. Wohl keine bundesdeutsche Lehrerin und vermutlich auch kein bundesdeutscher Lehrer hat den Mut, ihren oder seinen Schülerinnen und Schülern zu erklären, was wali mudschbir ist.

Dazu kommt eine weitere Dimension, denn anders als in »Der Medicus« von Noah Gordon spielt »Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran« nicht im elften Jahrhundert (verwerflich wäre es, dabei auch in einem Jugendbuch die damalige real-islamische Sklaverei und Misogynie auszulassen), sondern spielt in der Gegenwart. Schmitts Buch ist, doch wohl nicht ohne seine Billigung, zur islamfreundlichen gesamteuropäischen Schullektüre geworden. Dem elitenseits gewünschten Türkeibeitritt zufällig ebenso dienlich wie dem erlaubten Lehrerinnenkopftuch in Frankreich und Deutschland. Das ist es: Wenn Islam nett ist, ist Kopftuch auch nett! Und genau das sollen die Schüler lernen.

2009 überlagern sich der Nahostproblematik genannte arabische Israelhass mit der in Europa betriebenen Installierung politischer Macht (Bildungspolitik, Familienrecht, Finanzpolitik) durch extrem reaktionäre, an einer totalitären Umsetzung der Scharia und an einem parallelen Recht (islamische Heirat, Polygamie) interessierten Islamverbände. Da allerdings, Schmitt mag ja einfach uninformiert (gewesen) sein, spätestens da wird sein Buch zur pädagogischen Gefahr für die gelingende Integration und droht es, zur Verfestigung der orthodox-islamischen Apartheid (Geschlechtertrennung, dhimma) beizutragen.

Von Herrn Schmitt wünsche ich mir nun ein Buch über eine mutige Türkin, die einen grönländischen Atheisten heiratet und ihre Kinder und Enkelkinder ebenso islamkritisch wie nichtislamisch erziehen lässt, mögen sich die Urenkel doch der Bahá’í-Lehre oder Konfuzius oder wem-auch-immer zuwenden, inschallah. Wir Schmitt dieses Buch schreiben?

Nein. Damit erwirbt man weder Erfolg noch Geld, vielmehr Drohungen. Tja, so rasch ist Europas zunehmend islamkompatible Schulbuch- und Phantasieromanwelt am Ende? Ist sie.

Im Scherz: Wir sollten die Staatsform wechseln.

Mit freundlichen Grüßen

Cees van der Duin, 4.6.2009


Follow

Get every new post delivered to your Inbox.