006. Islamischer Antisemitismus
006
7. Themenkreis
Islamischer
Judenhass
Antisemitismus
Von Jacques Auvergne
Der frisch gebackene Prophet Mohammed also gab die Gebetsrichtung vor: nach Jerusalem. Denn nicht nach Mekka war im Frühislam zu beten, sondern nach Jerusalem. Erst nachdem es ihm nicht gelang, die doch offensichtlich ungeheuerlich uneinsichtigen Juden davon zu überzeugen sich der ’wahren Religion’ unterzuordnen, orientierte der erzürnte Gründer der zukünftigen Weltreligion die Gebetsrichtung um – auf Mekka.
Seit ein paar Jahren gab es vier Religionen um Medina (vormals Yathrib) und Mekka: neben den traditionellen polytheistischen Arabern und den neuen ’wahren Gläubigen’, den arabischen Muslimen, gab es da noch die Juden und die Christen. Mit den Christen zusammen wurden Juden als Ahl al‑dhimma, Schutzbefohlene, zur religiös definierten Sklavenschicht der von nun an herrschenden Kaste Islam. Die Dhimmis mussten Jizya, Schutzsteuer zahlen, die im Betrag höher war als die Zakhat‑Almosen der Muslime. Polytheisten wurden ausgerottet oder zwangsislamisiert, sie wurden wohl eher selten mit guten Argumenten überzeugt. Bemerkenswert rasch jedenfalls gab es keine arabischen Polytheisten mehr.
Blieben also noch drei Religionen auf der arabischen Halbinsel übrig: der herrschende mächtige Islam und die beiden Dhimmi‑Religionen. Mit der Dhimmitude ging eine permanente ökonomische Ausplünderung der Unterschicht einher, die die Ausbreitung des Islams mit finanzierte und die das Dhimmi‑Sein, das heißt das Jude- oder Christ‑Sein, recht unattraktiv machte. Christ- oder Jude‑Sein wurde für Dörfer oder Familien zum wirtschaftlichen Standortnachteil. Dazu kam, dass zwar der Muslim eine Dhimmi‑Frau heiraten durfte, deren Kinder zwangsweise Muslime waren, ein Dhimmi‑Mann jedoch keine Muslima. Das ist im Prinzip bis heute der Fall und bestimmt mittlerweile das Leben westeuropäischer Innenstädte.
Und hören wir auf die Charta der Hamas, Artikel 7:
Die Stunde des Gerichts wird nicht kommen, bevor Muslime nicht Juden bekämpfen und töten, sodass sich die Juden hinter Bäumen und Steinen verstecken, und jeder Baum und Stein wird sagen: oh Muslim, Diener Allahs, ein Jude ist hinter mir: komm und töte ihn.
Die prekäre kulturelle Moderne verschweigt solche Sätze verschämt. Auch damit jedoch arbeitet sie den Islamisten in die Hände, die, wie Prof. Bassam Tibi im Der Islam in Deutschland – Muslime in Deutschland (22-25) schreibt, die multikulturelle so genannte ’Toleranz’ ausnutzen, um der Theokratie, um der Antidemokratie an die Macht zu verhelfen. Jean‑François Revel nennt solche falsch verstandene Toleranz «sich selbst zerstörende Demokratie – democracy against itself».
Nationalsozialistischer und islamistischer Antisemitismus, Judenhass 1937 und Judenhass 2007 werden den Europäern zur irritierenden Wiederholung, bei der die europäischen Mehrheiten sicherheitshalber nach der Vogel‑Strauß‑Politik vorgehen und die Rechtsextremisten in den geistigen Vätern der Muslimbrüder wie al‑Banna, Qutb und Maudoodi unerwartet judenhassende Freunde finden.
Der nationalsozialistische Antisemitismus wird im Europa nach 1945 (vorerst) mehrheitlich verurteilt, wenigstens bis auf Straßenzüge bildungsresistenter muslimischer Zuwanderer. Warum aber ist die europäische Linke nicht in der Lage, den kulturell und religiös seit Generationen verankerten sowie medial in der islamischen Kultur täglich verbreiteten muslimischen Antisemitismus zu verurteilen? Ist verhinderter Antisemitismus gerade bei unseren bitteren Erfahrungen mit dem Dritten Reich nicht einer der wichtigsten Indikatoren von Demokratie?
Von dem, wenn er die globale Tagespolitik bestimmen soll geradezu rassistischen Anspruch, die beste Gemeinschaft zu sein, die Gott geschaffen hat (Koran 3/110) müssen wir säkulare Europäer seitens der Muslime ebenso sich zu trennen erwarten können wie von dem Bestreben, Elemente aus dem Scharia‑Islam bzw. Fiqh‑Islam in unsere säkularen Rechtsordnungen zu implementieren.
Wie allerdings die letztlich ja immer auf Mehrheitsentscheidung beruhenden Gesellschaften auf die Herausforderung durch die islamische Politreligion, durch die «Theokratie Islam» reagieren können, das ist Europa selbst derzeit wohl noch ein Rätsel. Doch ist es bereits abzusehen, dass muslimische Milieus in den ersten Stadtkernen oder gar Städten Westeuropas in diesen Jahren die Mehrheit zu haben beginnen und Nichtmuslime zur Minderheit werden. Kann dann ein demokratischer Staat der Mehrheit einer Region die Selbstbestimmung versagen, wenn diese Menschen beschließen, die Politreligion Islam zu fordern, das heißt die Scharia auszurufen?
Eine laizistische beziehungsweise säkulare starke Identität ist unter Deutschlands Bürgern 2007, verhängnisvollerweise, nicht gerade verbreitet.
Jacques Auvergne
Schlagworte: Scharia, Pfadfinder, Baden-Powell, Waldeck, Wiltz, scouts, Pfadfindertum, Altenahr, Jünkerath, Virneburg, Ochtendung, Merzbach, Jugendbildungsstätte, Israel, christlich-jüdisch